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begehbare Anlagen



zollifreund:   die Maurer hat sehr unterschiedliche Höhen: die Richtung der Besucher (Bild 1) wahrscheinlich mindestens 6m. Gegenüber nicht so viel - vielleicht 4m? Könnte natürlich zu wenig sein, aber man sollte ja bei der Planung schon wissen, wie hoch Schimpansenabgrenzungen sein sollten....
(06.10.2024, 16:44)
cajun:   @zollifreund: Wie hoch war denn die Außenmauer? ? Auf dem Bild sieht sie nicht höher als zwei Meter aus....
(05.10.2024, 17:15)
zollifreund:   .... im Vergleich zur Außenanlage (um die Ironie aufzuklären). Diese ist jetzt ein Spielplatz ;-) später sollen (glaube ich) Blutbrustpaviane rein.
(05.10.2024, 14:24)
zollifreund:   warum das nicht vorher abgesprochen/geklärt wird ist mir nicht ganz verständlich. Bei der Topografie wäre wahrscheinlich eine übernetzte Anlage richtiger gewesen. Auch nicht verständlich, dass eine riesige Außenanlage gebaut wird aber die Innenanlagen anscheinend winzig sind. Das ist das Haus dazu. Nicht begehbar...
(05.10.2024, 14:22)
zollifreund:   wenn ich es richtig verstanden habe, kann die für Schimpansen nicht genutzt werden (aus Sicherheitsgründen lt. EEP-Koordinator (gerne korrigiert mich, wenn ich es andere Gründe sind))
(05.10.2024, 14:18)
zollifreund:   ich stelle das mal hier rein - ein bisschen Ironie muss ja sein ;-) ich war im Juni auch im Brno ( komme erst jetzt dazu meine Bilder zu sortieren) und habe dort ein der mit Sicherheit teuersten Fehlplanungen in Zoos in den letzten Jahren gesehen: die neue Außenanlage für Schimpansen....
(05.10.2024, 14:13)
Hannes Lüke:   Wobei auch hier kommt es drauf an welche Arten man einsetzt. Kattas federn sich so leichtfüßig ab, die springen dir aus 5 Metern Höhe auf die Birne und weiter und du merkst nichts. Ein plumper Bodenbewohner wie der Berberaffe oder Hanuman sind da ein anderes Kaliber
(27.06.2014, 09:17)
Oliver Müller:   Ich habe auch vor Affen in begehbaren Anlagen höllisch Respekt, seit mir mal in Hodenhagen ein ausgewachsener Human Mann aus 4-5 Metern Höhe unvermittelt in den Nacken gesprungen ist, um mich in einer Keilerei als "Sprungbrett" zu benutzen. Das hatte ein mittleres Schleudertrauma zur Folge...
(26.06.2014, 17:03)
Michael Mettler:   @Hannes: Ließe sich ja alles arrangieren. Für Bennettkängurus könnte man ein begehbares Gehege in einem Waldstück anlegen, und Riesenkängurus könnte man ohne Männchen oder mit kastrierten Böcken halten. One-sex-groups oder Kastraten sind schließlich auch bei anderen Zootieren nichts Ungewöhnliches. Vielleicht ist das ja auch der Trick bei den australischen Gehegen, denn normalerweise ist man dort doch gar nicht scharf auf Nachwuchs bei den häufigeren heimischen Arten.
(24.06.2014, 15:46)
Hannes Lüke:   Ich glaube das ist der Knackpunkt beim Bennett. Die Tiere lieben die Deckung bzw die Nähe zu solcher. Steht man als Besucher vor einer grünen Wiese mit Schutz im Hintergrund mag das optisch gefallen, Elebnis bringt es wie bereits geschrieben keins.
Ich als jemand der einen höllischen respekt vor Lamas und Alpakas hat stimme dir absolut zu, dass sie nicht weniger gefährlich sind aber wer ist schon so wahnsinnig und lässt einen handaufgezogenen und unkastrierten Hirschbock oder Lamahengst auf eine begehbare Anlage? Das es selten ungelegte Ziegen und Schafböcke auf begehbaren Anlagen gibt resultiert aus den selben Gründen.

Mein Wunsch wäre es ja mal begehbare Anlagen für Mangusten oder dergleichen zu sehen. Nasenbären halten meist auch einen Sicherheitsabstand, auch zu bekannten Personen usw...

Und um noch ein Beispiel aufzugreifen, in Hodenhagen sind die Hulmans nun in einer nicht begehbaren Anlage, die Kattas sind in deren Anlage gezogen und Varis und Weißkopfmakis in die Kattaanlage.
Bei den Berberaffen steht selbst an Wochentagen eine Aufsichtsperson welche darauf hinweist keine Rucksäcke mit hinein zu nehmen...


(24.06.2014, 15:22)
Michael Mettler:   @Sacha: Mit eigenen Australien-Erfahrungen kann ich nicht aufwarten, aber auf den Fotos begehbarer Känguru-Anlagen von dort habe ich eher Graue als Rote Riesenkängurus in Erinnerung. Vielleicht sind die friedlicher. Und da eine der grauen Arten wie das Bennettkänguru auch auf Tasmanien vorkommt, dürfte zumindest diese ähnlich winterhart sein. Rote Riesen sind doch eher Bewohner des trocken-heißen Landesinneren, die mögen deshalb etwas empfindlicher gegen unser Winterwetter sein.

Ist ein Riesenkänguru für Besucher wirklich gefährlicher als z.B. ein Neuweltkamel oder ein Berberaffe (das Thema Damhirsch hatten wir ja in dieser Hinsicht schon mal)...?

In Hannover hat sich das Verhalten der Tiere in der begehbaren Bennettanlage sichtbar geändert, nachdem die vorher kahle, als rote Wüste gestaltete Freifläche im ebenen Teil mit Rasen begrünt und u.a. mit kleinen offenen Unterständen bestückt wurden. Seitdem ist sie nicht durch Durchgangs-, sondern auch Aufenthaltszone für die Kängurus geworden. Trotzdem ziehen sie noch immer den waldigen Hang auf der anderen Seite des Besucherweges vor, auch wenn das Deckung bietende Unterholz dort größtenteils Geschichte ist. Hier sitzen sie dann allerdings auch mal ganz entspannt nur etwas mehr als eine Armlänge vom Besucherweg entfernt, nicht nur im Hintergrund.
(24.06.2014, 13:32)
Hannes Lüke:   Warum man Bennetts nimmt liegt auf der Hand. Die Frage ist wirklich ob die Bennetts damit glücklich sind und ob es überhaupt etwas bringt. Jetzt mal ganz ehrlich, wie langweilig sind die meisten begehbaren Anlagen für den Besucher gestaltet. Von Tier "erleben" kann da keine Rede sein
(24.06.2014, 12:31)
Hannes Lüke:   Ein paar schöne Gedankenansätze Michael.
Ob Känguruhandaufzuchten, besonders bei Riesenkängurus, so praktikabel wären ist fraglich. Ich denke wenn ein fehlgeprägtes Riesenkänguru barrierefrei einem Menschen gegenüber steht kann das unschön für den Humaniden ausgehen. Trotzdem gebe ich dir schon recht, dass die Tiere eine Nähe zum Besucher gewöhnt sein sollten (siehe Singapur mit Futtertrog direkt am Besucherweg). Bei Bennetts bin ich vielleicht auch geprägt da mir selbst ein Tier mal in blanker Panik entkommen ist. Dieses ist bei einem Privathalter "im Vorgarten" aufgewachsen. War entsprechend Menschen gewöhnt, trotzdem waren es und seine Elterntiere sehr schreckhaft. Im Vergleich dazu, im Tierpark Solingen gehen teilweise Schulkinder in die nichtbegehbare Anlage (wg Geburtstag o.Ä.) und können die Tiere aus der Hand füttern. Alles eine Frage der Gewohnheit (siehe Giraffen im Zirkus).
Bei Bennetts ist es vielleicht auch die Gehegegestaltung. In einem normalen Gehege befinden sich die Tiere auch immer "in Deckung", sprich in der Nähe von Sträuchern, Wänden usw.
Baut man nun (wie in Hamm, den Besucherweg wirklich durch die Anlage, nah am Stallgebäude entlang kommt man auch sehr na an die Tiere. Villeicht ist die Fluchdistanz garnicht so hoch, die Komfortbereiche für ein Bennett nur falsch gelegen. Schaue ich mir an wie verteilt Riesenkängurus auf ihren Anlagen lümmeln macht es Sinn, dass diese sich auch näher am Besucherweg aufhalten.
(24.06.2014, 12:12)
Sacha:   Auch ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Sozialisierungsgrad eine Rolle spielt. Meines Erachtens ist er aber nicht der Hauptgrund, sondern die jeweils klimatischen Bedingungen.

Bennettkängurus (speziell die Tasman. UA) sind nun mal winterhärter als Rote Riesenkängurus oder Flinke Kängurus. Eine begehbare Anlage, die die Hälfte des Jahres nicht begehbar bzw. ohne Besatz ist, macht da nicht wirklich Sinn.
Hinzu kommt die potenzielle Gefährlichkeit bzw. Sicherheitsüberlegungen. Riesenkängurus (insbesondere die Männchen) sind ein ganz anderes Kaliber als die Bennetts. Wenn die auf kleine Kinder lostreten, dann gute Nacht. Das wird sich wohl auch der eine oder andere Zoodirektor gesagt haben (wobei man gerade in Australien weniger Angst davor - bzw. vor daraus resultierenden Rechtsfällen - zu haben scheint. Womit wir wieder beim Klima wären).
(24.06.2014, 10:37)
Michael Mettler:   @Hannes Lüke, zu deinen Känguru-Überlegungen im Thread "Zoos in Asien": Du fragst ja dort sinngemäß, ob europäische Zoos bei der Haltung von Bennettkängurus in begehbaren Anlagen vielleicht auf die falsche Tierart setzen, weil die Riesenkängurus, Parma- und Flinkwallabys in Singapur sich weniger menschenscheu zeigen. Könnte das nicht auch auf eine andere Sozialisierung zurückzuführen sein?

So habe ich z.B. aus irgendeiner Zoo-Quelle (evtl. einer der Jahresberichte des Berliner Zoos) im Hinterkopf, dass gerade Flinkwallabys mehr als andere in unseren Breiten gehaltene Arten zu Panikreaktionen neigen sollen. Und in Zusammenhang mit der Verwendung von Lamas und Alpakas als Therapie- und Trekkingtiere habe ich auch schon mal gelesen, dass Zoonachzuchten für diese Zwecke häufig nicht geeignet seien, weil die Cameliden dort vielerorts wie Wildtiere gehalten und nicht von Geburt an an engen (!) menschlichen Kontakt gewöhnt werden.

Vielleicht hängt das Verhalten von Kängurus in begehbaren Anlagen unabhängig von der Art auch davon ab, ob der ursprüngliche Besatz aus "Wildhaltung" stammt (mancherorts wurde ja schlichtweg von nicht begehbar auf begehbar umgestellt, ohne die Tiere auszutauschen) oder ob mit z.B. handaufgezogenen oder zumindest bereits handzahmen Tiere gestartet wurde, deren vertrautes Verhalten dann auch auf ihre Nachkommen abfärben könnte - ebenso wie scheues Verhalten sich vielleicht über Generationen hinweg hält, wenn die Jungtiere nie andere als scheue Vorbilder haben.

So weit ich weiß, gibt es ja auch in Australien diverse begehbare Anlagen mit Riesenkängurus. Da die dortigen Zoos und Sanctuarys verwaiste Wildtiere aufziehen, wäre auch hier interessant zu wissen, ob einst Flaschenkinder den Grundstock für diese Gehege bildeten.
(24.06.2014, 09:27)
Michael Mettler:   ... jetzt aber: Berlin hatte im Sommer 1931 (und dann mehrere Sommer hintereinander) in Zusammenarbeit mit Fa. Ruhe seinen ersten Tierkindergarten als Sonderschau. Was andererseits nicht heißen muss, dass es ein einzelnes begehbares Haustiergehege nicht auch schon vorher irgendwo gegeben haben könnte, denn der Tierkindergarten war ja quasi ein Zoo im Zoo und enthielt als Gesamtkonzept auch Gehege und Käfige, die NICHT betreten werden konnten.

Und in Rheine wurde laut Sonderbroschüre "70 Jahre NaturZoo" tatsächlich der Begriff "Streichelzoo" geboren - namentlich hatte Rheine also wohl tatsächlich den ersten in Deutschland :-)

Mein ältester Serengetiparkführer trägt das Copyright-Datum 1974, da gab es bereits eine "Streicheltier-Ecke" (offenbar dachte sich damals jeder gleich einen neuen Namen für das gleiche Prinzip aus).

Vielleicht gibt es zwischen einigen der Einrichtungen sogar personelle Querverbindungen, durch welche die Idee "gewandert" ist und weiterentwickelt wurde. Dittrich kam ja aus Leipzig (von wo er den dortigen Kinderzoo kannte) nach Hannover und trat hier zunächst in die Dienste der Fa. Ruhe, die seit den 30er Jahren Kinderzoos errichtet hatte (was ja später auch noch zu solchen Gründungen wie dem Babyzoo Wingst führte); in Hannover gab es sowas, kombiniert mit einer Dressurschule, auch noch nach dem Krieg. 1971 endete Ruhes Pachtvertrag, Dittrich wurde vom wissenschaftlichen Mitarbeiter zum Zoochef und war nun für die Weiterentwicklung zuständig; vermutlich wurde die Idee zur Streichelwiese in dieser Zeit vorangetrieben, denn aufwändigere Zoobauten und damit Publikumsattraktionen waren in diesem Zeitraum nicht drin. 1972 promovierte Wolfgang Salzert, und zwar ausgerechnet an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, mit welcher der Zoo eng zusammenarbeitet, und über Elefanten - immerhin ein Spezialgebiet von Dittrich. Wer weiß, ob es da nicht irgendwann zu einem Gedankenaustausch der Beiden in Sachen Kinderzoo-Projekte kam, denn im April 1973 (im Monat vor Eröffnung der hannoverschen Streichelwiese) übernahm Salzert den Tierpark Rheine und schob als erstes Projekt den Streichelzoo an. Vielleicht hatte er da vorab die Vorbereitungen in Hannover schon in natura gesehen, denn die dortige Streichelwiese - immerhin 1 ha groß, auf ihrer Fläche steht heute fast der komplette Parkteil Meyers Hof! - wurde schon 1972 angesät und umzäunt. Dittrich berichtete übrigens, dass der Begriff "Streichelwiese" ganz gezielt mit der Absicht geprägt wurde, das Verhalten der Besucher positiv zu beeinflussen. Ob der Begriff "Streichelzoo" in Rheine daran angelehnt wurde oder unabhängig aus gleichen Gedanken heraus entstand?
(30.05.2014, 16:26)
Michael Mettler:   Der Kinderzoo alias Tierkindergarten in Hannover wurde am 1. Mai 1932 eröffnet. In Berlin gab es ab 1937 einen Kinderbauernhof, aber es muss einen vorübergehenden Vorläufer schon unter dem "alten" Heck im Rahmen einer Sonderschau gegeben haben (habe ich auf die Schnelle nicht gefunden). Ob das eine deutsche Erfindung war, weiß ich so nicht - vielleicht standen da schon US-Zoos Pate?

Mit den Streichelzoos auf Wiesenboden hatte Rheine laut eigener Aussage in einem alten Parkführer "die erst zweite Anlage dieser Art" in Deutschland eröffnet. Tatsächlich war Hannover um ein paar Monate früher dran: Die dortige "Streichelwiese" (das könnte eine Namens-Neuschöpfung gewesen sein) wurde am 30. Mai 1973 eröffnet, der Streichelzoo in Rheine (vielleicht auch eine eigene Namenskreation?) am 25. August 1973. München folgte erst 1975 (das Damwild-Schaf-Gehege am Eingang, eigentlicher Kinderzoo erst 1977).

Ich weiß nicht, wie es in dieser Hinsicht in den deutschen Safariparks aussah. Mitte der 70er war ich als Kind in Hodenhagen, da gab es jedenfalls schon ein grasbestandenes Streichelgehege (viel später machte man eine begehbare Affen-Känguru-Anlage daraus), und der Park ist m.W. 1972 eröffnet worden - was nicht heißen muss, dass der Streichelzoo von Anfang an vorhanden war.

Hannovers damaliger Zoochef Dittrich gibt im Jahresbericht für 1973 an, dass Erfahrungen mit begehbaren Haustiergehegen in Zoos schon seit Jahrzehnten vorgelegen hätten, die Gestaltung und Besetzung der Streichelwiese aber auf eigene Reiseeindrücke aus Zoos in den USA und Schweden zurückgingen. Demnach scheint er aus Deutschland damals nichts dieser Art gekannt zu haben, und Hodenhagen lag ja quasi vor der Haustür.

Apropos begehbares Gehege und Wiese, dazu fällt mir noch ein Sonderfall ein, den es in diversen Zoos gegeben haben dürfte: Früher war es ja nicht unüblich, dass man im Sommer Riesenschildkröten auf einer niedrig umzäunten Rasenfläche hielt, zu denen die Besucher mancherorts hineingehen und (zumindest Kinder) sich sogar auf die Tiere setzen durften. In gewissem Sinne waren das ja auch Streichelgehege...
(30.05.2014, 13:39)
Hannes Lüke:   Ach das Bild hatte ich komplett vergessen :-D
(30.05.2014, 10:29)
Michael Mettler:   @Hannes: Streichelzoos, die damals allerdings noch als Kinderzoos oder Tierkinderzoos bezeichnet wurden, gab es schon vor dem zweiten Weltkrieg z.B. in Berlin und Hannover (wobei m.W. beide mit Hermann Ruhe den gleichen Initiator hatten). Da enthielten die begehbaren Gehege sogar nicht nur Haustiere, sondern auch junge Wildtiere. Die nebenstehende Ansichtskarte aus Hannover (um 1932) zeigt z.B. im Hintergrund ein junges Nilpferd (links) und eine Beisa (rechts, Kopf leider nicht zu sehen). Auch Leipzig dürfte zu den ältesten Kinderzoobesitzern gehören.

Die Neuentwicklung Anfang der 1970er Jahre könnte gewesen sein, dass man die Gehege mit Wiesengrund gestaltete statt mit nackter Erde, Pflaster- oder Sandboden. Rheine, München, Hannover müssten dabei ziemlich dicht aufeinander gefolgt sein - für die genaue Reihenfolge und Jahreszahl müsste ich mal nachschlagen.


(30.05.2014, 09:53)
Hannes Lüke:   Das war schnell und einfach..
War das eine eigene Idee oder international abgeschaut?
(30.05.2014, 09:48)
BjörnN:   Tierkindergarten im Zoo Leipzig, eröffnet 1935.
(30.05.2014, 09:46)
Hannes Lüke:   Hallo,

hatten wir eigentlich schonnmal die Frage welcher der erste Streichlzoo in Deutschland( der Welt?) war?
Sagen wir mal ein Streichlzoo ist ein begehbares Gehege mit Haustieren besetzt um z.B. historische Hirschgatter heraus nehmen zu können...
Hat der Naturzoo Rheine nicht mal den Anspruch erhoben den ersten deutschen Streichelzoo gebaut zu haben?

Wer weiß was?
(30.05.2014, 09:22)
C. Lissner:   Auf der Alligatorfarm St. Augustine, Florida, gibt es sowas über Krokodil- und Alligator-Gehegen..
Die Besucher werden dort aber mit speziellen Gurten vor dem Sturz gesichert.
(02.04.2012, 15:30)
Oliver Müller:   Kein Scherz: Laut einer Werbeanzeige plant der "Zoo" Safaripark Schloss Holte-Stukenbrock einen Hochseilgarten (Klettergarten) über der Gepardenanlage. Vermutlich will man hier die Futterkosten reduzieren.
(02.04.2012, 15:07)
Michael Mettler:   @Sacha: Ja, die Definition ist schwierig, denn man müsste ja noch festlegen, FÜR WEN das Gehege begehbar war. Der Berliner Zoo schreibt auf seinem Krokodilhallenschild "von Besuchern" - nun ist ein Jagdgast in einem Wildgatter de facto auch ein "Besucher".

Wenn wir einen Zoo/Wildpark/usw. als von der Öffentlichkeit (also nicht nur von geladenen Gästen) besuchbare Einrichtung definieren, wie es z.B. in der Zootierliste geschieht, dürfte so manches herrschaftliche Jagdgatter durchs Raster fallen.

Als Kriterium für ein begehbares Gehege würde ich persönlich betrachten, dass sich die Tiere beliebig den Besucherweg kreuzen und zumindest theoretisch dabei in Kontakt mit den Besuchern kommen können. Das ist in einer Freiflughalle, einem Streichelgehege oder einem begehbaren Damwildgatter zweifellos der Fall, trifft aber beides nicht auf die Berliner Krokodilhalle zu. Würde man der Berliner Definition folgen, wäre auch jegliches Gehege, das auf einer Brücke überquert oder durch einen Tunnel durchquert werden kann, "begehbar" - also selbst ein Haitunnel...

Gab es in der Krokodilhalle anfangs frei fliegende Vögel? DANN würde die Definition passen, aber in Bezug auf die Krokodile als Hauptbewohner finde ich es nicht richtig. Allerdings behauptet der Zoo nicht, Erfinder des begehbaren Flugraums zu sein; der wurde offenbar in Amerika entwickelt, und in Zürich erstmals auf europäischem Boden umgesetzt.

Die Situation beim erwähnten Tiergarten Hannover sah so aus, dass dieser 1679 vom Herzog Johann Friedrich als Jagdgatter gegründet (und eingezäunt) wurde. König Georg II. gewährte dann ab 1799 der Bevölkerung Zutritt, woraufhin sich der Tiergarten in kurzer Zeit zum beliebten Ausflugsziel entwickelte. Ab besagtem Zeitpunkt würde der Tiergarten also nach ZTL-Definition als öffentliche Tierhaltung gelten.

Zumindest das Damwild hat sich allem Anschein nach schon immer frei im Gelände bewegen und dabei auch nach eigenem Belieben die Besucherwege kreuzen dürfen. Ob die Besucher hingegen früher schon genauso an ein Wegesystem gebunden waren wie heute oder ebenfalls frei das Gelände durchwandern konnten, ist mir nicht bekannt. So oder so gab es aber zumindest zwischen Damwild und Besuchern keine oder zumindest nur symbolische Grenzen. Ich erinnere mich (war länger nicht dort) an hölzerne "Geländer" in Stolperhöhe, die aber nur an wenigen Stellen vorhanden waren und vielleicht eher auf sumpfigen Boden hinweisen sollten.

Das älteste bei spontaner Internetsuche gefundene Ansichtskarten-Fotomotiv, auf dem sich Damwild und Besucher auf einer Wiese im Tiergarten "schrankenlos" gegenüberstehen, stammt von einer 1907 gelaufenen Karte.
(28.12.2011, 12:07)
Sacha:   Die Frage ist doch nur schon, was man als "begehbares Gehege" formuliert bzw. was man als Abschrankung toleriert.
Nehmen wir die Freiflughallen: Einige kann man auf Wegen/Pfaden komplett durchwandern, andere nur teilweise resp. ein Teil ist mit Glas, Holz oder ähnlichem abgesperrt und/oder der Besucherbereich mit Beton/Asphalt/Stein-Boden ausgestattet.
Als erste (teilbegehbare) Freiflughallen kommen mir da Philadelphia, St. Louis und Zürich in den Sinn (erste Hälfte des 20. Jahrhunderts).
Eines der ältesten begehbaren Tiergehege könnte der Grosse Tiergarten in Berlin sein (um 1530). Er wurde zwar zu Jagdzwecken geschaffen, war aber de facto begehbar und - da eingezäunt - ein Gehege.
Es wäre auch gut möglich, dass in den (Vorläufer-)Zoos des alten China und Montezumas begehbare Anlagen bestanden haben.
(28.12.2011, 11:04)
Michael Mettler:   Mit dem nebenstehenden Schild im Aquarium nimmt der Berliner Zoo für sich in Anspruch, mit der 1913 eröffneten Krokodilhalle das erste von Besuchern begehbare Tiergehege der Welt geschaffen zu haben.

Mal abgesehen davon, dass das bei weitem nicht stimmt und die Definition als begehbares Gehege fragwürdig ist (auch über die Friedrichsfelder Bärenschlucht führte eine Brücke, aber die dürfte wohl niemand als begehbares Gehege bezeichnet haben): Welches IST eigentlich das älteste Tiergehege der Welt, in dem sich der Besucher ohne Absperrung zwischen den Tieren bewegen kann?

Ich kam auf diese Frage, als ich heute etwas über die Geschichte des Tiergartens Hannover las, dessen Damwildgatter schon seit 1799 von der Öffentlichkeit durchwandert werden kann.
(27.12.2011, 19:15)
Michael Mettler:   Das wäre ja eigentlich eher eine für Orangs begehbare Besucheranlage :-) Gab es übrigens auch etwas näher dran, in Rhenen/NL ("Apen op stelten"), musste aber stillgelegt werden, als ein Orang herausfand, wie er hinunter gelangen konnte.
(02.06.2011, 19:52)
Ottmar Müller:   Im Zoo Washington D.C. können die Orang-Utans über die Besucherwege hinwegklettern. Sowas könnte man bestimmt mit Gibbons machen, aber würdet ihr das als begehbare Anlage gelten lassen?
(02.06.2011, 18:18)
Mel:   Ich kann da Michael nur zu stimmen, so niedlich und feundlich Gibbons auch aussehen mögen. Ausgewachsen sind sie doch gefährliche Tiere, deren Kräftepotential oft unterschätzt wird.
(02.06.2011, 14:36)
Michael Mettler:   @Ottmar Müller: Ziemlich sicher, das Territorialverhalten erwachsener Gibbons setzt da Grenzen. Hannover musste sich von seinen Weißwangengibbons trennen, nachdem das Männchen gelernt hatte, den Wassergraben zu überwinden, und "draußen" Besucher angegriffen hatte. In älterer Literatur ist auch zu lesen, dass junge Gibbons zwar reizende Hausgenossen seien, aber nach dem Erreichen der Geschlechtsreife gefährlich würden.
(02.06.2011, 09:59)
Ottmar Müller:   Wieso gibt es eigentlich keine begehbaren Gibbonanlagen? Wären die zu gefährlich für die Besucher?
(01.06.2011, 19:51)
Kai Deuker:   Sorry Zoo Hannover,Pelikananlage im Zoo Hannover.
(05.02.2011, 18:34)
Anna Lena Stephan:   Eins der schönsten Erlebnisse mit begehbaren Anlagen hatte ich vor ein paar Jahren in Krefeld im Regenwaldhaus. Die dort lebenden Weißgesichts-Sakis hatten laut Schild erst seit kurzem ein gewisses Interesse an den Besuchern entwickelt. Wir waren die einzigen Besucher im Haus (also keine nervenden Familien mit Butterkeksen und Rumgeschreie...) und tatsächlich untersuchte einer der Sakis ganz neugierig unseren Fotoapparat. Vor allem das Band hatte es ihm angetan.

Auch sehr schön ist die Präriehund-Anlage in Rotterdam, wo man die Tiere (wenn man mutig ist) sogar streicheln kann, sie aber auch Rückzugsmöglichkeiten haben.

Und natürlich die Pinguinanlage in Emmen, die diesbezüglich wohl einmalig ist.

Begebare Anlagen sind ein Grung, Zoos außerhalb der Sommermonate zu besuchen...
(05.02.2011, 08:53)
Kai Deuker:   Hodenhagen hat mehrere begehbare Anlagen im "Affenland" eine für Guarezzas,eine mit Kattas und eine nur für Kinder mit Varis .Der Eingang bei den Varis verhindert aufgrund seiner Größe das Erwachsene diese betreten können.
(05.02.2011, 07:39)
Andreas Knebel:   @Jennifer:
Und wir singen: "Sessellift...Sessellift....shalalalala..."
Und schön tiefhängen dat janze...
(28.09.2010, 19:25)
Jennifer Weilguni:   In Kolmârden/Schweden kann man in einer Seilbahn über den Zoo gondeln und dabei auch über die Tigeranlage schweben. Wer also schon immer mal wissen wollt wie sich ein Stück Fleisch an der "Run and Fun" Anlage fühlt -... :-)
(28.09.2010, 18:57)
Michael Mettler:   @Oliver Müller: Einen langen Steg über eine (sehr große) Löwenanlage hinweg gibt es in Ebeltoft/DK. Tiger- und Leopardentunnel in Emmen, Löwentunnel meiner Erinnerung nach auch in Beekse Bergen.
(28.09.2010, 17:50)
Andreas Knebel:   Einen Tunnel durchs Tigergehege gibt es auch im Zoo Schmiding. Und Löwen mal aus einer "ungewöhnlichen" Perspektive zu sehen, hat auch seinen Reiz > Bild aus Wuppertal (leider ist die Quali vom Foto nur mäßig)
(28.09.2010, 14:20)
Thomas Schröder:   Derart begehbar ist auch die Löwenanlage in Eberswalde, allerdings nicht als Sackgasse wie in Wuppertal. Man kann einmal unter der Anlage durchgehen und durch Glasfenster das Gehege aus der Mitte betrachten.
(28.09.2010, 13:06)
Oliver Müller:   @Jennifer: Futterkosten... lustig ;-)
Aber: Ich meinte das gar nicht so scherzhaft wie es klingt. In Wuppertal kann man den Löwen aus Gucklöchern von unten auf ihrem Schlafplatz zusehen, wenn ich mich recht erinnere...
So in der Art dachte ich mir das: vielleicht unterirdische Gänge mit Ausgucklöchern, Glastunnel durch die Anlage oder verglaste Brücken darüber,vielleicht gibt es noch mehr Möglichkeiten...
(28.09.2010, 12:37)
Jennifer Weilguni:   Zumindest befahrbare :-) Zum Beispiel in Hodenhagen...Begehbare würden auf jeden Fall extrem die Futterkosten beschränken.
(23.09.2010, 19:54)
Oliver Müller:   Gibt es eigentlich schon irgendwo begehbare Löwen- oder Tigeranlagen? Das wäre doch mal etwas wirklich Innovatives... :-)
(23.09.2010, 19:52)
Nils Kley:   Ein Problem der(von mir innig geschätzten) für die Besucher begehbaren Anlagen, das bislang nicht hier erwähnt wurde, ist die Gefahr der Krankheits-und Parasitenübertragung. Dabei spielt nicht nur die Übertragung Tier-Mensch(siehe Buntlori-Fütterungen in US-Zoos), sondern auch Mensch-Tier ein erhebliche Rolle. Erwähneswert sind hierbei u.a. Tuberkulose und Toxoplasmose.
(30.08.2006, 18:55)
Hannes:   Interessant ist auch das in Rheine die Affen sofort erkennen wenn jemand mit essen kommt und ihn "anfallen". Wenn ein Pfleger mit futter kommt ist den Tieren das egal.
(02.08.2006, 16:56)
Dennis:   ich persönlich finde die Berberaffenanlage in Erfurt am besten in dieser Art...
Auf dem Affenberg Salem war ich ebenfalls Zeuge, als ein kleines Mädchen sich von einem affen die Hand hat blutig beißen lassen! Außerdem fand ich die Tiere in Salem sehr aufdringlich und bettelnd, während die Tiere in Erfurt sich eher ruhig und abseits des Besucherwegs aufhielten.
(02.08.2006, 13:38)
Karsten Vick:   Da ich im falschen Thread mein Erlebnis im Berliner Vari-Wald zum Besten gegeben habe, hier nun meine Erfahrungen mit Berberaffen. In Erfurt (das war 1999), Rheine, Hodenhagen ging das ja noch. Da saßen die Affen neben dem Weg und die Besucher gingen auf dem Weg und jeder hat sein Ding gemacht. Aber in Neumünster waren die Affen aufdringlich und rabiat. Jeder Besucher wurde erstmal untersucht und alles was nicht niet- und nagelfest war, mitgenommen. Essbares sowieso, aber Spielzeug und Nuckel aus Kinderwagen auch. Ein Affe saß am Wegesrand, ich streckte die Hand aus, gar nicht mal um ihn anzufassen, nur so wie man eben mit einem Tier Kontakt aufnimmt. Da springt der Affe vor, fasst meine Hand mit seinen beiden Händen, beißt rein und haut wieder ab. Ein Aufpasser, den ich vorher gar nicht als solchen erkannt hatte, schnauzte mich gleich an: "Anfassen verboten" Na wie gesagt, das war nicht die tollste begehbare Anlage, die ich gesehen habe.
(01.08.2006, 23:34)
Michael Mettler:   In der neuen "Arbeitsplatz Zoo" findet sich ein Artikel über die diversen begehbaren Gehege und Volieren im Tierpark Nordhorn, der einen bemerkenswerten Aspekt aufwirft. Sowohl bei den Nandus in der Südamerika-Anlage als auch bei den Schnee-Eulen in deren Voliere werden ausschließlich weibliche Vögel gehalten; man verzichtet auf männliche Artgenossen, da man von diesen Aggressivitäten gegenüber den Zoobesuchern befürchtet.

Ich muss gestehen, dass ich nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Klar, es handelt sich um Arten, bei denen beileibe kein Mangel an Tieren herrscht und somit kein "wertvolles Zuchtmaterial" brach liegt. Andererseits meldet sich da aus dem Hinterstübchen der Gedanke wieder, dass ein moderner Zoo keine Tiere zu reinen Schauzwecken halten sollte, worüber wir ja unter "Flugschauen" usw. schon diskutiert haben. Der Verzicht auf die jeweiligen Hähne ist nur dadurch begründet, dass die Gehege durch ihre Begehbarkeit attraktiver sein sollen - den Ausschlag gab also der Besucher, nicht das Tier. Wie denkt ihr darüber?
(17.05.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ...wobei auch dort die "kalte" und die "warme" Fasanerie wenigstens früher voneinander separierbar waren.
(21.02.2006, 00:00)
IP66:   Ich habe die Flamingos dort noch erlebt, insofern ist die Anlage als Flugraumbeispiel nur bedingt tauglich. Die Traktteilung aus Seuchengründen ist gut nachvollziehbar, allerdings wäre dies auch mit einem Galeriebau möglich gewesen. Im Grund hat Giesing drei bis vier Galerien ineinandergeschoben und diese dann verbunden - beim gleichzeitigen Neubau der Fasanerie am Zoorand dagegen ist man beim alten Typus geblieben.
(21.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Der kleine Flugraum im Berliner Vogelhaus, der heute Kleinvögel der afrikanische Dornbuschsteppe enthält, war übrigens meiner Erinnerung nach ursprünglich (bei gleicher Wegeführung)ein Winterraum für Zwergflamingos!
(17.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @IP66: Die Verschachtelung des Berliner Vogelhauses hat meines Wissens auch hygienische Gründe, da man auf diese Weise z.B. beim Ausbruch der Papageienkrankheit einfach nur den betreffenden Trakt sperren musste, ohne gleich das ganze Vogelhaus für den Bes
(17.02.2006, 00:00)
IP66:   Es gibt doch das Prinzip der Vogelstube, also eines unterteilten Wohnraumes, in dem Vögelgehalten werden. KÖnnte dies nicht auch in de Entwicklungsgeschichte des Freiflugraumes einbezogen werden? In Berlin stand man vor dem Problem, daß das Vogelhaus augrund der angestrebten Artenfülle ein recht verschachteltes Gebildes mit streng genommen vier Trakten und Innenhof konzipiert werden mußte. Wenn der Besucher das ganze Haus besuchen sollte, ohne es zweitweise zu verlassen, mußte eine Möglichkeit gefunden werden, an dem zentral liegenden Plfegertrakt vorbeizukommen - und eben das ist der Freiflugraum. So konnte man, wenn man im Papgeientrakt beginnt, das ganze Haus durchlaufen und im heutigen Nashornvogeltrakt abschließen, wie das noch heute der Fall ist. Insofern könnte die berliner Lösung von Herrn Diesing aus der Not heraus entwickelt worden sein, zumal er neben dem großen ja auch noch einen kleinen Freiflugraum am Eingang zum Nordtrakt einrichten mußte, um das Problem zu lösen. Daß man ein schlechtes Gewissen bei der Sache hatte und dennoch Architektur zwischen Besucher und Urwald legen wollte, zeigt die alte Einrichtung mit einer fast metertiefen Absenkung des Besucherweges und eine durch kräftige Betonträger quadrierte Decke, die den Besucher daran erinnerte, daß er keinesfalls im Urwald war. Der Zustand ist in Berlin heute verunklärt, im etwas späteren frankfurter Vogelhaus kann man ihn aber noch gut nachvollziehen, wobei der Bau dort eleganter, die Mauern deshalb niedriger und die Konzeption der Halle weniger geschachtelt gestaltet ist.
(17.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Ich habe zwischzeitlich in den Lebenserinnerungen von Hediger nachgeschaut. Tatsächlich hat er sich das Prinzip des "Offenen Flugraumes" in Amerika abgeschaut, die erste entsprechende INNENanlage wurde vor 1951 (leider findert sich kein exaktes Datum) im Zoo von St. Louis errichtet. Erster Nachahmer war dann Philadelphia, und Zürich war der erste europäische Zoo. Alle diese Einrichtungen hatten gemeinsam, dass zwischen Tier und Mensch nur eine symbolische Barriere bestand, aber dennoch blieb jeder in "seinem" Teil des Raumes. So gesehen ist das in Berlin später verwirklichte Prinzip, den Besucherweg quer durch die Halle zu führen, noch eine Weiterentwicklung (wobei ich nicht weiß, ob Berlin diese erfunden hat).

Dass ich das "Innen-" eben betont habe, liegt daran, dass Hediger auf seiner ersten USA-Zooreise 1951 in San Diego eine riesige Außenvoliere vorfand, in welcher der Besucher zwischen den Tieren umherwandeln konnte. Auch hier findet sich leider kein Datum, wann diese errichtet wurde, und auch keine Angabe, ob sie die Erste ihrer Art war.
(16.02.2006, 00:00)
IP66:   Ich war diesen Winter in Zürich und auch im "Vivarium". Das ist in den 80er Jahren völlig neu gebaut worden, es man sein, daß ein paar Grundmauern erhalten blieben. Jedenfalls stammen Dach, Treppe und Boden des Freiflugraumes nicht aus der Zeit vor 1960 - was ja nicht ausschließt, daß es an gleicher Stelle einen Vorgänger gegeben hat. An das Aquarium an gleicher Stelle kann ich mich noch erinnern, an den Freiflugraum leider nicht mehr.
(16.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Bin im Bezug auf amerikanische Zoos ziemlich unwissend, daher zwei Fragen an Kenner: Könnte die älteste begehbare Vogelanlage vielleicht eine der Großvolieren im San Diego Zoo sein? Und gab es nicht schon sehr früh begehbare Huftiergehege in der Catskill Game Farm?

Womit wir wieder bei einer notwendigen Definition wären: Eigentlich ist der hannoversche Tiergarten (nicht mit dem Zoo verwechseln!) streng genommen ebenfalls ein begehbares Gehege, wenn auch sehr weitläufig und "nur" mit Damhirschen besetzt. Und jeder Park mit barriereloser Haltung von Ziergeflügel auch... Im Schrevenpark in Kiel - einem kleinen Stadtpark - liefen Anfang der 80er sogar (kupierte) Kronenkraniche frei herum.
(15.02.2006, 00:00)
Zoosammler:   Michael Mettler hat Recht, meines Wissens befindet sich die Freiflughalle immer noch im Hauptgebäude am Eingang (auch ein Anwärter auf den Titel des interessantesten Tierhauses, immerhin mit Freiflughalle, Aquarium, Terrarium, Flamingowiese, Pinguinen, Pelikanen, Tapiren, Capybaras, sowie allerhand interessanten Kleinsäugetieren). Das Afrikahaus (mit den Nashörnern und Madenhackern) wurde 11 Jahre später, 1965 eröffnet.
(15.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @IP66: Nein, die Vögel waren schon vorher "emanzipiert", die Vogelhalle hatte nichts mit dem Afrikahaus zu tun.
(15.02.2006, 00:00)
Jana:   @Zoosammler Danke für die Antwort.

Der Bechynì Pavilion ist damit eindeutig neuer, er war erst in 60. Jahren gebaut, aber die architektonische Pläne sind älter, aber die zweite Weltkrieg und andere Prioritäten danach haben das Bau verzögert. Als Kind ha
(15.02.2006, 00:00)
IP66:   Leider kenne ich Zürich in seiner historischen Entwicklung nicht sehr gut. Befand sich die Freiflughalle in dem Allzweckhaus am Eingang oder meinen Sie das Nashornhaus? Das wäre ja eine regelrechte Evolution: Erst läßt man die Vöglein in einem Großtierhaus herumfliegen, dann baut man einen Freiflugraum.
(15.02.2006, 00:00)
Zoosammler:   Die Freiflughalle im wurde 1954 in Zürich eröffnet.
(14.02.2006, 00:00)
Jana:   Welches Jahr war die Vogelhalle in Zürich gebaut?
(14.02.2006, 00:00)
Ollo:   Hediger hatte Madenhacker und andere Vögel im Flußpferd-/Nashornhaus mitfliegen. Das ist dann eine begehbare Anlage. Das Ensemble steht auch heute noch so da. Ist besonders interessant, wenn man sich zuvor seine Memoiren durchliest, weil er darin seine Gedanken zum Bau des Hauses beschreibt.
(14.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Soweit ich weiß, hatte Zürich die erste begehbare Vogelhalle in Europa (also noch vor Frankfurt und Berlin), und Hediger hatte die Idee bereits aus Amerika mitgebracht. Müsste eigentlich was drüber in seinen Lebenserinnerungen zu finden sein.
(14.02.2006, 00:00)
IP66:   Die Krokodilhalle in Berlin würde ich in die Traditionslinie des Tiere-und-Pflanzen-Hauses stellen. Erster Bau dieser Art war wohl das Antilopenhaus in Berlin, bei dem sich die Antilopen allerdings auf der den Pflanzen gegenüber gelegenen Seite des Ganges befanden. Die ältesten Vogelfreiflugräume, die ich kenne, sind die der Vogelhäuser in Frankfurt und Berlin resp. die Vogelbüsche in Frankfurt, wobei das berliner Haus früher fertiggestellt wurde als das frankfurter. Der Schmetterlingsfreiflugraum im kölner Aquarium soll nach Angaben von Herrn Jes der erste in Europa gewesen sein, entstand aber nach den fraglichen Vogelanlagen. In faschistischen Zooerweiterungen gab es immer recht ausgedehnte Haustieranlagen - man müßte einmal prüfen, ob es da in München und Nürnberg auch begehbare Gehege gab.
(14.02.2006, 00:00)
Andreas Hartung:   @Ollo
Auszug aus einem Führer des Affenbergs Salem:
"1969 eröffnete Baron Gilbert de Turckheim bei Kintzheim im Elsaß das erste Affenfreigehege nach dem geschilderten Konzept: "La Montagne des Singes". Die 150 Berberaffen, die im Gehege ausgesetzt wurden,
(13.02.2006, 00:00)
Ollo:   @ Hannes
Ist der Affenberg Salem nicht älter? Und der wiederum hatte auch Vorbilder in Frankreich (?).
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ... und an Schmetterlings-Flugräume denke ich dabei auch nicht gerade :-)

Vielleicht war es eine Schildkröten-Wiese - früher durften sich ja Besucher in manchen Zoo auch mal auf die Riesenschildkröten setzen....
(13.02.2006, 00:00)
Hannes:   Also die erste begehbare Affenanlage ist die Magotanlage in Rheine.
Aber wer generell gute Frage, wird wohl ne Voliere gewesen sein wenn wir mal streichelzoos und Haustiere(lamas) weglassen
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Welcher Zoo hat eigentlich die allererste WIRKLICH begehbare Anlage gebaut? Ich betone das "wirklich" deswegen, weil der Zoo Berlin Anspruch auf diese Erfindung erhebt - und zwar bezogen auf die Krokodilhalle im Aquarium. Nun ist es zwar richtig, dass der Besucher auf der Brücke durch eine Tieranlage hindurchgeht, aber unter "begehbar" verstehe ich doch eher eine Anlage, in der zumindest theoretisch ein unmittelbarer Kontakt zwischen Tier und Besucher möglich ist und die Tiere nach Belieben den Besucherweg kreuzen können.
(13.02.2006, 00:00)
IP66:   Ich habe schon zweimal erlebt, wie in der begehbaren Katta-Anlage in Duisburg einer der Halbaffen, einem Kleinkind aus dem Kinderwagen einen Keks abgenommen hat. Dabei nutzen die Tiere, anders als in Münster, die Anlage kaum im gesamten Umfang. Die begehbare Ara-Anlage in Münster halte ich insofern für ungewöhnlich, als ich entsprechende Anlagen für Großpapageien nicht kenne. Neu ist auch die Entwicklung zu begehbaren Ententeichen in Münster und Zürich, in letzterem Fall mit einem recht interessanten Besatz.
(13.02.2006, 00:00)
Jana:   Ich selbs hab die begehbare Anlagen nicht gern, aber in einigen Fällen klapt es ganz gut. Zum Beispiel die Katta-Anlage in Prag. Die Leuten respektieren den Futter- und Streichen-Verbot, vor allem weil da (im Sommer täglich und im Früling und Herbst jeder Wochenende) immer eine 2-Leuten-Dienst steht. Prager Zoo hat eine Gruppe von etwa 150 Freiwilligen (am meisten Studenten), die die Besucher an mehreren Stellen über die Tieren informieren und auch "disziplinieren". Die Halbaffen wissen, dass sie garnichts von den Besuchern bekommen, und so ignorieren sie einfach.
(13.02.2006, 00:00)
Anna Timmer:   Das Problem das bei sollchen Anlagen auftritt ist das zum Beispiel Affen mit der zeit lehrnen das Besucher Futter dabei haben, welches sich auch sofort abgeholt wird ob der Besucher nun will oder nicht. In Apenheul musste die Totenkopfäffchenanlage geschlossen werden, weil die Äffchen immer aufdringlicher wurden und Besucher bissen die nicht zu Essen dabei hatten.
Fütterungs Verbote nützen da auch meist nichts da sich viele Besucher einfach nicht daran halten und sogar, für die Tiere, schädliche Dinge füttern. Um das zu verhindern müsste ständig Personal anwesend sein aber das wird natürlich an anderer stelle gebraucht.
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Kurzer (und auch mich verblüffender) Zwischenstand: Nachdem ich die Artenliste meiner Fotokartei durchgesehen und alles notiert habe, was ich bewusst in der alten hannoverschen Fasanerie gesehen (und größtenteils auch fotografiert) habe, komme ich auf 6 Formen für die Flamingowiese (die gehörte ja auch dazu), 24 (!) Formen für den Papageientrakt (größtenteils allerdings von Privat übernommene Einzeltiere und inklusive der Arten, die tagsüber auf den Kletterbäumen am alten Eingang gezeigt wurden) und MINDESTENS 66 (!!!) Formen für die eigentlichen Fasanerievolieren; bei sieben weiteren bin ich mir nicht sicher, und in dem großen gemischten Webervogelschwarm mag sich auch noch die eine oder andere Form unerkannt "versteckt" haben - waren eh nicht alle ausgeschildert.
In der Kollektion waren z.B. mindestens 7 Arten Turakos, 5 Arten Nashornvögel, 6 Arten Tukane, mindestens 8 Arten Fasane, 9 Arten Stare.... Für einen Zoo, in dem Vögel eine untergeordnete Rolle spielen, eine erkleckliche "Sammlung" - aber, wie gesagt, es wimmelte von Einzeltieren.

Wenn wirklich eine detailierte Liste gewünscht ist, würde ich die in den vorhandenen Thread "Der 'alte' Zoo Hannover" stellen.
(11.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Also BESSER war DARAN nun wirklich nichts!! Aber wenn du willst, fange ich erstmal mit der Liste an - wenn sie (soweit möglich) fertig ist, kann ich mir immer noch überlegen, wo sie am besten reinpasst.
(10.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Habe gerade mal überlegt, welches - vom Besatz her - die ungewöhnlichsten begehbaren Anlagen waren, die ich besucht habe. Spontan fiel mir die alte, an anderer Stelle im Forum schon erwähnte "Wandelsafari" in Rotterdam ein (1985 noch gesehen), mit Guanakos, Rentieren, Bennettkängurus, einem Kara-Tau-Wildschaf und Nandus im selben Gehege. Dann noch die Arnheimer Geiervoliere, die fast immer gesperrt war, die ich aber einmal Ende der 80er geöffnet vorfand, mit diversen großen und kleinen Greifen sowie Hornraben (Kinder und schwächliche Besucher hatten echte Mühe, durch den schweren Kettenvorhang am Eingang zu kommen!).
Wenn man "begehbar" ganz weit fasst, kann es auch in der Elefantensektion in Hodenhagen, wo man ja aussteigen darf, zu interessanten Begegnungen kommen, da aus der Nachbarsektion hin und wieder Huftiere herüberwechseln. So bin ich dort einmal bis auf wenige Meter an einen Pferdeantilopenbullen herangekommen - für mich als speziellen Fan dieser Tierart natürlich ein Wahnsinnserlebnis. Nicht so sehr wegen der Distanz, sondern wegen der Tatsache, dass eben kein Zaun oder Graben dazwischen war. Ein kurzes Drohnicken des Bullen zeigte dann auch, wann ich den kritischen Abstand erreicht hatte. Mit einem langsamen Schritt rückwärts und einem "unbeteiligten" Blick in die Luft ließ sich die Situation aber gleich wieder entspannen.
(10.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Die Yaks (bzw. ihre Anlage) in Osnabrück waren begehbar??? Halte ich für ein Gerücht. Zwar waren sie bei meinen letzten Besuchen im ehemaligen Damhirschgatter untergebracht, aber durch Zaun vom Publikum getrennt. Glaube auch nicht, dass es mit Yaks klappen würde, dazu ist die Gefahr eines auch nur versehentlichen Hornstoßes einfach zu groß (und Osnabrück hatte keine hornlosen Yaks) - vom Bullen mal ganz abgesehen.
(10.02.2006, 00:00)
Hannes:   Wie sieht das eigentlich mit für den Besucher begehbaren Anlagen aus.
So gut wie jeder Zoo hat ja mittlerweile welche und bei vielen vögeln und affen scheint das ja gut zu klappen aber gibt es auch Anlagen die geschlossen werden mussten oder welche in denen die Tiere nicht klar kamen?
Was ist mit dem Yakgehege in Osnabrück und mit den gehegen in apenheul die aufgegeben wurden(war nie dort hab ich nur gelesen).
Ich persönlich habe auch immer das gefühl das die kattas sich bei starkem besucherandrang in Münster immer zurück ziehen die Rheinenser Magots jedoch erst aufleben.
(10.02.2006, 00:00)

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