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Gazellen in Zoos



cajun:   Aus einem Zoo in Abu Dhabi ergänzten Dama- Gazellen das Zuchtprogramm im Tschad:
"Angesichts der drohenden Gefahr des Aussterbens der Dama-Gazelle führt Sahara Conservation seit 2020 ein ehrgeiziges Zuchtprogramm im Wildreservat Ouadi Rimé – Ouadi Achim im Tschad durch. Eine erste Gründungsgruppe bestand damals aus Dama-Gazellen, die im Tschad gefangen wurden, später kamen Einzeltiere aus Environment Agency – Abu Dhabi (EAD) hinzu.
Ende Oktober 2025 wurden vier neue Dama-Gazellen aus Abu Dhabi in die Zuchtgehege des Reservats eingeführt.
Einige Tage später wurden alle erwachsenen Gazellen für eine vollständige Untersuchung entnommen: Impfungen, Gesundheitsuntersuchungen und die Installation von GPS-Geräten für einige Individuen. Dieser wichtige Schritt ermöglicht es uns, ihren Gesundheitszustand zu überprüfen, sie zu impfen und sie so gut wie möglich auf ihre Freilassung vorzubereiten, während wir gleichzeitig die Möglichkeit haben, ihre Anpassung an die natürliche Umwelt zu überwachen.
Anfang November wurden zehn Individuen, darunter fünf erwachsene Tiere mit GPS-Halsbändern, im Reservat freigelassen, was einen neuen Fortschritt für die Wiederherstellung dieser emblematischen Art darstellt.
Die Halsbänder ermöglichen es uns, ihre Bewegungen zu verfolgen und ihre Integration in die Wildpopulation des Reservats zu überwachen, die etwa 50 Individuen umfasst.
Als kritisch gefährdet eingestuft und als die am stärksten gefährdete Gazelle der Welt geltend, ist die Dama-Gazelle mehr denn je auf den Schutz und die Stärkung dieser Population angewiesen."
Quelle: Sahara Conservation
(11.12.2025, 08:48)
W. Dreier:   Vor 16 Jahren - Al Wabra/Katar
(28.11.2025, 16:38)
cajun:   Zwar nicht in Zoos aber in situ. Eine neue Studie über Dama Gazellen wurde publiziert. Hätte ich allerdings auch unter "Unterartenwahnsinn" einstellen können. Da hier aber bereits über die alte UA- Unterteilung der Dama Gazelle diskutiert wurde, fand ich es so passsender:
"Status und soziale Struktur der vom Aussterben bedrohten Damagazelle (Nanger dama) im Naturschutzgebiet Aïr & Ténéré, Niger
Die Damagazelle (Nanger dama (Pallas, 1766)) ist eine der größten aller Gazellen und zugleich eine der weltweit am stärksten gefährdeten Antilopen, die auf der IUCN-Roten Liste als kritisch gefährdet gelistet sind. Heute existieren nur noch wenige kleine und stark verstreute Populationen, hauptsächlich in Niger und Tschad. Diese Studie liefert aktuelle Einblicke in den Populationsstatus, die Struktur und die phänotypische Vielfalt der Dama-Gazellen im Naturschutzgebiet Aïr & Ténéré (ATNNR), mit Schwerpunkt auf dem Mount Takolokouzet und basiert auf 15 Feldmissionen, die zwischen 2017 und 2023 durchgeführt wurden. Verbreitung und relative Häufigkeit wurden mittels direkter Beobachtungen, indirekter Zeichen und Kamerafallen bewertet. Der Kilometrische Index der Häufigkeit (KIA) lag im Durchschnitt bei 0,058 für direkte Beobachtungen und 0,16 bei indirekten Beobachtungen bei 0,058, was einen positiven Trend über die Zeit zeigt, insbesondere bei indirekten Evidenz. Die Kamera-Fallendaten zeigten eine Gesamterfassungsrate (CTR) von 1,59 unabhängigen Ereignissen pro 100 Fangtage, mit einer erhöhten Erkennung bei den jüngsten gezielten Maßnahmen. Die demografische Analyse basierte auf 39 direkten Sichtungen (84 Individuen) und 200 unabhängigen Kamerafallen-Ereignissen (244 Individuen). Einzelgänger waren überwiegend Erwachsene, die 83 % der Kamerafallen-Aufzeichnungen und weniger als die Hälfte der direkten Sichtungen ausmachten. Die Gruppengrößen lagen von 2 bis 7 (direkt) und 2–4 (Kamerafallen), mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,95 Individuen. Erwachsene waren in beiden Datensätzen dominant, während Jugendliche und Subadulte weniger als 20 % der Individuen ausmachten. Das Kalben wurde in zwei unterschiedlichen saisonalen Perioden beobachtet. Die phänotypische Vielfalt in der Damagazellenpopulation am ATNNR war durch Merkmale gekennzeichnet, die mit unterschiedlichen Fellmustern assoziiert sind. Der Phänotyp von N. d. dama war am häufigsten (73 %), mit kleineren Anteilen, die deutliche Variationen aufwiesen (18 % und 9 %). Dies deutet auf eine phänotypisch gemischte Population hin, aber Vorsicht ist geboten, da die Unterartdifferenzierung weiterhin umstritten ist. Die Variation könnte eher ein Spektrum als eine eigenständige Unterart darstellen. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung und Fragilität einer kleinen, wenig bekannten Dama-Gazellenpopulation auf dem Berg Takolokouzet. Der durchgehend niedrige Anteil junger Personen unterstreicht Bedenken hinsichtlich der Rekrutierung. Unsere Ergebnisse rechtfertigen dringende Schutzmaßnahmen, die sich auf die Sicherung von Schutzgebieten, die Reduzierung von Störungen, die Aufrechterhaltung der Überwachung und den Schutz der brütenden Weibchen während der Kalbungsspitzen konzentrieren, während ökologische Faktoren in zukünftigen Arbeiten untersucht werden.
Die große Säugetier- und Vogelfauna der Sahara sowie die angrenzenden Subwüsten- und Sahel-Graslandschaften gehören zu den am stärksten bedrohten der Welt. Viele Arten in dieser riesigen Sahelo-Sahara-Region Nordafrikas werden von der IUCN-Rotliste der bedrohten Arten als bedroht eingestuft (Baillie et al., 2004). Große Huftiere sind besonders besorgniserregend, darunter fünf Gazellenarten, nämlich Dorcas-Gazelle (Gazella dorcas), Schlankhorngazelle (Gazella leptoceros), Cuvier-Gazelle (Gazella cuvieri), Rotstirngazelle (Eudorcas rufifrons) und Damagazelle (Nanger dama), sowie zwei große Antilopen, der Addax (Addax nasomaculatus) und der Säbelhorn-Oryx (Oryx dammah) (UNEP/CMS, 2006).
Unter ihnen gehört die Damagazelle zu den größten Gazellen und gehört zu den drei weltweit am stärksten gefährdeten Antilopenarten. Er ist als vom Aussterben bedroht auf der IUCN-Roten Liste (IUCN SSC Antelope Specialist Group, 2016) und im Anhang I sowohl der CITES- als auch der CMS-Konventionen aufgeführt, was die Dringlichkeit seiner Erhaltung unterstreicht (CITES, 2021). Historisch waren Dama-Gazellen weit verbreitet in der Sahelzone, der Westsahara und den unteren Tälern der Sahara und wurden drei geografisch und morphologisch unterschiedlichen Unterarten zugeordnet. Die Mhorr-Gazelle (N. d. mhorr) stammt aus dem westlichen Teil der Sahara und Nordafrika, die Nominatform (N. d. dama) kam in zentralen Teilen der Sahara und Sahelzone mit Festungen in Niger vor, und die Addra-Gazelle (N. d. ruficollis) stammt aus dem östlichen Teil der Sahara im Tschad und Sudan. Diese Unterarten unterscheiden sich in ihrer Farbe, sind im Westen dunkler und verlieren das Braun auf Rücken und Hinterbeinen im östlichen Teil ihres Verbreitungsgebiets. Bereits 1833 schlug Edward Bennett bei der wissenschaftlichen Beschreibung der Mhorr-Gazelle vor, dass "mhorr, dama und ruficollis durchaus Unterarten und keine Arten sein könnten, vorausgesetzt, mehr Individuen würden in den dazwischenliegenden Regionen identifiziert" (Bennet, 1833, S. 13), was auch von Cano Pérez (1991) bestätigt wurde. Die Unterartdifferenzierung innerhalb der Damagazelle wurde durch aktuelle genetische Studien infrage gestellt, die keinen klaren Zusammenhang zwischen der genetischen Struktur und den traditionell anerkannten Unterarten in der Sahara und Sahelzone zeigen. Mitochondriale DNA-Analysen zeigten insbesondere einen Mangel an Übereinstimmung zwischen der genetischen Struktur und den geografischen oder Unterartgrenzen der mutmaßlichen Mhorr-, Dama- und Ruficollis-Populationen (Senn et al., 2014b, Senn et al., 2014a). Die bisher wichtigste Erkenntnis ist das Fehlen einer klaren genetischen Unterscheidung, die geografischen Regionen oder Unterarten entspricht, was die komplexe Natur der Unterartenklassifikation bei dieser Art unterstreicht. Sicherlich haben die Damagazellenpopulationen im vergangenen Jahrhundert einen dramatischen Rückgang erlitten, bedingt durch Lebensraumfragmentierung, Wilderei, Konkurrenz mit Vieh, anhaltende Dürren und regionale Unsicherheit (Devillers et al., 2005, Rabeil et al., 2008). Stand 2024 bleiben Niger und Tschad die letzten Hochburgen für wilde Dama-Gazellen (ASG, RZSS, SAF, 2024).
Derzeit sind nur noch maximal fünf kleine, stark fragmentierte Populationen in freier Wildbahn vorhanden, wobei Schätzungen auf weniger als 200 ausgewachsene Individuen hindeuten, wobei konservativere Bewertungen die tatsächliche Zahl zwischen 100 und 150 angeben. Es gibt vier bestätigte Populationen, zwei in Niger und zwei im Tschad, mit weiteren winzigen Fragmenten, die möglicherweise in Mali verblieben sind, wobei die letzte bestätigte Sichtung dort aus den Jahren 2005–2006 stammt (ASG, RZSS, SAF, 2024). In Niger sind Dama-Gazellen gesetzlich geschützt, doch ihre Bestände nehmen weiter ab. Die beiden verbliebenen Populationen sind heute auf Bergschutzgebiete innerhalb des Naturschutzes Aïr und Ténéré (ATNNR) sowie des Naturschutzes Termit und Tin-Toumma (TTNNR) beschränkt. Obwohl Berge nicht die bevorzugte Umgebung der Gazellen sind, sind sie aufgrund des historischen Lebensraumverlusts zu wichtigen Zufluchtsorten geworden, im Gegensatz zu den weiten Grasländern, die vor 50 Jahren ihr Hauptlebensraum waren, da sie einen gewissen Schutz vor menschlicher Störung und Wilderei bieten. Naturschutzmaßnahmen werden jedoch durch begrenzte finanzielle Ressourcen und regionale Instabilität stark behindert, was die Überwachung und den Schutz vor Ort zunehmend erschwert (Sahara Conservation, 2022).
Im ATNNR war die Damagazelle seit 2002 nicht mehr beobachtet worden, was zu weit verbreiteter Befürchtung führte, dass die Art lokal ausgestorben sei. Erst 2014, während einer von Sahara Conservation geleiteten und von der UNESCO finanzierten Feldmission, wurde ihre Präsenz auf dem Berg Takolokouzet erneut bestätigt, wo eine Gruppe von elf Individuen beobachtet wurde (Rabeil, 2014). Im Jahr 2017 setzte Sahara Conservation Kamerafallen in der Gegend ein, um diese wenig bekannte und stark bedrohte Population weiter zu untersuchen und zu dokumentieren.
Im Jahr 2022 profitierte Sahara Conservation von einem IUCN SOS-Projektzuschuss. Diese Finanzierung war entscheidend für den Schutz der kleinen Population der Dama-Gazellen im ATNNR, da sie es ermöglichte, eine Protected Area Management Unit (PAMU) des ATNNR bei der Organisation monatlicher Patrouillen von etwa zehn Tagen in 4 × 4 Fahrzeugen rund um den Mount Takolokouzet zu unterstützen. Weitere Aktivitäten umfassten die ökologische Überwachung des Massivs, die Rekrutierung von Gemeinderangern und die Umsetzung lokaler Entwicklungsinitiativen. Diese Maßnahmen trugen wesentlich dazu bei, den Druck auf Wildtiere und natürliche Ressourcen zu verringern (Sahara Conservation, 2022, 2023, 2024).
Diese Studie gibt Einblicke in die soziale Struktur der Dama-Gazellenpopulation auf dem Mount Takolokouzet im ATNNR, Niger, und erstreckt sich über den Zeitraum von 2017 bis 2023"
Komplett ist der Artikel und auch die Studie unter dem Quellink zu finden: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2351989425005785?via%3Dihub
(28.11.2025, 15:58)
cajun:   @W.Dreier: Michael Mettler erwähnte, soweit ich mich richtig erinnere, dass die Dünengazellen für die USA über Ruhe importiert wurden. Genau wie andere Antilopen- und Gazellenarten in den USA, die ihren Weg über diesen Tierhändler genommen haben. Daher sind die Ex situ Populationen in den US Haltungen stellenweise die "gleiche Suppe " wie in europäischen Zoos. 1,2 Tiere seit 1965.... dafür haben sie lange durchgehalten, erklärt aber ggf auch die erhöhte Jungtiersterblichkeit.
(19.06.2025, 11:47)
W. Dreier:   Sehe gerade - kleine Korrektur: das Gazellen-Foto wurde in Bechar im westlichen Teil Algeriens Nähe Marokko gemacht, Biskra liegt mehr im Osten - "nur" etwa 850 km entfernt.
(19.06.2025, 10:29)
W. Dreier:   Da hier auch die letzte "europäische" Dünengazelle behandelt wurde (Rolle Planckendael), sei noch auf die Einstellung von @cajun vom 21.2. 22 verwiesen. Ich hatte das "Glück" - nur ich, nicht so sehr die Gazelle - Dünen-Gazellen in beiden San-Diego-Zoos zu sehen, auch im Bronx, dann in Planckendael und auch in Dvur Kralove. Ich erinnere mich, dass wohl in einem Artikel die hohe Jungsterblichkeit in den USA erwähnt wurde, wenn auch sehr häufig Zwillinge geboren wurden. Die US-Bestände gehen nach dem Artikel von 2022 auf 1,2 im Jahre 1965 aus Tunesien zurück - 2019 waren es in den USA 91 Tiere.
Meine Aufnahme (hier im April 25 eingestellt) aus Biskra datiert sich auf Januar 1977.
(19.06.2025, 10:06)
W. Dreier:   Hier die beiden - nachdem es schon von mir eine Einzelaufnahme gab.
(19.06.2025, 09:37)
cajun:   Bei den Mhorrgazellen im TP Berlin gibt es zwei Handaufzuchten:
"Unsere beiden Mhorrgazellen, Nami und die jüngere Anita, hatten keinen leichten Start ins Leben: Nami wurde von ihrer Mutter verstoßen, und Anitas Mutter ist kurz nach der Geburt gestorben. Doch unser Tierpflege-Team hat sich liebevoll um die beiden gekümmert – mit allem, was sonst die Mutter übernommen hätte. Als sie kräftiger wurden, durften sie ihre ersten Ausflüge ins Vorgehege machen, noch getrennt von der Herde.
Inzwischen haben sich Nami und Anita ganz toll entwickelt. Sie sind groß und stark genug – und nun endlich mit ihrer ganzen Familie vereint. "
Quelle:https://www.instagram.com/reel/DLC6mzAhNxL/
(18.06.2025, 22:42)
W. Dreier:   Hier eine Dünengazelle noch aus ihrer Heimat - aus "meiner algerischen Zeit" 1977 in einem Hotel-Vorgarten in Biskra
(04.03.2025, 17:00)
cajun:   Im Zoo (Europa) leider "ausgestorben", aber nun wird auf den Schutz im (Semi-) Freiland, durch eine umfassende Kooperation gesetzt:
"Planckendael ZOO rettet bedrohte Arten
„Die letzte Dünengazelle im Europäischen Zoo lebte hier, jetzt retten wir die Art in der Natur.“
Die Zukunft der Dünengazelle, einer der am stärksten gefährdeten Gazellen der Welt, erhält dank Planckendael ZOO eine neue Chance. Mit finanzieller Unterstützung, Expertise im Populationsmanagement und Tieren aus eigener Sammlung trägt der Zoo zum Erfolg eines entscheidenden Zuchtprogramms im Nationalpark Sidi Toui in Tunesien bei. „Dieses Programm ist ein wichtiger Schritt zur Erhaltung dieser eleganten Art und ihrer möglichen Wiedereinfuhr in die Natur“, sagt Sander Hofman, Planckendael Zoo, wo die letzte Dünengazelle in europäischen Zoos lebte.
Den Dünengazellen geht es sehr schlecht. Diese sandfarbene Gazelle mit schlanken Hörnern, dünnen Beinen und einem relativ langen Hals findet man vor allem in den weiten Sanddünen der Sahara zwischen Algerien und Tunesien. Die Population der Natur ist vom Aussterben bedroht und besteht aus nur 300 bis 600 erwachsenen Tieren. Die Zahlen sinken weiter, weil die Tiere jeden Tag gegen die illegale Jagd und die Störung ihres Lebensraums kämpfen müssen. Bei Planckendael ZOO und im Nationalpark Sidi Toui in Tunesien, wo die Tiere in der Natur vorkommen, erkennen sie, dass ein Eingreifen notwendig ist, damit die Art nicht mehr ausfällt.
ZOO Tiere erhöhen Vielfalt
Der Beitrag von Planckendael ZOO geht weit über den finanziellen Beitrag zur Infrastruktur hinaus. „1999 beschlossen wir, zwei Tiere aus unserem Zoo von Mechelen nach Tunesien zu schicken. Dort zogen sie mit einigen Duingazellen in den Sidi-Nationalpark, die vor der illegalen Jagd gerettet wurden“, sagt Sander Hofman, Derrenzorg-Manager von Planckendael ZOO und Antwerpener ZOO. „Unsere beiden Gazellen haben die genetische Vielfalt in der Gruppe dank ihrer Ankunft deutlich erhöht.“
„Diese Initiative zeitigt heute die größte genetisch vielfältige Population weltweit und entscheidend für die mögliche Wiederansiedlung der Art in die Wildnis.“ Tania Gilbert (Marwell Wildlife)
Das Ergebnis dieses Beitrags ist nun – 25 Jahre später – immens. „Unser Ergebnis ist heute die größte genetisch vielfältige Population weltweit und entscheidend für die mögliche Wiederansiedlung der Natur. Sie haben das Fundament einer Gruppe gelegt, die die Art vor dem Aussterben schützen kann“, sagte Tania Gilbert von Marwell Wildlife, der lokalen Naturschutzpartnerin.
Dating Rest & Bachelor House
Mit den Mitteln von Planckendael ZOO schuf die Marwell Wildlife im natürlichen Lebensraum Tunesiens einen Aufenthalt, in dem eine Gruppe von Dünengazellen ohne Gefahren leben kann. Gilbert: „Insgesamt leben 37 Tiere bei uns: 8 Männer, 20 Frauen und 9 jung. In vier Zuchträumen (für einen Mann und zwei Frauen) bieten wir die bestmöglichen Bedingungen für die Verabschiedenung. Ein separates Junggesellenhaus bildet auch ein Zuhause für junge Männer, die im Zuchtprogramm noch keine Rolle spielen. Sie leben etwas weiter, damit sie die Gruppe so wenig wie möglich stören.“
"Wir teilen gerne unser konkretes Zucht-Know-how, unsere Erkenntnisse über die Verwaltung eines Zuchtbuchs und unser Wissen über das Populationssmanagement.“ – Sander Hofman, Tierpflegeleiter Planckendael ZOO
Es ist nicht einfach, die Tiere optimal unterzubringen, so dass auch andere Hilfe von Planckendael ZOO willkommen ist. „Die Tiere sind manchmal wettbewerbsfähig und aggressiv, vor allem in der Paarungszeit. Wir wollen natürlich verhindern, dass Aggressionen zwischen den Individuen und Verletzungen auf den Weg kommen“, erklärt Projektkoordinatorin Marie Petretto von Marwell Wildlife. Planckendael ZOO kam zu Hilfe. „Natürlich teilten wir unsere Erfahrungen mit den Tierarten, unserem Know-how der Zucht, unseren Einblicken in die Verwaltung eines Zuchtbuchs, unserem Wissen über das Populationsmanagement. Da Planckendael ZOO der letzte Zoo in Europa war, der Dünengazellen bis 2024 ein Zuhause gab, ist der Zoo auch mit der Art sehr vertraut“, sagt Sander Hofman vom ZOO Planckendael.
Win-Win für Mensch und Tier
Darüber hinaus ermöglichte Planckendael ZOO zusammen mit anderen internationalen Partnern wie Fossil Rim in Texas Trainingseinheiten für die lokalen Teams des Sidi Toui National Park. Infolgedessen verbuchen die lokalen Mitarbeiter jetzt große und kleine Siege. Die tunesische Projektkoordinatorin Marie Petretto veranschaulicht: „Ich liebe es zu sehen, wie es einigen lokalen Parkwächtern jetzt gelungen ist, Tiere unter kritischen Bedingungen zu retten. Sie konnten sogar ein paar dreibeinigen Gazellen helfen, sie überlebten nicht nur dank ihrer Pflege, sondern wurden auch mehrmals erfolgreich erfolgreich behandelt.“
Auch im Großen und Ganzen helfen Naturschutzinitiativen den lokalen Gemeinden. „Dank des Ausbildungs- und Wissenstransfers gibt es immer mehr wirtschaftliche Vorteile für diejenigen, die die Dünengazellen schützen wollen. Es gibt mehr Beschäftigung, es gibt mehr Möglichkeiten durch Ökotourismus und mehr Alternativen zur Wilderei. Das Ökosystem ist auch wiederhergestellt: Durch den Schutz der Dünengazellen entsteht eine dauerhafte Beziehung zwischen Mensch und Natur.“
Immenser Impact
" Ohne die internationale Unterstützung von Partnern wie Planckendael ZOO wäre dieses Schutzprojekt einfach nicht möglich gewesen.“ Tania Gilbert (Marwell Wildlife)
„Unsere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Antwerpen ZOO und Planckendael ZOO ist für uns sehr wertvoll. Ehrlich gesagt, wir könnten unser Projekt ohne sie nicht fortsetzen“, sagt Tania Gilbert. „Ihre finanzielle Unterstützung hat sich als entscheidend erwiesen, um unsere Einrichtungen verbessern zu können und die Trainingseinheiten mit den lokalen Teams organisieren zu können. Ihre Unterstützung sorgt dafür, dass tunesische Parkwächter die Gazelle nachhaltig verwalten können. Ohne internationale Unterstützung wäre dieser Fortschritt einfach nicht möglich gewesen.“
Quelle:https://www.zooscience.be/nl/verhalen/datende-duingazellen-zoo-planckendael-redt-bedreigde-diersoort/
(04.03.2025, 12:16)
Jörn Hegner:   ansonsten die syrische gazelle im bibelzoo jerusalem in israel ist auch etwas besonderes!
(09.02.2025, 19:42)
Simon Kirchberger:   Absolut und ohnehin kein Vorwurf oder Kritik an dich. Es ist nur eher unüblich, bei solchen Meldungen die gesamteuropäische EAZA-Gemeinschaft zu erwähnen. Eher nennt man die entsprechenden Halter der betreffenden Tierart…
(12.06.2024, 08:20)
cajun:   @Simon: Wenn du weiter runter scrollst, kannst du die Meldung des Einzugs der Tiere in den Zoo Overloon nachlesen. Dort wird von 23 Einrichtungen (Stand 2022) geschrieben. Mag sein, dass das aktuelle Posting alle zoologischen Einrichtungen meint, die im Rahmen innerhalb sämtlicher EEP zusammen arbeiten. Am Ende ist es eine Übersetzung, die es nie 1/1 wieder geben kann.
(11.06.2024, 21:27)
Simon Kirchberger:   300 Zoos in Europa für Mhorr-Gazellen^^ Entweder eine Null zu viel oder man meint die gesamte EEP-Gemeinschaft… Verwirren können sie;)
(11.06.2024, 19:24)
cajun:   Eine gelungene Erstzucht für Overloon? Eigentlich "extinct in the wild" und wieder angesiedelt....es sei denn man meint mit 250 Tieren die Dama- Variante:
"Fantastische Neuigkeiten!
Zwei Mhorr- Gazellen wurden geboren! Es handelt sich um zwei Männchen, jedes von einer anderen Mutter.
Die Kälber sind die ersten gesunden Nachkommen seit der Ankunft dieser Tierart im ZooParc im Jahr 2022.
Mhorr-Gazellen sind in freier Wildbahn stark gefährdet, es gibt nur noch etwa 250 Exemplare. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns als Zoos für eine gesunde Reservepopulation einsetzen. Dies erreichen wir über das Managementprogramm, an dem mehr als 300 Zoos in Europa zusammenarbeiten. Mit der Ankunft der beiden Jungen leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt dieser wunderschönen Art.
Die kommenden Wochen werden spannend bleiben. Es ist das erste Mal, dass die beiden Weibchen Mütter werden. Es bleibt abzuwarten, ob sie damit klarkommen, aber bisher läuft es sehr gut."
Quelle:https://www.facebook.com/zooparcoverloon/?locale=de_DE
(11.06.2024, 19:04)
cajun:   Gazellennachwuchs in Karlsruhe:
"Die ersten Jungtiere des Jahres bei den Kropfgazellen sind geboren. Aktuell gibt es bereits fünfmal Nachwuchs, drei Tiere werden von den Müttern aufgezogen, zwei müssen vom Tierpflege-Team versorgt werden.
Die Weltnaturschutzunion stuft die asiatische Gazellenunterart (Gazella subgutturosa subgutturosa) auf der IUCN Red List of Threatened Species als gefährdet ein. Im Georgisch-Aserbeidschanischen Grenzgebiet wird die Persische Kropfgazelle mit Unterstützung des WWF in Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets wieder angesiedelt.
Der Zoo Karlsruhe ist seit vielen Jahren sehr erfolgreich in der Nachzucht dieser in Zoos selten gehaltenen Unterart. Neben Karlsruhe wird sie nur in sechs weiteren Einrichtungen in der EU gepflegt. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wird bei uns im Zoo Karlsruhe koordiniert."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(24.05.2024, 10:12)
Carsten Horn:   Ja, 2017 bereits zum zweiten Mal...

https://deutsch.radio.cz/zoo-dvur-kralove-verbrennt-horn-aus-protest-gegen-nashorn-wilderei-8181543
(28.11.2023, 18:04)
cajun:   @W.Dreier: Das Foto hast du beim Erstbeitrag 2022 bereits hier eingestellt :-)

Klär mich bitte mal auf, was weshalb verbrannt wurde? Ein symbolischer Akt als Protest gegen die Wilderei von Nashornnasenhörnern (was ein Wort, "uff")?
(28.11.2023, 17:26)
W. Dreier:   Allerdings - 2017 sah ich keine mehr, hatte allerdings auch wenig Zeit, zumal wegen einer Nas(en)hornverbrennung das alte Gelände der Gazellen /Antilopen weiträumig abgesperrt war.
(28.11.2023, 15:25)
W. Dreier:   Wie das??
Hier ein Foto aus Dvur vom Mai 2009
(28.11.2023, 15:18)
cajun:   Nachtrag zum Beitrag von 2022 weiter unten. Die letzte Damagazelle (Rothalsgazelle) ist nicht mehr:
"Tierärzte haben heute die Dama-Gazelle eingeschläfert. Aufgrund altersbedingter gesundheitlicher Probleme konnte das Tier nicht mehr aufstehen. Das Weibchen war 14 Jahre und 8 Monate alt.
Oli, wie die Gazellenzüchter sie nannten, war die letzte Gazellendame Europas. Die Zucht dieser vom Aussterben bedrohten Art konzentrierte sich in den letzten Jahrzehnten auf die USA."
Quelle:https://www.facebook.com/safariparkdvurkralove/?locale=de_DE
(28.11.2023, 14:59)
cajun:   Valencia meldet männlichen Nachwuchs bei den Thomson Gazellen.
(30.08.2022, 15:48)
cajun:   Wertvolle Nachzuchten in Schönbrunn:
"Seltene Mhorrgazelle erfolgreich nachgezüchtet
Im April durften wir uns nicht nur über ein, sondern gleich über zwei Jungtiere bei den extrem seltenen Mhorrgazellen freuen. „Meistens liegen die beiden Kleinen gemütlich im Gras und sonnen sich. Mittlerweile werden sie immer neugieriger und erkunden ihre Umgebung. Die nach hinten geschwungenen Hörner bekommen sie erst im Laufe des ersten Lebensjahres“, berichtet der zuständige zoologische Kurator Folko Balfanz. Mhorrgazellen verdanken ihren Namen ihrer rotbraunen Färbung – "mhorr" bedeutet auf Arabisch "Fohlen" – , da sie dank ihrer Rückenfärbung den Fohlen der arabischen Pferde ähnlich sehen. Sie leben in kleinen Gruppen, angeführt wird jede Herde von einem dominanten Männchen.

Mhorrgazellen sind im nordwestlichen Afrika heimisch. Ihr Bestand wurde allerdings stark dezimiert und so leben heute nur noch wenige hundert Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Die Ursachen dafür sind der Verlust von natürlichen Weideflächen in der afrikanischen Savanne, die unkontrollierte Jagd und die Wilderei. In den 1980er Jahren galt die Mhorrgazelle in der Wildbahn bereits als ausgerottet. Glücklicherweise wurden rechtzeitig einige Tiere in Zuchtstationen und zoologische Einrichtungen gebracht. „Im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) wurde die Tierart seither in einigen wenigen Zoos wie dem Tiergarten Schönbrunn erfolgreich nachgezüchtet. Einige Nachzuchttiere konnten bereits im ursprünglichen Verbreitungsraum in geschützten Gebieten wiederangesiedelt werden – eine weitere Erfolgsgeschichte unserer gemeinsamen Arbeit “, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck."
Quelle: https://www.zoovienna.at/de/news/seltene-mhorrgazelle-erfolgreich-nachgezuchtet/
(18.05.2022, 11:18)
cajun:   Overloon beginnt mit der Haltung von Mhorr Gazellen:
"Eines der am stärksten gefährdeten Tiere der Welt kommt in den ZooParc
ZooParc kann in diesem Jahr fünf extrem seltene Mhorr-Gazellen begrüßen. Weltweit gibt es nur noch etwa 500 Exemplare dieser Art. Mit der Ankunft der fünf Tiere, einem Männchen und vier Weibchen, kann der Tierpark in Overloon zum Erhalt dieser Art beitragen.
Vor einem halben Jahrhundert wären die Mhorr-Gazellen, die ursprünglich in der gesamten Sahara verbreitet waren, fast ausgestorben, weil sie von Wilderern gejagt wurden. Der spanische Armeekommandant und Fotograf José Antonio Valverde begegnete der Art während seiner Forschungsreise in Afrika. Er organisierte 1971 eine Rettung und brachte die letzten verbliebenen Tiere nach Spanien.
Managementprogramm
Dank des europäischen Managementprogramms sind es jetzt wieder einige hundert Tiere. Diese leben in 23 Zoos in Europa. Darüber hinaus gibt es zwei spezielle Zentren in Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dank dieses europäischen Managementprogramms wurden wieder Tiere in die Wildnis entlassen. Roel Huibers, Geschäftsführer, sagt: "Wir freuen uns sehr, dass wir zum Erhalt dieser Art beitragen können."
ZooParc ist bald erst der zweite Ort in den Niederlanden, an dem Mhorr-Gazellen zu sehen sind. Die fünf Tiere, die aus Zoos in Belgien, Frankreich und Deutschland stammen, werden im afrikanischen Expeditionsgebiet Ngorongoro ausgestellt."
Quelle:https://www.zooparc.nl/nieuws/nieuwe-bewoners-mhorrgazellen/
Übersetzung: Zoopresseschau
(07.04.2022, 16:59)
W. Dreier:   Dann seien sie nochmals gezeigt-Dvur Kralove
(15.03.2022, 10:01)
cajun:   Über die Prozoo Seite kommt die Nachricht über das absehbare Ende der Rothalsgazellen Haltung im EEP Raum. Seit Jahren sind nur noch zwei Weibchen übrig. Das "Ende" scheint mittlerweile sehr absehbar. Prozoo bezieht sich auf eine aktuelle Meldung aus dem Zoo Dvur Kralove mit dem Hinweis, dass die Aufteilung der angenommen Unterarten der Damagazellen, zwischen USA und Europa, für die USA die rothalsige Form vorsieht, für den EEP Raum halt die Mhorr Form.
(14.03.2022, 21:40)
W. Dreier:   Man sollte sich natürlich keine Illusionen machen, dass die "Schutzbemühungen" der Gazellen auf der arabischen Halbinsel sich nur an den schönen Gazellenaugen orientierten. Ich sah dort eine Riesenstalleinrichtung für die Aufzucht von Kragentrappen mit ca 1000 Ausgangsvögeln. Und diese Arab. Oryxe auf einer Privatanlage in Dubai standen wahrscheinlich auch nicht nur "so einfach herum".
(21.02.2022, 16:05)
cajun:   Neben der anscheinend geringen genetischen Unterscheidbarkeit der Dünen- zur Cuviergazelle ist, wenn ich es richtig gelesen habe, wohl einer der kritischen Punkte die Hybridisierung mit arabischen Kropfgazellen, die mitunter in Privathaltungen auf der arabischen Halbinsel passiert. "Marica"-Gazellen sollen auch schon in Nordafrika (gleiches Habitat, die großen Sanddünenflächen) ausgesetzt worden sein.
@W.Dreier: Erschreckend in einem der älteren Artikel auf der SCO sind tägliche "Streckenfotos" reicher Jagdgesellschaften, die ihre "Beute" auf Facebook posten. Fast 20 tote Gazellen aufgeladen auf einem Landrover....
(21.02.2022, 13:50)
W. Dreier:   Zum Glück könnte man sagen, haben Dünengazellen oft Zwillingsgeburten. Für mich sind die letzten Zoo-Sichtungen auch schon alt: Planckendael gegen 1995, Dvur gegen 2005, Bronx 200 (seltsamerweise sah ich keine in San Diego und LA). In Algerien (ich arbeitete dort von 1976-78) war es gang-und-gebe , dass es in Hotels im Garten Gazellen gab: meistens Dorcasgazellen, in Bechar eine Cuvier-und eine junge Dünengazelle. Letztere anbei.
(21.02.2022, 13:30)
cajun:   Auf den Seiten der Sahara Conservation Org ist eine Auflistung der in menschlicher Obhut gehaltenen Dünengazellen publiziert (Stand 2020, einkopiert). In Planckendael laut ZTL immer (nur) noch 0,1.
Für Interessierte sehr aufschlußreich. Daneben gibt es noch den "Conservation Plan" bis 2029 für diese Art:

"The global ex situ population is very small, especially
in comparison to other Sahelo-Saharan antelopes.
In the USA there are 91 animals (May 2019) living
in 10 facilities. Nine of these are members of the
American Zoo Association (AZA) and one is a private
facility, which holds the largest single group.
In Europe (EAZA) there were seven animals (1.6) in
November 2019 at Planckendael Zoo in Belgium.
The last male died at the end of November and
three females died in January 2020 from an
unknown disease. Mating continued until the male
died. The three remaining females were born in
2009, 2010 and 2017, so only one is like to be
of reproductive age (S. Hofman, in litt. 2019).

The entire captive population in North America
and Europe is descended from three founders
(1 male, 2 female) captured in Tunisia in 1965
(Correll 2011). The international studbook is
maintained at the Living Desert (USA) and the
latest edition was published in 2016 (Randle
2016). The captive population is highly inbred.

In Algeria, the Brezina Gazelle Breeding Centre lies 130
km south of El Bayadh. It was built in 2000 and now
covers 120 ha. Local people donated two wild-caught
females to the centre in 2000, then a subadult male
and female in 2001. There were 11 animals in 2006, and
5 (1.4) in 2008 (Abáigar et al. 2009b) and 37 (10.27) on 2
May 2019 (A. Fellous pers. comm. 2019). It is not known
if additional wild caught animals have been added
or these are all derived from the original founders.
Recommendations on husbandry and management of
the Brezina centre were made by Abáigar et al. (2009b).
The Directorate-General of Forests is making sustained
efforts to render operational the breeding centre at
El Menea dedicated to Sahelo-Saharan antelopes, for
which a section will be reserved for breeding slenderhorned
gazelle ex situ (A. Benkheira pers. comm. 2014).

In Tunisia, captive group is maintained at the Bir Turki
enclosure in Sidi Toui NP in south-east Tunisia near
the Libyan border. It was established in 1993 and
covers 6135 ha. The captive slender-horned gazelle
population descends from a single wild male (it was
found as a calf was in 1997 in the dunes west of
Tataouine after its mother was killed by poachers.
The animal was confiscated and raised in a small pen
at Bir Turki. Two captive born females donated by
Planckedael Zoo were transported to Sidi Toui NP to
establish a breeding group in Spring 1999 (Molcanova
et al. 2001). This breeding group was considered as
a reproductive nucleus for future reintroduction in
other protected areas (Direction Générale des Forêts,
2001). At first, the group bred successfully. There were
two births in 2000, 7 individuals in 2001, 10 (3,4,3) in
2002, and e 16 (7,5,4,) in 2004. In 2008 there were 12
individuals, 14 (3.8.3) in 2010, 18 in 2011 (R. Molcanova,
pers. comm. 2020) and 16 (4.8.4) in 2012 (Jebali 2012).
Numbers increased to )] 22 in April 2020, held in two
groups 10 (2.5.3) and 12 (1.6.5) including 8 young
born in spring; one of the four males had to have
a hind foot amputated, so its reproductive capacity
needs to be assessed (M. Petretto pers. comm. 2020).
The DGF is planning to move some of these gazelles
to a new breeding centre at El Gonna, near Sfax."
Quelle:https://saharaconservation.org/slender-horned-gazelle-conservation-strategy-2020-2029/
(21.02.2022, 12:30)
cajun:   Erfreuliche News aus Skandinavien. Wenn ich auf die Bilder im verlinkten Artikel schaue, meine ich allerdings, das es sich um Mhorrgazellen handelt (was auch die ZTL so ausweist).
"Schwedens erste Damagazellen-Jungtiere in Kolmården geboren
Am 10. und 11. Januar wurden in Schweden die ersten Damagazellen-Jungtiere geboren. Es waren die Weibchen Turi und Taja, die mit einem Tag Abstand jeweils ein Junges bekamen. Damagazellen sind eine akut vom Aussterben bedrohte Art mit weniger als 200 Exemplaren in freier Wildbahn. Kolmården nimmt an einem europäischen Erhaltungsprojekt für die Damagazelle teil und daher ist es besonders erfreulich, dass jetzt zwei Junge das Licht der Welt erblickt haben. Am Montag, 10. Januar, brachte die Damagazelle Turi zur großen Freude der Tierpfleger und der Gazellengruppe ein Junges zur Welt! Schnell wurde es zur doppelten Freude, als das Weibchen Taja am nächsten Tag auch ein Junges hatte. Beide Jungtiere waren Weibchen und wogen bei der Geburt etwa 3 Kilo, werden aber im ausgewachsenen Zustand zwischen 35 und 40 Kilo wiegen. Die Jungtiere bekamen die Namen Tingeling und Arwen und sind lang ersehnte Ergänzungen der Damagasellen-Herde. Vater der beiden Jungtiere ist der Gazellenbock Dexter, der 2021 aus einem Zoo in Belgien nach Kolmården kam. Aufgrund von Wilderei und Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume ist die Damagaselle akut gefährdet und es wird geschätzt, dass nur noch zwischen 100 und 200 erwachsene Individuen in freier Wildbahn übrig sind. Kolmården arbeitet daher mit anderen Zoos in Europa an einem gemeinsamen Schutzprojekt für die Damagazelle."
Quelle: https://www.mynewsdesk.com/se/kolmardens_djurpark/pressreleases/sveriges-foersta-damagasellkalvar-foedda-paa-kolmaarden-3159348
Übersetzung: Zoopresseschau
(15.02.2022, 14:00)
cajun:   Vor allem der Lebensraum scheint ungeeignet gewesen zu sein. Das hatte Hystrix doch mal gepostet...
(13.08.2021, 13:28)
W. Dreier:   u.a. wird angenommem, dass Schakale die Neugeborenen erfolgreich nach der Geburt ``aufsammelten`` - die ausgewählte Zone war wohl zu bebuscht, zu viele Beutegreifer..
(13.08.2021, 11:25)
cajun:   München meldet erfolgreiche Nachzuchten bei den Mhorr- Gazellen
Zur "erfolgreichen Wiederansiedelung": In Tunesien ist der ausgewilderte Bestand bereits erloschen....

Jungtierboom in Hellabrunn geht weiter: Mehr Mhorrgazellen in München!
Der diesjährige Sommer erweist sich als besonders fruchtbar bei den anmutigen Mhorrgazellen, auf deren weitläufiger Anlage am Auer Mühlbach in Hellabrunn in den letzten Wochen fünf Jungtiere das Licht der Welt erblickten. Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich Hellabrunn regelmäßig im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese immer noch vom Aussterben bedrohte Tierart, die aus der nordafrikanischen Sahelzone stammt.

Bis Anfang der 70-er Jahre galten die Mhorrgazellen – eine Unterart der Damagazelle – offiziell als in der Natur ausgestorben. Unter Führung der südspanischen Zuchtstation Parque de Rescate de Fauna Sahariana in Almeria gelang es damals, mit zwei Männchen und neun Weibchen in menschlicher Obhut einen bescheidenen Bestand an Jungtieren zu züchten. Die Nachzuchten wurden in den darauffolgenden Jahren unter anderem an den Münchner Tierpark Hellabrunn abgegeben, wo sie erfolgreich nachgezüchtet werden konnten. In enger Kooperation mit dem EEP in Almeria und weiteren Zoos in Deutschland konnten seit 1990 wieder erste Ansiedlungsprojekte z.B. im Senegal, in Marokko und Tunesien erfolgreich durchgeführt werden. Der Bestand hat sich durch diese Nachzuchten und Auswilderungsaktionen mittlerweile wieder auf einige Hundert Tiere erholt, die Tierart gilt aber nach wie vor als vom Aussterben bedroht.

„Die arbeitsintensiven Wiederansiedlungsbemühungen der beteiligten Zoos mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) in Almeria sind ein klarer Beleg für die immer wichtigere Rolle von wissenschaftlich geführten Zoos und Tierparks im weltweiten, aktiven Artenschutz. Unser Engagement in Hellabrunn ist damit ein sichtbarer Beitrag zur Arterhaltung auf anderen Kontinenten, wo diese Tierart wieder angesiedelt und illegaler Bejagung entgegengewirkt werden muss!“ bekräftigt Carsten Zehrer, zoologischer Leiter in Hellabrunn.

Auf der großzügigen Hellabrunner Anlage kann der Mhorrgazellen-Nachwuchs (2 Männchen und 3 Weibchen) aus zwei Perspektiven bewundert werden: mit Blick über den Auer Mühlbach auf Höhe der Banteng-Anlage oder vom Besucherweg zwischen Dschungelzelt und Paviananlage aus.
Quelle: https://www.hellabrunn.de/neues-aus-hellabrunn/newsanzeige/jungtierboom-in-hellabrunn-geht-weiter-mehr-mhorrgazellen-in-muenchen/2c11c1e4652e44f390e8568732f59264/aktuelles/
(13.08.2021, 11:15)
cajun:   Nachwuchs in Moskau
"Vier Jungtiere der Kropfgazellen wurden im Zuchtzentrum bei Wolokolamsk geboren
Moskau (TASS). Vier Jungtiere der seltenen Kropfgazelle erblickten das Licht der Welt im Zuchtzentrum bei Wolokolamsk. Beide Weibchen haben je ein männliches und ein weibliches Jungtier geboren, wird auf der offiziellen Facebook-Seite des Moskauer Zoos mitgeteilt. Insgesamt leben im Zuchtzentrum 11 Kropfgazellen. Die erwachsenen Tiere wurden aus dem Ökozentrum "Dshejran" im Gebiet Buchara in Usbekistan geholt. Die Schaffung von Reservepopulationen dieser Tierre in Schutzgebieten (Sapowedniks) und Zoos ist eine sehr wichtige Naturschutzaufgabe, gerichtet auf die Erhaltung dieser seltenen Art"
Quelle und Übersetzung: Zoopresseschau
(16.07.2021, 10:53)
cajun:   Gute Nachrichten aus Spanien.
"Die erste Geburt in diesem Jahr im Zoo Jerez war eine weibliche Dorkasgazelle
Letzte Woche fand im Zoo Jerez die erste Geburt dieses Jahres statt, und es war eine Dorkasgazelle (Gazella dorcas neglecta). Von 2018 bis heute wurden insgesamt 15 Geburten dieser gef?hrdeten Art registriert, an deren Fortpflanzung der Zoo am Europ?ischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnimmt. Im Jahr 2018 wurden sieben Gazellen geboren, sechs M?nnchen und ein Weibchen; im Jahr 2019 gab es drei, ein M?nnchen und zwei Weibchen; im Jahr 2020 zwei Weibchen und zwei M?nnchen und jetzt im Februar 2021 ein Weibchen."
Quelle:https://www.diariodejerez.es/jerez/Nacimiento-Zoo-Hembra-Gacela-Dorcas_0_1545746987.html
?bersetzung Zoopresseschau
(03.03.2021, 14:14)
Gudrun Bardowicks:   Sehr erfreulich. Hoffentlich wächst das Jungtier auf.
(20.07.2015, 21:46)
Holger Wientjes:   Sehr schön ! Glückwunsch, dass die Bemühungen so schnell Früchte getragen haben !
(20.07.2015, 18:56)
Hannes Lüke:   In Landau wurde im vergangenen Monat eine Dünengazelle geboren
(20.07.2015, 14:34)
Michael Mettler:   @Klaus Schüling: Mail ist unterwegs.
(29.06.2015, 23:30)
Klaus Schüling:   Casanova gesucht

Mir erreicht soeben folgende Bitte um Mithilfe von Dr. Arnd Schreiber:

Kennen Sie Literatur zu einem Tierfänger/-händler Casanova, der im 19. Jahrhundert zuerst auf eigene Kappe, später für Carl Hagenbeck viele Zootiere aus Afrika für deutsche Zoos besorgte? Carl Hagenbeck schreibt in seinen Lebenserinnerungen ein wenig über ihn, das ist fast das Einzige, was ich über ihn kenne.

Casanova hatte dem Zoo Dresden eine Damagazelle aus Afrika geliefert, die nach ihrem Tod 1869 ans Museum in Dresden kam und als Typus einer neuen Unterart diente. Bis heute ist dieser Typus aus Dresden das einzige bekannte Stück dieser Form, und seine geographische Herkunft in Afrika ist unbekannt. Ich sitze an einer Bearbeitung der geographischen Variabilität und Taxonomie der Damagazelle und versuche herauszufinden, wo diese ein wenig in der Fellfärbung abweichende Form geographisch zu verorten ist. Leider ist das Archiv des Zoo Dresden im Krieg verbrannt. Dabei war sein erster Import nach Dresden seinerzeit wahrscheinlich der bedeutendste Direktimport aus Afrika in einen deutschen Zoo, bevor später dann Hagenbeck noch mehr Wildfänge aus Afrika lieferte.

Sachdienliche Hinweise bitte an mich - ich stelle dann gerne einen Kontakt her.






(29.06.2015, 20:55)
Jörn Hegner:   im parco natura zoo bussolengo-verona werden auch davidshirsche mit hirschziegenantilopen vergesellschaftet . auch diese leben nicht zusammen in freier natur . davidshirsche leben in china und hirschziegenantilopen in indien . das ist kwasi ein wenig asien vermischt . hirschziegenantilopen kann man wohl auch mit vielen asiatischen hirschen gut vergesellschaften . wie axishirsche (zoo magdeburg) , schweinshirsche (frueher zoo dresden ?) , prinz-alfred-hirsche (opelzoo kronberg) , burma-leierhirsche (zoo zuerich) , barasinghahirsche (frueher zoo krefeld) , vietnam-sikahirsche (tierpark hagenbeck hamburg) und davidshirsche ( parco natura zoo bussolengo-verona) .
(11.12.2013, 12:24)
Jörn Hegner:   gestern besuchte ich in italien den parco natura zoo bussolengo-verona . dort werden in einen gehege springboecke mit westlichen sitatungas zusammengehalten . ein wenig merkwuerdig . weil die leben nicht zusammen in freier natur . springboecke leben in suedafrika und bevorzugen buschsavanne . westliche sitatungas leben in west- und zentralafrika und bevorzugen moore und suempfe . diesen sommer besuchte ich den zoo givskud in daenemark . dort waren springboecke zusammen mit bongos in einer anlage . bongos leben in ost- und zentralafrika und bevorzugen tropische regenwaelder . diese vergesellschaftung ist eben ein wenig afrika vermischt .
(11.12.2013, 12:06)
WolfDrei:   In der einzigen europäischen Haltung von Dünengazellen in Planckendael gab es im Januar eine Zwillingsgeburt (1,1; 2. Quartalsheft 2012 des KMDA Zoo-Magazins). Mit diesen Tieren befinden sich dort jetzt(Januar 2012) 17 Tiere
(15.06.2012, 15:36)
WolfDrei:   und hier ein Tier aus dieser Gruppe, das damals sicher als Rothalsgazelle eingestuft worden wäre.
(12.09.2011, 15:04)
WolfDrei:   Beim Überarbeiten meiner Aufnahmen aus Al Wabra/Qatar (AWWP)fielen mir wieder die Damagazellen ins Auge. Es wurde ja hier schon festgestellt, daß die Einteilung der Damagazellen nur phänotypisch bei den seinerzeit im Tschad gefangenen Tieren erfolgte. Hier zwei Tiere aus dem AWWP aus einer Gruppe von ca 10 Tieren. Der systematische Wert der Rot-Braufärbung ist natürlich nur relativ.
(12.09.2011, 15:01)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Gut möglich, Hannover hatte zumindest in den 60er Jahren Dünengazellen im Bestand und auch sehr viele Antilopenarten in die Staaten exportiert. Ein späterer Import aus Tunesien nach Hannover wurde nicht durchgeführt, obwohl die Tiere schon bereitstanden; der Zoo hatte sich nach dem Import von Dorkasgazellen aus gleicher Quelle dazu entschlossen, den viel empfindlicheren Dünengazellen die vorgeschriebenen veterinärmedizinischen Untersuchungen lieber zu ersparen und sie in Tunesien zu belassen.
(25.08.2010, 23:22)
WolfDrei:   Nachdem schon vor einiger Zeit in Dvur Kralove die letzte Dünengazelle (Gazella leptoceros) verblichen ist, gibt es in Europa nur noch in Planckendael 1o Tiere, die Mitte der 1987 aus dem WAP San Diego (1,2) kamen - mit bisher 129 Geburten. In den USA gibt es etwa 100, in Afrika noch etwa 2500. Sind die Ausgangstiere für die USA-Tiere nicht aus Hannover gekommen?
(25.08.2010, 20:58)
Ronald Masell:   ich hatte den Takin, ergo den Namen beim Schreiben nicht zur hand, und habe mich deshalb mit "Kollegen" rausgewunden.
jedenfalss ein toller Bericht, der so manches Herz höher schlagen lässt. Neid!
(30.06.2010, 11:11)
WolfDrei:   @Ronald Masell: "die Kollegen", die das geschrieben haben, das war ich. Konstantin hat im Heft der Hannoveraner Förderer schon vor längerer Zeit über den Zoo von Al Ain etwas ausfühlicher berichten können.
(29.06.2010, 16:14)
Ronald Masell:   Latürnich nur AWWP. hat ja nichts mit PC zu tun:-)
(29.06.2010, 09:19)
Ronald Masell:   Einen ausführlichen Reisebericht über dasAWWPC und andere zoologische Einrichtungen der arabischen Halbinselgibt es von Konstantin Ruske und Kollegen im neuen Takin1/2010( beim Doktor erhältlich) sowie tolle Fotostrecken auf Jonas Livets fantatischer Website"http://www.leszoosdanslemonde.com/". Da lacht das Herz eines jeden Gazellen- und Antilopenliebhaber
(29.06.2010, 09:05)
Mirko Schmidkunz:   Ich habe gestern in einem wunderschönen Tierfilm über die Türkei Kropfgazellen gesehen, die in einer Region im Grenzgebiet zu Syrien vorkommen. Zu welcher Unterart gehören die Tiere dort? Aus meiner Sicht eines Laien könnten es Persische sein.

(26.06.2010, 16:51)
Henry Merker:   Bitte entschuldigt die Dopplung(!):
Handelt es sich bei diesem Tier aus dem Zoo Givskud um einen juvenilen Kirk-Dikdik? Ich frage, weil er etwas von denen abweicht, die ich sonst so kenne...
(26.01.2010, 00:36)
Henry Merker:   Soeben habe ich mich davon überzeugen können, dass es sich bei den im Zoo Moskau befindlichen Salts Dikdiks nicht um die selbe Form wie im Al Wabra Wildlife Preservation Center handelt. Somit habe ich meine Frage aus dem Thread "Zoo Moskau" selbst beantworten können.
Geht man in der Zootierliste auf Madoqua saltiana, so sieht man ein sehr schönes Bild von Andrei. Vergleicht man es mit einem Bild aus Al Wabra, so fallen doch deutliche Unterschiede auf. Interessanterweise wird die Form, die in Al Wabra gehalten wird, auch von einigen Autoren als eigenständige Art angesehen!

Hier das Bild aus Al Wabra:

http://awwp.alwabra.com/index.php/component/option,com_wrapper/Itemid,36/
(25.01.2010, 23:30)
Henry Merker:   In der systematischen Übersicht von Wilson & Reeder wird die Gattung Madoqua (zusammen mit den Gazellen) in die Unterfamilie Antilopinae gestellt, zählen also laut der dortigen Auffassung zu den unmittelbaren Verwandten der Gazellen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, weiß ich nicht.
(13.01.2010, 18:06)
Michael Amend:   Dik-Dik's sind weder Gazellen, noch Antilopen,laut Zootierhaltung, Band 2-Säugetiere, die vorletzte Ausgabe, werden Dik-Diks aber sytematisch in die Unterfamilie Zwergantilopen gestellt, ( wo sie meines Wissnes nach schon sehr lange drin sind )habe gerade nachgeschlagen. Da ich die neueste Ausgabe nicht besitze, ist es aber möglich,das diese Sytematik bereits wieder veraltet ist und Dik-Diks jetzt anders eingeordnet werden. Rinder eventuell ?
(12.01.2010, 18:54)
Henry Merker:   Ich kann es nur begrüßen, dass einmal mehr im "Zoologischen Garten" aus al Wabbra berichtet wird...das sollte meiner Meinung nach "ausgebaut" werden!

Ich vermute sehr stark, dass die Tiere von Moskau aus al Wabbra stammen...wäre jedenfalls das Naheliegenste! Was die Anzahl der Foundertiere betrifft: Wenn man die Tiere in genügend großer Zahl sich fortpflanzen lässt, dürfte das nicht so sehr das Problem sein, wie ich meine...
(10.01.2010, 20:56)
BjörnN:   Als sonderlich breit erweist sich die Basis bei 50 Tieren und 2,2 Foundern ja nicht. Um so wichtiger, falls Moskau seine Tiere aus anderer Quelle bezogen hat.
(07.01.2010, 16:23)
WolfDrei:   Na gut Karsten, aber keine Zucht! Wie kommen die eigentlich dazu? Somaliland??!!
(07.01.2010, 16:01)
Karsten Vick:   Lt. Zootierliste ist aber Al Wabra nicht mehr der einzige Halter: seit 2009 gibt es sie auch in Moskau!
(07.01.2010, 13:54)
Holger Wientjes:   Sehr hübsches Tier! Danke für das Foto !
(07.01.2010, 11:09)
WolfDrei:   Zwar weder Gazelle noch "Antilope": Madoqua saltiana phillipsi:
Phillips- oder Rotbauchdikdik. Die "Gazellenchefin", Frau Cathrin Hammer, vom AWWP Qatar
beschreibt in der jetzt gerade erschienenen Ausgabe des "Zoologischen Gartens" die Zuchtentwicklung im AWWP. Die Familie Hammer übernahm
1999 3,3 von 20 wohl in Jahren davor in Nordsomalia gefangenen Tieren. In die Zucht gingen 2,2 ein,
gegenwärtiger Stand etwa um 50 Tiere
in dieser weltweit einzigen Haltung.
(07.01.2010, 10:13)
Henry Merker:   @Matthias:
Danke für deinen Link. Es sind also doch nur Hybride, wenn es hoch kommt :(
(22.11.2009, 17:20)
Matthias:   Hier ist dazu alles erklärt:
http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/8980/0
(22.11.2009, 15:23)
Henry Merker:   Die Saudi-Gazelle (Gazella saudiya) gilt eigentlich als ausgestorben. Doch scheinbar hat man sie wiederentdeckt. Im Al Ain Zoo soll sie nämlich derzeitig gehalten werden: vgl. http://www.leszoosdanslemonde.com/photos/main.php?g2_itemId=27046.
Oder handelt es sich hier um eine Fehlbestimmung? Vielleicht kann hier der ein oder andere Gazellenspezialist weiterhelfen.
(22.11.2009, 13:29)
Henry Merker:   Das würde mich auch interessieren.
(09.11.2009, 21:48)
Mel:   @WolfDrei: Ist den der Zugang normal über den Schloßeingang?
(09.11.2009, 21:12)
Oliver Jahn:   Schade, dass ich so weit weg wohne und arbeiten muss. Das hört sich sehr spannend an und ich bin immer wieder fasziniert darüber, was Sie @WolfDrei schon alles gesehen haben.
(09.11.2009, 21:07)
WolfDrei:   Schönen Dank für die Werbung! Sicher sind die Gazellen die "Schwerpunkttiere", daneben gibt es natürlich auch eine Übersicht über Tierhaltungen privater und öffentlicher Einrichtungen in Quatar, Abu Dhabi, Dubai und Sharjah.
(09.11.2009, 20:58)
Henry Merker:   Für alle Interessierten, die schnell nach Berlin kommen können oder dort leben:
Morgen (10.11.2009) wird WolfDrei in der Cafeteria des Tierpark Berlins einen Vortrag über Gazellen halten. Beginn ist 18.00 Uhr.
(09.11.2009, 16:02)
Michael Mettler:   In der Blütezeit des Arten-Zusammenfassens galt die Cuviergazelle als afrikanische Unterart der Echtgazelle Gazella gazella, und so wurde wahrscheinlich damals auch der Name Edmigazelle auf sie übertragen. Diese Mode der Systematik ging schließlich so weit, dass der Formenkreis von G. gazella (inklusive cuvieri) nebst anderer Gazellenarten sogar noch zu Unterarten der Dorkasgazelle "degradiert" wurde, da man gern alles zusammenfasste, was sich - nach damaligem Kenntnisstand - geografisch nicht überschnitt.

Einer der großen Verfechter dieser Form der Systematik war Theodor Haltenorth, und dessen Wirkungsstätte war m.W. die Zoologische Staatssammlung in München.
(21.10.2009, 22:22)
WolfDrei:   Edmigazelle: die Benutzung dieses Namens für die Cuviergazelle geht meines Erachtens auf eine "nicht gestattete" Übertragung des arabischen Namens "Idmi" der "wahren" Berggazelle (Gazella gazella mit einigen Unterarten)zurück, da die Cuviergazelle (zumindestt in der Zeit der größten Gefährdung) in montanen Regionen Marockos und Algerien lebte und der Name offensichtlich mit der Islamisierung Nordafrikas aus dem "eigentlichen arabischen Stammland" auch dorthin gelangte. Unterarten: Gazella gazella gazella; G.g.cora; G.g.farasani; G.g. acaciae; G.g.musquatensis) - alle aus dem orientalischen Raum und nicht aus Afrika. In "Arabien" in "systematischer" Nähe zu G.g. dann noch G. erlangeri, G. saudya und G. bilkis - die beiden letzteren ausgerottet.
(21.10.2009, 21:32)
Sacha:   ...weil die das in München schon immer vermischt haben, siehe alte Zooführer:)

Im Ernst: Soviel ich weiss, wurden beide Arten eine Zeit lang als eine Art geführt... WolfDrei weiss es sichter genauer.
(21.10.2009, 14:10)
Mirko Schmidkunz:   Kann mir mal jemand erklären, warum in dem neuen Buch von Prof. Wiesner mit Bidern von Tierkindern, die Cuviergazelle mt Zweitnamen Edmigazelle genannt wird?
(21.10.2009, 13:41)
Michael Mettler:   Wow, die kannte ich auch noch nicht, bisher nur ein recht altes Fotos einer weißen Impala.
(10.08.2009, 22:11)
WolfDrei:   Al Bustan: auch ein Privatzoo in Dubai: offensichtlich gibt es nun auch melanistische Impalas
(10.08.2009, 22:04)
Henry Merker:   Diese Impalas weichen doch sehr stark von denen ab, die ich sonst kenne:

http://www.leszoosdanslemonde.com/photos/main.php?g2_itemId=26670.
(10.08.2009, 22:00)
Henry Merker:   @Karsten Vick:
Oops, da habe ich den Art und den Gattungsnamen durcheinander gehauen. Damit hat sich dann auch die Frage erledigt.
(05.08.2009, 22:56)
Karsten Vick:   Vorsicht! Antilocapra ist der Gabelbock, nicht die Hirschziegenantilope.
(05.08.2009, 22:43)
Henry Merker:   @WolfDrei (Gebirgswiederkäuerthread, Grafik):
Interessant finde ich, dass Antilocapra, sprich die Hirschziegenantilope, scheinbar vollkommen aus dem System zu fallen scheint, da sie ja ganz weit weg von den Gazellen "steht"! Interpretiere ich die Grafik richtig, wenn ich daraus schlußfolgern würde, dass sie näher mit Hirschen verwandt ist?
(05.08.2009, 22:26)
Michael Amend:   @Henry Merker. Die Tiere sind mittlerweile verstorben.
(01.08.2009, 20:08)
Henry Merker:   @Michael Amend:
Das stand auch in der Zootierliste bzw. im Jahrebericht des Tierparks, doch war dort ferner zu lesen, dass sie nach Fertigstellung des Bergtierfelsen wieder in den Zoo gingen, um dann woanders abgegeben zu werden...aber wohin genau, steht nicht zu lesen. Darum auch die Frage.
(01.08.2009, 19:15)
Michael Amend:   @In den Tierpark Berlin.
(01.08.2009, 19:07)
Henry Merker:   Wenn alle Kirk-Didiks in europäischen Zoos der Form cavendishi angehören, dann sind sie nach einer neueren Auffassung keine Kirk-Didiks mehr, sondern gehören der Art Madoqua cavendishi an. Sind es Vertreter der Form thomasi, so sind sie entweder ebenfalls Exemplare einer "neuen" Art (Madoqua thomasi) oder nach anderer Auffassung mit der vorherigen Form identisch (vgl. Wilson & Reeder: "Mammal Species of the World")...

Weiß eigentlich jemand, wohin die Klippspringer des Zoos 2007 gingen, nachdem die Umbaumaßnahmen des Bergtierfelsen abgeschloßen werden konnten?
(01.08.2009, 19:01)
Henry Merker:   Und in puncto weiße Hirschziegenantilope sei folgendes Bild beigefügt. Es soll im Zoo von Neu Delhi entstanden sein und zeigt einen weißen Bock.

Quelle:
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://
farm4.static.flickr.com/3297
/3310265911_fdaea5a435.jpg&imgrefurl=http://
www.flickr.com/photos/saranvaid/3310265911/&usg=__
zuyXWGEFFrsj2ub8lhcS1b_FU-Y=
&h=349&w=500&sz=130&hl=de&
start=1&tbnid=e88t0bnldfWbDM
:&tbnh=91&tbnw=130&prev=
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2BAntilope%2Bcervicapra%
26gbv%3D2%26hl%3Dde
(24.07.2009, 21:44)
Henry Merker:   Zu den bisherigen Beiträgen zur Hirschziegenantilope sei an dieser Stelle folgendes Zitat aus Valmik Thapars Buch "Im Land des Tigers" beigefügt:

"Zur bevorzugten Beute des indischen Wolfes gehört die Hirschziegenantilope, die einzig überlebende Antilopenart dieser Region. Bis vor wenigen Jahrzehnten bevölkerten noch Millionen dieser Tiere den indischen Subkontinent, aber Wilderer und der Verlust ihrer Lebensräume führten zur völligen Ausrottung dieser Antilopen in Bangladesh und Pakistan und zur Vernichtung bis auf wenige Tiere in Nepal. Heute gibt es vielleicht noch 40000 Hirschziegenantilopen in ganz Indien, und ihre schwindende Zahl hat sich auch auf die Wolfspopulation ausgewirkt.
Winzige Gruppen der Hirschziegenantilopen überleben heute in den Randzonen der Salzebenen, etwas größere in der Nähe von Dörfern und Gehöften, wo die Tiere von den Menschen gehegt und geachtet werden. Die Einwohner einiger Dörfer um den Kleinen und Großen Rann verehren die Hirschziegenantilope als Vorboten des Monsuns und als Symbol der Fruchtbarkeit, so daß man die Tiere trotz ihrer Einbrüche in die Felder duldet. Manche Dorfbewohner meinen, die Antilopen fräßen ohnehin nur Gras und Unkräuter aus den Feldern und seien deshalb dem Bauern sogar nützlich.
Das Band zwischen Mensch und Antilope reicht Tausende von Jahren zurück: In der hinduistischen Mythologie ist die Hirschziegenantilope ein heiliges Tier, und ihr Fell wird in religiösen Zeremonien als Sitzkissen verwendet, indische sadhus (Wandermönche), Heilige und Einsiedler sieht man häufig auf Häuten von Antilope oder Axishirsch sitzen. Selbst der bloße Anblick einer Antilope wird als glückverheißendes Zeichen verstanden, und entsprechend häufig wird die Antilope in Bildern und Skulpturen verewigt. Das vielleicht bekannteste Beispiel findet sich am Westpfeiler des Südtores von Sanchi, der großen buddhistischen Kultstätte nahe der Stadt Bhopal in Zentralindien. Das Epos Shakuntala, im dritten Jahrhundert vom Dichter Kalidasa geschrieben, erwähnt zahme Hirschziegenantilopen, die im ashram (religiöse Lehrstätte) des Heiligen Kanava Rishi leben. Das Tier fand sich stets in Gesellschaft von Menschen, die in tiefer Meditation oder religiösen Studien versunken waren.
Erwachsene Hirschziegenantilopen erreichen 70 bis 80 Zentimeter Widerristhöhe und wiegen bis über 40 Kilo. Die schraubenartig gedrehten Hörner der Böcke können länger als einen halben Meter werden. Weibliche Tiere haben keine Hörner und sind viel kleiner und zierlicher gebaut. Beide Geschlechter gehören zu den schnellsten Läufern unter den Vierfüßern und erreichen 110 Stundenkilometer. Mit dieser Geschwindigkeit konnten sie oft den schnellen Geparden entkommen, die heute allerdings in dieser Gegend ausgestorben sind.
Nur in der Brunst sind geschlechtsreife Böcke schwarz gefärbt, ansonsten tragen sie ein sandfarbenes Graubraun wie die Weibchen und Jungtiere während des ganzen Jahres. Das dunkle Fell der Böcke beruht auf dem zunehmenden Gehalt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Blut. Bei dominanten Böcken setzt die Färbung zuerst ein, und dann beginnt dei Brautwerbung mit zahlreichen Kämpfen. Sie stolzierne umher, verteidigen erhobenen Hauptes ihre Reviere und verfolgen empfängnisbereite Weibchen mit aufwendigem Werbungsgebaren. Die Gefechte zwischen den Böcken können recht heftig werden und dauern so lange, bis einer der beiden aufgibt. Weibchen können zweimal im Jahr jeweils ein Junges gebären. Nach wenigen Tagen bereits springen sie umher und trainieren ihre Beine.
Ein erfahrenes, wachsames Weibchen wacht über die Herde und ist dabei auf ihr scharfes Sehvermögen angewiesen, um eine drohende Gefahr frühzeitig zu erkennen. Beim leichtesten Verdacht stieben Mütter und Jungtiere in großen Sätzen davon. Hirschziegenantilopen äsen bereits früh am Morgen, um den Tau mit aufzunehmen. Dadurch sind sie weniger von Wasserstellen abhängig und können auch Trockenzeiten überstehen."

Soweit das Zitat.
(24.07.2009, 21:37)
Michael Mettler:   @IP66: Nun wurden wahrscheinlich nicht mal wenige Gazellen aus Nordafrika und Vorderasien inkl. Arabien in den Frühtagen der Zoos importiert, aber wenn es noch heute schwierig ist, die dortigen Formen zu unterscheiden und zuzuordnen, so wird es damals kaum besser gewesen sein, so dass vielleicht auch unbewusst artfremde Paare zusammengestellt wurden und sich nicht vermehrten. Bei der Hirschziegenantilope ist nicht nur die Verwechslung ausgeschlossen, sondern sie ist zudem noch viel geselliger als die nordafrikanisch-arabischen Gazellenformen, was die Chance auf erfolgreiche Zucht natürlich erhöhte. Vielleicht ist sie auch weniger anspruchsvoll bezüglich der Ernährung.
(24.07.2009, 10:56)
IP66:   Ich finde es überraschend, daß sich allein die Hirschziegenantilope als viel gehaltenes Zootier etablieren konnte. Es gab wohl in der ganzen zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Gazellenimporte und vereinzelte Zuchterflolge, aber schon da scheint es so gewesen zu sein, daß sich allein die Hirschziegenantilopen als Zuchtgruppen etablierten. Ich halte es aber auch für möglich, daß bei den anderen Arten zu wenig Tiere importiert wurden, als daß auf Dauer genügend Ersatz bereitstand, wenn eine Haltung zusammenbrach. Schließlich dürften sie, ähnlich wie heute, vom Schauwert her den größeren Antilopenarten unterlegen gewesen sein, was sich vor allem auswirkte, als die ab dem Ende des Jahrhunderts immer häufiger importiert wurden. Herr Heck hat diesem Phänomen mit einem eigenen Haus für kleinere Antilopenarten zu begegnen versucht, mußte aber dort schon um der Besuchergunst Willen Kamele unterbringen. In den Antilopenhäusern von Hannover oder Dresden kann ich mir allerdings einen echten Verdängungswettbewerb vorstellen, wie wir ihn nach 1945 erneut auf den beliebten Heufresserwiesen mit Tieren afrikanischer Herkunft verfolgen können.
(24.07.2009, 10:48)
Michael Mettler:   Zur Hirschziegenantilope finde ich noch bemerkenswert, dass man sie gefühlsmäßig mit den "grünen Hügeln Indiens" in Verbindung bringt, obwohl sie zumindest populationsweise auch ein Wüstentier ist. Ich kenne Freilandfotos aus dem Nordwesten Indiens, die einen Lebensraum zeigen, der sich auf den ersten Blick nicht sonderlich von dem einer Dama- oder Dorkasgazelle in Afrika unterscheidet. Ähnliches gilt übrigens auch für die Nilgau. Dass sich diese beiden indischen Antilopenarten schon sehr früh in europäischen Haltungen etablieren konnten, hängst also wahrscheinlich mit ihrer natürlichen Flexibilität hinsichtlich des Lebensraumes zusammen (in anderen Gegenden Indiens sollen Nilgaus ähnlich Elchen bis zum Bauch im Wasser stehend äsen!).

Hirschziegenantilopen teilten bis zu ihrer dortigen weitgehenden oder völligen Ausrottung sogar den Salzwüsten-Lebensraum mit dem indischen Halbesel Khur. Eine Vergesellschaftung im Zoo mit Onagern wäre also nicht unpassender als - wie hie und da vorhanden - mit Bantengs, denen die HZA in der Natur m.W. nirgends begegnet. Zumindest wäre es eine Überlegung wert, es in bisher reinen Onager-Gehegen mal mit Junggesellengruppen von HZA zu versuchen (mit kleinem Ausweichgehege für diese). Für den Besucher wäre das sicher sehr attraktiv, da es in solchen Gruppen immer wieder zu Spielkämpfen kommt - konnte ich früher im Zoo Berlin beobachten, wo Anfang der 80er außer der Zuchtgruppe am Bergtierfelsen noch eine Bockgruppe im Antilopenhaus gehalten wurde.
(24.07.2009, 10:35)
WolfDrei:   oh Gott: Standard mit t, die grauen Zellen - obwohl: das Gehörn könnte doch eine Standarte sein?
(24.07.2009, 08:07)
WolfDrei:  
Gazellen 15

Hirschziegenantilope, auch Sasin, Antilope cervicapra

Der Namensgeber für die „Antilopen“

Sieht man alte Vorkommenskarten, so ist der ganze indische Subkontinent grün, dazu Randbereiche von Pakistan, Bangladesh und Nepal. Nur in letzterem Land gibt es heute eine authochtone Restpopulation, in Pakistan wurde nach dem Ausrotten ein erster Wiederansiedelungsversuch unternommen. Und Indien selbst? Schon wieder 40 000 müßte man sagen. Weiterhin also gefährdet. In Texas aber , auch in Argentinien, gibt es ähnliche Zahlen. In den Zoos gehörte sie zu den Standarttieren, kümmerte sich dann aber nicht sonderlich um sie, um feststellen zu müssen, daß man mittlerweile eine Perle hatte – die zudem noch schön ausschaut. Ca. 8o cm groß, anmutig, speziell die Böcke mit prächtigem gedrehten Gehörn, black buck genannt, so sie die Reife erlangt haben. Systematisch wohl eher geographisch unterteilbar als nach morphologischen Gesichtspunkten, auch nach der Gehörnform oft getätigt (es gab mal die Interpretation, daß ein Bock mit zwei unterschiedlich ausgeprägten Drehungen des Gehörns zu zwei UA gehören müße!!), werden an die 4 UA unterschieden, nach Puchmann sind die A. c. rajputanae und rupicapra (noch so ein Name!) äußerst gefährdet. In einigen bekannten NP sind die Sasins noch zu finden: Kanha, Rathambore, Gir, Corbett.
Die außerindischen Haltungen dürften alle unbekannter Herkunft sein, dutzende Male vermischt über lange Haltungsjahre – dennoch ein Erfolg. In Deutschland – (ertweiterungsfähig): TP – nun Zoo, Rostock (wohin und auch wieder zurück?), ehemals Dresden, Dortmund, Hagenbeck und ????
Und ein Foto? habe ich . aber nur als Dia!
(24.07.2009, 07:52)
Michael Mettler:   Seitdem mir der Name bilkis das erste Mal begegnete, wurde er immer als Artname gebraucht. Aber angesichts der verworrenen Gazellensystematik muss das wohl nichts heißen...
(23.07.2009, 22:51)
Holger Wientjes:   Laut Wikipedia ( Ich weiss, da darf man nicht immer alles glauben ) ist G. arbica ausgestorben. Aber ich meine das auch noch woanders gelesen zu haben. Bin mir aber auch nicht wirklich sicher.

Ist G. bilkis eine UA von arabica oder eigene Art ?
(23.07.2009, 22:41)
Michael Mettler:   Nach den Angaben von WolfDrei ist saudiya ausgestorben, nicht arabica....

Übrigens hatte Hannover vor den jetzigen Sahara-Dorkasgazellen schon unterartreine Dorkas, allerdings nur weibliche Tiere. In den 80ern war die alte Zuchtgruppe ("Zoo-Dorkas")zusammengebrochen, und es kamen für den noch vorhandenen Bock weibliche Gazella dorcas osiris aus Tunesien. Daraus entstanden dann natürlich wieder "Zoo-Dorkas". Schon zu Erlebniszoo-Zeiten müsste dann ein Bock aus Münchener Linie (isabella) dazugekommen sein; in den letzten zwanzig Jahren waren also drei verschiedene Dorkas-Unterarten im hannoverschen Bestand.

Die Dorkasgazellen waren dabei immer auf Gemeinschaftsanlagen untergebracht: Zeitweise auf der alten Giraffenanlage (wobei sich der damalige Dorkasbock sogar mit dem Giraffenbullen angelegt haben soll), eventuell auch mal auf der alten Afrikasteppe, auf jeden Fall längere Jahre zusammen mit Defassas, und auch schon in einem Gehege des Antilopenrings (dem heutigen Gehege für Kleine Kudus) zusammen mit Addax.
(23.07.2009, 21:49)
Holger Wientjes:   Und noch ´ne Frage... : In der Zootierliste sind für Overloon und Blackpool G.arabica gelistet. Nur dachte ich die wären ausgestorben ?!
(23.07.2009, 21:33)
Holger Wientjes:   @M.Mettler: Danke ! Schade eigentlich, dass sich das verliert. Sieht sehr hübsch aus !
(23.07.2009, 13:17)
Michael Mettler:   @Holger Wientjes: Der Nasenrücken ist bei jungen Springböcken noch pigmentiert und wird erst später weiß. Das gilt kurioserweise auch für die Schwärzlinge und erinnert ein wenig an die entsprechende Umfärbung bei Bunt- und Blässbock.
(23.07.2009, 13:15)
Holger Wientjes:   @WolfDrei: Wie könnte man denn die unterschiedliche Gesichtszeichnung der Springböcke auf den Fotos deuten ? Zufall ?
(23.07.2009, 12:16)
Henry Merker:   Durch die besagten Zitate sollten noch einmal die Farbmutanten des Springbockes "zum Zuge kommen".

@Michael Mettler:
Ihre Interpretation des wissenschaftlichen Namens des Springbockes hört sich sehr interessant an. Ansonsten weiß ich nun, woher die Bezeichnung "Antilope" kommt.
(22.07.2009, 20:44)
Henry Merker:   Dem soll sich dann noch das Zitat von Herrn Michael Mettler vom 03.03.2009 aus dem gleichen Thread anschließen.

"Schlechte Bildqualität (das Original ist ein Polaroidfoto!), aber immerhin von dokumentarischem Wert: schwarze Springböcke in Hannover, müsste ca. 1979/80 entstanden sein. Sechs Stück plus ein "normalfarbiges" Tier in einem wirklich aufwändig strukturierten Gehege :-) Das war die linke der drei Außenanlagen, die man Mitte der 90er zum heutigen Nyalagehege zusammenfasste. Mir fällt dabei auf, dass das Ende der Haltung schwarzer Springböcke etwas mit dem Haltungsbeginn der Arabischen Oryx 1981 zu tun gehabt haben könnte, für die man ja irgendwie Platz schaffen musste und die anfangs tatsächlich in genau diesem Gehege untergebracht wurden; später tauschten sie dann mit den unmittelbar benachbarten Südafrikanischen Oryx."

Das Bild stammt ebenfalls von ihm. Das vorhergehende Bild von cajun.
(22.07.2009, 20:40)
Henry Merker:   Zum Springbock sei hier noch folgendes Zitat mit dazugehörigen Bild zu erwähnen. Es stammt von cajun und ist am 21.02.2009 im Antilopenthread veröffentlicht worden.

"Durch Zufall erreichte mich ein nettes Foto der Farbpalette von Springböcken in einem Kalender aus den VAE.Hab es mal abfotografiert. Weiß, schwarz und rot in einer Herde...."
(22.07.2009, 20:33)
Michael Mettler:   @IP66: Im Bestand des Museums dürften sich vor allem aus dem Sudan etliche Stücke befinden, die nie in der Ausstellung waren.

@WolfDrei: Als Deutung des "Anti-" im Gattungsnamen des Springbocks habe ich auch schon gelesen, dass man damit darstellen wollte, dass er eben keine Gazelle sei, sondern das Gegenteil...

Ich wage mal eine dritte Deutungstheorie: Wissenschaftliche Namen sind doch nicht selten etwas verballhornt, und "Antilope" ist schließlich auch nicht das Gegenstück zu einer Lope, sondern abgeleitet vom Griechischen "antholops" = Blütenauge (wegen der Schönheit der Augen und der langen Wimpern, die an Blütenblätter erinnern). Antidorcas könnte durchaus auch als "Blütengazelle" gedacht gewesen sein, immerhin erinnert das Öffnen der Rückenfalte und die damit verbundene Veränderung des Eindruckes von kurzhaarig braun zu langhaarig weiß tatsächlich ein wenig an ein "Aufblühen".
(22.07.2009, 19:13)
IP66:   Ich denke, daß man in Bonn über deutlich mehr als die einst ausgestellten Präparate verfügt, zumal Herr Koenig ja selbst begeisterter Jäger war.
Ich frage mich manchmal, ob die Vielzahl der Unterartenbeschreibung nicht auch eine Folge der Verhältnisse war: Man konnte bis ins 20. Jahrhundert hinein kaum ein Wildtier fotographieren und war es gewohnt, mit jedem Import viele neue Arten zu entdecken. Schließlich war, trotz des Eisenbahnbaus, das Material in den Nachbarstaaten, ganz zu schweigen von den USA, kaum vollständig erschlossen, und auch wenn die Zahl der Zoos wuchs, war auch da die Zahl der erreichbaren Exemplare klein. Sicherlich spielte auch ein gewisser Forscherehrgeiz, keine alten Thesen zu vestätigen, sondern selbst neue aufzustellen eine Rolle, doch würde ich das nicht als Hauptgrund für die Aufstellung der vielen Unterarten ansehen wollen.
(22.07.2009, 18:36)
Niedersachse:   Spontan fallen mir für den Springbock noch Krefeld und Gelsenkirchen ein. Wobei Gelsenkirchen wohl ne reine Bockgruppe hat.
(22.07.2009, 18:08)
WolfDrei:   Bild 3: Springbock-Bock, sichtbare Hautfalte, Dvur Kralove
(22.07.2009, 16:58)
WolfDrei:   Bild2: Springbock, Zoo Al Ain
(22.07.2009, 16:56)
WolfDrei:   Gazellen 14

Springbock Antidorcas marsupialis

Antidorcas – das ist wohl geografisch gemeint: auf der anderen Seite des Äquators, das Pendant zur Dorcasgazelle, denn augenscheinliche Ähnlichkeiten sind nicht für diese Benennung anzunehmen. Im Kapland ehemals fast ausgerottet, gibt es sie nun wieder in größerer Zahl, auch in Namibia, während die angolanische A. m. angolensis gefährdet ist. Mittlerweile wird der Springbock farmmäßig zur Gewinnung von Fleisch und Fell gehalten. Auftreten von weißen und schwarzen Tieren. Die großen Wanderzüge von vielen Tausenden sind aber Geschichte. Eines der schnellsten Säugetiere (bis 90 km/h). Der Springbock, mit einer Größe von 65 cm und mehr, besitzt auf dem Rücken eine Hautfalte – daher auch der Artname marsupialis (Falte, Beutel), darin verborgen weiße Haare, die bei dem sogenannte „Prunken“ oder Prellsprung erscheinen: ein Erregungszustand für Fluchteinleitung oder beim Auftreten von ungewöhnlichen Erscheinungen.
Der Springbock ist das Wappentier der Südafrikanischen Republik.
In deutsche Haltungen eher selten: Hannover, Zoo Berlin, Eberswalde, Münster, weitere?
Bild 1: weibliches Tier mit sichtbarer „Haarausstülpung“ der Falte, Dvur Kralove, noch Winterfell

(22.07.2009, 16:55)
Karsten Vick:   Tut mir Leid, Paul Matschie ist für mich halt immer der erste Verdächtige wenns um Unterartwahnsinn um die vorletzte Jahrhundertwende geht. Aber bei den Thommies waren olle Koffy Zukowsky und Knottnerus-Meyer am Werk.
(22.07.2009, 15:17)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Ich finde noch nicht mal den phänotypischen Unterschied zwischen der Westlichen und Östlichen Thomsongazelle heraus... Kingdons westliche Unterart nasalis läuft in der alten Haltenorth-Systematik als Synonym der östlichen Nominatform (Kilimandscharo-Thomsongazelle), während Haltenorth die westliche Form biedermanni (Schwarzschnauzen-Thomsongazelle) nennt. Ich habe von einem Bekannten Freilandfotos von Thommy-Böcken erhalten, die aus den Verbreitungsgebieten der beiden UA stammen (Mara Masai = Westliche, Amboseli = Östliche), aber es gelingt mir nicht, den Unterschied festzustellen. Die Mongallagazelle scheint auch so eine Art Grenzfall zu sein; da, wo rufifrons und thomsonii als getrennte Arten geführt werden, wird sie mal dieser, mal jener zugeordnet. In der Haltenorth-Systematik findet sich übrigens weder unter seinen für gültig befundenen Namen noch unter den Synonymen eine von Matschie beschriebene Thommy-Form. Hast du da eventuell das Lichtenstein-Hartebeest im Hinterkopf gehabt, von dem Matschie und Zukowsky über 40 Formen beschrieben haben...?

In seinem Field Guide erwähnt Kingdon übrigens noch, dass es bei der Grantgazelle tatsächlich eine hohe Variationsbreite innerhalb der angeblichen Unterartmerkmale gibt, die für häufigen genetischen Austausch spricht, so dass vielleicht bis auf die am deutlichsten abweichende petersi alle anderen Grantgazellen ungeachtet ihrer Gehörnform zusammengefasst werden könnten. Interessant auch, dass Kingdon die Mhorrgazelle als Nominatform dama dama betrachtet, nur die weitere Unterart ruficollis anerkennt und alle farblichen Übergangsformen offenbar auf genetischen Austausch als Folge von Wanderbewegungen über große Entfernungen hinweg vermutet. Die heutigen Verbreitungslücken sind erst durch die starke Bejagung entstanden.
(22.07.2009, 14:59)
Karsten Vick:   Gestern ist mir in Kingdons Pocket Guide zum ersten Mal aufgefallen, dass er die Thomsongazelle und die Rotstirngazelle mitsamt Heuglingazelle in einer Art G. rufifrons vereinigt. Für die eigentlichen Thommies bleiben dabei 3 Unterarten, die etwas abseits lebende Mongallagazelle albonotata, sowie thomsoni und nasalis östlich und westlich (oder umgekehrt) des Grabens. Wenn ich das noch richtig weiß, hatte Paul Matschie seinerzeit noch 25 UA unterschieden. Bei dem kleinen Verbreitungsgebiet jedenfalls ein Fall von Unterartenwahnsinn. Gibt es denn so viel individuelle Variation bei den Thommies?
(22.07.2009, 13:49)
Michael Mettler:   @IP66: Davon habe ich seinerzeit reichlich Fotos gemacht. Von der Heuglingazelle gab es ein Kopf-Präparat, das allerdings so hoch an der Wand hing, dass man dem Tier eher unter das Kinn schaute und die Gehörnform leider gar nicht richtig erkennen konnte. Dorkas-, Dünen- und Rotstirngazelle auch als Ganzpräparate, aber offenbar - wie bei Museumsexemplaren nicht selten - schon etwas ausgeblichen.
(22.07.2009, 13:18)
WolfDrei:   ein Bild von "G. saudiya" aus Al Ain:
Googel:Leszoosdanslemonde" Website von Jonas Livet
dann den Elefanten anklicken (es folgt ein Bild von Kobus lechwe smithemani!!!! aus Aqualeon/Spanien
dann links leszoosdanslemonde
moyen orient
les zoos au Emirats....
Sharjah
Sharjah Desert Park
Rapport..de mon stage
28.1208-3.1.09 Semaine 7
Bilderreihe 2. Bild links
(22.07.2009, 13:01)
IP66:   Da die Gazellen beliebte Jagdtiere waren, müßte es doch noch das ein oder andere Präparat in Naturkundemuseen geben. Vor dem Umbau zum Erlebnismuseum gab es im Museum Koenig in Bonn sogar in der Ausstellung eine artenreiche Antilopengalerie zuzüglich allerlei Gehörne an den Wänden.
(22.07.2009, 11:20)
WolfDrei:  
Gazellen 13

Die 13 soll ja eine Unglückszahl sein: Gazella saudiya, die Saudigazelle

Und das Unglück ist schon eingetreten: ausgestorben, besser ausgerottet. Schon in den Neunzigern wurde bekannt , daß die so ausgegebenen Gazellen Hybride waren, u.a. mit der Bennettgazelle (gilt wohl auch für die jetzigen „G. saudiya“ in Al Ain). Das galt auch für eine Gruppe Gazellen in einem Schutzgebiet des Staates Barain. Colin Groves, gegenwärtig der umtriebigste Systematiker , konnte bei einer „Arabiennachsuche“ dies nur bestätigen. Die vor 10 Jahren geäußerte Hoffnung, in einem Scheichgarten noch „richtige“ Vertreter zu finden, dürften nunmehr aufzugeben sein. Die genannte Art war ein Kind der Wüsten Arabiens.
Leider : Artentod

(22.07.2009, 09:18)
Henry Merker:   @Michael Mettler:
Ich meine etwas mehr Ähnlichkeiten zwischen Heuglingazelle und Springbock erkennen zu können, doch kann es sich in der Tat auch einfach um eine konvergente Entwicklung handeln.

Was Sie in ihrem letztem Beitrag schreiben, scheint wahrscheinlich auch so was wie die Definition der sogenannten "evolutionary species" zu sein, ein Begriff, den ich im Zusammenhang mit Cotterill zum ersten Mal gehört habe. Ich kann da auch falsch liegen; sollte dies sein, würde ich mich da gerne aufklären lassen, was denn nun eine "evolutionary species" sei.
(22.07.2009, 07:33)
Michael Mettler:   @Holger Wientjes: Mach dir nichts draus, die Zoologen tappen da wohl auch manchmal immer noch im Dunkeln. Viele Gazellenpopulationen in Nordafrika und Vorderasien befinden sich wahrscheinlich in einem Zwischenstadium zwischen bloßer Population und Unterart bzw. Unterart und Art, und teilweise mangelt es wohl auch an Referenzmaterial bzw. an exakten Herkunftsangaben dafür. Das selbe Phänomen ist übrigens auch von Kleinsäugern der selben Regionen bekannt und mir z.B. aus meiner näheren Beschäftigung mit Renn- und Stachelmäusen geläufig. Wahrscheinlich sind da in Zukunft noch einige Umwälzungen und Überraschungen zu erwarten. Die weitere Ausdehnung der Wüstenzonen bei gleichzeitiger Zersplitterung der Verbreitungsgebiete ihrer wild lebenden Bewohner könnte den Isolationseffekt von Gazellenpopulationen und ihre getrennte Weiterentwicklung noch verstärken. Möglicherweise sind auch die unterschiedlichen Chromosomentypen innerhalb der Sömmeringgazelle dadurch zu erklären.
(21.07.2009, 23:21)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Die Ähnlichkeit zwischen Heuglingazelle und Springbock erschöpft sich allerdings in der Gehörnform, und diese (Lyraform mit nach innen gedrehten Spitzen) kommt auch bei Sömmering- und Damagazelle vor. Beim Springbock können die Hornspitzen nach oben, innen oder unten gerichtet sein, ohne dass ich dafür bisher einen regionalen Zusammenhang herausfinden konnte.

Kingdon erwähnt auch, dass Gazellen und Springböcke nach Fossilfunden bereits vor 15 Mio. Jahren klar unterscheidbare Linien darstellten. Die beiden Gruppen unterscheiden sich u.a. in Gebiss und Gehörn (Hörner des Springbocks ähneln im Aufbau mehr denen der Verwandtschaft um Ziegen, Pferdeböcke und Kuhantilopen als denen von Gazellen, die darin mehr Ähnlichkeit zu Duckern und Zwergantilopen haben sollen). Die Rückenfalte des Springbocks wäre ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, aber vielleicht mit weniger Aussagekraft. Die Ähnlichkeit in Gestalt und Färbung zwischen Springböcken und (nicht allen) Gazellen könnte eine Art Konvergenzentwicklung sein.
(21.07.2009, 23:11)
Holger Wientjes:   Jetzt scheint die Verwirrung perfekt...

Trotzdem danke !


(21.07.2009, 22:53)
Henry Merker:   @Holger Wientjes:
Bei der Heuglingazelle (tilonura) gibt es einige Kontroversen. Nach meinem Kenntnisstand werden/wurden folgende Einordnungen diskutiert:
Laut einiger Wissenschaftler stellt sie eine eigene Art dar (genauere Einordnung hier nicht angegeben). Andere sehen sie als Unterart der Rotstirngazelle und damit als Mitglied der Gattung Eudorcas (mögliche Schwestergattung zur Gattung Nanger). Groves hat sie zunächst als Unterart von Gazella cuvieri angesehen, hat sie später jedoch dann wieder von dieser Art getrennt und als eigene Art angesehen. Leider ist mir nicht bekannt, ob er sie der Gattung Eudorcas oder Gazella zugeordnet hat. Demzufolge ist in Bezug auf diese Art so manches im Unklaren.
Angesichts ihres äußeren Erscheinungsbildes ist sie meines Erachtens auf jeden Fall als eigenständige Art anzusehen. Ich persönlich würde sie aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Springbock in die nähere Verwandtschaft zu dieser Art stellen (also entweder Antidorcas oder eigene Gattung)!
An dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass etwa Kingdon die Gattung Antidorcas in den Rang einer eigenen Unterfamilie erhebt bzw. erhoben hat, was die Einordnung der Heuglingazelle zusätzlich erschweren dürfte.
(21.07.2009, 22:46)
Holger Wientjes:   Habe noch eine Frage zur aktuellen Systematik.
Die Rotstirngazelle wird neuerdings zur Gattung "Eudorcas" gezählt. Ist die Heuglin Gazelle als ehemalige UA dann auch in dieser Gattung zu führen oder in "Gazella" ?
(21.07.2009, 21:48)
Henry Merker:   Laut ISIS scheint es im Zoo Tunis keine Thomsongazellen mehr zu geben.
(21.07.2009, 21:20)
Henry Merker:   Laut ISIS besitzt der San Diego Wild Animal Park 31,27 Nanger granti granti. Rein theoretisch könnte man doch Tiere von dort beziehen...
(21.07.2009, 21:17)
Michael Mettler:   Und zur Abrundung: Sömmeringgazellenbock, Hannover 1983. Die Gruppe war mit Defassa-Wasserböcken vergesellschaftet, der Sömmering-Bock dabei offenbar das dominante Tier auf der Anlage. Ich konnte öfter Spielkämpfe zwischen den beiden männlichen Antilopen sehen; wenn die in Ernst umschlugen, trieb der Gazellenbock den erheblich größeren Wasserbock durch das Gehege.

Beim Blättern in den Jahresberichten fiel mir noch ins Auge, dass Hannover doch nicht nur aus Ramat-Gan-Zucht Thomsongazellen hatte, sondern 1976 auch weibliche Tiere aus dem Zoo Tunis bekam.
(21.07.2009, 20:59)
Michael Mettler:   Ein weiterer hannoverscher Nachzuchtbock; bin mir darin nicht sicher, aber vermutlich ein Bruder des vorigen (für dessen Sohn m.E. schon zu alt, da das Foto ebenfalls von Anfang der 80er stammt). Noch weiter abgesenkte Gehörnform. Frühere Systematiker hätten anhand der drei Gehörne aus dieser Generationenfolge wahrscheinlich drei Unterarten gemacht.
(21.07.2009, 20:52)
Michael Mettler:   Grantgazellenpaar in Hannover, Anfang der 80er Jahre. Der Bock ist ein Sohn des eben abgebildeten und dessen Nachfolger als Zuchtbock. Man beachte die deutlich flacher verlaufende Gehörnform.
(21.07.2009, 20:48)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Mir ist nicht bekannt, ob irgendwo Damagazellen "aussortiert" wurden, weil sie dem jeweiligen Zoodirektor zu wenig Ähnlichkeit mit der von ihm erwünschten Unterartzugehörigkeit aufwiesen...

Zur Grantgazelle in Hannover: Ursprungsbock und Stammvater der 1974 gegründeten Zuchtgruppe, Foto aus dem Jahresbericht 1976. Soll die Nominatform gewesen sein. Auf Freilandfotos aus deren Verbreitungsgebiet sieht man aber auch eine deutlich weniger divergierende Gehörnform.
(21.07.2009, 20:45)
Henry Merker:   @Michael Mettler:
Könnte man dann sagen, dass bei der Damagazelle (Nanger dama) ähnlich vorgegangen wird, wie bei den diversen Haustierrassen, wo Tiere, die dem Rassestandard (oder wie man das nennt) nicht erfüllen, aus dem Bestand quasi gefiltert werden?
(21.07.2009, 19:32)
Michael Mettler:   Und hier die Dünengazelle nun auch als Foto (Dvur Kralove 2007)...
(21.07.2009, 18:33)
Michael Mettler:   Zum Vergleich das andere Extrem, Aufnahme aus Rotterdam.
(21.07.2009, 18:31)
Michael Mettler:   Ich versuche mich mal in der Ergänzung von WolfDreis beeindruckender Gazellen-Galerie. Leider ist mein Diascanner noch immer außer Betrieb, so dass ich nur die Primitiv-Variante "Dia gegen den Himmel halten und mit Digitalkamera abfotografieren" bieten kann, aber diverse Details sind trotz der schlechteren Bildqualität sichtbar.

Zur Damagazelle: Wie WolfDrei schon erwähnte, geht der gesamte Zoobestand der Nicht-Mhorr-Damas auf den selben Import und die selbe Ausgangspopulation zurück. Da die Tiere sehr unterschiedlich gefärbt waren, wurden sie in den Zoos nach Phänotyp bis zu drei verschiedenen Unterarten zugeteilt... Die Variationsbreite von Helltyp ("Rothalsgazelle") bis Dunkeltyp (sehr ausgedehntes Rot) war aber z.B. in Rotterdam und Osnabrück in der selben Gruppe vertreten. Anbei ein Dunkeltyp aus Osnabrück.
(21.07.2009, 18:30)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Vielen Dank für Ihre Auskünfte.
(21.07.2009, 17:34)
WolfDrei:   Das Jahr vergessen: 2005, jener Band , wo auf der Coverseite die Beira abgbildet ist - dann auf allen Heften des Jahres
(21.07.2009, 15:58)
WolfDrei:   PS: also das AWWP, dann linke Spalte Photo Gallery, Mitte Mammals anklicken
(21.07.2009, 15:51)
WolfDrei:   @Henry Merker: Beira-Artikel: Zoologischer Garten, Band 75, Heft 2, S. 89-95 auf Deutsch
Thomsongazelle: kein UA-Status angegeben. Scheint auch Saison-oder regionsabhängig zu sein: der Hannoveraner wurde etwa April fotografiert,wohl noch Winterfell, besserer Ernährungszustand als der Bock aus Al Ain. Die Lichtbedingungen für die Fotos waren auch unterschiedlich.
weiße HZA: bei mir kein Foto, ich sah sie nur von weitem. Foto von weiß und normal HZA in der Fotogalerie vom AWWP: Googleeingabe von Al Wabra Wildlife Preservation
(21.07.2009, 15:48)
Henry Merker:   @WolfDrei; Thomsongazellen:
Bei den ersten beiden Aufnahmen der Thomsongazelle habe ich den Eindruck, dass sich die Tiere relativ stark unterscheiden (in etwa so wie die Arab. und Pers. Kropfgazelle). Ist Ihnen bekannt, ob es sich hier um zwei unterschiedliche Unterarten handelt, oder täuscht der Eindruck?
(21.07.2009, 08:45)
Henry Merker:   Noch einmal meine Frage zum Beiraartikel im Zoologischen Garten:

Wenn Sie mir den Band des „Zoologischen Gartens“ nennen könnten, wo die Haltung dieser Art im AWWP thematisiert wird, wäre dies sehr gut; der Artikel würde mich interessieren.
(20.07.2009, 23:08)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Und wieder einmal möchte ich Sie darin bestärken mit ihrer Dar- und Vorstellung fortzufahren, habe ich doch wieder viel dazu lernen können.
Besagte Aussage gilt auch den anderen Forumsteilnehmern, die in den letzten Tagen Beiträge eingetragen hatten.

Wenn Sie die Hirschziegenantilope vorstellen, würde ich es begrüßen, wenn Sie auch Bilder der weißen Hirschziegenantilopen einstellen könnten (so Sie denn Aufnahmen besitzen)!
(20.07.2009, 22:27)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Laut ISIS nur noch 2,1 Dünengazellen in Dvur Kralove, darunter 2 Nachzuchten aus den letzten 12 Monaten! (Planckendael: 1,6). Hannover wollte ungefähr in den späten 80ern einen Neustart mit Dünengazellen machen (meiner Erinnerung nach aus Tunis, Tiere waren schon zugesichert), doch kam der Import nicht zustande, weil die für die Einfuhr nach Deutschland notwendigen veterinärmedizinischen Untersuchungen nach Ansicht von Prof. Dittrich für die wohl sehr heikle Art nicht zumutbar gewesen wären.

Gut möglich, dass die US-Dünengazellen hannoversche Wurzeln hatten, die Art war jedenfalls in den 60ern hier vertreten - wie übrigens in jenem Jahrzehnt auch Sudan-Rotstirngazelle (damals hier als Singha-Gazelle beschildert), Cuvier-, Dorkas-, Thomson-, Grant- und Sömmeringgazelle nebst Springbock. Giraffen- und Spekegazelle definitiv in den 50ern, Kropfgazelle und Hirschziegenantilope vielleicht jahrzehnt-übergreifend. Wieviele Gazellenformen gleichzeitig der Höchststand in Hannover waren, weiß ich leider nicht, aber irgendwie muss der Zoo ja auf die für Mitte der 60er genannte Zahl von über 40 Antilopenformen gleichzeitig gekommen sein... Heute sind es zwar "nur" drei Gazellenarten, aber auch das ist ja keine Selbstverständlichkeit.
(20.07.2009, 20:46)
Michael Mettler:   Nach Blick in die hannoverschen Jahresberichte: Die Grantgazellen kamen 1974 von van den Brink, die Sömmeringgazellen 1982 aus dem Zoo Kairo. Bei den Chromosomenuntersuchungen stellte sich heraus, dass die Sömmeringböcke 2n=37 und ihre Geißen 2n=38 hatten.
(20.07.2009, 20:27)
WolfDrei:   ps: ich hatte nachgefragt! Es ist keine Rotstirngazelle.
(20.07.2009, 18:18)
WolfDrei:   @MM: Danke für die Ergänzung. Ich schiebe noch einen Jungbock !! von G.g.granti nach (auch Maktoum Wildlife Centre). Soeben fand ich bei Puschmann, daß die Chromosomenzahl bei der Sömmering 2n= 34-39 betragen kann!
(20.07.2009, 18:13)
WolfDrei:   Schluß für heute:

Gazellen 12

Dünengazelle Gazella leptoceros

Nicht nur im Freiland, der wirklichen Sahara und den Wüsten Arabiens, selten, auch in zoologischen Einrichtungen, in diesem Falle auch der Emirate! In Europa in Plankendael und (noch?) in Dvur Kralove. In letzterer Einrichtung Abnahme in den letzten Jahren (2006 noch ca 6 Tiere), in diesem Jahr(Mai)gab es zwar ein Schild, auf der Anlage waren aber ganztags nur kleine Kudus. Vor drei Jahren wurden sie wechselnd mit Damas ausgestellt. Auch in den USA (San Diego und Bronx) selten mit großen Problemen bei der Jungenaufzucht – oftmals Zwillingsgeburten (wohl auch aus Hannover stammend, 1.1 oder so?). Hell isabellfarben, Gehörn bei den Weibchen relativ lang und dünn (slender horn im Engl. = Dünnhorn)
Kleiner Trick nun, da ich nur Dias z.Z. habe: Bild aus „Faune d`Afrique“



(20.07.2009, 18:01)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Bezüglich des Bockes hätten Sie in Hannover bei den Grantgazellen auch nicht viel Glück gehabt, dessen Hörner waren nämlich in seinen letzten Jahren bis auf Stummel gekürzt. Ursprünglich (und bis Anfang der 80er) hatte er ein kapitales Gehörn, brach sich dann aber ein Horn ab. Da sich meiner Erinnerung nach in der Folgezeit herausstellte, dass er mit dem Ungleichgewicht auf dem Kopf Probleme hatte (und er als "Einhorn" vermutlich auch bei Spielkämpfen mit Gehegemitbewohnern gefährlicher war), wurde das zweite Horn amputiert.

Bei Zoo-Gazellen ist die Gehörnform als (Nach-)Bestimmungshilfe für Unterarten mit Vorsicht zu genießen (ernährungsbedingt?). Drei hannoversche Grantböcke (Importbock und zwei Nachfahren) hatten drei unterschiedliche Hornstellungen, und das jeweils perfekt symmetrisch (also natürlich wirkend). Ich suche mal Fotos der drei heraus. Vielleicht neigen die sehr langen Grant-Hörner auch eher zu "Absenkungen" als die kurzen Hörner anderer Arten.

Die Weithorn-Grantgazelle (robertsi) hat im männlichen Geschlecht nicht nur weit divergierende Hörner, sondern auch nach unten gerichtete Hornspitzen. Anhand eines Gehörns konnte ich feststellen, dass diese ungewöhnliche Form offenbar dadurch entsteht, dass sich die Hörner während des Wachstums in der Längsachse verdrehen, denn die im unteren Teil der Hörner nach vorn ragenden Ringwulste - deren normale Richtung bei Gazellen - weisen ab der Hornkurve nach innen.

Zu den hannoverschen Sömmeringgazellen: Die US-Tiere stammen von Hannover-Importen in den 50ern oder 60ern ab, m.W. aus dem Zoo Khartum stammend. Mit den in den 80ern in Hannover gehaltenen Sömmerings (auch da schaue ich nach Bildmaterial) gelang die Zucht leider nicht; meiner Erinnerung nach stellte sich heraus, dass die beiden Böcke ein anderes Chromosomenbild hatten als die beiden Geißen. Wenn ich mich nicht irre, kamen diese Tiere aus Kairo. Prof. Dittrich benannte sie auf meine Nachfrage hin als Unterart sibyllae (Kassala-Sömmeringgazelle), die heute offenbar in die Nominatform eingemeindet ist. Die hannoverschen Grants (basierten übrigens auf einer Zuchtgemeinschaft mit dem Händler van den Brink ab Mitte der 70er Jahre) wurden bei gleicher Gelegenheit als Gazella granti granti bezeichnet.
(20.07.2009, 17:08)
WolfDrei:   Läßt sich die erste berberana-Aufnahme austauschen? Danke!
(20.07.2009, 16:33)
WolfDrei:   Bild 2: jüngerer Bock von G.s.berberana aus Al Wabra (AWWP)
(20.07.2009, 16:20)
WolfDrei:   III. Sömmeringgazelle

Schließt sich hinsichtlich des Vorkommens der Rothalsdamagazelle im Sudan nach Osten an, weiter dann in Äthiopien bis Somalia. Im Westen die Nominatform (G. s.sömmeringi), im Osten G. s berberana (nach der Stadt Berbera an der Küste Nordsomalias). Farbe isabellbräunlich, bei berberana dunklere Gesichtsmaske. Gehörn wie bei Damagazella, aber Spitze stärker nach Innen gerichtet. Äußerst selten in Zoos: die Tiere in den USA (speziell San Diego) stammen aus einem Hannoverimport, die berberana-UA nur in Al Wabra (AWWP) in großer Anzahl.
Bild 1: G.s.sömmeringi aus San Diego – 2 Böcke

(20.07.2009, 16:18)
IP66:   Das ist ein wunderbarer Überblick, wenn nicht schon eine wichtige Gesamtdarstellung zur Gazellenhaltung! Interessant finde ich, daß es schon seit langem Gazellenimporte gibt, daß es aber wohl kaum gelingen wird, die frühen Beispiele einer bestimmten Form zuzuordnen.
(20.07.2009, 15:43)
Michael Mettler:   @Sacha: München hatte Gazella cuvieri, die Ursprungstiere stammten aus der Almeria-Zucht. Auf der unten angegebenen Almeria-HP ist auch das Zuchtbuch zu finden. Ich habe die Münchener Tiere noch gesehen und bin mir ziemlich sicher, dass die damals mit den Mhorrgazellen vergesellschaftet waren. Dem Cuvier-Bock hatte man allerdings mit Gummischläuchen die Hörner "entschärft".

@WolfDrei, als Ergänzung: Bockgruppe Rothalsgazellen seit diesem Jahr in Hodenhagen, 2,0 Thomsongazellen seit Ende letzten Jahres in Monde Sauvage/Belgien (aus Hannover kommend, vorher Leipzig). Haben Sie jemals etwas über die Unterartzugehörigkeit der "Keimzelle" in Ramat-Gan gehört? Der Große Graben trennt zwei Unterarten in Ostafrika, so dass selbst die bloße Angabe des Herkunftslandes nicht viel aussagen würde (ähnlich wie beim Weißbartgnu).
(20.07.2009, 14:19)
WolfDrei:   Bild 2: Grantbock mit Spiegel
(20.07.2009, 14:18)
WolfDrei:   II. Grantgazelle:

Vorkommend vom Südsudan und Uganda nach Kenia und Tansania. UA haben unterschiedlich geformtes Gehörn (u.a Weithorngazelle), Gehörn ansonsten leicht S-förmig. Isabell-bis rötlich braunfarbig. Wie Thomsongazelle gegenwärtig nicht gefährdet. Wenige Haltungen zur Zeit (San Diego/WAP, Dubai). Ich hatte zunächst immer Pech, Fotos zu bekommen: Mauerfall: in Hannover im Winter 89/9o verschwunden, dito vorher Dvur (waren nie in der Ausstellung); in LA Bock mit abgewetztem Gehörn, daneben aus San Diego importierte Junggruppe, heute nach ISIS nicht mehr existent.
Bild 1 und 2 G. granti granti aus dem Maktoum Wildlife Centre (Dubai), Bild 2 zur Demonstration des Spiegels

(20.07.2009, 14:17)
WolfDrei:   Bild 3: Mhorr-Bock, San Diego
(20.07.2009, 14:01)
WolfDrei:   Addra-Bock: ehemals Tierpark Berlin (vom Händler Van Den Brinck eingestellte Tiere)
(20.07.2009, 13:59)
WolfDrei:  

Gazellen 11

Spiegelgazellen: Damagazelle (G. dama), Grantgazelle (G.granti) und Sömmeringgazelle (G. sömmeringi), Unterfamilie Nanger
Die drei Arten gehören zu den größten Gazellen, bei den Böcken über 11o cm Körperhöhe, 60-70 kg Gewicht. Langbeinig. Der Schwanz wird von einem weißen „Spiegel“ umgeben. An der Halsvorderseite ein größerer weißer Fleck.

I. Damagazelle: Unterseite gelblich bis weiß, Oberseite ja nach UA braungelb bis rötlich unterschiedlich weit den Rücken bedeckend, am extremsten bei der Mhorrgazelle. Die Mhorrgazelle wurde zwischen 1971 und 75 in wenigen Exemplaren aus der Westahara in die Station zur Erhaltung von Saharasäugetieren nach Almeria überführt, heute (2008) etwa 280 Tiere, davon 115 in Almeria. Wenige Haltungen weltweit, bei uns in München, Tierpark Berlin und Frankfurt. Die anderen UA (G. d. dama und ruficollis [Rothalsgaz., auch Addra]) kommen oder kamen vom Senegal über den Saharasüdstreifen bis zum Sudan (ruficollis) vor. Gehörn der Böcke nach hinten außen (fast waagerecht) gehend , Spitze leicht nach Innen weisend. Die seinerzeitige Unterscheidung von im Tschad gefangenen Tieren war „künstlich“, da man nach Größe der Rücken- oder Halsbraunfärbung nach dama oder ruficollis separierte. In Europa gegenwärtig eine wachsende Gruppe in Dvur Kralove, andere in den USA, auch den Emiraten. Ehemals florierende Gruppe in Leipzig.
Bild 1: Ruficollis-Bock in Al Wabra






(20.07.2009, 13:57)
Sacha:   Interessant vielleicht, dass in Hellabrunn die Edmigazelle in den Zooführern als Gazella cuvieri bezeichnet wurde. Waren dies nun tatsächlich Gazella gazella oder doch Gazella cuvieri?
(20.07.2009, 13:36)
WolfDrei:   Bild 3: Thomsongruppe in Poznan
(20.07.2009, 13:22)
WolfDrei:   Bild 2: Thomsonbock aus Hannover
(20.07.2009, 13:21)
WolfDrei:   Gazellen 10

Thomsongazelle (Gazella thomsoni)

Die invKenia und Tansania beheimatete Gazelle ist dem zoologisch interessierten Fernsehzuschauer wahrscheinlich aufgrund der Sendungen über die Serengeti die bekannteste Gazelle, dennoch ist sie selten in zologischen Institutionen. In Europa gegenwärtig in Hannover, Leipzig, Arnheim und Poznan (Neuer Zoo), in den beiden letzteren in größeren Gruppen, z.T. aus Ramat Gan (Israel) stammend. Auch in den USA nur kleinere Gruppen, bekannt ist die jahrzehntelange Haltung im Bronx Zoo. Auch in den Emiraten selten.
Die Thomsongazelle ist eine mittelgroße Gazelle, größer aber als die Dorcas, Hörner aber mehr aufrecht stehend. Sehr breiter dunkler Flankenstreif, Schwanz dauernd in Bewegung.
Bild 1: Bock aus Al Ain /Abu Dhabi


(20.07.2009, 13:20)
WolfDrei:   und zur Ergänzung der von Herrn Mettler angeführen Website des besagten "Parque de Rescate de la Fauna Saharian" in Almeria:
Gazella dorcas neglecta: 1985 14 Ausgangstiere; dort jetzt (Ende 2008) 85 Tiere; 1975 auch 2.1 Mähnenschafe (Ammotragus lervia sahariensis), jetzt 50 Tiere
(20.07.2009, 13:17)
Michael Mettler:   Die Cuviergazelle gehört zu den Zootieren mit extrem schmaler Gründerbasis. Die gesamte Zoopopulation hatte ihren Ursprung in 1,2 Importen aus Westsahara (1975) und 0,1 aus Marokko (kam nach privater Haltung 1987 zur Zuchtgruppe) in Almeria. Bis Ende 2006 sind im Zuchtbuch fast 1.200 Individuen verzeichnet, der aktuelle Bestand in Almeria (nicht in ISIS erfasst) liegt um 100 Exemplare:
http://www.eeza.csic.es/eeza/parque.aspx#programas
(19.07.2009, 18:58)
WolfDrei:   @MM: betrifft weiße HZA: existieren, Zucht wird aber aufgegeben
(19.07.2009, 17:47)
WolfDrei:   Bild2: Männchen mit "aufgeblasenem" Nasenaufsatz (Los Angeles Zoo)
(19.07.2009, 17:41)
WolfDrei:   Schluß für heute:
Gazellen 9

Spekes Gazelle (Gazella spekei)

Benannt nach dem britischen Afrikaforscher John Speke (entdeckte den Tanganjika– und den Viktoriasee). Mit die kleinste Gazelle, gräulich-braun. Auffallend der „Aufsatz“ auf der Nase
mit drei Falten, der zu Tennisballgröße „aufgeblasen“ werden kann (Schallverstärker), Äußerst gefährdet, da im Somaliland (südliche Küstenregionen) die instabile politische Lage Schutzbemühungen ausschließt. In Erythrea ausgerottet, in Äthiopien wahrscheinlich auch (Ogadendistrikt an er somal. „Grenze“). Haltungen außerhalb der Emirate und Qatar (Zoo Doha und Al Wabra) sind an einer Hand zu zählen. In den genannten arabischen Einrichtungen häufig mit guten Zuchtergebnissen. In Al Wabra fielen mir die oft asymmetrischen Gehörne der Weibchen auf.
Bild 1: Weibchen im Zoo Al Ain

(19.07.2009, 17:37)
WolfDrei:   Gazellen 8

Cuvier-Gazelle, Gazella cuvieri

Eine nordafrikanische (von der ehemaligen span. Westsahara über Marokko, Algerien und Tunesien) schlicht graubraun gefärbte Gazelle. Größer als die Dorcasgazelle, fast gerades Gehörn. Im nördlichen Atlas fast ausgerottet, im Sahara- (Anti-)atlas häufiger, aber fragmentiertes Vorkommen. Nach einem Tiefpunkt in den Siebzigern jetzt leichtes Wachstum der Anzahl, aber noch unter 3000 Tieren. Mit aus der span. Westsahara stammenden Tieren (zusammen mit den Mhorrgazellen) Zuchtstation in Almeria (Spanien), von dort Überführung von Tieren für eine Wiedereinbürgerung in Marocko und Tunesien. Aus Almeria kamen seinerzeit Tiere nach München, aufgrund von Zwillingsgeburten (relativ selten bei Gazellen, u.a. auch bei Dünengazellen) schnelle Zunahme af etwa 12 Tiere, dann aber Abgabe nach San Diego, als München die Mhorrgazellen bekam. In den USA wenige Haltungen, Großteil in San Diego (Bild)

(19.07.2009, 16:07)
WolfDrei:   Bild 3: G. d. osiris, San Diego
(19.07.2009, 15:10)
WolfDrei:   Bild 2 : Weibchen von G. d. isabella (Al Ain)
(19.07.2009, 15:08)
WolfDrei:   Gazellen 7

Dorcasgazelle, Gazella dorcas

Mit der Thomsongazelle immer noch die am „häufigsten“ gezeigte Gazelle und eigentlich „das Bild“ einer Gazelle, die schon den Römern bekannt war und im Orient besungen wurde. Eine der kleineren Arten mit etwa 50 cm Körperhöhe. Je nach Ansicht bis zu 6-UA (u.a. manchmal auch unter Einbeziehung der schon gezeigten G. pelzelni), davon die marokkanisch/algerische UA (massaesyla) stark gefährdet, ebenso isabella (fand auch isabellina) aus Erythrea, das Vorkommen der anderen UA (neglecta: Westahara; osiris Kordofan, zentrale Sahara; dorcas: Palästina, Westarabien bis Iraq auch nicht gerade üppig.
Das Bild 1 zeigt das charakteristische Muster des Gehörns eines G.d.isabella-Bockes, bei den Weibchen weitaus dünner und ohne große Krümmung(Bild 2). Je nach UA ist die bräunlich-sandfarbene Grundfärbung heller (bei der hier gezeigten UA) oder dunkler. Haltungen: UA neglecta u.a. in Hannover und Barcelona (von dort Auswilderungsprojekt im Senegal, dort ausgerottet), osiris aus der zentralen Sahara nur in San Diego (Bild 3),isabella in allen Anlagen der Emirate und Qatar.
Fotos von neglecta (Hannover und Barcelona ) und massaesyla (Algier und ZooBudapest) kommen später, da gegenwärtig bei mir nur als Dia vorhanden.
Bild 1: Isabelldorcas-Bock, Zoo Al Ain (Abu Dhabi)

(19.07.2009, 15:06)
Michael Mettler:   Da das Horn von seiner Basis her wächst, könnten die unbeschädigten unteren fünf Zentimeter die Dauer seines Aufenthaltes in Miami dokumentieren :-) Ich tippe mal darauf, dass er über längere Zeit unmittelbar neben einem tatsächlichen oder vermeintlichen (artfremden) Rivalen untergebracht war und das trennende Gitter bearbeitet hat.
(19.07.2009, 14:38)
Michael Amend:   @MM. Das stimmt, aber dazu fehlen mir jegliche Informatioen, ich weiß also nicht, ob der Bock sich die Hornvorderseiten in Miami so abgescheuert hat, oder ob er so bereits in Miami eintraf, geboren wurde er nicht in Miami.
(19.07.2009, 12:45)
Michael Mettler:   Als "Arabische Gazelle" bezeichnetes Tier in Planckendael (1985).
(19.07.2009, 12:18)
Michael Mettler:   @MA: Da kann aber etwas mit den Haltungsbedingungen in Miami nicht stimmen (oder in dem Zoo, wo der Bock möglicherweise vorher stand). Die Hornvorderseite ist ja so stark abgescheuert, dass nicht mehr viel zum Freilegen des Knochenzapfens fehlt. Normalerweise reicht die Ringelung des Gehörns bis knapp unter die Hornspitze.
(19.07.2009, 12:09)
Michael Amend:   Kapitaler Grantgazellen-Bock in Miami.
(19.07.2009, 11:27)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Die neuere Systematik sondert Thomson- und Rotstirngazelle (inkl. Heuglingazelle) als eigene Gattung Eudorcas ab. Die Verwandtschaft untereinander ist aber wohl noch immer umstritten, es gibt auch die Ansicht, dass die Thomsongazellen-Unterarten zum Formenkreis der Rotstirngazelle gehören.

Für den Springbock gibt es sogar eine Theorie, nach der er gar nicht näher mit den anderen Gazellen verwandt ist.
(18.07.2009, 21:37)
Henry Merker:   Nachdem ich mir noch einmal die Beiträge von Herrn Mettler und th.oma.s durchgelesen habe und selber noch einmal darüber nachgedacht habe, nehme ich meine Aussage wieder zurück. Es wäre doch besser, wenn alle genannten Tierarten vorgestellt werden.
(18.07.2009, 20:38)
th.oma.s:   @WolfDrei: bitte sparen Sie keine gazelle in ihrer hoch interessanten aufzählung aus. es wäre wirklich schade.
(18.07.2009, 20:31)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Ihre heutigen Beiträge waren sehr interessant! Bislang hatte ich mich auch nicht sonderlich mit Gazellen befasst, unter anderem, weil ich dachte, dass die Gazellen alle gleich aussehen würden; wenn ich ehrlich sein soll.
Durch den Umstand, dass Sie zu jeder Art ein Foto beifügen, hat sich diese Annahme mittlerweile doch recht schnell als falsch herausstellen können. Dazu möchte ich ein Lob aussprechen und hoffe, dass Sie weiter so machen werden!

Im übrigen erinnert mich die Heuglingazelle sehr stark an den südafrikanischen Springbock. Ist sie denn näher mit diesem verwandt oder ist dies nur Zufall (der Fachbegriff war Konkruenz, oder?)?

Die Idmi (Gazella gazella cora) und die Pelzelngazelle (Gazella pelzelni) könnte ich nicht auf Anhieb unterscheiden, allerdings finde ich, dass sich Neumanns (Gazella erlangi), Nubische Rotstirn- (Gazella ruffifrons laevipes) und Heuglingazelle (Gazella tilonura) deutlich unterscheiden; auch in bezug auf die anderen vorgestellten Arten. Jedenfalls behaupte ich, dass hier schon durch die Aufnahmen klar wird, dass es sich um unterschiedliche Arten handelt. (Oftmals sind Bilder aussagekräftiger als Beschreibungen. Diese können auch manchmal dazu beitragen, dass man seinen eigenen Anschauungen nicht Glauben schenken kann. Jedenfalls habe ich feststellen können, dass es bei der Bestimmung von Arten, und deren Einordnung, besser ist, erst sich selbst ein „Bild“ zu machen und dann sich mit Fachliteratur vertraut zu machen.)
Vom systematischen Standpunkt her, würde ich jetzt spontan die Idmi, Pelzeln- und die Neumanns Gazelle in eine engere Verwandtschaftsgruppe einordnen, während mir die Rotstirn- und Heuglingazelle eher in andere Gruppen (ob nun Untergattung oder Gattung, weiß ich nicht so recht) einordnen würde.

Die Ausführungen zu der Beira finde ich ebenfalls sehr interessant. Bislang hatte ich mir die Art als sehr klein vorgestellt, was durch das letzte Bild nun nicht gerade bestätigt werden kann. Zudem meine ich mich erinnern zu können, dass diese Art als eine Art Kudu im Kleinformat bezeichnet wurde, was ich nun dank der Bilder nachvollziehen kann.
Wenn Sie mir den Band des „Zoologischen Gartens“ nennen könnten, wo die Haltung dieser Art im AWWP thematisiert wird, wäre dies sehr gut; der Artikel würde mich interessieren.
Wenn der Erfolg mit der Antilope so weiter gehen sollte, könnten vielleicht Exemplare dieser Art nach Europa gelangen…

Von meiner Seite aus können Sie die Hirschziegenantilope und den Springbock ruhig herauslassen. Bei den anderen Arten kann eine Vorstellung nicht schaden (Dies betrifft nur diejenigen Formen, wo Sie noch einmal nachgefragt haben.).
(18.07.2009, 20:23)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Och, nicht aufhören... :-) Von Springbock und Hirschziegenantilope wären unterartreine Tiere interessant (obwohl die Gliederung in UA beim Springbock inzwischen angezweifelt wird). Al Wabra hat doch vielleicht keine "Zoo"-HZA? Täuscht das Foto in der Galerie der dortigen Homepage, oder gibt es dort tatsächlich auch die weiße Farbvariante, die bei uns schon lange verschwunden ist (ich weiß von früherer Haltung in Hannover)?
(18.07.2009, 20:05)
WolfDrei:   ... heißt natürlich letztes Bild.
Langsam kommen wir zum Schluß. Ausstehend: Cuviergaz., Gazella dorcas isabellina, Spekegaz, dann die Spiegelgazellen (Nanger); Damagaz., zwei Sömmeringgaz-UA. Grantgazellen. Springbock, HZA, Thomsongaz., Dünengazelle und G.dorcas neglecta kann ich mir wohl sparen?
(18.07.2009, 19:17)
WolfDrei:   letes Bild: Beirabock und Phillips-DikDik AWWP
(18.07.2009, 18:59)
WolfDrei:   Bild 3: jüngerer Beirabock, seitlicher Lichteinfall
(18.07.2009, 18:58)
WolfDrei:   Bild 2: Weibchen der Beira, AWWP
(18.07.2009, 18:56)
WolfDrei:   Und damit wir bei den Gazellen nicht einschlafen, zum Sonnabendabend noch ein „Schmankerl“ aus Al Wabra: die Beira , Dorcatragus megalotis (megalotis=Großohr)

Vor 5 Jahren noch ein „Top-Secret-Tier“ in Al Wabra - mitterweile wurde von Frau Hammer, der zoologischen Chefin/Mammals im AWWP, im „Zoologischen Garten“ und in den „International Zoo News“ über die erste erfolgreiche Haltung der Beira überhaupt berichtet. Aus wenigen importierten Tieren 1999 konnte die Gruppe bis auf 50 Tiere erhöht werden, eine möglicherweise bacterielle Atemwegs-Infektion machte dann Schwierigkeiten. Gegenwärtig nach ISIS gibt es wieder 30 Tiere. Wunderschöne Tiere, rehgroß, na ja, etwas kleiner vielleicht, gerades Gehörn nur bei den“Böckchen“, große Ohren, Rücken je nach Lichteinfall auch schieferfarben. Vorkommen in bergigen Regionen Djiboutis, des östlichen Äthiopiens und Somalias. Nun einige Aufnahmen, auch einFoto in Vergesellschaftung mit einem Dik-Dik (Madoqua saltiana phillipsi) – auch eine Spezialität vom AWWP/Qatar
1. Bild: Bock der Beira, AWWP
(18.07.2009, 18:54)
WolfDrei:   Gazellen 7

Na, dann noch eine Form: Rotstirngazelle, Gazella ruffifrons

Eine gut von anderen Arten zu unterscheidene Gazelle, relativ groß, leicht lyraförmiges Gehörn, der schwarze Seitenbauchstreifen wird noch leicht bräunlich „unterwandert“, breite rote Stirn. Früher von Senegal bis Äthiopien. Die nubische Form (G. r. laevipes) fast ausgerottet, eine sich vermehrende Gruppe dieser UA in San Diego/WAP, 2000 noch im nicht einsehbaren Eingewöhnunsgehege (leider auch für mich). Große Gruppe in Al Wabra -AWWP. Bock im Bild

(18.07.2009, 18:22)
WolfDrei:   Bild 2: Pelzelngazelle, Al Wabra, AWWP
(18.07.2009, 18:10)
WolfDrei:   Gazellen 6

Heuglin Gazelle ( Gazella tilonura) und Pelzeln Gazelle (Gazella pelzelni)

Zwei Gazellen, die zwar systematisch etwas auseinander liegen (Heuglingaz. früher als UA von G. rufifrons; Pelzelngaz. früher als UA von G. dorcas geführt), aber im Freiland außerordentlich selten sind, zudem in politisch instabilen Ländern leben (Heuglingaz. in Äthiopien und Erythrea, Pelzelngaz. Horn von Afrika) und auch gegenwärtig kaum ausgestellt werden. Die Heuglingazelle zeigt gewisse Affinitäten zur Thomsongazelle ( z.B. ein starker Bauchseitenstreifen). Typisch für die Heuglingazelle ist das lyraförmige Gehörn,wie es für die Sömmeringazelle typisch ist, während die Pelzelngaz. ein relativ starkes gerades Gehörn mt leichter Innenkrümmung besitzt. Der Warschauer Zoo besaß eine kleine Gruppe der Heuglingazelle, seit 2005 lebt (?) nur noch der Bock (Bild 1). Bild 2 zeigt den Bock der Pelzelngaz. aus Al Wabra, dortselbst eine Gruppe von ca 80 Tieren – der einzigen gegenwärtigen Haltung! Ups: sehe gerade: laut ISIS sogar über 120!
1. Bild: Bock der Heuglingazelle, Warschau
(18.07.2009, 18:08)
Michael Mettler:   Die früher in Planckendael gehaltenen "Arabischen Gazellen" sollen aus dem Yemen gestammt haben und waren sehr dunkel mit steil stehendem Gehörn. Vielleicht also erlangeri - ähnelten aber auch sehr der Darstellung von Gazella bilkis in Kingdons "Arabian Mammals"...
(18.07.2009, 17:58)
Holger Wientjes:   Vielen Dank für die tollen Aufnahmen und Erläuterungen !!!
Bitte mehr !!! :-)
(18.07.2009, 15:25)
WolfDrei:   3. Neumanns Gazelle, Gazella erlangeri, AWWP
(18.07.2009, 12:39)
WolfDrei:   2. jungerwachsenes Cora-Paar. Sharjah
(18.07.2009, 12:37)
WolfDrei:   Gazellen 5

Edmigazelle, eigentliche Gazelle, Gazella gazella

Das „Vorbild“ für die Gazellen-Familie. 50-60 cm Höhe. Vorkommen sowohl in Steppen wie auch im Bergland! Hier: Arabische Berggazelle G.g.cora, speziell im bergigen Teil der südlichen arabischen Halbinsel. Dazu die Syrische G. oder auch Palästinagazelle( Gazella gazella gazella, relativ graue Färbung – siehe auch Zootierliste), die Farasanigazelle auf den gleichnamigen Inseln im Roten Meer, G.g.acaciae in Israel, muscatensis im Oman, arabica im nördlichen arabischen Raum. Vorkommen vom
nördlichen Sahararand über Arabien
bis ins äußere westliche Indien. UA-Trennung unklar, alle UA gefährdet. Die arab. Berggazelle, die Idmi, ist im Freiland stark gefährdet, ich sah sie aber in allen arab. Zoos und in den Privatanlagen in guten Zuchtgruppen. Die Gazellen im holländischen Overloon wurden wohl ursprünglich als cora geführt. Anbei zwei Aufnahmen der cora aus dem Sharjah Breeding Centre, anschließend von Neumanns Gazelle (früher Gazella g. erlangeri, nach Oscar Neumann) aus dem AWWP, erst kürzlich zur Art geschlagen: die dunkelste Gazelle, die ich kenne, außerordenlich kräftig, großes Gehörn. Lebensraum: Gebirge Yemens und des südwestlichen Saudi-Arabiens
1. Cora-Bock , Sharjah

(18.07.2009, 12:35)
WolfDrei:   Zur Ergänzung zur Bennettgazelle: G. bennetti fuscifrons (Weibchen und Jungtier) , AWWP
(18.07.2009, 12:31)
WolfDrei:   @MM: Als "geograf. Beleg" hatte ich noch die Schombersche Arbeit genommen Dann dürfte die Grenze etwa am Webi Schebeli liegen (führt der eigentlich immer Wasser?), die Tiere nördlich davon sind dann die nördlichen Gerenuks. Schomber führt an , daß sclateri-Schädel länger sind, speziell die "Zwischenkieferlänge" - nicht gerade für den Zoofan ein echtes Unterscheidungsmerkmal. Dazu solle die nördliche "deutlich" heller sein. Fiel mir so nicht auf - Saisonabhängigkeit etc. inklusive. Nach Frau Hammers (AWWP)Auskunft sollen die nördlichen wohl "etwas" größer sein.
(18.07.2009, 11:58)
Michael Mettler:   @WolfDrei: Bei meiner Gerenuk-Recherche bin ich darüber gestolpert, dass die Verbreitungsgrenze der beiden Unterarten heute offenbar anders definiert wird als früher. L.w.sclateri kommt demnach nur im nördlichen Somalia vor, die Gerenuks im Süden Somalias werden bereits zur Nominatform gerechnet. Damit verschiebt sich auch die Unterartzuordnung von mindestens vier Frankfurter Gerenuk-Zugängen, denn das Ursprungspaar stammte aus dem südlichen Somalia (damals Italienisch-Somaliland) und das zuletzt importierte Paar aus Kenia (alle nach neuerer Ansicht also Südliche Gerenuks). Lediglich vom fünften Zugang fand ich keine Herkunftsangabe.
(17.07.2009, 19:34)
Michael Mettler:   In vielen Zoos werden Kamele hinter Minimal-Gehegebegrenzungen gehalten, da wäre eine Vergesellschaftung mit Gazellen mit großem Umbauaufwand verbunden; diese Möglichkeit reduziert sich dann wohl (leider) auf wenige Zoos.
(17.07.2009, 19:23)
Henry Merker:   @Mirko Schmidkunz:
Dann bleibt nur zu hoffen, dass die verantwortlichen Geschäftsführer auch erkennen! Dabei könnten wahrscheinlich auch andere Gazellen Verbreitung finden; es muss ja nicht überall die gleiche sein.
Jetzt, wo Sie Nürnberg erwähnen, kann ich mich auch daran erinnern. Eventuell kämen auch die Somaliwildesel dort als Vergesellschafter in Frage; wenn sie nicht zu sehr den Zebras gleichen, was manche Punkte betrifft.
(17.07.2009, 18:47)
Mirko Schmidkunz:   Hellabrunn hält die Dorkas ja zusammen mit Kamelen, d.h. man könnte vorausgesetzt, dass die Zucht richtig funktionert, diese Gazellen sehr schnell in den Zoos verbreiten, da es praktisch in jedem Zoo Kamele gibt. Natürlich fielen einige Kleinanlagen heraus, aber dennoch bieten sich viele Möglichkeiten, einen guten Bestand aufzubauen.
(17.07.2009, 18:34)
Mirko Schmidkunz:   Nürnberg hat auch eine riesengroße Anlage für die Mendesantilopen, die auch ursprünlich für eine Vergesellschaftung mit Mhorrgazellen vorgesehen war. Auch dort wäre Platz und der Tiergarten könnte seine Wüstenbereich ausbauen ohne große Kosten. zumal man dort ja auch noch die Verbindung zu den dortigen Sandlebensräumen hat
(17.07.2009, 18:27)
Henry Merker:   @Mirko Schmidkunz:
Vor allem ließe sich diese Gazelleform auch im Tierpark Berlin halten, wenn man sie etwa mit Mendesantilopen vergesellschaften würde, was anscheinend gut zu funktionieren scheint. Der Tierpark hatte sie ja 2007 kurzzeitig in der Quarantäne (gemeint ist Gazella dorcas neglecta).
(17.07.2009, 18:07)
Mirko Schmidkunz:   Danke für eure Antworten. Es ist sehr schade zu lesen, dass es um diese Gazellen (gemeint sind die Arten, die nur noch im europäischen Ausland gehalten werden) in den Zoos so schlecht bestellt ist. Zu den Dorkasgazellen ließe sich sagen, dass wenn die Vergesellschaftung in der Wilhelma klappt, auch andere Zoos ihre Grevys mit Dorkas zusammenhalten könnten. Vor zwei Wochen waren die Dorkas nicht auf der Freianlage.
(17.07.2009, 17:29)
Henry Merker:   Zur Nördlichen Giraffengazelle sei hier vermerkt, dass AWWP laut ISIS sage und schreibe 12,16 Tiere hält!

Die INDISCHE GAZELLE wird in mindestens zwei Unterarten unterteilt:
Im AWWP leben laut ISIS 4,9 Tiere der Gazella bennettii fuscifrons und im Wadi Al Safa Wildlife Centre in Dubai soll es 1,6 Tiere der Nominantform geben.
(17.07.2009, 16:53)
Henry Merker:   Zu der INDISCHEN GAZELLE oder Chinkara heißt es im Buch "Im Land des Tigers" von Valmik Thapar:

"Die indische Gazelle, hier auch Chinkara genannt, gehört zu den anpassungsfähigsten Tieren der Wüste. Sie lebt zwischen Sanddünen, im welligem Hügelgelände und brachliegenden Feldern. Wie die Hirschziegenantilope frisst sie gern taubeladene Blüten und Blätter und kann daraus genügend Wasser ziehen, so dass sie nicht auf Wasserstellen angewiesen ist. Zusätzlich verringert sie die Verdunstung in der Mittagszeit durch den Rückzug in den Schatten.
Männliche wie weibliche Tiere tragen geriffelte Hörner und Haarbüschel an den Knien. Sie erreichen 65 Zentimeter Schulterhöhe, und ein ausgewachsenes Tier kann über 20 Kilo wiegen. Gazellen leben in kleinen Gruppen von 5 bis 15 Tieren, wobei die Böcke äußerst revierbewusst sind und Streitereien zwischen männlichen Tieren recht aggressiv ausgetragen werden. Der Sieger eilt schnurstracks zum Weibchen, um mit Werbung und Paarung zu beginnen. Neugeborene Kitze sind winzig und halten sich in den ersten Lebensmonaten eng bei der Mutter.
Wird eine Chinkara aufgeschreckt, stürmt sie mit höchster Geschwindigkeit davon, hält aber nach etwa 200 Metern an, um sich nach der möglichen Gefahrenquelle umzuschauen. Im Ranthambhore-Nationalpark am Rande der Wüste gibt es viele kleine Gazellenpopulationen, und ich habe einige Male beobachtet, wie ein Tiger sich an Mutter und Junge heranpirschte, aber bei jedem Versuch an der Aufmerksamkeit der Gazellen, dem schrill pfeifenden Warnruf und einigen mächtigen Fluchtsprüngen scheiterte.“ (S. 183)

Die Tiere genießen im übrigen den besonderen Schutz der Bishnois. So werden die Anhänger einer Religionsgemeinschaft genannt, die aus dem Jainismus entstanden ist (um etwa 1542). Schon oft haben Bishnoifrauen Gazellenkitze dadurch retten können, dass sie diese gesäugt haben.
Die Indische Gazelle gehörte zu den Hauptbeutequellen des indischen Geparden, der ausgerottet worden ist.

Indische Gazellen wurden in London gehalten und gezüchtet. Auch der Tierpark in Bremen, der 1975 geschlossen wurde, hielt in den 1960ziger Jahren diese Art.

(17.07.2009, 16:43)
WolfDrei:   Heute noch ein Zusatz:

Gazellen 4

Nördliche Giraffengazelle, Gerenuk, Lithocranius walleri sclateri

Äußerst schlanke Gazelle mit sehr langen Beinen. Zu den größten Gazellen-Arten zählend. (Schulterhöhe 105 cm), langer Hals. Verhältnismäßig kleiner Kopf. Brauner Rückensattel. Bauch und Innenseiten der Beine weiß. Nur Männchen mit Hörnern. Die nördliche UA ist jene, die in Frankfurt gehalten und auch gezüchtet wurde. Vorkommen in Djibouti, Äthiopien (Ogadendistrikt) und Somalia. Z.Z. wird diese UA nur in arabischen Einrichtunen gehalten und gut gezüchtet (in Al Wabra/Qatar über 20 Geburten)
Aufnahme aus der Al Wabra Wildlife Preservation (AWWP)

(17.07.2009, 16:29)
WolfDrei:   Gazellen 3

Indische Gazelle, Bennettgazelle oder Chinkara, Gazella bennetti

Vorkommen von Nordwestindien über Pakistan bis zum Iran. Gehört zu den kleinerer Arten der Gattung. Farblich nicht besonders gekennzeichnet, Rumpfstreifen relativ schwach. Bei allen von mir gesehenen Böcken geringe Gehörnentwicklung. In der Literatur wenig beschrieben. In Europa und Amerika nicht gehalten, auf der Arab. Halbinsel in Al Wabra und im Zoo Doha (Aufnahme)

(17.07.2009, 15:50)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Ihr heutiger Beitrag ist sehr aufschlussreich und ich habe auch wieder viel lernen können. Der Farbunterschied zwischen den beiden von Ihnen abgebildeten Unterarten der Kropfgazelle sind wirklich beträchtlich! Doch kann man an dem Gesamtkörperbau noch erkennen, dass es sich um ein und dieselbe Art handelt.
Die Persische Kropfgazelle ist noch im Bestand des Zoos Nürnberg vorhanden. In Karlsruhe ist sie in beiden Haltungsstandorten anzutreffen (Zoo Karlsruhe und Tierpark Oberwald). Ansonsten sind Helsinki, Moskau, Zürich, Overloon, der Safaripark Beekse Bergen, Antalya, Bursa, Izmir und der Bosporuszoo als Halter zu nennen. Insgesamt gibt es also 14 Kropfgazellenhalter. Als ehemalige Halter sind der Tierpark Berlin, Dresden, Duisburg, Gelsenkirchen, Heidelberg, Kronberg und Stuttgart in Deutschland zu nennen. Ferner gab es sie einst im Zoo von London, in Bristol, Rotterdamm (Blijdorp-Zoo) und im Wildpark Altenfelden. (Nicht alle diese Angaben stammen aus der Nachkriegszeit.)

Weiter so!
(16.07.2009, 12:42)
WolfDrei:   ---und der Bock der Nominatform.Bitte die Farbunterschiede mit G.s. marica beachten.
(16.07.2009, 12:09)
WolfDrei:   Gazellen 2

Nun von Osten nach Westen: Kropfgazellen (Gazella subgutturosa). Kompakte kräftige Gazellen, Höhe um 50 cm, kurzhalsig, bei den Böcken jener namensgebende Kehl-Kropf. Die oft geäußerte Meinung, Weibchen seien ohne Gehörn, kann ich zumindest bezüglich der Sandgazelle nicht zustimmen – natürlich, sehr viel kleiner sind sie schon. Kropfgazellen haben von allen Gazellen das größte Verbreitungsgebiet (besser hatten): von der Mongolei (von dort ehemals zusammen mit der Mongoleigazelle saisonale Wanderung nach Tannu Tuwa, Rußland) und der chinesischen Dsungarei über die mittelasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken, Pakistan, Iran („persische“ Kropfg.), dem östlichen Arabien , südliches Aserbeijan, östlichste Türkei, Syrien, Palästina bis zum Sinai. Fast alle Arten nunmehr gefährdet. In Mittelasien war das Verschwinden durch die Jagd (legal und illegal) auch die Ursache für das Schwinden des asiatischen Geparden – die letzten iranischen Geparden müssen sich auf Wildschafe und -ziegen „umstellen“. Gesamtzahl der KG um 100 000. Besonders gefährdet ist die Sand- oder arabische KG – die Rhim der Araber. Das Wort Gazelle kommt aus dem Arabischen (gazaal). Persische Gazelle heute gehalten im Zoo Berlin, in Karlsruhe und bei Hagenbeck (noch Nürnberg?), auch sonst selten gehalten in Europa. Die hellere arabische Gazelle existiert in San Diego (WAP), umfangreiche Haltungen in Saudi Arabien, Oman und den Emiraten einschließlich Qatar und Barein. In Saudi-Arabien Freisetzungen. Neben dem schon gezeigten Bild eines G.s.marica-Bockes hier eine Gruppe im Wadi Safa, anschließend ein Bock der Nominatform G. s. subgutturosa)

(16.07.2009, 12:07)
Henry Merker:   @Michael Mettler:
Dem wäre nur beizupflichten!

@WolfDrei:
Vielen Dank für Ihre zusätzlichen Informationen. Scheint ja nicht gerade gut auszusehen, was die von Ihnen genannten Gazellenarten (Antwort: @Mirko Schmidkunz) betrifft...
(16.07.2009, 07:46)
Michael Mettler:   Falls nicht gerade Transportbeschränkungen im Wege stehen, könnte ich mir am ehesten die Verfügbarkeit von Edmigazellen aus Almeria (nicht in ISIS) vorstellen. Allerdings würde ich mir auch ein paar mehr Halter für Sahara-Dorkasgazellen und Kropfgazellen wünschen.
(15.07.2009, 18:48)
WolfDrei:   @Mirko Schmidkunz: Mit den genannten Arten sieht es dürftig aus in Europa. Man möge helfen: Dünengazelle vielleicht noch (ich habe im Mai kein Tier gesehen) in Dvur, sicherlich noch in Planckendael. Edmi -oder Berggazelle???? Arabische in Overloon???Blackpool laut ISIS
(15.07.2009, 18:38)
WolfDrei:   Abgebildet wurde die Mongoleigazelle
(15.07.2009, 18:28)
Mirko Schmidkunz:   Welche Gazellenart, die noch anderswo in Europa gehalten werden (Arabische Gazelle, Dünen-, Edmigazelle) wäre am einfachsten zu bekommen. Also wo funktioniert die Zucht am besten und welche Art ist besonders ansprechend, wobei das nicht heißen soll, dass andere nicht in Frage kommen. Wäre nicht die ehemalige Säbelantilopenanlage dazu prädestiniert, diese ist auch nicht kleiner als die Anlage der Mhorrgazelle. Auch Nürnberg, das sich neuerdings besonders mit dem Thema Wüste spielen will, könnte eine weitere Art durch Umbesetzungen unterbringen.
(15.07.2009, 17:36)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Ist das Tier jetzt ein Przewalski- oder die Mongoleigazelle auf dem Bild?
Die Informationen zu den beiden Arten sind sehr gut!
(15.07.2009, 16:42)
WolfDrei:   Dann also eine kleine Gazellenschau, im Osten beginnend. Heute:
Mongoleigazelle (Procapra gutturosa)Ehemals in der Mongolei und angrenzenden Teilen Nordchinas die häufigste Gazelle mit Millionenbestand, heute einige Zehtausend, vielleicht Hunderttausend. Die verwandte Przewalskigazelle zählt nur noch ca 400 Tiere in 2 Gruppen um den Qinghai-See im tibetichen Hochland(so 3000 m) Gestalt ähnlich der Kropfgzelle, kurzhalsig. Aufnahme aus dem Beijing Zoo, 1994. Das Tier lag dort leider so über 7 Stunden.
(15.07.2009, 16:33)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Natürlich MÖCHTE ich meine Erkenntnisse ausbauen!
(15.07.2009, 13:00)
Henry Merker:   @WolfDrei:
Da es bei mir sehr wohl Bedarf gibt, werde ICH Ihnen da keine Steine in den Weg legen, zumal ich hier gerne meine Erkenntnisse ausbauen wollen würde.

Bei der arabischen Kropfgazelle fällt mir eine entfernte Ähnlichkeit zum Tschiru auf - natürlich kann ich mich da auch täuschen, aber der Kopf der beiden Arten ist schon in mancherlei Hinsicht vergleichbar.

@Michael Mettler:
Einen ähnlichen Grundgedanken hatte ich ja auch schon im Kopf gehabt - als ich etwa am 14.07.2009 (Beitrag 3) den verhältnismäßig geringen Platzbedarf dieser Tiere ansprach (in puncto Platzbedarf kann ich mich allerdings auch irren) - , zumal es wohl doch zu einfach wäre, alles mit dem Desinteresse der Zoobesucher zu erklären. Wäre dem nämlich immer so, wären wahrscheinlich Zoos in sehr großer Not.


An dieser Stelle habe ich auch noch eine für systematische Fragen nicht unwesentliche Anfrage:
Als ich gestern im Buch "Mammal Species Of The World" von Wilson & Reed mich etwas über Gazellen und Böckchen schlau machen wollte, bin ich wiederholt über einen für mich noch sehr unklaren Begriff gestolpert. Dieser Begriff lautet "evolutionary species" und wird häufig mit dem Namen Cotterill im Zusammenhang gebracht. Was verbirgt sich eigentlich genau dahinter?
(15.07.2009, 12:58)
IP66:   Ob man wirklich alle Ernährungsfragen im Griff hat, möchte ich in Hinblick auf die Probleme, die in Krefeld auftraten, bezweifeln - aber dies mag auch von Zoo zu Zoo unterschiedlich sein. Interessant scheint mir, daß Gazellen im 19. Jahrhundert durchaus als attraktive Tiergestalten galten und immer wieder in Presseberichten oder Zooführern hervorgehoben wurden. Es mag sein, daß durch die von Herrn Rückert betriebene Übersetzung altarabischer Lyrik und die Vorliebe für die Exotik des vorderen Orients, in der die Gazelle eine bedeutende Rolle spielt, hier ein bildungsbürgerlicher Kontext eine Rolle spielte, der heute fehlt, und daß die grazilen Tiergestalten auch besser in die Gehegearchitektur aus der Mitte dieses Jahrhunderts paßte als auf die heutigen Großanlagen, doch ob alls Sympathie verfolgen ist, weiß ich nicht.
Über eine Vorstellung von Gazellenarten wäre ich sehr froh - vielleicht habe ich in meinen Kindertagen zu wenig Rückert gelesen, jedenfalls habe ich den kleineren Antilopenarten meist erst Beachtung geschenkt, als es sie nicht mehr gab, was die Fähigkeit zur Artunterscheidung nicht unbedingt steigert.
(15.07.2009, 11:08)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Ich halte es eher für eine Frage der Präsentation. Wenn Gazellen als "Unterbesatz" für größere und populärere Huftierarten eingesetzt werden, haben sie es schwer, Aufmerksamkeit zu erzeugen und werden schlimmstenfalls als Jungtiere der Großen fehlgedeutet - es sei denn, sie können durch pure Stückzahl punkten (trifft derzeit am ehesten auf Hirschziegenantilopen zu). Einer Gruppe Thomson- oder Dorkasgazellen in einem eigenen, attraktiv gestalteten Gehege würde ich durchaus mehr Beliebtheitswert zutrauen, wenn auch eher aus "Niedlichkeitsempfinden" als aus biologischem Interesse des Publikums.
(15.07.2009, 09:46)
WolfDrei:   So Bedarf besteht, würde ich schon einige Gazellenarten und-unterarten im Bild vorstellen. Immerhin habe ich bei meinem Besuch in den Emiraten und Qatar (Al Wabra) an die 15 Formen erstmals gesehen - das könnte hier von der Mongoleigazelle bis zum nördlichen Gerenuk gehen (allerdings benötige ich in einigen Fällen die Veröffentlichungsenehmigung der Halter)anbei aber schon ein Bild der arabischen Sandgazelle (arabische Kropgazelle) auch dem Zoo von Al Ain (Abu Dhabi). Ansonste binich auch schon wegen ener Gazelle (Heuglingazelle) gereist, in diesem Falle nach Warschau. Werde demnächst auch die Zootierliste mit Bildern dieser Arten weiter "füttern".
(15.07.2009, 08:05)
Henry Merker:   @Mel & Michael Mettler:
Kann die mangelnde Popularität der Gazellen damit zusammenhängen, dass diese Tiergruppe eher unbekannt sind, selbst bei den meisten zoologisch interessierten Personen - ob nun mit wissenschaftlichem Rang oder ohne - unbekannt sind und demzufolge auch nur selten in Dokumentationen vorgestellt werden?
Womoglich würde sich die Popularität dieser Tiere dadurch positiv verändern, dass mehr Bildungsangebote zum Thema "Gazellen" in Zoos betrieben werden.
Ich bin mir natürlich darüber im Klaren, dass dies allein auch nicht ausreichen wird, da auch so viele Besucher sich dennoch nach wie vor eher nach den sogenannten "Musstieren" umsehen. Und da heutige Biologen eher in Genetik und Mikrobiologie ausgebildet werden, werden diese Tiere wahrscheinlich auch weiterhin eher zu den Nonames gezählt werden müssen, so meine (vielleicht auch falsche) Vermutung.

@Mel:
Was die Aktraktivität von Gruppen in Sachen Gazellen betrifft, gebe ich Ihnen vollkommen Recht.


Nachbemerkung II zur Vorbemerkung:
Da die Gazellen weitestgehend unbekannte Zootiere sind, können hier auch systematische Fragestellungen besprochen werden. Ansonsten gelten die nach wie vor die Aussagen in der Nachbemerkung zur Vorbemerkung vom 14.07.2009 und der Vorbemerkung vom 13.07.2009.
(15.07.2009, 07:46)
Michael Mettler:   Ich hatte im Forum ja schon mal erwähnt, dass die Junggesellengruppe der Thomsongazellen, die längere Zeit im Zoo gehalten wurde, für meinen Geschmack sehr gut beim Publikum ankam und durchaus mal die Blicke auf populärere Arten des Doppelgeheges wie Zebra und Strauß ablenkte, denn es gab mit ihr viel "Action" in Form von Spielkämpfen. Vor dieser Gruppe waren seit 1974 immer Thommies im Bestand gewesen (und immer auf den großen Gemeinschaftsanlagen), aber ich habe nur selten Reaktionen des Publikums auf sie gehört. Wird interessant sein, das in nächster Zeit weiterzuverfolgen, denn nun ist ja die Bockgruppe wieder weg (in Leipzig) und wieder eine Zuchtgruppe vertreten - Spielkämpfe ade.
(14.07.2009, 23:06)
Mel:   Das Selbstbewußtsein der böcke mancher arten ist wirklich nicht ohne da hat MM recht. allerdings ist der Punkt Ernährung heute nicht wirklich mehr "Das Knackpunktthema" bezüglich Haltung.
(14.07.2009, 22:56)
Mel:   Ich denke mal ein Grund für den Artenschwund im Bereich Gazellen und Antilopen, liegt darin das diese für den Ottonormalbesucher nicht gerade die "interessanten" Tiere sind, dazu kommt noch der Aspekt das viele Vertreter dieser nur in Gruppen eine entsprechende Wirkung haben und da sind wir schon beim nächsten Problem gruppen bedeutet immer eine gewisse Anzahl an Stallungen dies bedeutet Platz. Platz den viele Zoos dann doch lieber für Publikumsattraktiver Arten verwenden um Besucher zu gewinnen. seien wir mal ehrlich wenn ein Zoo etwas Fläche zu vergeben hat und bedacht ist die Besucherzahl zu erhöhen (man muß sich ja auch irgendwie finanzieren und tragen) dann fällt die entscheidung viel zu oft zu gunsten eines Publikumslieblings...und ich habe noch nie jemanden sagen hören...oh ich muß unbedingt mal nach xxx dort halten sie Mhorr-Gazellen... Und leider wirken 1,1 oder 1,2 tiere nicht wirklich so ansprechend wie eine Gruppe von 1,5 oder mehr Tieren auch in Vergesellschaftungen wirken einzelne Tiere nicht ansprechend wie eine Gruppe.
(14.07.2009, 22:52)
Michael Mettler:   @Henry Merker: Die Böcke mancher Gazellenarten (z.B. Dorkas) genießen den Ruf, nicht gerade unter mangelndem Selbstbewusstsein zu leiden und sich dementsprechend gegenüber Pflegern und Gehegemitbewohnern aufzuspielen. M.W. sind Gazellen auch nicht einfach in der Ernährung, aber da fehlt es mir an Detailwissen. Hat mich nie weiter beschäftigt, schließlich bin ich in Hannover seit jeher mit Gazellen verwöhnt...
(14.07.2009, 22:48)
Henry Merker:   @Michael Mettler:
Wenn dem so ist, dann müssten doch Gazellen rein theoretisch in europäischen Zoos häufiger anzutreffen sein, da sie wegen ihrer geringen Größe auch (so nehme ich jedenfalls an) nur wenig Platz brauchen dürften.

An alle:
Oder gibt es hier einige Herausforderungen, die dem im Wege stehen? (Mal von Importen abgesehen.)



Nachbemerkung zur Vorbemerkung:
Um die Thematik hier noch einmal kurz zu präzisieren: In diesem Thread soll es um die Haltung, Zucht und Pflege von Gazellen, Böckchen, Springböcke und Hirschziegenantilopen in menschlicher Obhut gehen.
Anbei befindliches Bild stammt aus der Zootierliste und wurde von Kowari geschossen. Es stellt eine Mhorgazelle dar.
(14.07.2009, 22:20)
Michael Mettler:   Meines Wissens hatten alle nach Hannover gelangten Thomsongazellen seit den 70er Jahren ihren "genetischen Ursprung" in Ramat-Gan/Israel.

Die meisten Gazellen sind an starke Temperaturschwankungen von sehr heiß (tagsüber) zu kalt (nachts) angepasst, und in der Regenzeit werden Thomsongazellen auf offener Savanne auch regelmäßig klitschnass. Das deutet schon auf eine recht hohe klimatische Toleranz hin.
(14.07.2009, 16:07)
Henry Merker:   Ich habe mir mal die derzeitigen Halter (innerhalb des "Zootierlistenbereiches")der Thomsongazelle angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass diese Art in klimatisch teilweise grundverschiedenen Staaten anzutreffen ist. Könnte es demnach sein, dass diese Art sehr tolerant ist, was klimatische Komponenten betrifft, oder gibt es andere Faktoren, die bei der Gazellenhaltung ebenfalls eine Rolle spielen?
Zusätzlich würde mich auch interessieren, warum diese Art im Vereinigtem Königreich nicht mehr vorhanden ist, zumal dieser Staat ja mal die größte Thomsongazellendichte aufwies.
Gleichfalls interessiere ich mich dafür, von wo der Zoo Hannover seine Thomsongazellen bezogen hat.

Eine Anmerkung sei an dieser Stelle noch gegeben: Die Angabe zum Zoo Berlin bei dieser Art ist etwas irreführend, da diese Art auch nur sehr kurzzeitig dort vertreten war! Hier wäre eine genauere Angabe wünschenswert.
(14.07.2009, 14:17)
Henry Merker:   @Holger Wientjes:
Die habe ich gestern übersehen, da ich nur nach ehemaligen Haltern gesehen habe und die Tiere noch im Bestand sind.
(14.07.2009, 13:52)
Holger Wientjes:   In DO wurden auch Saigas gehalten, so viel ich weiss.
Und HZA sind doch auch Gazellen.
(14.07.2009, 00:03)
Henry Merker:   @André Haubrich:
Pardon: "Die von dir gestellte..."
(13.07.2009, 22:53)
Henry Merker:   @André Haubrich; Kuhantilopenthread, Frage vom 13.07.2009:
Die von Ihnen gestellte Frage läßt sich nur schwer beantworten. Nachdem ich die Zootierliste in der Kategorie "Ducker, Gazellen, Böckchen" nach Tieren aus Dortmund durchsucht habe, bin ich zu keinem Fund gekommen. Falls es sich um einen Ducker gehandelt hätte, hätte ich die Frage im Duckerthread beantwortet; so bleiben nur Spekulationen, wenn dieses Tier nicht etwa in der Kategorie "Antilopen" zu finden ist.

Darum leite ich an dieser Stelle die Frage an alle anderen Forumsteilnehmern weiter - denn vielleicht gab es ja tatsächlich mal in Dortmund Gazellen oder Böckchen, die EBENFALLS in diesem Thread behandelt werden können. Ein weiterer Grund ist die eigentliche Thematik im Kuhantilopenthread.
(13.07.2009, 22:52)
Henry Merker:   Vorbemerkung:
Da es im Kuhantilopenthread einige Anfragen zu den "kleineren Antilopen" gab, die ich an dieser Stelle als Gazellen interpretiere, soll es in diesem Thread um die Haltung und Zucht von Gazellen in den Zoologischen Gärten der Welt gehen. Ich hoffe, dass es genügend Interessenten für diesen Thread geben wird.
(13.07.2009, 22:46)

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