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Namen die das selbe Tier meinen



Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: aus dem Text erschließt sich leider nichts. Das die Art ohne eine Erklärung lediglich aufgeführt wird ist für die Zooführer in Stuttgart sehr ungewöhnlich. Das mit Pavian-Affen klingt interessant- Danke! Die rätselhaften Tiere lebten nämlich auf der Affenspielanlage. Dort lebten u.a. auch Mantel- und Guineapaviane. Könnte es- jetzt wird es aber sehr spekulativ- sein, dass es zwischen den Arten zu einer Bastardisierung kam und man die Produkte dann Pavaffen nannte? Falls man damals keine Hybride wollte wäre auch klar warum den Tieren nur eine Randbemerkung zugestanden wurde. Die Sache mit meiner Hybridtheorie hat nur den Haken, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man damals zwei züchtende Paviangruppen miteinander vergesellschaftet hat. Vergesellschaftungen werden in den Zooführern nämlich oft erwähnt- bei den Pavian aber eben nicht.
(03.08.2015, 09:22)
Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Von "Pavaffen" habe ich auch noch nie gehört oder gelesen, lässt sich aus dem Zusammenhang im Text irgendwas erahnen? Ich habe ein Buch über Wandermenagerien, in dem diverse frühere Tierbezeichnungen aufgelistet sind (u.a. auch der besagte Steinmops/Plumplori), dort fand ich ebenfalls keine Pavaffen. Interessanterweise aber Kro-Affen, die auch Kronenaffen genannt wurden und die wir heute als Javaneraffen kennen). Nicht, dass "Pavaffen" womöglich eine ebensolche Verballhornung von "Pavian-Affen" war wie "Kro-Affen" von "Kronenaffen"...?
(02.08.2015, 20:39)
Patrick Marburger:   @ Henry Merker auf die Idee wäre ich auch nicht gekommen. Das Tier gab es irgendwann zwischen 1846 und 1850 im Zuge einer Wandermenagerie zu sehen. Geschrieben hätte es sich natürlich mit p statt mit b- sorry. Laut damaliger Beschreibung hatte es Hände wie ein Mensch, Augen wie eine Nachteule und war das giftigste aller Säugetieren. 100 Jahre später schrieb Schöchle von einem fast magischen Wesen, das sich mit nebelhaften Bewegungen bewegt. Da passt die alte Beschreibung irgendwie fast besser (; Die Menagerie mit dem Plumplori hatte übrigens ein Java-Nashorn dabei.

@ Jan Jakobi ein Bild habe ich leider nicht. Danke für den Vorschlag.
(28.07.2015, 17:12)
Henry Merker:   Erstaunlich, dass sich hinter Sibirische Steinmöbse Plumploris verbergen sollen, die überhaupt nicht in Sibirien vorkommen....
(28.07.2015, 16:36)
Jan Jakobi:   Java-Affe?
Ohne Foto/Bild kann hier vermutlich keiner weiterhelfen.

(28.07.2015, 14:30)
Patrick Marburger:   In einem Zooführer der Wilhelma (50-er Jahre) ist von Pavaffen die Rede. Habe bisher nichts gefunden, ohne passende Literatur ist das aber auch nicht verwunderlich. In alten Zooführern findet man ja so manches interessantes. Ich denke da an Schauderechsen (Gila-Monster), Sibirische Steinmöbse (Plumplori) und noch ganz neu Beutelflughörnchen (Kurzkopf-Gleitbeutler). Nur die Pavaffen konnte ich noch nicht übersetzen, schon mal danke.
(28.07.2015, 12:31)
Michael Mettler:   ...und dann gäbe es da noch das holländische "grijs" für grau. Und da das "ij" wie "ei" ausgesprochen wird, ergeben sich automatisch andere Verbindungen, z.B. zum Greisböckchen und zum menschlichen Greisen (Grauhaarigen). Ursprünglich kommt das wohl alles von "griseus" = grau, was man auch in wissenschaftlichen Artnamen findet (wobei ich überfragt wäre, ob das nun Latein oder latinisiertes Griechisch ist).
(11.10.2006, 15:35)
Karsten Vick:   Sieh mal an, den gab es also auch (Anfang der 60er) im Berliner Zoo. Ich hatte auch auf Graufuchs getippt, denn gris ist das plattdeutsche Wort für grau und zum englischen "grizzled" oder "grizzly" besteht auch Ähnlichkeit. Aber der Name Grisfuchs taucht nicht mal in Grzimeks Tierleben auf.
(11.10.2006, 14:59)
sleipnir:   Der Begriff Grisfuchs ist eigentlich eher ein Begriff der pelzverarbeitenden Industrie und bezieht sich meiner Meinung nach auf den Graufuchs (Urocyon cinereoargenteuas).
(10.10.2006, 21:45)
Oliver Jahn:   Das ist der Graufuchs. Kürschner haben ihm den Namen Grisfuchs für seinen Pelz gegeben. Die Bezeichnung ist also eher im Pelzhandel üblich.
(10.10.2006, 21:42)
Karsten Vick:   Ich hab auch ein Rätseltier in einem alten Berliner Zooführer gefunden: was ist ein Grisfuchs?
(10.10.2006, 21:33)
Michael Mettler:   Für den Takin gibts auch noch die "Gnuziege", für den Serau die "Waldziegenantilope" (manchmal auch als Gruppenbegriff für Serau/Goral verwendet).
(06.10.2006, 09:53)
Dortmunder:   Genau wie : Rallenkranich (Kagu) oder Rindergemse (Takin)
(06.10.2006, 09:15)
?:   Auch noch nett : Kranichgeier. ( Sekretär )
(05.10.2006, 19:26)
Sacha Beuth:   @Sleipnir: "Dortmunder" liegt richtig. Das Rote Baumkänguruh ist das Matschie-Baumkänguruh.
(05.10.2006, 12:48)
sleipnir:   Oh...Flüchtigkeitsfehler, soll natürlich TEICHADLER heißen!
(05.10.2006, 11:14)
sleipnir:   Mal abgesehen vom roten Baumkänguruh und der Pluto-Meerkatze habe ich alle Arten gefunden!
Teichseeadler: Graukopfseeadler (Ichthyophaga ichthyaetus)
Geier-Seeadler: Palmgeier (Gypohierax angolensis)
Jankowski-Schwan: Unterart des Zwergschwans (Cygnus columbianus)
Philippinen-Pelikan: Graupelikan (Plecanus philippensis(!!)
Silberrückenfuchs: Kap- bzw. Kamafuchs (Vulpes chama)
So, ich hoffe das hilft erstmal!
(05.10.2006, 11:13)
Dortmunder:   Hatte beim Teichadler auch schon an den Fischadler gedacht, bin mir aber nicht sicher... Ein rotes Baumkänguruh ? Ist das vielleicht das Matschie-B. ??? Aber das ist doch eher bräunlich, oder ? Würde aber gut zur Berliner Baumkänguruh-Historie passen...
(05.10.2006, 11:13)
Karsten Vick:   Oh ja, die alten Zooführer lese ich auch gerne unter dem Aspekt, was es früher alles so gab.
Pluto-Meerkatze ist eine der zahlreichen Unterarten aus dem Diadem-Weißkehlmeerkatzen-Komplex.
Philippinenpelikan = Grau- = Fleckschnabelpelikan (P. philippensis), keine Unterart soweit ich weiß, sondern ein Synonym für die ganze Art, obwohl sie viel weiter verbreitet ist.
Jankowskischwan ist das ostsibirische Gegenstück zum Zwergschwan, WENN er noch als UA anerkannt wird, heißt er Cygnus columbianus jankowskii. Kam in den 60ern über den sowjetischen Tierhandel ein paar Mal nach Europa.
Mit Geier-Seeadler müsste der Palmgeier gemeint sein.
Für die anderen hab ich einen Verdacht, lasse aber anderen den Vortritt zur Erklärung.
(05.10.2006, 11:01)
Dortmunder:   Hab mir kürzlich einen Zooführer des Berliner Zoos von 1965 ergattert und da einige Tierarten gefunden, mit denen ich nix anfangen kann... Wer kann mir helfen ???

Also, was ist ein(e) :

- Silberrückenfuchs
- Pluto-Meerkatze
- Philippinen-Pelikan
- Jankowski-Schwan
- Geier-Seeadler
- Teichadler
- Rotes Baumkänguruh

Vielen Dank für eure Hilfe... Ist echt heftig, wenn man so liest, was damals alles in Berlin gehalten wurde... Und was man wohl nicht mehr so schnell im Zoo zu Gesicht bekommen wird...
(05.10.2006, 10:48)
Michael Mettler:   Mal auf Antilopen geschaut: Bei der Hirschziegenantilope sind offenbar bislang alle Versuche gescheitert, ihren Zweitnamen Sasin durchzusetzen. Dagegen ist für die Sitatunga im Deutschen eigentlich nirgends mehr die Bezeichnung Sumpfantilope gebräuchlich. Auch beim Dikdik konnte sich der Name Windspielantilope nicht durchsetzen - wer weiß auch schon, was ein Windspiel ist? (Kleinste Windhundrasse.) Spießbock wird wesentlich seltener benutzt als Oryx (und wenn, dann am ehesten beim Südafrikaner). Und der Begriff Leierantilope ist so wenig gebräuchlich, dass sogar eine ihrer Unterarten namentlich verbreiteter ist und der Name Topi stellvertretend für die ganze Art Verwendung findet.
(23.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Binturong - Marderbär ist auch ein Beispiel für ein Tier, wo der Eingeborenenname allgemein gebräuchlich ist, aber trotzdem noch ein "erklärender" Zweitname existiert.
Anderes Beispiel dazu ist der Takin, der eigentlich immer Takin heißt, aber trotzdem in Tierbüchern immer die Zweitnamen Gnuziege und Rindergemse genannt werden. Wobei für meinen Geschmack nur der 2te treffend ist.

Es gibt natürlich auch Arten, wo beide Namen gleich oft zu finden sind, und solche, wo der Eingeborenenname sich nicht durchsetzen konnte.
(23.04.2006, 00:00)
Michael Amend:   Das Pinselohrschwein wird mittlerweile als eigenständige Art anerkannt.
(21.04.2006, 00:00)
Dennis:   Es gibt auch einen Fisch mit besonders vielen Namen: Die Quappe alias Trüsche alias Lotte alias Rutte alias Europäischer Süßwasserdorsch.
(21.04.2006, 00:00)
Giraffenmichel:   @Michael Mettler: Sorry, Ich hab erst geantwortet und dann deinen Beitrag gelesen...
(21.04.2006, 00:00)
Oliver Jahn:   Bei den vielen Bezeichnungen für den Puma fehlt noch Kuguar.
Vielfraße werden auch als Järve bezeichnet.
Und schwierige Namen wie Binturong hat man dann zu Marderbären gemacht, Musangs zu Rollern.
(21.04.2006, 00:00)
Giraffenmichel:   @Michael A.: Ich war mir wie gesagt nicht sicher, aber Flußschwein ist richtig?
(21.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Einspruch: Wer die Aufteilung in getrennte Arten nicht anerkennt - und auch solche Systematiker gibt es - benutzt als gemeinsamen Artnamen Busch- oder Flussschwein, von dem das Pinselohrschwein dann eine Unterart(oder Unterartengruppe) wäre.
(21.04.2006, 00:00)
Michael A.:   @Giraffenmichel
Buschschwein ist nicht das Gleiche wie das Pinselohrschwein, das sind zwei unterschiedliche Arten.
(21.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Unsinnige Namen gibt es auch bei Unterarten: Bali-Javaneraffe ist so ein Beispiel - woher kommt er denn nun?

Bei den Artnamen fällt mir spontan der Ungehörnte Hornfisch ein. Gibt es wirklich! Heißt auf Latein Naso lituratus und zierte sogar schon mal einen Berliner Aquariumführer. Kuhkopffisch wird er auch genannt, obwohl sein Kopf keineswegs dem einer Kuh ähnelt. Bliebe nur noch die dritte deutsche Bezeichnung, Gelbklingen-Nasendoktorfisch (und die klingt irgendwie nach HNO-Arzt).
(21.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   @Tom Schröder: Für die Tiere hab ich auch schon den Namen Krallenotter gehört, obwohl ihr Merkmal ja eigentlich ist, dass sie KEINE Krallen haben. Im Vogelpark Marlow konnte man unter der Absperr-Glasscheibe mit ihnen Kontakt aufnehmen. Die haben richtig niedliche Händchen mit eher Fingernägeln als Krallen dran. Zwergotter ist wohl immer noch das passendste.
(21.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   @Tom Schröder: Als die Zwergotter noch zu den selteneren Zootieren gehörten, war der Name Kurzkrallenotter meiner Erinnerung nach der geläufigere (z.B. in Wuppertal). Auch eine Modeerscheinung wie bei den Lisztäffchen und Addax?

Namensverballhornungen hört man nicht selten von Zoobesuchern, die Beschilderungen flüchtig lesen. Da wird die Waldohreule schon mal zur Waldorfeule oder der Kap-Klippschliefer zum Klipp-Klapp-Schliefer. Als ich in Berlin im Nachttierhaus mal jemand "Singalgolgo" sagen hörte, musste ich aber wirklich grübeln, bis ich auf den Senegalgalago kam...
(21.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Angeblich heißt der Gaur in irgendeinem indischen Dialekt "bhainsa", woraus die Kolonialbriten wiederum den "bison" herausgehört haben sollen. Könnte tatsächlich der gleiche Wortstamm sein, schließlich sind unsere Sprachen doch INDOgermanischen Ursprungs?

Bisher konnte ich noch nicht herausfinden, was der Name "Coypu" im Original bedeutet. Aber sein Träger ist mit unrichtigen Namenszuordnungen schon mächtig gestraft worden: Der "Sumpfbiber" ist ja nun weder ein Biber noch eine Ratte ("Biberratte"), "Nutria" soll ein spanisches Wort für Fischotter sein, und der wissenschaftliche Gattungsname Myocastor bedeutet "Mausbiber". Bliebe also nur die Eingeborenenbezeichnung Coypu, die sich auch im wissenschaftlichen Artnamen coypus niederschlägt. Aber was bedeutet sie? Irgendwas eindrucksvolles wie z.B. "Capybara" (Herr des Grases)? Oder vielleicht sogar was weniger Majestätisches wie "kackt im Wasser"...? :-)
(21.04.2006, 00:00)
Tom Schröder:   In Münster sind mit den Orang-Utans und einem Bartaffen/Wanderu ja noch kleine possierliche Tiere vergesellschaftet. Diese heißen meines Wissens nach entweder Zwergotter oder Kurzkrallenotter. In Münster sind sie allerdings mit Zwergkrallenotter ausgeschildert. Und in der gerade ausgelaufenen Zoo-Soap über den Allwetterzoo in der ARD wurden sie zur völligen Verwirrung auch Kreuzkrallenotter genannt...
(21.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Vor kurzem gab es in unserer Zeitung eine Preisfrage: "Welche Tiere jagte Buffalo Bill?" Der Autor rechnete natürlich damit, dass alle Leute "Büffel" antworten, um ihnen dann zu erklären, dass die Tiere zoologisch korrekt BISON heißen. Aber bei Licht besehen ist die Sache ja wohl noch etwas tiefgründiger. Denn Bison ist nur die angelsächsische Variante des germanischen Namens Wisent (european bison!). Neuerdings versuchen die Angelsachsen den Namen wisent auch bei sich publik zu machen, allerdings weiß ich nicht, ob man das dann "waißent" aussprechen muss.

Dasselbe Spiel mit Nerz und Mink. Bei deutschen Jägern und Naturschützern hat es sich eingebürgert, den Einheimischen Nerz und den Neuling Mink zu nennen. Ursprünglich heißen die beiden auf deutsch Europäischer und Amerikanischer Nerz und auf englisch european und american mink.
(20.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Also, Tiere mit mehr als einem Namen gibt es doch wie Sand am Meer. Puma/Berglöwe/Silberlöwe ist ein altbekanntes Beispiel. Die Amis nennen ihn ja auch "panther" (der "Florida-Panther" hat's sogar ins Deutsche geschafft), und da könnte man glatt mal die Frage aufwerfen, ob der "Rosarote Panther" nicht eigentlich ein "Rosaroter Puma" ist - der Spielfilm, aus dessen Vorspann die Trickfigur entstanden ist, war immerhin ein amerikanischer, und die Fellzeichnung von "Paulchen" erinnert auch mehr an einen Puma als an einen Leoparden....

Was fremdsprachige Tierbezeichnungen betrifft, so mag ich das holländische "Jan van Gent" - klingt doch viel netter als das deutsche "Basstölpel". Aber das hat natürlich nichts mit Zweitbezeichnungen zu tun.

Zum "warthog" kenne ich noch eine Anekdote: Der frühere Hannoveraner Zoodirektor Dittrich soll auf einer Afrikareise mal wegen seiner sächselnden Aussprache ungewollt für Heiterkeit gesorgt haben. Durch die "Lauterweichung" wurde aus dem Warzenschwein nämlich ein "war dog", ein Kriegshund....
(20.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Es gibt auch schon werbeträchtige Tiernamen: Der Delacourlangur aus Vietnam wurde zum Panda-Langur umgetauft und die Pustelschweine der Philippinen heißen jetzt Mähnenschweine (wobei der Name auch gut passt). Auf englisch wär das auch mal nötig, denn da kommt zu den hässlichen "Pusteln" noch die Verwechslungsgefahr mit dem Warzenschwein (warthog und warty pig), was auch schon passiert ist, denn die Meldung über die Welterstzucht von "Warzenschweinen" in San Diego hat es bis in meine Regionalzeitung geschafft.

Ja und sonst so...? Die burischen Tiernamen hatten wir ja schon...
(20.04.2006, 00:00)
Giraffenmichel:   Genau solche Sachen hab ich gemeint nur weiter so...
(20.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Ein' habbich noch: Die Zweitbezeichnung für den Südafrikanischen Seebären lautet ja Zwergseebär (und zwar nicht nur im Deutschen, auch der wissenschaftliche Artname pusillus bedeutet "zwergig"). Dummerweise ist der Südafrikaner die GRÖSSTE Seebärenart. Für die Erstbeschreibung hatte man seinerzeit, ohne es zu ahnen, ein Jungtier vorliegen....
(20.04.2006, 00:00)
Michael Mettler:   Manche Wechsel in der Artbenennung scheinen modeabhängig zu sein. In meiner Kindheit und Jugend hießen jedenfalls die Tiere, die heute überall als Lisztäffchen ausgeschildert sind, noch allgemein Pinchèäffchen. Und im Moment beobachte ich, dass die Bezeichnung Mendesantilope immer mehr durch den Zweitnamen Addax ersetzt wird.

Ein gutes Beispiel für eine Tierart, von der ein Name nur wenigen bekannt ist, ist die Weißnacken-Moorantilope, in der Zooszene besser bekannt als Mrs. Grays Wasserbock.

Lustig finde ich die Geschichte mit dem Spitzhörnchen: Um zu verhindern, dass der Laie dieses Tier zu den Nagetieren rechnet, grub man den malaiischen Namen dafür aus und beschilderte es nun als Tupaia. Und was bedeutet "tupai" im Ursprung? Hörnchen.....

Nettes findet sich auch im Kisuaheli, das ursprünglich nur der Dialekt des gleichnamigen Küstenstammes in Kenia war. Durch die Handelsbeziehungen mit den seefahrenden Arabern einerseits, den Inlandsstämmen andererseits und den Einfluss von deren Sprachen entwickelte sich daraus eine Art afrikanisches Esperanto. Gab es für etwas kein Wort (z.B. weil es erst durch die Kolonialherrschaft ins Land kam), wurde problemlos die fremde Bezeichnung "suahelisiert". So gibt es im Original-Suaheli nur ein allgemeines Wort für Gazelle, nämlich "swala". Die Feinheiten der Artbezeichnung flossen erst später ein, und jetzt dürft ihr mal raten: Die Sprache unterscheidet heute nämlich zwischen einer "swala granti" und einer "swala tomi".... (Ist zwar kein Tier, kann ich mir aber jetzt nicht verkneifen, weil es einfach zu schön ist: "Nähmaschine" heißt auf Suaheli "singa mashini"!)

Das "sable" bei der "sable antelope" hat schon häufig zu Übersetzungsfehlern geführt, gerade weil der Name wegen der Hornform ja gut zu passen scheint. "sable" ist eine alte Bezeichnung für "schwarz" bzw. "schwarzbraun" und hat den selben Wortstamm wie "Zobel" (engl. sable marten!). Lustigerweise kommen aber selbst die Engländer mit diesem Wort nicht immer zurecht. Die klassische "Lassie"-Färbung des Collies hieß eigentlich "sabled yellow" (geschwärztes Gelb). Das wurde von den Züchtern später zu "sable" verkürzt, und heute nennt sich der Farbschlag im Englischen sinngemäß Schwarz, obwohl der Hund alles andere als schwarz ist....
(20.04.2006, 00:00)
Karsten Vick:   Zum Po- alias Buschschwein kannst du außerdem noch Flußschwein sagen.
Böhm- und Grantzebra ist eine, wie ich finde, ganz hübsche politische Doppelbenennung. Denn das Tier wurde fast gleichzeitig aus Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, von Paul Matschie nach dem Afrikaforscher Böhm benannt, den sonst heute keiner mehr kennen würde) und aus Britisch-Ostafrika (Kenia, von de Winton, nach J. A. Grant, immerhin einer der Entdecker der Nilquellen) beschrieben. Die Zebras haben sich natürlich nie um die Grenze der beiden Kolonien gekümmert.
(20.04.2006, 00:00)
Giraffenmichel:   Es gibt ja etliche Tiere die mehrere Namen haben, was manchmal für Verwirrung sorgt.
Beispiel: Grantzebra und Böhmzebra, Patagonischer Seelöwe und Mähnenrobbe oder auch Capybara und Wasserschwein.
Wem fallen noch mehr solche Beispiele ein?

Drauf gekommen bin ich weil ich überlegt hab wie man Pinselohrschweine noch nennt, nachdem ich überlegt hab was Michael Amend mit Po-Schweine-Eber gemeint hatte :-) Buschschwein wäre doch richtig oder täusch ich mich?

Auch interessant fände ich Beispiele für Arten deren englischer Name ähnlich klingt wie eine deutsche Bezeichnung für ein anderes Tier. Beispiel: Sable Antelope (Rappenantilope) und Säbelantilope.

Bin mal gespannt
(20.04.2006, 00:00)

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