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Luchse



cajun:   1,1 Nachwuchsluchse aus dem TG Nürnberg sind in den TP Oberwald gezogen:
"Neue Heimat für zwei unserer jungen Luchse
Heute sind ein weiblicher und ein männlicher Karpatenluchs nach Karlsruhe umgezogen. Beide wurden 2025 in Nürnberg geboren und werden in den kommenden Wochen in einem speziellen Koordinierungsgehege des Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe leben. Dort sollen sie auf ihre mögliche Auswilderung vorbereitet werden. Dabei werden sie fast gar keinen Kontakt mit Menschen haben. Tierpflegerinnen und -pfleger kommen nur kurz an das Gehege, um Futter auszulegen und Wasser aufzufüllen.
Auch die Luchs-Anlage bei uns Tiergarten hat mit Blick auf Auswilderungsprojekte entscheidende Vorteile: Sie ist rund 1.850 Quadratmeter groß, reich strukturiert und bewaldet. Damit bietet sie den Tieren viele Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten. Während der Aufzucht bekamen die jungen Luchse Rehfleisch vom Forstbetrieb Nürnberg der Bayerische Staatsforsten als Futter, die natürliche Hauptbeute. So kommt es nicht zu einer Fehlprägung auf andere Beutetiere und die Luchse sind möglichst gut auf das Leben in der Natur vorbereitet.
Der Tiergarten engagiert sich intensiv für den Erhalt des Karpatenluchses. Wir sind Mitglied im beratenden Gremium des EEP, dem sogenannten Species Committee, sowie bei "Linking Lynx": Das internationale Netzwerk beschäftigt sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses. Ziel ist es, Vorkommen zu stützen, zu gründen und miteinander zu verbinden. In den letzten Jahren haben wir bereits Luchse im Westerzgebirge, im Thüringer Wald und im Schwarzwald ausgewildert."
Quelle:https://www.facebook.com/Tiergarten.Nuernberg
(19.02.2026, 17:22)
cajun:   Im Tierpark Klötze überlegt man mit der Luchshaltung zu beginnen:
"Der Klötzer Tierpark bereitet sich auf die Ankunft von Luchsen vor„Einen Luchs oder ein Pärchen zu bekommen, ist gar kein Problem“, sagt der Klötzer Bürgermeister Alexander Kleine im AZ-Gespräch. Eine vorsichtige Anfrage der Stadt habe deutlich gemacht, dass es zahlreiche Möglichkeiten gebe, an ein Tier zu kommen. Doch zunächst müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit im Klötzer Tierpark Luchse gehalten werden können.Deshalb machte sich in dieser Woche eine Delegation bestehend aus Vertretern der Stadt, dem Tierpfleger und des Tierparkvereins auf den Weg nach Magdeburg. Im dortigen Zoo wurden Kontakte geknüpft und viele offene Fragen geklärt.
Die Klötzer wurden von Zoodirektor David Pruß und dem Vorsitzenden des Zoo-Fördervereins, Thomas Rolle, empfangen. „Der Austausch war geprägt von Ehrlichkeit, Fachwissen und echtem Interesse am Luchsprojekt in Klötze“, informiert die Stadt Klötze. Zwei Punkte konnten besonders positiv geklärt werden: Das ehemalige Bärengehege im Klötzer Tierpark kann nach einer entsprechenden Renovierung genutzt werden. Es bietet die notwendige Schutzschleusen und eine solide Grundsubstanz. Davon konnten sich die Magdeburger anhand von Fotos, die die Klötzer mitgebracht hatten, überzeugen. Das Luchsgehege im Magdeburger Zoo wurde 1998 errichtet. Die Experten gaben den Klötzern viele Tipps zur Strukturierung des Geheges und zur Haltung der Tiere generell. Dabei wurde deutlich, dass Luchse Einzelgänger sind. Eine Erfahrung, die die Magdeburger bestätigten. Für die Klötzer war das ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung, ob ein Tier oder ein Pärchen angeschafft werden soll.
Für den Klötzer Tierpfleger und seine Mitstreiter gab es von den Fachleuten zudem viele praktische Tipps: Die Magdeburger empfehlen wechselnde Futterzeiten, um das natürliche Verhalten der Tiere zu fördern, sowie eine Einrichtung von Lieblingsplätzen und eine abwechslungsreiche Gehegegestaltung. Auch die Futterfrage wurde besprochen: 2,5 bis 3 Kilogramm Fleisch frisst ein Luchs täglich. Ein anderes Thema war die tierärztliche Versorgung: Die Grundversorgung sei durch die regionalen Tierärzte gesichert, teilt die Stadt Klötze mit. Zusätzlich gebe es im Notfall einen landesweit tätigen mobilen Tierarzt. Und auch der Zoo Magdeburg sei bei Fragen jederzeit telefonisch erreichbar. Besprochen wurden auch mögliche Kooperationen bei der Schulung und Weiterbildung der Tierpfleger.
„Dieses Jahr stehen die Vorbereitungen im Fokus“, sagte Alexander Kleine im AZ-Gespräch zum zeitlichen Ablauf. Das Bärengehege muss hergerichtet werden, damit das „Herzensprojekt“ umgesetzt werden kann. „Das Projekt bleibt eine große Herausforderung. Doch der offene Austausch hat Mut gemacht“, bilanzieren die Vertreter der Klötzer Delegation nach dem Besuch im Zoo. Sie blicken optimistisch darauf, das Projekt zu realisieren. Als „symbolischen Mutmacher“ bekam Tierpfleger Karsten Langleist ein Luchs-Kuscheltier als optisches Startzeichen für das Luchsprojekt geschenkt."
Quelle:https://www.az-online.de/altmark/kloetze/der-kloetzer-tierpark-bereitet-sich-auf-die-ankunft-von-luchsen-vor-94167210.html
(13.02.2026, 10:05)
Sacha:   Okay, ich versuche, das mal zusammenzufassen bzw. "zu übersetzen" (So oder so: Danke für den Link):

-Es braucht (Karpaten-)Luchse aus EAZA Zoos, um die freilebende Luchspopulation INSGESAMT in West- und Mitteleuropa zu erhalten bzw. deren genetische Vielfalt(?)
- - In Europäischen Zoos gibt es laut Zootierliste 213 Haltungen mit REINBLÜTIGEN Lynx lynx lynx. Warum pickt man nicht hier Exemplare für eine Wiederansiedlung heraus bzw. züchtet gezielt und verstärkt diese UA für diesen Zweck? Die werden ja wohl kaum alle derart eng verwandt sein.
- - Wieviele Luchse aus Skandinavien wurden denn schon bei uns angesiedelt, dass man für dieses Gebiet von einer "Gefahr der Übernutzung" reden könnte?

-Karpatenluchse wurden bereits ausserhalb ihres angestammten Lebensraums angesiedelt. Eine Vermischung ist somit bereits im Gang.
- - Toll, statt den Fehler zu beseitigen, vertieft man ihn noch. Wäre es nicht sinnvoller, die (ggf. noch reinen - da Austausch ja mangels Korridore ein Problem ist) Karpatenluchse, die ausserhalb ihres eigentlichen Verbreitungsgebietes angesiedelt wurden wieder einzufangen und mit diesen die Lücken in ihrem eigentlichen Verbreitungsgebiet zu füllen (nach gründlichen DNA-Tests versteht sich. Hybride dann ggf. in Wildparks unterbringen, wo ALLE reinblütigen Tiere entnommen wurden)
- - Etwa irritiert bin ich von der Karte im Link: Dieser zufolge leben gar keine REINBLÜTIGEN Exemplare der Nominatform mehr in Westeuropa. Es wird sogar der Anschein erweckt, dass es bei "uns" nur noch Karpatenluchse (oder dann eben Hybride) gibt. Sollten tatsächlich nur noch REINBLÜTIGE Karpatenluchse in Westeuropa leben, macht eine Ansiedlung dieser UA natürlich durchaus Sinn, zumindest dort, wo keine Vermischungsgefahr besteht. Somit würde auch meine Forderung nach Wiederansiedlung mit der Nominatform obsolet.

-Selbst der Karpatenluchs ist als UA gefährdet
- - Lösungsvorschlag siehe oben. Unabhängig davon stellt sich die Frage, ob nicht vorher oder zumindest zeitgleich zur Wiederansiedlung die Vernetzung der Lebensräume PRIORITÄT haben müsste (vielleicht ist dies der Fall, geht aber aus dem unten aufgeführten Bericht nicht hervor).

Vielleicht mal eine grundsätzliche Erklärung zum Schluss: Mir ist klar, dass die Natur immer in Bewegung ist, insofern immer neue Unterarten oder Arten (durch Vermischung) entstehen können. Allerdings bin ich klar für die "Konservierung" des Zustandes, wenn die Vermischung durch den Menschen verursacht wird bzw. würde (auch wenn inzwischen die Trennung zwischen "natürlich" und "von Menschen gemacht" immer fliessender wird).
(07.11.2025, 16:18)
cajun:   Ok @Sacha: Dann nochmal was zu lesen und weiterführende Infos im Quelllink:
"Schutz der Karpatenluchs-Metapopulation
Linking Lynx ist ein Expertinnen -und Experten-Netzwerk, das sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses beschäftigt. Unser langfristiges Ziel ist es, eine lebensfähige Metapopulation des Karpatenluchses in Europa zu schaffen, welche sich von den Karpaten bis hin zum Jura, den Westalpen und dem Dinarischen Gebirge erstreckt.
....
Das Netzwerk wurde als Reaktion auf die Empfehlungen gegründet, die auf dem ersten europäischen Luchserhaltungstreffen 2019 in Bonn ausgesprochen wurden. Diese Empfehlungen wurden anschließend vom Ständigen Ausschuss der Berner Konvention als Empfehlung Nr. 204 angenommen (Europarat 2019). Bei einem Folgetreffen im deutschen Harz im Jahr 2023 trafen sich Luchsexpertinnen und Experten, die sich mit dem Schutz des Karpatenluchses beschäftigen, erneut und gründeten das Netzwerk «Linking Lynx».
Unser langfristiges Ziel ist es, die bestehenden Populationen miteinander zu verbinden und eine lebensfähige Luchs-Metapopulation zu schaffen, die sich von den Karpaten bis zum Jura und den Westalpen erstreckt, einschliesslich des deutschen Mittelgebirges und eines Teils des Dinarischen Gebirges. Um dieses Ziel zu erreichen, sind eine grenzüberschreitende Erhaltungsstrategie für den Luchs in den Karpaten, weitere Wiederansiedlungen und die Stärkung genetisch verarmter Populationen erforderlich. Um den Bedarf an Luchsen für die Wiederansiedlung zu decken und gleichzeitig eine Übernutzung der wilden Ausgangspopulationen zu vermeiden, ist die Zusammenarbeit mit dem EAZA-Zuchtprogramm in Gefangenschaft entscheidend.
Wo lebt der Luchs in Europa?
In Europa leben drei genetisch definierte Unterarten des Eurasischen Luchses, die von der Cat Specialist Group der «International Union for Conservation of Nature Species Survival Commission» (IUCN SSC) anerkannt sind:
Nordluchs (Lynx lynx) in Nordeuropa
Karpatenluchs (Lynx carpathicus) in Ost- und Mitteleuropa
Balkanluchs (Lynx balcanicus) in den südwestlichen Balkanländern
(Siehe auch Verbreitungskarte aus der Website)
Auch wenn der Eurasische Luchs nicht in seinem gesamten Verbreitungsgebiet gefährdet ist, sind einige lokale Populationen bedroht. In West- und Mitteleuropa, wo die Art Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben war, wurden aus der Unterart des Karpatenluchses mehrere Populationen wieder angesiedelt. Alle diese wieder angesiedelten Populationen sind immer noch klein und leben isoliert mit begrenztem genetischem Austausch. Auch der Erhalt der Ursprungspopulation in den Karpaten ist nicht gesichert. Die Populationszahlen wurden früher überschätzt. Dies führte zu Konflikten mit menschlichen Interessen. Weitere Bedenken beziehen sich auf die Qualität der Lebensräume und deren Vernetzung."
Quelle und weiterführende Infos unter: https://www.linking-lynx.org/de
(07.11.2025, 14:26)
Sacha:   Vorbehältlich der hier vorliegenden Informationen (und dass ich nichts überlesen habe), konnte meine Skepsis zu den Massnahmen nicht ausgeräumt werden.

Die Nominatform des Luchses/Nordluchses kommt gemäss der Literatur in Westeuruopa (von den Pyrenäen und Alpenraum bis nach Skandinavien) und im östlichen Europa ostwärts bis zum Fluss Jenissei in Russland vor.
Davon ausgehend, dass es insbesondere in Skandinavien noch eine gesunde Luchspopulation bzw. -populationen gibt und ein Austausch mit Hilfe des Menschen (Fangen und an anderer Stelle wieder aussetzen) ja möglich ist (Beispiel Karpatenluchs), verstehe ich nicht, warum man nicht aus eben diesen Gebieten (und im Prinzip auch aus den isolierten mitteleuropäischen Gebieten) UNTERARTENREINE Luchse verwendet.
Der Aufwand ist mehr oder weniger der Gleiche. Und vielleicht abgesehen von Russland dürfte es innerhalb der Länder dafür nicht mehr administrative Schwierigkeiten geben als mit dem Karpatenluchs.
(07.11.2025, 13:10)
cajun:   Hier noch ein aufschlußreicher Artikel, in dem die Gründe für eine möglichst breite Basis von Foundern in den neueren Wiederansiedlungsprojekten dargelegt werden:
"Luchse im Harz: Die Wildkatzen bleiben dem Standort treu
Die Luchse in Europa leiden infolge von Inzucht an Gendefekten. In der Schweiz wurden bereits Luchse mit Herzfehlern und Tiere ohne Ohren nachgewiesen. Ein europäisches Zuchtprogramm soll helfen.
In Europa gibt es etwa 9.000 Luchse. Durch aufwendige Wiederansiedlungsprojekte konnte die größte wildlebende Katze auch in Deutschland wieder heimisch werden. Aber die Luchse in Westeuropa haben ein grundsätzliches Problem: Inzucht aufgrund von Isolation. Studien zufolge gibt es kaum einen Austausch zwischen den Luchspopulationen in der Slowakei, Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz.
Luchse finden gute Bedingungen im Harz
1850 wurde der letzte deutsche Luchs in den Alpen getötet. Seitdem galt die Art, wie auch Wolf und Bär, als ausgerottet. Im Jahr 2000 wurde im Harz der erste deutsche Wiederansiedlungsversuch für den Luchs gestartet. Aktuell geht man von 50 bis 80 Luchsen aus, die im Harz leben. Die großen Katzen finden dort bis heute gute Bedingungen: große, ungestörte Waldgebiete mit ausreichend Deckung und einer hohen Dichte an Beutetieren wie Rehen und Hasen.
Isolation durch unterschiedliche Wanderbereitschaft
Obwohl sich der Bestand gut entwickelt hat, ist ihnen eine Vernetzung mit anderen Beständen bislang nicht gelungen. Das liegt in der Natur der Art, weiß Ole Anders vom Luchsprojekt Harz. Es gebe einen deutlichen Unterschied in der Wanderbereitschaft von weiblichen und männlichen Luchsen. Die Weibchen machten sich nicht gern "auf lange Strecken", so Anders. Und damit bestimmten die Weibchen "die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Population".
Gefahr für Luchse: Autobahnen und Agrarland
Probleme bereiten den Luchsen außerdem Straßen und große offene Landschaften, wie es sie im Agrarland Niedersachsen häufig gibt. "Der Luchs verlässt seinen Lebensraum Wald nur ungern. Er braucht Sichtkontakt zum nächsten Waldstück, sonst bleibt er lieber, wo er ist", erklärt Anders weiter. "Es braucht gezielte Maßnahmen, um den Austausch zu fördern."
Problem Inzucht: Tiere ohne Ohren und mit Herzfehler
In der Schweiz, wo bereits vor 50 Jahren Luchse angesiedelt wurden, sind Tiere mit Herzfehlern und jetzt auch Luchse ohne Ohren nachgewiesen worden. Beides liegt vermutlich an der zu geringen genetischen Vielfalt. "Diese Population ist 25 Jahre älter als die Harzpopulation, und sie ist auch nicht vernetzt mit anderen", so Anders. "Im Grunde können wir durch das Beispiel absehen, wo wir in 25 Jahren landen, wenn nichts passiert." Um die Luchse in Deutschland zu vernetzen und europaweit genetisch "aufzumischen", beteiligt sich das Luchsprojekt Harz Niedersachsen deshalb an einem Zuchtprogramm. Ein Luchskater aus La Garenne in der Schweiz ist vor kurzem im Harzer Luchsgehege an den Rabenklippen eingetroffen.
Tiere aus Schweiz und Ukraine sollen Genpool "aufmischen"
Mit "Rikki" ist nun außerdem ein Weibchen aus dem Zoo Kiew dazu gekommen. "Das Tier hat den Transport nach Niedersachsen gut überstanden", sagt Anders. Sie konnte zudem die Quarantäne der Wildtierauffangstation Sachsenhagen schon wieder verlassen. "'Rikki' ist sieben Jahre alt und hatte bislang noch keinen Nachwuchs. Aufgrund des Krieges in der Ukraine sei der Transport äußerst schwierig gewesen, berichtet Anders. Knapp ein Jahr hatte die Planung für die Übersiedlung der Luchs-Dame gedauert.
Nachzucht und Wiederansiedlung
Während die Elterntiere wegen ihrer Sozialisation nicht mehr in die Natur entlassen werden können, haben Anders und sein Team vom Luchsprojekt für den erhofften Nachwuchs im Harz ein großes Gehege vorbereitet. Hier sollen die Jungtiere möglichst ungestört aufwachsen. Damit die Nachzucht später wieder in die freie Wildbahn entlassen werden kann, muss der Kontakt zu Menschen auf ein Minimum reduziert werden. Das Ziel: Luchse gezielt nachzüchten, um sie dann in andere Wiederansiedlungsprojekte zu vermitteln. So soll die Population der wildlebenden Luchse durch einen möglichst großen Genpool gesund erhalten werden - und sich dann durch natürliche Wanderungsbewegungen weiter ausbreiten. Im Harz selbst sollen keine weiteren Luchse aus der Nachzucht entlassen werde.
Projekte für genetischen Austausch
"Für die Auswilderung gibt es aktuell drei Projekte: in Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen. Besonders interessieren uns die Standorte in Thüringen und Sachsen", sagt Ole Anders. Denn diese liegen zwischen dem Harz und dem Bayerischen Wald und könnten - so die Hoffnung - irgendwann eine natürliche Brücke zur Verbindung der bisher isolierten Luchspopulationen bilden. Wichtig sei für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, diese Vorkommen miteinander in einen regelmäßigen genetischen Austausch zu bringen. "Und da der Luchs das auf eigenen Pfoten nicht so richtig hinkriegt, weil er sich eben doch sehr langsam ausbreitet, werden wir ihn dabei unterstützen müssen", sagt Lerch.
Wölfe breiten sich viel stärker aus
Zwei Karten zeigen die Population der Wölfe und Luchse in Deutschland.
Anders als Luchse laufen Wölfe durchaus 1.000 Kilometer. Im Jahr 2000 wurde nicht nur der erste Luchs in Deutschland in die Freiheit entlassen - im gleichen Jahr wurde zum ersten Mal Nachwuchs bei den aus Osteuropa nach Deutschland eingewanderten Wölfen nachgewiesen. Obwohl beide Arten im Jahr 2000 in Deutschland "gestartet" sind, haben sich die Wölfe inzwischen flächendeckend ausgebreitet - während die Luchse noch immer ziemlich auf der Stelle treten. Laut Bundesamt für Naturschutz leben in Deutschland rund 125 - 135 ausgewachsene Luchse, sowie 59 Jungtiere - insgesamt also etwa 200 Tiere. Beim Wolf liegen aktuellere Zahlen vor. Im Monitoring-Jahr 2023/2024 wurden in Deutschland in den bestätigten Wolfsterritorien insgesamt 1.175 Wolfsindividuen nachgewiesen.
Schutzstatus und Zukunftsaussichten
Vielleicht bringen neue Wiederansiedlungsprojekte und das europäische Zuchtprogramm für den Luchs die Wende. Biologen und Tierschützer hoffen so, die Art wieder etablieren und isolierte Populationen vernetzen zu können. Auf der "Roten Liste" wird der Luchs in Deutschland zwar nicht mehr als "Stark gefährdet" eingestuft. Wirklich beruhigend ist sein Status auf der Liste aber auch nicht: Der Luchs gilt nach wie vor als "vom Aussterben bedroht"."
Quelle:https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/luchse-im-harz-wildkatzen-bleiben-dem-standort-treu,luchs-120.html
(07.11.2025, 12:07)
cajun:   @th.oma.s: Steht auch in der Nürnberger Meldung unten. Vater des Wurfes ist vermutlich eine ausgewilderte Nachzucht aus dem Tiergarten.
(30.10.2025, 19:50)
th.oma.s:   Im westlichen Erzgebirge gibt es einen im Habitat gezeugten Wurf mit zwei Jungtieren von 2024 ausgewilderten Karpatenluchsen.
(30.10.2025, 17:39)
W. Dreier:   Nan, hatte es doch eingestellt: Karpatenluchs in Chemnitz
(30.10.2025, 13:34)
W. Dreier:   Und in Magdeburg (etwas beschnitten) - 2016
(30.10.2025, 10:06)
W. Dreier:   Schönen Dank für die Aufklärungen zum Karpatenluchs. Ich war etwas konsterniert, als ich hier irgendwo las, dass es dieser sei, der der "eigentliche" Luchs sei, der nun hier herumläuft. Die mir bisher so ausgewiesenen Karpaten-Luchse traf ich NUR in Magdeburg und Chemnitz - und die hatten doch ihre "eigene" aber sehr typische Fleckung.
Hier Chemnitz 2009
Hier in Mafdeburg
(30.10.2025, 10:00)
cajun:   Naja, zumindest sind die Fachleute sich einig, das die Karpatenluchse die Form ist, die bei uns klar kommt und die "nächstmögliche noch bestehende Population ist"..Die Harzpopulation soll übrigens auch Nordluchse in den Foundern gehabt haben.
Zum Thema noch eine aktuelle PM aus Nürnberg:
"Luchsnachwuchs im Tiergarten: Geschlecht steht fest – einjähriges Jungtier ausgewildert
Im Sommer freute sich der Tiergarten Nürnberg über dreifachen Nachwuchs bei den Karpatenluchsen (Lynx lynx carpathicus). Inzwischen steht das Geschlecht der Jungtiere fest: Es sind zwei Kuder und eine Katze. Vor kurzem haben sie ihre erste Impfung gegen verschiedene Katzenkrankheiten erhalten und wurden tiermedizinisch untersucht. Der Tiergarten beteiligt sich mit den Luchsen am Erhaltungszuchtprogramm des Europäischen Zooverbands EAZA (EAZA Ex-situ Programme, kurz EEP). Welches der Jungtiere im Zuge des EEPs in andere Einrichtungen umzieht oder ausgewildert wird, steht noch nicht fest. Ende Juli dieses Jahres wurde ein junger Luchs aus dem Tiergarten im Schwarzwald ausgewildert.

Einjähriger Luchs aus dem Tiergarten im Schwarzwald ausgewildert
Vor der Geburt der drei Welpen sind die beiden Jungtiere, die im letzten Jahr zur Welt kamen, umgezogen: Ein Kuder ging an die Tierwelt Herberstein nach Österreich, der zweite wurde Ende Juli im Rahmen des Projekts "Luchs Baden-Württemberg" im Schwarzwald ausgewildert. Zuvor verbrachte er einige Monate in einem Koordinationsgehege im Tierpark Oberwald des Zoos Karlsruhe, wo er nur minimalen Kontakt zu Menschen hatte. Unmittelbar vor der Auswilderung wurde er noch einmal gründlich untersucht, geimpft und hat einen GPS-Sender bekommen. Über dieses Monitoring sammelt das Projektteam um Leiterin Eva Klebelsberg von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) wertvolle Informationen, wie die Luchse ihren Lebensraum nutzen und ob sie sich gut etablieren. "Der Luchsnachwuchs aus Zoologischen Einrichtungen ist wichtig, um den Genpool der Bestände in der Natur zu vergrößern und für Nachwuchs zu sorgen", sagt Klebelsberg.
Gute Neuigkeiten gibt es auch von Luchs "Chapo", der 2023 im Tiergarten geboren und im Juli 2024 im Westerzgebirge ausgewildert wurde: Er ist höchstwahrscheinlich Vater geworden. Das Projektteam von „RELynx Sachsen“ hat über Fotofallen festgestellt, dass die ebenfalls 2024 ausgewilderte Katze "Alva" mit zwei Jungtieren durch die Wälder des Westerzgebirges streift. Chapo und Alva haben sich am Ende der Paarungszeit, Anfang April 2025, drei Tage gemeinsam in Alvas Territorium aufgehalten. Dies hatten sogenannte Punkt-Lokationen verraten, die von den GPS-Halsbandsendern gesendet werden. Damit kann erstmals seit fast 300 Jahren wieder eine Luchsreproduktion in Sachsen bestätigt werden. Dieses Ereignis, ein Jahr nach der erfolgreichen Etablierung der ersten ausgewilderten Luchse, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Tiere sich im Westerzgebirge wohlfühlen und sich dieses als Lebensraum für die streng geschützte Tierart eignet.
"Der Moment, in dem ein Tier nach monate-, manchmal jahrelanger Vorbereitung ausgewildert wird, gehört zu den absoluten Höhepunkten unserer Artenschutzarbeit", sagt Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens. "Dass wir innerhalb von zwei Jahren drei Luchse auswildern konnten und mit den anderen Jungtieren im Rahmen des EEPs zum Arterhalt beitragen können, ist ein großer Erfolg für den Tiergarten."
Die Luchs-Anlage im Nürnberger Tiergarten hat mit Blick auf Auswilderungsprojekte entscheidende Vorteile: Sie umfasst eine Fläche von rund 1.850 Quadratmetern, ist reich strukturiert und bewaldet. Damit bietet sie den Tieren viele Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten. Während der Aufzucht in Nürnberg bekommen die Luchse Rehe als Futter, die natürliche Hauptbeute. So kommt es nicht zu einer Fehlprägung auf andere Beutetiere. Die Rehe stammen vom Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten. Sie werden bei der regulären, nachhaltigen Jagdausübung im Nürnberger Reichswald erlegt und dienen so als hochwertiges Futter.

Zucht in Zoos und Projekte im Lebensraum der Tiere verbinden
Der Tiergarten engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt und Schutz des Karpatenluchses. Er ist Mitglied im beratenden Gremium des EEPs, dem sogenannten Species Committee, und Mitglied bei "Linking Lynx": Das internationale Netzwerk beschäftigt sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses. Ziel ist es, Vorkommen zu stützen, zu gründen und miteinander zu verbinden.

2024 wurde das Zuchtbuch für Karpatenluchse in ein EEP überführt. Dies war ein entscheidender Schritt, um die Zuchtbemühungen in Zoos mit Projekten im Lebensraum der Tiere (sogenannte In-situ-Projekte) zu verbinden. "Jeder Nachwuchs – wie auch die diesjährigen Jungtiere im Tiergarten Nürnberg – ist ein wertvoller Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art", sagt Dina Gebhardt, zuständige EEP-Koordinatorin und Kuratorin im Tierpark Bern. "Der Tiergarten erfüllt alle Anforderungen an die Auswilderungszucht und zeigt eindrucksvoll, wie wissenschaftlich geführte Zoos aktiv am Schutz bedrohter Arten mitwirken. Durch die enge Zusammenarbeit im europäischen Expertennetzwerk Linking Lynx können wir sicherstellen, dass genetisch geeignete Luchse perspektivisch in eines der Wiederansiedlungsprojekte in Deutschland integriert werden – und so der Karpatenluchs dauerhaft in unsere Wäldern zurückkehrt."
Dr. Alexander Sliwa, Leiter der EAZA-Fachgruppe für Katzen (EAZA Felid Taxon Advisory Group) und Kurator im Zoo Köln, sagt: "Das EEP für Karpatenluchse ermöglicht eine bisher einmalige Zusammenarbeit der Halter dieser größten Katzenart in Zentraleuropa nach wissenschaftlichen Maßstäben. Wir hoffen dass die Zusammenarbeit über die kommenden Jahrzehnte weiter gestärkt wird, denn nur durch ein gutes Netzwerk von Partnern haben solche ambitionierte und auf längere Zeiträume ausgelegten Projekte Aussicht auf nachhaltigen Erfolg – der Etablierung selbsterhaltender Bestände des Luchs, hier der Unterart Karpatenluchs, in Mitteleuropa."

Ausgestorben und wiederangesiedelt
Wegen seiner weiten Verbreitung, die sich bis nach Nordostasien erstreckt, stuft die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Eurasischen Luchs (Lynx lynx) aktuell als global „nicht gefährdet“ ein. Er gilt allerdings in weiten Teilen Europas als ausgestorben und konnte nur lokal wiederangesiedelt werden.
In Deutschland galt er bis ins späte 20. Jahrhundert hinein als ausgestorben. Ende 2020 gab es laut Bundesamt für Naturschutz wieder rund 190 wildlebende Eurasische Luchse in Deutschland. Das größte Vorkommen liegt im Harz und erstreckt sich bis Nordhessen. Die Population geht auf eine Auswilderung von 24 Luchsen aus Zoos und Wildparks Anfang der 2000er-Jahre zurück.
Der Luchs ist die größte Katze Europas und zählt mit dem Wolf und dem Bären zu den drei großen, landlebenden Beutegreifern der mitteleuropäischen Tierwelt. Luchse leben hauptsächlich in Wäldern und sind dämmerungs- und nachtaktiv. Charakteristisch sind die Haarpinsel an den spitzen Ohren und der kurze Schwanz."
Quelle:https://tiergarten.nuernberg.de/entdecken/aktuell/detail/news/luchsnachwuchs-im-tiergarten-geschlecht-steht-fest-einjaehriges-jungtier-ausgewildert
(30.10.2025, 09:06)
Sacha:   Danke, @Patrick. Du sprichst mir aus dem Herzen. Hätte es nicht besser darlegen können.

Interessant wäre zu wissen, was die "Experten" der EU-Invasiven-Liste davon halten.
(28.10.2025, 15:15)
Patrick Marburger:   Mein Stand ist, dass die Grenze der Unterarten durch Deutschland verlief und ob es da Hybridisierungszonen gab unklar ist. Auf Basis dessen nun Auswilderungen durchzuführen, die mittel- bis langfristig zu einer Hybridisierung der mitteleuropäischen Luchspopulation führen könnten, scheint mir mindestens riskant, um nicht zu sagen fahrlässig. Lange genug hatte man in unseren Breiten den Karpatenluchs nicht verortet. Was wenn sich diese Meinung wieder verbreiten sollte? Selbst wenn hier die Unterarten aufeinandertrafen und selbst wenn es Hybridisierungszonen gab - beides scheint mir wahrscheinlich - haben wir zwei Unterarten vor uns, die phänotypisch klar unterscheidbar sind. Hier sollte man sich auch wenn Systematik immer in menschengemachten Kategorien denkt, die der Natur nicht gerecht werden aus meiner Sicht eine tutioristische Haltung zu eigen machen. Beim Luchs scheint das Kind schon lange in den Brunnen gefallen, schade. Bei in Zoos gehaltenen Löwen - um lediglich ein besonders schmerzliches Beispiel zu nennen - können wir ja seit einigen Jahren ähnliches beobachten: neue wissenschaftliche Erkenntnisse und auf Basis dessen werden Hybride phänotypisch unterscheidbarer Unterarten gezüchtet, da es nun ja die Unterarten nicht mehr gibt. Wie toll man das in einigen Jahrzehnten finden wird, weiß ich nicht. Systematik, wie wissenschaftliche Erkenntnis generell, ist Wandlungen unterworfen und man sollte sich meiner Meinung nach seiner Sache sehr sicher sein bevor man Unterarten in den Zoo oder gar Wildbeständen wissentlich vermischt, da ist nämlich nur mit größtem Aufwand, wenn überhaupt, revidierbar.
(28.10.2025, 13:45)
Sacha:   @cajun: Vielen lieben Dank für den Hinweis. Werde mir den Link bei nächster Gelegenheit vornehmen. Aktuell gerade keine Zeit...
(28.10.2025, 09:49)
cajun:   @Sacha wegen der Anfrage im Zoo Wuppertal Thread: vielleicht beantwortet ja das Zitat unten von der Seite Hessenluchs einige deiner Fragen. In BaWü bringt man gerade Weibchen zu den territorialen Kudern, die aus der Schweiz eingewandert sind. In diesem Thread hier findest du einige Informationen zu den Projekten in den verschiedenen Bundesländern.
"Woher kommen sie ? (gemeint sind die hessischen Luchse)
Der Luchs ist durchaus in der Lage, weit zu wandern. Man kann aber kaum erwarten, dass diese Tiere aus den fernen Karpaten-Wäldern zu uns kamen. Das wäre die nächstliegende autochthone Population.
Die meisten anderen Luchse in Mitteleuropa sind auf die eine oder andere Weise – direkt und indirekt – von Menschen in das Ökosystem eingebracht worden. Das „Wildeste“ womit wir in Hessen rechnen, sind die frei geborenen Nachkommen jener Karpaten-Luchse, die zwischen 1970 und 1988 im Bayerischen Wald und im Böhmerwald (Tschechien) ausgewildert wurden. Jura- und Vogesen-Luchse dürften es schwer haben, zu uns zu finden. Naheliegend sind Zuwanderungen aus dem Harz, wo seit dem Jahr 2000 Luchse wiederangesiedelt wurden. Mittlerweile hat der besenderte Harzluchs M2 dies auch eindrucksvoll belegt. Illegale Aussetzungen sind nicht auszuschließen. Entflohene Käfig-Tiere können natürlich auch eine Quelle der Besiedlung sein.
Die Anwesenheit des Luchses in Hessen ist zweifelsfrei nachgewiesen. Über die Gesamtzahl in der Fläche kann allerdings nur spekuliert werden. Da Luchse einen hohen Aktionsradius haben, können Meldungen im Spessart, im Vogelsberg und in der Wetterau vom selben Tier stammen. Andererseits legt die hohe Zahl der Meldungen aus verschiedenen Landesteilen innerhalb kurzer Zeiträume nahe, dass es sich um mehrere Luchse handelt. Die Sichtungen von Jungluchsen lassen den Schluss zu, dass eine Fortpflanzung im Freiland stattfindet. In Nordhessen ist dies bereits durch Fotofallen-Monitoring und Zufallsaufnahmen nachgewiesen."
Quelle: https://www.luchs-in-hessen.de/luchsinhessen.html
(25.10.2025, 12:38)
cajun:   Eien PM aus dem Zoo Karlsruhe:
"Im Schwarzwald ist heute Vormittag ein weiblicher Luchs ausgewildert worden, der zuvor einige Monate im Koordinationsgehege im Tierpark Oberwald gelebt hat. „Wir sind sehr stolz darauf, als Zoo Karlsruhe mit diesem Koordinationsgehege einen ganz wichtigen Teil zur Vorbereitung des Luchses auf das Leben in der Wildnis beitragen zu können. Zudem sind unsere Zootierärzte für alle Narkosen und Untersuchungen der Luchse im Vorfeld zuständig. Wir verbinden als Zoo damit den Artenschutz in und außerhalb des eigentlichen Lebensraums der Tiere“, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt.
Das Luchsweibchen Elisabeth kam im Mai 2024 im Tierpark Chemnitz zur Welt. Der Zoo beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der EAZA – the European Association of Zoos and Aquaria für den Karpatenluchs, die seltene Unterart des Eurasischen Luchses. Es hat das Ziel, eine genetisch vielfältige Population des Luchses zu erhalten. Der Luchsnachwuchs aus Zoologischen Einrichtungen ist wichtig, um den Genpool der Bestände in freier Wildbahn zu vergrößern und durch die Auswilderung weiblicher Tiere für Nachwuchs zu sorgen.
„Der Luchs soll wieder heimisch werden in Baden-Württemberg. Mit dem Projekt der Bestandsstützung helfen wir den Tieren, dauerhaft in ihren angestammten Lebensraum zurückzukehren. Ausgewildert werden nur gesunde, sorgfältig ausgewählte und vorbereitete Luchse“, so der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL.
„Für die Bestandsstützung ist Nachwuchs zentral. Für Elisabeth hoffen wir, dass sie sich ähnlich schnell und gut in ihrem neuen Streifgebiet zurechtfindet und vielleicht schon im kommenden Frühjahr für Nachwuchs sorgt“, betont Projektleiterin Eva Klebelsberg von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). Wie alle nun insgesamt fünf Luchse, die im Rahmen des Projekts bereits ausgewildert wurden, wird Elisabeth das Luchsvorkommen im Schwarzwald und in angrenzenden Regionen genetisch wertvoll bereichern.

Das Projekt „Luchs Baden-Württemberg“ wird durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in enger Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V., dem WWF Deutschland und dem Zoo Karlsruhe im Auftrag des Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz umgesetzt. Unterstützt wird das Projekt durch die Luchs-Initiative Baden-Württemberg."
Quelle:https://zoo-karlsruhe.de/im-schwarzwald-ist-heute-vormittag-ein-2025-09-30/
(30.09.2025, 18:01)
cajun:   Ein Haltungsende:
"Bald keine Luchse mehr im Welser Tiergarten
Die Luchshaltung im Tiergarten wird vorerst eingestellt. Luchskater „Burli“ musste mit 19 Jahren eingeschläfert werden. Seine Gefährtin ist ein Jahr älter und leidet immer mehr unter Altersschwäche.
Str. Thomas Rammerstorfer (Grüne): „Die Entscheidung, vorerst keine neuen Luchse mehr zu halten, ist mir nicht leichtgefallen. Aber neben Erhaltungszucht und Publikumswirksamkeit müssen wir auch das Tierwohl im Auge behalten. Und das ist in größeren Anlagen wie dem Wildpark in der Grünau deutlich besser gegeben. Dort leben auch Nachkommen unserer Luchse Fuchur und Burli“.
Grundsätzlich liegt die Lebenserwartung frei lebender Luchse mit 16 Jahren deutlich unter der von Luchsen in Zoos. Burli war also einer alter Kater, der in den vergangenen Wochen zunehmend appetitlos und deshalb stark abgemagert war. Auch Kätzin Fuchur hat gelegentlich Schwächeanfälle, besonders bei heißem Wetter. Deshalb wurde ihr vor nur einem Monat Cortison und ein Aufbaupräparat verabreicht. „Es ist wahrscheinlich, dass auch ihr irdisches Dasein bald ein Ende nehmen wird. Das Gehege wird dann nicht mehr mit neuen Luchsen nachbesetzt. Es entspricht zwar der zweiten Tierhaltungsverordnung, ist aber für junge Luchse mit großem Bewegungsdrang keineswegs optimal“, so Rammerstorfer.
Burli kam als einjähriger Kater vom Cumberland Wildpark Grünau nach Wels und lebte dort mit der aus dem deutschen Wildpark Ortenburg stammenden Fuchur. Das Paar zeugte acht Junge, die an andere Zoos vermittelt wurden."
Quelle: https://www.tips.at/nachrichten/wels/land-leute/693535-bald-keine-luchse-mehr-im-welser-tiergarten
(11.08.2025, 15:38)
cajun:   Ein großer Wurf in Langenberg:
" Luchs-Drillinge im Wildnispark Zürich- Engagement für die Artenvielfalt
Bereits das dritte Jahr in Folge gibt es im Tierpark Langenberg Nachwuchs bei den Luchsen. Dieses Jahr sind es sogar Drillinge. Die drei gelten als Hoffnungsträger für die freilebende Luchspopulation in Europa, genau wie ihre bereits ausgewilderten Halbschwestern.
Die Luchsanlage im Wildnispark Zürich Langenberg ist eine von wenigen in Europa, in der junge Luchse auf ein selbstständiges Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden können. Umso grösser ist die Freude, dass auch dieses Jahr Jungtiere zur Welt gekommen sind – diesmal sogar Drillinge!
Mit etwas Glück kann man bereits einen Blick auf das Trio erhaschen. Es handelt sich um zwei Weibchen und ein Männchen. Gemeinsam mit ihrer Mutter befinden sie sich im hinteren Teil der Luchsanlage.
Luchse sind bedroht.
Die freilebenden Luchsbestände in West- und Zentraleuropa sind bedroht. Die einzelnen Populationen leben teilweise sehr isoliert voneinander; dadurch besteht die Gefahr von Inzucht.
In vielen europäischen Ländern laufen daher Projekte zur gezielten Wiederansiedlung des Luchses oder zur Stärkung schwacher Bestände. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Netzwerk Linking Lynx, in dem Luchsexpertinnen und -experten aus ganz Europa zusammenkommen, mit dem Ziel, eine vernetzte und somit überlebensfähige Metapopulation von Luchsen in Europa zu schaffen.
Halbschwestern in Deutschland ausgewildert
Der Wildnispark Zürich beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Luchse. Erfreulicherweise kamen bereits letztes und vorletztes Jahr im Tierpark Langenberg Jungtiere zur Welt – insgesamt vier Weibchen. Zwei wurden in Deutschland ausgewildert, um dort die vom Aussterben bedrohte Population zu stärken. Ein drittes wird voraussichtlich diesen Sommer in Deutschland ausgewildert. Das vierte Weibchen wurde als Zuchttier in einen anderen Zoo abgegeben.

Seit Januar 2025 lebt ein neues Zuchtweibchen im Tierpark Langenberg. Sie kommt ursprünglich aus dem Alpenzoo Innsbruck und ist die Mutter der diesjährigen Jungtiere. Die Mutter der Jungtiere aus 2023 und 2024 – ist mittlerweile in den Tierpark Goldau umgezogen. Der Zuchtkuder ist der gleiche geblieben. Durch den gezielten Austausch der Zuchttiere zwischen den Zoos kann sichergestellt werden, dass die genetische Vielfalt der Luchse erhalten bleibt.

Wie ihre Halbschwestern von 2023 und 2024 sind die diesjährigen Jungtiere hoffentlich für eine Auswilderung oder als Zuchttiere im Europäischen Zuchtprogramm der EAZA geeignet.
Entschieden wird dies in einigen Monaten von der Koordinatorin des Zuchtprogramms und von Linking Lynx."
Quelle:https://www.wildnispark.ch/de/allgemein/aktuelles/luchs-drillinge-im-wildnispark-zuerich-704
(08.08.2025, 15:45)
cajun:   Im Wildgatter Oberrabenstein gibt es wieder Luchsnachwuchs:
"Nachwuchs bei Deutschlands größter Katzenart
Das Luchspärchen im Wildgatter hat wieder Nachwuchs. Geboren wurden die beiden Jungtiere bereits am 18. Mai. Luchsjungtiere sind wie alle anderen Katzenartigen Nesthocker und daher in den ersten Lebenswochen kaum zu sehen. Inzwischen sind sie ordentlich gewachsen und erkunden neugierig das naturnahe Gehege, sodass die Besucher:innen sie mit etwas Glück erspähen können.

Für das Zuchtpärchen ist es bereits der dritte gemeinsame Nachwuchs. Die Geschlechter der beiden Jungtiere sind noch nicht bekannt. Bei der demnächst anstehenden veterinärmedizinischen Untersuchung können diese erst sicher festgestellt werden.
Nach 72 Tagen Tragzeit wirft die Luchsin zwei bis fünf Jungtiere an einem geschützten Platz. Sie werden ausschließlich von der Mutter betreut, von der sie die ersten fünf Monate gesäugt werden. Der Kater, in der Weidmannsprache Kuder genannt, beteiligt sich nicht an der Aufzucht der Jungen. Die Jungtiere bleiben bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter. Danach versuchen sie, ein eigenes Revier zu finden. In Menschenobhut werden sie dann an andere zoologische Einrichtungen abgegeben."
Quelle:https://www.tierpark-chemnitz.de/wildgatter/news/news-detail/nachwuchs-bei-deutschlands-groesster-katzenart
(06.08.2025, 15:14)
cajun:   Na einer auf dem Foto vom letzten Jahr aus dem TG Nürnberg wird wohl Martin sein :-)
Eine Meldung aus dem Zoo Karlsruhe:
"Luchskuder Martin im Nordschwarzwald ausgewildert
Ein weiterer Luchs ist heute Vormittag im Nordschwarzwald ausgewildert worden. Mit dem etwa einjährigen männlichen Tier, das im Tiergarten Nürnberg geboren wurde, ist das Projekt zur Bestandsstützung der Art in Baden-Württemberg fortgesetzt worden. Zuvor war der Kuder, wie die Männchen genannt werden, mehrere Monate im Koordinationsgehege in Karlsruhe untergebracht. Dies dient der Vorbereitung für ein Leben in der Wildnis. Gebaut wurde es im Tierpark Oberwald, der Dependance des Karlsruher Zoos, fernab der Besucherwege.
"Das Projekt der Bestandsstützung in Baden-Württemberg trägt dazu bei, den Tieren eine dauerhafte Rückkehr in ihren angestammten Lebensraum zu ermöglichen. Auswilderungen von gesunden, sorgfältig ausgewählten und vorbereiteten Luchsen sind dafür unverzichtbar. Luchs Martin kann dazu beitragen, dass diese faszinierende Tierart den Schwarzwald wie einst wieder dauerhaft besiedelt", sagt der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL.
Bereits Ende 2024 hat das Projektteam um Leiterin Eva Klebelsberg von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) Luchskatze Verena und Luchskuder Reinhold im Nordschwarzwald ausgewildert. "Beide Tiere haben sich sehr gut im Gebiet etabliert", so die Biologin. „Mit Martin folgt nun ein Luchs, der sich genetisch bestens eignet, um den Luchsbestand im Schwarzwald und in angrenzenden Vorkommen zu bereichern."
Kuder Martin kam im Juni 2024 in Nürnberg zur Welt. Seit Anfang März lebte er im Koordinationsgehege. Finanzielle Unterstützung des WWF Deutschland und der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe hatten den Bau des in Baden-Württemberg einzigartigen Geheges ermöglicht.
"Es ist ein besonders emotionaler Augenblick für mich", betont Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. „Das Tier hat einige Monate bei uns im Koordinationsgehege gelebt und wurde auf die Auswilderung vorbereitet. Jetzt ist er im Schwarzwald und soll dazu beitragen, dass der Luchs bei uns in der Natur wieder eine Zukunft hat. Das ist bewegend.“
Karlsruhe und Nürnberg beteiligen sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der EAZA - the European Association of Zoos and Aquaria für den Karpatenluchs. Das Programm zielt darauf ab, eine genetisch vielfältige Population des Luchses in Menschenobhut zu erhalten. Zusätzlich erfüllen die beiden Zoos weitere Voraussetzungen, Luchse aus diesem Programm auch für Auswilderungen zur Verfügung stellen zu können.
Für die Unterstützung des Luchsbestands und die notwendige Akzeptanz in Baden-Württemberg arbeiten unter anderem die Landesregierung, wissenschaftliche Einrichtungen wie die FVA, der WWF Deutschland, der Zoo Karlsruhe, der auch mit seinen beiden Tierärzten das Projekt unterstützt, der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. und die Luchsinitiative Baden-Württemberg eng zusammen."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(25.07.2025, 15:58)
cajun:   Nachwuchs in der Steiermark:
"Luchs-Zwillinge am Wilden Berg
Gerade rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien gibt es Nachwuchs auf dem Wilden Berg in Mautern im Bezirk Leoben. Luchs-Dame Nora bekam Zwillinge, und die beiden Jungtiere streifen nun bereits durch das Gehege des Tierparks.
Die elfjährige Nora ist eine erfahrene Luchsmutter. Gemeinsam mit ihrem zwölf Jahre alten Partner Norbert bekam sie in den vergangenen Jahren mehrfach Nachwuchs. Der aktuelle Wurf sei bereits der siebente, heißt es vom zoologischen Team des Tierparks.
Geschlecht noch unbekannt
Ob es sich bei den beiden flauschigen Luchs-Babys um Männchen oder Weibchen handelt, steht noch nicht fest. „Wir lassen uns überraschen – aber eines fällt auf: Nora scheint eine Vorliebe für männlichen Nachwuchs zu haben. Bis auf ein einziges Weibchen beim allerersten Wurf waren es bisher ausschließlich Buben“, schmunzelte Sonja Gollenz, zoologische Leiterin am Wilden Berg."
Quelle:https://steiermark.orf.at/stories/3311245/
(28.06.2025, 20:21)
cajun:   Auch in Karlsruhe gab es Nachwuchs:
" Gehege abgesperrt: Erneuter Luchs-Nachwuchs im Karlsruher Zoo
Gute Nachricht für den Artenschutz: Die Luchse im Karlsruher Zoo haben erneut Nachwuchs bekommen. Für die kleinen Luchse gibt es schon große Pläne.
Wer in den kommenden Wochen den Karlsruher Zoo besucht, wird an der Luchsanlage am Lauterberg wieder von einem Bauzaun empfangen. Die Bewohner im Gehege dahinter sollen nicht gestört werden – denn das Luchspärchen Viorel und Eva hat erneut Nachwuchs bekommen.
Wie viele Nachkommen Luchsin Eva zur Welt gebracht hat, lässt sich laut Zoo-Pressesprecher Timo Deible derzeit nicht sagen. In der ersten Zeit nach der Geburt lebten die Luchse sehr zurückgezogen. Wenn sie größer sind, gibt es für die Nachkommen aber schon große Pläne. Sie sollen ihren älteren Geschwistern Max und Moritz in das Auswilderungsprogramm folgen.
Zoo Karlsruhe spielt wichtige Rolle bei Auswilderung von Luchsen
Schon im vergangenen Jahr war das Gehege der Luchse am Lauterberg für Besucher abgesperrt worden, damit Max und Moritz ungestört und ohne Kontakt zum Menschen aufwachsen können. Im April sind die beiden ausgezogen und bereiten sich gemeinsam mit zwei weiteren jungen Luchsen aus Chemnitz und Nürnberg in einem abgeschiedenen Gehege im Karlsruher Oberwald auf ein Leben in der Wildnis vor.
„Den Tieren geht es gut, über Kameras werden sie genau beobachtet“, sagte Pressesprecher Deible. Noch sei keines der Tiere ausgewildert worden. Wann es so weit ist, ist noch offen.
Noch mehr gute Nachrichten gibt es vom baden-württembergischen Auswilderungsprojekt selbst. Zwei der drei Exemplare aus diesem Programm sowie ein weiteres eingewandertes Tier scheinen sich in ihrer neuen Heimat so wohlzufühlen, dass sie auch geblieben sind.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums haben die drei im Laufe des vergangenen Monats ihren Status von „umherstreifend“ auf „sesshaft“ geändert, weil sie jeweils länger als sechs Monate Spuren hinterlassen haben. Neben dem Luchskuder – also dem Männchen – Reinhold und der Luchskatze Verena im Nordschwarzwald streift im Süd- und Mittleren Schwarzwald der Kuder B3011 als neuer Stammgast umher.
Sesshaft oder auch territorial sind bereits die Kuder Toni (seit 2020 im Nordschwarzwald) und Wilhelm (seit 2015 im Südschwarzwald). Zwei weitere Tiere gelten noch als umherstreifend.
Luchs-Populationen sollen zusammengeführt werden
„Sobald die Tiere sesshaft sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie über längere Zeit bleiben oder sich sogar dauerhaft bei uns niederlassen“, teilte das Ministerium mit. Ziel ist es nach Angaben von Ressortminister Peter Hauk (CDU) zudem, gemeinsam mit den Luchsen im Pfälzer Wald, den Vogesen und dem Jura-Gebirge eine Population zu bilden. Damit solle der Inzucht in diesen Beständen entgegengewirkt werden.
Ein Problem bleibt: Die Luchskatzen breiten sich deutlich zurückhaltender aus als die Kuder aus. Sechs der sieben im Südwesten lebenden Luchse sind männlich. Mit nur einer Luchskatze im Land sei eine natürliche Entwicklung aber kaum möglich, sagt die Artenschutzreferentin des Naturschutzbunds (Nabu) Deutschland, Alexandra Ickes. Wichtig sei daher, weitere Weibchen gezielt auszuwildern und auch Wildtierkorridore auszubauen. „Noch immer sind Straßen tödliche Barrieren. Wir brauchen mehr Wildtierbrücken, damit sich der Luchs ausbreiten kann.“
Als größte wildlebende Katzenart Europas war der Luchs vor mehr als 200 Jahren in Europa weit verbreitet. Sein Schicksal: Als Räuber von Wild- und gelegentlich auch Nutztieren wurde er gezielt verfolgt. Zudem trug der Verlust von Lebensräumen dazu bei, dass die Tiere aus den Wäldern verschwanden."
Quelle:https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/gehege-abgesperrt-erneuter-luchs-nachwuchs-im-karlsruher-zoo
(20.06.2025, 15:38)
cajun:   In Nürnberg gibt es wieder Luchsjungtiere:
"Na, wer spitzt denn da aus der Felsnische hervor? Unsere Karpatenluchse haben wieder Nachwuchs!
Weibchen Desari hat vor wenigen Wochen mindestens drei Jungtiere zur Welt gebracht. Noch ist nicht klar, welches Geschlecht sie haben und ob es vielleicht sogar vier sind. Wir wollen die Tiere bei der Aufzucht bewusst nicht stören, was sich auch in den letzten Jahren bewährt hat.
Noch halten sich die Kleinen hauptsächlich in einer Felsnische auf und kommen nur selten aus ihrem Versteck hervor. Bis ihr sie zuverlässig zu Gesicht bekommt, müsst ihr euch also noch ein wenig gedulden.
Damit ziehen die Luchse im Tiergarten bereits das dritte Jahr in Folge Jungtiere groß – nach einer langen Pause: Davor gab es den letzten Nachwuchs 1991.
Vater der Neugeborenen ist Kuder Yuri. Er ist inzwischen nicht mehr im Tiergarten, da er im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP Ende März in den Zoo de Labenne nach Frankreich umgezogen ist. Dafür kam Anfang April Kuder Sitka aus dem belgischen Zoo Monde Sauvage zu uns.
Und auch die beiden Jungtiere vom letzten Jahr sind vor einigen Monaten umgezogen: Ein Kuder ging an die Tierwelt Herberstein nach Österreich, der zweite zog in das sogenannte Koordinationsgehege des Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe um. Von hier aus soll er im Laufe des Jahres ausgewildert werden."
Quelle:https://www.facebook.com/Tiergarten.Nuernberg/?locale=de_DE
(16.06.2025, 16:15)
cajun:   Nach langer Zeit gibt es wieder Luchsnachwuchs in Goldau:
"Erster Luchs-Nachwuchs seit über 25 Jahren
Erstmals seit mehr als einem Vierteljahrhundert gibt es wieder Luchsnachwuchs im Natur- und Tierpark Goldau: Am 13. Mai brachte Luchsweibchen Matra mindestens zwei Jungtiere zur Welt. Die Geburt ist nicht nur ein freudiges Ereignis für den Park, sondern auch ein bedeutender Beitrag zum europäischen Artenschutzprogramm.
Matra, knapp sieben Jahre alt, kam im Januar aus dem Tierpark Langenberg nach Goldau, pünktlich zur Paarungszeit. Dort traf sie auf das achtjährige Männchen Bagheera. Eine Begegnung, die schnell Früchte trug: Bereits kurz darauf konnten erste Paarungen beobachtet werden. Rund 70 Tage später, am 13. Mai 2025, brachte Matra ihren Wurf zur Welt. Die genaue Anzahl konnte noch nicht festgestellt werden, da die Mutter zurzeit möglichst nicht gestört wird.
In den ersten Lebenswochen versteckt
Für die Geburt hat sich Matra in eine spezielle Wurfbox im hinteren, für Besuchende nicht einsehbaren Teil der Anlage zurückgezogen. Jungluchse kommen blind und hilflos zur Welt. Erst nach zehn bis zwölf Tagen öffnen sie ihre Augen, und nochmals etwa zehn Tage später machen sie ihre ersten Gehversuche. Besuchende des Natur- und Tierparks Goldau werden den Nachwuchs voraussichtlich im Alter von sechs bis acht Wochen erstmals zu Gesicht bekommen, wenn die neugierigen Jungkatzen beginnen, die Anlage zu erkunden. Wie bei Katzen üblich, übernimmt Matra die Aufzucht allein. Vater Bagheera bleibt zwar in der Anlage, beteiligt sich aber nicht an der Pflege des Nachwuchses.
Wertvoller Beitrag zum Erhaltungszuchtprogramm
Der Nachwuchs von Matra und Bagheera ist Teil eines gezielten Artenschutzprojekts. Aufgrund des hohen Bedarfs an genetisch wertvollem Nachwuchs – sowohl für Auswilderungen als auch für den Erhalt stabiler Zoopopulationen – erhielt der Natur- und Tierpark Goldau für das Jahr 2025 eine offizielle Zuchtempfehlung.
Eine Auswilderung der Jungtiere ist in Goldau derzeit nicht vorgesehen. Die bestehende Anlage in Goldau ist nicht geeignet, Jungluchse auf ein Leben in der Wildnis vorzubereiten, da sie sich zu wenig vor Besuchenden zurückziehen können. Deshalb werden die jungen Luchse an einen anderen Zoo oder Tierpark mit entsprechenden Möglichkeiten weitergegeben.
Um Jungluchse zukünftig selbst optimal auf Auswilderungen vorzubereiten, plant der Natur- und Tierpark Goldau jedoch den Neubau einer Luchs-Anlage. «Mit einer modernen Anlage können wir in Zukunft direkt an Auswilderungsprojekten teilnehmen und den Schutz des Europäischen Luchses mitgestalten», sagt Dr. Pascal Marty, Kurator des Natur- und Tierparks Goldau. Dieses Vorhaben ist für den Natur- und Tierpark Goldau zentral, zählt der Artenschutz – neben Naturschutz, Bildung und Forschung – zu den zentralen Aufgaben eines wissenschaftlich geführten, modernen Tierparks."
Quelle:https://www.tierpark.ch/erster-luchs-nachwuchs-seit-ueber-25-jahren/#more-34297
(26.05.2025, 12:02)
cajun:   Eine Luchsin für Kater Charly in Herberstein:
"Luchs Kyra verlässt Tierpark Weißwasser
Das junge Luchsweibchen Kyra hat den Tierpark Weißwasser am Dienstag verlassen. Sie trat eine 700 Kilometer lange Reise zum Tierpark Herberstein in der Steiermark an. Dort ist sie inzwischen gut angekommen, wie der Leiter des Tierparks Weißwasser, Gert Emmrich, versicherte. Der Tierpark Weißwasser nimmt an einem Zuchtprogramm für Karpatenluchse teil.
In ihrem neuen Zuhause soll Kyra für Nachwuchs sorgen. "Wir denken auch, dass aus diesen Luchsen, die wir jetzt liefern, sich wieder ein Wildbestand entwickeln wird. Denn dort sind ja auch Auswilderungen geplant", sagte Emmrich. Kyra ist in Weißwasser im Mai vergangenen Jahres gemeinsam mit ihrer Schwester Nala zur Welt gekommen. Nala bleibt vorerst in Weißwasser. Ihre Eltern sind die Karpatenluchse Kaspar und Heidi."
Quelle:https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/tierpark-luchs-kyra-100.html
(17.04.2025, 13:03)
cajun:   Ein SWR Bericht zu Auswilderungsplänen gesteuert vom Zoo Karlsruhe:
"Max und sein Bruder Moritz ziehen um- Bereit für das Abenteuer? Premiere für junge Luchse und den Zoo Karlsruhe
Für Max und Moritz ist die Zeit im Zoo Karlsruhe vorbei. Die jungen Luchse ziehen in den Tierpark Oberwald. Von dort aus sollen sie bald den ganz großen Schritt wagen.
Max und Moritz verstecken sich im dichten, grünen Gebüsch. Die beiden jungen Luchse kennen ihr Gehege im Zoo Karlsruhe ganz genau und wissen, wo man untertauchen kann. Oft sieht man nur ihren kleinen Kopf und die Ohren mit den schwarzen Pinseln darauf.
Anders als Mutter Eva sind ihre Söhne noch sehr scheu und nicht an Menschen gewöhnt. Kein Wunder, denn das Luchsgehege ist seit ihrer Geburt im September für Besucher gesperrt. Das ist gewollt vom Zoo. Nur so konnten Max und Moritz auf ihr großes Abenteuer vorbereitet werden, das am Mittwoch startet.
Die beiden Luchse ziehen vom Zoo ein paar Kilometer weiter in den Tierpark Oberwald um. Dafür wird sie Tierarzt Marco Roller mit einem Blasrohr betäuben, untersuchen und dann mit seinem Team an den Stadtrand von Karlsruhe fahren. Dort wartet ein großes, neues Gehege auf die jungen Luchse, um sie auf die Freiheit vorzubereiten. Max und Moritz sollen nämlich schon in ein paar Wochen ausgewildert werden.
Für Marco Roller ist das ein Herzensprojekt. Der Tierarzt im Karlsruher Zoo kümmert sich seit Monaten um die Luchsfamilie. "Das macht uns unglaublich stolz, dass wir Luchse für Auswilderungsprojekte züchten können", sagt er. Es ist eine Premiere für Roller und sein Team.
Der Zoo ist einer von wenigen in Europa, die das dürfen. Dafür arbeitet er mit vielen Partnern in der Region zusammen. Mit dabei sind unter anderem die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt, der Landesjagdverband und das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum. Sie alle wollen, dass der Luchs in Baden-Württemberg wieder heimisch wird, nachdem er vor rund 200 Jahren ausgerottet wurde.
Luchse aus ganz Deutschland und Europa kommen nach Karlsruhe
Damit sich die Luchse langsam an die Freiheit gewöhnen können, kommen sie in das große Gehege im Oberwald. Es ist ein sogenanntes Koordinationsgehege, etwa so groß wie ein Fußballfeld und mitten im Wald. So etwas gibt es nur ein weiteres Mal in Deutschland.
Deswegen sind hier auch schon Luchse aus den Zoos in Nürnberg und Chemnitz untergekommen, die auch bald ausgewildert werden sollen. Im Mai solle auch ein Luchs aus Großbritannien dazukommen, so Marco Roller. Jedes Tier bekommt einen abgetrennten Teil des Geheges für sich.
Wo geht das Abenteuer weiter?
Max und Moritz bleiben aber zusammen, weil sie sich schon kennen. Marco Roller kontrolliert noch mal den hohen Zaun, damit die Tiere nicht einfach wieder abhauen können. Die beiden sollen hier lernen, ganze Tierkadaver zu zerlegen und sich von Menschen fernzuhalten.
Nur so können sie später in der Natur überleben. Wo sie hinkommen, werden Tests in den kommenden Wochen zeigen. Ihr Abenteuer könnte dann im Schwarzwald, aber auch woanders in Deutschland, der Schweiz oder Österreich weitergehen."
Quelle:https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/abenteuer-junge-luchse-zoo-karlsruhe-100.html
(03.04.2025, 08:45)
cajun:   Auch die Tierwelt Herberstein steigt ins Zuchtprogramm für Karpatenluchse ein:
"Mit einem neuen Wiederansiedelungsprogramm zeigt die Tierwelt Herberstein auf. Über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) übernimmt der Steirische Landestiergarten ein junges Paar Karpatenluchse. Mit dem heutigen Einzug von „Luchs Charly“, ist der Grundstein für das Karpatenluchs-Luchs Projekt gelegt. Aus diesem Anlass wurde Karlheinz „Charly“ Kornhäusl die Ehrenpatenschaft von Luchs Charly verliehen. Landesrat Kornhäusl freute sich in seiner Ansprache über die Auswahl des Patentieres: „Der Luchs ist bekannt als „Krafttier der Mythologie“ versehen mit für Adjektiven wie kraftvoll, schlau oder ausdauernd, Eigenschaften, die auch in der Politik sehr hilfreich sind. Ich gratuliere den Entscheidungsträger*innen in Herberstein zu diesem Projekt.“

Die Samtpfote wurde am 01. Juni 2024 im Tiergarten Nürnberg geboren und ist vergangenen Freitag in den oststeirischen Zoo übersiedelt. „Die ersten Tage verbrachte der Kuder zur Eingewöhnung hinter den Kulissen und wurde von den Tierpflegerinnen und Tierpflegerinnen regelmäßig überwacht, um ihm bestmöglich auf sein neues Umfeld vorzubereiten“, erklärt der Zoologische Leiter, Tierarzt Dr. Reinhard Pichler. Derzeit weilt der Raubkater noch allein im Gehege, demnächst ist die Übersiedelung eines Weibchens aus dem Tierpark Weißwasser geplant.

Die Luchshaltung hat in Herberstein seit Jahrzehnten Tradition. „Ziel der Vergesellschaftung ist eine erfolgreiche Nachzucht, die bei Eignung ausgewildert werden könnte. Als Auswilderungsgebiete sind gut als Luchshabitat geeignete Gebiete in Deutschland (Harz, Westerzgebirge oder Schwarzwald) vorgesehen. Damit soll versucht werden, die bereits vorhandenen Luchspopulationen durch einzelne Auswilderungen gezielt zu unterstützen und mehr genetische Vielfalt in die Populationen zu bringen.", informiert Karin Winkler aus der Geschäftsleitung.

Das übergeordnete Ziel wird sein, die einzelnen, derzeit noch stark voneinander isolierten Verbreitungsgebiete ausgehend von den Karpaten über das Dinarische Gebirge bis in die Westalpen zu vernetzen. Die Auswilderung wird gemeinsam mit dem Projekt Linking Lynx abgewickelt. Dort laufen alle Fäden zusammen: von der Verbesserung der Gesundheit in den Populationen, dem Monitoring der genetischen Vielfalt bis hin zu Frage, woher die Luchse für dieses Programm kommen. Auch die Finanzierung ist Teil des Programms."
Quelle:https://www.tierwelt-herberstein.at/news/ein-charly-kommt-selten-allein/
(04.03.2025, 10:34)
cajun:   Einer der letztjährigen Jungluchse geht in ein Auswilderungsprogramm:
"Machs guet, junger Pinselohr!
Heute war ein besonderer Tag im Tierpark Bern: Unser Jungluchs, geboren im Mai 2024, hat den Tierpark verlassen und ist gemeinsam mit einem Jungluchs aus dem Stiftung Wildnispark Zürich nach Deutschland gereist – nicht in einen Zoo, sondern in die freie Wildbahn!
Im Rahmen des Auswilderungsprojekts „Linking Lynx“ soll unser Jungluchs in Deutschland ausgewildert werden. Dieses wissenschaftlich begleitete Projekt setzt auf genetisch reine Karpatenluchse, um die Vielfalt der Wildpopulation zu stärken. Hier spielen Zoos eine entscheidende Rolle: Jungtiere aus dem Erhaltungszuchtprogramm (EEP) bringen wertvolle neue Gene in die Natur.
Bevor es so weit ist, musste unser Jungluchs einige Herausforderungen meistern:
- Verhaltenstests in der Luchsanlage des Tierparks & kurz vor der Auswilderung
- Medizinische Checks: Impfungen, Bluttests & Herzuntersuchung
- Dokumentation auf einer „Health Checklist“
Jetzt leben „Victor“ – so wurde er von unserem Reviertierpfleger getauft – und das Weibchen aus Langenberg in einer grossen, naturbelassenen Waldanlage in Deutschland. Dort werden sie noch scheuer und bereiten sich auf ihr Leben in der Wildnis vor.
Wenn Victor den letzten Test besteht, wird er im Sommer mit einem Sender-Halsband in einem der drei Auswilderungsgebiete freigelassen. Vielleicht sogar gemeinsam mit seiner Reisegefährtin? Das wird sich noch zeigen!"
Quelle:https://www.facebook.com/tierparkbern/?locale=de_DE
(12.02.2025, 10:34)
cajun:   Im Tierpark Weißwasser heißt es Abschied nehmen vom Luchsnachwuchs des letzten Jahres. Ein Jungtier ist bereits nach Österreich vermittelt, das zweite wartet noch auf die Reiseempfehlung.
Quelle leider ein Bezahlartikel: https://www.saechsische.de/lokales/goerlitz-lk/weisswasser/luchsfamilie-im-tierpark-weisswasser-nur-noch-bis-ende-februar-komplett-PEXDW6HJHFEDNK4XFF5XBJCARI.html
(07.02.2025, 17:32)
cajun:   Ein Ringtausch zwischen verschiedenen Tierparks im Rahmen des EEP:
"Neuer Luchs bereichert Natur- und Tierpark Goldau
Rund zwei Jahre war das Luchsweibchen Sansa im Natur- und Tierpark zu Hause – nun reist sie weiter in den Wildpark Reuschenberg in Leverkusen. Im Gegenzug ist das Luchsweibchen «Matra» vom Tierpark Langenberg in Goldau angekommen.
Der Natur- und Tierpark Goldau hat eine neue Bewohnerin: Das sechsjährige Luchsweibchen Matra ist Mitte Januar in Goldau eingetroffen. Nach ein paar Tagen in einem separaten Teil der Anlage, wo sie das Luchsmännchen «Bagheera» schon per Sichtkontakt kennenlernen und beschnuppern konnte, durfte Matra nun in die grosse Luchs-Anlage im Park einziehen. Inzwischen hat sie bereits die Plattform hoch oben in den Bäumen erklommen und interessiert die neue Umgebung begutachtet. Auch die Zusammenführung mit Bagheera hat problemlos funktioniert.

Gute Partie für «Bagheera»
Das neue Luchsweibchen Matra im Natur- und Tierpark Goldau ist eine erfahrene Mutter. Sie brachte bereits einige Jungtiere zur Welt, die zum Teil ausgewildert werden konnten. Ob und wann sie sich mit Bagheera fortpflanzen wird, ist ungewiss – die Zeichen stehen jedoch gut. «Matra und Bagheera sind für den Arterhalt des Karpatischen Luchses sehr wichtig, daher hoffen wir, dass sich die beiden nach der positiven Eingewöhnungszeit weiterhin gut verstehen und wir schon bald Nachwuchs begrüssen dürfen», so Dr. Pascal Marty, Kurator im Natur- und Tierpark Goldau.

Umzug für den Arterhalt
Die Luchse des Natur- und Tierparks Goldau sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP). Dieses Zuchtprogramm hat zum Ziel, eine stabile und genetisch vielfältige Population einer gefährdeten Tierart zu erhalten und Jungtiere für Auswilderungsprojekte zur Verfügung zu stellen. Dazu werden Tiere innerhalb von Zoos und Tierparks regelmässig getauscht oder weitergegeben.
Entsprechend wurde auch der Luchs-«Umzug» zwischen dem Natur- und Tierpark Goldau, dem Wildpark Reuschenberg in Leverkusen und dem Tierpark Langenberg durch das EEP geplant. Während man in Goldau auf Nachwuchs von Matra und Bagheera hofft, wird Sansa in Leverkusen die Gesellschaft eines älteren Männchens geniessen. Für die Zucht kommt sie nicht in Frage, da sie kein reinrassiger Karpatenluchs ist und im letzten Sommer sterilisiert wurde.

Gefährdeter Beutegreifer
Der Luchs gehört neben dem Bär und dem Wolf zu den drei grossen Beutegreifern der Schweiz. Im 18. Jahrhundert war er in der Schweiz komplett ausgerottet – in den 1970er-Jahren wurde er nach behördlicher Genehmigung wieder angesiedelt. Heute gibt es zwar eine Population von Luchsen in der Schweiz, dennoch gilt er hier sowie in Deutschland gemäss nationaler Roter Liste als «stark gefährdet» respektive «vom Aussterben bedroht». Aktuell geht man in der Schweiz von rund 290 Luchsen aus.
Neben dem Naturschutz, der Bildung und der Forschung gehört der Artenschutz zu den wichtigsten Aufgaben eines modernen, wissenschaftlich geführten Tierparks. Jungtiere aus dem Natur- und Tierpark Goldau werden zukünftig zur Stabilisation der Luchs-Population in europäischen Zoos oder direkt für Auswilderungen in europäischen Ländern gebraucht. Zurzeit finden in der Schweiz keine Auswilderungen von Luchsen statt. "
Quelle:https://www.presseportal.ch/de/pm/100060288/100928591
(06.02.2025, 11:40)
cajun:   Wie bereits angekündigt zeigt man in Eilenburg wieder Luchse:
"Luchse wieder da! Tierpark Eilenburg hat sein Wappentier zurück
Am Donnerstag trafen zwei Luchse namens Malou und Ilvy in der Muldestadt ein. Die Geschwister wurden im Mai dieses Jahres im Wildpark "Schwarze Berge" in der Nähe von Hamburg geboren.
Nordisch kühl zeigten sich die Pinselohren schon beim Verlassen der Transportkiste. Ohne jegliche Scheu und selbstbewusst, aber auf leisen Sohlen erkundeten die Luchse sofort ihr neues Gehege, das zuvor extra dafür grundlegend erneuert und deutlich vergrößert worden ist.
Weil sich die Tiere ausgesprochen entspannt zeigen, hat sich das Team um Tierpark-Chefin Carolin Otto dazu entschieden, die Luchse schon am Freitag der Öffentlichkeit zu zeigen.
Malou und Ilvy folgen dem Luchs Tabs, der im Tierpark Eilenburg ein biblisches Alter von 20 Jahren erreichte. Obwohl der Tierpark zwei Jahre ohne sein Wappentier auskommen musste, hielten Tierpaten ihre Treue zum Luchs aufrecht.
Quelle:https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/sachsen/luchse-wieder-da-tierpark-eilenburg-hat-sein-wappentier-zurueck-3340182
(04.12.2024, 09:32)
Jörn Hegner:   pardelluchse kann man doch nunmal nicht in deutschen zoos halten wegen das klima was die bevorzugen. nur welche in spanien und portugal haben welche und allerdings einer irgendwo in frankreich.
(08.10.2024, 18:03)
cajun:   Na, der ist wenigstens geblieben bis man ihm gesagt hat wo er hin soll im Gegensatz zum Bruder der sich ja quasi selbst ausgewildert hat :-)
"Ein Nürnberger Luchs streift seit heute, Dienstag, 27. August 2024, durch den Thüringer Wald. Im Zuge des Artenschutzprojekts "Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen" sind heute zwei Luchse ausgewildert worden, einer davon kam letztes Jahr im Tiergarten Nürnberg zur Welt. Damit ist er in diesem Jahr bereits der zweite Luchs aus dem Tiergarten, der ausgewildert wurde.

Der junge Nürnberger Luchs hat vor der Auswilderung den Namen Kilian bekommen. Gemeinsam mit Weibchen Vreni aus dem Schweizer Tierpark Langenberg, die ebenfalls heute ausgewildert wurde, folgt er nun zwei Luchsen, die bereits seit Mai 2024 in dieser Region leben. Im südlichen Thüringer Wald wurde zudem kürzlich eine Luchsin mit Jungtieren von einer Wildkamera aufgenommen.

Thüringens Umweltminister Bernhard Stengele sagt: "Ich bin froh über jeden Fortschritt dieses wegweisenden europäischen Projekts – sowohl über die weitere Auswilderung als auch über den ersten Luchsnachwuchs im Thüringer Wald. Unserem gemeinsamen Ziel einer gut vernetzten Luchspopulation in Deutschland und Mitteleuropa kommen wir Schritt für Schritt näher mit einer stabilen Luchspopulation im Thüringer Wald."
Luchsmännchen Kilian ist im Mai letzten Jahres im Tiergarten Nürnberg geboren. Mutter Desari hat ihn und seine beiden Geschwistern von Beginn an gut versorgt. Nach etwa einem Jahr waren die drei Luchsmännchen, auch Kuder genannt, dann bereit für den Umzug. Ein Jungtier ging an den Zoo Veszprém nach Ungarn, ein weiteres zog in den Nationalpark Harz und wurde vor kurzem im Westerzgebirge ausgewildert. Der jetzt ausgewilderte Kuder Kilian kam im April in Hütscheroda an. Dort bezog er gemeinsam mit Luchsin Vreni zunächst ein eigens für die Auswilderung von Luchsen errichtetes sogenanntes Koordinationsgehege.

Beitrag zum Arterhalt und zur Wiederansiedlung
Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens, war bei der heutigen Auswilderungsaktion vor Ort. "Der Moment, in dem ein Tier nach monate-, manchmal jahrelanger Vorbereitung ausgewildert wird, gehört zu den absoluten Höhepunkten unserer Artenschutzarbeit. Dass wir nach mehr als 30 Jahren letztes Jahr wieder Luchsjungtiere hatten, ist ein großer Erfolg für den Tiergarten. Und dass wir mit dem Nachwuchs nun einen Beitrag zum Erhalt der größten Katzenart Europas und zu ihrer Wiederansiedlung in der Natur leisten können, freut uns umso mehr. Denn Artenschutz ist eine der wichtigsten Aufgaben moderner Zoos. Diese Auswilderung zeigt, welche wichtige Rolle hier Zoos und Wildparks spielen, denn beide Luchse wurden in Gehegen extra für die Auswilderung gezüchtet".

Naturnahes Gehege bietet ideale Voraussetzungen für Auswilderung
Kilians Eltern, Desari und Yuri, stammen aus dem EAZA Ex-situ Programm (EEP) für Karpatenluchse (Lynx lynx carpathicus). Sie wurden vor der Zucht genetisch auf ihren Unterartenstatus getestet, damit nur geeignete Luchse ausgewildert werden. Ihr Nachwuchs wuchs in Nürnberg in einem großen naturnahen Gehege auf, das mit finanzieller Unterstützung des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V., mehrerer Tierpaten und durch eine Spende der Nürnberger Heinrich-Gröschel-Stiftung 2014 neu angelegt wurde. Die Anlage umfasst eine Fläche von rund 1.850 Quadratmetern, ist reich strukturiert und bewaldet. Damit bietet sie den Tieren viele Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten.

Während der Aufzucht bekamen die Luchse in Nürnberg Rehe als Futter, die natürliche Hauptbeute. So kommt es nicht zu einer Fehlprägung der Jungtiere auf andere Beutetiere und die Luchse sind möglichst gut auf das Leben in der Natur vorbereitet. Die Rehe stammten vom Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten. Sie wurden im Rahmen der regulären, nachhaltigen Jagdausübung im Nürnberger Reichswald erlegt und dienten so als hochwertiges Futter.

Mit GPS-Sendern ausgestattet
Die beiden heute ausgewilderten Luchse wurden mit GPS-Halsbänder ausgestattet, um ihr Verhalten nach der Auswilderung zu überwachen. "Ein professionelles Monitoring ist bei Auswilderungsprojekten enorm wichtig. So lassen sich die ausgewilderten Tiere – auch ohne sie zu stören – überwachen und wertvolle Erkenntnisse gewinnen, die für zukünftige Auswilderungsprojekte wichtig sein können", so Beckmann weiter.

Im südlichen Thüringer Wald wurde kürzlich auch eine Luchsin mit Jungtieren von einer Wildkamera aufgenommen. Der unerwartete Luchsnachwuchs ist die erste nachgewiesene Luchs-Reproduktion im Thüringer Wald seit über 150 Jahren und eine freudige Überraschung für das gesamte Projektteam. Gemeinsam mit ihren ausgewilderten Artgenossen können die jungen Luchse einen Grundstein für ein langfristig stabiles Luchsvorkommen im Thüringer Wald legen.

Ausgestorben und wiederangesiedelt
Wegen seiner weiten Verbreitung, die sich bis nach Nordostasien erstreckt, stuft die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Eurasischen Luchs (Lynx lynx) aktuell als global "nicht gefährdet" ein. Er gilt allerdings in weiten Teilen Europas als ausgestorben und konnte nur lokal wiederangesiedelt werden. In Deutschland und der Schweiz wird der Luchs deshalb auf der nationalen Roten Liste als "stark gefährdet" beziehungsweise als „vom Aussterben bedroht“ aufgeführt. In Deutschland gab es Ende 2020 laut Bundesamt für Naturschutz wieder rund 190 wildlebende Eurasische Luchse. Das größte Vorkommen liegt im Harz und erstreckt sich bis Nordhessen. Die Population geht auf eine Auswilderung von 24 Luchsen aus Zoos und Wildparks Anfang der 2000er-Jahre zurück.

Der Tiergarten engagiert sich auch über die Auswilderungsprojekte hinaus für den Erhalt und Schutz des Karpatenluchses. Er ist Mitglied im beratenden Gremium des EEP, dem sogenannten Species Committee, und Mitglied bei "Linking Lynx": Das internationale Netzwerk beschäftigt sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses. Ziel ist es, Vorkommen zu stützen, zu gründen und miteinander zu verbinden. "
Quelle:https://tiergarten.nuernberg.de/entdecken/aktuell/detail/news/2024-08-27-luchs-aus-dem-tiergarten-im-thueringer-wald-ausgewildert.html
(28.08.2024, 12:33)
cajun:   In Eilenburg wird es im Verlauf des Jahres wohl wieder Luchse geben:
"Nach Tabs' Abschied: Eilenburg bereitet sich auf die Rückkehr des Wappentiers vor
Eilenburg - Trauer herrschte im November 2022 im Tierpark Eilenburg, nachdem der einzige Luchs Tabs im biblischen Alter von 20 Jahren friedlich eingeschlafen war. Kommt das Wappentier nun zurück?
Tabs galt als Rächer der Storchenbabys. Der Mader, der nach seiner Untat bei der Flucht das Luchsgehege streifte, wurde nämlich kurzerhand von dem Vierbeiner erwischt.
Nach seinem Tod war aber schnell klar, dass das Gehege nicht ewig verwaist bleiben soll. Schließlich ist der Luchs das Wappentier des beschaulichen Mini-Zoos, er schmückt dessen Briefköpfe und Eingangstor.
Außerdem waren Luchse in der benachbarten Dübener Heide einst heimisch.
Jetzt scheint die Rückkehr des Tiers in greifbarer Nähe. Im Wildpark Schwarze Berge im Süden Hamburgs kamen im Mai Luchs-Drillinge zur Welt. Die beiden Weibchen Malou und Livy sollen nun in die Muldestadt ziehen.
Ein bisschen Geduld ist aber noch gefragt. Der Tierpark will erst die Besucherströme um Halloween abebben lassen und bis dahin das Luchsgehege umfassend renovieren und ausbauen."
Quelle:https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/sachsen/nach-tabs-abschied-eilenburg-bereitet-sich-auf-die-rueckkehr-des-wappentiers-vor-3311654
(26.08.2024, 09:13)
cajun:   Weiblicher Nachwuchs in Chemnitz:
"Wildgatter Oberrabenstein gibt es weiteren Nachwuchs. Am 4. Juni ist ein Jungtier bei den Karpatenluchsen geboren worden. Für das seit März 2023 zusammenlebende Zuchtpärchen ist es bereits der zweite Nachwuchs. Bei der kürzlich erfolgten ersten veterinärmedizinischen Untersuchung wurde festgestellt, dass es sich bei dem Jungtier um ein Weibchen handelt.
So wächst ein Luchs auf: Von der Geburt bis zur Selbständigkeit
Nach 72 Tagen Tragzeit wirft die Katze meist ein bis fünf Jungtiere an einem geschützten Platz. Diese sind bereits behaart, aber die ersten knapp 14 Tage blind. Sie werden ausschließlich von der Mutter betreut, von der sie die ersten fünf Monaten gesäugt werden. Sie bleiben bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter. Danach versuchen sie, ein eigenes Revier zu finden. Luchse sind Einzelgänger. Insofern beteiligt sich der Kater auch nicht an der Aufzucht der Jungen.
Artenschutz und Naturschutz: Der Status des Karpatenluchses in Deutschland

Der Karpatenluchs ist eine Unterart des Eurasischen Luchses (Lynx lynx). Wegen seiner weiten Verbreitung gilt diese als Art nicht als gefährdet. Einzelne Unterarten sind bzw. waren dagegen in weiten Teilen Europas ausgestorben. Mittlerweile versucht man, diese wieder einzubürgern. Derzeit leben in Deutschland ca. 200 Luchse, weshalb die Art hier als stark gefährdet einzustufen ist. Umso wichtiger ist die erfolgreiche Nachzucht solch gefährdeter Tierarten. Im Wildgatter Oberrabenstein wird diese Art schon viele Jahre erfolgreich gehalten und gezüchtet."
Quelle:https://www.blick.de/chemnitz/name-gesucht-nachwuchs-bei-groesster-katzenart-deutschlands-im-tierpark-chemnitz-artikel13488459
(16.08.2024, 17:09)
cajun:   Ein Rückschlag für das Auswilderungsprojekt in BaWü:
"Luchskatze Finja ist gestorben
Tierärzte des Karlsruher Zoos mit Notfalleinsatz
Luchsweibchen Finja wurde im vergangenen Dezember im Schwarzwald in die Natur entlassen, jetzt ist sie gestorben. Sie wurde bekannt als das erste ausgewilderte Tier ihrer Art in Baden-Württemberg. Sie sollte zur Bestandsstützung der Luchse im Schwarzwald beitragen.
Das Tier stammte aus einem Wildgehege in Thüringen und wurde in einem speziellen Gehege in Rheinland-Pfalz für die Auswilderung vorbereitet. Nach genetischen, medizinischen und verhaltensökologischen Untersuchungen erfüllte die Luchskatze alle Voraussetzungen. Seit der Auswilderung hatte sie, wie ihre Artgenossen, regelmäßig Rehe und gelegentlich auch Hasen und Füchse erbeutet.
Sie konnte über ihren Halsbandsender lokalisiert werden. Mittels Wildtierkameras wurden zudem regelmäßig Aufnahmen von ihr gemacht, auf denen sie stets gesund wirkte. Welche Ursachen für den Tod ausschlaggebend waren, wird aktuell untersucht. Das wird einige Wochen in Anspruch nehmen, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind.
Bei der routinemäßigen Kontrolle eines möglichen Risses wurde das Tier am vergangenen Freitag lebend aber in einem sehr schlechten Zustand im Nordschwarzwald gefunden. Es wurden umgehend die Tierärzte aus dem Zoo Karlsruhe hinzugezogen. Leider konnten alle veterinärmedizinischen Maßnahmen den Zustand des Luchses nicht stabilisieren. Da keine Behandlung anschlug und zur Vermeidung weiteren Leidens musste das Tier eingeschläfert werden.
"Es ist ist tragisch, dass ausgerechnet das erste Tier nach einem guten halben Jahr gestorben ist. Gleichsam sind sich alle Fachleute aber auch bei jeder Auswilderung von Anfang an bewusst, dass nicht jedes einzelne Tier in der Natur überleben werde", erläutert Zootierarzt Dr. Marco Roller. Alle Beteiligten seien sich im Klaren, dass dieser Todesfall nichts an der Strategie der weiteren Auswilderungen ändere, so Roller.
Das vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) ins Leben gerufene Projekt zur Bestandsstützung der Luchse im Schwarzwald wird von der FVA in Kooperation mit dem Landesjagdverband, dem WWF Deutschland und dem Zoo Karlsruhe als Projektpartner umgesetzt. Bis zu zehn, insbesondere weibliche Luchse, sollen bis 2027 zur Bestandsstützung im Schwarzwald ausgewildert werden."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(11.07.2024, 10:48)
cajun:   Und nun die vierte Meldung heute. Nachwuchs in Nürnberg:
"Kaum sind die Geschwister ausgezogen, ist schon der nächste Nachwuchs da: Unser Karpatenluchs-Weibchen Desari hat Anfang Juni zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Inzwischen spitzen die Kleinen ab und zu aus der Felsnische hervor. Glück und Geduld braucht ihr aber trotzdem, wenn ihr sie sehen möchtet.
Welches Geschlecht die beiden haben, ist noch nicht klar, da die Tiere bei der Aufzucht nicht gestört werden sollen.
Im Frühjahr letzten Jahres hat Desari bereits drei Männchen erfolgreich aufgezogen. Erst vor zwei Wochen hat das letzte aus diesem Wurf den Tiergarten verlassen und ist in den Nationalpark Harz umgezogen.
Wusstet ihr, dass Luchse bei Geburt noch blind sind und nur etwa 250 bis 300 Gramm wiegen? Lange wird es aber nicht mehr dauern, bis die Kleinen die ersten Erkundungen allein wagen. Und damit steigen für euch auch die Chancen, sie zu Gesicht zu bekommen."
Quelle:https://www.facebook.com/Tiergarten.Nuernberg/?locale=de_DE
(20.06.2024, 13:25)
cajun:   Und die dritte Meldung heute zum Thema Luchse:
" Luchs-Babys mit strahlend blauen Augen im Wildpark geboren
Dieses Trio hat einen wahrhaft hypnotisierenden Blick: Mit ihrem weichen Fell, den verspielten Pfötchen und ihrem gelegentlichen Fauchen sind die jüngsten Bewohner des Wildparks Schwarze Berge eindeutig als Raubkatzen zu erkennen. Heute stand für die drei, am 17. Mai geborenen Luchs-Geschwister, die erste tierärztliche Untersuchung und Entwurmung auf dem Programm.
Beim Gesundheitscheck wurden Gebiss und Pfoten kontrolliert, das Gewicht bestimmt und ein kleiner Chip unter die Haut gesetzt. Auch die nicht ganz so schmackhafte Wurmkur musste geschluckt werden. Was sein muss, muss sein - trotz kräftigem Kinderfauchen haben die Kätzchen tapfer mitgemacht! „Alle drei sind kerngesund und gut genährt“, freut sich Tierärztin Julia Bohner vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) über die Entwicklung der Kleinen.
„Es sind zwei Mädchen und ein Junge. In vier Wochen steht die dann die erste Impfung an“, erklärt Bohner. Luchsbabys sind bei der Geburt noch blind und wiegen etwa 250 bis 300 Gramm. Erst nach etwa zwei Wochen öffnen sie ihre leuchtend blauen Augen. Heute brachten die drei Pinselohr-Träger rund 1700 Gramm auf die Waage und faszinierten Mitarbeiter und Besucher mit ihrem bezaubernden Blick. Auch der Wildpark freut sich über den tierischen Nachwuchs. „Es zeigt, dass sich die Luchse bei uns wohl fühlen“, sagt Cheftierpfleger Manuel Martens.
Die Eltern Ronja und Finn haben sich 2018 im Wildpark Schwarze Berge kennengelernt und von Anfang an gut verstanden. „Es ist bereits der fünfte Wurf, den uns die beiden bescheren“, berichtet Martens stolz. Auch die neuen Luchse sollen zur Stabilisierung des Bestands in freier Wildbahn beitragen. Lange Zeit war der Luchs aus den deutschen Wäldern verschwunden. Heute ist er dank Wiederansiedlungsprojekten im Harz und im Bayerischen Wald wieder heimisch, sodass dort derzeit keine neuen Auswilderungsprojekte nötig sind. „Zuletzt haben wir uns erfolgreich an Ansiedlungsprojekten in Polen beteiligt“, ergänzt Martens. Wann Mama Ronja ihren Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert, bleibt abzuwarten.
Derzeit kuscheln die vier gut geschützt in ihrem Versteck in einer Baumhöhle. Aber wer genau hinschaut, kann ab und zu zwei große und sechs kleine Pinselohren im Gras oder in ihrem Versteck tanzen sehen."
Quelle:https://www.abendblatt.de/region/harburg-landkreis/article242567488/Luchs-Babys-mit-strahlend-blauen-Augen-im-Wildpark-geboren.html
(20.06.2024, 12:09)
cajun:   Noch eine Meldung von heute. Na, das klappt ja gut mit der Auswilderung eines der Nürnberger Tiere. Der Franke wollte weg :-))
"Zuchtluchs im Harz angekommen und direkt ausgebüxt
Ein neuer Luchs aus Franken soll für mehr Nachwuchs der Art im Harz sorgen. Doch gleich nach seiner Ankunft haut er ab. Wie es dem jungen Tier nun geht.
Nur kurz nach seiner Aussetzung hat sich ein Zucht-Luchs im Harz aus seinem Gehege davongemacht. Das etwa ein Jahr alte Tier, das am Donnerstagabend aus dem Tiergarten Nürnberg nach Bad Harzburg kam, kletterte über einen 4,5 Meter hohen Schutzzaun des Aussetzungsgeheges, wie Ole Anders sagte. Laut dem Chef des Harzer Luchsprojektes wurde das Tier einige Stunden später mit einem Narkoseschuss wieder eingefangen.
Der Luchs habe sich die gesamte Zeit in einem eingezäunten, jedoch nicht speziell gesicherten Gebiet des Nationalparks aufgehalten, berichtete Anders. Er sei nun in einem besonders sicheren Gehege mit Dach und drei gemauerten Wänden untergebracht, wo er zur Ruhe kommen solle.
Bis zum kommenden Jahr soll er in ein größeres Gehege umziehen und dort dann mit einer Luchsdame zusammenkommen. Das Zucht-Weibchen sei aber noch nicht im Harz, und an dem Gehege werde noch gebaut. Das Jungtier habe somit genügend Zeit, um sich behutsam an die neue Umgebung zu gewöhnen, sagte Anders.
Ursprünglich sollte der Luchs schon vor einigen Wochen in den Harz gebracht werden. Weil das Tier in Nürnberg aber nicht in die Transportbox wollte, klappte das nicht.

Internationales Zuchtprogramm
Der Nationalpark beteiligt sich an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm für Europas größte Katzenart. Das naturnahe Gehege befindet sich an der Rabenklippe bei Bad Harzburg. Im Rahmen des Programms werden, koordiniert durch die Zuchtbuchführerin im Tierpark Bern, geeignete Zuchtpaare zusammengestellt. Der erwartete Nachwuchs soll an Artenschutzprojekte zur Auswilderung abgegeben oder zur Fortführung des Zuchtprogramms eingesetzt werden. Viele Luchspopulationen in Europa sind wegen mangelnder Vernetzung untereinander bedroht - es besteht Inzuchtgefahr, so Experte Anders.
Im Harz wurden die Pinselohren zwischen 2000 und 2006 wieder angesiedelt. Inzwischen beträgt die Population um die hundert Tiere. Einige wurden seitdem wieder ausgewildert."
Quelle:https://www.stern.de/gesellschaft/regional/bayern/tiere--zuchtluchs-im-harz-angekommen-und-direkt-ausgebuext-34778470.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard
(20.06.2024, 12:04)
cajun:   Nachwuchs in Hellabrunn:
"Kleine wilde Katzen – dreifacher Luchs-Nachwuchs in Hellabrunn
Zwischen Luchs-Männchen Rems, der erst im vergangenen Winter nach Hellabrunn zog, und Weibchen Mia stimmt die Harmonie – denn bereits Ende April kamen drei kleine Luchse zur Welt. Die inzwischen sechs Wochen alten Wildkatzen sind wohlauf und erkunden nun mutig ihre Anlage.

Die ersten beiden tierärztlichen Untersuchungen haben die drei kleinen Luchse bereits hinter sich gebracht. Es handelt sich um zwei Männchen und ein Weibchen und die Gewichtskontrolle zeigte schnell: alle drei sind gesund, wohlgenährt und ziemlich munter. Auch die erste Impfung und Wurmkur haben die Tiere bereits erhalten. Nachdem Luchse die ersten Wochen mit ihrem Nachwuchs geschützt und völlig ungestört in einer Wurfbox verbringen, sind die drei nun immer häufiger gemeinsam mit ihrer Mutter auf der Außenanlage zu beobachten.

„Wir freuen uns sehr über den Nachwuchs bei den Luchsen – für Luchs Mia ist es der vierte Wurf und so ist sie eine sehr routinierte Mutter und kümmert sich hervorragend um ihre Kleinen“, so Quirin Linseisen, Teamleiter bei den Raubtieren in Hellabrunn. Weiter verrät er: „In diesem Jahr bekommen alle Jungtiere einen Namen mit Y, sodass wir die drei Luchse nun Ylvie, Yuri und Yano genannt haben“

Hellabrunns Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeisterin Verena Dietl zeigt sich begeistert von den drei kleinen Luchsen: „Jedes Jungtier, das in Hellabrunn zur Welt kommt, bestätigt die wunderbare Arbeit, die das gesamte Team im Tierpark Tag für Tag leistet. Wenn es sich dann noch um eine bedrohte Art handelt, ist dies ein wichtiger Beitrag zum Arten- und Naturschutz.“

Luchse sind neben europäischen Wildkatzen und einer Handvoll überlebenden Leoparden im Kaukasus die einzige und größte in Europa heimische Katze. Aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes gilt sie offiziell nicht als gefährdet, in zahlreichen Regionen wurden Luchse jedoch nahezu ausgerottet. Auch in Deutschland galt der Luchs bis ins späte 20. Jahrhundert hinein als ausgestorben. Dies ist vor allem auf die direkte menschliche Verfolgung durch Jagd und die Zerstörung der Lebensräume zurück zu führen. Inzwischen gibt es in ganz Europa Wiederansiedelungsprojekte, in Deutschland leben aktuell rund 200 Luchse im bayerischen Wald, Pfälzer Wald und im Harz. Die in Hellabrunn lebenden Luchse sind eine Unterart des Eurasischen Luchses, dem Nordluchs. Deren Verbreitungsgebiet liegt auf den Britischen Inseln und in Nordeuropa. Auch hier sind Wiederauswilderungsprojekte in Planung.

Der Tierpark beteiligt sich bereits seit vielen Jahren am Erhaltungszuchtprogramm für den Eurasischen Luchs. „Es ist schön, dass wir nach acht Jahren nun wieder Luchs-Nachwuchs in Hellabrunn haben“, so Tierparkdirektor Rasem Baban und weiter: „Wir leisten mit diesem Ex-Situ-Artenschutz einen maßgeblichen Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Tierart.“
Quelle:https://www.hellabrunn.de/newsdetailseite/kleine-wilde-katzen-dreifacher-luchs-nachwuchs-in-hellabrunn
(20.06.2024, 10:17)
cajun:   Zweite Meldung heute. Drei Luchswaisen, die im TP Goldau aufgezogen wurden, sind ausgewildert worden:
"Drei männliche Luchse ausgewildert
In den Kantonen Schwyz und Obwalden sind im Mai drei junge Luchse zur Unterstützung des Bestandes in die freie Wildbahn entlassen worden. Es handelt sich um Tiere, die im Herbst 2023 als Waisen aufgegriffen und im Natur- und Tierpark Goldau SZ gepflegt worden sind.
Gemäss einer Mitteilung des Obwaldner Amts für Wald und Landschaft vom Donnerstag handelt es sich bei den drei jungen Luchsen um Männchen. Zwei wurden im Kanton Schwyz freigelassen, ein Tier lebt im Kanton Obwalden. Die Jungtiere waren in diesen beiden Kantonen aufgegriffen worden.
Die beiden Schwyzer Tiere stammen von einem Vater aus der Jura-Population, hiess es in der Mitteilung. Sie seien genetisch für die Vielfalt der Alpen-Population besonders wertvoll.
Die drei freigelassenen Tiere werden in den ersten drei Monaten genetisch überwacht. Sie wurden deswegen mit GPS-Halsbändern ausgestattet."
Quelle:https://www.blick.ch/schweiz/in-obwalden-und-schwyz-drei-maennliche-luchse-ausgewildert-id19767298.html
(23.05.2024, 12:43)
cajun:   Da möchte wohl jemand am Schmausenbuck bleiben:
"Luchs-Transport in den Harz muss verschoben werden
Der Nationalpark Harz beteiligt sich an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm. Ein Luchs sollte am Mittwoch ankommen - doch das hat nicht geklappt. Warum?
Der Transport eines Luchsmännchens aus dem Tiergarten Nürnberg in den Harz ist nicht wie geplant durchgeführt worden. Das Tier sei am Mittwoch nicht in die entsprechende Transportbox zu bekommen gewesen, sagte ein Sprecher des Nationalparks Harz der Deutschen Presse-Agentur. Es sei noch unklar, wann ein weiterer Versuch unternommen werde.
Der Nationalpark beteiligt sich an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm für Europas größte Katzenart. Das naturnahe Gehege befindet sich an der Rabenklippe bei Bad Harzburg. Im Rahmen des Programms werden, koordiniert durch die Zuchtbuchführerin im Tierpark Bern, geeignete Zuchtpaare zusammengestellt. Der erwartete Nachwuchs soll an Artenschutzprojekte zur Auswilderung abgegeben oder zur Fortführung des Zuchtprogramms eingesetzt werden."
Quelle:https://www.stern.de/gesellschaft/regional/niedersachsen-bremen/tiere--luchs-transport-in-den-harz-muss-verschoben-werden-34733106.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard
(23.05.2024, 12:40)
cajun:   Vorbildlich. Man hat genug Platz in Karlsruhe für so eine Anlage:
"Auf die Natur vorbereiten: Zoo baut im Tierpark Oberwald Gehege für Luchsauswilderung
Im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoo Karlsruhe mitten im Wald, wird noch in diesem Jahr ein 5.000 Quadratmeter großes Gehege gebaut. Darin sollen zukünftig Luchse auf eine Auswilderung vorbereitet werden.
„Wir sind extrem stolz darauf, mit der Anlage diesen wichtigen Baustein für künftige Bestandsstützungen des Luchses bauen und dann auch betreuen zu dürfen“, freut sich Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt über die Zusage, das Koordinationsgehege bauen zu dürfen: „Es passt sehr gut in unsere Strategie, den klassischen Zoo in ein Artenschutz-Zentrum umzubauen. Dass wir zudem für das Koordinationsgehege viel Unterstützung von Oberbürgermeister, Bürgermeistern und zuständigen Ämtern bekommen haben, freut uns besonders.“
Die Anlage wird vier etwa gleich große Teilbereiche erhalten sowie ein kleineres Separationsgehege für möglichst stressarme Tiertransfers. Die geschätzten Baukosten von rund 300.000 Euro werden vom WWF Deutschland, der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe sowie aus Projektgeldern des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) bezahlt.
Die Entscheidung für den Bau der strategisch sehr bedeutenden Anlage in Karlsruhe wurde vom Ministerium in Absprache mit dem Experten-Netzwerk Linking Lynx getroffen. „Das Koordinationsgehege in Karlsruhe wird einen wichtigen Beitrag für nationale und internationale Wiederansiedelungsprojekte sowie für die Vernetzung der Luchspopulationen in Zentraleuropa leisten“, so die Linking-Lynx-Koordinatorin Dr. Kristina Vogt.
Neben Bestandsstützungen in Baden-Württemberg könnten weitere Projekte in Deutschland und Europa mit Luchsen aus Karlsruhe versorgt werden. Aktuell gibt es mehr als 20 Zuchtpaare in Tiergärten des Europäischen Zooverbands EAZA - the European Association of Zoos and Aquaria, deren zukünftige Jungtiere für Auswilderungen infrage kommen, unter anderem das neu zusammengestellte Paar im Zoo Karlsruhe.
„Die Bereitstellung der Luchse erfolgt dabei durch das Zuchtprogramm der EAZA und wird durch Linking Lynx koordiniert. Der Gehegekomplex in Karlsruhe wird im Rahmen des Projekts ,Luchs Baden-Württemberg‘ gebaut und erfüllt die strengen, wissenschaftlichen Vorgaben an die Aufzucht und Vorbereitung der zur Auswilderung bestimmten Tiere“, erläutert Vogt.
„Durch das Landesprojekt sollen bis zu zehn, insbesondere weibliche Luchse, bis 2027 im Schwarzwald ausgewildert werden“, sagt Eva Klebelsberg, Leiterin von „Luchs Baden-Württemberg“ an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA). Dazu kommen Nachwuchstiere zukünftig im Alter zwischen sechs und acht Monaten für ein halbes bis dreiviertel Jahr in das Karlsruher Koordinationsgehege.
Dies wird abseits der Besucherwege im Wald errichtet, um einen Mensch-Tier-Kontakt zu vermeiden – auch die Mitarbeitenden des Zoos halten sich weitgehend fern. „Dafür werden wir Kameras installieren, um die Tiere besser beobachten zu können“, erklärt Dr. Marco Roller, Zootierarzt und Kurator für den Tierpark Oberwald.
Die Tiere sollen während ihrer Zeit in Karlsruhe zudem möglichst naturnah ernährt werden. „Dafür kommen vor allem Rehe in Betracht, die zwar tot, aber als ganzer Körper den Tieren zur Fütterung gereicht werden“, wie Roller weiter ausführt. Dafür gibt es laut dem Zootierarzt lokale und regionale Kooperationen mit der Jägerschaft, denen immer wieder im Straßenverkehr umgekommenes Wild gemeldet wird.
So sollen die Luchse optimal auf ein selbstständiges Leben in der Natur vorbereitet werden. Vor diesem Schritt werden die zur Auswilderung bestimmten Tiere jedoch noch ausführlich veterinärmedizinisch untersucht und ihr Verhalten getestet. „Für die Auswilderung an unterschiedlichen Orten ist dann eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit insbesondere mit der Jägerschaft essentiell“, stellt Klebelsberg heraus. Auch der Landesjagdverband Baden-Württemberg unterstützt das Projekt.
„Aktuell gibt es zwischen zwei bis fünf männliche Luchse, sogenannte Kuder, im Schwarzwald, die aus der Schweiz nach Baden-Württemberg eingewandert sind. Die weiblichen Tiere entfernen sich jedoch nicht weit von ihrem Geburtsort. Deshalb können sich die Luchspopulationen räumlich kaum ausdehnen und den eigentlich bestens geeigneten Lebensraum besetzen“, erläutert Klebelsberg weiter.
Im vergangenen Dezember war mit dem Weibchen Finja der erste Luchs im Rahmen des Projekts im Nordschwarzwald ausgewildert worden. Als Region wählten die Verantwortlichen den Bereich des Streifgebiets des dort ansässigen Kuders Toni. Dieser wanderte bereits im Jahr 2019 aus der Schweiz in den Schwarzwald, etablierte dort ein Territorium und machte seither zur Paarungszeit ausgedehnte Wanderungen auf der Suche nach einer Partnerin. Mit Finja soll ihm nun eine Partnerin zur Seite gestellt werden.
Luchse waren ursprünglich auch in den Wäldern Baden-Württembergs heimisch und wurden vor rund 200 Jahren ausgerottet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnten in Baden-Württemberg immer wieder Zuwanderungen von einzelnen männlichen Luchsen nachgewiesen werden. Um die Situation der Luchse im Land und damit auch in den angrenzenden Vorkommen zu verbessern, sollen laut Koalitionsbeschluss der Landesregierung Luchse im Land zur Bestandsstützung ausgewildert werden. Das vom MLR ins Leben gerufene Projekt zur Bestandsstützung wird von der FVA in Kooperation mit dem Landesjagdverband, dem WWF Deutschland und dem Zoo Karlsruhe als Projektpartner umgesetzt."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(15.03.2024, 15:16)
cajun:   Eine neue (Karlsruher) Luchsin im TP Weißwasser:
"Heidi ist da
Karpatenluchs Casper hat jetzt im Tierpark Weißwasser eine Gefährtin bekommen. Ob es bei den Beiden auch funkt, ist die spannende Frage. Nachwuchs ist erwünscht. Aus gutem Grund.
Heidi heißt der Neuzugang im Tierpark Weißwasser. Die 12-jährige Karpatenluchsin wurde für Kater Casper ausgesucht. Ein bisschen eingeschüchtert beobachtete er anfangs das Geschehen nebenan. Noch werden die beiden Luchse getrennt gehalten.
Sie können schon mal auf Tuchfühlung gehen – die beiden Karpatenluchse im Tierpark Weißwasser. Heißt im Klartext, dass sie einander sehen, hören und riechen können. Körperkontakt aber ist nicht erlaubt. Noch nicht. Denn im Tierpark will man kein Risiko eingehen. Karpatenluchs Casper lebt seit drei Jahren in Weißwasser, Luchsdame Heidi seit zwei Wochen. Sie muss sich noch eingewöhnen. Beide werden getrennt gehalten. Die Zeichen für eine Zusammenführung stehen aber gut. Zumindest hat es den Anschein, als könnten sie sich ganz gut riechen. In dieser Woche sollen sie das erste Mal tatsächlich aufeinandertreffen – ohne Zaun dazwischen und im Beisein der Tierpfleger. Tierparkleiter Gert Emmrich ist guter Dinge, dass es gelingt. Für alle Fälle wird aber trotzdem ein Wasserschlauch zur Hand sein.
Am 19. Februar kam die Luchsin nach Weißwasser. Ihren Papieren nach heißt sie eigentlich Zveta. Im Zoo in Karlsruhe war sie Heidi genannt worden. „Dabei haben wir es belassen“, meint Gert Emmrich schmunzelnd. Wohlwissend, dass man bei dem Namen Heidi nicht unbedingt an einen Luchs denkt. Es ist eine ausgesprochen hübsche Katze – mit einer schönen Zeichnung auf dem Rücken, der dunklen Schwanzspitze und den typischen Pinselhaaren an den Ohren. Im Vergleich zu Kater Casper wirkt sie geradezu zerbrechlich.
Der Luchs war fast auf den Tag genau vor drei Jahren aus dem Botanisch-Zoologischen Garten im französischen Mulhouse gekommen. Auf seine Übersiedlung nach Weißwasser mussten alle Beteiligten eine ganze Weile warten. Wegen des Corona- Lockdowns im Winter 2020/21 steckte der Spezialtransporter tagelang fest. Und als der Kater dann endlich hier in der Oberlausitz ankam, war der Tierpark wegen der Pandemie geschlossen.
Europäische Luchse werden in Weißwasser schon länger gehalten. Bei der Aufnahme in das europaweite Erhaltungszuchtprogramm hat man sich für den Karpartenluchs entschieden. „Weil es die hübscheren Tiere sind“, wie Emmrich begründet. Von Anfang an war klar, dass Casper eine Gefährtin bekommen soll. Doch das war leichter gesagt als getan. Wer mit wem Kinder kriegen kann, um es mal salopp zu sagen, ist streng reglementiert. Mit dem Ziel, das Erbgut, aber auch die genetische Variabilität zu erhalten. Geführt wird das Zuchtbuch am Zoo in Schwerin. Dass in der Zwischenzeit der Zuchtbuchführer wechselte, sich der Nachfolger erst einarbeiten musste, hat das Ganze zusätzlich verzögert. Im Oktober kam die Zusage, dass man in Karlsruhe eine Katze für Weißwasser habe.
Heidi ist 12, Casper 13 Jahre alt. Im Tierpark hofft man, dass sich die Beiden gut aneinander gewöhnen und man sich womöglich im nächsten Jahr über Nachwuchs freuen kann. So ganz jung ist das Luchspaar nicht mehr. Ausgeschlossen ist Nachwuchs trotzdem nicht. Gert Emmrich verweist auf eine frühere Luchsin im Tierpark Weißwasser, die selbst im stolzen Alter von 17 Jahren noch Nachwuchs hatte. In freier Wildbahn werden Luchse etwa 15 Jahre alt, in Zoologischen Gärten 25 Jahre. Ob Heidi eine erfahrene Katzenmama ist, vermag der Tierparkleiter nicht zu sagen. Aus den Papieren gehe das jedenfalls nicht hervor.
Die Tragezeit bei Luchsen beträgt 67 bis 74 Tage. Jungtiere würden etwa ein Jahr in Weißwasser bleiben. Was dann mit ihnen passiert, entscheidet der Zuchtbuchführer. Zwar werden seit einigen Jahren Luchse beispielsweise im Harz erfolgreich ausgewildert, für Jungtiere aus dem Tierpark Weißwasser sei das aber eher unwahrscheinlich. Dafür müssten sie hier in einem großflächigen Wildgehege mit nur wenig menschlichem Kontakt aufwachsen."
Quelle:https://www.saechsische.de/weisswasser/heidi-ist-da-5973563.html
(06.03.2024, 20:16)
cajun:   Auch im Bayerwald Tierpark Lohberg hat es den Zugang eines Luchskuders gegeben:
"Nach einem Besucherrekord im vergangenen Jahr startet der Bayerwald Tierpark in Lohberg mit viel Elan ins neue Jahr und er tut das mit neuen Bewohnern: ein junges Luchsmännchen aus einem norddeutschen Tiepark soll in den kommenden Jahren für Nachwuchs in Lohberg sorgen, der dann in Polen ausgewildert werden soll. Geöffnet hat der Bayerwald Tierpark Lohberg mit seienn rund 400 Tieren in 100 Arten ganzjährig."
Quelle:https://www.gongfm.de/bayerwald-tierpark-lohberg-hat-neue-bewohner-3634382/
(27.02.2024, 15:55)
cajun:   Der finale Transfer in Karlsruhe:
Luchs-Weibchen Emily hat heute auf Empfehlung des Europäischen Zuchtbuchs (ESB), das seit 2022 im Tierpark Bern, Dählhölzli + BärenPark geführt wird, Karlsruhe verlassen. Sie zieht in den Dartmoor Zoo (Dartmoor Zoological Society) um. Zuvor hatten bereits Carlchen und Heidi Karlsruhe verlassen."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(26.02.2024, 16:24)
cajun:   Nochmal die Zusammenfassung des Umbaus der Luchsbestandes in Karlsruhe:
"Luchs-Weibchen Heidi ist in den Tierpark Weißwasser umgezogen. Zuvor war bereits Carlchen an die Tierwelt Herberstein abgegeben worden. Emily wird zudem den Zoo Karlsruhe kommende Woche ebenfalls auf Empfehlung des Europäischen Zuchtbuchs (ESB), das seit 2022 im Tierpark Bern, Dählhölzli + BärenPark geführt wird, verlassen. Dafür ist mit Viorel vor zwei Wochen ein neuer Luchs bei uns angekommen. Der Kuder, wie die männlichen Luchse heißen, lebt jetzt mit der bei uns geborenen Eva zusammen. Mit den den beiden Tieren soll gezüchtet werden, wir hoffen noch in diesem Jahr auf Nachwuchs."
Quelle:https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/?locale=de_DE
(20.02.2024, 16:58)
cajun:   Das ging ja schnell:
"Letzte Woche durften wir bei uns aus dem Tierpark La Garenne aus Le Vaud einen neuen Luchs willkommen heissen. Dank der Empfehlung des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) und dessen Unterstützen konnten wir sehr schnell einen passenden Partner für unsere Luchsdame «Sansa» finden.
Angesichts der starken Gefährdung der Luchspopulation ist eine gezielte Zucht für einen möglichst grossen Genpool extrem wichtig. Deshalb war es für das EEP wie auch für uns, ein grosses Anliegen, nach dem Tod von Lucki schnell einen neuen Luchs für den Tierpark Goldau zu finden, um den Artenschutz voranzutreiben."
Quelle:https://www.facebook.com/tierparkch/?locale=de_DE
(14.02.2024, 11:56)
cajun:   Krankheitsbedingt musste im TP Lange Erlen ein junges Luchsweibchen eingeschläfert werden:
"Tragödie um Luchsweibchen im Tierpark
Erst im November zog das Luchsmädchen Lea in den Tierpark Lange Erlen. Nun verkündet der Tierpark, dass sie eingeschläfert werden musste.
Nach gerade einmal drei Monaten musste das zwei Jahre alte Luchsmädchen Lea eingeschläfert werden, wie der Tierpark Lange Erlen am Dienstagnachmittag verkündet. «Tschüss Lea», schreibt der Tierpark und postet ein Bild des Luchsmädchens auf seinem Instagram-Account, wie Baseljetzt berichtet. Eine grosse Schwellung im Bauchraum, die sich bei einer genaueren Untersuchung als fortgeschrittener Lebertumor ohne Heilungschancen erwiesen hatte, führte dazu, dass sie eingeschläfert werden musste.
Erst im November zog Lea vom Wildpark Assling in Österreich in den Tierpark Lange Erlen, um dem Kuder Loco Gesellschaft zu leisten. Der Tierpark hoffte auf Nachwuchs der beiden. «Sollte die Chemie zwischen den beiden stimmen, so könnte es bereits im nächsten Sommer Nachwuchs geben», schrieb der Tierpark im Dezember auf Instagram. Daraus wird nun leider nichts mehr.
Schon das zweite Luchsweibchen
Die Trauer im Tierpark ist gross. «Nach viel zu kurzer Zeit mussten wir schon wieder Abschied nehmen. Wir vermissen das aktive und neugierige Luchsweibchen, das in den wenigen Wochen bereits die Herzen unserer Tierpflegerinnen und Tierpfleger erobert hatte», schrieb der Tierpark.
Im letzten Frühling musste das 19-jährige Luchsweibchen Selina ebenfalls krankheitsbedingt eingeschläfert werden. Seither war man zusammen mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP auf der Suche nach einem geeigneten Tier."
Quelle:https://www.20min.ch/story/basel-tschuess-lea-tragoedie-um-luchsweibchen-im-tierpark-103037553
(07.02.2024, 10:22)
cajun:   Österreich ist und bleibt anscheindend ein schwieriges Pflaster für wildlebende, große Beutegreifer:
"Luchse: Die Letzten ihrer Art
Nur fünf Luchse leben aktuell in Österreich. Zum Überleben reicht das nicht. Daher läuft ein Zucht- und Auswilderungsprogramm. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Denn die Raubkatzen sind zum zweiten Mal vom Aussterben bedroht.
Es sind die Ohren. Mehrere Zentimeter lange Haarbüschel sind der Grund für den Spitznamen „Pinselohr“ für Luchse und ihr auffälligstes optisches Merkmal. Diese hochgerichteten Pinsel helfen wie Antennen bei der Bestimmung der Windrichtung beziehungsweise Lokalisierung von Beute und unterstützen ein ohnehin außerordentliches Hörvermögen, das das Rascheln von Mäusen im Unterholz problemlos aus über 60 Metern Entfernung orten oder eine Trillerpfeife viereinhalb Kilometer weit hören kann.
Dazu kommt eine sprichwörtlich gute Sehkraft („Augen wie ein Luchs“) sowie ein Fleckenmuster im braun-rötlichen Fell, das wie ein Supertarnanzug wirkt und ihn in der Landschaft optisch verschwinden lässt. Die großen Tatzen zeigen zudem, dass der Luchs an Regionen mit strammen Wintern adaptiert ist. Im Schnee sinkt er nicht so tief ein und hat dadurch einen Vorteil bei der Jagd.
Trotz dieser perfekten Anpassung an sein Lebensumfeld ist der Luchs vom Aussterben bedroht. Und das nicht zum ersten Mal. Luchse besiedelten einst zwar sämtliche Wald- und Steppengebiete Eurasiens. Durch rigorose direkte Verfolgung wurden sie bis 1900 aber in Österreich und beinahe ganz Westeuropa ausgerottet.
2011 begann daher im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ein Wiederansiedlungsprojekt, in dessen Rahmen fünf Luchse in der Schweiz gefangen und in Österreich ausgewildert wurden. Die Tiere vermehrten sich in den Folgejahren auch tatsächlich. 13 Jungluchse wurden nachgewiesen. Illegale Abschüsse und ein nicht immer erklärbares Verschwinden haben den Bestand aber schwer unter Druck gebracht. „Der Luchs benötigt dringend Unterstützung“, unterstreicht Herbert Wölger, Geschäftsführer des Nationalparks Gesäuse.
Aktuell beschränkt sich das einzige inneralpine Vorkommen der Raubkatzen wieder auf gerade einmal fünf Tiere: zwei Weibchen (Katzen) und drei Männchen, beim Luchs „Kuder“ genannt – von Letzteren ist zudem nur eines im besten fortpflanzungsfähigen Alter. Für eine stabile Bestandssicherung reicht das nicht. „Der genetische Flaschenhals ist zu eng“, begründet Wölger mit Verweis auf Inzucht und Unfruchtbarkeit. Den letzten Nachwuchs gab es 2018.
Passiert nichts, sterben – abgesehen von Grenzgängern aus Italien und Slowenien im Süden oder im Böhmischen Wald im Norden – die in Österreich beheimateten Luchse zum zweiten Mal aus. Denn nachhaltiger und natürlicher „Nachschub“ für Aufzuchtprojekte ist auch in den Nachbarländern derzeit nicht vorhanden. Zwar hat man sich in Oberösterreich nach langen Diskussionen unter Jägerschaft, Forst- und Landwirtschaft darauf verständigt, ein weiteres Tier aus einer Gehege-Züchtung auszulassen. „Am internationalen Markt ist aber keines erhältlich“, sagt Wölger. In der Steiermark stecken entsprechende Ambitionen im Status „Monitoring“ fest, bedauert der Nationalparkchef: „Die Zeit drängt.“
Einzelgänger
Das aktuelle Luchs-Quintett lebt indes – von Menschen nur sehr selten gesichtet – im Grenzgebiet zwischen Oberösterreich und der Steiermark, wo die Nationalparks Gesäuse und Kalkalpen ein geschütztes und ausreichend großes Habitat bieten. Denn der Luchs braucht Platz.
10.000 Hektar – immerhin die Fläche von Graz oder Villach – misst das Revier eines einzelnen Tieres. Mindestens. In Regionen, wo das Nahrungsangebot (Rehe, Gämsen) nicht so üppig ist wie in Zentralösterreich, sind es sogar bis zu 50.000 Hektar. Wobei der Luchs im Gegensatz zum Wolf kein Rudeltier ist. „Ein Kuder verträgt kein anderes Männchen und maximal zwei Weibchen neben sich“, erklärt Wölger den Einzelgängerstatus.
Was die Vermehrung zusätzlich bremst, sind Wilderer. So verschwanden 2016 im Nationalpark Kalkalpen fast alle männlichen Tiere. Die Parkverwaltung, der Naturschutzbund und der WWF setzten damals eine Belohnung von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung von Tätern aus. Es kam in weiterer Folge zu einer Verurteilung einer Jägerin wegen eines Luchsabschusses in Weyer wegen des Umweltdelikts der vorsätzlichen Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes.
Noch bei der Staatsanwaltschaft liegt dagegen der jüngste Fall. Im Sommer letzten Jahres wurde der Kadaver einer sechsjährigen Luchsin in Kärnten gefunden. Das Tier war Opfer eines illegalen Abschusses geworden. Nach Auswertung der Geschosspartikel führte die Spur zu einer Gruppe österreichischer Jäger. „Die Ermittlungen der Polizei haben den Täterkreis mittlerweile sehr eingeschränkt“, weiß Mario Deutschmann, Verwaltungsdirektor der Kärntner Jägerschaft, die den Abschuss scharf verurteilte. Das Tier stammte aus einem Wiederansiedlungsprojekt im Raum Tarvis und war nach Kärnten eingewandert. Auch das zweite damals ausgewilderte Tier ist verschwunden. Es hatte sich über die Grenze Richtung Steiermark aufgemacht und wurde mittels Senderhalsband beobachtet – bis im Raum Murau die Batterie des Peilgeräts leer war."
Quelle:https://www.kleinezeitung.at/lebensart/sonntag/17984507/luchse-die-letzten-ihrer-art
(19.01.2024, 14:33)
cajun:   In Goldau verstarb der Luchskuder:
"Traurige Neuigkeiten von den Luchsen
Heute Vormittag mussten wir uns von unserem beliebten Luchs-Männchen Lucki verabschieden. Mit seinen stolzen 16 Jahren genoss er ein langes Leben und galt als einer der ältesten Luchse in einem Zoo und Tierpark. Lucki kam 2013 vom Tierpark Langenberg zu uns. Zuletzt teilte er die Anlage mit dem Weibchen Sansa."
Quelle:https://www.facebook.com/tierparkch/?locale=de_DE
(19.01.2024, 10:08)
cajun:   Keine guten Nachrichten aus Spanien:
"Auswilderung nimmt tragisches EndeJäger hält Luchs für Wildschwein und schießt – jetzt droht ihm Gefängnisstrafe
Ein Jäger aus Spanien hat einen Iberischen Luchs erschossen. Er behauptet, das Tier mit einem Wildschwein verwechselt zu haben. Nun droht dem Jäger eine zweijährige Haftstrafe, sowie ein vierjähriges Jagdverbot.
Als im Sommer 2023 in Berlin ein Wildschwein für einen Löwen gehalten wurde, sorgte das für Kopfschütteln. Die ganze Aktion ging jedoch für alle Beteiligten glimpflich aus. Nun fiel Luchs einem Jäger in Spanien zum Opfer, weil dieser die Katze selbst aus nächster Nähe angeblich für ein Wildschwein hielt – und abdrückte.
Weil es sich beim Iberischen Luchs um eine vom Aussterben bedrohte Art handelt, droht dem Jäger wegen des Verstoßes gegen das Wildtiergesetz jetzt eine Gefängnisstrafe.
Wie „Costa Nachrichten“ berichtet, stammte der betroffene Luchs namens Tejo aus einer Zuchtstation in Portugal und wurde im Rahmen eines Auswilderungsprojekts in den Wäldern von Spanien angesiedelt. Da das Tier Schwierigkeiten hatten, sich in der Wildnis zu ernähren, war Tejo dann vorübergehend in einem Zentrum für Wildtiere untergebracht.
Letzte Mahlzeit des Luchses war ein Eichhörnchen
Nachdem er dort erfolgreich aufgepäppelt wurde, konnte er laut „Costa Nachrichten“ wieder in die freie Natur ausgewildert werden. Nur, um dann wenige Monate später vom Jäger erschossen zu werden. Um den Tod des vom Aussterben bedrohten Tieres zu verheimlichen, verscharrte der Jäger den Kadaver unter Büschen.
Die Autopsie zeigte, dass Tejo zum Zeitpunkt seines Todes in guter Verfassung war und sein letztes Mahl ein Eichhörnchen war.
Jagdverband kritisiert Luchs-Vorfall
Der Jagdverband der spanischen Region hat sein Missfallen über den Tod des Luchses ausgedrückt. Dieser Vorfall schade dem Image der Jägerschaft, die großen Respekt für die Umwelt zeige, berichtet „Costa Nachrichten“.
Der Verband unterstützt die Wiedereinführung der Iberischen Luchse und will sich nun auch für die Aufklärung des Falles einsetzen. Der Prozess soll am 16. Januar 2024 beginnen.

Luchs-Rettungsprojekt droht zu scheitern
Laut „tz“ ist Tejo nicht das einzige Opfer des Projekts zur Rettung des Iberischen Luchses in Spanien. Von den insgesamt acht ausgewilderten Luchsen sind bereits drei tot.
Im Juni verstarb Luchs Tiko, weil er Plastik gefressen hatte. Wildkatze Tova kam im August bei einem Kampf mit einem Artgenossen im Eingewöhnungsgehege ums Leben.
Von einer weiteren Luchs-Dame fehlt seit Juni jede Spur, und ihr Halsband mit Sender wurde in der Nähe einer Autobahn gefunden."
Quelle:https://www.focus.de/panorama/welt/auswilderung-mit-tragischem-ende-jaeger-haelt-luchs-fuer-wildschwein-und-schiesst-jetzt-droht-ihm-gefaengnisstrafe_id_235368422.html
(02.11.2023, 17:46)
cajun:   Schön wenn Neuerungen alteingesessenen Bewohnern zugute kommen:
"Brückenkopf-Zoo Jülich : Schicker Alterswohnsitz für Senioren-Luchse
Kater und Mieze haben stolze 20 Jahre auf dem Buckel und genießen in ihrem für 60.000 Euro umgebauten Gehege nun die bessere Aussicht auf die Zoobesucher.
Richtige Namen haben die beiden Luchse im Brückenkopf-Zoo nie bekommen, die Tierpfleger nennen sie – schlicht, aber liebevoll – Kater und Mieze. Beide sind mit ihren 20 Jahren nicht mehr die jüngsten, haben aber auf ihre alten Tage noch ein neues Domizil bezogen. Oder besser gesagt: Ihr in die Jahre gekommenes Zuhause wurde grunderneuert, sodass es nicht nur besser für die Anforderungen der Tiere ist, sondern auch für die der Pfleger und Zoobesucher.
60.000 Euro hat der Umbau des Geheges gekostet, etwas mehr als 50.000 Euro übernahm der Förderverein des Zoos. Dabei habe es zwei Faktoren gegeben, die sich laut Hans-Josef Bülles, Prokurist des Brückenkopf-Parks, immens preissenkend ausgewirkt haben: einerseits der Zeitpunkt und andererseits die Eigenleistungen des Zoo-Teams.
„Ich erinnere mich noch daran, wie ich im Mai 2022 den Anruf von Zoo-Leiter Henri Fischer bekam: Er meinte, es sei einiges marode und wir müssten innerhalb von zwei Wochen bestellen, sonst würden die Kosten gewaltig steigen“, erzählt Tobias Sommer, Vorsitzender des Brückenkopf-Vereins. Bülles ergänzt: „Hätten wir das gleiche Projekt jetzt gestartet, wäre es bestimmt 20.000 bis 40.000 Euro teurer gewesen.“
Das neue Gehege ist naturnah und offen gestaltet. Wenn die Luchse mal nicht mehr sind, könnte es leicht für eine andere Tierart umgenutzt werden.
Außerdem schätzt Bülles, dass das Projekt doppelt so teuer geworden wäre, wenn die Mitarbeiter nicht so viel mitangepackt hätten. Besondere Arbeiten, wie den sogenannten Untergrabungsschutz unterhalb der Zäune hätten Spezialfirmen machen müssen, aber vieles andere erledigte das Team neben dem eigentlichen Berufsalltag. Und das nicht nur in der Umsetzung, sondern auch in der Konzeption. „Die gestalterischen Elemente wurden alle von unseren Tiefpflegern entwickelt“, erzählt Bülles nicht ohne Stolz.
Sie haben dafür gesorgt, dass aus dem 26 Jahre alten Gehege, das recht gedrungen, verwuchert und dunkel war, ein offen gestaltetes, um ein Drittel größeres, naturbelassenes Gelände mit Wiese, Sand und verschiedenen (noch kleinen) Büschen wurde. Ein Teich spendet den Tieren nicht nur Trinkwasser, sondern im Sommer auch Abkühlung, gleichzeitig ist das Biotop ein guter Lebensraum für viele Insekten.
Es gibt zwei erhöhte Punkte, von denen aus die Luchse alles im Blick haben, und zwei verschiedene Höhlen, in die sie sich zurückziehen können und dort völlig unerkannt bleiben. Wenn sie das aber nicht wollen, können sie von den Besucherinnen und Besuchern besser gesehen werden, weil eine Hälfte des zweigeteilten Geheges nicht mit einem Zaun versehen ist, sondern mit einer bodentiefen Glasscheibe.
So nah mit den Tieren interagieren zu können, sei vorher nicht möglich gewesen, berichtet der stellvertretende Zooleiter Jonathan Keck. Das Glas habe sich schon beim Ottergehege bewährt und sei auch beim neuen Luchsgehege wieder ein Besuchermagnet. Mal ganz davon abgesehen, dass auch die Luchse spürbar Interesse haben, durch die Glasscheibe die Besucher zu beobachten.
Weil das Glas also bei Mensch und Tier gut ankommt, soll unbedingt auch das nächste Bauprojekt wieder eine Fensterfront bekommen. Welches Projekt das sein wird, ließen sich die Verantwortlichen noch nicht entlocken, die Vorfreude ist aber spürbar und so viel sei schon verraten: „Es wird etwas Neues entstehen. Und das wird wahrscheinlich in den sechsstelligen Bereich gehen“, sagt Bülles. Im Oktober werden die Planungen angegangen."
Quelle:https://www.aachener-zeitung.de/lokales/juelich/schicker-alterswohnsitz-fuer-senioren-luchse_aid-98545529
(29.09.2023, 13:41)
cajun:   Im Tierpark Lange Erlen werden ab Herbst wieder Karpatenluchse gezeigt:
"Rückkehr der Luchse: Im Herbst zieht ein junges Paar in den Tierpark
Diesen Frühling musste die letzte Luchsdame im Tierpark Lange Erlen eingeschläfert werden. Bald kommt ein neues junges Paar.
Die Luchsanlage im Tierpark Lange Erlen steht derzeit leer. Denn im Frühling musste das 19-jährige Luchsweibchen Selina krankheitsbedingt eingeschläfert werden. Diesen Herbst soll dann ein neues junges Paar in die Anlage ziehen, wie der Tierpark in einer Mitteilung schreibt.
Bei der Suche nach geeigneten Tieren stand dem Tierpark das Europäische Erhaltungszuchtprogram EEP zur Seite, welches einen Grossteil der in Gefangenschaft gehaltenen Karpatenluchse betreut. Mit dessen Hilfe konnte ein junger Luchskuder im Wildnispark Langenberg und ein Luchsweibchen aus dem Wildpark Assling in Kärnten gefunden werden. "
Quelle:https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/lange-erlen-rueckkehr-der-luchse-im-herbst-zieht-ein-junges-paar-in-den-tierpark-ld.2498725
(15.08.2023, 11:08)
cajun:   Chemnitz meldet den Luchsnachwuchs im angeschlossenen Wildpark. Die Jungtiere scheinen nun regelmäßig zu sehen zu sein:
"Neue Bewohner im Wildgatter
Anfang Juni gab es eine freudige Überraschung bei uns im Wildgatter. Das erst seit März dieses Jahres zusammenlebende Zuchtpärchen bei den Karpartenluchsen hat zum ersten Mal Jungtiere bekommen. Gleich zwei Jungtiere entdeckten die zuständigen Pfleger*innen am 08. Juni.
Der Nachwuchs ist insoweit überraschend, als dass Kuder „Frey“ erst seit diesem Jahr, genauer gesagt seit dem 17. März, im Wildgatter lebt. Er kam also erst zum Ende der Ranzzeit, welche bei Luchsen zwischen Februar und März liegt. Geboren ist er am 23. Mai 2021 im Willdkatzendorf Hütscheroda. Mit seinen knapp zwei Jahren alt war zudem auch nicht sicher, ob er schon geschlechtsreif ist.
Fähe „Leonie“ ist im Mai 2015 im Naturpark Bayerischer Wald zur Welt gekommen und seit 2016 bei uns. Sie hat im Wildgatter bereits Nachwuchs zur Welt gebracht."
Quelle:https://www.facebook.com/Chemnitz.Tierpark/?locale=de_DE
(08.08.2023, 13:30)
Liz Thieme:   Citizen Conservation meldet:
Ein von mehr als 10 Jahren gestartetes Nachzucht- und Wiederauswilderungsprogramm der stark bedrohten iberischen Luchse hat Erfolg gezeigt: Nachdem im Jahr 2002 nur noch 94 Tiere registriert wurden, lag die Zahl im letzten Jahr bei 1.668. Damit die Situation gar nicht wieder wieder brenzlig wird, müssen Schutzmaßnahmen in- und ex situ (in der Natur und in menschlicher Obhut) weiter ausgebaut werden.
(16.06.2023, 17:42)
cajun:   Im Tierpark Sababurg gibt es einen Neuzugang bei den Luchsen:
"Mina ist unsere neue Luchsdame im Tierpark Sababurg! Im Vergleich zu unseren beiden anderen Raubkatzen Lutz und Salina ist sie natürlich noch etwas kleiner und daher gut zu unterscheiden. Geboren ist sie letztes Jahr am 05. Mai und kam aus dem Wildfreigehege Hellenthal zu uns in den Tierpark.
Die kleine Mina verbrachte nach ihrer Ankunft einige Tage in unserem neuen Luchshaus, um sich nach und nach mit Lutz und Salina anzufreunden. Mittlerweile erkundet sie mit den Beiden aber neugierig die gesamte Anlage und findet alles spannend, besonders wenn unsere Tierpfleger in der Nähe sind. "
Quelle:https://www.facebook.com/tierpark.sababurg/?locale=de_DE
(22.02.2023, 16:21)
cajun:   Newuzugänge in der Schweiz:
"Luchs-Neulinge im Tierpark
Ein neues Luchspaar ist Anfang Februar 2023 im Tierpark Bern angekommen. Nachkommen dieses genetisch sehr wertvollen Zuchtpaares des Eurasischen Luchses sollen zukünftig auch ausgewildert werden.

Die beiden Luchse kommen aus Tschechien, das Weibchen kommt aus dem Zoo Ostrava und das Männchen aus dem Zoo Jihlava. Die beiden sind erfahrene Eltern und der Tierpark hofft auf zahlreichen Nachwuchs. Ziel ist es, zukünftige Jungtiere, welche strenge Kriterien betreffend Gesundheit, Charakter u.v.a. erfüllen, in Zusammenarbeit mit der Interessensgemeinschaft «Linking Lynx» in eine Angewöhnungsanlage nahe eines geplanten Auswilderungsortes in Deutschland abzugeben. Von da aus sollen die Jungtiere dann später in die freie Wildbahn entlassen werden.

Für die Luchshaltung im Tierpark Bern heisst das, dass die Tiere in Zukunft während der Jungenaufzucht möglichst ohne Einfluss von Menschen gehalten werden sollen. Aus diesem Grund wurde die Einsicht in die Anlage entlang des Hangweges im Rahmen der Anlagesanierung mit einer Hecke bis auf wenige Einblicke/Fenster «zugepflanzt» und das Management entsprechend angepasst. Zudem wurde die Anlage generell aufgewertet und mit weiteren Komfortplätzen ausgestattet.

In europäischen Zoos und Tierparks leben über 370 Individuen des Eurasischen Luchses. Die in der Schweiz stark gefährdete Art ist in einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm (EEP: EAZA Ex-situ Programm), um eine gesunde, vielfältige und lebensfähigen Population zu bewahren. Seit März 2022 wird das Zuchtbuch für den Eurasischen Luchs im Tierpark Bern geführt. Zuchtbuchführerin und Kuratorin Dina Gebhardt ist auch Teil der Interessensgemeinschaft «Linking Lynx». Bei «Linking Lynx» geht es um die Verbindung und Stabilisierung einer genetisch lebensfähigen Luchspopulation von den Karpaten bis in den Jura und in die Westalpen. Dabei werden genetisch wichtige Tiere gezüchtet (unter anderem auch in Zoos) und gezielt ausgesetzt, um entweder bestehende Population in ihrer genetischen Vielfalt zu stärken oder zum Aufbau von neuen Populationen. «Linking Lynx» hat strenge Anforderungen ausgearbeitet, welche Zooanlagen sich für die Zucht solcher Jungluchse eignen. Die Luchsanlage des Tierpark Bern ist eine der wenigen Anlagen, die alle Anforderungen erfüllt: Sie ist nur von einer Seite her von Besucher*innen einsehbar und hat eine naturnahe Bepflanzung mit viel Deckung.

Ein weiteres Projekt, welches im Tierpark Bern Form annimmt, ist die Zusammenarbeit mit der Stiftung KORA (Raubtierökologie und Wildtiermanagement). Ziel dieses Projektes wird sein, dass der Tierpark mithilft, wildlebende Eurasische Luchse zur Stärkung und Genauffrischung lokaler und isolierter Population umzusiedeln. Diese Art von Massnahmen sind notwendig, um wichtige Populationen miteinander zu verbinden und so die bestehenden Luchsvorkommen besser zu vernetzen."
Quelle:https://tierpark-bern.ch/news/luchs-neulinge-im-tierpark/
(16.02.2023, 14:16)
Liz Thieme:   Die Zahlen steigen beim Pardelluchs :)
(15.12.2022, 19:44)
cajun:   Ein gekürzter Nachruf auf eine der Founderinnen des Ex- Situ Programmes zur Rettung des Iberischen Luchses
"Artenretterin stirbt im Alter von 20 Jahren
Aura, die geboren wurde, als es nur noch 94 iberische Luchse gab, stirbt in Spanien im Rekordalter und hinterlässt ein "phänomenales Vermächtnis".

Der iberische Luchs, der die Gene für etwa 900 Wildkatzen lieferte, ist kürzlich im Alter von 20 Jahren in Spanien gestorben.
Der iberische Luchs ist nach Angaben die am stärksten gefährdete Katze der Welt. Nur wenige Menschen haben iberische Luchse jemals in freier Wildbahn gesehen. Er ist nicht nur eine der seltensten, sondern auch eine der am schwersten zu findenden Katzenarten der Welt und lebt in einigen der wildesten und entlegensten Regionen Spaniens.

Aura, eine iberische Luchsin, die dazu beigetragen hat, ihre Art vor dem Aussterben zu bewahren, und deren Gene noch in über 900 der gefleckten und büschelohrigen Katzen vorhanden sind, ist im rekordverdächtigen Alter von 20 Jahren in Südspanien verstorben.
Im Jahr 2002, dem Jahr, in dem Aura im Doñana-Nationalpark in Andalusien geboren wurde, gab es nur noch 94 Iberische Luchse auf der Halbinsel. Die Wildtiere waren aufgrund jahrzehntelanger Jagd, eines erheblichen Rückgangs der Kaninchenpopulationen durch die hämorrhagische Kaninchenkrankheit und die Myxomatose sowie durch das Eindringen des Menschen am Rande der Ausrottung.
Heute gibt es dank eines laufenden Zucht- und Erhaltungsprogramms wieder mehr als 1’300 derartige Luchse.

Dynastie durch 14 Kätzchen
Als Aura gefangen wurde und in das bahnbrechende Ex-situ-Schutzprogramm für den Iberischen Luchs aufgenommen wurde, war sie erst drei Wochen alt und wog nur 702 g. Aura trug entscheidend dazu bei, den Rückgang des Luchses umzukehren. Im Laufe ihrer 20 Jahre brachte sie 14 Jungtiere zur Welt, mit denen sie eine beeindruckende Dynastie begründete.

Iberischer Luchs als Botschafter im Ruhestand
Aura war der am längsten lebende bekannte iberische Luchs, als sie im Alter von 20 Jahren und 6 Monaten starb. In freier Wildbahn werden diese Katzen normalerweise etwa 15 Jahre alt.
Rivas zufolge wurde die Luchsin an einen Ort gebracht, an dem die Öffentlichkeit sie sehen und beobachten kann und etwas über Luchse und die Bedeutung des Schutzes von Wildtieren und Naturgebieten lernt, als die Luchsin 2018 keine Jungen mehr zur Welt brachte.
In den letzten Jahren ihres Lebens genoss sie den Ruhestand als Botschafterin. Bis zuletzt setzte sie sich für den Schutz des Iberischen Luchses ein, berichtet theguardian."
Quelle: https://wildbeimwild.com/tierwelt/artenretterin-stirbt-im-alter-von-20-jahren/61848/2022/11/14/

(22.11.2022, 13:03)
cajun:   Witzig, was "Schwarzes" bei "Whitehorse" :0) Melanismus bei Luchsen, das ist was Seltenes:

"Erstmalige Filmaufnahmen eines schwarzen Luchses
Ein schwarzer Kanadaluchs wurde von einem Wissenschaftler in der Nähe der Stadt Whitehorse im kanadischen Yukon zum ersten Mal auf Video aufgenommen.
Die neue Studie über den ersten Nachweis von Melanismus bei Kanadaluchsen (Lynx canadensis) wurde am 10. Oktober in der Zeitschrift Mammalia veröffentlicht. Der Wildbiologe Thomas Jung von der Umweltbehörde des Yukon hat mit seiner Kamera eine seltene Sichtung der schwarz gefärbten Wildkatze eingefangen, die seiner Meinung nach nur wenige Menschen gesehen haben.
In der Zusammenfassung der Forschungsarbeit heisst es, dass die Variation der Fellfarbe bei Säugetierarten von anhaltendem Interesse ist, wahrscheinlich aufgrund ihres Potenzials, sich an die Umwelt anzupassen oder nicht. Darüber hinaus wird in der Studie hervorgehoben, dass die Fellfarbe bei der Gattung Lynx stabil ist und im Vergleich zu anderen Feliden nur wenig variiert.
In der Studie heisst es weiter, dass die Mitglieder der Art L. canadensis ein Fell haben, das im Winter normalerweise silbergrau und in den Sommermonaten rötlich-braun ist, wobei sie auch dunkle Flecken und schwarze Haare an den Spitzen ihrer Ohren und Schwänze haben. Ein so genannter seltener „blasser Farbmorph“ wird nur gelegentlich beobachtet, was auf partiellen Albinismus schliessen lässt.
Das von Jung aufgenommene Video wurde am Donnerstag, den 20. Oktober, vom YouTube-Kanal Science Alert hochgeladen. In dem 30-sekündigen Video ist zu hören, wie ein Hund den schwarzen kanadischen Luchs anbellt, der still auf einem Feld stand. Aus dem Blickwinkel der Kamera bewegte er sich plötzlich in eine horizontale Richtung.
Der kurze Clip wurde mit einem Mobiltelefon südöstlich von Whitehorse im besagten kanadischen Territorium aufgenommen. Die genaue Population der kanadischen Luchse mit Melanismus oder dunklem Fell ist derzeit noch unklar. Die Aufnahme bestätigt jedoch, dass das biologische Phänomen des Melanismus im gesamten Tierreich, insbesondere bei Säugetieren, vorkommen kann.
Was ist Melanismus?
Melanismus ist ein Zustand der Haut oder des Fells, der auf eine verstärkte dunkle Pigmentierung des Gefieders zurückzuführen ist und zu einem schwärzlichen Aussehen führt.
Melanismus ist auch mit Mutationen eines bestimmten Gens verbunden, das für den Melanocortin-1-Rezeptor kodiert, ein Protein, das für die Regulierung der Melaninpigmentierung verantwortlich ist, so eine 2017 in der Zeitschrift BioOne veröffentlichte Studie.
Seit Jahren haben Wissenschaftler verschiedene Tiere mit adaptivem Melanismus beobachtet, darunter Katzen, Caniden, Eichhörnchen und Korallenschlangen."
Quelle: https://wildbeimwild.com/wildtiere/erstmalige-filmaufnahmen-eines-schwarzen-luchses/61061/2022/10/21/
(27.10.2022, 16:04)
cajun:   WWF 25.02.2021
Auf leisen Pfoten
WWF: Deutscher Luchsbestand erholt sich nur langsam. / Problem bleiben illegale T?tungen und Verkehrsunf?lle. Derzeit gibt es in Deutschland rund 125-135 ausgewachsene Luchse, sowie 59 Jungtiere. Das geht aus einer am Donnerstag ver?ffentlichten Erhebung des Bundesamts f?r Naturschutz (BfN) hervor. Damit hat sich die Zahl der Luchse seit 2019 erh?ht. Grund f?r Euphorie sei das jedoch nicht, so die Einsch?tzung der Naturschutzorganisation WWF Deutschland. ?Der positive Bestandstrend ist erfreulich. Zugleich wird allerdings deutlich: Der Luchs kehrt nur sehr langsam nach Deutschland zur?ck ? obwohl er seit fast 50 Jahren wieder in Deutschland heimisch ist. Illegale T?tungen und die schlechte Vernetzung von Luchslebensr?umen bleiben ein Problem?, fasst Moritz Klose, Wildtierexperte beim WWF Deutschland zusammen. In der Roten Liste der S?ugetiere in Deutschland wurde der Luchs erst k?rzlich aufgrund der geringen Bestandszahlen und der schlechten Bestandsentwicklung sogar von ?stark gef?hrdet? auf ?vom Aussterben bedroht? hochgestuft. Hauptursache f?r das geringe Anwachsen des Luchsvorkommen seien in einigen Regionen nach wie vor illegale T?tungen der Tiere, die weder verhindert noch nachverfolgt werden. Zus?tzlich sind die Luchs-Vorkommen in Deutschland klein und isoliert, es gibt nur relativ wenige Tiere, die sich miteinander fortpflanzen. ?Ein Luchs im Pf?lzerwald kann nicht eben mal in den Harz oder nach Bayern spazieren, um einen Geschlechtspartner zu finden. Die zunehmende Zerschneidung von Lebensr?umen durch Stra?en, Autobahnen und Siedlungen machen das zu einem h?ufig t?dlichen Unterfangen. Leider sind allein im letzten Jahr acht Luchse auf ihren Wanderungen verungl?ckt?, so Klose. Die Wilderei ist jedoch kein alleiniges ?deutsches Problem?. Es betrifft alle europ?ischen L?nder mit Luchspopulationen. Ohne gemeinsame L?sungsstrategien und konsequentes Handeln werden sich die Luchsbest?nde nach WWF-Prognose nicht erholen k?nnen. Ein wichtiger Schritt f?r den langfristigen Schutz der Tiere ist demnach ein funktionierendes, grenz?bergreifendes Monitoring. Hier gehe Deutschland mit guten Beispiel voran. So kann genau festgestellt werden, wo sich welche Tiere befinden und ob es nicht doch zu ?berschneidungen zwischen den isolierten Populationen kommt. Durch das bayerische Monitoring konnte zum Beispiel dieses Jahr ein besonderes Ereignis nachgewiesen werden: Dreifacher Nachwuchs einer bayrischen Katze und eines Harzer Kuders im Steinwald (Bayern). Auch im Pf?lzerwald machen die Meldungen von Nachwuchs in den letzten Jahren Mut. ?Trotz und gerade wegen solcher Erfolgsnachrichten ist es nicht weiter hinnehmbar, dass Tiere, die jahrelang sorgsam beobachtet werden und sich erfolgreich vermehren, immer wieder spurlos verschwinden?, kritisiert Klose. Der WWF fordert, dass die illegale T?tung von gesch?tzten Wildtieren wie dem Luchs von Ermittlungsbeh?rden ernstgenommen und langfristig nachverfolgt werden. Ohne die Unterst?tzung von Polizei und Justiz w?rden aufwendige und erfolgreiche Artenschutzbem?hungen durch kriminelle Handlungen zunichte gemacht. Konkret braucht es nach Ansicht des WWF eine bessere Dokumentation von Wilderei-F?llen, eine Ausbildungsinitiative f?r Polizei und Justiz, die Verbesserung von Prozessabl?ufen bei der Strafverfolgung und einen gesellschaftlichen Dialog ?ber die Ursachen von Wilderei.
Quelle: Pressemitteilung des WWF
(05.03.2021, 13:16)
cajun:   Wer sich einen (Teil-) Überblick über den Luchs in Deutschland verschaffen will, dem sei der Monitoringbericht 2020 empfohlen.
http://www.luchs-in-hessen.de/dateien/Luchs_Bericht_20120_AK_Hessenluchs.pdf
Hier auch immer interessante Meldungen zu Wölfen in Hessen.
(28.12.2020, 16:09)
cajun:   Eine Meldung die erst mal ein Rückschlag scheint. Luchse breiten sich anders aus als Wölfe. Die Weitwanderer dieser Ar sind meistens Männchen. Vom Harz aus ereichten Tiere immer wieder Nordhessen un die gegend um Kassel. Allein die Weibchen blieben aus oder verstarben.
In RLP werden Tiere aus der Schweiz und aus den Karparten gezielt ausgesetzt (Pfälzer Wald). Im Gegensatz zum ursprung der Population im Harz verzichtet man hier auf Tiere aus Zoos und Wildparks.
Die nordhessische Population scheint vorerst erloschen.

Kassel/Göttingen (dpa/lhe) - Hessens einzige ehemals feste Luchspopulation ist offenbar Vergangenheit. "Die Luchse sind komplett aus Nordhessen verschwunden", sagte Markus Port vom Luchsprojekt der Universität Göttingen der Deutschen Presse-Agentur. Im Dezember 2019 sei das letzte Mal ein standorttreues Tier im ehemaligen Kerngebiet der hessischen Population südöstlich von Kassel nachgewiesen worden. Auch die Sichtung eines Tieres im Werra-Meißner-Kreis Anfang Dezember ändere nichts an der grundsätzlichen Situation.
2010 hatte sich eine kleine Population aus dem Harz in dem Gebiet bei Kassel niedergelassen. Bis zu sechs Raubkatzen wurden dort gesichtet. Laut dem Luchsprojekt war es deutschlandweit das erste Luchsvorkommen, das ohne direkte Einwirkung des Menschen und nicht in unmittelbarer Nähe eines Wiederansiedlungsgebietes entstand. Doch die Tiere verschwanden nach und nach, einige starben an Krankheiten. Auch das Fehlen von Weibchen galt als Problem.
Hoffnung machten den Forschern Sichtungen in anderen Teilen Nordhessens: So wurde vor einem Jahr im Reinhardswald in Hessens Nordspitze eine Luchsmutter mit mindestens drei Jungen gesehen. "Das wäre die erste Luchsreproduktion in Hessen seit Jahren gewesen", sagte Port. Doch durch die Auswertung von Fotofallen gehen die Forschern davon aus, dass die Tiere in Niedersachsen zur Welt kamen und die Luchsfamilie Niedrigwasser in der Weser für eine Streifzug nach Nordhessen nutzte.
Ohne Tiere wird auch die Untersuchung des Göttinger Luchsprojektes in Hessen enden. "Wenn es keinen Luchs gibt, dann machen wir auch nicht weiter", erklärte Port. Im ehemaligen Kerngebiet südöstlich von Kassel gibt es aktuell keine Fotofallen mehr. Im Reinhardswald wolle man bis zum Frühjahr warten und dann die Beobachtungen einstellen.
"Die Entwicklung in Hessen ist traurig, aber ein Präzedenzfall, wie schnell es mit Splitterpopulationen vorbei sein kann", erklärte der Luchsforscher. In Deutschland gebe es drei voneinander isolierte Luchsvorkommen: Im Harz sowie in Pfälzer Wald und Bayerischer Wald. Auch dazwischen könnten die Tiere theoretisch leben.
Forscher sprechen von "Trittsteinhabitaten". Das sind inselartige Lebensräume zwischen den großen Populationen. Ein Problem sind oft die Weibchen, die dort fehlen. Sie wandern nicht soweit wie die Männchen. Daher sei es durchaus eine Diskussion wert, ob man weibliche Tiere in Trittsteinhabitaten wie Nordhessen umsiedeln solle, sagte Port.
https://www.sueddeutsche.de/leben/tiere-goettingen-hessen-hat-keine-luchspopulation-mehr-einzelne-sichtungen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201214-99-681766

(28.12.2020, 16:03)
Carsten Horn:   Ich hatte auch mal das Glück, :-)

Jerez de la Frontera 2014
(20.12.2020, 14:40)
Liz Thieme:   Wunderschöne Tiere, ich hoffe ich komme mal in Zoos mit deren Haltung.

Der Zoo von Cordoba hat zwei Tiere erhalten, ob sie auch gezeigt werden ist mir unklar, da sie für das Centro de Conservación des Zoo angegeben werden.

Das Männchen, Olisipo, wurde am 25 März 2017 im Zuchtzentrum in Portugal geboren und anschließend in das Zuchtzentrum von La Olivilla verlegt. Das Weibchen, Lanuza, ist am 27 März 2014 im Zuchtzentrum in La Olivilla geboren. Beide Tiere können aufgrund verschiedener Pathologien, nicht wieder ausgesiedelt werden, sollen aber im Zoo nun für entsprechenden Nachwuchs sorgen.
(20.12.2020, 08:39)
W. Dreier:   @L. Thieme: Dann noch ein Bild. Ich hatte seinerzeit Glück in Lissabon, da gerade erstmals mit viel Öffentlichkeit das alte Paar ausgestellt wurde
(15.11.2020, 18:31)
Liz Thieme:   @W. Dreier - wunderschön. Für mich ist es die schönste Luchsart.

Gestern habe ich eine sehr interessante, mehrteilige Doku über die Wildnis in Spanien gesehen. Ein Teil beschäftigte sich mit den ?Rückkehrern?, gemeint waren Pardelluchs und Bartgeier. Das hat mein Interesse wiedererweckt?


Noch mal eine allgemeine Zusammenfassung.
Die Verbreitung des Iberischen Luchses war von der gesamten Iberischen Halbinsel und dem französischen Süden, wo er bis zum 19. Jahrhundert präsent war, auf sehr wenige Gebiete der Iberischen Halbinsel im 21. Jahrhundert beschränkt.
Durch verschiedene Einflussfaktoren ging die Population stark zurück. Zunächst wurden die Landschaften durch den Menschen anders genutzt, das typische Buschland wurde abgebrannt für kleinere nutzbare Ländereien, dies förderte den Kaninchenbestand (die Hauptbeute des Pardelluchs, ca 90 Prozent seines Bedarfs deckt er über sie) und war somit positiv. Allerdings wendete sich das Blatt und die Landwirtschaft wurde intensiviert und die Kaninchen verdrängt. Zusätzlich wurden vermehrt große Straßen gebaut, die zum einen als unüberwindbare Grenze angesehen wird, zum anderen eine tödliche Gefahr darstellt. Außerdem wird der Pardelluchs gewildert und stirbt an Giftködern, die teilweise für andere Tiere (streundende Haustiere) gedacht sind. Des Weiteren kommt der Feline Leukämievirus hinzu, dessen Leukämie oftmals tötlich endet. Der Hauptgrund für den Rückgang ist jedoch der Rückgang der Wildkaninchenpopulation aufgrund von Bejagung und der Myxomatose, die sich schnell verbreitet und durch die die Kaninchen recht schnell sterben.

Anfang des letzten Jahrhunderts bevölkerten noch mehr als 5.000 Luchse die Iberische Halbinsel. Der Gesamtbestand des Iberischen Luchses, einschließlich Sub-Erwachsener, aber nicht der Jungen, überschritt Anfang der neunziger Jahre wahrscheinlich nicht die 1.200-Marke, wobei nur etwa 350 weibliche Zuchttiere lebten. Die Population wurde bis 2005 um mehr als 50% reduziert. Von den einunddreißig Gebieten, in denen der Luchs 1960 lebte, sind nur noch acht Luchse übrig.
Es wird angenommen, dass nur die südspanische Population, die derzeit aus drei Subpopulationen besteht, lebensfähig ist und aus einigen hundert Luchsen besteht. Die Anzahl der verbleibenden Subpopulationen ist in kleine, kaum lebensfähige Kerne von einigen Dutzend Individuen unterteilt.
Im Zensus 2002-2003 wurden in Portugal keine Populationen mehr festgestellt.

In Spanien wurde die Art ab dem 5. April 1990 im Nationalen Katalog bedrohter Arten (RD 439/1990) als gefährdet und im Nationalen Roten Buch als vom Aussterben bedroht eingestuft. In den regionalen Katalogen Kataloniens (Kategorie: A. Anhang II) wird der Pardelluchs in Navarra als ausgestorben geführt und in Castilla-La Mancha, Murcia und Madrid vom Aussterben bedroht.

Zur Rettung des Pardelluchses wurde ein Zuchtprogramm ins Leben gerufen.

Die beiden Hauptziele des Zuchtprogramms bestehen darin, kurzfristig die Erhaltung des genetischen Materials der Art sicherzustellen und mittel- und langfristig durch Wiederansiedlungsprogramme neue Populationen des Iberischen Luchses zu schaffen.

Dies impliziert die Aufrechterhaltung von 60 Zuchttieren in Gefangenschaft, deren Genetik optimal ausgewählt werden muss, um Inzucht zu vermeiden, sowie die Vorbereitung der Tiere auf ihre Wiedereinführung ab dem Jahr 2010.

Das Zuchtprogramm Pacto Ibérico por el Lince (2007) wird derzeit im Zuchtzentrum El Acebuche (seit 2004) (im National- und Naturpark Doñana) mit einer Kapazität für elf Exemplare und im Zoo von Jerez mit sieben Einrichtungen unterschiedlicher Größe durchgeführt. Die Anlage kann als Quarantäne, zur Haltung von Welpen oder zur Unterbringung von Welpen oder Jugendlichen sowie von einigen adulten Exemplaren genutzt werden. Der Zoo plant den Bau von zwei Einrichtungen für Fortpflanzungsproben gemäß dem Bulletin des Lynx Captive Breeding Plan, das die Schutzausrüstung für diese gefährdete Art vorbereitet.(evtl. ist das schon geschehen)
Nach vier aufeinanderfolgenden Zuchtsaisons in Acebuche haben 24 in Gefangenschaft geborene Luchse im Programm überlebt. Hinzu kommen 28 aus der Natur, so dass bereits im Juli 2008 nach der Eingliederung einiger auf dem Feld gefangener Jungtiere aus zwei großen Würfen (und daher mit geringer Überlebenserwartung) 52 Exemplare vorhanden waren.
Inzwischen wurden die Zuchtzentren in El Acebuche, Santa Elena und dem Jerez Zoo um weitere Einrichtungen in Villafranca, Zarza de Granadilla und Silves ergänzt.

Um die Luchse wieder weiter zu verbreiten wurde ein Zuchtprogramm für Wildkaninchen eingerichtet, mit Landbesitzern gesprochen und die Kaninchen ausgewildert sowie beobachtet, bis eine bestimmte Anzahl pro ha vorkamen, damit eine stabile Population vorhanden ist. Im Anschluss wurden die ersten Luchse in dem neuen Gebiet (in der Nähe der Sierra Morena) mit Sendern bestückt ausgewildert. Dies geschah kurz vor dem Winter, damit sich die Tiere schnellstmöglich paaren und wenigstens die Weibchen dann vor Ort blieben und nicht abwanderten. Gleich in der ersten Wurfsaison gab es zwei Würfe (4+ mind. 2).

2018 war ein erfolgreiches Zuchtjahr für die Stationen: 39 Kitten wurden aufgezogen. Die Überlebensrate stieg von 75 auf 80 Prozent. Und auch in Portugal war es ein erfolgreiches Jahr. Von 20 geborenen Jungtieren überlebten 19 die kritische Entwöhnungsphase. Somit stieg die Zahl der erst jungen portugiesischen Population auf 60 Tiere an.
Inzwischen ist auch bewiesen, dass es Wanderer gibt, die zwischen der Doñana und Portugal gewechselt haben.
2018 mussten die Zuchtstation in Silves (PT) aufgrund von Buschfeuern evakuiert werden. Die 29 Tiere wurden nach Spanien in drei Stationen gebracht. Die Rettung kam rechtzeitig, da die Buschfeuer auch die Außenanlagen der Luchse zerstörten. Insgesamt wurden damals 21.000 ha durch das Feuer zerstört, das nach sieben Tagen unter Kontrolle gebracht wurde. Im Dezember wurden 26 Tiere wieder zurück nach Portugal gebracht. Ein Tier starb in den Monaten und zwei blieben in Spanien um ausgewildert zu werden.
Die ersten beiden Luchse (1,1), die in Portugal ausgewilderten wurden, kamen zunächst 2014 in ein großes umzäuntes Eingewöhnungsgelände. Einige Zeit später wurden sie freigelassen und bekamen Nachwuchs ? das erste Jungtier in Portugals Natur nach 30 Jahren.

2019 wurden im Rahmen des Ex-situ-Schutzprogramms 27 Zuchtpaare auf Basis der Empfehlungen der verschiedenen an der Erhaltung dieser Art beteiligten Organisationen zusammengestellt. Aus diesen 27 Paaren gingen 50 Welpen hervor, von denen 35 aufgezogen und 30 auf ihre Freilassung für 2020 vorbereitet wurden. Diese Wiedereinführungen begannen am 20. Januar 2020 in Montes de Toledo und wurden in den übrigen Wiederansiedlungsgebieten in Andalusien, Castilla La Mancha, Extremadura und Portugal fortgesetzt. Mit der Freilassung der ersten beiden Exemplare in Castilla La Mancha wurde die Zahl von 250 in die Natur ausgewilderten Tieren erreicht, was die ursprünglichen Schätzungen verdoppelte, die im Aktionsplan für die Zucht des iberischen Luchses in Gefangenschaft festgelegt wurden.

Für die Zuchtsaison 2020 wurden im Rahmen des Programms 26 Paare zusammen gebracht. Es ist anzumerken, dass von den 26 Weibchen zwei sehr jung sind und daher mit größerer Wahrscheinlichkeit Probleme während der Schwangerschaft oder Stillzeit aufweisen. Außerdem gibt es in dieser Saison 6 Weibchen über 13 Jahre, die sehr wertvolle Informationen für das Management des Zuchtprogramms über die Fortpflanzungsdauer dieser Art liefern.

Aufgrund von Platzmangel in den Zuchtzentren gibt es derzeit 16 iberische Luchse in verschiedenen zoologischen Parks und Ausstellungszentren (Jerez, Estepona, Madrid, Sierra de Fuentes, Córdoba, Murcia, Doñana und Lissabon), die in Warteposition sitzen.


Meines Wissens nach war bisher die Haltung der spanischen und portugiesischen Verwaltung so, dass die Tiere nicht außerhalb der iberischen Halbinsel gebracht werden sollten. Da man die Tiere hptsl. Zur Stabilisierung der Zucht im eigenen Land haben wollte und zur Auswilderung und nicht zur ?Ausstellung? in anderen Ländern. Über die Grenzen hinweg ist der Austausch halt manchmal doch umständlicher. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt?
(15.11.2020, 10:09)
W. Dreier:   nun aber
(18.07.2020, 10:13)
W. Dreier:   Ein Kater
(18.07.2020, 10:12)
W. Dreier:   Was heißt, nicht interessiert? Es gibt Zuchtstationen in Spanien und Portugal, die jeden gesunden Luchs benötigen. Nur für die Zucht zu alte Tiere landeten in wenigen Zoos der Gegend.
Hier Lissabon
(18.07.2020, 10:06)
Jörn Hegner:   ist gar kein deutscher zoo an diese seltenen pardelluchse dran interessiert . die gibt's wohl nur in Zoos von Spanien und Portugal zu sehen .
(17.07.2020, 22:28)
Liz Thieme:   also bei IUCN (die ja auch nicht immer auf dem neusten Stand sind)hört es sich so an, als ob es ein regionales Zuchtprogramm ist. Dazu kommt ein Wieder-Ansiedlungsprogramm für Portugal. Also es ist mehr ein Action plan. Bisher scheint es kein EEP, ESB oder ISB zu geben.
Wobei es wohl in Planung ist:
http://socpvs.org/journals/index.php/wbp/article/view/10.2461-wbp.2005.1.19/19
(04.03.2010, 14:04)
Henry Merker:   Beim Überfliegen des Wolf-Threads habe ich den Vorschlag von Uakari gelesen, der anregt, ein Pardelluchs-EEP zu gründen. Gibt es dazu aktuell Bemühungen oder ist das Zuchtprogramm, das von Liz angesprochen wurde, lediglich ein auf Spanien begrenztes?
(04.03.2010, 08:15)
Liz Thieme:   La Olivilla, Sierra Morena (Andalusien, 3.2.: Hook, der Gründungskater der Iberischen Luchse in Gefangenschaft ist gestorben an chronischer Nierenkrankheit. Er wurde 2000 geboren und ist Vater von 11 Nachkommen. Er wurde 2003 gefangen und in das Zuchtprogramm aufgenommen bis 2008, danach wurde er nach Olivilla gebracht. Am 28.3.2005 wurde er erstmals Vater vom ersten Wurf des Zuchtprogrammes. Insgesamt waren es dann 11 Kinder in vier Würfen. Derzeit hat das Programm 60 Tiere.

(12.02.2010, 21:11)
André Haubrich:   Vieleicht ist es auch gut, dass der Luchs keine schauerigen Kindermördergeschichten um sich hat.
Sonst könnte seine Wiedereinbürgerung in Deutschland wohl auf größeren Protest stoßen.
(02.12.2008, 17:10)
Anti-Erdmännchen:   Interessanter Text. Der Grund wird das seltene Zusammentreffen von Mensch und Luchs sein, denn etwas anderes ist ja nicht ersichtlich. Nur wie gesagt, ich hätte gedacht, daß gerade dadurch auch die Popularität gefördert werden könnte. Das Edelweiß wächst auch nicht links und rechts des Weges. Wenn man mal Panda und Okapi als Beispiel nimmt, dann sind tatsächlich Ausschläge in beide Richtungen möglich. Wobei ein abstraktes Äußeres eigentlich förderlich sein müßte, und eben dieses kann man dem Luchs ja nicht in Abrede stellen. Komisch, komisch.
(02.12.2008, 13:38)
Shensi-Takin:   S. Wikipedia-Artikel:

"Das Bild des Luchses

Luchse spielen verglichen zu Wolf und Bär eine weit geringere Rolle in den europäischen Mythen und Märchen. Dies kann als Beleg dafür gewertet werden, dass Menschen mit dem nicht sonderlich scheuen, aber kaum sichtbaren Luchs weit weniger Kontakt hatten als mit den zwei anderen großen europäischen Beutegreifern. Auch das 1933 erschienene Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens hält zum Luchs fest, dass von ihm kaum noch die Rede sei. Bereits seit der Antike galt der Luchs allerdings als außerordentlich scharfsichtig (vgl. Lynkeus), in Deutschland auch als hellhörig („Ohren wie ein Luchs“) und verstohlen („jemandem etwas abluchsen“). In der Volksmedizin wurden in Edelmetalle gefasste Luchskrallen, die als Amulett getragen wurden, als Mittel gegen Alpträume und gegen Epilepsie verwendet. Gebrauch fanden aber auch andere Körperteile des Luchses: Luchsfett sollte bei Gicht helfen und bei geschwollenen Mandeln sollte es hilfreich sein, durch den rechten hohlen Schenkelknochen des Luchses zu trinken."
# Hofrichter und Berger, S. 32
# Hanns Bächtold Stäubli: Handbuch des deutschen Aberglaubens, 1933, Stichwort Luchs
(02.12.2008, 12:29)
Anti-Erdmännchen:   Mir fällt da grad selbst was ein, nämlich der Begriff "abluchsen". Gibt es sonst noch was?
(02.12.2008, 11:16)
Anti-Erdmännchen:   In die Richtung ging meine Überlegung auch. Andererseits müßte doch ein Tier auch wieder gerade dann interessant und populär werden, wenn es nur ganz wenige Berichte von ihm gibt (vgl. Nessie oder Yeti). Und ein markantes Äußeres hat der Luchs ja nun auch zu bieten. Man steckt ihn sicherlich nicht mit der Wildkatze und gar der Hauskatze in eine Schublade. Ob es vielleicht damit zu tun hat, daß man in Europa prinzipiell schon immer auch Löwen kannte, und der Luchs dagegen nur eine halbe Portion ist? Trotzdem ist es verwunderlich, daß er sich hartnäckig aus allen Märchen, Wappen usw. herausgehalten hat. Wenn jemand irgend etwas Kulturelles mit dem Luchs kennt, dann möge er sich bitte melden.
(02.12.2008, 11:13)
IP66:   Vielleicht liegt es daran, daß man die Existenz der Tiere weniger wahrnahm als die von Wölfen und Bären. Zudem ging und geht vom Luchs ja eine geringere Gefahr für etwaige Waldbesucher aus, so daß sich kaum Abenteuergeschichten um Angriffe durch diese Katzen fabulieren lassen.
(02.12.2008, 10:40)
Anti-Erdmännchen:   Immer mal wieder stelle ich mir die Frage, warum der Nordluchs ganz im Gegensatz zu den anderen heimischen Raubtieren keinerlei Rolle in unserem Kulturgut spielt. Hat da jemand eine Erklärung für?
(02.12.2008, 06:32)
Michael Mettler:   Ich habe die alten Raubtierkäfige bei meinem ersten Köln-Besuch (etwa 1981/82) noch gesehen. Damaliger Bestand: Java-Leopard, die letzte Afghanische Streifenhyäne, Schabrackenhyänen und ein einzelner Gepard (wie sich hinterher anhand der Zeitschriften herausstellte, übrigens ein Westafrikaner!). Neben der Bärenanlage damals Persische Leoparden und Jaguare.

Was die Größe Kanadischer Luchse betrifft, so war ich doch sehr erstaunt, als ich mal las, sie seien nur halb so groß wie die eurasischen Unterarten (KEINE Verwechslung mit dem Rotluchs!), u.a. auch weil sie auf kleinere Beutetiere spezialisiert sind (Schneeschuhhasen) und im Gegensatz zu altweltlichen Luchsen keine Huftiere schlagen. Nun habe ich den einzigen Kanadier meines Lebens nur von weitem gesehen (1984 in Antwerpen) und kann daher kein eigenes Urteil abgeben. Aber die Aussage, die Wuppertaler Luchse (Sibirer) seien damals größer gewesen als die Kölner, würde demnach schon passen.
(06.03.2006, 00:00)
IP66:   1972 war ich sechs Jahre alt - insofern erinnere ich mich nur sehr eingeschränkt, bin mir aber relativ sicher, daß es im Käfigquartier anstelle des alten Affenhauses (eben heutige Gepardenanlage) keine Luchse gab - ich erinnere mich an Schabrackenhyänen, drei Geparden, Java?-Leoparden, Königstiger, eventuell persische Leoparden. Luchse gab es angeblich in zwei Käfigen zwischen Vogelhaus (jetzt Südamerikahaus) und Schweinehaus (jetzt Schafe), ich ging aber immer davon aus, dort nur einmal einen Karakal gesehen zu haben. Allerdings gab es auch noch zwei Raubtierkäfige zwischen Bärenanlagen und Kleintieranlage (heute Waschbärenanlage), von denen ich nicht mehr weiß, was dort untergebracht war. Nach einer Erneuerung dieser Käfige unter Nogge in den 80ern waren es die persischen Leoparden, aber da war 1972 ja schon lange vorbei. Außerdem weiß ich, daß bei meinem ersten Besuch in Wuppertal die dortigen Luchse viel größer und schöner waren als die kölner - wenn ich da den Karakal verglichen habe, ist das zoologisch inkorrekt, aber nachvollziehbar, wenn andere Luchse, können es nicht die Kanadier gewesen sein.
(06.03.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Bin noch eine Antwort bezüglich der Kanadischen Luchse in Köln schuldig: In allen Zooführern zwischen 1961 und 1972 sind Kanadaluchse erwähnt und größtenteils auch abgebildet (erst als Paar, später als Einzeltier). Gehalten wurden sie in den Raubtierkäfigen, die später für den Bau der Gepardenanlage abgerissen wurden.
(03.03.2006, 00:00)
Ollo:   Ja stimmt, die beiden gehören immer zusammen. Man könnte ja mal fast einen neuen Thread dazu aufmachen. Marderhund und Waschbär bilden auch so ein komisches Pärchen. Wellensittich und Nymphensittich ...
(14.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @IP66: Dafür muss ich mal die alten Zeitschriften durchblättern, es ist jedenfall sehr lange her. Kann mich aber an ein Schwarzweiß-Foto erinnern, das ein Paar Kanadischer Luchse zeigt.

@Ollo: Zu deiner Bemrkung ist noch ergänzend zu sagen, dass Uhu und
(14.02.2006, 00:00)
Ollo:   Der Nordluchs ist meiner Ansicht nach neben Waschbär, Schneeeule und Uhu dasjenige Wildtier, das am häufigsten in deutschen Tiergärten zu sehen ist.
(14.02.2006, 00:00)
ZooFanKarlsruhe:   Der Eurasische Luchs ist in Karlsruhe zu sehen.
(14.02.2006, 00:00)
IP66:   Ich kann mich für Köln an überhaupt keine Luchse mehr erinnern. Wann gab es dort denn die Kanadier und wo?
(14.02.2006, 00:00)
Masta:   Mhh @ th.oma.s Es hätte ja sein können das ein deutscher Zoo sich beteiligt. Mit sicher heit kann keiner sagen wie viele Iberische Luchse es noch gibt doch schätzungen zufolge sind es 200-300 stück.
(13.02.2006, 00:00)
th.oma.s:   @ masta: dazu braucht man keine deutschen zoos und es sind wohl auch keine 200 spanischen luchs mehr da...

@michael mettler: die von Ihnen zitierte abgrenzung in 4 arten sehe
ich auch so, die unterartenabgrenzung wackelt aber meines erachtens gewaltig(i
(13.02.2006, 00:00)
th.oma.s:   @ masta: dazu braucht man keine deutschen zoos und es sind wohl auch keine 200 spanischen luchs mehr da...

@michael mettler: die von Ihnen zitierte abgrenzung in 4 arten sehe
ich auch so, die unterartenabgrenzung wackelt aber meines erachtens gewaltig(i
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Nicht dass ich wüsste - bis jetzt, kann ja noch kommen...
(13.02.2006, 00:00)
Masta:   Gibt es einen Deutschen Zoo der sich mit einem Aufzuchtprogramm an der Rettung der letzten 200-300 Iberischen Luchsen (Lynx pardinus) beteiligt ? Wenn Ja welcher ?
(13.02.2006, 00:00)
karsten:   Dortmund hält Eurasier. Der Nachwuchs soll für ein Auswilderungsprojekt im Sauerland zur Verfügung gestellt werden. Deswegen auch dort die neue riesige Anlage.
(13.02.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Sven P. Peter: Wonach suchst du denn? Je nach Systematiker gibt es zwei bis vier Arten der Gattung Lynx. Der Rotluchs (Lynx rufus) ist unumstritten. Für die "Zusammenfasser" gibt es daneben nur den Nordluchs (Lynx lynx), die "Aufspalter" trennen von dies
(13.02.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Hmm... Für mich sind die Altai Luchse aber ganz normale Eurasier... grübel
(13.02.2006, 00:00)
Konstantin Ruske:   Rotluchse in Cottbus, Altai- Luchse im Tierpark Berlin
(13.02.2006, 00:00)
Sven P. Peter:   Hi

welche Luchsarten gibt es eigentlich in Deutschen Zoos? Schwer wird es ja auch weil jeder Zoo ein und die selbe Luchsart anders betitelt.
Rotluchse habe ich bisher nur in Berlin-Friedrichsfelde gesehen (und Arnheim was ja bekoanntlich nicht zu D gehört).
(13.02.2006, 00:00)

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