
| Michael Mettler: | Gefunden in einem Zoo-Jahresbericht: "Ihnen (den Zoologischen Gärten) ist stärker denn je die gesellschaftliche Pflicht auferlegt, indem sie durch Anschauung und Erlebnisse in ihren Besuchern Tierliebe erwecken, in diesen die emotionale Komponente für ein intellektuelles Engagement für Natur- und Tierschutz zu entwickeln und Denkanstöße zu geben. (...) Darum gilt es, diese aktuelle Hauptaufgabe unter Ausnutzung aller vorhandenen Möglichkeiten mit Phantasie und Ideenreichtum anzunehmen und zu versuchen, sie nicht nur zum Segen des Zoos oder der Tierwelt, sondern letztlich für ein menschenwürdiges Leben auch in der Zukunft zu erfüllen." Diese Aussage ist hoch aktuell - obwohl sie es im Grunde nicht ist, denn sie stammt aus der Feder des früheren hannoverschen Zoodirektors Dittrich und aus dem Vorwort zum Jahresbericht für - 1974!! (23.07.2007, 14:49) | ||
| IP66: | @th.om.as: Es ist interessant, welche Dinge sich die EU-Behörden zu regeln bemüßigt fühlen - ich warte auf Ausführungsbestimmungen zum bezifferten Generalbaß bei Werken des 18. Jahrhunderts - fürchte aber, es gibt sie schon. @Herr Mettler: Ich glaube, daß sich an den Grenzen der Naturnachahmung der Exotismus festmachen läßt. Auf der einen Seite gibt es das ungezähmte, wilde Tier - wobei auch da einige Arten beliebter sind als andere. Auf der anderen Seite gibt es den Rahmen, entweder als Kontrast, wie in Münster 1970, als mehr oder weniger korrekte Umgebungsarchitektur wie in Berlin 1880 oder als Kunstfelsenenvironment wie in Gelsenkirchen 2006. Aber der Rahmen verhält sich zur Natur grundsätzlich interpretierend, er übernimmt einzelne Elemente, läßt andere fort, gleicht den Erlebnisraum urbanen Paradigmata an - und was herauskommt, ist eben ein unter Verwendung von Naturelementen gestaltetes Werk - niemand würde ja den Landschaftspark um Schloß Wilhelmshöhe als eine Nachahmung des deutschen Urwaldes verstehen, auch wenn Wilhelm VIII. sich dergleichen vorstellte und in dem, was den Park vom Urwald unterscheidet, ziemlich deutlich macht, was so ein Fürst am Ende des 18. Jahrhunderts wollte und was nicht. (06.07.2007, 19:22) | ||
| Shensi-Takin: | Ein wichtiger Aspekt unter "Nutzen" fehlt: der durch Zoos ermöglichte Wissenszuwachs nicht nur hinsichtlich biologischer, sondern auch tiermedizinischer Parameter; durch Zoos können konkrete & vergleichbare Werte und Erfahrungen gewonnen werden, die sich auch hinsichtlich Management der Bestände in der Wildnis auszahlen(tierspezifische Verträglichkeit/ Unverträglichkeit best. Pharmaka bzw. NW, Vitalparameter, Hormonprofile, arttypisches Verhalten etc.). (06.07.2007, 17:56) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Ohne Natur funktioniert Zoo nicht, denn dann dürfte die "Gegenwelt" keine echten Tiere, Pflanzen, Steine oder Äste enthalten, sondern nur ihre Gegenstücke aus Plastik und Beton. Und die Wasserflächen wären dann Folien wie in der Augsburger Puppenkiste... Nein, im Ernst: Zoo ist doch letztlich wie Garten oder Haustierhaltung "Natur in Kultur". Ein Kaktus ist noch immer ein natürliches Lebewesen, auch wenn er in menschlichem Umfeld "gehalten" wird, ein Tiger genauso. Und umgekehrt ist das, was wir heute oberflächlich als Natur betrachten, zu großen Teilen ebenfalls kultivierte Landschaft; siehe z.B. große Teile der Niederlande, die ohne Eindeichung ein Stück Nordsee wären, oder die Lüneburger Heide, die durch Abholzung und nachfolgenden Viehverbiss entstand. Dass der Zoobesucher (auch der Zoofan!) idealisierte "Welten" sehen möchte, bezweifele ich allerdings keineswegs. Würde man alltägliche Bedingungen in der Natur bzw. den dargestellten Ländern realistisch nachbauen, müsste so manche Pinguin- oder Robbenanlage auch ein Stück Ölteppich enthalten, dürfte man Wüstenantilopen nicht mehr auf sattgrünen Wiesen präsentieren und sich nicht darüber beklagen, dass man im Hintergrund von "Afrika" Strommasten oder Wellblechdächer sieht.... (06.07.2007, 16:34) | ||
| th.oma.s: | die zoozwecke sind übrigens im Artikel 3 der Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos (ABl. EG Nr. L 94 S. 24) geregelt. neben der öffentlichen zur schaustellung von wildtieren gehört dazu verbindlich: das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Bezug auf den Erhalt der biologischen Vielfalt, insbesondere durch Information über die zur Schau gestellten Arten und ihre natürlichen Lebensräume, zu fördern und sich entsprechend ihren besonderen Fähigkeiten und Möglichkeiten zumindest an einer der nachfolgenden Aktivitäten zu beteiligen: an Forschungsaktivitäten, die zur Erhaltung von Arten beitragen, einschließlich dem Austausch von Informationen über die Arterhaltung oder an der Aufzucht in Gefangenschaft, der Bestandserneuerung und der Wiedereinbürgerung von Arten in ihrem natürlichen Lebensraum oder an der Ausbildung in erhaltungsspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten. undesnaturschutzgesetz definiert! (06.07.2007, 14:51) | ||
| IP66: | Ich würde den Gegenwelt-Begriff allerdings von dem der Natur trennen - es scheint mir nicht darum zu gehen, einen Ausflug in die echte Natur zu bieten, sondern in eine gleichsam ideale Natur, eine Art Paradies, das von der wirklichen Natur ähnlich weit entfernt ist wie Goethes Griechenland von dem zu seiner Zeit real existierendem geographischen Begriff. Da würde dann auch das Wort Exotismus besser passen, denn da wird ja auch keine wirklich, sondern eine andere Welt gesucht. Man muß sich allerdings fragen, ob die Architekturen der 60er und 70er, a. e. in Münster oder München, diesem Bedürfnis Rechnung getragen haben. (06.07.2007, 14:29) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Der psychologische Aspekt bezieht die Zoogestalt insofern mit ein, als Landschafts- und Gehegegestaltung dabei ebenfalls eine Rolle spielen können, und hier kommt auch Ihr schöner Begriff Gegenwelt ins Spiel. Wie sich gezeigt hat, möchte der Mensch anscheinend mit zunehmender Verkünstlichung seiner eigenen Lebensbedingungen im Zoo etwas genießen, was ihn zumindest an Natur ERINNERT bzw. eine Natur-Illusion hervor ruft. Das Gesamtbild z.B. einer "afrikanischen Steppe" im Zoo kann eine ähnliche Wirkung erzeugen wie der zentimeternahe "Kontakt" an einer Panzerglasscheibe zu einem Tierindividuum. Das ist natürlich nicht auf Zoos beschränkt, auch eine Weide mit grasenden Kühen kann so wirken - nur ist die in einer Großstadt schwieriger zu finden als der örtliche Zoo. Wir hatten darüber vor ewiger Zeit schon mal im Forum diskutiert, in Zusammenhang mit der Biophilie-Theorie und solchen Zooelementen wie Kunstfelslandschaften, Wasserfällen usw. In gewissem Sinne geht es dabei auch um die Anregung der Fantasie. Durch Stilbauten kann man sich genauso in das jeweilige Land versetzt fühlen wie durch Geo-Landschaftsgehege und somit eigentlich vom Prinzip her (!) das selbe Ergebnis erzielen wie bei einer Urlaubsreise. Ein Zoobesuch ist somit auch ein kleiner Urlaub vom Alltag - was dann wieder zur "Erholung" passen würde. (06.07.2007, 12:22) | ||
| Michael Schulz: | @IP66: Es ist beim psychologischen Aspekt nicht allein das Tier. Ich selbst halte auch Tier u.a. auch Exoten, die bei mir allerdings nicht denselben Effekt auslösen. Es ist die Kombination, aus Tier, Umgebung, Gerüchen und Wahrnehmung. Dies kann man nur entweder direkt in der Natur erleben, wo Begegnungen mit Tieren in der Form allerdings eher als sehr selten einzustufen sind, oder aber eben im Zoo, wo man auch bewusst den Kontakt zu den Tieren hat. Egal ob man sie nun anfassen kann oder ihnen einfach nur zusieht, wie sie miteinander agieren oder auch einfach nur in der Sonne liegen und dösen. Von daher würde ich Zoos durchaus auch einen therapeutischen Zweck zuordnen. (06.07.2007, 12:14) | ||
| IP66: | Ich wollte die Hediger-Begriffe nich auflösen, aber doch einmal schauen, was aus ihnen wird, wenn man sie ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung (die Zeit zwischen der Zoogründung und dem Heck-Artenzoo in Berlin!) einmal neu definiert. Zudem gefällt mir Belehrung nicht - ich denke da eher an einen Begriff wie Bildung. Wissenschaft ist sehr breit gedacht und philosophisch einigermaßen schwammig, weshalb ich eher von Wissensgewinn oder Erfahrung sprechen möchte. Erholung klingt sehr nach Sanatorium und Krankheit, deshalb die Ideen einer Gegenwelt. Naturschutz muß man sehr breit auffassen, wenn man ihn im Zoo verwirklicht sieht, Arterhaltung ist ja eher eine konservatorische Tätigkeit, Bildung in Sachen Natur eine Angelegenheit, die weniger die Natur schützt als sie zu verstehen sucht. Letztlich sind sowohl Belehrung wie Naturschutz recht faschistisch geprägt Begriffe, auch wenn Hediger das sicher nich so meinte. Der psychologische Aspekt scheint den im Forum geäußerten Gedanken nach eher das Tier als die Zoogestalt zu betreffen. Der neue dortmunder Zooführer und manche Stammbesucher in Hamburg beziehen in ihre Kindheitserlebnisse auch die Bauten ein. (06.07.2007, 11:52) | ||
| Michael Mettler: | @Michael Schulz: Kann ich gut nachvollziehen. Bei mir war es ein durch beruflichen Stress ausgelöster Burn-out vor ein paar Jahren, aus dem heraus sich eine andere Einstellung zur Materie Zoo (und beileibe nicht nur dazu) entwickelte. In der damaligen Situation war es mir z.B. plötzlich sch...egal, dass in Hannover Sibirische Tiger in einem indischen Palast gehalten wurden - ich konnte mich auf einmal wieder dran erfreuen, einem Tiger Auge in Auge gegenüber zu stehen, OHNE darüber nachzudenken, welcher Unterart er angehört oder ob er überhaupt reinblütig ist, ob er die "richtige" Farbe hat oder ob man ihn nicht abschaffen sollte, um eine seltener gehaltene Form zu züchten. Ein ziemlich prägendes Aha-Erlebnis - hätte ich beim Schauen einer TV-Doku wohl kaum gehabt. Apropos TV-Doku: Letzte Woche lief auf ARTE eine Sendung "Auf der Spur der Küstenwölfe". Die Biologin, um die es da ging, hatte das unwahrscheinliche Glück, auf einer Wiese sitzend plötzlich von miteinander spielenden wild lebenden Wölfen umgeben zu sein, und das Alpha-Paar kam bis auf wenige Zentimeter an sie heran, um sie zu untersuchen. Als die Frau von ihrem Forschungsprojekt zurückkehrte, wurde bei einer medizinischen Untersuchung festgestellt, dass sie einen Hirntumor hatte. Und sie schilderte, dass die Erinnerung an ihre fast hautnahe Begegnung mit den Wölfen und die dabei empfundenen Emotionen ihre größte Hilfe wurden, mit der Krankheit fertig zu werden. Ich denke, für solche Aha-Erlebnisse ist es zweitrangig, ob es sich um einen frei lebenden Wolf im pazifischen Küstenwald handelt (wer hat schon die Möglichkeit, dort hin zu kommen?) oder um einen Zwergesel im Maschendrahtauslauf eines Zoos. Ich denke da gerade an die Gorilla-Szene in der Zoo-Komödie "Wilde Kreaturen", die das sehr schön aufgriff: "Sie hatte eine BEGEGNUNG..." Mensch sucht im Weltall nach anderen Lebensformen, dabei sind wir überall von ihnen umgeben und wissen das einfach nicht genug zu würdigen. Ich denke, man kann es auf einen allgemeineren Nenner bringen: Zoo bietet Begegnung mit "Leben pur" - wenn man es denn an sich heran lässt. Und ich möchte nicht wissen, für wieviele Menschen eine solche Begegnung heute bitter nötig ist - viele wissen es vielleicht gar nicht, dass sie genau deswegen den Wunsch verspüren, in einen wie auch immer gearteten Zoo zu gehen; egal, ob der "nur 08/15-Arten" hält oder Artenschutzprojekte in Übersee finanziert. Hedigers "Notausgang zur Natur" ist heute nötiger denn je. (06.07.2007, 10:32) | ||
| Anna Lena: | Ein Aspekt, der für mich noch besonderer Würdigung bedarf: Die Identifikation mit dem Tier. (Ich weiß nicht, wie man es anders formulieren kann. Ich meine, dass jemand, der ein Okapi persönlich gesehen hat, vielleicht auch noch Näheres über das Tier im Zoo weiß, z.B. seinen Namen, viel eher bereit ist, das Okapi auch in der Natur zu schützen.) (06.07.2007, 08:14) | ||
| Michael Schulz: | Den Aspekt mit der Wirkung des Zoos auf die Psyche kann ich nur bestätigen. Vor ein paar Jahren wenn ich in den Zoo ging konnte ich dort meinen Stress abbauen, durch die Ruhe, die Gerüche, die Nähe zur Natur und den Tieren. Heute merke ich den therapeutischen Standpunkt noch mehr. Ich leide häufig unter ziemlich schweren Depressionen und Angstzuständen, diese verlieren sich bei einem Zoobesuch, da ich dort abschalten kann und auch wenn es sich dumm und prophetisch anhört, ich finde dort inneren Frieden und das beim Geruch von Nashorndung und Katzenurin :-))) schon seltsam. Wenn ich an die Kindheitstage zurückdenke, war ich vor einem Zoobesuch immer so aufgeregt, dass ich die ganze Nacht davor nicht schlafen konnte. Ganz zu anfang fand ich es einfach klasse einen lebendigen Löwen zu sehen, ich weiß noch wie überrascht ich war, wie groß die Tiere alle in Wirklichkeit sind, sehen sie doch im Fernsehen wesentlich kleiner aus. Da ich aber Tierbücher verschlungen habe war das größte für mich als ich das erste mal im Münchner Tierpark ein Okapi sehen konnte. Damals in den Zooführern standen immer auf der ersten Seite, welche Tiere neu im Zoo sind, diese waren dann besonders interessant für mich. Und einen Zooführer musste ich auch jedesmal haben, die habe ich dann zu Hause so lange studiert, bis sie irgendwann bis zur Unkenntlichkeit zerfleddert waren. Großes Kino war auch immer der Streichelzoo, auch wenn die ein oder andere Ziege mich schon mal umgerannt hat, aber ein Tier nicht nur von nahem zu sehen, sondern auch anfassen zu können, da hätte ich Stunden drin verbringen können. Aber was schließe ich nun daraus, dass ein wichtiger Zweck des Zoos letztendlich die Begegnung mit dem Tier ist und die Interaktion mit dem Tier. (05.07.2007, 23:26) | ||
| Michael Mettler: | Auch wenn Hedigers Standpfeiler unzweifelhaft noch immer gelten, finde ich die vielschichtigere Betrachtungsweise von IP66 einen guten Anreiz, mal ins Detail zu gehen. Die reinen Didaktik- und Naturschutzfans mögen ob des einen oder anderen Zweckes die Augen verdrehen, aber wir brauchen doch nur mal die sehr vielgestaltigen Interessen und Sichtweisen der Forumteilnehmer Revue passieren lassen - davon lässt sich manches nur schwer in eine der vier Schubladen stecken. Was mir vor allem in der Liste von IP66 ins Auge stach, war der "Kommunikationsort", der mit "Erholung" nur sehr unzulänglich kategorisiert wäre. Zoo ist schließlich ein Ort, in dem man Gleichgesinnte treffen kann, um sich zwar hauptsächlich, aber eben nicht ausschließlich über Zoo zu unterhalten. Damit meine ich nicht ein Forumtreffen, das als prozentualer Anteil unter den Besuchern nicht ins Gewicht fällt. Sondern ich meine z.B. Mütter mit Kindern, die sich auf einen gemeinsamen Zoobesuch verabreden und dabei neben dem Tiere-gucken über Gott und die Welt plaudern; gleiches gilt auch für Senioren, die womöglich ansonsten relativ isoliert leben, aber über das Thema Tiere miteinander ins Gespräch kommen. Zudem setzt sich ja immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Anwesenheit von Tieren therapeutische Wirkung entfalten kann (was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann), und nicht jeder Mensch hat die Möglichkeit, eigene Tiere zu halten. Spezialführungen für Behinderte oder auch die Delfintherapie sind "Zoozwecke", die mit keiner der vier Hedigerschen Aufgaben auch nur annähernd passend umschrieben sind. Die Begegnung mit dem Tier - ob in direktem Kontakt oder durch Gehegegrenzen getrennt - ist mehr als nur schlichte Erholung. Sie spricht etwas im Menschen an, das durch die Lebensweise seines Alltags weitgehend verschüttet bzw. in den Hintergund gedrängt ist. Diese psychische Komponente sehe ich als fünfte elementare Hauptaufgabe eines Zoos, denn das kann kein Tierfilm, kein Buch und keine Schautafel in dieser Form erfüllen. Direkte Kontaktmöglichkeiten halte ich für besonders wichtig: Eine Zwergziege gestreichelt zu haben ist für das durchschnittliche Kind mit Sicherheit noch immer ein prägenderes Erlebnis als ein EEP-gefördertes Okapi neben einer prächtigen Schautafel in einem kongo-mäßig gestylten Gehege gesehen zu haben. Lasst euch mal darauf ein bzw. versucht es wenigstens, einen Zoo mal wieder mit den Augen zu sehen, mit denen ihr ihn als Kind betrachtet habt. Das erfordert zwar ein bisschen "Arbeit", denn schließlich sind wir ja alle mittlerweile in Artenschutz-, Haltungsverbesserungs- und anderen Gedanken "eingefahren", aber es lohnt sich - und schon tun sich plötzlich ganz andere Zwecke auf, die nicht minder wichtig sind. (05.07.2007, 23:06) | ||
| nurmichael: | Ich glaube Hediger hat den Zoo mit vier Aufgaben belegt: Erholung, Belehrung, Wissenschaft und Naturschutz. Für mich in Reihen- und Rangfolge eine noch immer gültige und vollständige Beschreibung des Zoozwecks. (05.07.2007, 21:54) | ||
| IP66: | Es klang schon in vielen Beiträgen an, wurde aber nie umfassend diskutiert. Worin besteht der Zweck eines Zoos? Wo liegen seine Aufgaben. Ich habe es einmal sehr altmodisch nach dem Muster "prodesse et delectare" aufgelistet, denke aber, daß das Ergebnis eher subjektiv aussieht: Nutzen: - Begegnung mit dem Tier - Vermittlung biologischen und taxonomischen Wissens - Wecken von Verständnis für Artenvielfalt und deren kulturelle Bedeutung - Vermitteln von historischen, kulturgeschichtlichen und künstlerischen Verhältnissen zur Natur - Infragestellen des Naturverständnisses der Vesucher - Ermittlung zoologischen Wissens durch Tierhaltung - Erhaltung von Exemplaren und Arten durch Zucht und Vermehrung Erfreuen - Schaffung eines Erholungsraumes für Besucher - Erzeugung einer Art Gegenwelt vor dem Hintergrund natürlicher Vorbilder - Vermittlung von Erlebnissen und außerordentlichen Ereignissen - Gewährung von Raum und Gebäuden für Feste und Veranstaltungen - Kommunikationsort für Besucher - Hebung des Wertes eines Ortes als touristisches Ziel (05.07.2007, 11:15) |
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