
| Jennifer Weilguni: | Interessant finde ich vor allem, wie sehr sich Zooführer doch im Preis unterscheiden, selbst wenn es an und für sich sehr ähnlich aufgemachte Exemplare sind. Welcher Zoo bietet denn den teuersten Zooführer an ? Damit meine ich natürlich aktuelle Exemplare und keine kostbaren Antiquitäten. Also mich hat es fast vom Stuhl gehauen, dass ich im Oceanografic für einen Zooführer 16,50 Euro zahlen musste. Ich habe ihn natürlich trotzdem mitgenommen, kann mir aber denken, dass solche Wucherpreise den Großteil der Besucher dann doch eher abschrecken. Auch Saarbrücken langt ja ganz ordentlich zu, ich meine 8 Euro gezahlt zu haben. Wer bietet mehr ??? (24.09.2007, 15:22) | ||
| Uakari: | Mir ist auch noch mehr aufgestossen, so ist das nicht... (23.09.2007, 13:01) | ||
| Michael Mettler: | @Uakari: Wenn's mal nur die Namen wären, da sind mir im Berliner Zooführer noch ganz andere Sachen aufgestoßen.... Siehe Thread "Zoologische Fauxpas". Mit den Unterartangaben tun sich viele Zoos leider auch auf den Gehegeschildern schwer, sieht man mal von Arten wie Tiger, Steppenzebra usw. ab. Selbst die systematisch ausgerichteten Zoos sind darin nicht konsequent. (22.09.2007, 22:38) | ||
| Uakari: | Über die Qualität der neuen Zooführer gibt z.B die 50. Auflage des Wegweisers des Berliner Zoos Auskunft, für die noch Dr. Jürgen Lange verantwortlich ist. Leider wurde die Tierliste eingespart, womit ein beträchtlicher Teil von Tierarten des artenreichsten Zoos schon unter den Tisch fällt. Die Tiernamen werden wie üblich fett gedruckt, wobei wir es dann mit SCHWARZEN SIAMANGS und SCHWARZEN MOHRENMAKAKEN zu tun haben. Neu sind vor allem die Steckbriefe einzelner Arten einschliesslich der systematischen Namen. Dabei geht man teilweise erstaunlich vor. Es finden sich zwar vollkommen exakt beschriebene Formen wie der "Nördl. Streifenkiwi Apteryx australis mantelli". Ansonsten spart man Unterartennamen gerne ein "Gorilla Gorilla gorilla", "Gaur Bos gaurus" , "Banteng Bos javanicus", "Litschi-Wasserbock Kobus leche"... nach dem Motto WARUM DEN EXAKT WENN ES AUCH UNGENAU GEHT. Treffendere Angaben wären: Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla), Vorderindischer Gaur (Bos gaurus gaurus), Java-Banteng (Bos javanicus javanicus), Kafue-Litschiwasserbock (Kobus leche kafuensis). Kosten diese wenigen Buchstaben echt so viel mehr Geld ? Die Bezeichnung "Netzgiraffe Giraffa camelopardalis" ist dann schon schlicht und einfach falsch, eine Giraffe ist nur dann eine Netzgiraffe wenn auf das camelopardalis auch das reticulata folgt. Ähnlich bei "Defassawasserböcken Kobus ellipsiprymnus" ohne defassa. Die Hirscheber im Zoo gehören auch alle zur Unterart celebensis, warum lässt man es dann weg, zumnal nach neuesten Systematiken alle Hirscheberformen Artstatus erhalten. Dann wäre "Babyrousa babyrussa" sogar schon falsch. Beim Steinbock findet sich folgende Bezeichnung "Steinbock Capra ibex". Ganz gleich ob man die Steinbockformen nun artlich auftrennt oder zusammenfasst, da muss man erst mal darauf kommen, das damit der Sibirische Steinbock gemeint ist. Im fortlaufenden Text findet sich dieser Name zwar noch (allerdings nicht wie es nötig wäre fett gedruckt) aber es ist auch von Tieren aus dem V.Orient und Kaukasus die Rede. Die Bürstenschwanzrattenkängurus sind nur unter folgender Bezeichnung zu identifizieren "... doch auch manche Kängurus sind nachtaktiv", Plumplori und Weissborstengürteltier werden gar nicht erwähnt. Das Fingertier auch nicht, aber sein Eintreffen war damals ja noch nicht vorhersehbar. Bei den Tigern war man sich zum Zeitpunkt der Drucklegung offenbar noch nicht einig welche Unterart denn zukünftig im Zoo gezeigt werden soll, somit sucht man Panthera tigris corbetti im Zooführer vergeblich, zum Glück sind diese in Europa selten gehaltenen Tiere trotzdem im Zoo zu bewundern. Der letzte Javaleopard, und damit eine grösste tiergärtnerische Rarität, ist schon abgeschrieben und wird gar nicht mehr erwähnt, sein Nachbar, der letzte Puma, hingegen schon. Das wäre doch nun wirklich kein Ding der Unmöglichkeit, wenn man bei der Bezeichnung exakt und nicht nach dem Larifari-Prinzip vor geht, man muss ja als Leser fast auf den Gedanken kommen, die Berliner Tiergärtner kennen die Namen nicht. Beschämend ! Das wird Dr. Blaszkiewitz bestimmt ändern. (22.09.2007, 22:03) | ||
| Sacha Beuth: | @Michael Mettler: Also wenn ich mir die ebay-Angebote anschaue, unter denen sich teilweise doch recht alte Zooführer befinden (die nicht nur von Verkaufsprofis angeboten werden), dann finde ich schon, dass Zooführer recht lange aufbewahrt werden. So konnte der "paradiesische Gedanke eines Sammlers" bei mir schon einige Male in Erfüllung gehen. (13.09.2006, 11:27) | ||
| Zoosammler: | @Frankfurter: Ich habe mir lange überlegt, ob ich mich nicht mal hier im Forum über den aktuellen Frankfurter Zooführer aufregen soll und jetzt nehmen Sie mir die Worte aus dem Mund. Um es kurz zu sagen: Ich habe noch nie einen so unprofessionell, schlampig und schlecht gemachten Zooführer in Deutschland gesehen. Rein auf die Optik, das Layout, die Bilderwahl (teilw. drei Mal das gleiche Bild auf einer Doppelseite), die Druck- und die Fotoqualität bezogen. Dagegen waren die Zooführer als noch Herr Steiner dafür verantwortlich war ein echter Genuss. (12.09.2006, 20:47) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha Beuth: Der Zooführer landet bei Otto N. nur nicht GLEICH nach dem Besuch im Papiermüll, sondern mit Verzögerung ("Schau mal, Hilde, brauchen wir das noch?"). Oder glaubst du wirklich, dass sich hierzulande Hunderttausende Zooführer in Bücherregalen stapeln...? Welch paradiesischer Gedanke für einen Sammler, der noch Lücken zu füllen hat... @Frankfurter: Wenn ich mal versuche, mich in die Situation von Otto N. zu versetzen (was schwerfällt, wenn man seit Kindheit tier- und später auch zooversessen ist), dann würde mir der Münchener Zooführer mit am besten gefallen, denn er erfüllt seine Aufgabe (durch den Zoo zu führen) gut und mit geschickter Gestaltung. Ein prägnantes Foto der Art, eine in übersichtlichem Block aufgebaute Kurzbeschreibung, ein ordentlicher Wegeplan. In vielen anderen Zooführern stehen bzw. standen Foto und Text zum Tier nicht mal in Verbindung miteinander, sind/waren Texte übermüdend lang (da würden schon Zwischenüberschriften helfen), und da manche Menschen - aus welchen Gründen auch immer - nicht mal eine Straßenkarte lesen können, sind sie mit abstrahierten Wegeplänen erst recht überfordert. Also würde ich das "gut gemacht" doppelt unterstreichen - und zu teuer darf er natürlich nicht sein, das stimmt auch. (12.09.2006, 19:48) | ||
| Frankfurter: | Ich denke schon, das der Zooführer, wenn er gut gemacht ist, zumindestens zur Orientierung von vielen Besuchern benutzt wird. In Stuttgart kauft fast jeder Zoobesucher einen Zooführer, auch in München sieht man viele Besucher mit dem Ding rumlaufen. Auch Frankfurt verkauft innerhalb von zwei jahren seine hohen Auflagen, weil wir mit 3 Euro noch immer einen der preiswertesten Zooführer anbieten. Als ich in Frankfurt anfing, kostete der Zooführer DM 1,50. Würden die Besucher die Zooführer nicht kaufen, würden die Zoos sie auch nicht mehr anbieten. So einfach ist das. Als wir in Frankfurt eine Weile keinen Zooführer wegen der vielen Veränderungen und Baustellen keinen angeboten haben, weil die alte Auflage ausverkauft war ,sondern nur Faltpläne, haben sehr viele Besucher nach einem Zooführer gefragt. Wir werden sogar gefragt, ob es noch Exotariumsführer gibt, die schon seit Jahren nicht mehr aufgelegt werden. Nächstes Jahr aber wird das Exotarium 50 Jahre alt, mal sehen, ob etwas Neues kommt. Also ich würde das nicht so pauschal sagen. Wie gesagt, es kommt darauf an, wie der Zooführer gemacht ist und vor allem, er darf nicht zu teuer sein ! (12.09.2006, 19:05) | ||
| Sacha Beuth: | @Michael Mettler: Natürlich müssen Sie nicht. Ich glaube nur, dass man früher EHER dazu bereit war. Insgesamt teile ich jedoch Deine Meinung. Bis auf den Punkt mit dem Papierverbrauch: Otto-Normalos schmeissen einen einfachen Wegeplan nach dem Zoobesuch meist weg, behalten jedoch in der Regel einen Zooführer, auch wenn sie keine Sammler sind. (12.09.2006, 19:03) | ||
| Michael Mettler: | Gegenfrage: HATTEN denn europäische Zoobesucher wirklich jemals Lust, sich einen Zooführer ganz durchzulesen? Oder haben die Zoos Jahrzehnte lang daran festgehalten nach dem Motto "das haben wir schon immer so gemacht"? (Dass in manchen Zoos von Ausgabe zu Ausgabe nur das Titelbild gewechselt wird, scheint ja nur Sammler zu stören - obwohl das ja wenigstens Grund bietet, die "neuen" Ausgaben zu sammeln.) Mit Faulheit hat das nichts zu tun. Muss ich mir eine Broschüre über den Kölner Dom, das Münchener Oktoberfest oder den Hamburger Hafen kaufen und durchlesen, nur weil es ihn/es besuche/besichtige? Auch wenn ich als Sammler die rückläufige Entwicklung bedauere: Ich behaupte, dass sich Otto Normalbesucher wohl kaum durch Zooführer wie die Walsroder oder die früheren Nürnberger gelesen hat. Der Walsroder "Katalog" wird mit Sicherheit hauptsächlich wegen der hervorragenden Fotos gekauft. Hätte man schon vor dreißig Jahren den Besucher an einer beliebigen Zookasse vor die Wahl gestellt, ob er einen Zooführer oder nur einen Wegeplan haben möchte, hätte er möglicherweise schon damals meistens den Plan gewählt. So aber musste er den Zooführer nehmen, weil er sonst keinen Wegeplan gehabt hätte. Ich drücke es zum Entsetzen der Sammler und der Didaktik-Fixierten mal ganz provokant aus: Vielleicht haben die hiesigen Zoos in den letzten Jahrzehnten einfach nur unnötig Papier verbraucht.... (12.09.2006, 18:37) | ||
| Frankfurter: | @Michael Mettler Sie waren wohl noch nicht nachts in Apenheul, im"Tarsier-Wood"? Da springen die Koboldmakis rum wie bei uns die Tauben auf den Straßen, fummeln den Omas in den Strümpfen rum, ob'se da net ne fette Kakerlake finden und springen mit den Aye-Aye's um die Wette.( Oh guck mal, die Katzen haben Junge, rufen die Besucher immer...) Wenn ich das lese, was Sie da schreiben, muß ich sagen, hat Frankfurt noch immer einen der detailiertesten Zooführer mit einer sehr guten und genauen Rundgangsbeschreibung und Nennung fast aller Tierarten. Leider hat die Bildqualität in den letzten zwei Ausgaben etwas gelitten, aber vielleicht wird das bei der Jubiläumsaugabe in zwei Jahren korrigiert. (12.09.2006, 18:28) | ||
| Sacha Beuth: | So sehr ich sonst ein Fan der US-Zoos bin muss ich in diesem Punkt Michael Amend absolut recht geben. In den nordamerik. Zoos sind Führer so gut wie gar nicht zu bekommen, resp. leider schon "out". Die wenigen Ausnahmen sind darum umso kostbarer. Durch ein Freundespaar habe ich vor einer Woche einen Toronto-Metrozoo-Führer (2004) erhalten (braucht jetzt gar nicht zu betteln, denn tausche ich niemals ein..). Das Grundübel besteht darin, dass den Amis ein einfacher Faltplan genügt. Die meisten Leute dort haben während und nach dem Zoobesuch keine Lust, sich Informationen zu erlesen (hat jetzt jemand "zu faul" gesagt?). Leider macht sich diese Tendenz auch immer mehr in Europa bemerkbar. Und das war auch ein Gegenargument, als ich in "meinem" Zürcher Tiergarten nach einem längst fälligen neuen Führer fragte (Immerhin gibt es inzwischen einen Masoalahalle-Führer). (12.09.2006, 18:20) | ||
| Michael Mettler: | Beim Zoosammlertreffen habe ich etwas aus Apeldoorn ertauscht, "Die Welt von Apenheul". Da drin fand ich dann z.B. Fotos von Koboldmakis, die ja nun wirklich nicht in Apenheul gehalten werden. Und dabei erinnerte ich mich daran, dass ich schon in mehreren Zooführern jüngerer Zeit darüber gestolpert bin, dass nicht gehaltenen Arten neben gehaltenen erwähnt und eventuell sogar ebenfalls durch Fettdruck hervorgehoben werden. Das geht am Sinn eines Zooführers, also einer Erläuterung des Tierbestandes, doch etwas vorbei. Da verschwimmen die Grenzen zu einem "normalen" Tierbuch doch ein wenig. (12.09.2006, 17:58) | ||
| Zooführerfan: | Meiner Meinung nach sollte es mehrere Ausgaben von Zooführern einer Auflage geben (z.B. eine als Führer und eine wie ein Tierlexikon oder wie in Münster kombiniert ) (12.09.2006, 17:38) | ||
| Michael Amend: | Tja Werner,dem kann ich mich nur noch anschließen.Doch wenn ich über dne großen teich schaue,sprich USA,und sehe,wie wenige Zoos dort überhaupt ncoh einen Zooführer herausgeben,so sollten wir in Deutschland dankbar dafür sein,das noch soviele Zoos einen solchen herausgeben.Die Zeiten,der ausführlichen zooführer,in denen noch fasta lle Tierarten geannt wurden,samt Rundgangsbeschreiebung und Beschriebeung der Analgen und Häuser,oft auch ncoh mit Innenaufnahmen der alten Tiergebäude,sind ein für allemal vorbei.In den heutigen Zooführern findet man wirklich so gut wie keien Fotos mehr der Anlagen und Gebäude.Und auch die Pläne,wie schon Oliver Jahn geschrieben hat.,lassen sehr zu wünschen übrig.Der neue Plan von Dortmund ist besonders schlimm geworden,finde ich.In dessen neuem Führer ist nciht einmal eien Innenaufnahme des neuen Orang/Tapir-Tropenhauses,das mich sehr interesiert hätte. (12.06.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Bei meinen neuesten, kürzlich erhaltenen " Zooführern " mußte ich direkt an die eingangs gestellte Frage denken. Während in Krefeld und Halle der Besucher wirklich noch geführt wird, so weichen Duisburg und Münster bereits etwas, Dortmund dagegen sehr davon ab. Im Letztgenannten findet man praktisch thematisch verfasste Artikel und einen recht dürftigen Plan. Allesamt sind schön gestaltet ( wenn auch Krefeld, Halle die ungeliebte Ringbindung haben und Dortmund 5 kostet ). Bis 1910 etwa wurde praktisch jede Tierart, die gehalten wurde, aufgeführt. In der Folgezeit und auch durch immer mehr eingefügte Fotografien blieb der Charakter eines Führers teilweise bis heute erhalten. Wie oft habe ich eine mentale Reise durch die Zoos machen können ( z. B. Berlin in den 20/ 30er Jahren ). Zusammen mit Plan und Bildmaterial ließ sich ( z. B. jetzt Breslau 1940 ) ein ziemlich klares Bild gewinnen. Auch die neuen Führer durch japanische, chinesische, u. a. Zoos ermöglichen durch entsprechende Dokumentationen, dass man wenigstens einen gewissen Einblick gewinnt. Diese neuen deutschen Zooführer zeigen immer mehr ein mit Computer bearbeitetes Bildmaterial, so dass man teilweise nichts mehr von den Anlagen sieht. Sind dann nur noch thematische Artikel, oder gar ein Tierlexikon Hauptbestandteil, so werde ich nicht als einziger in einigen Jahren überlegen " Wie war im Jahre 2005 diese oder jene Anlage "!! (12.06.2005, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Der Beitrag zum neuen Zooführer Berlin zeigt wieder einmal mehr, wie sehr sich doch die Zooführer im Wandel der Zeit geändert haben. Nicht immer sind bunte Farben und Hochglanz gleichzeitig auch ein Mehr an Qualität. Dass die Zoos sich früher richtig gute Fotrografen leisteten, für ihre Zooführer, das habe ich ja schon geschrieben und dass diese Fotos, damals sicher mit sehr viel weniger Technik gemacht, noch heute den absoluten Qualitätsstandarts und Ansprüchen entsprechen,fasziniert mich immer wieder. Aber seht euch bitte auch mal die früheren Zoo-Pläne an. Die Darstellung der Rundgänge ist in etlichen Zooführern bis in die 60er und sehr selten sogar bis in die 70er Jahre hinein so exzellent, das findet man heute kaum noch! Heute finden sich immer mehr Zoo-Pläne in den Zooführern, die nur noch stilisiert einen Gesamtüberblick zeigen, auf dem nicht selten sogar Gehege und Anlagen einfach weggelassen werden. Der Zooplan in den Frankfúrter Führern wurde Anfang der 70er jahre eingestellt und ist bis zum vorletzten Zoo-Führer unverändert so geblieben. Lediglich die Nummern mit den dazugehörigen Tieren wurde jeweils angepaßt. Davor finden sich Pläne, die absolut detailliert sind, die wirklich jede Ecke beschreiben und darstellen. Die Pläne zeigen nicht einfach GRÜN für Rasen und ROT für Häuser und BLAU für Wasser, sondern sie skizzieren die Tierhäuser und Anlagen sehr genau und echt und vermitteln so ein wirkliches Bild vom Zoo. Wo findet man solche Pläne heute noch in einem Zooführer? Ich habe das Gefühl, alle Zoos die einen Zooführer heraus geben, verwenden das gleiche PC-Programm zur Erstellung ihrer Wegepläne! (25.05.2005, 00:00) | ||
| Michael Amend: | Es ist Zeit,das ich mal meinem Senf dazugebe....Den idealen Zooführer gibt e sicher nicht, gerade nciht unter den Sammlern.Was die Zoobesucher zu diesem Thema meinen, weiß ich nicht, denn es entzieht sich meiner Kenntnis,ob es dazu schon eine Besucherbefragung gegeben hat. Jeder sammler hat wohl eine ganz persönliche Meinung, wie ein Zooführer beschaffen sein sollte.Mich nevt an den neuesten zooführern am Meisten die lästige Ringbindung,aber nur aus dem Grund, weil sich diese Führer nur sehr schlecht im regal einordnen lassen. Geht man aber mal von der praktichen Seite aus,so muß ich gestehen,sind Führer im länglcihen Hochformat mit Ringbindung während des Zoobesuches wesentlich einfacher zu handhaben,als die geklammerten A5 formatigen.Geht mir jedenfalls so.Ich allerdinge gebrauche währned eines Zoobesuches fast nie den Führer,in einem mir neuen Zoo verwende ich natürlich nur den Plan,aber Infos zu den Tieren benötige ich als Tierpfleger weniger....Aber als Sammler bevorzuge ich auf jeden fall das A5 Foramt und geklammert,mit dem Plan möglichst auf die Rückseite gedruckt,weil das ständige Ausklappen schon etwas nervt. Inhaltlich muß ein Zooführer auch den Zoo vorstellen,es darf kein reines Tierlexikon sein,davon gibt es weiß Gott genug.Der zoo und seien Geschichte müßen vorgestellt werden,es sollte auch auf die Besonderheiten des Zoos hingewiesen werden. Anschließend sollte dann der Rundgang beschrieben werden.Die Informationen über die Tiere sollten sich nicht mit denen auf den Gehegschildern überschneiden,der zooführer sollte eine Ergänzung dazus ein,und eventuell auch ruhig pesrönlcihe daten einiger Tiere angeben,name,Alter,Herkunft....Das kommt bei den Besuchern immer gut an.Natürlichs ollten auch Informationen über neue Anlagen oder auch Zukunftspläne nciht fehlen.Werbung muß schon sein,um den Zooführer zu fianzieren,wobei ich es bevorzuge,wenn die Werbung geschlossen am Ende des Heftes ist und nicht zwischendrin verteilt.Eine völlig falschen Weg aht Dresden mit seinen neuen Zooführeren eingeschlagen,wobei amn das ja nicht mehr als Zooführer bezeichnene kann,sondern als Tiergeschichtenbuch mit kleinem Zooführerteil..... Um die Frage von Werner zu beantworten.Tja,einen frankfurter Zooführer aus den 20iger Jahren wirst du vergeblich suchen,denn zwischen 1918 und 1934 hat Frankfurt keine Zooführer hearausgegeben....Schade,denn Mitte der 20iger Jahre hatte der Zoo eine seiner Glanzzeiten im Tierbestand.... Was mich neben Ringbindung,fehelnde Angabe der Auflage und/oder des Erscheinungsjahres und der ständigen Foramtänderungen einger Zoos noch extrem nervt,ist die Einfallslosigkeit der Titelbildgestaltung.Seit jahren findet man auf den Zooführercovern immer nur die gleichen Tierarten,immer solche,die großes Puplikumsinteresse hervorufen,so sind nur noch Tiger, Orang-Utans,Gorillas und Kleien Pandas auf den Titelbildern zu finden oder eben andere,publikumswirksame Arten,wie jetzt Kattas auf dem aktuellen Duisburger Führer oder hannover mit seinem neuen 10 Euro-Zooführer,diesmal ohne Ringbindung,wieder mal mit Tiger.haben die Zoso keien anderen Tiere mehr im Bestand?Und ich glaube nciht an die These,das ein Zooführer mit Tiger sich besser verkauft als einer mit Gnu.Mal abgesehend avon ist ein zooführer auch nicht zum Profitmachen gedacht....Umso erstaunter bin ich von der 2004er Ausgabe von Cottbus,da sind gezeichnete Marabus drauf! Vom besucherdenken her ist das wohl einerd er hässlichsten Tiere überhaupt......So,für heute reicht's erstmal. (17.04.2005, 00:00) | ||
| aergerlichersammler: | Natürlich müssen die Zoos sparen, ich zumindest hätte gegen mehr Werbeanzeigen in Zooführern aber überhaupt nichts. Zwischendrin ein paar, hinten mehrere Seiten, hier und da noch ein paar kleinere Anzeigen, dass stört doch niemand wirklich, oder? (06.04.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Na, dies kann ja eine schöne Diskussionsrunde werden, zu der mir auch so einiges einfällt. Sicherlich soll ein Zooführer ein Begleitheft sein, welches den Besucher durch die Institution führt. Es handelt sich jedoch auch um einen nicht zu unterschätzenden Werbeträger. Zwar werden die Druckkosten oftmals mit Fremdwerbung finanziert, jedoch meine ich vielmehr den Inhalt selbst. Vor und um 1900 wurden noch sämtlich gehaltenen Arten aufgeführt, dann fanden immer mehr Fotos Einzug und heutzutage findet man Darstellungen in den herrlichsten Farben. Formatänderungen können verschiedene Gründe haben. Wechsel in der Direktion, oder der Druckerei, oder einfach ein kostengünstigeres Angebot. Eine zoologische Einrichtung ist ein Wirtschaftsunternehmen und wird daher bestrebt sein, eine kostengünstige Lösung zu suchen. Als Sammler bin ich natürlich auch nicht über laufende Formatänderungen, Spiralbindung, oder gar Ringordner glücklich, jedoch werden Zooführer nicht nur für Sammler produziert. Unmöglich finde ich es jedoch ein Heft/ Buch im Din A4 Format, einen Sammelordner, oder auch eine mehrfach ausklappbare, riesige Karte durch den Zoo, Tierpark, etc. zu schleppen. Es ist einfach zu unhandlich. Für mich muss ein Zooführer ein Begleiter sein, der mich führt und mir einige aktuelle Informationen ( z. B. zu neuen, neugestalteten Anlagen, oder zu den ausgestellten Tieren ) gibt. Wenn auch die meisten zoologische Einrichtungen hervorragende Beschilderungen und Informationstafeln haben so muss man ganz klar sagen, dass es immer noch viele Menschen ( insbesondere Kinder und Jugendliche ) gibt, die sich nachträglich nochmals informieren möchten. Vielleicht ist im Haushalt kein Tierbuch vorhanden, oder man gibt es nicht in Kinderhand. Ich denke, dass deshalb Zoologen und Zoopädagogen hier entscheiden sollten, wie umfangreich die Darstellung der Tierarten sein sollte. Ich persönlich halte die gute, alte Klammerheftung für ideal. Bei trockener Lagerung halten sie auch nach 100 Jahren noch. Teilweise sind so alte Führer im Rücken noch zusätzlich geklebt, dies hält bestimmt ewig. Die Abbildung des Planes auf der Rückseite, oder als aufklappbare Karte auf der Innenseite des hinteren Einbandes finde ich am Besten. Das die Zooführer nicht mehr so prächtig sind, teilweise gar nicht mehr herausgebracht werden, führe ich auf die allgemeine Wirtschaftslage zurück. Es muss halt gespart werden, was es in früherer Zeit auch immer wieder gab. So kann mir bestimmt niemand einen Führer durch den Frankfurter Zoo aus den 20er Jahren anbieten, oder ? (05.04.2005, 00:00) | ||
| Andreas Soltwedel: | Richtig! DEN Zooführer an sich gibt es wohl nicht. Dennoch bin ich der Ansicht, dass ein Zooführer doch gewisse Kriterien erfüllen sollte, die man vielleicht unterteilen kann in: 1. Informationsgehalt, 2. Gliederung, 3. Verarbeitung. Zum Informationsgehalt gehört natürlich die Information über das gesehene Tier. Ist die Tierart vom aussterben bedroht oder ist der Bestand gesichert? Gibt es Schutzmaßnahmen oder ein EEP? Wie seit der Lebensraum des Tieres aus? Auch allgemeinere Informationen über den besuchten Zoo halte ich für wichtig (Geschichtlicher Abriss, Anzahl gehaltener Arten und Individuen, Futterverbrauch, Mitarbeiterstärke u.a.m.). Zugegebener Maßen ist die Unterbringung solcher Informationen in einer im Umfang begrenzten Publikation wie einem Zooführer schwierig. Die Gliederung eines Zooführers halte ich ebenfalls für wichtig. Alte Zooführer sind nach dem jeweils zooeigenem Gehegeplan gegliedert. Auf diese Weise lässt sich der Zooführer von Gehege zu Gehege durchblättern. Wenn man den Zoo verlässt, ist man dann auch mit dem Heft durch. Weniger günstig finde ich eine Gliederung nach systematischen Gesichtspunkten (Vogelpark Walsrode). Solche Zooführer eigenen sich, denke ich, besser zum Durchblättern für zuhause. Für gänzlich ungeeignet halte ich eine Gliederung nach dem Alphabet. Als Beispiel: in einer Gemeinschaftsanlage werden Große Kudus, Grant-Zebras und Blauhals-Strauße gehalten. Unter welchem Buchstaben soll man jetzt nach dem Tier suchen, über das man zusätzliche Informationen haben will? Ein Gelegenheits-Zoobesucher könnte da vielleicht schnell verzweifeln. Leider verfährt auch mein "Heimatzoo" Hannover seit einigen Jahren auf diese Weise. Vorreiterr war hier meines Wissen nach Magdeburg. Zur Verarbeitung: Sinnvoll ist meiner Meinung nach ein Format 14x21 cm, also etwa DIN A 5. Es ist möglich genügend Informationen unter zu bringen, einigermaßen handlich und groß genug, ansprechende Fotos hinein zu packen. Das Postkarten-Format ist zwar handlicher, aber dafür ist auch der Platz eben für Informationen geringer. Darüber hinaus sollte der Zooführer an sich ebenfalls qualitätvoll gefertigt sein. Es macht wirklich keinen Spaß, wenn man an der Zookasse, sagen wir, 4,00 für so einen Wegbegleiter ausgegeben hat, man im Zoo im Heft blättert und das Heft sich beim vierten mal schon auflöst. Ebenso unsinnig finde ich eine Ringbindung. Selbst ein Souvenirbewahrer dürfte an so einer Publikation keine Freude haben. Wie soll er so ein Ding auch aufbewahrt werden, vor allem, wenn man mehrere davon hat? Sicher hat ein solcher gedachter Zooführer seinen Preis. Aber dennoch schaffen es einige Zoo (die beiden Berliner, Wuppertal, Walsrode) jährlich einen neuen ZF heraus zu geben, und das auch noch zu einem halbwegs annehmbaren Preis. Unter den oben angegebenen Gesichtspunkten machen es die Berliner noch am besten: Die meisten, auch vor dem 2. Weltkrieg heraus gegebenen Zooführer sind mit einem Erscheinungjahr versehen, seit wenigstens 1965 auch mit einer fortlaufenden Auflagen-Nummer. Sie sind, auf den jeweiligen Jahrgang bezogen, immer aktuell - einige "Charakter-Tiere" werden sogar namentlich erwähnt. Der Lageplan ist selbstverstänlich immer auf dem neusten Stand. Die Verarbeitung ist, bezogen auf deutsche Zoos, einmalig - nähmlich geheftet UND geklebt. Die Gliederung bezieht sich auf den empfohlenen Rundgang und der Informationsgehalt ist allgemein verständlich. (04.04.2005, 00:00) | ||
| aergerlichersammler: | Kann nur zustimmen, Berlin macht immer gute Zooführer. Noch schöner finde ich aber die Kölner (leider zerfleddern die andauernd). Die von Walsrode sind immer sehr schön und umfangreich, leider seit dem der Besitzer gewechselt hat, jetzt in Heftform, vorher eher Büchleinmäßig. Der Zürcher Zoo hat früher mal sehr schöne herausgegeben (Auflage mit Titelbild von Pandas im Schnee). Mein absoluter Favorit aber Wuppertal aus den 90ern: Suuuperdick, schön anzufassen, wunderschöne Bilder und tolles Design! (War ein Löwenmännchen vorne drauf) Besonders negativ sind mir Hannover, Schwerin, Duisburg... und Rostock aufgefallen. Zu der Frage nach dem idealen ZF: klein und dick, seriöses Design, viele Infos v.a. über den Zoo, wie ausführliche Tierbestandsliste, Geschichte des Zoo, Lageplan. Ich bevorzuge auch ZFs, die den Rundgang "mitgehen", als nach Tierklassifikation geordnete ZF`s. (04.04.2005, 00:00) | ||
| Ralf Ließ: | Einen Konsenz über "den vernünftigen" Zooführer scheinen wir hier wohl nicht zu finden. Trotzdem finde ich diese Diskussion prima, zum anderen lebt dieses Forum endlich mal! Was wäre für Euch der "richtige" ZF? Muss er wirklich Sammlerkonform in ein Regal passen? Soll er lieber gross und schlank oder klein und dick sein? Wäre ein Klemmbinder nicht ideal? Bei Zu- oder Abgängen hätte man immer den aktuellsten Tierbestand? ;-) Mein Favorit: Berlin ja, alleine wegen der Optik. Schön auch Duisburg, am schönsten (von den modernen) Arnheim. Sehr viel Information, nicht nur zu den Tieren sondern auch zum Park selber. (Wobei ich mich gerne eines besseren belehren lasse, alle kenne ich nun auch nicht...) Eure Meinung? (04.04.2005, 00:00) | ||
| Klaus Schüling: | Zu den Fragen von Ralf Ließ: Gibt es eine Übersicht von Zoo-Sammlern? Es gibt zum Beispiel die Teilnahmelisten der Zoosammler-Treffen, welche öffentlich sind. Gibt es eine Übersicht über Zoo-Literatur? Wir versuchen, dass unser Sortiment eine solche Übersicht gibt: Der Online-Katalog für lieferbare Dinge, das Antiquariat für vergriffene Titel. (04.04.2005, 00:00) | ||
| aergerlichersammler: | Ich glaube nicht, dass die Zoobesucher mit den "herkömmlichen" Zooführern nichts mehr anfangen können. Wieso konnten sie es denn all die Jahrzehnte zuvor? Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich bei ganz unzoointeressierten Bekannten im Regal "alte" Zooführer stehen seh. Der Zooführer war früher (und ist selten auch heute noch) auch eine Art Erinnerungsstück, dass man auch nach zehn Jahren nochmal in die Hand nimmt. Die heutigen Zooführer ähneln immer mehr den faltblattartigen Informationen, die man auch in jedem Verkehrsverein oder Tourist-Info bekommt. Ich denke, sie landen dann auch meistens kurz nach Besuch im Mülleimer. Das ist eben der Spar"kommissar". Aber gibt es keine Alternativen??? Ich denke, die Zooführer werden umgestaltet, weil man meint, den Nerv des Publikums damit besser treffen zu können. Als hätte sich die Gesellschaft auf einmal geändert. Das bezweifle ich aber. Qualität siegt doch auch auf anderen Bereichen über Billigprodukte. (04.04.2005, 00:00) | ||
| Ralf Ließ: | Hallo, ebenfalls Sammler (von Zoo-Zeitschriften) sehe ich diesen Umbruch der Zoo-Begleitbücher auch. ABER: für wen ist diese Information gemacht? Nicht für uns Zoo-Verrückte und intime Kenner, die eh (fast) jedes Tier namentlich kennen. Der Adressat ist doch eher der Gelgenheitsgast bzw. Freizeitverbringer. Dieser kann mit der geballten Wissenskraft unserer geliebten Zooführer eh nicht mehr so viel anfangen. Im Gegenteil, er wäre erschreckt davon. Für alle das beste wäre sicher ein Kurzführer (z.B. die 4-Seitige kostenlose Gabe des Kölner Zoo) und ein "sammelwürdiges" Buch (z.B. Hellabrunn oder Duisburg oderoderoder). Aber welcher Zoo hat das Geld für beide Publikationen? Bleibt uns Sammlern also nichts weiter übrig, als sich auf das Antiquariat zu spezialisieren. Ralf Ließ P.S. Gibt es eine Übersicht von Zoo-Sammlern und Zoo-Literatur? Wäre so etwas von Interesse? (04.04.2005, 00:00) | ||
| Andreas Soltwedel: | An aegerlichersammler Das die Zooführer immer dünner werden oder immer weniger Informatinen, kann ich eigentlich nicht finden. Viel ärgerlicher für mich als Sammler ist die teilweise schlechte oder auch unpraktische Verarbeitung. Muss es denn ungedingt eine Ring- oder Klebebindung sein? Entweder die Hefte passen icht ordentlich ins Regal oder lösen sich schon nach dem ersten Durchblättern in ihre Bestandteile auf. Alle Zooführer-Verleger sollten mal einen Blick nach Berlin werfen! Wenigsten seit 1951 werden die ZF aus Berlin immer auf die gleiche und haltbare Art und Weise gebunden. Gruß, Andreas (03.04.2005, 00:00) | ||
| aergerlichersammler: | Hallo liebe Zoosammler, geht es nur mir so, oder ärgert ihr euch auch über die neue Mode, den Zooführer zweckzuentfremden? Anstatt, dass der Rundgang sachkundig begleitet wird, mit viel Informationen über die Tiere, aber VOR ALLEM auch über den Zoo, werden hauchdünne hochglanzheftchen inform von tierlexika oder collagen verkauft. (03.04.2005, 00:00) |
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