Forum

-> alle Kategorien des Forums (hier geht es auch zur Stichwortsuche)


Beitrag hinzufügen
Name: (= Nachname) Passwort: (= Kundennummer)
Sie haben noch keine Login-Daten? Hier können Sie sich anmelden!
Beitrag:
Bei längeren Beiträgen empfehlen wir, den Text in einem Textprogramm zu verfassen und aus der Zwischenablage einzukopieren.
Link zu anderen Medien:
Bitte anklicken, wenn Ihr Beitrag in erster Linie einen Link zu anderen Medien (Zeitungsmeldung etc.) darstellt.
Foto:
(gif/jpg/png / Dateigröße max. 2MB)

Werbung im Gehege



Oliver Jahn:   Wenn der Besucher damit assoziiert, dass der Bock auf dem Schild so schmeckt, wie der Bock unter dem Schild riecht, dann geht der Schuss nach hinten los.
:-)

(25.09.2008, 20:41)
Anti-Erdmännchen:   Ja, so wie in Stralsund hatte ich mir das ungefähr vorgestellt.
(25.09.2008, 19:51)
Michael Mettler:   Eher indirekte "Werbung im Gehege", fällt aber aufgrund der Herkunft der Produkte in die Kategorie "kontraproduktiv".
(22.09.2008, 23:13)
Michael Mettler:   Anbei das von Andreas erwähnte Beispiel. Der Geruch des Ziegenbocks war allerdings mindestens so nachhaltig wie die Werbebotschaft :-)
(22.09.2008, 23:10)
Anti-Erdmännchen:   Das sehe ich nun nicht als meine Aufgabe an, und für`s Ego brauch ich das auch nicht. Ich habe die Idee hier niedergeschrieben, und es steht jedem frei, sich in diesem Forum zu informieren.
(15.09.2008, 16:59)
Andreas:   Also, ehrlich gesagt, ob der Sponsor von „ Der Tiger im Tank“ sehr erfreut über ein Video im Internet wäre, auf dem der Tigerkater genüßlich scharrt und und mit einem Strahl zielgerichtet die Werbung markiert ? Oder Zahnpflegewerbung bei Primaten mit Kot ergänzt wird ? Der Geier schei... auf die Litfaßsäule und der Lori schraubt die Tafel ab, (sinnbildlich gesehen) die Schweine lassen den Werbeträger für Viagra langsam auf die Seite kippen.
Würden tolle Fotomotive werden :-) Mit einwenig Phantasie sind die tollsten Kombinationen möglich.
Jede Werbung ist ein Element IM Gehege und wird von den Tieren als Bestandteil angenommen werden. Genau wie z.Z. Wände, Absperrungen oder Kletterelemente. Damit einhergehend eben die „Gebrauchsspuren“. Der Kostenaufwand für die Erhaltung und Säuberung wäre enorm hoch. Oder man sichert sie (die Werbung)vor den Tieren. Aber wer will das Bild von seinem dicken Auto mit dem Stern hinter Gittern?
Übrigens ist der Gedanke nicht ganz neu. In Stralsund wirbt eine Brauerei am Ziegengehege für ihr Bockbier. Gott sei dank harmoniert die Werbung mit dem Stall.
Kleine Geschichte am Rande : in einer vom Arbeitsamt geförderten Einrichtung stand eine aufgeständerte Schautafel 2x3m mit dem Logo und Bla bla.. vom Amt. Die Schafe hatten sich genau diese Tafel ausgesucht um ihr Fell zu schubbern. Nach einer Woche hingen am Holz Batzen von Wolle herum, der Rest war dreckig und speckig. Man kann das Stilleben vielgeschichtig deuten.:-) Fell über die Ohren ziehen o.ä.
Ich glaube, die wenigsten Sponsoren wären erfreut über den“Mißbrauch“ ihrer doch so tollen Produkte. Ich persönlich bevorzuge die kleinen Schilder an Bänken oder entsprechenden Wänden, wie es in einigen Parks praktiziert wird. Wir haben oft gesehen, daß sie von den Besuchern auch aufmerksam gelesen werden

(15.09.2008, 16:58)
Sacha:   @Anti-Erdmännchen:

Machen wir es doch einfach: Da Du hier grösstenteils mit Deiner Idee auf Ablehnung stösst (zumindest in der vorgeschlagenen dominanten Form), versuch doch, die Leitung eines Zoos davon zu überzeugen.
Ich glaube allerdings nicht, dass da grosse Begeisterung aufkommen wird....
(15.09.2008, 11:34)
Shensi-Takin:   @Anti-Erdmännchen:

-"Alter, das muß ich sehen!" Soviel nur zu "an den Haaren herbeigezogen"...

-"Für Zoofreaks dreht sich die Welt um Zoos. Wir messen Zoos nicht die Bedeutung bei, die sie tatsächlich für die Menschheit haben, sondern eine irrational herausgehobene. Für uns sind Zoos moralisch hochwertiger als die ganzen anderen Dinge." Hier sei zu Vorsicht geraten. Nicht falsch verallgemeinern bzw. vorschnell von sich auf andere schliessen.

-"Es gäbe dann entweder die Monalisa mit Werbung, oder gar keine Monalisa ..." Oder es gaebe, und das ist in der Geschichte der Kunst seit Jahrhunderten der Fall, einen oder mehrere vermoegende Kunstmaezene, die das Kunstwerk finaziell unterstuetzen. Und das scheint weitaus gelaeufiger und gesellschaftlich anerkannter sein-was erklaert, warum bislang noch kein Rubens-Akt mit einer Slim-Fast-Reklame umrahmt wurde...

-(Profi-)Fussball und Zoos koennen mEn nur als sehr unterschiedliche Mitglieder der Kategorie "Breitenwirksame Unterhaltung" angesehen werden; weitergehende Vergleiche erscheinen mir nur sehr kuenstlich herbeibemueht. Die Negativfolgen der Kommerzialisierung des Profi-Fussballs mit all seinen "Schandflecken" moechte und sollte man Zoos bitte ersparen-sosehr auch da manch einen die schnell und auf den ersten Blick leicht verdienten "Kroeten" locken moegen.

@MM: Was die Sponsor-Beschriftung auf Zoomitarbeitern angeht-s.a. meinen Hinweis hierauf in diesen Thread und besagten Film...
(01.09.2008, 10:55)
IP66:   Im Theater wird schon einmal vor der Aufführung ein Sponsorenlogo auf den Vorhang projiziert, im Opernbereich verwendet man hier und da die Übertitelungsanlage für solche Zwecke, ebenfalls vor der Aufführung. Hinzu treten Werbeartikel in den Programmheften - und natürlich Sponsorenempfänge bei den Premieren, deren Teilnehmer sich bisweilen durch unpünktliches Erscheinen unbeliebt machen. Ob letzteres den entsprechenden Unternehmen wirtschaftlich schadet, weiß ich nicht. Allerdings spiegelt sich dort das Problem, das entsteht, wenn Kunst für dritte Zwecke in Anspruch genommen wird und das mit seiner Kulturorientiertheit werbende Management keine Erfahrung mit entsprechenden Gepflogenheiten nachweisen kann. Dies ist aber nicht auf kommerzielle Inzwecknamen beschränkt: Ich erinnere mich an eine sachso-anhaltinische Kultusministerin, die bei der Eröffnung der "romanischen Straße" nicht recht wußte, was der Begriff Romanik denn bezeichnen könnte.
(01.09.2008, 10:51)
Anti-Erdmännchen:   Ja, das mag stimmen. Obwohl, beim Fußball geht es auch querbeet.
(31.08.2008, 23:16)
Michael Mettler:   @Anti-Erdmännchen: Dann erhebt sich aber die Frage, was der Sponsor davon hält, wenn seine Werbung "ohne Bezug zu Tier und Gehege" platziert wird. Schließlich soll Werbung ja Inhalte transportieren, und da sucht man sich gemeinhin Werbeträger und -umfelder aus, die zur Werbestrategie passen. Ein Unternehmen, das mit Seriosität werben will (z.B. eine Bank), würde sein Profil wahrscheinlich nicht gerade mit Rhesusaffen erfüllt sehen, ein auf Afrikareisen spezialisiertes Reiseunternehmen wäre im Kängurugehege falsch platziert (und würde zudem einen falschen Lerneffekt beim Publikum provozieren), und ein Eishersteller sponsert mit Sicherheit lieber eine Pinguinanlage als eine Tropenhalle. Die Platzierung als "absoluter Fremdkörper" wäre kontraproduktiv im Sinne des Werbeerfolges - und damit auch eher hinderlich bei der Sponsorensuche.
(31.08.2008, 23:12)
Anti-Erdmännchen:   "(...) und eine "Bandenwerbung" würde wahrscheinlich hinter Ponys und Ziegen eher geschluckt als hinter Zebras und Antilopen."
Das bringt mich auf eine Idee. Können Antilopen als unbeliebte Zootiere durch Werbung vielleicht sogar aufgewertet werden??????
"Haste gehört, im Zoo gibt es jetzt Werbung im Gehege"
"Echt, bei welchen Tieren denn?"
"Bei den Kaamas"
"Alter, das muß ich sehen!"
(31.08.2008, 22:57)
Anti-Erdmännchen:   @ M.M.
Du nennst ja immer wieder konkrete Einrichtungsgegenstände, die als Werbeträger dienen könnten. Da gäbe es natürlich schon viele Möglichkeiten. Im Falle des Falles wäre ich persönlich jedoch dagegen. Das fände ich gegenüber den Tieren doch ein bißchen entwürdigend, auch wenn sie davon keine Peilung haben. Ich würde Werbung tatsächlich als absoluten Fremdkörper ohne Bezug zu Tier und Gehege plazieren. Dann müßte es auch einfacher sein, "drüber hinwegzusehen".
(31.08.2008, 22:32)
Michael Mettler:   Vermutlich wäre die Bewertung des Normalbesuchers sogar von Tierart zu Tierart etwas unterschiedlich. Ob ein "lustiger" Affe oder ein "edler" Adler auf einer überdimensionalen Softdrink-Dose säße, riefe wahrscheinlich unterschiedliche Gemütsbewegungen hervor, und eine "Bandenwerbung" würde wahrscheinlich hinter Ponys und Ziegen eher geschluckt als hinter Zebras und Antilopen. Wenn Tierart und Sponsor zusammenpassen, mag das ebenfalls für eine mildere Sichtweise sorgen; ein Puma, der für gleichnamige Sportartikel wirbt, wird wohl eher mit einem Augenzwinkern betrachtet als ein Puma, dessen Sponsor Babynahrung, Hundezubehör oder Darlehen an den Konsumenten bringen will.
(31.08.2008, 22:07)
Oliver Jahn:   Also Berlin hat Konkurrenz zwischen Zoo und Tierpark na und Köln als einen Zoo zu bezeichnen, welcher vor Ort keine Konkurrenz hätte, ist schon abenteuerlich! :-)
Warum sich nicht jeder Zoo so entwickelt, wie Aschersleben, dafür gibt es sicher viele Gründe. Ich kenne sie garantiert nicht alle und ich weiß lediglich, dass es immer auch sehr viel mit der Leitung zu tun hat. Ich habe zumindestens Dietmar Reisky und sein Team als Menschen mit sehr viel Fantasie kennengelernt. Und sicher ist es für einen Zoo auch eine Entscheidung, die wohl überlegt sein will, wenn man sich für Weiße Tiger entscheidet. Auf jeden Fall hat auch Aschersleben eine Menge Konkurrenz um sich herum und man schafft es eben trotzdem. Aber wie bereits gesagt, ein Versuch mit der Werbung würde zeigen, ob es funktioniert. Was in Ascherleben klappt, ist vielleicht kein Weg für Braunschweig. Aber in Bad Pyrmont kann man vielleicht bei Kurgästen sogar mit Zusatzkrankenversicherungen werben, in Lübeck klappt das evtl. eben nicht. Der Versuch wird es zeigen.
(31.08.2008, 21:43)
Anti-Erdmännchen:   Nochmal zur Monalisa: Der Louvre ist ja immer knüppelvoll, daher wäre die Monalisa das Allerletzte, was ein Sponsoring bräuchte. Wenn allerdings ein anderes Museum dieses Bild kaufen wollte (das natürlich unverkäuflich ist), dann könnte man die Mittel ja über Sponsoring zusammenkratzen. Es gäbe dann entweder die Monalisa mit Werbung, oder gar keine Monalisa ...
(31.08.2008, 21:34)
Anti-Erdmännchen:   @ M.M.
Wie gesagt, ich hatte das Modell vor allem dafür vorgesehen, unansehnliche Altlasten in naturnahe (!) Gehege zu verwandeln. Der Preis dafür wären halt ein paar Schandflecken in Form der Werbetafeln.
Wie weit fortgeschritten solch ein Sponsoring in anderen Bereichen ist, weiß ich auch nicht so genau. Ein guter Vergleich wäre der alte Fernsehturm in Hannover, an dem nun VW-Werbung hängt. Im Sinne eines schönen Stadtbildes ist das doch auch nicht.
Da beim Thema Fußball die meisten mitreden können, will ich hierzu abermals eine Parallele ziehen: Werbebanden sind auch dort nur ein notwendiges Übel. Sie hindern die Fans daran, ihre Zaunfahnen aufhängen zu können. Und die Buntheit zerstört die einheitliche Ausstaffierung in den Vereinsfarben. Dennoch sind die Stadien voll wie nie.

@ O.J.
Kann es sein, daß die genannten Zoos in den Städten mit den meisten Einwohnern stehen, von der Öffentlichen Hand am Leben gehalten werden, und vor Ort keine Konkurrenz haben?
Wenn der Ascherslebener Weg so einfach zu kopieren wäre, warum entwickelt sich dann nicht jeder Tierpark so?

(31.08.2008, 21:24)
Michael Mettler:   @Anti-Erdmännchen: Einigen dieser Gedankengänge schließe ich mich ohne Weiteres an. Einen fundamentalen Unterschied zwischen Fußball (und anderem Sport) und Zoo sehe ich dennoch: Wie auch wir Zoofans wissen, beurteilt Otto Normalbesucher ein Gehege vor allem dann als artgerecht, wenn es einen natürlichen Eindruck macht - auch wenn dann Urwaldaffen vor Felsklippen turnen oder Wüstenantilopen auf sattgrüner Wiese stehen. Ein Sponsorenschriftzug würde diesen Eindruck (zer)stören, so dass das Gehege von Otto N. möglicherweise trotz aller tiergerechter Funktionalität nicht positiv bewertet werden würde. Gerade von der positiven Bewertung leben aber die Zoos - und andere "kulturelle Mosaiksteinchen". Ich bin kein Theater- oder Opernbesucher (und somit fanmäßig nicht "vorbelastet"), kann mir aber nur schwerlich vorstellen, dass dort Bankenlogos als Kulisse platziert werden. Da Vincis Mona Lisa wird zwar gern für Werbezwecke genutzt, aber ob der Museumsbesucher sich daran gewöhnen könnte, das Original vor einem großen Kosmetik-Werbeschild hängen zu sehen? Und um von der Kultur auf die Unterhaltung umzuschwenken: Wie ist das eigentlich mit Freizeitparks (auch da fehlt mir Besuchserfahrung), stehen da neben Fahrgeschäften usw. Werbetafeln?
(31.08.2008, 20:38)
Oliver Jahn:   Besucherzahlen
Berlin Zoo/Aquarium 2,3 Mio.
Stuttgart 1,9 Mio.
München 1,3 Mio.
Köln 1,2 Mio.
Berlin Tierpark 1,2 Mio

Allein diese Zahlen zeigen mir, dass das Konzept wohl doch nicht so ganz aufgeht und unter diesen Millionen Besuchern sind nur eine Handvoll Freaks, der Rest ist der "Otto-Normal-Zoobesucher"!
Und ein Zoo wie Aschersleben hat seine Besucherzahl von 75.000 auf über 100.000 gesteigert, und das zu einem nicht unerheblichen Teil mit neuen Gehegen und seinen Weißen Tigern, ohne dass an Tier oder Anlage große Werbung leuchtet. Die Tigeranlage ist für mich persönlich eine der besten Anlagen, die ich für große Raubkatzen bisher gesehen habe. Und eine Einrichtung mit einem so kleinen finanziellen Spielraum, wie Aschersleben zeigt eben, dass man trotzdem gute Anlagen bauen kann, auch wenn sie keine Millionen kosten, für die man dann Esso-Fahnen ins Gehege hängt.
(31.08.2008, 20:33)
Anti-Erdmännchen:   In diesem ganzen Zusammenhang sind mir mal folgende Gedanken gekommen:

Für Zoofreaks dreht sich die Welt um Zoos. Wir messen Zoos nicht die Bedeutung bei, die sie tatsächlich für die Menschheit haben, sondern eine irrational herausgehobene. Für uns sind Zoos moralisch hochwertiger als die ganzen anderen Dinge. Aber das halten andere Bevölkerungsgruppen mit ihren Leidenschaften genauso. Ich führe da mal ein bekanntes Beispiel aus dem Fußballbereich an. Vor ein paar Jahren übernahm die Firma Red Bull den Verein Austria Salzburg, änderte dabei den Vereinsnamen und die Vereinsfarben. Für die echten Fans war das natürlich der Weltuntergang. Es gab Protestaktionen in ganz Europa. Die Mannschaft spielt seitdem aber erfolgreicher und hat mehr Zuschauer als jemals zuvor, wenn auch viele vergrault worden sind. So einen extremen Fall hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben, genauso wie es bisher keine Werbung in Gehegen gibt. Aber es läuft darauf hinaus. Die bereits als zu kommerziell bezeichneten Zoos von Hannover und Gelsenkirchen zeigen mit ihren stark gestiegenen Besucherzahlen ja, daß es funktioniert. Wir müssen früher oder später einsehen, daß auch Zoos der kapitalistischen Maschinerie unterliegen, anstatt völlig davon abgekapselt zu sein, wie manche Zoofreaks aus „Betriebsblindheit“ und/oder Wunschdenken heraus glauben mögen. Für andere Menschen sind Zoos keine heiligen Stätten, die als einzige Orte im Stadtbild von Werbung und Kommerz zu verschonen sind.

Vielleicht werden Zoofreaks mehr als andere Bevölkerungsgruppen dazu verführt, gerade ihre Leidenschaft als moralisch höherwertig anzusehen, weil es um so grundlegende Aspekte wie Natürlichkeit und Ursprünglichkeit oder auch Exotik geht, Begriffe, die zudem allgemein sehr positiv behaftet sind (Leute, die sich z.B. mit der Altdeutschen Schrift beschäftigen, haben da mit ganz anderen Bandagen zu kämpfen, und geben sich folglich auch mit einer weitaus niedrigeren Stellung ihrer Leidenschaft zufrieden). Für die vielen Mitbürger, die sich nicht weiter für die Natur interessieren, stellt der gelegentliche Ausflug in den Zoo wohl tatsächlich den „Ausgang zur Natur“ dar. Aber gilt das für jeden und sollte es überhaupt so sein? Kann oder sollte man Zoos vielleicht nicht als kulturelles (!) Mosaiksteinchen wie viele andere auch ansehen, und die „Planstelle Natur“ jemand anderem überlassen, nämlich ... der Natur? Wenn Zoos die große Aufgabe haben/hätten, den Menschen an die Natur heranzuführen, was sind dann Wälder, Naturschutzgebiete, Nationalparks, ...

Das waren einfach mal ein paar noch nicht vollends sortierte Gedanken. Grundtenor soll sein, daß wir uns die Frage stellen sollten, ob wir Zoos nicht als zu „heilig“ ansehen. In jedem Bereich gibt es immer eine kritische „Elite“, die auch eine wichtige Aufgabe erfüllt, die aber die Gefahr läuft, schon wegen kleinerer Angelegenheiten zu leiden ...

(31.08.2008, 18:33)
Michael Mettler:   Bei Banken und Versicherungen sähe ich sogar eher die Gefahr, mit einer entsprechenden Anfrage unnötig Begehrlichkeiten bei den Unternehmen zu wecken. Wer weiß, ob eine Bank nicht zukünftig den Kredit für eine Neuanlage nur dann bewilligen würde, wenn im Gegenzug für die Dauer der Abzahlung ihr Logo im Gehege prangt - damit hätte der Zoo dann nichts Zusätzliches gewonnen...

Wobei mich der Vergleich mit dem Fußball noch auf eine andere Idee bringt: In Zeiten, in denen Zoo-Soaps das TV-Programm überfluten, könnten natürlich die gefilmten Zoomitarbeiter Sponsorenlogos auf ihrer Dienstkleidung tragen... Jeder Bundesligatrainer, der in irgendeiner Sportsendung interviewt wird, hat schließlich auch sein Aufnäherchen oder seinen Aufkleber am Hemdkragen :-)
(31.08.2008, 18:12)
Anti-Erdmännchen:   "(...) denn wer geht aus dem Zoo nach hause und schließt eine Versicherung ab oder wechselt den Stromanbieter?"

Schonmal was von PR gehört? Da geht es nicht darum, ein bestimmtes Produkt zu bewerben, sondern die Beziehung zur Öffentlichkeit zu pflegen. Ich zähle mal ein paar Trikotsponsoren aus der Bundesliga auf: Telekom, EnBW, FlyEmirates, Gazprom, Evonik, Teldafax Energy, VW, TUI, EnviaM, Citibank, Fraport. Die bieten alle keine Produkte an, die man sich direkt nach dem Stadionbesuch sofort kauft.

Eigentlich ist es klar, aber ich will es trotzdem erwähnen, weil sich die Sache mit McDonalds und Coca-Cola so hartnäckig hält: Beide Seiten müssen mit der Sponsorpartnerschaft einverstanden sein. Es gibt da keinen Zwang, einen bestimmten Partner nehmen zu müssen ...
(31.08.2008, 16:15)
Oliver Jahn:   Ich habe das ganze hier lediglich als Vermutung geäußert. Allerdings gründet sich diese auf sehr vielen eigenen Erfahrungen bei Zoobesuchern mit meiner Tochter, vielen Freunden und deren Kindern, meinen Neffen und letztlich sogar Kindergartenausflügen.
Und die wirklich nicht wenigen Eltern, mit denen ich mich unterhalte, die sind schon recht angenervt von dem Konsumdruck, der auf ihre Kinder ausgeübt wird. Hannover erfreut sich gerade bei Familien hier einer sehr großen Beliebtheit. Und die Leute, die mir das erzählen, sind sicher keine solchen Zoofreaks wie ich. Und dennoch höre ich zu Hannover eigentlich immer wieder nur zwei Kritikpunkte. Zum einen ist das sehr hohe Eintrittspreis, zum anderen der Kommerz an jeder Ecke, der nur sehr schwer und nur mit viel Fantasie zu umgehen ist.
Und Firmen werden nur dann viel Geld für Werbung ausgeben, wenn sie sich daraus auch erhoffen, ihre Kundschaft zu erreichen! Daher wird natürlich MC Donalds viel mehr an einer solchen Fläche Interesse zeigen, als eine Versicherung und Coca Cola viel mehr als EON, denn wer geht aus dem Zoo nach hause und schließt eine Versicherung ab oder wechselt den Stromanbieter? Wenn die Kinder aber im Löwengehege das Goldene M gesehen haben und auf der Rückfahrt Hunger bekommen, wo muss Papa dann von der Autobahn rausfahren? Sicher nicht beim Wirthaus zur Linde.
(31.08.2008, 15:05)
IP66:   Demnach dürfte sich ein Zoo nicht nur dann kinderfreundlich nennen, wenn er kleineren Personen Einblick in die Anlagen verschafft, sondern auch, wenn er auf Werbung verzichtet - und Familienkarten verkauft! Wobei preiswerte Anlagen vielleicht aus deshalb zu begrüßen sind, weil sie niedrige Eintrittsgelder ermöglichen ...
(31.08.2008, 14:54)
Sebastian Grafe:   Werbung im Gehege wird es in nächster Zeit bestimmt nicht geben. Aber das Sponsoring und die Werbung in deutschen zoos stehen meiner Meinung nach noch am Anfang.
Als Beispiel: niederländische Zoos, werden sogut wie garnicht von Kommunen finanziert und haben meistens einen höheren Eintrittspreis als alle deutschen Zoos und finanzieren alles oder das meiste über Spenden, Sponsoring und Eintrittsgelder.
Ich sehe es auch nicht so, das die Werbung im Gehege auftauchen wird, sonder z.B. am Anfang einer Themenwelt oder ähnlichem. Wenn ein Unternehmen z.B. eine Gehege fpr den Waschbären sponsort, wo meiner Meinung nach ein Waschmittelhersteller am besten zu passen würde, wird dieser am Rande des Geheges auftauchen, sowie auf der Präsentation des Geheges, der Hp, evtl. der Eintrittskarte und wird einen Verweis auf seine eigene Hp setzen. Somit hat man schon viel für sein Geld bekommen, da man in fast jeder Pressemeldung oder fast jedem Brief des Zoos mit erwähnt wird.

(31.08.2008, 03:08)
Anti-Erdmännchen:   Vielleicht ist das das große Problem, was wir hier bei diesem Thema haben! Ihr denkt sofort an Coca-Cola, McDonalds oder Süßigkeiten, ich denke spontan an Banken, Versicherungen, Energiekonzerne (samt ihrer Stiftungen), die nicht wissen, wo sie ihr Geld noch anlegen sollen.
(31.08.2008, 01:31)
Oliver Jahn:   Ich sage es ja, Sie haben von diesem Thema wirklich keinen Ahnung, und ich meine das nicht böse, oder will Sie da persönlich beleidigen, das liegt mir fern.
Aber einer der weltweit größten Konzerne ist Nestle. Die machen nicht wenig in Sachen Süßigkeiten ect. Und hier nur mal eine Zahl, in Deustchland haben die Kinder jährlich rund 6 Milliarden Euro an Taschengeld zur Verfügung. Glauben Sie allen Ernstes, das lässt sich die Industrie entgehen?
Bitte gehen Sie nur mal mit offenen Augen durch Ihre Stadt und nehmen Sie sich einmal die Zeit, und schauen Sie mal Mittags ins Fernsehen bei Super RTL, einem Sender, den Kinder sehr gern wegen der vielen Trickfilme gucken! Da liegt der Markt der Zukunft!
Schauen Sie sich doch bitte mal diese Auflistung an, die sagt eigentlich alles:
http://www.23muskeltiere.de/themen/werbung/haikwerb.htm
(31.08.2008, 01:24)
Anti-Erdmännchen:   "Sie scheinen mit Verlaub von diesem Bereich wirklich nicht viel Ahnung zu haben."
Aber doch genug, um zu erkennen, daß mit Sponsoring eine Win-Win-Situation herbeigeführt werden soll und kann. Andere Forumsteilnehmer scheinen mir von dem Standpunkt auszugehen, es müsse eine Lose-Lose-Situation sein.
(31.08.2008, 01:17)
Anti-Erdmännchen:   Mmhh, ich hab mir grad mal die Mitglieder des DAX angeguckt, weil es sich dabei sicherlich mit um die finanzkräftigsten Firmen in Deutschland handeln dürfte. Von denen wäre allenfalls Adidas für Kinder interessant.
(31.08.2008, 00:51)
Oliver Jahn:   Sorry, @Anti-Erdmännchen, aber haben Sie Kinder? Wenn mein Argument für Sie an den Haaren herbeigezogen ist, dann bezweifele ich das. Kinder und Alte sind die absoluten Zielkunden der Werbung. Sie scheinen mit Verlaub von diesem Bereich wirklich nicht viel Ahnung zu haben. Oder Sie haben meinen Beitrag nicht richtig gelesen oder verstanden. Aber da Sie wohl keine Antworten auf Ihre Frage gelten lassen, die Ihnen nicht gefallen, werden Sie bei der Neugestaltung Ihres Zoos wohl nicht um die von Michael erwähnte Feldstudie herumkommen, mit all ihren Konsequenzen.
(31.08.2008, 00:39)
Anti-Erdmännchen:   Danke für den Beitrag, aber dieses Argument halte ich - mit Verlaub - auch für an den Haaren herbeigezogen. In einer Welt, in der man auf Schritt und Tritt mit Werbung konfrontiert wird, sollen Eltern ihre Kinder ausgerechnet von einer bestimmten mit Werbung versehenen Stelle abhalten wollen, obwohl es gerade dort wirklich interessante Sachen zu sehen gibt? Und wieviele Unternehmen werben überhaupt um Kinder als Kunden?
Davon abgesehen sind Naherholungsziele wie Tiergärten doch gerade in einer Zeit gefragt, in der die Menschen weniger Geld haben und sich Urlaube nicht mehr leisten können.
(31.08.2008, 00:19)
Oliver Jahn:   Ich bin konservativ, was Zoos angeht, das wissen hier die Meisten, und bei der Wahl zwischen Stuttgart und Gelsenkirchen würde auch ich mich immer für Stuttgart entscheiden.
Aber ganz unabhängig davon möchte ich noch mal einen anderen Aspekt ansprechen.
Diese Form der Werbung könnte aus meiner Sicht tatsächlich Besucher von diesem Zoo fernhalten, und zwar wegen ihrer Kinder.
In Zeiten, in denen sehr viele Familien jeden Cent umdrehen müssen trifft man immer häufiger in den Zoos auf Mütter und Väter, die mit gepacktem Rucksack, großer Kühltasche oder sogar mit dem Bollerwagen durch den Zoo ziehen, weil neben dem teilweise recht teuren Eintritt eben kein weitere Konsum mehr möglich ist.
Eine Familie mit zwei Kindern zahlt in Hannover allein für den Eintritt über 60 Euro. Dann kommt noch ein Eis dazu. Bei nur einer Kugel für jeden sind das noch mal 4 Euro. Bei Rewe gibt es dafür 4 Vortagesbrote. Dann noch mal aufs Trampolin. Noch mal zwei Euro.
Da machen eben etliche Familien um die Gastronomie genau so einen großen Bogen wie um die reichhaltigen Zooshops. Denn was lockt da alles und spricht die Kinderseele an? Ja, da locken Millionen Kuscheltiere und aus ihren dunklen Knopfaugen schauen sie die Kinder an und rufen ihnen flehend zu: "Holt uns hier raus!"
Kennt jemand noch die Werbung für die Wauzis?
"Wir sind die Wauzis, haben keine Mami, haben keinen Papi, niemand hat uns lieb!" Und dann schrie ein kleiner, total süßer Hund: "Holt uns hier raus!" und ein andere winselte: "Aber ALLE!".
Danach hatten die Eltern keine ruhige Minute mehr.
Wenn nun jetzt in den Gehegen den Kindern immer wieder vor Augen geführt wird, dass nur Coca Cola gegen den Durst hilft und nur MC Donalds gegen den Hunger, dass Papa nur cool ist, wenn er einen Jaguar fährt und Mama unbedingt Armani tragen muss, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass es gerade unter den Eltern etliche geben wird, die erst nur diese Gehege, später evtl. sogar diesen Zoo meiden werden, weil sie es nicht wollen, dass ihre Kinder diesem Werbedruck und sie selber dem Kaufzwang ausgesetzt werden.
Und als kleines Beispiel möchte ich hier Knut anführen. Eltern, die nicht das Geld hatten, um einen echten Knut für ihr Kind für 12 Euro von Steiff zu kaufen, werden sicher erst mal nicht wieder in den Zoo nach Berlin gegangen sein (zumindest nicht so lange an jeder Ecke eine "Knutbude" von Steiff stand), weil sie sich das Theater, welches sie mit ihrem Kind hatten, und welches ihnen spätestens beim Verlassen des Zoos (da steht die letzte "Knutbude") den schönen Tag restlos verdorben hat, nicht so schnell wieder antun wollten.

(30.08.2008, 23:24)
Shensi-Takin:   @th.oma.s: Dann nenne man es stattdessen z.B. "Rueckstaendigkeit" oder "Dogmatismus"; der mEn durchscheinende negative Vorwurf bleibt derselbe.

@IP66: Kein schlechter Gedanke; wie wird man in Zukunft die Werbeflut beurteilen? Vielleicht ist auch in Hinblick auf Werbung dann weniger mehr...
(30.08.2008, 22:34)
IP66:   Shensi-Takin spricht da ein Problem an, daß in der Vermittlung von Zooneubauten eine große Rolle spielt und auch manche Zoochronik prägt: Derzeitige Zustände und Entwicklungen, betreffen sie nun den Anlagenbau oder die Finanzierung von Zoos, werden gerne nicht nur als Ergebnis eine historischen Entwicklung, sondern als ein nahezu heilsgeschichtlich erreichter und paradiesischer Endzustand ewiger Glückseligkeit dargestellt. Die Propagatoren solcher Ideen vermitteln den Eindruck, als gäbe es nach einem Vierteljahrtausend Zoogeschichte einen völlig neuen und gleichsam geschichtsabgelöst grundlegend guten und richtigen Zoo, der nicht mehr weiterentwickelt werden kann. Viele Masterpläne folgen diesem Grundsatz, die meisten Neuanlagen werden dergestalt vorgestellt, und wenn ganze Zoos neu errichtet werden sollen, so kann man dies ja nur mit einer vergleichbaren Argumentationskette einigermaßen rechtfertigen. Ich halte diese quasireligiöse Inbrunst für problematisch, war doch der biedermeierliche Bürgerzoo, der Aktionärszoo mit seinen exotisierenden Bauten oder der Massenzoo der NS-Zeit in genau der gleichen Weise ein Produkt eines Amalgams aus Haltungserkenntnissen, Besuchererwartungen und finanziellen Möglichkeiten, wie das die heutigen Zooneubauten sind. Und woher nehmen die Propagatoren der neuen Anlagen die Sicherheit, daß nicht die Neubauten in Gelsenkirchen und Leipzig in zwanzig Jahren für ähnlich überholt gehalten werden wie jene in Münster schon heute? Und wer sagt uns, daß man nicht in wenigen Jahrzehnten Werbung im Zoogelände für vergleichbar verwerflich hält wie wir heute das Anketten von Papageien oder Elefanten?
(30.08.2008, 11:12)
th.oma.s:   fortschrittsfeindlicher "Konser-vatismus" ist nicht mal der richtige begriff. reklame an sich ist weder progressiv noch innovativ und konsevativ vom grundsatz her kein negativ besetztes adjektiv im zeitalter der globalkommerzialisierung.
(29.08.2008, 18:34)
Shensi-Takin:   @Anti-Erdmännchen: Einem fortschrittsfeindlichen "Konservatismus"vorzuwerfen, nur weil man die Meinung und "Argumentation" eines Scharrtierchengegners nicht teilt, trifft weder den Punkt der Sache, noch ist es eine besonders nette und diskussionsfoerderliche Unterstellung.
Ob Besucher tatsaechlich bei einem Zuviel an Werbung im Zoo fernbleiben wuerden, darueber laesst sich streiten; Menschen stumpfen rasch ab und koennen ueberaus duldsam sein, was auch das Uebermass der fortwaehrenden Werbebeschallung erklaert-aber irgendwann reisst auch hier der Geduldsfaden ab.

Ich habe bewusst bereits zu Beginn "Wilde Kreaturen" zitiert, weil in diesem Film das Thema "(Ueberbordende) Werbung im Zoo" bzw. die uebertriebene Transduktion von kommerziellen Programmen auf Zoos eine Rolle spielt. Und die Szene mit dem Tiger gibt auch eine gute Antwort auf die Frage, wie weit man bei Werbung im Zoo gehen kann bzw. sollte; nur weil man etwas machen kann, muss man es nicht auch zwangslaeufig gleich in die Tat umsetzen. Und anstatt die Meinungen der User, nach denen schlussendlich gefragt wurde, als "reformfeindlich" und "rueckstaendig" (denn das lese ich aus "typische Unbehagen gegenüber neuen Ideen ") abzutun, sollte man vielleicht eher darueber nachdenken, warum ein so einhelliger Widerwille zu beobachten ist-und warum bislang kein vernuenftiger Zoo einem Tiger eine Werbetafel angezogen und das Eisbaerengehege mit Coca-Cola-Werbebannern ausgestattet hat... Ebenso stellt sich die Frage, was man dann in einem Forum zu suchen hat, das ein, wie angedeutet, moralisch derart verkommenes Thema zur Grundlage hat. nunc?
(29.08.2008, 17:26)
Michael Mettler:   @Anti-Erdmännchen: Zur endgültigen Klärung bliebe nur der "Feldversuch" in bereits bestehenden Gehegen eines Zoos unter Beobachtung der Besucherreaktion.

Zumindest für meine Person kann ich das Unbehagen gegenüber Neuem in Sachen Kommerzialisierung weitgehend ausschließen - sonst hätte ich wohl den falschen Beruf :-)
(29.08.2008, 17:19)
Anti-Erdmännchen:   Wie ich sehe, seid Ihr hier schon längst bei anderen Themen. Kein Problem, das eine ergibt ja oft das andere.

Ich ziehe trotzdem für mich mal ein Fazit zu meinem Thema. Seid mir nicht böse, aber Eure Ablehnung stufe ich als das typische Unbehagen gegenüber neuen Ideen ein. Davon, daß die Besucher um derartige neue Anlagen einen Bogen machen und seltener in den Zoo gehen würden, bin ich hier jedenfalls bei weitem nicht überzeugt worden. Selbst wenn die Attraktivität nur gleich bliebe, müßte man eine solche Anlage bei entsprechendem Angebot ja bauen, weil die Tierhaltung verbessert würde. Sogar moralisch wäre das also einwandfrei (im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, die in Zoos ablaufen).
(29.08.2008, 16:36)
Shensi-Takin:   @MM: Das beisst sich zwar vielleicht etwas mit dem familienfreundlichen Image der Zoos, aber: waeren nicht gerade Hersteller von Spirituosenmarken ideale Sponsoren? Sei es Puschkin Wodka als Sponsor fuer "wilde" Braunbaerengehege, Fernet Branka fuer "magische" Adlervolieren oder Bacardi fuer karibische Chiroptera-Kaefige? ;)

(29.08.2008, 16:21)
Michael Mettler:   @Ralf Sommerlad: Da nich' für. Heißen übrigens die momentanen Trend-Schlappen nicht "Crocs"...? :-)
(29.08.2008, 15:40)
Ralf Sommerlad:   @MM: Danke für den ebenso humor-wie fantasievollen Ausblick in ein sonniges Wochenende
(29.08.2008, 15:34)
Michael Mettler:   Tja, Milka beweist ja seit Jahren, dass eingefärbte Tiere werbewirksam sein können...

Ich stelle mir gerade ein sponsorenfinanziertes Terrarium zur aktuellen EAZA-Kampagne vor, in dem der Korallenfinger vor dem Schriftzug "FROSCH Reiniger" sitzt - das gibt sicher Diskussionen bei den Besuchern... Am Schwimmvogelteich wirbt dann die WC-Ente, bei den Eisbären natürlich Weißer Riese, bei den Brillenpinguinen Fielmann (die müssen natürlich dem Zoo geschenkt worden und älter als sieben Jahre sein, denn Papi hat bekanntlich keinen Pfennig dazubezahlt, und heute wird ja in Cent gerechnet) und bei den Schafen Perwoll (wenn sie nicht gerade neu sind). Hinter den Zebras steht der MSV Duisburg, hinter den Löwen 1860 München und hinter den (männlichen) Ziegen der 1.FC Köln. Im Insektarium repräsentiert der Pillendreher Bayer, der Haselnussbohrer Black & Decker und eine Heuschreckenart einen beliebigen ausländischen Investoren. Das Schwertwalpaar heißt Mall-Orca und Men-Orca und wirbt für ein Reiseunternehmen, allerdings nicht für das gleiche wie der Pastorenvogel, denn der heißt sowieso schon mit Zweitnamen Tui... Das leitet schön über zum von der katholischen Kirche gesponserten Haus, in dem es u.a. Papstfink und Ultramarinbischof gibt (aber nur als Junggesellengruppen), während die Gottesanbeterin fruchtbar sein und sich mehren darf. Die Riesenotter werden von Storck gesponsert, die Koalas von Em-Eukal, die Biber von OBI und die Gummiboas von Blausiegel. Die Tierparkleitung selbst spendiert die Kängurus, weil die auch mit leerem Beutel große Sprünge machen können :-)

Sorry, aber das musste jetzt einfach raus.
(29.08.2008, 15:18)
Shensi-Takin:   Am besten brennt man dem jeweiligen Tier das aktuelle Sponsor-Logo als Brandzeichen in die Haut oder versucht sich als Tattoo-Kuenstler; der an Werbung uninteressierte Besucher kann ja bei Bedarf das Brandmal/Tattoo "gedanklich überbrücken". Bloed nur, wenn der Sponsor irgendwann abspringt und den Zoo wegen Copyright-Verletzung verklagt...
@MM: Fuer das Einfaerben (des Logos?) waere ja der Eisbaer mit seinem "farblosen" Fell geradezu praedestiniert und, wie das Bsp. "Pelusa" zeigt, kommt das beim Publikum auch noch werbewirksam an... (Ironie aus)
(29.08.2008, 14:18)
Michael Mettler:   Manche Tiere (vom Löwenäffchen bis zum Eisbären) wurden und werden ja auch für Freilanduntersuchungen mit Farbe bemalt, um sie individuell unterscheiden zu können. Und wenn sich Sportler heute Logos ihrer Sponsoren in den Hinterkopf rasieren oder färben lassen, gäbe es da noch ein weites Feld für Zootiere... (Ironie)
(29.08.2008, 13:04)
Shensi-Takin:   "Na klar, aber für Werbung im Gehege würden Sponsoren doch ein Vielfaches an Geld locker machen." Das wage ich in Hinblick auf die hier geaeusserten einhelligen Unmutsbezeugungen zu bezweifeln...

IRONIE: Wie waer's stattdessen mit aufgemalten Firmenlogos auf "Bruce Springsteen"-Spornschildkroeten? Oder warum nicht gleich sowohl Tiere und Zoopersonal aehnlich Formel-1-Fahrern mit Sponsor-Stickern bepflastern? Gerade Elefanten und Eisbaeren waeren, da einfarbig, grossflaechig und populaer, ideale lebende Werbeflaechen. Duerfte nur schwierig werden, dem Eisbaer staendig neue Coca-Cola-Schals umzuhaengen und die Werbeflaechen umzutauschen. Aber dafuer machen Sponsoren bestimmt noch mehr Geld locker...
(29.08.2008, 10:42)
Michael Mettler:   @Hannes Lüke: Da ist die Werbung aber nicht mehr sichtbar, wenn die Bank ihrem eigentlichen Zweck zugeführt wird.

@Anti-Erdmännchen: Und wieviel würde ein Sponsor erst abdrücken, wenn ein Beo Klingelton-Werbung plappern würde...
(29.08.2008, 09:05)
Hannes Lüke:   Wie sieht es denn aus mit werbung auf den ganzen Parkbanken?
Die kann man auch schön vors Gehege stellen?
(28.08.2008, 23:07)
Anti-Erdmännchen:   "Ich bin der Ansicht, dass der Besucher die Werbung NEBEN dem Gehege positiver auffassen würde als IM Gehege"
Na klar, aber für Werbung im Gehege würden Sponsoren doch ein Vielfaches an Geld locker machen.
(28.08.2008, 22:45)
Michael Mettler:   Mit der Parkwirkung sehe ich das genauso, aber zwischen Werbetafel und Schautafel gibt es einen entscheidenden Unterschied: Auf die Schautafel soll sich der Angesprochene konzentrieren, während eine Werbetafel "auf den ersten Blick" wirken und sich eher unterschwellig im Gedächtnis festsetzen soll. So gesehen ist die Schautafel sogar eine größere Konkurrenz zum Tier "live".
(28.08.2008, 20:18)
IP66:   Mir scheint, daß es schon wenig bringt, wenn, wie in manchem kölner Schilderwald, didaktische Tafeln neben dem ausgestellten Tier um Aufmerksamkeit buhlen. Wenn man daneben noch größere Firmenplakate anbringen würde, könnte man die Parkwirkung der Anlagen wohl ganz vergessen.
(28.08.2008, 18:33)
Michael Mettler:   @Ralf Sommerlad: Aber die ist ja nicht in einem Gehege - wie der legendäre Alarmknopf im Krokodilgehege des Zoo Tripolis :-)
(28.08.2008, 17:21)
Ralf Sommerlad:   Die Kodak-Fotoecke ist ok, die McMuffin Erdmännchenanlage und die Beschilderung in Leipzig sowieso. Werbeschilder IM Gehege, bitte nicht. Die skurrilste Webung gibts in der Madras Crocodile Bank - eine "Handytankstelle" am Giftshop...
(28.08.2008, 16:42)
Michael Mettler:   Dann greife ich die Frage aus dem Startbeitrag auf: Ich bin der Ansicht, dass der Besucher die Werbung NEBEN dem Gehege positiver auffassen würde als IM Gehege - wenn er überhaupt dafür empfänglich ist (und davon gibt es noch genügend Zeitgenossen, sonst würde sich Werbung nicht lohnen).

Der Vergleich mit dem Fernsehen hinkt ein wenig. Ja, es gibt Werbeblöcke, welche das Programm unterbrechen; das wäre mit Werbung ZWISCHEN den Gehegen eines Zoorundganges vergleichbar. Werbung IM Gehege hätte sein entsprechendes Pendant darin, dass ein Schauspieler oder Sportler mitten im Programm seine Tätigkeit unterbräche, um auf dem Set/Spielfeld einen Werbespruch loszulassen oder eine Packung Sonstwas in die Kamera zu halten. Und das fände wohl niemand besonders erträglich. Product Placement funktioniert dagegen unterschwellig (Hustenbonbons bei Schimanski, neuer Mercedes in Jurassic Park II usw.), und da wiederum sähe ich die Parallele zum Sponsorenschild neben dem Gehegeschild (oder meinetwegen auch neben einem Unterwassereinblick, einem Höhlen-Guckloch usw.), das zusammen mit diesem auf einen Blick wahrgenommen wird, auch wenn es sich niemand konzentriert anschaut.
(28.08.2008, 14:56)
Anti-Erdmännchen:   Danke für die Beiträge. Ich hatte mir von dem Thema recht viel erhofft, da irgendwie jeder etwas dazu sagen könnte. Bisher vermisse ich allerdings so ein bißchen die Argumentation für andere Standpunkte bzw. die Widerlegung meiner Argumentation. Ihr lehnt das Modell ab, weil Euch die Werbung stört. Ja ach, das hat Werbung nunmal so ansich. Die Erkenntnis hatte ich schon vorher (siehe Eröffnungsbeitrag). Es geht hier nicht darum, ob Werbung im Gehege schön aussieht oder nicht. Bitte nochmal meine Beiträge durchlesen, falls sich jemand beteiligen möchte. Danke.
(28.08.2008, 14:38)
Shensi-Takin:   Sacha hat da schon richtig vermutet; ich halte wie so viele andere hier (ein Mehr an) Werbung im Zoo (und insbesondere IM Gehege, am besten noch AUF dem Tier...) fuer nicht sonderlich erstrebenswert-und bin wie Rattus froh, in den meisten Zoos der sonst allgegenwaertigen Werbung wenigstens teilweise entfliehen zu koennen. Mit Werbung durch Sponsorship bestimmter Gehege/Tiere (s.a. auch Kodaks Pandaanlage in Washington DC), dies aber moeglichst dezent im Hintergrund, kann ich mich noch einigermassen anfreunden. Wenn's dann aber so zugeht wie im genannten Film-nein danke.
(28.08.2008, 10:52)
Sacha:   Weil das mit dem "Wegschauen" im Zoo im Gegensatz zum TV nicht so einfach ist. Beispiel: Zwei Löwenjunge spielen direkt vor der Werbetafel. Und jetzt sollen die Eltern ihren Kindern erklären, dass "McDonalds" ein natürlicher Bestandteil der afrikanischen Fauna ist? Und wie begeistert erst die Fotografen sein werden bei diesem "natürlichen" Hintergrund (Jetzt bitte nicht damit kommen, dass sich heutzutage alles wegretouschieren lässt).
Und warum soll der Zoobesucher gezwungen werden, die gebrochene Naturillusion "gedanklich zu überbrücken"? Am Schluss des Zootages wäre jedenfalls das "Naturerlebnis" dahin. Ausserdem könnte man bei dieser Argumentation sagen: Dann können wir auch gleich das ganze Gehege wie ein Formel-1-Auto mit Werbung zupflastern und erleichtern es so dem Besucher, sich auf das Tier zu konzentrieren. Schade nur, dass man dabei "das schöne, neue Gehege" nicht mehr bemerkt....


Tolle Sendungen UND tolle Gehege gab es schon früher. Der jeweilige Zeitgeschmack entscheidet eben, was TOLL ist. Z.B. waren Winnetoufilme anfangs ein Strassenfeger, heute werden sie vielfach belächelt. Im Zoo war mal die Kachel-/Glas-Architektur gross angesagt, weil die Tiere darin wie wir Menschen wohnten und nicht mehr "hinter Gittern" darben müssen.
(28.08.2008, 09:55)
Anti-Erdmännchen:   Ich bin`s nochmal. Hier sind ja bisher alle dagegen, und zwar mit den Argumenten, daß es die Naturillusion zerstören würde und daß es häßlich aussieht. Die Sache mit der Natur würde ich mal nicht gelten lassen, denn eine zeitgemäße Anlage sieht doch selbst mit Werbetafeln naturnäher aus als die typischen Altlasten (und eben die stehen ja zur Debatte, wenn es um Neubauten geht). Bleibt also der Punkt Häßlichkeit. Entscheidend ist dabei ja nicht, ob man die Tafeln prinzipiell häßlich findet oder ob man sich vor dem Gehege stehend so äußert, sondern ob die Besucher im Tiergarten deswegen tatsächlich schöne, neue Gehege meiden und die Einrichtung seltener als vorher besuchen würden. Ich glaube das nicht!

Außerdem habe ich nochmal über den Vergleich mit dem Fernsehen nachgedacht, und finde ihn in verblüffender Weise passend. Man braucht eine Sendung mit Werbepausen nicht zu schauen, genauso wie man sich ein Gehege mit Werbetafeln nicht angucken muß. Die Alternativen wären dann eben weniger prickelnde, werbefreie Dinge. Wenn man aber die tolle Sendung und das tolle Gehege sehen will, bekommt man beides nicht in voller Pracht. Bei der Sendung ist die Handlung unterbrochen, beim Gehege ist die Naturillusion/Ästhetik unterbrochen. Während der Werbepause muß man die Zeit irgendwie überbrücken, im Gehege muß man, wenn man seinen Blick durch das Gehege streifen läßt, gedanklich die Stellen überbrücken, wo die Tafeln stehen. Beim Fernsehen geht das Konzept eindeutig auf, warum sollte es dann im Tiergarten total anders sein?

(27.08.2008, 22:13)
Alexander Fuchs:   Werbung im gibt es ja, zwar nicht im Stile von Banden. Bestes Beispiel LEIPZIG, mit ihren Bronze-, Silber- und Goldsponsoren. Das prangt ganz groß vor fast jedem Gehege. Auch wenn es getarnt ist als Patenschaft. Doch ist dort immer eine große oder größere Firma zu sehen.
(27.08.2008, 21:46)
Anti-Erdmännchen:   @ Sacha

Anlagen oder Häuser nach Sponsoren zu benennen, wäre für mich auch eine Möglichkeit, dem Sponsoren eine gerechte Gegenleistung zu erbringen. Bei vielen anderen Dingen wie z.B. Sammelschildern sehe ich das nicht so.

Beim Thema Fußball scheinst Du mir aber beileibe nicht der Durchschnittsfan zu sein. Und Spezis haben immer was zu meckern, das ist doch klar. Insgesamt scheint die Masche doch wohl zu funktionieren.

Ich finde das Thema Fernsehen schon vergleichbar. Genauso wie man sich beim Zoobesuch erholen will, setzen wir uns meist auch zu Erholungszwecken vor den Fernseher. Dort nehmen wir Werbeunterbrechungen in Kauf, wenn es dafür das Programm gibt, das wir gerne sehen wollen.

PS: Ich habe mir erst neulich Uerdingen – Dresden auf Video angeguckt. Es ist wahrlich das größte Spiel aller Zeiten.

(27.08.2008, 18:13)
Sacha:   @Anti-Erdmännchen: Einverstanden bezüglich Durschnittsbesucher und der pauschalen:) Verallgemeinerung bezüglich Skepsis gegenüber Neuem (ein Anthropologe, mit dem ich darüber sprach, verwendete sogar das Wort "konservativ").

Nur vorschnell war mein Urteil keinesfalls, da ich diesbezüglich schon diverse schlechte, aber noch nie tolerierbare (also den Gesamteindruck nicht ENORM störende) Lösungen gesehen habe. Aber ich hatte ja auch einen (Gegen-)Vorschlag/eine Alternative gebracht. Wie siehts denn damit aus (zumindest Hannes Lüke könnte offenbar damit leben)?

Gerade das Wort "schön" ist der Knackpunkt, da wohl viele etwas anderes darunter verstehen. Für mich zum Beispiel (und offenbar auch für Shensi-Takin) sind Werbetafeln IM Gehege (oder eben womöglich noch werbebehangene Tiere) ein Graus.

Das Beispiel mit der Sportschau ist nicht gerade gut gewählt. Ich für meinen Teil hätte gerne die "alte" Sportschau zurück. Also ohne Unterbrecher-Werbung, dafür nur die Zusammenfassung von drei (waren es nicht eher vier oder fünf?) Spielen. Fairerweise muss ich als Bayern-Fan zugeben, dass mein Team sowieso fast immer berücksichtigt wurde. (Die Bayern wollte man eben schon früher entweder siegen oder verlieren sehen). Sieht man sich die internationale Entwicklung des Vereinsfussballs durch die (TV-)Werbung an, dann hat sich das aus meiner Sicht auch nicht verbessert. Champions League mit 11 Ausländern pro Team, Auflösung des Cupsieger Cups, dauernde Aenderungen beim Modus in CL und Uefa-Cup, Teams aus kleineren Ligen, die kaum Chancen haben, mal gegen einen ganz Grossen zu spielen usw., usw.,. Ganz ehrlich: Früher war es besser und oft waren Partien (Bayern - PAOK, Uerdingen - Dresden) spannender als heutzutage der 1000ste Vergleich zwischen Arsenal und Barcelona oder zwei anderen "Grossen".

Es stimmt: Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. In diesem Fall muss ich allerdings sagen: leider.

Zu Deiner abschliessenden Frage bez. Stuttgart und Gelsenkirchen: Bei dieser Option würde ich mich klar für a., also Stuttgart, aussprechen. Und damit wäre ich 100%ig nicht allein...
(27.08.2008, 18:01)
Anti-Erdmännchen:   Ach, ich hab noch was vergessen. Die Alternative zu einem neuen Gehege mit Werbung kann nicht nur ein altes Gehege sein, sondern natürlich auch gar kein Gehege.
Auf diese Weise könnten also sogar komplette neue Tiergärten entstehen.
(27.08.2008, 17:59)
IP66:   Ich würde in zweilerei Richtungen argumentieren: Zum einen sollte mit der Werbung auch die konkrete Unterstützungssumme auf dem Plakat genannt werden, damit der Besucher beurteilen kann, was der Werbende finanziert und was nicht. Zum anderen würde ich die Werbeschilder auf eine Größe beschränken, die kleiner bleibt als das kleinste Gehegeschild. Ich bin ohnedies kein Freund riesiger didaktischer Tafeln und finde Leseangebote oberhalb der DIN A 3-Größe aufdringlich, was den Vorschlag auf kleine Sponsorenschilder begrenzt, wie sie in Museen oder bei Publikationen üblich sind. Plakatartige Objekte gleich welcher Natur haben meines Erachtens in einem zoologischen Garten nichts zu suchen.
(27.08.2008, 17:43)
Hannes Lüke:   Naja, es gibt ja schon ein so gennates RWE-Delfinarium also hätte ich persönlich auch nichts gegen eine Afrikanische Eon Steppe oder so,
Auch für kleine Zoos sehe ich dort Chancen sich "teure" Bauvorhaben zu Leisten. Wenn ich sowieso Zäune, Pfosten etc. sehe finde ich es nicht schlimm auch außerhalb des Geheges größere Schilder zu sehen. Ich kann mir ganz gut so etwas wie eine Bande als Besucherabgrenzung anstatt eines Zauns vorstellen (ich meine jetzt die Abgrenzung vorm Blumenbeet vorm Gehege)
(27.08.2008, 17:06)
Anti-Erdmännchen:   Die ersten Reaktionen sind schon etwas wert, denn sie zeigen, wie auch die Besucher reagieren würden, obwohl hier im Forum natürlich nicht der Durchschnittsbesucher unterwegs ist. Man muß aber bedenken, daß wir Menschen gegenüber Neuem grundsätzlich erstmal skeptisch sind. Nach anfänglicher Verwirrung können sich Meinungen durchaus ändern.
Ich halte es für eine etwas vorschnelle Entscheidung, pauschal zu äußern, daß man dieses und jenes nicht will. Man kann im Leben nicht Alles haben und nicht alles Ungewollte vermeiden. Wir müssen immer abwägen und das Gesamtpaket beurteilen. Und ich bin halt der Meinung, daß wir letztlich lieber durch einen schönen Tiergarten gehen und dabei Werbung in Kauf nehmen, als etwa durch einen Tiergarten auf 80er-Jahre-Niveau zu gehen. Im Fernsehen gucken wir uns auch Sendungen an, die durch Werbeblöcke unterbrochen werden. Niemand will die Sportschau von früher zurückhaben, in der es immer nur drei Spiele zu sehen gab, oder? Wir können es ja gerne mal konkreter machen: Was würdet Ihr lieber sehen, solche Säugeranlagen wie a) in Stuttgart oben an der Pragstraße, oder wie b) in Gelsenkirchen, wenn z.B. über der Spundwand im Giraffengehege eine Werbeplane hängt und im Nashorngehege eine Werbebande steht?

(27.08.2008, 16:28)
Sacha:   @Anti-Erdmännchen: Tut mir leid, aber in dieser Form kann ich gar nichts mit dem Vorschlag anfangen. Werbung IM Gehege ist nicht nur abgrundtief hässlich, sondern auch kontraproduktiv für den Zoo, da man damit "Natur" suchende Zoobesucher (Stichwort: Erholung im Grünen) vergrault.
Was optisch eine derartige Idee anrichten kann, habe ich im Wiener Haus des Meeres erlebt, als man dort einmal Plastikfiguren und -steine des temporären Sponsors Lego in die Aquarien warf (pah, mir tun jetzt noch die Augen weh).
Ausserdem dürfte der Sponsor z.B. für das Tigergehege nicht lange Freude an seiner Reklametafel haben, da sie wohl innert kürzester Zeit durch Tigerurin ruiniert wird.

Ich gebe Dir aber grundsätzlich Recht, dass die Möglichkeiten, über Werbung an Geld zu kommen, von den Zoos noch mehr genutzt werden sollten.
Und zwar zum Beispiel durch die Möglichkeit, ein Tierhaus nach einem Sponsor zu benennen. Zum Beispiel die Langnese Eisbärenbucht oder den Coca-Cola-Regenwald. Diese Ausdrücke werden an den jeweiligen Eingängen gross angebracht und in den Zooführern und anderen Publikationen sowie im Internetauftritt des Zoos ebenfalls auffallend vermerkt. Allerdings sollten die Schilder/Tafeln an den Eingängen einigermassen in die Umgebung passen (nach Möglichkeit Naturfarben, Naturmaterialien). In diversen US-Zoos ist dies gang und gäbe. Und wie die Umbenennung einiger Sportarenen beweist, müsste dies auch im deutschsprachigen Raum möglich sein.

Damit, denke ich, wäre sowohl Sponsor, wie Naturliebhaber und schlussendlich auch Tier gedient.
(27.08.2008, 16:14)
Michael Mettler:   Meiner Meinung nach käme sowas beim Publikum nicht gut an. Nicht wenige Besucher nutzen den Spaziergang im Zoo als Flucht vor dem Alltag und zum Genuss eines Natur-Wunschbildes, da wären derlei Methoden kontraproduktiv und würden m.E. eher Besucher verschrecken - und davon hat der Sponsor auch nichts. Wie weit es gehen darf, ist natürlich Geschmackssache, aber selbst für mich, der ich der Kommerzialisierung von Zoos sicher etwas offener gegenüberstehe als manch Anderer hier, war es äußerst gewöhnungsbedürftig, riesige Werbetafeln in München (wohlgemerkt außerhalb der Gehege) oder über das Gelände verteilte Autopräsentationen nebst Werbematerial in Duisburg zu sehen.

Was wären die nächsten Schritte? Eine Litfaßsäule als Scheuerbaum im Elefantengehege, ein neuer Geländewagen auf der Afrikasteppe, eine Kühltruhe im Pinguingehege, ein überdimensionaler Füllfederhalter als Sitzgelegenheit am Pelikanbecken? Stimmt schon: Den Tieren wäre das wohl wurscht, die Pelikane in Hannover sitzen auch auf dem Gehegeschild, und auch das hat nichts mit Naturerlebnis zu tun. Aber mit Werbebanden im Hintergrund sähe manches Gehege so aus, als habe man die Ponys, Hirsche oder Tapire einfach auf einen stillgelegten Dorffußballplatz gestellt.
(27.08.2008, 15:56)
Shensi-Takin:   Dazu faellt mir nur eins ein:
http://www.imdb.com/title/tt0119115/
(27.08.2008, 15:43)
Rattus:   ich bin froh, dass ich wenigstens im Zoo von Werbung größtenteils verschont bleibe
(27.08.2008, 15:36)
Anti-Erdmännchen:   Ich möchte mal ein Thema einbringen, über das meines Wissens nach überhaupt noch nie gesprochen wurde. Überall im Stadtbild finden wir Werbeplakate, in den Tiergärten aber nicht. Für Sponsoren ist es doch ziemlich unattraktiv, ein Gehege zu finanzieren, wenn es als Gegenleistung lediglich irgendwo an der Seite ein bald zugewachsenes Metallschildchen gibt. Da steckt doch noch Ausbaupotential drin. Man könnte z.B. wie im Fußballstadion eine Werbebande mitten ins Gehege stellen. Oder über rückwärtige Zäune Planen hängen. Klar sähe das nicht toll aus. Genauso klar ist aber, daß es die Tiere nicht stört.
Es geht also um die Frage, ob man die Besucher davon überzeugen kann, sowohl die Werbetafeln ansich als auch die Werbewirkung positiv aufzufassen. Stellen wir mal die Alternativen gegenüber:
A: Ein veraltetes, unansehnliches, für die Tiere suboptimales Gehege ohne Werbetafeln.
B: Ein neues, zeitgemäßes, artgerechtes Gehege mit Werbetafeln.
Was meint Ihr? Ich denke, das müßte funktionieren. Vielleicht gibt es ja auch noch Zwischenformen, z.B. indem die Werbeaufdrucke in schwarz auf grün erscheinen (wie bei der Verblendung bei Tennisplätzen), jedoch machen die Firmen dann erheblich weniger Geld locker.

(27.08.2008, 15:33)

alle Beiträge