
| IP66: | Klös sprach davon - aber anderenorts hält man bekanntlich sogar Bullen, die dergleichen vollbracht haben. Gerade in Berlin war vielleicht Elefantenzucht aber auch nicht so wichtig, da die Erstzucht ja schon vollbracht war und man Besucher aus dem Umland ohnedies nicht anziehen konnte (vielleicht auch, weil Herr Dathe auch keine Elefantenbullen hatte?). Immerhin bewundere ich an dem Gebäude immer noch die Weitsicht von Frau Heinroth, einen Bau zu errichten, in den nicht nur zwei Elefantenbullen, sondern auch drei gelsenkirchener Elefantenhäuser hineinpassen. (24.07.2007, 16:02) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Auslöser für den Berliner Bullenverzicht dürfte wohl der Angriff des Afrikanerbullen Salim auf seinen Pfleger gewesen sein (mit tödlichem Ausgang, wenn ich das richtig im Hinterkopf habe). (24.07.2007, 13:31) | ||
| IP66: | Doppelanlagen in dieser Form scheinen mir dennoch die Ausnahme gewesen zu sein. Allerdings hat Dittrich mit dem Ankauf des Afrikanerpaares ja sein eigenes Baukonzept wieder durchkreuzt - oder war da Ruhe im Spiel. Und im Endzustand war man dann nah an Berlin, wo ja ein Haus stand, in dem man beide Arten mit jeweils einem Bullen hätte halten können. Sicherlich spielte bei Frau Heinroth die Möglichkeit eine Rolle, in dem Großbau auch Nashörner und Tapire halten zu können, aber das Klös sich so schwer zur Bullenhaltung durchringen konnte, wundert mich schon. Er kaufte zwar Gorillas, ohne ein passendes Haus zu haben, aber keine Elefantenbullen, die er hätte unterbringen können. (24.07.2007, 12:03) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Mit den Streben des Tropenhauses muss ich Ihnen natürlich Recht geben, aber im Gegensatz zu den Folgebauten gab es hier keine großflächige Verwendung unverbrämten Betons als Wand- oder Bodenfläche. Das Elefantenhaus hatte im Originalzustand nur zwei Freianlagen für Elefanten, die m.W. usprünglich für Asiaten gedacht waren; die kleinere, zum Flusspferdhaus hin gelegene wohl für einen Bullen oder als Mutter-Kind-Anlage (gezüchtet wurde ja im Zoo schon vor dem Bau des Hauses). Dann kam das Afrikanerpaar Tembo und Iringa dazwischen und wurde, da gegenüber den Asiaten zahlenmäßig unterlegen, auf der kleineren Anlage untergebracht, die noch geringfügig erweitert wurde. Erst als die Afrikanerkuh starb und durch gleich zwei neue Kühe ersetzt wurde, wurde es auf der Anlage recht eng und man befürchtete auch, dass der Bulle irgendwann eine Kuh in den Graben stoßen könnte, wenn die Musth aufkeimte. Deshalb wurde 1975/76 eine dritte, per Torschleuse separierbare Freianlage errichtet, um das Afrikanergehege zu erweitern und den Bullen oder Kuh/Kalb absondern zu können. Erst viel später, als die Haltung der Afrikaner ausklang, wurden alle drei Freianlagen miteinander vernetzt. (23.07.2007, 20:28) | ||
| IP66: | Am Anfang ein kleiner Einwand: Die für das Troßenhaus so prägenden Streben zeigen durchaus Beton, und zwar für 1956 erstaunlich monumental, gleichsam brutalistisch. Daß sie es nicht so recht wahrgenommen haben, gehört vielleicht auch zu den Qualitäten des Architekten. Ich denke, daß die genannten Architekten in enger Verbindung zu Oesterlen standen, der den Wiederaufbau Hannovers ja ganz entscheidend geprägt hat. In Sachen Vorbildlichkeit wäre ich ein wenig zurückhaltend, weil ja nicht nur der eine Zoo den anderen beeinflußte, sondern die Architekten auch aktuelle Nichttierhausbauten kannten. Münsters Geometrie ist sehr stark durch Corbusiers Modulor geprägt, wobei die ursprünglichen Ideen im Innenraum des Bärenhauses am besten zu verfolgen waren, die Wilhelma-Bauten sind näher an Hannover, allerdings stärker durch Rechtwinkligkeit und Strenge geprägt, der münchner Ausbau scheint mir auch sehr einheitlich, aber ich kenne die Entwicklungsgeschichte zu wenig. Den erste Schritt in Richtung Postmoderne stellt jedenfalls die Bärenanlage dar. Für das Elefantenhaus wollte ich noch eine Lanze brechen: Der Innenraum war ja seinerzeit sorgsam dimensioniert, mit der Innenfreianlage interpretierte er die Brehm-Haus Ideen aus Berlin zeitgemäß um und schaffte zu dem auch einen Wirkungsbereich für die Elefanten. Zwei Freianlagen mit einer Bullenanlage hatte damals außer Berlin und München eigentlich niemand. Aber es gab auch andere schöne Ideen, so die Anbindung des Flußpferdhauses und die kubischen Katzenkäfige. Bei meinem letzten Besuch fand ich auch die Antilopenställe und das Giraffenhaus vorbildlich, obgleich sie ja umdekoriert und ihres Wirkungszusammenhanges beraubt wurden. (23.07.2007, 20:11) | ||
| Michael Mettler: | Laut der 100-Jahre-Chronik von Hannover wurde etwa Anfang der 50er Jahre durch die Architekten Oesterlen und Hübotter ein Vorentwurf für die Neugestaltung des Zoos erarbeitet - heute würde man so etwas wohl als Masterplan bezeichnen. Der abgedruckte Plan lässt aber bis auf ein Gebäude keine Ähnlichkeit mit dem später verwirklichten Umbau erkennen. Die Ausnahme ist das nach Plänen von Oesterlen errichtete und am 15. Juni 1956 eröffnete Tropenhaus (heute Haus für Niedere Affen). Dieses ist allerdings ein Klinkerbau, Sichtbeton kam erst beim Umbau der Außenanlagen Anfang der 80er Jahre hinzu. Für sämtliche Bauten und Umbauten der hannoverschen Beton-Ära der 60er Jahre taucht der Name Oesterlen nicht mehr auf, diese Pläne lagen laut Chronik sämtlich in den Händen der Architekten Erlhoff und/oder Jorgas und des Gartenarchitekten Lendholt. Mit dem Wechsel des Jahrzehnts waren dann vorerst sämtliche Großbauten/-gehege abgeschlossen, von restlichen Ausbauplan entstanden nach dem Baustopp der Stadt nur noch einige Kleinanlagen, die aus Spendengeldern finanziert wurden und noch Sichtbeton in kleinerem Ausmaß enthielten (z.B. Eulenanlagen, Kleinraubtieranlagen). Danach dauerte es bis Anfang der 80er, bis mit dem Urwaldhaus (Menschenaffenhaus, eröffnet 1983) ein Großbau - wiederum mit Sichtbeton - realisiert werden konnte. Stand demnach die hannoversche Entwicklung der 60er Jahre womöglich Pate für die Beton-Phasen anderer Zoos wie der Wilhelma (späte 60er Jahre), des Münsteraner Allwetterzoos (Anfang 70er Jahre) oder gar noch des Polariums in München (Mitte der 70er Jahre)? Das im Allwetterzoo allgegenwärtige Prinzip der Vieleckform taucht z.B. in Hannover erstmals bei den Außengehegen und Badebecken des Elefantenhauses von 1962 auf. (23.07.2007, 12:37) | ||
| IP66: | Corbusier hat dergleichen ja schon in der unmittelbaren Nachkriegszeit gebaut. Die entscheidenden Zeltdachkirchen von Böhm entstanden auch Anfang der 60er. In Hannover würde ich den Ausbau des historischen Museums für entscheidend halten 1963 - 66 durch Herrn Oesterlen persönlich - hier wäre zum Gedanken der Subsitution die Einbindung des Marstalltores besonders bezeichnend.Wichtig wäre aber auch der Anbau des Plenarsaals an das Leineschloß, die Umgestaltung des Waterloo-Platzes, die Matthäus-Kirche in List, die Musikhochschule, das Theater am Aegi, das Funkhaus des NDR, die Gerhard Uhlhorn-Kirche in Linden, die St. Adalbertkirche in Leinhausen (1956 von Paul Wolters), vielleicht auch der Ausbau des Kestner-Museums, sicher das Architektenhviertel in Herrenhausen. Die erstaunlich frühe (1957) Tankstelle an der burgundischen Straße, die Altenwohnungen Körtingsdorf kenne ich leider nicht aus eigener Anschauung. Jedenfalls dürfte Hannover ein Schwerpunkt dieser Architekturrichtung gewesen sein. (23.07.2007, 11:54) | ||
| Michael Mettler: | Da ich mich nun gerade erstmals eingehender mit der chronologischen Baugeschichte meines Heimatzoos Hannover beschäftige, kam ich bei der Zusammenstellung der Daten auf die Frage: Wann und wo bzw. womit begann eigentlich die Ära des unverbrämten grauen Sichtbetons, mit der wir uns in diesem alten Thread nur kurz beschäftigt hatten? Der erste hannoversche Bau, auf den dieses Kriterium par excellence passt, war (und ist noch) das Elefantenhaus (heute Tapirhaus), das 1961/62 gebaut und am 19. April 1962 eröffnet wurde. (22.07.2007, 23:15) | ||
| Konstantin Ruske: | Ein beispiel aus dem Ausland, das es in seiner Konsequenz spielend mitMünster aufnimmt, wenn nicht sogar übertrifft: Madrid! (03.11.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Gibt es bibliographische Daten zum Sonderdruck? Wenn der Bestand des Gebäudes akut gefährdet ist, könnte es vielleicht ein Mitglied des Forums, das in der Nähe wohnt, einmal so durchphothographieren, das es einigermaßen dokumentiert ist. Mir scheint allerdings das Problem mit den Betonbauten im Westen dringender, seit ich diesen Sommer in Magdeburg war und nicht den Eindruck gewonnen habe, als könne der Zoo es sich leisten, ein neues Elefantenhaus zu bauen. (03.11.2005, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Die Dokumentation ist von 1967 und recht ausführlich! Auf den Bildern sind die Böden allerdings noch aus Holz. (02.11.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Über das Magdeburger Dickhäuterhaus gab es doch seinerzeit einen Sonderdruck, vielleicht gibt der schon etwas Material her? (02.11.2005, 00:00) | ||
| Klaus Schüling: | ... dann sollte man im Falle Magdeburg recht rasch in die Beweissicherung eintreten. Das Haus steht auf der Abschußliste. (02.11.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Es gab doch einmal Ideen, das münchener Polarium als große Landschaft zu erweitern, die dann zu der heutigen Moschusochsenanlage zusammenschrumpften. Sind die ursprünglichen Pläne irgendwo publiziert? Die Unterperioden, die Herr Mettler erwähnt, gibt es in der Tat, das frankfurter Giraffenhaus ist eine Adaption von Bauhausideen aus der Vorkriegszeit, die mit einer organisch verschwungenen Fassade kombiniert wurden, Münster folgt da ganz anderen Ideen, zum Teil einer Modul-Architektur, zum Teil (Bärenhaus!) organischen Bauskulpturen gemäß den Ideen Le Corbusiers. Mein Ziel ist es, zwei bis drei Bauten für den Tiergartenrundbrief so zu analysieren, daß man ihre Zielsetzung ein wenig besser versteht. Daraus könnte dann ein etwas reflektierterer Umgang mit den Anlagen erwachsen. Ich habe über alle hier erwähnten Anlagen nachgedacht, schwanke aber noch ein wenig, ob man vergleichbare Anlagen ähnlichen Stils kombinieren oder lieber eine unmittelbare Nachkriegsanlage gegen eine solche münsteraner Stils stellen soll. Die hier zur Verfügung gestellten Beiträge haben mir ein entscheidendes Stück weitergeholfen, wofür ich mich ganz herzlich bedanke. Mir ist erst durch die Beiträge deutlich geworden, daß das magdeburger Großtierhaus tiergartenarchitektonisch sehr wichtig ist, und daß man sich auch darum kümmern sollte, und ich hege hier zumindest gute Absichten, aus denen vielleicht auch noch einmal etwas entsprechendes wird. (02.11.2005, 00:00) | ||
| IP66: | Es gab doch einmal Ideen, das münchener Polarium als große Landschaft zu erweitern, die dann zu der heutigen Moschusochsenanlage zusammenschrumpften. Sind die ursprünglichen Pläne irgendwo publiziert? Die Unterperioden, die Herr Mettler erwähnt, gibt es in der Tat, das frankfurter Giraffenhaus ist eine Adaption von Bauhausideen aus der Vorkriegszeit, die mit einer organisch verschwungenen Fassade kombiniert wurden, Münster folgt da ganz anderen Ideen, zum Teil einer Modul-Architektur, zum Teil (Bärenhaus!) organischen Bauskulpturen gemäß den Ideen Le Corbusiers. Mein Ziel ist es, zwei bis drei Bauten für den Tiergartenrundbrief so zu analysieren, daß man ihre Zielsetzung ein wenig besser versteht. Daraus könnte dann ein etwas reflektierterer Umgang mit den Anlagen erwachsen. Ich habe über alle hier erwähnten Anlagen nachgedacht, schwanke aber noch ein wenig, ob man vergleichbare Anlagen ähnlichen Stils kombinieren oder lieber eine unmittelbare Nachkriegsanlage gegen eine solche münsteraner Stils stellen soll. Die hier zur Verfügung gestellten Beiträge haben mir ein entscheidendes Stück weitergeholfen, wofür ich mich ganz herzlich bedanke. Mir ist erst durch die Beiträge deutlich geworden, daß das magdeburger Großtierhaus tiergartenarchitektonisch sehr wichtig ist, und daß man sich auch darum kümmern sollte, und ich hege hier zumindest gute Absichten, aus denen vielleicht auch noch einmal etwas entsprechendes wird. (02.11.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Sehe ich auch so! Sonst müsste man - wenigstens was das Gebäude von außen im Urzustand betrifft - auch noch das viel später entstandene Dickhäuterhaus im Tierpark Berlin dazu zählen. Meine persönliche Assoziation der Beton-Ära ist grauer, glatter und schmuckloser Sichtbeton in Kombination mit vieleckigen Formen: Becken- und Grabenränder, "Inseln", Liegeplattformen, Schattenspender usw. Nach dieser Definition würde auch das erst in den 80ern fertig gestellte Urwaldhaus im Zoo Hannover noch dazu zählen. Es war seinerzeit allerdings auch eine konsequente Fortführung des hannoverschen Baustils. Wären die zu Ruhes Zeiten angedachten Baumaßnahmen noch ausgeführt worden, hätte Hannover in den 70ern noch eine Kleinsäugeranlage im Sechseck-Stil bekommen (entlang des früheren Höhenweges zwischen Reihervoliere und Neuweltkamelen, gedacht für Kleinbären, Stachelschweine usw.), und auch die auf dem Gelände der späteren Streichelwiese geplanten Anlagen für Otter und Biber wären vieleckig geworden (an die Form des direkt daneben angedachten Delphinariums kann ich mich leider nicht erinnern). Da kam aber die (Rück-)Übernahme des Zoos durch die Stadt dazwischen. (01.11.2005, 00:00) | ||
| Konstantin Ruske: | Betonstil als Bezeichnung soll doc wohl vor allem auf den charakteristischen Einsatz vo Sichtbeton abzielen, wo also bewußt unverhüllter Beton die Anlagen dominiert. Während Münster dafür wirklich ein Paradebeispiel ist, fällt meiner Meinung nach ein bau wie das magdeburger Elefantenhaus nicht darunter ( Fassaden mit Kiesel-beton, innen Wände gefließt), wohl aber das Baseler Elefantenhaus ( und dort noch einige andere Anlagen- Menschenaffen). Die von Herrn Mettler genannten Beispiele treffen da schon sehr viel mehr den Kern, und auch Köln ist interessant, weil es wirklich eine frühe Version des Betonstils teilweise ist ( und währe nach Perspektivplan noch viel mehr geworden- (dieser sollte bei eventueller Veröffentlichung miteinebzogen werden. Dies spircht für eine genaue Prüfung der aufzunehmenden Anlagen, nicht alle Bauten der 60er und 70er, mögen sie auch den Stil der Moderne tragen , gehören zum Betonstil! (01.11.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Um zum Startbeitrag von IP66 zurück zu kehren: Anscheinend lässt sich der Betonstil doch noch in "Unterperioden" aufgliedern, wenn ich z.B. das angeführte Frankfurter Giraffenhaus mit dem Baustil in Münster (Ursprungszustand) vergleiche. Jedenfalls würde mir ersteres nicht unbedingt beim Stichwort "Betonzeitalter" einfallen. Da kommen mir doch der "Dickhäuterkomplex" in Stuttgart, das Polarium in München oder die Robben- und Pinguinanlage in Hannover eher ins Gedächtnis. Gerade bei Wasserbewohnern hat man ja vielerorts gern mit Beton nur so gewütet: Flusspferde, Robben, Eisbären, Pinguine - teilweise unter Verkennung der Lebensweise der Tiere. Bei manchen Eisbärenanlagen (z.B. Duisburg, Köln) bekam man ja früher glatt den Eindruck, die Tiere würden kaum Zeit an Land verbringen, so winzig waren die Landflächen. (01.11.2005, 00:00) | ||
| Oliver Jahn: | Ich werfe mal das Dickhäuterhaus in Magdeburg in den Ring. Das Flusspferdbecken ist mit Beton ausgegossen und dient heute als Auslauf für die Nashörner. Ansonsten ist der Bau fast gänzlich unverändert. Er ist aus dem Jahr 1967 und passt m.E. genau in diesen Baustil. Ich verbinde ihn mit meiner Kindheit, besonders fasziniert hat mich immer das große Glasbild von 2 Metern Durchmesser mit dem Elefantengott Ganescha, dann die absolute Nähe zu den Tieren, die man fast anfassen konnte und die Tatsache, dass die Elefanten höher standen, als der Besucher. Damit wirkten sie, gerade für Kinder, noch größer. (27.10.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Stefan: Ist bzw. war tatsächlich so. Als der Elefanten-/Flusspferdkomplex gebaut wurde, setzte man entlang der Elefantenhausmauer fünf gleich große Betonwürfel mit Frontscheiben hin, die für Kleinkatzen gedacht waren - ohne Außenkäfige! Dazu muss man allerdings sagen, dass diese "Vitrinen" eigentlich nicht zur Dauerhaltung, sondern als Akklimatisierungskäfige für importierte tropische Arten gedacht waren (Hannover war ja damals noch Ruhes Tierhandelslager). Wie so viele Provisorien wurden allerdings auch diese zu bleibenden Haltungen, interessanterweise gekrönt von seltenen Nachzuchten wie z.B. der Oncilla. Später versetzte man die zweite und vierte Vitrine aus der Reihe an die Außenseite des Flusspferdhauses (dort befindet sich heute das Schildkrötenhaus), um alle fünf durch (noch immer recht kleine) Außenvolieren zu ergänzen. Die mittlere Vitrine am Elefantenhaus bekam dabei sogar noch eine Trennwand, damit sie als Innenraum für die beiden kleinsten Arten dienen konnte, weshalb es an ihr auch zwei (kleinere) Außenvolieren gibt. Hier lebten zuletzt Oncillas und Salzkatzen, in den anderen Vitrinen Asiatische Goldkatzen, Ozelots, Rohrkatzen (auch Schwärzlinge) und Karakals. Und: Bis auf die Goldkatzen haben alle Arten sogar unter diesen Bedingungen gezüchtet!! (27.10.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Hier ma die Anlagen aus Mulhouse im Bild: Affen "Schiff": http://img228.imageshack.us/img228/7516/affen4zi.jpg Bären-Anlagen: http://img228.imageshack.us/img228/3954/br3pp.jpg http://img228.imageshack.us/img228/1569/bren2un.jpg http://img228.imageshack.us/img228/8514/bren21er.jpg http://img228.imageshack.us/img228/9328/bren34ma.jpg http://img228.imageshack.us/img228/9802/bren40pz.jpg http://img228.imageshack.us/img228/4574/bren57fb.jpg Sollten sie in dem Projekt gebrauch meiner Bilder finden, dann arbeite ich daran geren mit, so wie sonst auch an jedem Projekt. (27.10.2005, 00:00) | ||
| Ingo Rossi: | Eine klassische, sehr frühe Betonanlage ( 50ziger ) ist auch die noch erhaltene Eisbärenanlage, mit Nebengehegen für Robben etc., im Zoo Köln. (27.10.2005, 00:00) | ||
| Dirk K: | Eine klassische Betonanlage ist sicherlich auch das Dickhäuterhaus in Krefeld, leider kann man hier nicht behaupten, dass es sich um eine Gute handelt. (27.10.2005, 00:00) | ||
| Sven P. Peter: | Eine gut "erhaltene" Betonanlage ist auch das Eisbärengehege in München. Auch in Moulhouse ist eine super Beton Bärenanlage. (27.10.2005, 00:00) | ||
| Stefan: | Die ehemaligen Kleinkatzenanlagen im Zoo Hannover hatten im Original keÃne Außenkäfige? Was soll das heißen? Wurden sie zunächst ohne gebaut? Weil bewohnt haben die Kleinkatzen die Anlagen ja auch mit Außenkäfigen - sie sind also nicht erst für die Sittiche und Amazonen gebaut worden! (27.10.2005, 00:00) | ||
| Klaus Schüling: | Der Allwetterzoo ist ja als Betonzoo bekannt geworden. Tatsächlich ist inzwischen kein Gebäude gänzlich unverändert geblieben. Ganz unterbewußt merkt man, dass nicht alles obschon in einem Rutsch gebaut die gleiche architektonische Qualität hat. Als Laie messe ich diese an der Wirkung eines Gebäudes oder einer Lagesituation auf mein innerstes Grundbefinden, also eine lupenrein subjektive Bauchgeschichte. Eine solche besondere Wirkung hat das Innere des Bärenhauses im Allwetterzoo auf mich (und da ist noch alles absolut unverändert). Die Vermeidung rechter Winkel, Verprünge in den Wänden, im Boden, in der Decke, Aus- und Durchblicke scheinen Merkmale dieser Architektur zu sein. Wenn man dann erfährt, dass dieser Teil des Zoos noch enstand, als der große Architekt Deilmann gewirkt hat, macht die Sache Sinn. Kurze Zeit später wurde dann Deilmanns Team handstreichartig von der Baustelle vertrieben und andere Architekten mußten dann mit den verbleibenden finanziellen Mitteln den Zoo zu Ende bauen. Also: Wenn die Beschränkung auf das Innere gilt, ist das Münsteraner Bärenhaus ein heißer Kandidat! (27.10.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | In Hannover zog sich die Beton-Ära noch bis in die 80er hin, siehe Urwaldhaus. Ebenfalls noch im Originalzustand (wenn man Bemalung als Veränderung akzeptiert) befindet sich hier die Robben- und Pinguinanlage. Außerdem stehen noch das alte Elefanten-/Nashornhaus (jetzt Showarena/Tapirhaus), das Flusspferdhaus (jetzt Eisdiele), die Kleinkatzenanlagen (jetzt Papageienvolieren, hatten im Original keine Außenkäfige!), das Giraffenhaus, das Bärenhaus (welches vorher nur ein Anbau des Raubtierhauses war), die Antilopenanlagen (mehrfach verändert, erst durch Wegfall der Zäune, dann durch Zusammenlegen), sowie die Anlagen für Groß- und Neuweltkamele. Eine ganze Menge also! Meine Empfindung: SCHÖN fand ich den Baustil nie, in vielen Fällen (nicht in allen!) auch nicht tiergerecht. Andererseits habe ich an anderer Stelle schon erwähnt, dass ich vermute (bin weder Architekt noch Kunsthistoriker), dass er für dieses Zeitalter des "Aufbruches" (gesellschaftliche und vor allem technische Revolution) und der Zukunftsvisionen schlicht und einfach "konsequent" ins Bild passt. Ich als 1964 Geborener hatte jedenfalls zu Kinderzeiten einen Kalender mit Bildern, wie man sich die Welt im Jahre 2000 damals vorstellte, und da passte das gut ins Bild.... (27.10.2005, 00:00) | ||
| IP66: | In einigen Diskussionen des Forums sind immer wieder Bauten der 60er und 70er Jahre erwähnt und auch kritisiert worden - gelegentlich fiel der Begriff "Betonwüste". Daraus ist in einem Gespräch zwischen Herrn Doktor Schüling und mir der Gedanke entstanden, exemplarisch an zwei oder drei Bauten die Intention dieser Gebäude, ihren Ort im rahmen der Ausstellungsarchitektur und ihre baugeschichtliche Bedeutung zu umreißen. Ich habe da das Flußpferdhaus der Wilhelma in Stuttgart, das Giraffenhaus in Karlsruhe und eventuell jenes in Frankfurt als Vorgänger ins Auge gefaßt, möchte aber bitten, mit möglichst viele und möglichst gut überlieferte, also wenig veränderte Bauten und Anlagen zu nennen. Der zweite Punkt betrifft Empfindungen und Kritik. Auch hier wäre ich für Kommentare, auch und gerade solche kritischen Charakters, dankbar. (27.10.2005, 00:00) |
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