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Abschiedsgesten in der Tierwelt?



Michael Mettler:   Um Liz' Gedanken weiterzuführen: Eine Begrüßung besteht ja in manchen Fällen auch in einer Beschwichtigungsgeste ("Tu mir nichts, ich tu dir auch nichts") bzw. der Kontrolle darüber, dass der Andere nicht seine Waffen einsetzt (Siehe Handschlag beim Menschen: Die "Waffenhand" ist damit außer Gefecht gesetzt). Den ersteren Fall gibt es auch beim Auseinandergehen (ein rangniederes Tier trollt sich mit Demutsgeste), der letztere Fall wäre bei Tieren eher überflüssig: Entweder haben sie festgestellt, dass sie sich vertragen, und gehen ihrer Wege oder bleiben zusammen, oder sie verjagen sich gegenseitig.

Bei z.B. Wölfen und Afrikanischen Wildhunden gibt es ja die Situation, dass sich das Rudel zur Jagd "animiert" und aufbricht, aber ein Babysitter zurückbleiben muss. Wenn ich die Schilderungen richtig im Hinterkopf habe, ist die Situation für diesen aber auch nicht viel anders als für den Hund, der z.B. im Auto bleiben muss, während Frauchen/Herrchen einkauft: Er würde eigentlich lieber mitlaufen (und nimmt auch an der Aufbruchzeremonie teil), hat aber dann im wahrsten Sinn des Wortes nur das Nachsehen.

Für meine Hunde ist in vielen Fällen eindeutig, wann ich das Haus ohne sie zu verlassen zu gedenke (dann stehen sie oft nicht mal auf) und wann sie mit dürfen. Manchmal aber "ahnen" sie falsch und stehen erwartungsvoll an der Tür. Ich gebe ihnen dann durch ein Wortsignal zu verstehen, dass ich ohne sie gehen werde. Die Bedeutung haben sie schnell gelernt, aber ich habe noch nie erlebt, dass sie sich von mir durch irgendeine Mimik oder Gestik verabschiedet hätten. Der hoffnungsvolle Blick "Darf ich nicht DOCH mit?" zählt jedenfalls nicht...
(29.08.2010, 21:10)
Ingo Rossi:   Zum endgültigen Abschiednehmen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,691367,00.html
Mir erscheint die "Begrüssung" auch oftmal bei manchen Arten eher als Austausch von Informationen, optischer, olfaktoisch und/oder akustischer Art ob ein Miteinander, welcher Art auch immer, möglich ist. Daher würde sich dann eine "Verabschiedung" erübrigen.
(29.08.2010, 21:09)
Liz Thieme:   Die Geschichte von Michael erinnerte mich an einen Bericht vor einiger Zeit in verschiedenen Medien. Ich habe ihn eben dann im Focus wiedergefunden:
>Katze zeigt nahenden Tod von Menschen an
Durch ein Altersheim in der amerikanischen Stadt Providence schleicht eine Katze, die offenbar das bevorstehende Ableben von Menschen spürt.
In den vergangenen zwei Jahr sei Kater „Oscar“ zu mehr als 25 Demenzkranken gekommen, die nur wenige Stunden später verschieden seien, berichtete Dr. David Dosa von der Brown University in Providence im „New England Journal of Medicine“.

„Sie schafft es immer in den letzten zwei Stunden“

„Es ist nicht so, dass die Katze ständig als erste erscheint. Aber die Katze schafft es fast immer und fast immer in den letzten zwei Stunden“, sagte die Medizinprofessorin Joan Teno. Sie glaube nicht, dass der in dem Altersheim aufgezogene „Oscar“ hellseherische Fähigkeiten habe. Es gebe für das Phänomen wahrscheinlich eine biochemische Erklärung.

Für Kleintierexperten wie Thomas Graves von der University of Illinois sind „Oscars“ Fähigkeiten nichts Außergewöhnliches. „Katzen können das“, sagte der Veterinär. „Hunde und Katzen können wahrscheinlich Dinge erspüren, die wir nicht bemerken.“
„Er hilft Oma in den Himmel“

In einem der von Dosa geschilderten Fälle saß „Oscar“ auf dem Bett einer alten Frau. Auf die Frage ihres Enkels, was die Katze tue, habe die Mutter geantwortet: „Er hilft Oma in den Himmel.“ Eine halbe Stunde später starb die Patientin.<

Wenn es um den Abschied vor oder nach dem Tod geht sind Elefanten ja noch sehr bekannt, sich dann um diesen Artgenossen besonders noch mal zu kümmern.

Aber bei dem alltäglichen Abschied?! Ich habe solche Situationen sehr oft erlebt zwischen Katze/Katze, Katze/Hund und zum Menschen, aber erkennbare Zeichen, außer das nach dem Gehen hinterhergucken und "jammern", ist mir nicht bewusst.
Ich denke auch, es kommt darauf an, in welcher Abhängigkeit und Beziehung der Abschiednehmer und der Zurückgelassene stehen.

Wildtiere die aufbrechen zur Jagd, die vermitteln das ihrer Gruppe bzw. ihren Kindern. Oftmals ja in dem sie den Jungtieren Zeichen/Laute geben, dass sie sich verstecken sollen. Was noch alles in den Lauten und Gestiken steckt, das denke ich, wissen wir gar nicht.
Aber für diese Tiere ist es normal, dass dieses Individuum aufbricht und zur Jagd geht, aber auch dass es wieder kommt. Daher brauchen sie vermutlich keinen Abschied, weil sie gelernt haben es kommt wieder und haben keine Verlustängste, wie es bei Haustieren auftauchen kann oder beim Menschen. Natürlich kommt es vor, dass Jungtiere ihrem Elternteil hinterher quieken/fiepen, aber sie lernen schnell er kommt wieder und bringt dann auch noch oftmals was Tolles zum Essen mit. Man könnte sich natürlich nun fragen, warum begrüßen sie sich dann, wenn die Rückkehr so normal ist.
Aber überlegt mal, Raubkatzen.... sie gehen, sagen "bleibt zurück, versteckt euch, bis die Gefahr vorüber ist bzw. ich wieder komme und euch hole/rufe". Kommt das Tier zurück und hat Beute gemacht, ruft es die Jungtiere. Und was passiert dann? Die Kinder laufen hin, sehen das Fressen, freuen sich und laufen um das Elter herum bis dieses die Beute ablegt. Sieht für uns nach einer Begrüßung aus.
So kann man jede Familie/Gattung durcharbeiten. Und viele Situationen tauchen auf, die Menschen im Normalfall als Begrüßung einstufen, aber ist es das denn immer? Ist jedes aneinanderschmiegen von Katzen eine Begrüßung, wenn sie 5 Meter auseinander gelegen haben? Ich denke nicht.

Insgesamt ist es schwierig so etwas zu beurteilen, weil der Mensch zu eingeschränkt ist und die Tiersprachen nicht kann. Der Mensch neigt dazu Sachen von sich auf die Tiere zu übertragen und aus dem Blickwinkel des Menschen zu sehen. Denn warum gibt es sonst Ranglisten der "Klügsten Tierarten", Gegenüberstellungen der "intelligentesten und dümmsten Tiere", eine Auflistung und Darstellung von "Homosexuellen Tieren". Wozu das Ganze?
Kaum einer spricht es laut aus bzw. viele wollen es nicht wahrhaben, dass der Mensch ein Tier ist, aber für Vergleiche sind die Tiere dann doch wieder gut genug, va wenn der Mensch dabei als besser, sozialer und intelligenter herauskommt.

Ist eine "Begrüßung" vlt. nur eine Kontrolle ob dem Artgenossen auch nichts fehlt, ob er irgendwas an sich hat oder mitgebracht hat, was nicht sein sollte? Oder die Kontrolle, dass was mitgebracht wurde? Diese müsste man beim Gehen dann nicht durchführen. Fragen über Fragen, doch für den Menschen im Allgemeinen ist es eine Begrüßung, weil der Mensch es auch tut.
(29.08.2010, 19:32)
Anti-Erdmännchen:   Interessante Beobachtung. Eine Hauskatze war es auch, die mich dazu veranlaßte, über dieses Thema nachzudenken. Uns Menschen begrüßen sie ja meistens, indem sie mit schneller werdendem Schritt auf uns zukommen und eventuell miauen. Aber nachdem sie einige Male um die Beine herumgeschlichen sind, gehen sie in eine andere Richtung weiter, als ob nichts gewesen wäre. Die Begegnung ist einfach vollkommen abgehakt. Bei Hunden ist dies oft etwas anders: Wenn der Mensch weggeht, sitzen sie völlig konsterniert da und schauen uns nach, wohl total mit der Situation überfordert und unfähig, eine Regung zu zeigen. Was für ein Kontrast zu der Begrüßung, als sie noch wie ein Jojo gehüpft waren.
Gibt es denn nicht Tiere, die zur Verabschiedung einen Laut äußern oder gar einen Stupser oder Klaps geben? Vielleicht unter den Menschenaffen?
(29.08.2010, 16:44)
Michael Mettler:   Da ein endgültiger Abschied ebenfalls unter dieses Thema fällt, kann ich dazu zumindest ein Erlebnis beitragen, das ein Freund von mir mit seinen beiden Katzen hatte. Beide - Mutter und Tochter - waren schon sehr alt und benutzten seit vielen Jahren getrennte Ruheplätze. Eines Tages legte sich die Tochter zu ihrer Mutter in deren Katzenbett und putzte sie lange Zeit ausgiebig, was sie auch schon viele Jahre nicht mehr getan hatte. Danach stand sie auf und ging zu ihrem eigenen Ruheplatz. Wenige Stunden danach starb die ältere Katze. Man kann zwar sicherlich auch für diesen Fall eine Deutung finden, die den Tieren die Fähigkeit zum Abschied abspricht, aber zumindest mir fällt das schon ziemlich schwer.
(29.08.2010, 09:41)
Anti-Erdmännchen:   Mal wieder ein Thema aus der Kategorie "Tierwelt allgemein" (die hier vielleicht einmal eingerichtet werden könnte):

Im Begrüßen sind sie ja teilweise große Meister, aber wie sieht es mit dem Gegenteil aus? Kennen Tiere den Abschied? Können sie sich verabschieden? Leider vermag ich keine Einleitung zu diesem Thema zu schreiben, da mir wirklich nichts dazu einfällt.

(28.08.2010, 22:11)

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