
| IP66: | Köln unter Nogge hat lange Jahre bei Tierverlusten auch eher wenig berichtet- so ist, wenn ich mich recht erinnere, der Tod des letzten Weißnasensakis nicht in den Jahresbericht eingegangen, obgleich es ein Haltungsrekord gewesen sein muß. Bei den Saigas scheint man jetzt eine offenere Informationspolitik zu betreiben, aber nicht in der Presse, sondern nur am Gehege. Mich würde auch einmal interessieren, wie hoch die Verluste in Massenvolieren sind. Ich habe im kölner Regenwald-Haus schon mehrfach Vogelleichen entdeckt, eine davon war drei Tage später noch immer dort. In den Jahresberichten sind solche Verluste ja nur selten erwähnt. (14.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Das stimmt wohl, obwohl es Jaguare waren, und keine Leoparden... Schönbrunn ist sowieso bei tödlichen-Pfleger-Unfällen weit vorne... (14.06.2006, 00:00) | ||
| Torben: | (meinte natürlich "wurde". is halt noch früh... *g*) (14.06.2006, 00:00) | ||
| Torben: | Gab es da nicht vor einigen Jahren so einen Vorfall in Schönbrunn, wo ein vergessener Leoparden-Schieber zur Todesfalle für die Pflegerin bedeutete? (14.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Ja, genauso wie es immer menschliches Versagen ist, wenn mal ein Pfleger vergisst, den Schieber vom Raubtiergehege richtig zuzumachen, wenn er eine Anlage reinigt... (14.06.2006, 00:00) | ||
| cajun: | Münster hat doch recht ausfürlich über seinen "im Schieber eingeklemmten" Wanderu berichtet. Und SOWAS kommt in den Zoos glaub ich häufiger vor. Man nennt es "menschliches Versagen" ... ;-) (13.06.2006, 00:00) | ||
| Niels: | @Dirk K: Manchmal kommt man eben nicht auf das Naheliegenste. (13.06.2006, 00:00) | ||
| Dirk K: | @ Niels. Schau mal unter dem Thread Pressemeldungen. (13.06.2006, 00:00) | ||
| Niels: | @ Dortmunder: Was ist denn mit den diesjährigen Nebelparderjungen geschehen? Ich wollte in den nächsten Wochen hinfahren und sie mir ansehen und bin ganz erschrocken. Ich habe gerade unter anderem die Presseschau von ZooAG abgesucht sowie bei Neuigkeiten der Frankfurter Homepage nachgeschaut, und nichts gefunden, daß es einen Unfall o.ä. gegeben hätte. Was ist denn passiert? (13.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | Ungewöhnliche und nicht vorhersehbare Unfälle können in Zoos ja immer passieren (siehe z. B. Nebelparderjungtier in Frankfurt kürzlich)... Vor sowas ist weder Mensch noch Tier sicher ! Bei Menschenaffen und Gibbons ist es ja wirklich so, dass die komplett wasserscheu und absolute Nichtschwimmer sind (mal abgesehen von Orangs, die ja wohl auch mal ganz gerne ins flache Wasser gehen) ! Daher sind Wasserläufe und auch Gartenteiche tödliche Fallen, sowohl für Kinder als auch für Affen... Ein kleines Kind kann eher in einer 3 cm tiefen Pfütze ertrinken als im Schwimmbad, da Kinder ja einen Schwimmreflex haben (evolutionär), der aber wohl bei den Primaten nicht gegeben ist... (13.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | @Dortmunder: Nee, Altpapier braucht doch nicht viel Platz und es gibt doch die bekannten "Billy"-Regale von IKEA... Außerdem konzentriere ich mich zu 95% auf deutschsprachige Zoos und die Nachkriegszeit, das macht die Sammlung übersichtlicher. Dafür habe ich dann eben auch wenig Ahnung von dem, was außerhalb dieses Bereiches in der Zoowelt passiert.... Aber zurück zum eigentlichen Thema: Hätte ich meine Jahresbericht-Recherchen bezüglich Duisburg und Frankfurt auch für eine Zusammenstellung verunglückter Tiere verwendet, wäre das wohl eine lange Liste geworden. Und sagt das meines Erachtens nicht unbedingt immer etwas über mangelnde Unterbringungen aus, denn Unfälle passieren auch trotz Sicherheitsmaßnahmen oder völlig unerwartet - siehe der Orang in Duisburg. Wer würde z.B. damit rechnen - DAS ist mir in Erinnerung geblieben - dass man einen Schwimmbeutler durch Ertrinken verliert? In Duisburg passiert. Abgestürzte, eingeklemmte oder durch Genickbruch gestorbene Tiere gab es immer (und wird es immer geben, übrigens auch in der Natur), und keine Gehegeabsperrung ist hundertprozentig unfallsicher. Selbst in der viel gelobten Anlage in Leipzig sind immerhin schon zwei Gibbons ertrunken (bzw. in einem der Fälle soll laut Insider-Aussage der zur Sicherung des Grabens angebrachte Elektrodraht erst den Unfall ausgelöst haben); denen hat also selbst die im Vergleich zu herkömmlichen Gibbon-Inseln viel größere Landfläche nichts genützt. Meines Wissens wurde an der Anlage nichts verändert, um sie für die Gibbons sicherer zu machen. Ja, wenn es denn einen Orang (oder Gorilla, Schimpansen, Bonobo) getroffen hätte.... Menschliche Kleinkinder können übrigens angeblich sogar in einer Pfütze (!) ertrinken, weil sie vor Schreck über das Hinfallen tief einatmen und sich dabei die Lunge schlagartig mit Wasser füllen. Falls das nicht nur für Menschen, sondern auch für Menschenaffen gilt, wäre somit schon jedes flache Badebecken und jeder Bachlauf in einer Zooanlage eine potenzielle Todesfalle, in der irgendwann mal ein Affe ums Leben kommt - oder eben auch nicht. (13.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | @ Michael : Wie groß ist denn dein Archiv ? Hast du nen Keller an ner Haushälfte vollgepackt...??? *g* (13.06.2006, 00:00) | ||
| Dortmunder: | In Berlin ist damals auch mal das Siamang-Zuchtweibchen nach einem Regenfall auf der Affeninsel ertrunken, und das Dortmunder Breitmaulweibchen, dass damals vom Bullen in den Trockengraben geschubst wurde, ist ja auch allseits bekannt... Selbst von dem, neulich hier berichteten Okapi-Unfall in Köln hat man nirgendwo was gelesen... Geht halt immer nur um die Zugtiere der Zoos... (13.06.2006, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Im Beitrag von Saya unter "Fuengirola Zoo" wurde der in Hannover im Wassergraben ertrunkene Gorilla-Silberrücken erwähnt und die Struktur des Grabens kritisiert. Beim Durchblättern der Frankfurter Jahresberichte stieß ich gerade wieder auf die drei im früheren Wassergraben der Freianlage ertrunkenen Schimpansen. Und da ich zeitgleich in einem aktuellen Thread die "bevorzugte Behandlung" der Gorillas gegenüber "weniger wichtigen" Tieren im Frankfurter Masterplan kritisiert habe, verknüpften sich die beiden Punkte: Wenn ein Menschenaffe (Ertrinken) oder Elefant (Grabensturz) an einer Gehegeabsperrung zu Tode kommt, gibt das nicht nur große Schlagzeilen, sondern die Absperrung wird auch mit mehr oder weniger großem Aufwand "entschärft" oder gar komplett umgebaut (wie z.B. die Menschenaffen-Freianlagen in Frankfurt und Antwerpen, Glaswände statt Wassergraben). Wenn sich ein Zebra am Gehegezaun das Genick bricht, interessiert das dagegen fast niemand. Es wird eben einfach ein neues Zebra geholt... Dass die Glaswände zwar für Menschenaffen sicher sind, aber - zusammen mit den Glasabsperrungen anderer Außenanlagen andere Tierleben kosten, findet ebenfalls selten Erwähnung: Mich hat der Artikel eines Magdeburger Tierpflegers in der "Arbeitsplatz Zoo" sehr nachdenklich gestimmt, in dem über die nicht gerade geringe Zahl der an den Magdeburger Scheiben verunglückten freilebenden Vögel berichtet wurde. Keineswegs nur "Allerweltsarten" wie Amsel und Sperling, da war selbst ein Eisvogel dabei (und dessen Lebensgrundlage und Bestand ist in Europa genauso bedroht wie der des Gorillas in Afrika). Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher? Andererseits hat sich in Duisburg früher ein Orang laut Jahresbericht über Nacht einen Finger im Deckengitter eingeklemmt. Der Affe starb bald darauf an einer Sepsis. Anlass dazu, in der Folge in den Orang-Anlagen auf Deckengitter zu verzichten...? Nein. Irgendwie unlogisch und inkosequent, wenn nur spektakuläre Unfälle zu ebenso spektakulären Änderungen und damit Investitionen führen. Geht es da wirklich um die Sicherung der Tiere oder doch eher um die Beruhigung des Publikums und der Medien? (13.06.2006, 00:00) |
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