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Farbveränderungen bei Zootieren



Niedersachse:   Die Kölner Tiere waren eingefettet worden für den Transport. Das sollte schon mal alles erklären.
(03.03.2011, 23:03)
Jan Jakobi:   @Michael Mettler:

Der Kölner Zoo importierte 5 Elefantenkühe aus Thailand im Jahr 2006.
Die Tiere waren zu dem Zeitpunkt schwarz, so würde ich das nennen.

Auch der 2004 aus Singapore, in Köln eingtroffene Bulle "Sang Raja", war sehr dunkel, auch er wurde normal grau.

Der Hannoveraner "Nikolai"(den kennen Sie bestimmt als dunkles Tier) war auf älteren Bildern schwarz, als ich ihn sah, im Jahr 2008, war er auch normal grau.

Er kam aber, im Gegensatz zu den sechs Kölner Elefanten, nicht aus Asien sondern aus Rokston/Kanada aus Amerika.

Keiner der genannten Elefanten war im Wasser, waren alle im trockenen Zustand so dunkel.

Ich vermute das hat was mit dem Sonnenlicht zu tun.

Wenn wir Menschen im Sommer lange in der Sonne liegen werden wir braun, so vermute ich das auch bei den Elefanten die aus Asien kamen.

Wenn das aber wirklich was mit der Sonne zu tun haben sollte, dann frage ich mich warum die Asiatischen Elefanten im Sommer nicht (fast) Schwarz werden.
(03.03.2011, 21:23)
Michael Mettler:   Als die Elefantenkuh Ilona (heute in Heidelberg) damals in Hannover ankam, brachte sie aus ihrem Circus eine umfangreiche Schmuckbemalung mit, deren Reste sich trotz intensiver Hautpflege noch lange an ihr hielten. Nun ja, auch die Indianer sollen nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Pferde anlässlich von Festen oder Kriegszügen mit Ornamenten bemalt haben, und das selbst in Zoos früher verbreitete Einfetten der Augenumgebung von Elefanten soll ja eher auf Kult denn auf pflegerische Notwendigkeit zurückzuführen sein (damit wurden nämlich gleichzeitig "die Augen größer geschminkt").
(10.11.2008, 18:16)
Shensi-Takin:   Bei Stichwort "bemalte Tiere" faellt mir ein Bild aus einem Vortrag ueber den Zoo von Baghdad ein; dortigen weisslichen "Papageienbuntbarschen" war zu Zeiten Saddams die irakische Staatsflagge eintaetowiert worden...
Ein aehnlicher, etwas weniger drastischer Fall auch aus Westafrika: Ein britisches Zootieraerzte-Team aus London berichtete auf sehr amuesante Weise von ihren Muehen, die Tierpfleger eines von ihnen betreuten lokalen Zoos davon abzuhalten, am Nationalfeiertag die Carapaces der dortigen Schildkroeten in den Landesfarben zu bemalen. ;) Der Fall "Pelusa" aus dem Zoo von Mendoza ist ja wohlbekannt.
http://www.spiegel.de/sptv/panamericana/0,1518,258382,00.html

@MM: Das mit dem Pferde-Umspritzen wurde ja in dieser herrlichen "Wild West"-Doku so schoen demonstriert; offenbar gibt's dafuer beim Film sogar echte Spezialisten. ;) Dem Tiger in "Beast Master" soll die kuenstliche Schwarzfaerbung aber nicht allzu gut bekommen sein...
(10.11.2008, 17:00)
Michael Mettler:   Bei "Aprilscherz" denke ich gleich noch an Grzimeks weißen Elefanten :-)

Irgendwann in diesem Jahr las ich in unserer Tageszeitung von einem Event für Kinder, bei dem diese auch "Horse-Painting" ausprobieren, also ein Pferd mit Fingerfarben bemalen durften....
(07.11.2008, 09:07)
Rattus:   Gabs das nicht auch mal bei einem Schweizer Zoo der Mäuse in den Stadtfarben gefärbt hat und damit dann am 1. April als neue Züchtung an die Presse gegangen ist?
(07.11.2008, 00:58)
Michael Mettler:   P.S. Im Filmbusiness scheint es übrigens relativ üblich zu sein, Tiere "umzulackieren", z.B. wenn mehrere Individuen die selbe Rolle darstellen sollen und dafür farblich angeglichen werden. Der Zootierarzt David Taylor erwähnte in einem seiner Bücher, in einigen Fällen mitgeholfen zu haben, wobei z.B. ein Pferd für Filmzwecke in einen Rappen oder ein Leopard in einen schwarzen Panther verwandelt wurde.
(06.11.2008, 17:19)
Michael Mettler:   Neu sind solche Ideen jedenfalls leider nicht. Ich habe schon vor vielen Jahren Fotos von bunt eingefärbten Pudeln und (erwachsenen) Seidenhühnern gesehen und bin mir ziemlich sicher, bunte Hühner auch schon mal in Zusammenhang mit einem (amerikanischen?) Zoo gesehen zu haben.

Nebenbei bemerkt: Um Ausstellungserfolge einzuheimsen, sollen ja auch Rassezüchter vor dem "Nachhelfen" nicht zurückschrecken - ich habe da sogar schon vom "Schwärzer-Tätowieren" zu heller Hundenasen gehört... Dagegen sind Eddingstift und Auspuffruß geradezu harmlose Hilfsmittel.
(06.11.2008, 12:50)
Anti-Erdmännchen:   Leicht OT:
Habt Ihr sowas schonmal gesehen: http://www.konny-island.com/Gesamtframe.htm (Unsere Tiere) ?
Gefärbte Küken, ich faß es nicht.
(06.11.2008, 12:39)
Michael Mettler:   Habe am Samstag leider kein Ganzfoto gemacht, aber die Buntheit der hannoverschen Rosapelikane kommt auch bei der nebenstehenden Aufnahme schon ganz gut heraus, gerade auch, was den Schnabel betrifft. Bei genauem Hinsehen ist beim vorderen bzw. oberen Vogel auch eine blutrote Färbung des Auges erkennbar.
(27.10.2008, 15:27)
Karsten Vick:   Rote Federn durch Rotfedern ist natürlich auch eine geniale Methode.
Ich habe mal eine Doku über eine Rosapelikankolonie in Gambia gesehen, die waren vielleicht bunt. Nicht nur das lachsrote Gefieder und der noch dunklere Brustfleck, von dem die Legende stammt, der Pelikan würde seine Jungen mit seinem Blut ernähren, sondern auch die nackte Haut an Schnabel und Auge waren so kräftig gefärbt, wie ich sie noch nie im Zoo gesehen hatte. Tatsächlich ist es das frische Prachtkleid, so wie Gudrun geschrieben hat. Im Zoo hab ich es dann im Berliner TP im Winterhaus der Pelikane erstmals gesehen.
Und sicher ist die Intensität der Färbung in diesem Fall über die Fütterung zu beeinflussen, aber wie, weiß ich nicht.
(26.10.2008, 23:26)
Onca:   das von Gudrun erwähnte "Brautkleid" erinnerte mich an Fotos aus Hamburg. Und ich bin echt verwundert was ich grade wieder sehe, denn hier sieht man das gerötelte Federkleid http://www.zootierliste.de/?klasse=2&ordnung=204&familie=20401&art=2040107

das mit Betakarotin und verwandten Stoffen ist bekannt. Wird in Zoos ja bei Ibissen und Flamingos eingesetzt. Und ab und an kriegen die Störche auch was, so dass es so manchen rosafarbenen bzw rosaangehauchten Weißstorch gibt.
(26.10.2008, 19:28)
Michael Mettler:   Einer der erwähnten Rötelpelikane im Dierenpark Wissel, aufgenommen Anfang September. Die ausgeprägte Haube und das kontrastreich gefärbte Gesicht des Paarungskleides sind gut zu sehen, aber für einen rötlichen Rücken braucht man schon viel Phantasie, um da einen Hauch von Farbe hineinzudeuten. Nebenbei fiel mir noch ein, dass ich bei Rötelpelikanen eine rötliche Färbung auch schon "unter den Achseln" gesehen habe.
(26.10.2008, 18:46)
Michael Mettler:   @Andreas: Karotin im Hühnerfutter soll angeblich der Grund dafür sein, dass die Iris bei mit Eintagsküken gefütterten Zoo-Uhus nicht selten dunkelorange bis nahezu rot ist.

@Gudrun Bardowicks: Wenn der Farbeffekt bei Rötelpelikanen nur wenige Tage anhält, dann dürften doch aber in den Federn eingelagerte Farbstoffe keine Rolle spielen? Denn dann würde die Farbe doch erst mit der Mauser verschwinden. Sollte da etwa eine zeitweise stärker durchblutete Haut durchschimmern und den Effekt erzeugen?
(26.10.2008, 18:26)
Gudrun Bardowicks:   In freier Wildbahn sind Rosapelikane zu Beginn der Brutzeit ebenfalls sehr lachsfarben gefärbt. Ich habe dieses bei Rosapelikanen auf dem Frühjahrszug in Nordostgriechenland beobachten können. Ich habe auch schon Rötelpelikane mit pinkfarbenen Rücken gesehen, allerdings meistens in Vogelparks im Spätsommer und Herbst, wenn bei dieser Art die Paarungszeit beginnt. Die rötliche Färbung auf dem Rücken und teilweise auch im Bauch- und Brustgefieder,verbunden mit auffälligen dunklen Augenflecken und dunkler, auffälliger Haube hält allerdings immer nur sehr kurze Zeit, teilweise nur wenige Tage, an.
(26.10.2008, 18:03)
Andreas:   Ich habe mir sagen lassen, daß es durchaus üblich ist, Betakarotin unter das Futter zu mischen. Bei Flamingos kommt es zum Einsatz, wenn die Garnelenpanzer keine rötlichen Farbpartikel aufweisen, bei Pelikanen könnten die Fische präpariert sein. Großtes Anwendungsgebiet für den einsatz von Betakarotin ist übrigens die Eierproduktion. Achtet mal darauf. Hauptsächlich Hühnereier(das Dotter) aus der industriemäßigen Produktion sehen oft fast orange aus.
PS ist sogar bei Ökohaltung erlaubt :-), wird auch als Farbstoff der Butter zugegeben. Soll in beiden Fällen dem Kunden "gutes/gesundes" Futter vorgaukeln.
(26.10.2008, 17:59)
Michael Mettler:   Im Prinzip ist natürlich auch das Gegenteil denkbar: Der Rosapelikan wäre dann im Normalzustand weiß und würde nur durch eine unnatürliche Ernährung im Zoo farbiger. Erinnert mich dann - auch wenn in diesem Fall nicht die Ernährung der Grund war - an die ziegelroten Bartgeier, die es zeitweise in Hannover zu sehen gab. Man hatte den Vögeln irgendein eisenhaltiges Präparat angeboten, damit sie sich wie in der Natur darin baden und den dort typischen Brustfleck erzeugen können (vorher waren sie wie die meisten Zoo-Bartgeier eher schwarzweiß), und die hannoverschen Geier waren so angetan davon, dass sie gleich Ganzkörper-Rouge aufgetragen haben. Das Kuriose daran: Jeder, mit dem ich darüber sprach, war ganz begeistert von der eigentlich unnatürlichen Farbe - das war wohl eine Art "übernatürlicher Auslöser" für Vogelfans...
(26.10.2008, 17:39)
IP66:   Es gab in Köln allerdings ein Zooplakat aus den 60er Jahren, in denen relativ rosane Rosapelikane unter Trauerweiden auf der alten Affeninsel im Pelikanweiher abgebildet waren.
(26.10.2008, 17:01)
Michael Mettler:   @Onca: Ich habe schon Rötelpelikane mit "rosa" Rückengefieder gesehen (in Normalhaltung ist das ja durch die Flügel verdeckt), weiß aber aus dem Kopf nicht, wo. Kürzlich habe ich im Dierenpark Wissel welche bei der Gefiederpflege aufgenommen und gleich mal auf die entsprechenden Fotos geschaut, aber bei den beiden fotografierten Vögeln sieht das Gefieder an der fraglichen Stelle genauso grau-weiß aus wie am restlichen Körper.

Das "Weiß" in den englischen und dänischen Trivialnamen des Rosapelikans könnte durchaus seine Wurzel in "ausgeblichenen" Gefangenschaftstieren haben, vielleicht sogar aus Menageriezeiten. Schließlich war es anfangs DER Pelikan schlechthin, da erübrigte sich eine genauere Bezeichnung und wurde erst später zur Abgrenzung nötig - vielleicht sogar anhand von Zoopfleglingen.
(26.10.2008, 15:32)
Onca:   Ich habe in Hamburg noch nicht drauf geachtet, mit welchem Fisch die Pelikane gefüttert werden, aber "lachsfarben" trifft es auch hier besser bei den Rosapelikanen (wiss. Pelicanus onocrotalus (= Pelikan/Tölpel) engl. Great White Pelican, dänisch Hvid Pelikan (in anderen Sprachen auch eher "weiß" im Namen) .
Was mich immer wundert und mich auch schon oft verwirrt hat sind die Rötelpelikane. Ich habe eben noch mal nach Bildern aus der Natur (Sambia, Gambia) geguckt und dort haben sie auch wirklich einen rötlichen/rosafarbenen Rücken (wiss. Pelecanus rufescens (= rötlich/rosa) engl. Pink-backed Pelican, dänisch Rosapelikan, in anderen Sprachen auch eher "rosa" im Namen). In Hamburg kenne ich sie mit nix an rosa/rot. Hier werden sie nicht gefüttert, sondern ernähren sich von den im Teich lebenden Karpfen.
(26.10.2008, 14:15)
Michael Mettler:   Um mal wieder auf nicht-mutative Farbveränderungen zurückzukommen: Ich habe mich bei Zoobesuchen immer wieder gefragt, warum manche Rosapelikane fast schwanenweiß sind, während andere "bunt" wirken (als Rosa empfinde ich die Farbe allerdings nicht, eher als Lachsfarbig). Zwar hatte ich schon den Verdacht, das könnte was mit Brutstimmung zu tun haben, aber ich habe nie recht auf den Zusammenhang zwischen Färbung und Jahreszeit geachtet.

Jetzt las ich in einer Pressemitteilung des Zoos Hannover (die hiesigen Pelikane zählen seit einiger Zeit zu den farbenprächtigen ihrer Art), dass die Vögel regelmäßig mit Rotfedern gefüttert werden, weil der in deren Flossen enthaltene Farbstoff für die erwünschte Gefiederfarbe sorgen soll. Beim gestrigen Besuch fiel mir dann auch auf, dass die Afrikanischen Nimmersatts ausgesprochen viel Rosa (da trifft es die Färbung gut) im Gefieder haben - auch die kenne ich aus anderen Zoos und von früher her auch aus Hannover weißer. Die früheren Rosapelikane hier (alte Anlage, vor dem Zoo-Umbau) machten ihrem Artnamen auch keine Ehre, und ich meine mich zu erinnern, dass die damals mit Seefisch (u.a. mit Makrelen) gefüttert wurden.
(26.10.2008, 13:49)
IP66:   Wie geht denn das Zuchtprogramm mit dergleichen Farbabweichungen um?
(11.05.2008, 09:58)
Shensi-Takin:   @MM: Bzgl- schwarzer Amurleoparden:
Ein weibliches schwarzes Jungtier wurde vor ein paar Jahren im Cotswold Wildlife Park, UK geboren; als Adulttier kam es in den Thrigby Wildlife Park, ebenfalls UK.

(10.05.2008, 16:41)
Michael Mettler:   Einen interessanten, wenn auch leider nur in einem Satz abgehandelten Hinweis bezüglich äußerer Einflüsse auf die Fellfarbe von Säugetieren fand ich im neuesten Münchener "Tierparkfreund". Dort erwähnt Zoochef Wiesner in ganz anderem Zusammenhang: "...die Przewalski-Urwildpferde, die ich gerade in der kasachischen Steppe im Altyn Emel Nationalpark besucht habe und die durch die intensive UV-Strahlung der Steppensonne so kastanienbraun geworden sind, dass das weiße Mehlmaul noch deutlicher absticht".
(19.01.2008, 15:07)
Michael Mettler:   @Alexander Fuchs: Ich kenne noch keins, fand die Info nur als Text.
(24.11.2007, 13:42)
Alexander Fuchs:   @MM
Gibt es ein Foto von dem Anoaweißling?.
(24.11.2007, 10:50)
Michael Mettler:   Als Querverbindung zum Anoa-Thread: 1939 soll im Zoo Basel ein Anoa-Weißling zur Welt gekommen sein.
(24.11.2007, 09:16)
WolfDrei:   Bin gerade aus "Afrika" zurück: im Zoo von Johannisburg ist im April ein weißer Blauducker geboren worden. (Augebfarbe war nicht erkennbar)
(23.11.2007, 23:35)
IP66:   @Herr Mettler: Da hat Herr Dittrich ganze Arbeit geleistet - an die schwarzen Rohrkatzen in Köln kann ich mich erinnern, wobei die Geschichte insofern etwas skurril ist, als ich die Art über das schwarze kölner Exemplar kennenlernte und ganz überrascht war, daß die nächste Rohrkatze, die ich sah (wo, weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich ist Stuttgart), nicht schwarz war. Das wäre vielleicht auch ein Argument, nicht allzu viele Farbvarianten diverser Arten auszustellen.
(22.11.2007, 11:21)
Michael Mettler:   Übrigens: Die derzeit existierenden "Geisterzebras" wären durchaus für den Zoobesucher als Zebras erkennbar, Streifen aufmalen wäre also unnötig:
http://travel.mongabay.com/kenya/topics/zebra1.html
Die Kronberger Tiere habe ich deutlich "weißer" in Erinnerung, womöglich handelt es sich um zwei verschiedene Farbmutationen. An die Augenfarbe der Kronberger kann ich mich leider nicht erinnern (und meine Fotos lassen keine Beurteilung zu), aber war die wirklich blau wie bei den unter dem Link abgebildeten?
(21.11.2007, 23:14)
Michael Mettler:   Das wär's ja überhaupt, ein nach Farben sortierter Zoo - mal ein ganz anderes Konzept. Einen entsprechend thematisierten ZooTEIL habe ich allerdings schon mal gesehen, und zwar in Amersfoort, wo ausschließlich schwarzweiße Tiere in benachbarten Anlagen gehalten wurden. Wenn ich mich recht erinnere, Grevyzebras, Strauße (OK, passt bei der Henne nicht), Varis und Pinguine. Sowas für braunweiße Tiere, und wir hätten auch das gestiefelte Sumatranashorn aus Cincinnati elegant untergebracht :-)
(21.11.2007, 22:52)
Shensi-Takin:   @MM: Sie alter Fuchs;)-obwohl ich mir vorstellen könnte, dass "Mutanten Afrikas" gerade die jüngeren Besucher geradezu magisch anziehen würde. Nein, ich bleibe bei meiner Westafrika-Kombi; irgendwo noch etwas Mandrill & Bartvögel rein und ich hab' die Farb-und Musterpalette fast gänzlich ausgeschöpft. Dazu noch parallel etwas "Gold" in Form chinesischen Tier-"Bling-blings"(Shensi-Takin & Goldstumpfnasen, Goldfasan)-fertig.
(21.11.2007, 20:33)
Michael Mettler:   OK, nehmen wir halt einen wohlklingenderen (und besser vermarktbaren) Namen und beschränken uns auf die weißen Tiere: "Ghost of Africa". Natürlich mit weißen Löwen nebendran und per Nebelmaschine etwas verwunschen dargestellt...
(21.11.2007, 19:47)
Shensi-Takin:   "Mutanten Afrikas"-das wär' ein Titel! Und derlei Weiß-und Schwärzlinge kommen immer gut an! Wahrscheinlich käme dann aber die Frage, wo denn die "richtigen" Zebras wären. Dann müssten wir es wie die Mexikaner in Tijuana mit den Eseln machen und die weißen Zebras anpinseln...Was aber den Titel angeht: Ob uns dann aber Menschenrechtsverbänden-Pardon, MR-ähnlich wie in Augsburg wg. Dikriminierung von Afrikanern mit Genaberrationen die Hölle heißmachen würden? ;)
(21.11.2007, 18:05)
Michael Mettler:   Apropos Vergesellschaftung: Wie wäre es denn mit einer Mutanten-Afrikaanlage? Schwarze und weiße Springböcke sowie weiße Blässböcke gäbe es herdenweise auf südafrikanischen Wildfarmen, weiße Böhmzebras m.W. noch in einer Wildtierstation in Ostafrika, und die Hausperlhühner, die in unseren Zoos gern als Wildtiere "verkauft" werden, lassen sich problemlos auch in einfarbig blauen, weißen und silberfarbigen Varianten beschaffen...
(21.11.2007, 17:56)
Shensi-Takin:   @MM: Nee, nee die machen mir die Servale, sollten die mal spielerisch häkeln, platt...Aber im Ernst: wäre doch mal eine interessante Kombi. Dazu noch eine schöne eigene Zuchtvoliere für eierwerfende Gelbkopf-Felshüpfer (seufz), eine Koppel für Dahomey-Zwergrinder, Schimpansen, POS & Weißscheitelmangaben, eine begehbare Gemeinschaftsanlage für Bärenstummelaffen & Maxwell-Ducker, Terrarien für Gabunvipern und Grüne Mamba, Volieren für Riesenturakos und und und....- schon sind wir wieder bei "Eure Planung". Doppel-Seufz...;)
"didaktisch gerade so durchgehbar" in Hinblick auf die Fragestellung, ob die 3 Arten sich wirklich in z.B. Liberia treffen würden. Ausschließen kann man's ja nicht, aber von z.B. schwarzen Servalen aus Liberia habe ich ja auch noch nichts gehört.;)
(21.11.2007, 17:53)
Michael Mettler:   @Shensi-Takin: Wieso eigentlich "didaktisch gerade so durchgehbar"? In Liberia leben z.B. alle drei Arten (wenn wir uns um passende Unterarten nicht scheren), und die westafrikanischen Servale sollen auch Wälder bewohnen. Ich gehe mit und erhöhe um Flachlandgorillas :-)
(21.11.2007, 17:34)
Shensi-Takin:   Wenn's recht ist, Herr Mettler, pack ich für IP66 meinen alten Link mal wieder aus:
http://www.messybeast.com/genetics/mutant-bigcats2.html

PS: Mir kam gerade eine Idee für eine optisch herrliche & didaktisch gerade so durchgehbare Gemeinschaftshaltung: Zwergflußpferd, Serval (normal & schwarz) sowie Bongo (meinetwegen auch nur Böcke oder ein einzelner Bock, um "größenwahnsinnige" Servale vor etwaigen Kälberattacken abzuhalten). Na ;)?
(21.11.2007, 17:26)
Michael Mettler:   @Shensi-Takin: Wie gesagt, Dittrichs Artikel erschien vor 28 Jahren. Seitdem kann viel Melanismus die Aberdares hinab geflossen sein :-)

@IP66: Besagter Artikel listet belegte Schwärzlinge bei folgenden Kleinkatzenarten: Rohrkatze, Serval, Asiatische Goldkatze, Afrikanische Goldkatze, Rotluchs, Karakal, Salzkatze, Oncilla, Nachtkatze, Pampaskatze, Puma. Für Europäische Wildkatze, Falbkatze, Eurasischen Luchs und Ozelot sind die Belege nicht eindeutig oder zweifelhaft, eine angebliche schwarze Bengalkatze beruhte auf einer Verwechslung (womit?).

Da die Schwärzung durch unterschiedliche Gene erzeugt werden kann und schwarze Rohrkatzen nicht "richtig schwarz" sind, sondern eher meliert wirken, frage ich mich, ob man die Liste nicht durch den Jaguarundi ergänzen müsste; zumindest habe ich von diesem ein schwarzgraues, ähnlich meliertes Tier in den 80ern in Rhenen gesehen.

Als in Zoos bereits gehalten und z.T. gezüchtet werden aufgeführt: Pampaskatze (mit Foto aus Cincinnati), Salzkatze (mit Foto aus Chicago, Lincoln Park), Rohrkatze (ursprünglich in Cincinnati, von dort auch nach Hannover gelangt, Stuttgart und Köln dürften ihre von hier gehabt haben) und Asiatische Goldkatze (leider kein Hinweis auf den Zoo oder gar Foto).

Interessanterweise werden auch zwei Quellen aus dem 19. Jh. genannt, nach denen es Schwärzlinge vom Schneeleoparden gegeben haben soll.
(21.11.2007, 17:12)
IP66:   Das finde ich interessant - gibt es denn auch schwarze Orzelote, Margays, Oncillas, Rostkatzen usf.?
(21.11.2007, 16:45)
Shensi-Takin:   @MM: Danke. Wenn ich mir allerdings das 1. Foto des folgenden Links anschaue, so nehme ich stark an, dass das eine oder andere hypermelanistische Exemplar seither in Privathaltung (USA?) zu finden ist bzw. war.
http://www.junglecats.com/rare_servals.htm
(21.11.2007, 16:26)
Michael Mettler:   Dazu habe ich mir Dittrichs Artikel über Melanismus beim Jaguar von 1979 rausgesucht, der den damaligen Kenntnisstand über Felidenschwärzlinge zusammenfasste bzw. Angaben auflistete. Zwar erwähnt er im laufenden Text unter den bereits in Zoos gehaltenen Schwärzlingen keine schwarzen Servale, aber eine seiner Quellenangaben für diese Tierart ist eine Auflistung der im Londoner Zoo zwischen 1828 und 1927 gehaltenen Wirbeltiere - also muss es dort wohl mindestens einen gegeben haben.
(21.11.2007, 15:42)
Shensi-Takin:   @MM: Sie hatten in den Zusammenhang mit den Wollgeparden mal eine Farbabweichung von Servalen erwähnt. Fällt Ihnen-oder anderen Forumsmitgliedern- zufällig auch ein Zoo ein, der schwarze Servale hält/hielt?
(21.11.2007, 14:48)
Michael Mettler:   @Hannes Lüke: Mein Fund war KEIN Albino, das ist ja der Gag daran. Albinos, also Tiere mit völligem Pigmentverlust einschließlich roter Augen (die streng genommen ebenfalls farblos sind, man sieht aber die Blutgefäße im Augenhintergrund durchschimmern), sind ja auch bei Wildtieren nicht so ungewöhnlich; Weißlinge (Leuzisten) mit dunklen Augen ebenfalls. Akromelanismus (Spitzenschwärzung) ist aber eine Mutation, die bei Wildtieren sehr selten und am ehesten von domestizierten Tieren bekannt ist, vor allem von der Siamkatze und vom Russenkaninchen, weshalb sich bei der Übertragung auf andere Tierarten die Bezeichnungen siam- bzw. russenfarbig eingebürgert haben. Solche Tiere haben ein weißes bis cremefarbenes Körperfell, aber die "Körperspitzen" (deshalb Spitzenschwärzung) sind ganz oder teilweise pigmentiert. Bei Siamkatze und siamfarbiger Hausmaus ist die Zeichnung am ausgeprägtesten, aber es gibt auch Minimalpigmentierungen bei akromelanistischen Tieren, z.B. ist bei Mongolischen Rennmäusen nur der Schwanz pigmentiert (und das manchmal auch nur kaum sichtbar, weswegen viele für Albinos gehalten werden). Die unten gezeigte Rötelmaus trug ebenfalls nur Minimalpigmentierung und erinnerte damit an die entsprechende Farbvariante eines anderen Wühlmausverwandten, nämlich des Goldhamsters (Farbschlag "Pandahamster"). Ungewöhnlich waren allerdings ihre dunklen Augen, denn bei akromelanistischen Tieren erscheinen diese ansonsten hell- bis dunkelrot (diverse Nager und Kaninchen) oder blau (Katzen).

Die Intensität der Pigmentierung hängt beim Akromelanismus mit der Umgebungstemperatur zusammen: je kühler, desto intensiver. Deshalb sind auch die am weitesten vom Kernkörper entfernten und damit kühlsten Körperbereiche wie Nase, Schwanz, Ohren oder Pfoten am intensivsten gefärbt. Siamkatzen, die auch im Winter nach draußen dürfen, haben dann eine deutlich kontrastreichere Zeichnung als solche aus reiner Innenhaltung bei warmen Temperaturen. Bei Russenkaninchen hat man versuchsweise ein Büschel des weißen Körperfells abrasiert; auf der nunmehr kühleren, weil nicht mehr isolierten Hautpartie wuchs dann pigmentiertes Fell nach.
(19.11.2007, 18:53)
Hannes Lüke:   http://cms.exoticanimal.de/index.php?option=com_classifieds&Itemid=26

Falls noch interesse an einem solchen Albino besteht
(19.11.2007, 17:46)
Michael Mettler:   @Rattus: Theoretisch möglich, wenn auch der Fund mittlerweile über 20 Jahre her ist. Die am gleichen Ort gefangenen normalfarbigen Artgenossen, die z.T. vielleicht sogar aus dem selben Wurf stammten (weil in der Größe passend, aber noch nicht ausgewachsen) taten mir leider nicht den Gefallen, sich zu vermehren. Übrigens hatte ich die Maus beim Ausspähen einer günstigen Fangstelle für Rötelmäuse schon beobachten können, bevor mir Tage später ihr Fang gelang (wenn es denn das selbe Tier war...!). Eventuell profitierte sie davon, dass zu dieser Zeit noch einzelne Schneereste im Unterholz lagen, so dass ihre Erscheinung zu dem Zeitpunkt gar nicht so auffällig war, wie man meinen möchte.

Kuriosum am Rande: In der selben Woche sah ich bei der abendlichen Kontrolle der Lebendfallen nur wenige Meter entfernt auf der anderen Seite des Weges im Scheinwerferlicht einen weißen Igel!! Den fand ich allerdings nach dem Aussteigen im dichten Brombeergestrüpp nicht mehr wieder. (Im Raum Hannover wurden ab den 70ern immer mal wieder albinotische Igel gefunden; im Zoo Hannover entstand hinter den Kulissen ein regelrechter Zuchtstamm aus solchen Tieren.)
(17.11.2007, 22:42)
Rattus:   Nicht zu fassen! Man müsste zum Fundort hinfahren und ein paar Tiere einfangen um zu sehen, ob man so ein Tier nochmal vorkommt. Die betreffenden Modifikatoren müssen ja noch in den Genomen verwandter Tiere rumschwimmen
(17.11.2007, 20:22)
Michael Mettler:   @Rattus: Das ist bzw. war sie.
(17.11.2007, 19:22)
Rattus:   Hallo Michael
finde ich sehr aufregend.
ich wäre sehr glücklich, wenn ich das foto mal sehen könnte. Wäre das möglich?
(16.11.2007, 19:00)
Michael Mettler:   @Rattus: Ja, habe ich, müsste ich nur mal scannen. Das Tier war weiß mit dunklen Augen und Ohren sowie dunklem Schwanz. Leider starb die Maus, bevor sie mit einer normalfarbigen Artgenossin Nachkommen produzieren konnte; der Balg befindet sich seitdem im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover (leider nicht in der Schau). Ein Bekannter von mir aus Holland, der sich auf Farbengenetik bei Nagern spezialisiert hat, bestätigte mir damals, dass diese Farbmutation bei Rötelmäusen bis dato nirgends wissenschaftlich beschrieben worden sei.
(15.11.2007, 14:17)
Rattus:   Hallo
Sorry, dass ich diesen Thread jetzt nochmal raushole, aber:

@Michael Mettler
Akromelanismus bei einer Rötelmaus?! Ds hab ich ja noch nie gehört!
Hast du ein Foto davon gemacht?
(15.11.2007, 13:58)
IP66:   In Krefeld lebt ja ein recht alter schwarzer Jaguar, der schon im alten Katzenhaus durchaus Sonne abbekommen konnte. Ich kann mich erinnern, daß mir das Tier einmal recht braun vorkam, ich habe das aber auf den neuen Käfig und die Sonne geschoben. Die Flecken sieht man bei melanistischen Jaguaren ja eigentlich auch deshalbm weil die nicht den Fleck ausmachenden Partien des Fells braun wirken.
(09.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Karsten Vick: Schwarze Jungtiere können sich auch in anderer Richtung verfärben, denn es gibt Gene für "Silberung". Bekanntestes Beispiel sind Schimmel, deren Fohlen bekanntlich "farbig" zur Welt kommen und die einige Jahre brauchen, um einfarbig weiß zu werden. Verschiedene Abstufungen der Silberung sind auch bei Kaninchenrassen (Kleinsilber und Großsilber) oder Silberfüchsen zu sehen (bei letzteren auch in freier Wildbahn, wo sie als Farbmutante hin und wieder auftreten), und auch die Schwärzlinge der Timberwölfe zeigen in mehr oder weniger starker Ausprägung dieses Phänomen.

Da das "Ausbleichen" schwarzer Tiere sonnen- und temperaturabhängig ist, sind vor allem die diesen Einflüssen am stärksten ausgesetzten Fellbereiche betroffen. Bei Katzen, die gern auf der Seite in der Sonne liegen, sind es eher die Flanken, während Huftiere oft eine Rostfärbung an Rücken und Nacken zeigen (und Pferde im Mähnen- und Schweifhaar), wobei die Unterseite schwarz bleibt. Umgekehrt kenne ich es von Nagern, was den alleinigen Einfluss von hoher Temperatur belegt: Cururos und melanistische Rennmäuse z.B. zeigen die Aufhellung am Bauch, der - vor allem bei säugenden Weibchen - im Nest höheren Temperaturen ausgesetzt ist als die aus dem Nistmaterial heraus ragende Oberseite.

"Optisches Grau" gibt es schließlich noch bei Haustieren mit ausgeprägter Wollbildung, da die aus schwarzem Haar wachsende, im Aufbau lockere Wolle das Licht anders reflektiert als glatt anliegendes Deckhaar. Deshalb wirken z.B. eigentlich schwarze Alpakas, Angorakaninchen oder Teddyhamster (Langhaar-Goldhamster) grau.

Wäre übrigens interessant, mal aus Tierpflegerkreisen zu hören, ob die Intensität der Schwarzfärbung bei melanistischen Leoparden und Jaguaren ebenfalls im Laufe des Jahres schwankt - soweit die Tiere so gehalten werden, dass sie überhaupt in den Genuss direkter Sonneneinstrahlung kommen können.
(09.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Um mal ganz zum Anfang dieses Themas zurückzukommen: Das mit dem "Rost" bei schwarzen Tieren war für mich neu, d. h. die Erklärung dafür, denn das Phänomen selbst kenne ich auch von meinen Tieren. Schwarze Lämmer werden im Alter immer heller. Und früher hatten wir einen schwarzen Kater, der ging grundsätzlich im Frühjahr auf die Piste und kam erst im Herbst abgemagert, zerbissen und HELLBRAUN wieder. Übern Winter hat er sich dann bei uns durchgefressen und war im Frühling wieder glatt und schier und schwarz.
(08.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   ...was dann die Waldweide-Theorie wieder fraglich machen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, dass die Schecken echte Wildschweine - nur eben Farbmutanten - sind. Denn sonst müssten in den Wildschweinpopulationen auch die anderen Hausschwein-Merkmale (vor allem natürlich die dominanten wie weiße Farbe und Schlappohren) schon aufgetreten sein. Lustige Spurensuche!
(05.04.2006, 00:00)
th.oma.s:   das fleischschwein der ddr war ein mehrfach gebrauchsbastart: deutsche landrasse x pietrain/duroc/ dt.edelschwein (eber)und reine pietrain
haben die russen mit sicherheit nicht bekommen, sondern eben die gebrauchs-hybriden (die sahen in der regel weis aus mit hängeohren, es gab aber auch selten ausrutscher (durocfarbig bzw. schecke)
(05.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Dann kommen wir der Sache schon näher, denn Pietrains sind reinerbig gescheckt sowie stehohrig. Sollte sich also ein reinrassiges Pietrain mit einem Wildschwein eingelassen haben, entfallen diverse Varianten bei den Nachkommen (weiß, schlappohrig usw., wie sie beim Einfluss ZWEIER Hausrassen fallen würden), die erste Hybridgeneration wäre wildschweinfarbig, und die Scheckung würde rezessiv an folgende Generationen weitergegeben. Sobald sich dann zwei solcher "verdeckten Scheckungsträger" zufällig verpaaren, kommen die ersten Schecken heraus. Das würde die Waldweide-Theorie perfekt bestätigen. Bliebe nur die Frage, warum die Mischlinge keine anderen Merkmale des Hausschweines zeigen, z.B. die viel langgestrecktere Körperform des Pietrain.
(05.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Bei den DDR-Masthybriden war als gescheckte Rasse das belgische Pietrainschwein beteiligt.
(05.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @th.oma.s: Und wie sahen die aus bzw. welche waren die Elternrassen?

Laut "Pigs - A Handbook to the Breeds of the World" von Valerie Porter vererbt sich die Farbe Weiß (also das rosa Schwein mit weißen bzw. farblosen Borsten) tatsächlich dominant gegenüb
(05.04.2006, 00:00)
th.oma.s:   @michael mettler:russische hausschweine
in sowjetkasernen waren überwiegend ddr-hybridmastschweine (sie wurden mit den lpg meist gegen diesel getauscht)
(04.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Vielleicht kann mir jemand bei einer Frage weiterhelfen, die den Zoo Neuwied betrifft: Bei meinem einzigen Besuch dort vor etwa fünf Jahren sah ich in der Gruppe der Böhmzebras ein Tier mit brauner statt schwarzer Streifung.

Meinem speziellen Interesse an Farbvarianten entsprechend freute ich mich über diese unerwartete Begegnung - bis mir auffiel, dass sich dieses Tier nur sehr mühsam bewegen konnte, da es auf der Vorderhand sehr steifbeinig war (Krankheit? Alter?). Da sich schlechte körperliche Kondition auch auf den Haarwechsel niederzuschlagen pflegt, keimte in mir der Verdacht, dass die Braunfärbung lediglich durch altes Haar hervorgerufen wurde, welches noch in ungewöhnlicher Vollständigkeit am Körper verblieben war.

Kennt jemand zufällig dieses Zebra und kann das Rätsel lösen?
(03.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Da Hausschweine im Mittelalter weitgehend in Waldweide gehalten worden sein dürften und somit leicht in Berührung mit Wildschweinen kamen, dürfte man unsere heutigen Wildschweine eigentlich gar nicht als reinrassige Wildtiere betrachten, denn da können ja tatsächlich noch ein paar Hausschweingene herumschwirren...

Bei rezessiv vererbten Merkmalen ist es tatsächlich möglich, dass sie verdeckt über -zig Generationen weitergeschleppt werden und eines Tages plötzlich wieder zu Tage treten (wenn erstmals nach langer Zeit zwei mischerbige Tiere Nachwuchs gezeugt haben). So gesehen ist der Einwand mit dem Mittelalter in der Theorie möglich, und die anderen Hausschweinmerkmale (z.B. der Körperbau) wären dann der Selektion zum Opfer gefallen. Andererseits spricht auch nichts dagegen, dass es sich um echte Wildschweine handeln kann, bei denen vor einiger Zeit per Mutation ein Scheckungs-Gen entstanden ist, das nun immer mal wieder "aufflackert". Wie schon erwähnt: Das - und auch andere Mutationen - ist bei Wildtieren gar nicht so selten, wie man gemeinhin denkt. Ich habe z.B. selbst schon in der Nähe von Hannover eine Rötelmaus mit Akromelanismus (von den Rassekatzen her als "Siamesenfärbung", von den Kaninchen als "Russenzeichnung" bekannt) gefangen. Und da kann man ja schwerlich einen Haustiereinfluss anführen!

Im Tierpark Neumünster gab es vor längerer Zeit mindestens ein Mischlingstier aus Wildschwein und Angler Sattelschwein. Und das wäre nie und nimmer als fehlfarbiges Wildschwein durchgegangen, sondern sah eben wirklich und auf den ersten Blick nach einem Mittelding aus Haus- und Wildschwein aus. Das ist es, was mich an der Waldweide-Theorie nachdenklich stimmt.

Weiß zufällig jemand, wie die Hausschweine der russischen Kasernen zu DDR-Zeiten ausgesehen haben?
(01.04.2006, 00:00)
Ollo:   Die Scheckung kann ja auch noch aus dem Mittelalter herrühren. Damals hatten die Hausschweine sicherlich noch eine wildschweinähnlichere Körperform und keine angezüchteten zusätzlichen Rippenpaare.
(01.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Solche Wildschweine wurden auch mehrfach im Berliner Zoo geboren, bevor man die Art abgab. Die Version mit der Hausschweinkreuzung habe ich auch schon gehört, und zwar von einem Jäger; angeblich sollen zu DDR-Zeiten in den Bereichen russischer Kasernen Hausschweine in Waldweide gehalten worden sein, wodurch es zu Vermischungen kam. Was mich dabei allerdings wundert: Die gefleckten Tiere sehen im Körperbau, Fell usw. für meinen Geschmack zu eindeutig nach Wildschwein aus. Schon komisch, wenn vom Hausschwein wirklich nur die Färbung gekommen sein soll - zumal es dann nur ebenfalls gefleckte Hausschweine gewesen sein dürften, denn meines Wissens vererbt sich die Farbe Weiß (also das klassische rosa Borstenvieh) beim Schwein dominant, also müsste es dann weiße (nicht gescheckte) "Wildschweine" geben...

Mag aber sein, dass es sich bei der Waldweide-Geschichte um eine Legende handelt, weil man irgendwie die Scheckung erklären will und nichts Besseres weiß.

Ich habe früher Farbmäuse gezüchtet und hatte einen Käfig voll im Auto, als ich bei unserer landwirtschaftlichen Genossenschaft noch Futter einkaufte. Der dortige Verkäufer blickte völlig erstaunt auf meine u.a. weißen und gescheckten Mäuse und fragte "Wie haben Sie die denn so weiß gekriegt?" Es gibt also noch immer Menschen, die noch nie was von weißen Mäusen gehört haben! Dann muss man sich auch nicht wundern, wenn möglicherweise neue Theorien für gescheckte Wildtiere geboren werden - siehe auch der "Mischlings-Polarfuchs" in Chemnitz aus dem Pressemitteilungen-Thread.
(01.04.2006, 00:00)
Ollo:   Mal wieder interessant, was MM alles weiß.
Da ich hierzu nichts weiter beitragen kann, möchte ich mal von einer Beobachtung schreiben, die auch mit Färbung zu tun hat. Im Wildgehege Moritzburg bei Dresden laufen plötzlich gefleckte Wildschweine herum. Man vermutet dort, daß deren Vorfahren sich irgendwann einmal mit Hausschweinen gekreuzt hatten, welche bei der Waldweide abhanden gekommen waren. Auch die sonst schwärzlichen Rüsselscheiben sind rosa gescheckt.
(01.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Im Elenantilopen-Thread äußerte Ollo die Frage zu der Gefiederverfärbung von Papageibreitrachen.

Nun ist Grün bei einigen Vögeln ebenso eine Mischfarbe aus Gelb und Blau wie in unserem Farbkasten. Das ist auch der Grund dafür, dass es z.B. von ursprünglich grünen Papageienvögeln in der Liebhaberzucht sehr schnell blaue und gelbe Varianten gab (bestes Beispiel: Wellensittich), indem durch Mutation einer der beiden Farbfaktoren wegfiel.

Manche Vögel scheinen genetisch blau zu sein und den Faktor Gelb durch ihre Ernährung (Einlagerungen im Gefieder - eventuell Fette oder Carotinoide?)hinzuzufügen, was dann im Freiland einen grünen Phänotyp ergibt. Fehlt der Nahrungsbestandteil, wird der Vogel bei der nächsten Mauser bläulich. Kennen ich übrigens nicht nur vom Papageibreitrachen, sondern auch von Zoo-Todis. Der Smaragdbreitrachen könnte dagegen genetisch grün sein.

Dieser Effekt ist nicht auf Vögel beschränkt, es gibt ihn auch bei Reptilien. So war zu lesen, dass der Smaragdwaran eigentlich ein blaues Reptil ist; in den Schuppenoberflächen soll sich allerdings ernährungsbedingt eine gelbliche Pigmentierung einlagern, mit deren Einfluss dann der optische Eindruck "Grün" entsteht.

Und schließlich gibt es ja noch den Uralttrick für gebräunten Teint beim Menschen: Möhre + Butter (Carotin + Fett) - warum also soll so etwas nicht auch im Tierreich vorkommen?

Ein anderer haltungsbedingter Effekt ist "Rost" bei schwarzem Fell. Ist unter Züchtern und Ausstellern von z.B. Kaninchen und Katzen, aber auch unter Pferdehaltern in Bezug auf Rappen bekannt: Starke Sonneneinstrahlung (und die damit verbundene Erhitzung) schädigen das schwarze Pigment, das Haarkleid erscheint an diesen Stellen dunkelbraun bis mahagonirot. Ist übrigens auch beim Fellwechsel mancher Tiere zu sehen, dass das "alte" Haar diese Färbung zeigt - z.B. bei den schwarzen Streifen der Zebras.
(01.04.2006, 00:00)

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