Forum

-> alle Kategorien des Forums (hier geht es auch zur Stichwortsuche)


Beitrag hinzufügen
Name: (= Nachname) Passwort: (= Kundennummer)
Sie haben noch keine Login-Daten? Hier können Sie sich anmelden!
Beitrag:
Bei längeren Beiträgen empfehlen wir, den Text in einem Textprogramm zu verfassen und aus der Zwischenablage einzukopieren.
Link zu anderen Medien:
Bitte anklicken, wenn Ihr Beitrag in erster Linie einen Link zu anderen Medien (Zeitungsmeldung etc.) darstellt.
Foto:
(gif/jpg/png / Dateigröße max. 2MB)

Vogelpark Niendorf,/ Ostsee



Gudrun Bardowicks:   Ich war mal wieder im Vogelpark Timmendorfer Strand in Niendorf/Ostsee. Hauptgrund war das Fotografieren von Vogelarten vom Indischen Subkontinent für die diesjährige Zootier-Challenge, aber auch landschaftlich und vom Vogelbestand her begeistert mich der Vogelpark immer wieder.
Auffällig war, dass besonders der Bestand an Eulenarten in den letzten beiden Jahren stark reduziert wurde. Auch der Greifvogelbestand wurde etwas ausgedünnt. Aktuell sind nur Falklandkarakara, Andenkondor, Schneegeier, Riesenseeadler, Europäischer Seeadler und Weißkopfseeadler in der Schau. Einige der Anlagen wurden zusammengelegt und die ehemalige Milanvoliere wird aktuell von den Blaßuhus bewohnt.
An Eulenarten wurden gegenüber dem letzten Jahr z.B. Waldohreulen und Weißbüscheleulen abgegeben. Auch Fischuhus, Halsband-Zwergohreulen und Sperlingskäuze sind in den letzten Jahren abgegeben worden. Eulennachwuchs gibt es aktuell bei den Fleckenuhus und Kanincheneulen und vermutlich auch bei Steinkauz, Grauuhu und Schneeeule, aber deren Jungvögel lassen sich größenmäßig und von der Färbung her praktisch nicht mehr von den Altvögeln unterscheiden. Nachwuchs ist leider weiterhin nicht an den Gehegen angeschlagen und auch das Problem mit fehlender bzw. falscher Beschilderung an den Volieren besteht immer noch. Allerdings wurden die meisten vorhandenen Schilder mittlerweile erneuert. Ich bin mal gespannt, ob das Beschilderungsproblem durch die neue Leitung verbessert wird.

Die alte Nachtreihervoliere ist nicht mehr in Betrieb, da die Übernetzung der Anlage mittlerweile marode und wohl auch eingestürzt ist. Die Nachtreiher leben jetzt in der neuen Großvoliere zwischen der Fasanerie und der begehbaren Stelzvogel-/Mandschurenkranichanlage und haben dort auch wieder Nachwuchs. Der Bestand an Nachtreihern wurde allerdings verringert. In dieser Voliere brüten aktuell auch je ein Paar Buntstörche und Afrikanischer Klaffschnäbel, Küstenreiher und möglicherweise auch Seidenreiher. Diese lassen sich im Schlichtkleid auf die Entfernung schlecht von den Küstenreihern unterscheiden, die allerdings überwiegend in der zweiten Großvoliere brüten. Nachwuchs gibt es auf jeden Fall neben den Nachtreiheren auch bei den Roten Sichlern. Ansonsten leben in der Voliere weiterhin ein Paar Helmhokkos, viele Purpurhühner, Abdimstörche, ein Asiatischer Wollhalsstorch, 2 Malaienstörche/Milchstörche, ein Schwarzstorchpaar, Weiße Sichler und je mind. ein Afrikanischer Nimmersatt und ein Brillenibis.

In der begehbaren Kranichanlage sah ich 2 Mandschurenkraniche, 2 Stachelibisse, 2 Schwarzkopfibisse, Heilge Ibisse mit Jungvögeln, Graukopfkasarkas, Rostgänse, eine Radjagans, Paradieskasarkas und Halsbandkasarkas.
Gefreut habe ich mich über den Klunkerkranich, den man sonst in Deutschland ja kaum noch sieht. Ich sah allerdings nur ein Einzeltier. Auch ein Goliathreiher ist weiterhin vorhanden. Der Kranichbestand umfasst weiterhin Graukranich, Grauhalskronenkranich, schwarzer Kronenkranich, Paradieskranich, Jungfernkranich, Kanadakranich, Weißnackenkranich und Indischer Saruskranich und gehört somit weiterhin zu den artenreichsten Kranichbeständen zumindest in deutschen Zoos und Vogelparks. Auffällig waren auch 3 Schwarzschnabelstörche verteilt auf 3 Anlagen und erfreulich weiterhin das Maguaristorchenpaar.

Es sind mit Keulenhornvogel, Grauwangen-Hornvogel, Silberwangen-Hornvogel, Papua-Hornvogel und Rhinozeros-Hornvogel zwar immer noch 5 Hornvogelarten vorhanden, aktuell mit Ausnahme der Rhinozeros-Hornvögel allerdings nur noch in Einzelvögeln.
Regenbrachvögel und Palawan-Pfaufasane sah ich auch keine mehr.

Nachwuchs gab es neben den bereits genannten Arten u.a. auch bei Rosaflamingos, Löfflern, Küstenreihern, Bronzekiebitzen und Jagdfasanen. Ein Trauerschwan brütet aktuell.

Neu in der reichen Watvogelsammlung des Parks waren für mich eine Gruppe Säbelschnäbler und mind. ein Europäischer Triel. Nach Aussage eines Tierpflegers ist der neue Vogelparkchef ein großer Limikolenfan und plant u.a. eine neue große Watvogelanlage, was ich sehr schön fände. Weiterhin ist wohl auch eine begehbare Sittichvoliere als eine der ersten Neuanlagen geplant, was auch in der PM zur neuen Vogelparkleitung erwähnt wird. Im Vogelpark Timmendorfer Strand wird sich vermutlich unter der neuen Leitung in den nächsten Jahren einiges verändern, was man ja auch schon an der Reduzierung des Eulen- und Greifvogelbestands erkennen kann.

Es war wieder ein sehr schöner Besuch mit einigen Überraschungen. Ich bin mal gespannt, wie sich der Vogelpark unter der neuen Leitung in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.
(22.08.2025, 23:13)
cajun:   Geballte Neuigkeiten aus dem Vogelpark Niendorf:
"Neue Betreiber, neue Pläne und seltene Vögel
Der Vogelpark Niendorf ist seit über 50 Jahren ein fester Bestandteil der Region. Eröffnet wurde er 1973 von Felix Gräfe, bevor Klaus Langfeldt am 13. Juni 1983 die Leitung übernahm. Zwei Jahre später, am 19. Juli 1985, öffnete der Park nach einer umfangreichen Erweiterung auf rund sieben Hektar seine Tore in der heutigen Größe.
Unter Klaus Langfeldts Leitung entstand weltweit die größte Eulensammlung. Von europaweiter Bedeutung sind zudem verschiedene Arten von Hornvögeln, Adlern und Störchen. Auch seltene Tiere wie Klunker-Kraniche und Goliath-Reiher gehören zu den Bewohnern. Die lauten Rufe von Aras, Papageien und Kakadus sind schon von weitem zu hören. Besonders beliebt bei Besucher:innen sind ein sprechender Beo, ein »Hallo« rufender Kakadu und ein grunzender Helm-Hokko. Große Zuchterfolge erzielte der Vogelpark unter anderem bei Rhinozeros-Hornvögeln, Mandschuren-Kranichen, Maskeneulen sowie Schwarz- und Buntstörchen. Viele verletzte Greifvögel wurden erfolgreich gesund gepflegt und ausgewildert.
Neuer Abschnitt in der Parkgeschichte
Seit dem 1. August 2025 leiten Christian Siebelts und Daniel Volkmer-Kuberski den Vogelpark Niendorf. Ihr Ziel ist es, den Park zukunftsfähig zu gestalten, ohne den natürlichen Charakter zu verändern. Geplant sind der Neubau der Sanitäranlagen, die Renovierung der Küche, die Verlegung des Büros sowie neue Sozial- und Seminarräume für die Mitarbeiter:innen.
Auch der Tierbestand wird erweitert. Ganz aktuell ist ein Weißkopf-Seeadlerpaar in die Voliere neben den Riesen-Seeadlern eingezogen. In naher Zukunft folgen der Ausbau des Spielplatzes, ein Gehege für Riesen-Schildkröten an der Stelle des bisherigen Bürogebäudes sowie eine begehbare Freiflugvoliere für Finken und Sittiche.
Genuss, Patenschaften und Veranstaltungen
Im Café und auf der Außenterrasse werden weiterhin Kaffee, hausgebackener Kuchen und Eisbecher angeboten. Ergänzend kommt ein Food-Truck hinzu. Der Verkauf von Geschenkartikeln läuft wie gewohnt weiter. Auch Futterpatenschaften bleiben bestehen. Für die Neuzugänge wie den Weißkopf-Seeadler werden aktuell noch Pat:innen gesucht.
Führungen für Gruppen sollen künftig regelmäßig stattfinden. Ab dem nächsten Sommer, wenn die meisten Bauarbeiten abgeschlossen sind, ist ein Veranstaltungsprogramm mit Flugshows und Abendführungen geplant.

Förderverein als starke Unterstützung
Der Förderverein Vogelpark Niendorf/Ostsee e. V. engagiert sich seit 2009 für den Erhalt des Parks. Er finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden und hat bereits zahlreiche Projekte ermöglicht – vom Ausbau des Spielplatzes über den Bau der ersten und zweiten Freiflugvoliere bis hin zur erfolgreichen Aufzucht eines Jungtieres bei den Buntstörchen. Der Verein freut sich über die neuen Betreiber und will auch in Zukunft tatkräftig unterstützen, etwa bei der Erweiterung des Spielplatzes oder dem Bau einer dritten Freiflugvoliere."
Quelle:https://travemuende-aktuell.de/artikel/27097-Vogelpark-Niendorf-Neue-Betreiber-neue-Plaene-und-seltene-Voegel.html
(12.08.2025, 19:48)
cajun:   Neben Nachzuchten bei 13 Eulenarten in diesem Jahr meldet der Vogelpark eine interessante Paarkonstellation bei den Störchen:
"Im Nest eines Weißstorchen-Paares hoch oben auf dem Dach einer Schutzhütte sitzen drei kleine Jungtiere, die von den Eltern umsorgt werden. Das Dach der Schutzhütte des Goliath-Reihers ist besonders beliebt bei den Störchen. In ihrem eigenen Gehege ist bisher noch kein Nest gebaut worden.

Etwas sehr Ungewöhnliches ist im Gehege der Pelikane zu beobachten. Dort hat ein Schwarzschnabel-Storch mit einem Schwarz-Storch ein Nest gebaut und beide brüten ein Ei aus.

Auch bei den Marabus wird Nachwuchs erwartet. Das Nest befindet sich in der Schutzhütte. Nachwuchs gibt es auch bei den Kronen-Kranichen, dem Brillenkauz, dem Wellen-Uhu, der Schleier-Eule und den Jungfern-Kranichen. Die Flamingos haben in ihrer Schutzhütte fünf Nester gebaut, in denen bereits drei Eier liegen."
Quelle: http://www.vogelpark-niendorf.de/aktuelles/2022-05-nachwuchs/
(15.06.2022, 08:49)
Michael Gradowski:   Danke Gudrun für die vielen Infos.
(30.06.2015, 14:44)
Gudrun Bardowicks:   Ich stimme MM voll zu. Ende Mai bis Ende Juni ist die ideale Zeit für den Besuch, da die Schilfbestände dann schon hochgewachsen sind und auch noch Wasser in den naturnahen Gewässern vorhanden ist. Auch die vielen frei lebenden Rohrsänger lassen sich um diese Jahreszeit besonders gut verhören und beobachten. Auch die neue bzw. vergrößerte Stelz- und Wasservogelvoliere weist große Schilfbestände und eine schöne natürliche Wasserfläche auf. Eine wirklich einzigartige schöne Feuchtgebietsvoliere.
Hinsichtlich des tollen Vogelbestandes und der schönen Landschaft lohnt sich natürlich auch ein Besuch im Sommer oder Herbst. Die Wintermonate oder frühen Frühlingsmonate sind nicht so reizvoll, wenn der Vogelpark auch im Winter geöffnet ist, da dann vor allem viele Exoten nicht zu sehen sind, da nur die Stelzvogelställe teilweise einsehbar sind, aber nicht die Volieren für Nashornvögel und weitere Exoten und die Landschaft dann auch weniger attraktiv ist.
Säugetiere sind mit Ausnahme von Hauskaninchen nicht vorhanden. Der Park ist ein tolles Ausflugsziel für jeden Natur- und Vogelfreund und dürfte auch Zoofans gefallen, die keine absoluten Vogelfans sind. Er ist auch gut erreichbar mit dem öffentlichen Nahverkehr (Bahnhof Timmendorferstrand und von dort zu Fuß entlang der Strandpromenade in Richtung Niendorf Hafen, Fußweg etwa 50 Minuten, oder mit dem Bus stündlich Richtung Travemünde bzw. vom Strandbahnhof Travemünde mit Buslinie 40 stündlich Richtung Timmendorferstrand und Scharbeutz, Bushaltestelle Hafen Niendorf,dann kurzer Fußweg in Richtung Strandpromenade nach Timmendorf. Der Parkplatz für den Hafen Niendorf liegt direkt am Vogelpark). Eine Kombination mit dem Sealife Timmendorferstrand mit vielen Ostseefischarten und Zwergottern oder vermutlich auch Arche Noah Zoo Grömitz (nur mit PKW) ist gut möglich. Allerdings sollte man für den Vogelpark mindestens 2 Stunden einplanen, auch wenn dieser nur 7 ha groß ist, wenn man die Atmosphäre dort genießen will und möglichst viele Vogelarten sehen möchte, da diese besonders in den Schilfbeständen viele Versteckmöglichkeiten haben. Auch die Exoten- und Eulenvolieren sind dicht bepflanzt und bieten den Vögeln nicht einsehbare Rückzugsmöglichkeiten in Nistkästen (kleinere Eulen) bzw. in den jederzeit für die Vögel zugängigen Stallgebäuden. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ist aber angemessen, da der Park eine private Einrichtung ist und wirklich viel fürs Geld geboten wird. Das Essen dort ist zwar teuer, wird aber frisch zubereitet und schmeckt sehr gut. Es gibt auch hausgebackenen Kuchen und Eisbecher. Das Restaurant/Cafe ist auch ohne Vogelparkbesuch zugängig.

Für das Sealife Timmendorferstrand reicht eine Stunde um alles zu sehen, da dieses nicht besonders groß ist und auch nicht gerade durch Artenvielfalt besticht, das Highlight für mich waren die Japanischen Riesenseespinnen. Es liegt direkt an der Seebrücke Timmendorferstrand.
(30.06.2015, 12:45)
Michael Mettler:   Die naturnahen Freianlagen entfalten ihre volle Wirkung allerdings erst, wenn das Schilf eine gewisse Höhe erreicht hat - ich war zwar länger nicht dort, aber an der Landschaft hat sich ja vermutlich nichts geändert. Wer das beeindruckendste Feuchtgebiet-Ambiente genießen möchte, sollte nicht unbedingt schon im Frühjahr den Park besuchen!
(29.06.2015, 23:38)
Michael Gradowski:   Danke Gudrun für die Vorstellung. Wirklich ein beeindruckender Bestand vor allem auch an Arten, die man nicht so häufig sieht. Ein Besuch scheint sich (vor allem für den Vogelfreund) wirklich zu lohnen.
(29.06.2015, 14:08)
Gudrun Bardowicks:   Noch einige Ergänzungen: Die Jungfernkraniche führten 2 Jungvögel und auch beim Kanadakranich gab es ein Ei, das aber leider zerbrach. Die Beschilderung bei den Papageien wurde erneuert und aktualisiert und sieht ganz nett aus, die übrigen Schilder wurden bisher nur ganz vereinzelt erneuert und auch die Beschilderung vieler Volieren ist aufgrund vom Umbesetzungen leider nicht mehr aktuell und häufig unzutreffend. Demnächst soll die Erneuerung und Aktualisierung der Gehegebeschilderung bei den Eulen und den anderen Vogelformen weitergehen, aber ich glaube nicht, dass dieses vor dem Herbst in größerem Stil in Angriff genommen werden kann,da der Vogelpark heute doch sehr gut besucht war und Herr Langfeldt und seine wenigen Mitarbeiter alle Hände voll sowohl an der Kasse, wie auch im Restaurant und bei der Tierversorgung zu tun hatten und die Feriensaison ja gerade erst beginnt.
(28.06.2015, 22:29)
Gudrun Bardowicks:   Ich war heute noch einigen Jahren endlich mal wieder im Vogelpark Niendorf/Ostsee und habe auch den Besitzer Herrn Langfeldt gesprochen. Aktuell brüten 7 Flamingopaare (rosaflamingos und Kubaflamingos). Bereits Nachwuchs gibt es bei Küstenreihern, Weißstörchen, Heiligen Ibissen, Schwarzhalsschwänen, Keulenhornvögeln, Bronzekiebitzen, Kiebitzen, Bronzeputen und verschiedenen weiteren Arten. Bei den Jahrvögeln ist das Weibchen gerade eingemauert. Weißnackenkraniche, Seidenreiher und Löffler brüten gerade.
Die Maskeneulen sind im Augenblick hinter den Kulissen und der letzte Patagonienuhu und die Milchstörche sind zur Zeit in anderen Einrichtungen zur Zucht eingestellt, bei den Milchstörchen auch mit Erfolg, so dass die Chance besteht, dass diese Art bald wieder in Niendorf zu sehen sein wird. Bei den Buntstörchen gibt es wohl auch Chancen auf neue Tiere,die dem verbliebenen Einzelvogel Gesellschaft leisten können. Beim letzten Waldstorch besteht im Augenblick wohl keine Chance auf weitere oder neue Tiere. Ansonsten ist der Stelzvogel-, Exoten- und Eulenbestand immer noch eindrucksvoll und enthält viele nur selten gezeigte Arten wie z.B. Kanadakranich, Sattelstorch, Schwarzschnabelstorch, Maguaristorch, Asiatischen und Afrikanischen Wollhalsstorch, Schmalschabellöffler, Nachtreiher, Purpurhuhn, Goliathreiher, Tigerreiher (Einzelvogel),Pardieskasarka, Halsbandkasarka, Grauwangenhornvogel, Silberwangenhornvogel, Weißflügelente, Kronenkiebitz, Spitzschopfturako, Brauner Ohrfasan, Hahns Zwergara, Chacokauz, Silberschleiereule, Brasilkauz und Schreieule.
Toll ist die erst vor etwa einer Woche eröffnete neue Wasser- und Stelzvogelvoliere für u.a. beide Wollhalsstörche, Schwarzstörche, Mohrenklaffschnabel, Purpurhühner, Seidenreiher, Weißflügelenten, Höckerglanzgänse und Prachtreiher. Auch die neuen Exotenvolieren sehen sehr gut aus. Interessant im Eulengarten ist die Vergesellschaftung von verschiedenen Eulenarten mit Fasanen, Spitzschopftauben und anderen Arten. Toll immer wieder die naturnahen Freianlagen im Stelz- und Wasservogelteil, die Großvolieren für Greifvögel und Großeulen mit vielen Uhuformen und der große Teich mit den frei fliegenden Heiligen Ibissen und der schönen Zwergflamingogruppe,die jetzt voll im Prachtkleid sind. Auch die Exotenvolieren mit der guten Hornvogelsammlung sind weiterhin sehr attraktiv. Die vielen Papageienvolieren wurden saniert und sehen jetzt ganz ansprechend aus, allerdings scheinen viele Papageien- und Sitticharten nur noch in Einzeltieren vorhanden zu sein, genau wie eine Reihe von Exoten.
Der Vogelpark Niendorf ist weiterhin ein Juwel unter den deutschen Tier- und Vogelparks und immer einen Besuch wert.
Fragen versuche ich gerne zu beantworten.
(28.06.2015, 22:05)
Liz Thieme:   hier die Einfuhrbestimmungen Deutschlands:
http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/koeln_12_02_06.pdf

http://www.bmelv.de/DE/Landwirtschaft/Tier/TierhandelTransport/Einrichtungen/einrichtungen_node.html

und die CITES Infos:
http://www.bfn.de/0305_cites.html

und ZEET:
http://www.bfn.de/0501_zeet.html

vlt könnt ihr damit eure Fragen beantworten.
(10.07.2010, 13:54)
Henry Merker:   Nachtrag:
Es müsste heißen: "französisches" Staatsgebiet und "zur EU gehörig"... Und bezog sich damit auf etwaige Importe von südamerikanischen Vögeln zur Ergänzung europäischer Bestände bzw. neuer Bestände - gerade in Bezug auf die Diskussion...
(10.07.2010, 12:08)
Henry Merker:   Würden sich nicht Importe aus Südamerika über Französisch-Guyana anbieten? Schließlich handelt es sich um französischen Staatsgebiet - so viel ich weiß - und damit sehr wahrscheinlich auch zur EU...
(10.07.2010, 12:03)
Sacha:   @Holger: Mich auch.

und @Gudrun und WolfDrei: Danke für die Infos.
(07.07.2010, 09:59)
Holger Wientjes:   Wie genau sehen eigentlich die so oft angeprochenen verwaltungstechnischen- und veterinärmedizinischen Vorschriften für den Import von Arten im Allgemeinen und im Speziellen aus ?
Werden ja oft als Hinderungsgrund für Neuimporte angesprochen. Würde mich aber ´mal interessieren, was da genau hintersteckt.
(07.07.2010, 09:51)
Michael Mettler:   @Gudrun Bardowicks: Wenn es noch immer der selbe Vogel sein sollte wie bei einem Besuch von mir vor etlichen Jahren, dann hatte der Mohrenklaffschnabel damals als junges Einzeltier bei einem Händler gesessen und Langfeldt hatte ihn spontan mitgenommen. So in etwa erzählte er es mir jedenfalls damals.

Zu den letzten Jabirus auf deutschem Boden zählten übrigens zwei Vögel im schon länger geschlossenen Vogelpark Dehme in Bad Oeynhausen. Ich war damals sehr erstaunt, dort auf eine so selten gehaltene Art zu treffen, weiß aber auch nicht, was mit den Vögeln später geschah.
(06.07.2010, 22:46)
WolfDrei:   Ich war vor 2 Wochen in Niendorf, sprach auch mit Herrn Langfeldt. Wenn G. Bardowicks davon sprach, daß eine Futterküche errichtet werden müsse, so ist das Wort zu niedlich: es müssen "Frost"anlagen für Fische und Kücken getrennt vorhanden sein, "Auftauanlagen" und ein Futterbereitungsraum. Alles Forderungen der Veterinärbehörde - und das nach einer bisher durch die Wetterbedingungen nicht gerade übermäßigen Besucherzahl. Zum Gelege der Kanadakraniche, das sich direkt am Zaun befand: bei jedem Vorbeigehenden sprangen sievon den Eiern auf und "machten ihren Tanz" - keine guten Aussichten für einen Erfolg.
(06.07.2010, 21:06)
Gudrun Bardowicks:   @ Sacha: Ich habe früher einmal den Vogelparkleiter Herrn Langfeldt auf den Import weiterer Jabirus angesprochen, nachdem er mir erzählt hatte, dass leider beide Tiere weiblich sind. Damals sagte er, dass ein Import aus Süd- oder Mittelamerika kaum möglich ist, da für einen Ex- und Import viele veterinärmedizinische und verwaltungsrechtliche Vorschriften erfüllt werden müssten, was sehr aufwendig ist. In Europa gibt es leider keine Jabirus mehr in zoologischen Einrichtungen. Die Jabirus kamen übrigens aus dem Zoo Dortmund, der diese abgab, weil es kein Zuchtpaar war und damit eine zukünftige Zucht nicht möglich war. Bei meinem letzten Besuch habe ich vergessen,ihn nach der möglichen Anschaffung zukünftiger Partner für ebenfalls alleine lebende Vertreter weiterer Storchenarten im Vogelpark bei den Waldstörchen, Mohrenklaffschnäbeln und Buntstörchen zu fragen. Bei einem früheren Besuch teilte er mir aber mit, dass er sich zur Zeit nicht um weitere Mohrenklaffschnäbel bemüht, da es im Augenblick nur wenige Weibchen dieser Art in Zoos gibt und in Niendorf keine geschlossene große Voliere vorhanden ist, in der man vielleicht eine Zuchtgruppe dieser Art halten könnte. Auf der oben offenen Storchenwiese ist ihm das Risiko eines Gelege- oder Jungvogelverlustes durch natürliche Feinde wie Möwen, Rabenvögel, Marder oder Füchs zu groß, um dort eine Zuchtgruppe dieser selten gezeigten Art zu halten, falls er doch Weibchen bekommen könnte. Auch sind die Zuchterfolge im Vogelpark Walsrode, der diese Art z.Zt. als einziger Zoo erfolgreich züchtet, noch zu gering, um an anderer Stelle einen größeren Bestand aufzubauen.
Bei Waldstorch und Buntstorch handelt es sich darüberhinaus um alte Tiere, die möglicherweise nicht mehr zuchtfähig sind. Darüberhinaus ist es wohl auch bei diesen beiden Storchenformen schwer, weitere Tiere aus europäischen Zoos zu bekommen, da sie selten gehalten und kaum einmal gezüchtet werden. Das dürfte wohl auch das Problem bei der Anschaffung neuer Sundamarabus sein, da auch diese Art nur selten in Europa gehalten und gezüchtet wird und Herr Langfeldt sich scheut und wohl auch finanziell nicht in der Lage ist, neue Tiere dieser Art aus Südostasien zu importieren, was ja auch aufgrund der restriktiven Vorschriften zum Schutz vor der Vogelgrippe zur Zeit kaum möglich ist.

Ich denke außerdem, dass die behördlichen Haltungsrichtlinien und Haltungsvorschriften, nach denen sich der Vogelpark richten muß, eher eine noch weitere Reduzierung des Vogelbestandes verlangen. Somit wird man vermutlich sterbende Altvögel dieser Storchenarten wohl vorerst nicht mehr ersetzen und sich vermutlich auch nicht um den Aufbau neuer Zuchtgruppen größerer Vogelarten, die ja auch entsprechenden Platz in den Winterstallungen benötigen, bemühen, was ich auch gut nachvollziehen kann. Ich rate daher jedem Vogelfreund, der noch die großartige Storchensammlung des Vogelparks erleben will, dieses in den nächsten Monaten zu tun, da die alten Vögel ja auch nicht jünger werden. Buntstörche, Waldstörche und Mohrenklaffschnäbel werden eben leider nur noch selten in deutschen und europäischen Zoos gezeigt.

Der Bau der behördlich geforderten neuen Futterküche wird nach Auskunft von Herrn Langfeldt ebenfalls sehr teuer werden und die benötigte Geldumme ist wohl noch nicht vorhanden. Wenn sie nicht bald gebaut wird, droht eine weitere Schließung des Vogelparks. Man bemüht sich aber, das fehlende Geld möglichst schnell zusammenzubekommen.
(06.07.2010, 17:47)
Sacha:   Hat man sich eigentlich je mal um Importe von Jabiru und Sunda-Marabu bemüht, als sich der Bestand immer mehr verringert hat? Und falls ja: Warum hat es nicht geklappt?

(06.07.2010, 15:21)
Gudrun Bardowicks:   Ich war am 4.7.2010 einmal wieder im Vogelpark Niendorf. Dort hat sich seit meinem letzten Besuch 2008 einiges getan:
- Es gibt 3 neue Großvolieren für Aras und andere Großpapageien und eine neue Voliere für Trompeterhornvögel. Den Unterbesatz stellen einige Fasanenarten wie Weißer und Brauner Ohrfasan dar.
- Die kleinen Eulenvolieren wurden zu größeren Anlagen zusammengelegt, um den aktuellen Haltungsvorschriften gerecht zu werden. 2 weitere neue Großvolieren für die Eulen sind im Bau. Als Folge hiervon mußte der Eulenbestand etwas verringert werden. Es sind jetzt noch 32 Eulenarten, darunter viele Uhuformen, in der Schau.
Die alten Eulenvolieren und die zusammengelegten Anlagen wurden neu eingerichtet und in der Regel sehr schön und ansprechend bepflanzt. Die kleinen Mini-Anlagen für Käuze und Falken sind nicht mehr vorhanden. Auch Falken gibt es keine mehr in der Schau.
Aktuellen Eulennachwuchs gab es bei verschiedenen Uhuformen, Indischen Zwergohreulen und Kanincheneulen.
- Der Greifvogelbestand wurde ebenfalls verringert. Neben den Eulen sind nur noch Andenkondor, Schneegeier, Gänsegeier, Mönchsgeier, Mäusebussard und Schwarzmilan in der Schau.
- Der Bestand an Störchen, Reihern, Kranichen, und Löfflern ist immer noch großartig, auch wenn durch altersbedingte Todesfälle einige der früheren Arten wie z.B. Jabiru und Sundamarabu nicht mehr im Bestand sind. Auch der Reiherbestand hat sich stark verringert. Ich habe nur noch Goliathreiher in mehreren Paaren, Marmorreiher, Seidenreiher, Graureiher und einen Purpurreiher gesehen, Nachtreiher waren noch ausgeschildert, zeigten sich aber nicht in der dicht bewachsenen großen überdachten Schilfanlage, in der sie jetzt zusammen mit Löfflern, Wollhalsstörchen, Schwarzstörchen, Marmorreiher, Seidenreihern, Purpurhühnern und verschiedenen heimischen Entenarten leben.
- Bei den Kranichen führten Lilfordkranich und Mandschurenkranich Jungvögel und die Kanadakraniche brüteten. Paradieskraniche und Saruskraniche sind nicht mehr in der Schau, dafür gibt es dort aber jetzt zumindest einen Schwarzhals-Kronenkranich/Pfauenkranich auf der großen Storchenanlage, die mit Mohrenklaffschnabel (1 Tier gesehen), Waldstorch (auch nur 1 Tier gesehen), Buntstorch, Milchstorch, Afrikanischem Nimmersatt und Halsbandtschaja weiterhin sehr attraktv besetzt ist.
- Am Hornvogelbestand hat sich nichts geändert. Er ist mit 8 Arten, davon 5 Formn aus Afrika (Keulenhornvogel, Silberwangen-Hornvogel, Grauwangen-Hornvogel, Trompeterhornvogel, Grautoko) immer noch sehr eindrucksvoll.
Bei den Tukanen habe ich 1 Goldkehltukan und 1 Weißbrusttukan gesehen.
- Die Heiligen Ibisse werden weiterhin freifliegend gehalten und sind gerade mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt. Die große Gruppe Zwergflamingos ist immer noch am alten Standort zu finden und auch Rosaflamingo und Kubaflamingo werden weiterhin zusammengehalten. Allerdings gab es bei ihne weder Eier noch Küken.
- Der Unterbesatz der Hornvogelvolieren ist mit verschiedenen Limikolenarten und seltenen Fasanen weiterhin großartig, allerdings wurde der Häherbestand stark reduziert. Es gibt jetzt nur noch 1 Zuchtgruppe Elsterhäher, Blauelstern und Rotschnabelkittas in der Schau. Auch bei den Racken sind nur noch die Opal/Blaubauchracke und der Kookaburra als nächster Verwandter in der Schau.
Limikolen sind mit Kiebitz (mit Jungvogel), Schmiedespornkiebitz (mit 2 Jungvögeln), Maskenkiebitz, Bronzekiebitz, Perutriel und Kaptriel weiterhin gut vertreten.
- Der Bestand an größeren Papageienarten wurde besonders hinsichtlich der Kakadus ebenfalls etwas reduzert. Es gibt jetzt nur noch Nacktaugenkakadus und Goffini-Kakadus im Bestand. Bei den Aras bemüht man sich um die Zusammenstellung von Zuchtpaaren. Sie sind aktuell mit Gelbbrustara, Grünflügelara, Hellroter Ara und Großer Soldatenara vertreten. Es sind auch Kleine und Große Vasapapageien vorhanden.
- Nach der Fertigstellung der beiden neuen Eulenvolieren muß als nächstes aufgrund der Behördenauflagen eine neue Futterküche gebaut werden. Der Leiter Klaus Langfeldt und der neue Förderverein (laut Homepage über 100 Mitglieder) bemühen sich im Augenblick darum, das benötigte Geld für den Bau aufzutreiben.
- Es gibt eine neue Homepage des Vogelpark Niendorf, die etwas ausführlicher als die alte Fassung ist und endlich auch einen Berech für aktuelle News aufweist. Die Homepage ist nett gemacht, aber hinsichtlich des Artenbestandes besonders bei den Störchen, Reihern und Ibissen noch nicht aktualisiert. Ein Blick auf sie ist lohnend.
- Im gesamten Vogelpark gibt es eine neue ausführliche Beschilderung der auffäligeren Arten mit Foto und Text. Bei den Eulen gibt es außerdem 2 Informationstafeln (scheinbar alles Eigenarbeit) über Eulen, ihre Körperform und Anpasungen allgemein.

Der Besuch im Vogelpark Niendorf war wieder sehr erfreulich. Man sieht, dass seit der Gründung des Fördervereins 2009 als Reaktion auf die angedrohte Schließung des Vogelparks ein frischer Wind weht und bereits viel geschehen ist. Ich hoffe, der Vogelpark Niendorf kann sich jetzt auf Dauer halten.

Trotz einer Reduzierung des Artbestandes gehört der Vogelpark Niendorf für mich aufgrund der traumhaften Lage, der tollen Anlagen für Stelz- und Hornvögel und des ausgesuchten Vogelbestandes weiterhin zu den schönsten zoologischen Einrichtungen in Deutschland , die ich kenne.
(06.07.2010, 13:04)

alle Beiträge