
| cajun: | @Holger: So viele wie der Tierpark Hamm Borneo Gibbons ;-) (14.01.2026, 23:04) | ||
| Holger Wientjes: | Wieviel Zoos hat Nürnberg denn...? ;-) (14.01.2026, 21:23) | ||
| cajun: | Transfer von Fischkatzen- Nachzuchten aus dem Zoo Torun: "Zuerst ging Kasia in die Niederlande, jetzt Calanthe nach Deutschland. Veränderungen im Zoo in Toruń Die in Toruń geborene Calanthe, die weibliche Taraja, hat sich in den letzten Tagen auf eine große Reise begeben. Sie wurde in einen Zoo in Nürnberg geschickt, das nun ihr Zuhause sein wird. Fischkatzen sind eine extrem gefährdete Art. Ihre Zucht in Zoos ist daher von großer Bedeutung, und jedes Junge ist fast eine Prämie. Toruń hat große Zuchterfolge In Toruń gelingt die Reproduktion der Fischkatzen gut, die von den internationalen Koordinatoren dieser Art geschätzt wird. Die ersten Jungtiere in Toruń, wurden am 27. Februar 2024 geboren. Es waren vier von ihnen. Eines war deutlich schwächer, kleiner, die Mutter kümmerte sich nicht sehr um ihn. Leider hat das Kind nicht überlebt. Die Mitarbeiter des Gartens haben sich in dieser Situation nicht eingemischt, da die Regeln bestehen, dass bei Tieren Regeln, wie in der Natur zugelassen werden müssen. Diese Jungtiere sind nicht mehr in Toruń. Das Weibchen ging in den Zoo in Łódź und die Männchen in Gärten in der Tschechischen Republik und in Deutschland. Die nächste Geburt bei den Fischkatzen im Zoobotanischen Garten in der Przedmieście von Bydgoszcz fand vor fast einem Jahr statt, am 1. Februar 2025. Das ist ein erstaunliches Datum, denn an diesem Tag wird der Welt-Fischkatzen-Tag gefeiert. Dann wurden zwei Weibchen und ein Männchen geboren. Es war eine von aus dem Wurf - Calanthe -, die vor ein paar Tagen in den Nürnberger Zoo ging. Calanthe ist erwachsen geworden, also hat sie wie in der Natur ihre Mutter verlassen. Entscheidungen über solche Transporte werden vom Koordinator des Europäischen Zuchtprogramms in den EEP-Zoos getroffen - berichtet der Zoo Toruń. Diese Katzen lieben Wasser Die Fischkatzen haben ihren riesigen Laufsteg in Toruń, einem Wasserteich zum Schwimmen und ein Haus, sowie Spielzeug. Die Tatsache, dass es ihnen bei uns gut geht, zeigt am besten die Nachkommen, die das Katzenpaar aufzieht. Die Fütterung unserer Fischkatzen sind Fisch, Nagetiere und Geflügel. Sie lieben Forellen, die sie selbst fischen aus ihren eigenen Wasserteichen in der Voliere. Wasser ist das, was Fischkatzen von anderen Katzen unterscheidet. Ihre Lieblingslebensräume sind Tieflandfeuchtgebiete, Sumpfgebiete, Seen sowie Land- und Mangrovenwälder. Sie haben nicht nur keine Angst vor Wasser, sondern können auch gut schwimmen. Die Natur hat diese Katze perfekt an das Leben in einer solchen Umgebung und unter Verwendung von Wasserbedingungen angepasst. Dickes Fell schützt es vor Feuchtigkeit. Die äußere Schicht aus rauen Borsten behält Wasser, das nicht in die Haut oder sogar in die Isolierschicht des Innenfells gelangt. FischkatzeDie hat eine kleine Schwimmhäute zwischen seinen Fingern, die es ihr leichter macht zu schwimmen, sowie sich durch sumpfiges Gelände zu bewegen. Der Schwanz ist das Steuer, das er im Wasser benutzt. Um einen Fisch zu fangen, kann die Fischkatzeauch in das tiefe Wasser springen, und die großen Augen ermöglichen es ihm, die Beute schnell zu lokalisieren. Ein weiters Weibchen ging in die Niederlande Anfang Dezember schrieben wir, dass den Zoobotanische Garten die Fischkatze Katarzyna, ebenfalls in Toruń geboren, verlassen wird. Das Tier wurde im Rahmen einer Zuchtkooperation an den niederländischen Zoo Wildlands Emmen gespendet. Von den Niederländern wurde sie Kasia getauft. Alles wegen der Schwierigkeit in der Aussprache ihres ursprünglichen Namens - für die Holländer ist er sehr schwierig......." Quelle:https://nowosci.com.pl/najpierw-kasia-pojechala-do-holandii-teraz-calanthe-do-niemiec-zmiany-w-torunskim-zoo/ar/c1p2-28315517 (14.01.2026, 16:11) | ||
| cajun: | Also hat der Zoo Duisburg doch nicht allen Nachwuchs zur Auswilderung nach Schottland gegeben :o) ein Posting aus dem WP Lange Erlen: "Kora, die Wildkatze Anfang Dezember zog eine neue Wildkatze in den Tierpark ein. Das junge Weibchen namens Kora kam aus dem Zoo Duisburg zu uns. Sie wird unserem Wildkatzenkuder Eros Gesellschaft leisten und im kommenden Jahr hoffentlich für Nachwuchs sorgen. Zurzeit leben die beiden Katzen noch in getrennten Bereichen. Während der Ranzzeit von Januar bis März wird der Schieber zwischen den Gehegen geöffnet. Hoffen wir, dass der Funke zwischen den beiden überspringen wird!" Quelle:https://www.facebook.com/tierparklangeerlen/?locale=de_DE (07.01.2026, 16:26) | ||
| cajun: | Der Rostkatzennachwuchs in FFM ist nun zu sehen: "Auf Augenhöhe mit den Rostkatzen! Nachdem die frisch gebackene Katzenmutter und ihr Nachwuchs bisher noch Ruhe brauchten und sehr schüchtern waren, könnt ihr sie jetzt bei uns im Katzendschungel beobachten. Die Teilsperrung des Besucherbereichs vor dem Gehege wurde aufgelöst. Mit ein wenig Glück könnt auch ihr die Katzen-Familie ganz nah erleben." Quelle:https://www.facebook.com/ZooFFM/?locale=de_DE (24.05.2024, 11:35) | ||
| cajun: | Ostrava will die Jaguarundi Zucht wieder beleben: "Die neue Partnerin für den männlichen Jaguarundi ist im Zoo von Ostrava. Der Jaguarundi ist eine kleine Katze, sieht aber eher wie ein Wiesel aus. Wir züchten diese Art seit den 1990er Jahren im Zoo Ostrava. Anfang Mai kam ein neues Weibchen in den Zoo, dass mit unserem Männchen ein Paar bilden und die Zucht dieser mit Geparden und Pumas verwandten Raubkatzen wiederbeleben sollte. Das Jaguarundi-Weibchen wurde am 2. Mai aus dem italienischen Parco Faunistico La Torbiera nach Ostrava gebracht. Die Hoffnung ist, die Zucht dieser charismatischen Katze im Zoo von Ostrava wiederzubeleben. Unser Männchen war nach dem Tod des Weibchens zwei Jahre allein. Die Zucht von Jaguarundi in Zoos ist im Allgemeinen nicht sehr erfolgreich und daher war es nicht einfach, eine neue Partnerin für ihn zu finden. Das neu importierte Weibchen ist sehr jung, noch nicht einmal ein Jahr alt. Derzeit ist sie im Gehege gegenüber dem Indien Pavillon untergebracht, wo sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnt. Die Jaguarundi-Ausstellung ist Teil des Südamerika-Komplexes und wird derzeit renoviert. Durch die Vernetzung der Paddocks wird das Platzangebot für deren Bewohner deutlich vergrößert. Daher wird das Paar erst dann vereint, wenn die Arbeiten in diesen Räumlichkeiten abgeschlossen sind. Der Zoo Ostrava züchtet seit 1996 Jaguarundi. Die letzten Kätzchen wurden hier im Jahr 2002 geboren und seitdem wird versucht, die Zucht wieder aufzunehmen. Obwohl das Weibchen noch sehr jung ist, glauben wir fest daran, dass das Paar in Zukunft zusammenfinden wird und wir nach über 22 Jahren Nachwuchs dieser interessanten Katze erzielen. Und das liegt auch daran, dass die Jaguarundi-Zucht in europäischen Zoos stagniert. Insgesamt werden nur 40 Tiere in 19 Einrichtungen gehalten und es erfolgt nur sporadische Nachzucht. Wenn wir dieses Katzentaxon auch in Zukunft behalten wollen, müssen wir ihm mehr Aufmerksamkeit schenken." Quelle:https://www.facebook.com/ZooOstrava/?locale=de_DE (08.05.2024, 12:24) | ||
| cajun: | Eine weibliche Wildkatze neu im Tierpark Merseburg: "Der Südpark freut sich über einen Neuzugang. Das junge Tier ist vor zwei Wochen aus dem Tierpark Suhl nach Merseburg gekommen und gewöhnt sich nun in seinem neuen Zuhause ein." Quelle:https://www.mz.de/lokal/merseburg/tierpark-merseburg-neue-wildkatze-wilma-suedpark-name-tierpatenfest-3821397 (10.04.2024, 20:13) | ||
| cajun: | Eine neue weibliche Sandkatze ist im Zoo von Amnéville angekommen meldet der Zoo in aller Kürze auf FB. Quelle:https://www.facebook.com/ParcZoologiqueAmneville/?locale=de_DE (22.02.2024, 10:11) | ||
| Tim Sagorski: | Ich kann mich dran erinnern, in einem alten Kölner Zooführer aus den 60er oder 70er Jahren einen weißen Puma gesehen zu haben. (24.08.2023, 16:14) | ||
| cajun: | Nach einer fleckenlosen Giraffe diese Woche die nächste Farbanomalie. Weißer Nachwuchs bei der größten Kleinkatze: "Albino-Puma in Nicaragua geboren Weiße Pumas sind eine extreme Seltenheit. Jetzt wurde ein Albino-Junges in einem Zoo in Nicaragua geboren und ist wohlauf. In einem Zoo in Nicaragua ist ein seltener Albino-Puma geboren worden. Das Jungtier sei vor einem Monat auf die Welt gekommen und wohlauf, sagte der Veterinär des Zoos von Juigalpa, Carlos Molina, der Nachrichtenagentur AFP. Der kleine Puma werde aber derzeit noch zu seinem eigenen Schutz von den Besuchern ferngehalten: "Wir tun alles, damit er so gesund wie möglich bleibt", betonte Molina. Das Fell von Pumas ist bei der Geburt normalerweise hellbraun oder rötlich mit schwarzen Flecken. Genetisch bedingte Farbanomalien wie etwa Albinismus sind äußerst selten. Weiße Pumas sind kaum dokumentiert. Sein Zoo freue sich über den kleinen Albino, "denn so etwas sieht man nicht oft", sagte Tierarzt Molina. Derzeit lebt das ungewöhnliche Junge mit seinen gefleckten Geschwistern und seiner Mutter isoliert in einer eigens im Gehege eingerichteten "Höhle". Bislang haben die Tierpfleger jeden Kontakt mit ihm vermieden. Der Zoo hofft, dass es dann in den nächsten zwei Monaten vom Veterinär behandelt werden kann." Quelle:https://www.stern.de/panorama/wissen/natur/albino-puma-in-nicaragua-geboren-33764068.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard (24.08.2023, 15:58) | ||
| cajun: | Na, dann passt die Art ja gut in alle bestehenden und zuküftigen (Zoo-) Themenwelten, die Himalaya heißen: "Ein Manul auf dem Mount Everest Biologen weisen erstmals Pallaskatzen auf dem höchsten Berg der Welt nach Diese etwas mürrisch dreinschauende Katze ist kein Haustier, sondern ein Manul. Biologen haben erstmals nachgewiesen, dass diese auch als Pallaskatze bekannte Wildkatzenart sogar in den Höhenlagen des Mount Everest vorkommt – auf dem höchsten Berg der Welt. Die bei einer Expedition gesammelten DNA-Proben belegen, dass dort auf knapp 5.200 Meter Höhe mindestens zwei Manuls ihr Revier haben. Der Manul (Otocolobus manul), auch als Pallaskatze bekannt, ist kaum größer als eine Hauskatze, aber relativ stämmig. In Anpassung an seinen Lebensraum an den kargen Felshängen asiatischer Gebirgsregionen hat der Manul ein dichtes, langes Fell , das ihn selbst bei Minustemperaturen warm hält. Typisch für die Pallaskatzen sind zudem die runden, tiefsitzenden Ohren und das relativ breite Gesicht. Beides verleiht diesen Wildkatzen einen eher „mürrischen“ Gesichtsausdruck. Anders als unsere heimischen Wildkatzen gehört der Manul nicht zur Gattung Felis, sondern wird den Altkatzen zugeordnet. Diese Gruppe umfasst fünf nur in Asien vorkommende Katzenarten, darunter auch die Bengalkatze ((Prionailurus bengalensis). Der Manul kommt in den Felsregionen Asiens vor, vom Iran über Zentralasien bis in die Mongolei und Nepal. Die Katzen leben dort als Einzelgänger und jagen kleinere Nagetiere, Steinhühner und andere Vögel. Spurensuche auf den höchsten Berg der Welt Jetzt haben Biologen herausgefunden, dass der Manul sogar auf dem höchsten Berg der Welt lebt. Entdeckt wurde dies im Rahmen der „Perpetual Planet Everest Expedition“ im Jahr 2019, bei der ein internationales Forschungsteam Umwelt- und Kotproben an den Hängen des Mount Everest und dem an seiner südlichen Flanke liegenden Sagarmatha National Park gesammelt hat. Die von National Geographic and Rolex finanzierte Expedition stieg dabei bis auf mehr als 5.100 Meter auf. Als Biologen dann die Proben vom Mount Everest auf DNA untersuchten, wurden sie fündig: An zwei Probenorten am Berghang, auf 5.110 und 5.190 Meter Höhe, hatten zwei verschiedene Manuls ihre genetischen Spuren hinterlassen. In Kotproben der beiden Wildkatzen fanden die Forschenden DNA von Bergwieseln und Pfeifhasen, beides typische Komponenten des Manul-Speiseplans. Im selben Gebiet hatte zudem ein Rotfuchs seine Spuren hinterlassen. Reiche Artenvielfalt an ikonischem Ort „Es ist phänomenal, den ersten Beleg dieser seltenen und bemerkenswerten Spezies auf dem Dach der Welt zu entdecken“, sagt Anton Seimon von National Geographic. „Die Entdeckung der Pallaskatze auf dem Everest unterstreicht die reiche Artenvielfalt dieses entlegenen Hochgebirgs-Ökosystems und erweitert das Verbreitungsgebiet dieser Art auf den Osten Nepals.“ Wichtig ist dies vor allem deshalb, weil der Mount Everest und der Sagarmatha National Park mehr und mehr von Touristen überlaufen werden. „Wir hoffen, dass der Nachweis dieser charismatischen Spezies das Bewusstsein dafür weckt, welche Vielfalt an Arten an dieser ikonischen Weltnaturerbe-Stätte lebt“, sagt Seimon. Das Team plant, als nächstes Fotofallen im Nationalpark aufzustellen und weitere Kotproben zu sammeln, um genaueren Aufschluss über die Zahl der dort lebenden Manuls zu erhalten." Ursprungsquelle: Wildlife Conservation Society Quelle:https://www.scinexx.de/fotos/ein-manul-auf-dem-mount-everest/ (01.02.2023, 15:06) | ||
| cajun: | Ein erster Wurf in Liberec: "Scheue Familie südamerikanischer Margays: Die ersten Jungtiere wurden geboren Vor zwei Jahren begannen sie im Zoo Liberec mit der Haltung der seltenen südamerikanischen Kleinkatzen. Jetzt sind die ersten beiden Jungtiere geboren. Noch sind sie den Augen der Besucher verborgen. Ihre ganze Zeit verbringen sie mit ihrer Mutter hinter den Kulissen des Zoos. Der Margay, auch Langschwanzkatze genannt, bewohnt tropische Wälder von Mexiko bis zur Spitze Südamerikas. Diese scheuen Raubtiere verbringen die meiste Zeit auf Bäumen, wo sie auch kleine Säugetiere, Vögel und Schlangen jagen. Ihre besondere Fähigkeit ist es, die Laute von Krallenaffen nachzuahmen, die sie anlocken und dann problemlos fangen. Der Zoo Liberec ist an einem Arterhaltungsprogramm beteiligt, daher werden die Jungtiere höchstwahrscheinlich in Kürze in einen anderen europäischen Zoo reisen." Quelle: https://www.ahaonline.cz/clanek/musite-vedet/193014/placha-rodinka-jihoamerickych-margayu-na-svet-prisla-prvni-mladata.html (13.06.2022, 14:34) | ||
| cajun: | @W.Dreier: Ja, schön ist die Aussicht, das wieder ein paar mehr Tiere ggf. in Deutschland auftauchen könnten. Wuppertal, Magedurg und Dresden sind ja ehemalige Halter.... Berlin und Neuwied haben die Haltung ja aktuell neu aufgenommen (2021/2022) laut ZTL. (16.05.2022, 16:35) | ||
| W. Dreier: | @cajun: so ich mich recht erinnere, stammen weltweit die meisten Sandkatzen aus der Tel Aviver Zucht und deren Nachkommen. (16.05.2022, 16:24) | ||
| cajun: | Ein relativ großer Wurf, aber eine schöne Nachricht: "Der Safari-Zoo bei Tel Aviv freut sich über Nachwuchs bei den Sandkatzen. Pfleger haben mit großer Begeisterung fünf Katzenbabys entdeckt. Fünf seltene Sandkatzen sind im israelischen Safari-Zoo bei Tel Aviv zur Welt gekommen. Es handele sich um eine vom Aussterben bedrohte Wildkatzen-Art, teilte Zoosprecherin Sagit Horowitz mit. In freier Wildbahn gebe es weltweit noch weniger als 10.000 Sandkatzen. In Israel seien sie bereits ausgestorben und nur noch im Zoo anzutreffen. Die Katzeneltern Sabia und Marib seien vor rund zwei Jahren aus Zoos in Frankreich und Schweden nach Israel gekommen. Doch der Nachwuchs ließ auf sich warten. Anfangs seien die beiden nicht recht miteinander warm geworden, „doch mit der Zeit wurde die Beziehung dann immer enger“, sagte die Sprecherin. Vor gut einem Monat hätten die Pfleger dann im Nachtquartier mit großer Begeisterung die fünf Katzenbabys entdeckt. Inzwischen hätten die Kleinen die Augen geöffnet, seien stärker geworden und spielten schon im Freien. „In Zukunft sollen die Katzenbabys in europäische Zoos gebracht werden“, sagte Sprecherin Horowitz. Sie sollten dort ebenfalls zur Vermehrung beitragen und „zur Sicherung der Existenz dieser besonderen Art“. Quelle: https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/hochschule/israel-fuenf-seltene-sandkatzen-babys-in-geboren_aid-69793045 (16.05.2022, 15:03) | ||
| cajun: | Über seine Facebook Seite gibt der Tierpark Chemnitz einen schönen Zuchterfolg bekannt. "Am 13.02. konnten wir uns im Tierpark über eine Vierlings-Geburt bei den Oman-Falbkatzen freuen. Mit nur 8 Haltungen in der Europäischen Union sind Oman-Falbkatzen eine Zoo-Rarität, und das macht die Geburt für uns umso schöner. In der Natur leben die Wildkatzen in Steinwüsten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman. Dort hat der Bestand mit der zunehmenden Hybridisierung und der Konkurrenz durch verwilderte Hauskatzen zu kämpfen. Der Tierpark Chemnitz beteiligt sich deshalb am europäischen Erhaltungszuchtprogramm für die Oman-Falbkatze. Die kleinen Kätzchen können momentan dabei beobachtet werden, wie sie sich spielend ihre Welt erobern. Dabei tapsen sie neugierig durch ihr Gehege, und raufen sich mit den Geschwistern – alles in sicherer Nähe zu Mama „Goldy“. Quelle:https://www.facebook.com/Chemnitz.Tierpark/ (31.03.2022, 16:13) | ||
| cajun: | Eine Neuigkeit aus Polen: Eine neue Wildkatzenart ist im Zoo Wrocław angekommen. Zwei Rostkatzen kamen aus dem Zoo in Ostrava. Die Rostkatze mag auf den ersten Blick unserer Hauskatze ähneln, aber es ist eine oberflächliche Ähnlichkeit. Zunächst einmal ist sie die kleinste Wildkatzenart der Welt – sie ist halb so groß wie eine Hauskatze und wiegt bis zu 1,6 kg. Außerdem hat sie eine sehr charakteristische Farbe, die leider von Wilderern geschätzt wird. Ihr Fell ist kurz und weich, die Oberkörper sind graubraun, unterschiedlich stark rostig und mit rostbraunen Flecken gezeichnet. An Füßen und Brust befinden sich horizontale Streifen, während Bauch und Innenseiten der Beine sowie Wangen und Kinn weiß sind. Bei dieser Art fallen auch die Augen auf - im Verhältnis zum Kopf recht groß mit graubrauner bis bernsteinfarbener Iris. Eine wenig bekannte Art aus Sri Lanka Die neuen Bewohner des Wrocławer Zoos sind eine Unterart aus Sri Lanka. Ursprünglich lebte sie in Regenwäldern, aber aufgrund von Umweltveränderungen - hauptsächlich Abholzung - haben sich diese Katzen an das Leben in der Nähe des Menschen angepasst. Dies wird durch die Tatsache belegt, dass auf der Teeplantage Weibchen mit Nachwuchs gefunden wurden. "Dies ist eine weitere Art, über die wenig bekannt ist. Sie hat einen sehr verschwiegenen Lebensstil, also lernen wir immer noch etwas über sie. Im Moment sind die meisten Informationen mit 'höchstwahrscheinlich' gekennzeichnet und stammen aus anderen Zoos und… aus einer BBC-Dokumentation. Die Filmleute verbrachten zwei Jahre in Sri Lanka, um diese faszinierenden Katzen zu beobachten. Jetzt ist es unsere Aufgabe, die vorhandenen Funde zu beobachten und zu verifizieren und in Zukunft natürlich diese bedrohte Art nachzuzüchten", sagt Radosław Ratajszczak, Präsident des Wrocławer Zoos Quelle:https://zoo.wroclaw.pl/pl/kotek-rudy-z-cejlonu.htm Übersetzung: Zoopresseschau (01.10.2021, 14:44) | ||
| cajun: | Aus Danzig wird eine Zooerstzucht gemeldet. Leider überwiegt der männliche Nachwuchs. Ist das bei Sandkatzen verbreitet? "Erste derartige Geburt im Gdańsker Zoo! Neue Sandkatzen Im Zoologischen Garten Gdańsk wurden vier Sandkatzen geboren. Dies ist der erste Wurf, der im Zoo Gdańsk geboren wurde. Die Neugeborenen sind der Nachwuchs der zweijährigen Katze Maolie und des 14-jährigen Abu - des ältesten Vater unter den Individuen, die in europäischen Zoos leben. Die jungen Sandkatzen wurden entwurmt, gechipt und gewogen. Sie wiegen jeweils 0,5 kg. "Im Gdańsker Zoo leben seit mehreren Jahren Sandkatzen. Aber erst jetzt haben wir Nachwuchs bekommen. Um so größer war unsere Freude, als am 3. Juni 2021 vier Kätzchen geboren wurden: ein Weibchen und drei Männchen", sagt Michał Targowski, Direktor des Gdańsker Zoos." Quelle:https://wiadomosci.wp.pl/pierwsze-takie-narodziny-w-gdanskim-zoo-nowe-koty-pustynne-6661494089677600a Übersetzung: Zoopresseschau (19.08.2021, 10:18) | ||
| cajun: | Wie neulich schon angekündigt, gibt es eine neue Haltung von Sandkatzen in Deutschalnd. Kindchenschema par excellence: Sandkatze im Zoo Neuwied Auffällig große Ohren, der Kopf ist im Vergleich zum Körper ebenfalls sehr groß, und eine Schulterhöhe von maximal 30 Zentimeter: Keine Frage, die Sandkatze passt hervorragend ins Kindchenschema und wird als sehr niedlich bezeichnet. Seit kurzem lebt ein Pärchen dieser arabischen Kleinkatzen im Zoo Neuwied. Neuwied. „Neben den Großkatzen wie Löwe und Tiger haben wir bisher zwei Kleinkatzenarten: Die Wildkatze und den Manul“, erzählt die stellvertretende Direktorin Jasmin Kuckenberg. „Mit der Sandkatze halten wir nun eine dritte Kleinkatzenart, direkt neben den Manulen.“ Ihren natürlichen Lebensraum hat die Sandkatze in Stein- und Sandwüsten vom nördlichen Afrika bis nach Zentralasien. Dort verbringen sie die größte Hitze meist in selbstgegrabenen Höhlen und werden erst in der Dämmerung und Nacht aktiv. „Sandkatzen sind hervorragend an das Leben in der Wüste angepasst: Das dichte, gelbbraune bis graubraune Fell dient nicht nur der Tarnung, sondern isoliert auch gegen die extreme Kälte der Wüstennächte“, erklärt die Biologin weiter. „Außerdem sind die Unterseiten der Füße und Ballen mit langen Haaren bedeckt, die vor dem heißen Untergrund schützen und für zusätzlichen Halt auf dem weichen Sandboden sorgen.“ Die kleinen Sandkatzen werden nur etwa 3,5 Kilogramm schwer, wobei die Weibchen etwas kleiner und leichter sind als die Männchen. Ihre bevorzugte Nahrung besteht aus kleinen Nagetieren und Vögeln, aber auch Echsen oder Schlangen werden im natürlichen Lebensraum gerne gefressen. Mit Hilfe der großen, weit auseinanderstehenden Ohren können Sandkatzen selbst die leisesten Geräusche wahrnehmen und finden ihre Beute in der Dunkelheit. Die weibliche Sandkatze stammt aus dem Zoo Jihlava (Tschechien) und ist neun Jahre alt. Der elfjährige Kater ist aus dem Zoo Mulhouse (Frankreich) nach Neuwied gekommen. Auch wenn die Sandkatze in ihrer natürlichen Heimat nicht bedroht ist, besteht ein europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EAZA Ex-Situ Programm, kurz: EEP) für diese Tiere. Dadurch wird eine koordinierte Zucht der Sandkatzen ermöglicht, um die Population in den Zoos gesund und stabil zu halten. Quelle: https://www.nr-kurier.de/artikel/104143-kindchenschema-par-excellence--sandkatze-im-zoo-neuwied (20.07.2021, 15:02) | ||
| W. Dreier: | Schwarze Pampaskatzen in Cincinnati - leider bewegten sie sich nicht über 6-7 Stunden. Cincinnati hatte auch mal Marmor- und Flachkopfkatzen (09.04.2020, 17:10) | ||
| W. Dreier: | Tibetgoldkatze in Beijing 1994 (09.04.2020, 17:08) | ||
| W. Dreier: | Nur in Moskau und hier in Leningrad sah ich die mittelasiatische Steppenkatze (Felis. s. ocreata) (09.04.2020, 15:57) | ||
| W. Dreier: | Eine Oncilla in London. Ich sah sie vor Zeiten immer in Mulhouse, auch in Dortmund - nun nur noch in Prag (nur ein Tier jetzt) (09.04.2020, 15:56) | ||
| W. Dreier: | Dazu sah ich sie in Schwerin, Zoo-Berlin und hier natürlich auch in Frankfurt. Es wäre wünschenswert, dass auch Magdeburg sich den Wunsch erfüllen kann. Vor Monaten war ein Import aus den USA angedacht, der kurzfristig nicht realisiert werden konnte. (09.04.2020, 15:54) | ||
| W. Dreier: | Wieder einige spezielle Kleinkatzen - wobei: mein Scanner ist wirklich mies - zum Glückmist die Qualität der Dias besser. Nun Schwarzfußkatzen: gerade Ende der Achtziger lief die Zucht durch die Erfolge in Wuppertal so schlecht nicht. Hier Leipzig 1988 (09.04.2020, 15:52) | ||
| Adrian Langer: | Ìch bekam gerade eine interessante Nachricht aus Heidelberg. Ähnlich den Tigern, werden bei den Goldkatzen wohl nur noch eine Insel- und eine Festlandform unterschieden. Daher werden die Östlichen Goldkatzen nun mit den Tibetgoldkatzen "vermischt " (das wäre dann ja die Festlandform). Damit hat man ja nun die Individuenanzahl noch ein wenig gesteigert. (08.04.2020, 13:51) | ||
| W. Dreier: | So, die 9. ``Kiste`` ist geschafft: Schleichkatzen und andere Kleinkatzen - relativ viele sah ich in Posen in den Achtzigern - nur war Polen ja nicht so oft ``offen``: Servalgenette, Goldstaubmanguste, Nandinie (noch heute) , Fuchsmanguste - ja, unsere geliebte Suricate! Die kam mir erst spät unter die Objektive: 1981 in Halle, 1990 sah ich in Wuppertal in einer Anlage 17 Tiere -Prag hatte immer verschiedenste Verteter; Manul, Buntmarder, Ussuridachs, Binturong, Zwermungo, afrikan. Genette, Fischermarder -kurz nach dem Mauerfall sah ich die erste Riesenotterzucht bei Hagenbeck - das war Mai 1990 - die werden sicher schon Ende 89 geboren worden sein - afrikan. Zibetkatze in Leningrad 1984 -und mein erster Teufel in Köln, 1990 (02.04.2020, 15:50) | ||
| W. Dreier: | Wenn schon keine Kleinkatze, zumindest aber ein kleiner Leopard: arabischer Leopard (P.p. nimr), noch bis Israel vorkommend. Zuchtzentrum in Sharya (Emirate) - etwa über 30 Tiere (30.03.2020, 12:10) | ||
| W. Dreier: | Jetzt sehe ich : die Milli. Ja, traurig, die Milli mußten wir vor 4 Wochen einschläfern lassen. Nur 103 Jahre alt ist sie geworden - die 21 Jahre hat sie nicht mehr geschafft. Die seltenste Katze? Andenkatze? Vor 30 Jahren las ich, dass die Gobikatze maximal mit ``einer Hand an Exemplaren in Museen vertreten sei``. Dann stand ich vor 26 Jahren in Beijing vor einem Käfig: Felis bieti (nach Herrn Biet - so eine Art David. Es gab auch eine Katze - aber Zucht? in der Anlage? (30.03.2020, 12:04) | ||
| W. Dreier: | Es sei mir gestattet. Meine Katze Milli wurde in dieser Woche 20 Jahre alt. (07.05.2019, 10:11) | ||
| WolfDrei: | Zoo Report Brno, Heft 2 (2014) Aufgrund der guten Zuchtergebnisse bei der arabischen Wüstenkatze (F. margarita harrisoni) in Brno fanden sich dort in einem englisch-sprachigen Artikel einige statistische Angaben für die Zeit 2009 - 2012 Anzahl Tiere und Haltungen (in Klammer) Europa 32,27 (20); Nordamerika 12,16 (13); mittlerer Osten 38,42 (10); Asien 2,3 (1) Also 84,90 Tiere in 44 Haltungen Ort - Nachwuchs-Anzahl - Aufzucht in Klammern Al Ain 1,1 (0,0); Brno 7,3,4 (6,2); Eskilstuna 4,3,4 (2,1); Mulhouse 4,1 (2,0); Nesles 1,2 (0.0); Novosibirsk 4,4 (1,2); Pont Scorff 2,0 (2,0); Ramat Gan 2,3,4 (2,3); Tallinn 3,2,1 (0.2); Wuppertal 0,1 (0,1) Aus 28,20,13 also Aufzucht von 15,11 Aus “alten” Zeiten erinnere ich mich daran, dass etwa in den Siebzigern Tiere nur in der Haltung der Universität Tel Aviv existierten und dort auch züchteten. In zoologischen Haltungen befindet sich nur diese Unterart. (13.08.2014, 20:49) | ||
| WolfDrei: | aus Zooquaria: Die einzigen Fischkatzen Europas aus Sri-Lanka befinden sich in Port Lympne (1,0); Prag (1,0) und Ostrava (1,1) Nach 4 Fehlschlägen in Ostrava war die letzte Geburt und die Aufzucht erfolgreich. Geboren wurden 0,2. (01.02.2013, 12:42) | ||
| Michael Mettler: | Gestern Abend habe ich noch mal in eigenen Notizen nachgeforscht. Bis zu meinem Umstieg auf Digitalfotografie (also von ca. 1982 bis 2008) habe ich für meine Zoodias eine Art Inventarliste nach zoologischem System geführt. Immer dann, wenn ich in irgendwelcher Zooliteratur oder in ISIS Angaben zu Unterarten oder geografischen Herkünften gefunden habe, habe ich mir bei der betreffenden Art einem Vermerk gemacht, um Fotos bei nächster Gelegenheit umzubeschriften oder beim nächsten Besuch des Zoos besonders auf die Tiere zu achten. Beim Karakal - die TP-Berliner waren mir ja als einzige Ausnahme schon beim Fotografieren unterartlich bekannt - habe ich aus all diesen Jahren und Zoos im deutschsprachigen Raum sowie NL/B nicht eine einzige Notiz, also nie etwas Entsprechendes gefunden. (18.05.2012, 09:14) | ||
| Michael Mettler: | @Liz: Auch lustig - michaelis soll größer als alle anderen Unterarten sein und schmitzi kleiner als die Afrikaner. Also ist schmitzi der kleinste Karakal, aber möglicherweise unterartgleich mit dem größten... So viel zur Variabilität ;-) Und wieder bliebe die Frage, wie die Nominatform von Nord (diesmal sogar ab Sudan!) bis Süd durchgängig vorkommen kann, wenn es doch "dazwischen" weitere Unterarten geben soll (nach dieser Liste in Tansania sogar zwei). Da bliebe als mögliche Lösung, dass die eine Form die küstennahen Tiefländer bewohnt, die andere das küstenferne Hochland (Parallelen dazu gäbe es sogar bei großen Huftieren wie Weißbartgnu, Topi/Jimela oder Thomsongazelle). DANN allerdings gehört sowas meiner Meinung nach auch in die "offiziellen" Verbreitungsangaben, statt nur Länder aufzuzählen. (17.05.2012, 20:44) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver: Früher war es nicht selten, dass Zoos und Tierhändler Großkatzen aus Circussen übernahmen, und bis in die 60er Jahre hinein war z.B. die erfolgreiche Nachzucht von Tigern keineswegs selbstverständlich. Auch da war sicher mancher Zoo froh, wenn er "gute" Tiere bekam und dafür auf bekannte Unterartzugehörigkeit "pfeifen musste". Aber schauen wir doch einfach mal auf andere Kleinkatzen, und das noch bis zum heutigen Tage: Wer macht sich denn z.B. die Mühe, unterartreine Ozelots, Oncillen, Rohrkatzen oder Servale zu züchten bzw. auch nur Paare bekannter geografischer Herkunft zusammenzustellen? Das haben mit Sicherheit früher noch weniger Zoos gemacht - auch mit Karakalen. Selbst bei Nordluchsen, von denen ja schon lange diverse Unterarten in Umlauf sind, würde ich nicht auf absolute Unterartreinheit wetten, wenn die Ausgangstiere aus dem Tierhandel stammten. (17.05.2012, 20:33) | ||
| Liz Thieme: | @MM, ja in der Liste, wo ich das her habe, wurde angegeben, dass es nicht vollständig ist. Nochmal die Liste aus dem ZB 1995 F.c.caracal (Schreber, 1776) - Sudan to South Africa F.c.algirus (Wagner, 1841) - northern Africa - Morocco, Algeria, Tunisia F. c. damarensis (Roberts, 1926) - south coastal Angola, Namibia, western Botswana and Zimbabwe, northwestern South Africa F.c.limpopoensis (Roberts, 1926) - northern Transvaal to southern Tanzania, Zambia, southern Zaire, eastern Angola F.c.lucani (Rochebrune, 1885) - northwestern Angola and Gabon F.c.nubicus (Fischer, 1829) - northern Tanzania to Somalia, Ethiopia, and Sudan F.c.poeciloetis (Thomas & Hinton, 1921) - Senegal to Chad F.c.schmitzi (Matschie, 1912) - Mid-East to central India F.c.michaelis (Heptner, 1945) - Turkmenistan, western Uzbekistan, southwestern Kazakhstan Zusatz: The actual number of subspecies may be less and there may be little variation in color, size, features between them. F.c.michaelis is reported larger than the other subspecies (Heptner and Sludskii 1972) and F.e.schmitzi is on average smaller than the African subspecies ( Harrison and Bates 1991). Some believe F.c.schmitzi and michaelis should be classified as the same subspecies. Im 2005er steht noch das Gleiche. (Rechtschreibfehler sind dem Kopieren geschuldet aus dem PDF) (17.05.2012, 20:29) | ||
| Oliver Jahn: | @Michael, das halte ich sogar für sehr wahrscheinlich. Im Zusammenhang mit dem Karakalimport für Halle habe ich gerade die Zugangslisten des Zoos noch einmal durchgesehen. Da steht dann tatsächlich noch in den 60er Jahren Zugang: 1,0 Tiger; 1,1 Leopard; 1,0 Panther; Wer dachte in diesen Zeiten, in denen selbst bei diesen Großkatzen noch nicht mal unterschieden wurde, oder werden konnte (da Mischlinge) an Unterarten beim Karakal... (17.05.2012, 18:31) | ||
| Michael Mettler: | Nicht zu vergessen der Umstand, dass noch bis heute in vielen Zoos und bei vielen Tierarten gar nicht auf unterartreine Zucht Wert gelegt wurde und wird. Gerade früher war man oft genug froh, überhaupt Paare zusammenstellen zu können (in der Vor-Computer-Ära war es halt auch sehr viel schwieriger, überhaupt herauszufinden, woher man ein gesuchtes Tier bekommen kann), von Nachzucht ganz zu schweigen. Um Olivers Beispiel weiterzuspinnen, könnten somit theoretisch auch Unterartmischlinge (auch Afrikaner x Asiate) in den SU-Handel gelangt sein. (17.05.2012, 17:46) | ||
| Oliver Jahn: | Ich finde generell eine Aufteilung nach Ländern sehr problematisch und traue ihr äußerst selten. Und das gilt für die Aufteilung, die Liz eingestellt hat genau so, wie für die von Michael von der IUCN. Auf letzterer werden, wie schon erwähnt Armenien, aber auch Aserbaidschan ausgeschlossen. Bei Liz UA schmitzi fehlt ganz Vorderasien. Gerade in der älteren Literatur finden wir viel öfter eine Aufteilung nach Lebensräumen in Regionen, die deutlich weiter gefasst sind. Und Michael hat es selber geschrieben, kümmern sich Tiere wirklich um politische Grenzen? Weiterhin sind Listen, wie die der IUCN unter Umständen auch relativ aktuell. Das wiederum heißt, das Regionen, in denen es die Tiere vor 40 oder mehr Jahren noch gab, vielleicht gar nicht mehr einbezogen werden, und somit als Ursprungsgebiet für einen möglichen früheren Import ausgeschlossen werden könnten. Zu den Tieren ab den 50er Jahren, da ist die Herkunft wirklich recht dürftig, das Paar aus Halle von 1974 wird wenigstens als "aus der SU erhalten" deklariert. Aber natürlich kann es auch da sein, dass Tiere einer afrikanischen UA in einem sowjetischen Zoo gezüchtet wurden, und von da aus dann nach Halle gelangt sind. Denn auch hier war es nicht immer so, dass jedes Tier, welches von Ost nach West ging, tatsächlich ein Tier des Ostens war. Es gab z.B. einige afrikanische und asiatische Staaten, die sich auch politisch näher an der SU orientierten und zu ihr enge Beziehungen unterhielten. (17.05.2012, 17:21) | ||
| Michael Mettler: | Verglichen mit dem von der IUCN angegebenen Verbreitungsgebiet (als Karte hier: http://maps.iucnredlist.org/map.html?id=3847) fehlen in der Liste unten sogar noch etliche Staaten. Was bedeuten könnte, dass man sich bei den Unterartzugehörigkeiten der dortigen Tiere schlichtweg nicht sicher war...? (17.05.2012, 13:20) | ||
| Michael Mettler: | @Liz: Da sieht man mal wieder, welche Tücken überlieferte Verbreitungsangaben haben können. Nach der untenstehenden Liste würde bei der Nominatform eine riesige Verbreitungslücke namens Tansania zwischen Mosambik und Kenia klaffen, während nubicus "Ostafrika" (wozu klassisch Kenia, Uganda und Tansania gezählt werden) bewohnen soll. Von Nord nach Süd ergäbe das also ein Verbreitungsmosaik nubicus (Sudan, Äthiopien, evtl. Kenia), caracal (Kenia), wieder nubicus (Tansania), und wieder caracal (Mosambik bis Südafrika), wobei limpopoensis mit N-Transvaal quasi noch als Stoßkeil dazwischenkäme. Zweifel sind also erlaubt, deshalb wäre eine Revision nach heutigen Gesichtspunkten bestimmt interessant. (17.05.2012, 13:10) | ||
| Liz Thieme: | C.c. caracal - fast ganz Südafrika, Kenya, Mozambique C.c. algirus - Nordafrika (Marokko, Algerien, Libyen) C.c. damarensis - Namibia C.c. limpopoensis - nördliches Transvaal (Südafrika), Botswana C.c. lucani - Gabun C.c. nubicus - Ostafrika inkl Sudan und Ethiopien C.c. poecilictis - Nigeria C.c. Schmitzi - Zentral Asien bis Indien (ehemals extra: C.c. Michaelis - Turkmenistan) Von den deutschen Tieren (ab 50er) ist kein Tier auf eine Unterart zurückzuführen. Bei einem Tier aus Nordhorn war eine Oma Südafrikanerin. Bei Tieren die in Berlin TP waren und dann nach Halle kamen, könnte man schätzen, dass sie aus Asien stammen, da sie über Objed kamen und die haben viele asiatische Tiere bekommen. Ein weiteres Gründertier mit dem Weg Münster>GK>FFM hat afrikanische Wurzeln. (17.05.2012, 12:34) | ||
| Oliver Jahn: | Ich bin mir bewusst, dass optische Vergleiche immer hinken und Michael, bezgl. der Zuchtauswahl der Zoos, rein nach der Optik hatten wir ja schon öfter den gleichen Gedanken bei vielen Tieren. Dennoch möchte ich mal rein optisch schon eine deutliche Ähnlichkeit zwischen dem Tier von WolfDrei aus Sharjah und den Tieren aus Magdeburg (und Halle) feststellen. Und wenn eventuell über diese Schiene dann auch Tiere nach Hannover gelangt sind, dann hatten wir eventuell in etlichen Zoos Karakale MIT Unterart. Und wer weiß, vielleicht hatte FFM seine Tiere aus Afrika und damit ebenfalls UA mit eben einer deutlich anderen Färbung, die mehr ins rötliche geht. (17.05.2012, 10:07) | ||
| Michael Mettler: | Und zum Vergleich damit der erwähnte Net-Fund, laut HP ebenfalls schmitzi: http://s.alriyadh.com/2009/05/01/img/015055.jpg (17.05.2012, 08:36) | ||
| WolfDrei: | Zum Vergleich die UA schmitzi aus Sharjah (etwas unscharf) (17.05.2012, 00:03) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver: Geht mir ähnlich mit der Färbung. Die meisten Karakale, die ich früher gesehen habe, entsprachen in der Fellfarbe in etwa einem durchschnittlichen "Zoo-Puma", um für den schwer zu beschreibenden "grau melierten Braunton" einen greifbaren Vergleich zu finden. Im Net sind einige Fotos von schmitzi zu finden, zumindest bei dieser Unterart variiert die Färbung offenbar sehr stark (von "Löwengelb" bis hin zu einem rötlichen Individuum mit dichter schwarzer Bauchfleckung). Nun sind solche Variationen bei Wildkatzen nicht gerade selten (siehe das Nebeneinander von grauen und roten Afrikanischen Goldkatzen - dazu noch gefleckten und ungefleckten - oder Jaguarundis im selben Lebensraum). Gerät nun nur eine der Varianten in einen Zoo und wird dort weitergezüchtet, ohne dass die andere Färbung mal "herausmendelt", kann man natürlich leicht in Versuchung geraten, diese eine Färbung für unterarttypisch zu halten. Da z.B. Gelb und Rot lediglich Intensitätsabstufungen des selben Pigments sind und in allen fließenden Übergängen innerhalb einer Tierart, ja sogar Population vorkommen können (siehe z.B. Rotfuchs), wäre es immerhin möglich, dass der Karakal generell (also unabhängig vom Verbreitungsgebiet) variabler gefärbt sein kann als wir nach der Ansicht der Zooexemplare denken. (16.05.2012, 22:47) | ||
| Oliver Jahn: | Ich kannte Karakale aus Magdeburg quasi seit meiner Kindheit. Später dann sah ich auch die Tiere in Halle in dem Käfig am alten Affenhaus. Mitte der 90er sah ich dann meinen ersten und einzigen Turkmenen in Dresden, damals noch im alten Raubtierhaus. Und manchmal kann man so etwas schwer beschreiben, aber ich fand ihn gegenüber den Tieren in Magdeburg und Halle irgendwie einfarbiger und grauer, vor allem im Gesicht. Die Tiere, die ich bisher kannte waren irgendwie gelber. Nun mag das natürlich auch immer am Einzeltier liegen. Allerdings wurde der Eindruck, den ich in Dresden hatte, von WolfDrei`s Bildern aus Poznan jetzt wieder bestätigt. Was ich aber ebenfalls feststellen musste, dass die Tiere, die ich von früher kannte auf keinen Fall so rot waren, wie z.B. die Tiere, welche heute im Tierpark Berlin gezeigt werden. (16.05.2012, 20:07) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver: Ich will die Herkunft aus Armenien nicht anzweifeln (die Herkunft importierter Tiere muss ja nicht unbedingt identisch mit deren Fanggebiet sein), aber die IUCN führt dieses Land nicht unter den Staaten auf, in denen der Karakal vorkommt. http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/3847/0/biblio Aber immerhin grenzt Armenien an einen Vorkommensstaat, und Wildtiere halten sich ja nicht an politische Grenzen. (16.05.2012, 10:33) | ||
| Michael Mettler: | Und hier noch ein hannoverscher Karakal, aufgenommen zu einem nicht mehr rekonstruierbaren Zeitpunkt in der ersten Hälfte der 80er Jahre. Meines Wissens waren beide Tiere keine Wildfänge, sondern kamen aus deutscher und holländischer Nachzucht. Ich weiß nicht, ob es auch kälteempfindliche Karakal-Unterarten gibt, aber die damaligen Hannoveraner wurden meiner Erinnerung nach im Gegensatz zu einigen anderen Kleinkatzen der Käfigreihe auch bei Eis und Schnee in den Außenkäfig gelassen. Interessant finde ich an der Karakal-Systematik, dass die UA schmitzi ein riesengroßes Verbreitungsgebiet voller geografischer Barrieren bewohnt (von Arabien bis hinauf zum Elbursgebirge und ostwärts bis Zentralindien), an das im Norden das m.E. nicht unbedingt isolierte, recht kleine Gebiet der UA michaelis (des Turkmenen) anschließen soll. Ob die Unterartentrennung einer modernen Revision überhaupt noch standhält...? (16.05.2012, 10:18) | ||
| Michael Mettler: | Anbei ein Foto eines Magdeburger Karakals, aufgenommen im September 1993 - was natürlich nicht heißen muss, dass das ein unterartlich definiertes oder definierbares Tier war. In keinem der deutschen und niederländischen Zoos, die ich zwischen 1979 und 1999 besuchte und die Karakals hielten, waren sie unterartlich ausgeschildert. Dresden war lange Zeit der einzige Großzoo Deutschlands, der auf meiner Liste fehlte, dort war ich 1999 erstmals, und da stieß ich mit besagtem Turkmenen auf "meinen" ersten unterartlich bezeichneten Karakal. Gleichzeitig waren aber auch welche ohne Unterartangabe im dortigen Bestand. (16.05.2012, 09:56) | ||
| Oliver Jahn: | @Michael, ich schrieb ja, dass ich mich meine zu erinnere, einmal gelesen zu haben, dass die Tiere aus Armenien waren. Ich habe nur leider nicht die Zeit, danach zu suchen und weiß auch nicht mehr, wo ich es gelesen haben. Und wenn selbst Dathe keine mehr bekam, dann war es für Magdeburg sicher nicht unbedingt leichter. (15.05.2012, 22:11) | ||
| Michael Mettler: | ... und auch Posen dürfte seine Turkmenen doch wohl ursprünglich (wenn nicht aus einem anderen Zoo) über die Moskauer Tierhandelszentrale erhalten haben, die auch für den westdeutschen Tierhandel und für die DDR-Zoos die Bezugsquelle war? (15.05.2012, 21:43) | ||
| th.oma.s: | das Dresdner Tier stammt aus Posen und ist Anfang der 90iger Jahre importiert wurden. (15.05.2012, 21:34) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver, zu deinem Beitrag in "Zoos in Polen": Wenn die Magdeburger Karakale nicht unterartlich ausgeschildert oder in den FELIS-Heften und früheren Jahresberichten explizit angegeben waren, wären Turkmenen immerhin nicht ausgeschlossen. Immerhin wurden aus deren Herkunftsland z.B. Kulane und Uhus in den Export gebracht, warum also nicht auch Karakale? Irgendwoher muss ja auch das Dresdner Tier gekommen sein... (15.05.2012, 21:01) | ||
| WolfDrei: | @Oliver: Karakale waren offensichtlich immer rar in den DDR-Zoos. Die UA-Grenze wird ja so etwa mit "westlich und östlich" des Kaspischen Meeres gesetzt - Turkmenen also östlich. (15.05.2012, 20:59) | ||
| Oliver Jahn: | @WolfDrei, zum Thema der Karakale hier noch mal eine Frage. Waren die meisten Tiere in der ehemaligen DDR nicht UA schmitzi? Ich finde die Quelle nicht mehr, aber ich meine, dass Halle und auch Magdeburg Tiere aus der Sowjetunion hatten und da las ich mal, die Tiere wären aus Armenien. (15.05.2012, 20:34) | ||
| Michael Mettler: | Wir hatten im Forum u.a. in Zusammenhang mit Gondwanaland die Diskussion um Wald bewohnende Servale. Dazu fand ich nun in einem Artikel in der aktuellen Kölner Zoozeitschrift einige Hinweise. Laut diesen bilden die Hauptfaktoren im bevorzugten Lebensraum des Servals Wasser und Deckung. Verschiedene Autoren erwähnten demnach folgende Präferenzen: Feuchtgebiete im Allgemeinen, Savannen entlang von Flüssen und Sümpfen, Waldränder, Moorgebiete und Bambusdickichte in großen Höhen. Die im Artikel geschilderte Feldstudie im Sambia ergab, dass sich dortige Servale bevorzugt im Grasland und in Galeriewäldern aufhalten, aber Wälder ohne ausgedehnten Unterwuchs "eher meiden". Entscheidend ist also anscheinend nicht der Faktor "offene Landschaft" vs. "unter Bäumen", sondern wie offen bzw. deckungsreich der bodennahe Bereich im entsprechenden Lebensraum ist. Die aufgeführten Bambusdickichte bilden immerhin auch eine Art von Waldcharakter (u.a. Lebensraum für den Bongo), ebenso die Galeriewälder. (17.11.2011, 10:44) | ||
| WolfDrei: | Auch den Kleinkatzen geht es in Tallinn in einer neuen Anlage besser. (17.09.2011, 22:17) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha: Nix "Glück" - sowas nennt man "Argument" ;-D (04.02.2011, 10:59) | ||
| Sacha: | @MM: "Schlechtere Ueberlebenschancen" kann man ja auch auf den Beuteerwerb münzen. Gut, hast Du es präzisiert (Glück gehabt;)) (04.02.2011, 10:02) | ||
| Michael Mettler: | Na, hoffentlich muss da dann nicht auch die Feuerwehr ausrücken, wenn mal ein Manul im Baum sitzt wie bei uns eine Hauskatze :-D Spaß beiseite: OK, ich gebe mich mit der Beweislage zufrieden. Ich kenne aus eigener Anschauung oder von Fotos und Filmen z.B. Schabrackenschakale, Graufüchse, Vielfraße, Geparden und Hausziegen auf Bäumen, da werde ich mich auch noch an Manule dort gewöhnen... (03.02.2011, 22:02) | ||
| Oliver Jahn: | Ich bin immer wieder erstaunt, wer doch so alles in diesem Forum mitliest, und sich für diese Fragen hier intressiert. So eben erreichte mich eine Mail aus Russland, in der die Programmkoordinatorin einer russichen Organisation, die sich seit einiger Zeit direkt vor Ort in Studien um die Erhaltung des Manuls kümmern, folgendes schreibt: Normalerweise Leben Manuls in offenen Gebieten ohne Bäume - Steppen und Halbwüsten. Aber Wälder in der Nähe oder Baumgruppen gibt es. In solchen Fällen suchen die Manuls auch diese Orte auf, um dort zu leben, wenn die anderen Bedingungen geeignet sind (Beute, Schutz, nicht zu viel Schnee im Winter, etc..). Wir wissen von dieser Situationen für Wald-Steppe-Regionen im südlichen Sibirien in Russland. Wir beobachteten auch die Manuls die bewohnen die Wälder in der Republik Burjatien, und wir sahen Beobachtungen von Manuls auf den Bäumen... wo sie sitzen wie unsere Hauskatzen:).. ...Obwohl es ist natürlich nicht der übliche Lebensraum für Manuls. Und bevor mir jetzt hier ein Übersetzungesfehler unterstellt werden sollte, ich habe diese Mail von zwei Leuten unabhängig von einander übersetzen lassen...eine dieser Personen war 45 Jahre Lehrer für Sprachen. ;-) (03.02.2011, 21:26) | ||
| Michael Mettler: | @Sven: Wenn DAS "dichter Nadelwald" wäre, dann beeindrucken mich aber in Zukunft Schilderungen der endlosen Taiga Sibiriens kein bisschen mehr :-D @Oliver, ich kenne Dessau genausowenig wie den Baikalsee, vielleicht solltest du mir einfach mal deine "Wald-Manule" in natura vorführen, damit deine Begeisterung abfärben kann ;-) Aber wehe, die sitzen dann auch nur irgendwo rum und spielen "Stein"... (03.02.2011, 21:10) | ||
| Sven P. Peter: | Auf der Seite kann man sich auch anzeigen lassen in welchen Gebieten die Tiere im jeweiligen Land vorkommen: http://www.savemanul.org/eng/manul/areal.php?area=common (03.02.2011, 20:24) | ||
| Sven P. Peter: | Ich will mich gar nicht groß einmischen, habe nur eine interessante Seite zu dem Thema gefunden. Und wenn man danach geht, hat zwar Michael recht, jedoch stehen auch da, wie auf dem Bild zu sehen, Bäume in der Gegend rum! http://savemanul.org/eng/manul/places.php?area=ikh (03.02.2011, 20:21) | ||
| Oliver Jahn: | @Michael, du weißt doch, ich beantworte gern mal Fragen, die gar nicht mir gestellt wurden. ;-) Aber zum Thema, ich hatte die ganze Zeit diesen beiden Beiträge von dir vor Augen. "…warum ein Manulgehege einen "vernünftigen" Baumbestand haben solle, weil der nun mal nicht zum natürlichen Lebensraum dieser Tiere zählt" "Aber wir haben uns hier im Forum auch schon oft die Mäuler zerrissen, wenn Sandwüstenbewohner auf sattem Wiesengrün präsentiert werden oder Tiere, die im natürlichen Lebensraum NIE einen Felsen zu Gesicht bekommen, vor Felswänden. Da wäre der Manul im Wald eben ein weiteres Beispiel dieser Reihe." Da steht nichts von "unwahrscheinlich", "möglich" oder "könnte", sondern ja, genau so sieht für mich ein kategorischer Ausschluss aus, gerade weil ich deine sonstigen Beiträge kenne. Wenn dem aber gar nicht so ist, dann sind wir ja eigentlich ganz dicht beieinander. Denn auch ich schrieb ja immer wieder, dass ich den Lebensraum Steppe für den natürlichen und typischen, nur eben nicht für den ausschließlichen Lebensraum halte. Wenn du dieses ebenfalls nicht kategorisch ausschließt, dann unterscheiden wir uns nur noch im Grad der Wahrscheinlich, welcher bei mir wohl etwas stärker ausgeprägt ist, als bei dir. Und damit liegen wir nun wirklich so gut wie völlig auf einer Linie und Dessau hat für seine Manule eine Inneneinrichtung, die nicht nur schön ist, sondern deren "Vernunft" ebenfalls nicht ausgeschlossen werden kann. (03.02.2011, 20:05) | ||
| Michael Mettler: | @Sacha: Ja, hast du. Nur müssen sich Tiger - egal welcher Farbe - wohl nicht gerade vor Greifvögeln schützen wie eine Kleinkatze in offener Landschaft. @Oliver, du könntest es mit deiner Argumentation viel einfacher haben, wenn du schlichtweg die Quelle nennen würdest, der deine Äußerung entsprang: "Und dabei wurde unter anderem auch eine Population herangezogen, die in den dichten Nadelwäldern an den Ufern des Baikalsees lebt" (siehe den Beginn der Diskussion im Thread "Zoo Magdeburg"). Diese Quelle muss dir ja offenbar in irgendeiner Form vorliegen, und sie würde mich wohl eher überzeugen (und womöglich Faszination erzeugen) als eine Argumentation "in Burjatien gibt es neben der Steppe auch viel Wald, also warum sollten da drin keine Manule leben". Da könnte ich schließlich mit gleichem Recht sagen: Warum sollten da nicht Eichhörnchen in die Steppe vordringen? Die können schließlich nicht nur klettern, sondern auch sehr flink über den Boden laufen und sich in Erdlöchern verstecken. Und falls ihr Kot Nüsse und Eicheln enthält, dann weiß die Wissenschaft vielleicht noch nicht, dass da in der Steppe auch Bäume wachsen... Die Aufzählung, in der auch Eichhörnchen als Beute genannt werden, findet sich auf der Seite http://katzesleben.de/03wild/04_f_manul.php Exakt einen Satz davor heißt es in der selben Quelle: "Der flache Kopf und die tiefliegenden Ohren scheinen evolutive Anpassungen an das Heranpirschen an Beutetiere in offenem, nur gering bewachsenem Gelände zu sein." Die Liste der genannten Beutetiere enthält wiederum überwiegend Arten(gruppen), die in offenem Gelände leben, und auch die Nutzung von Fuchsbauten schließt offene Landschaft keineswegs aus (z.B. Steppenfuchs!). Sorry, aber da bin ich eher geneigt, im "Eich"hörnchen einen Übersetzungs- oder Formulierungsfehler zu sehen, statt dem dort schlicht "Hörnchen" stehen könnte/sollte/müsste (und dazu zählen auch Erdhörnchen wie die schon erwähnten Ziesel). Man liest z.B. in anderen Zusammenhängen auch oft von "Eidechsen", wo zoologisch korrekter "Echsen" gemeint sind usw. Ich habe in meinen Diskussionsbeträgen immer wieder Formulierungen wie "unwahrscheinlich", "fragwürdig", "könnte" oder "muss nicht notwendigerweise bedeuten" verwendet, die Ausnahmen durchaus zulassen. Ein kategorisches Ausschließen der Möglichkeit, wie du es mir zuzuschreiben versuchst, sähe für meinen Geschmack anders aus. Stimmt, von den beiden erwähnten Zoofans beteiligt sich nur einer an der Diskussion. Hätte ich schon auf meine auslösende Frage, die gar nicht an dich gerichtet war, eine schlüssige argumentative Antwort statt gar keiner bekommen, wäre ich vielleicht schon längst vom Wald-Manul überzeugt... (03.02.2011, 14:28) | ||
| Oliver Jahn: | @Michael, ich habe etliche Indizien versucht zusammenzutragen, die aus meiner Sicht die Möglichkeit von Manulen im Wald durchaus nicht ausschließen. Auf diese Indizien antwortest du mit Gegenindizien, ebenfalls ohne endgültige Beweise. Also will ich mich gern mit diesen auch noch mal auseinandersetzen. "Der Manul ist seit jeher als Steppenbewohner bekannt" Wenn ich mir Seiten anschaue, die sich näher mit dem Manul beschäftigen, dann lese ich dort, sehr oft: "Tatsächlich ist der Manul in vieler Hinsicht ein noch recht unbekanntes Wesen. Man weiß zwar, was er frisst, man kennt die Tragezeit (65 bis75 Tage), Lebenserwartung (max. 12 Jahre), Wurfgröße (vier bis sechs Junge) und Zeitraum bis zur Geschlechtsreife (vor Ablauf des ersten Lebensjahres) in der Gefangenschaft. Über das Leben der außergewöhnlichen Wildkatze in freier Wildbahn jedoch ist wenig bekannt." Der Rest, wie bereits gesagt, ist sehr oft nur eine Wiederholung von Fakten, die man im Wortlaut so auch auf etlichen anderen Seiten findet, und die nicht allein dadurch richtiger werden, nur weil man sie wiederholt oder von einander abschreibt. Dennoch finde ich auch hier immer wieder Dinge, da man nicht auf jeder anderen Seite findet, so wie folgende Aussage: "Das Beutespektrum des Manul ist recht vielfältig, so macht er Jagd auf Pfeifhasen, Wühlmäuse, Murmeltiere, Eichhörnchen und auf eine Vielzahl von Vögeln, darunter Lerchen und Flug- und Schneehühner. Der Manul versteckt sich tagsüber in Bodensenken oder kleinen verlassenen Höhlen, die er von Murmeltieren oder Füchsen übernommen hat." Zumindest Eichhörnchen und Füchse gibt es auch im Wald, ja, ich gehe sogar noch etwas weiter: Das Eichhörnchen ist seit jeher als Waldbewohner bekannt. "Eichhörnchen leben in den Wäldern Europas und Asiens in allen Höhenlagen. In Australien kommen sie überhaupt nicht vor. Wichtig ist das Vorhandensein von samenbildenden Bäumen, die die Nahrungsgrundlage bilden, Zapfen, Bucheckern, Eicheln, Nüsse, Knospen, Baumrinde, Insekten und Eier." Alles das steht im Netz und ist keinesfalls nur meine Aussage. Dann setzt du dich mit der Fellfärbung auseinander, ebenfalls keine Aussage von mir, sondern bei Grzimek nachzulesen. Und meine Theorie könnte hier genauso greifen, wie deine, denn beim Tiger sollen die Streifen der Tarnung im Wald dienen, beim Zebra in der Steppe. Du schreibst, Burjatien wird mit der Mongolei verglichen, ich sage, es hat große Steppen, aber eben auch viel Wald. Und wenn ich dann auf diese Seite schaue: http://www.juwongs.de/geografische_lage.htm dann ist das nicht nur eine Aussage von mir, sondern dann steht da: "In der waldreichen Burjatischen Republik gibt es zahlreiche Flüsse. Die meisten davon fließen in den Baikalsee. Die Selenga, die in der Mongolei entspringt, durchströmt Burjatien auf einer Länge von 415 km. Sie bildet eine wichtige Verkehrsader und Verbindung zur Mongo¬lei. Der Witim, der gleichzeitig die nordöstliche Grenze zum Gebiet Tschita bildet und zum Lena-System gehört, ist mit 1.294 km der längste Fluß von Burjatien. Er ist dort auf 730 km schiffbar. Der Bargusin bewässert die Bargusin-Steppe zwischen Bargusin- und Ikat-Gebirge, ein wichtiges landwirtschaftliches Anbaugebiet. Neben dem Baikalsee, der fast vollständig zum Gebiet der Burjatischen Republik gehört, gibt es zahlreiche kleinere Seen, überwiegend im Baikal-Bergland und im Ost-Sajan. Diese Seen sind aber zumeist recht klein und werden aus den Gletschern gespeist." Und ich finde dort ein Bild, welches nun wirklich nicht gerade nach Steppe aussieht. Also keine Aussage von mir, sondern eine, die ich genauso im Netz gefunden habe, wie du die deine, bzgl. des Vergleichs mit der Mongolei, ebenfalls von Leuten geschrieben, die dort bereits waren und sogar Fotos gemacht haben. Wenn der Luchs den Manul im Wald verhindert, warum hat dann der Jaguar den Ozelot nicht schon in die Pampassteppe abgedrängt und warum weichen dann Rotluchse, die sehr anpassungsfähig sind, dem Puma nicht in andere Regionen hinein aus? Und noch einmal, ich habe nie angezweifelt, dass der Hauptlebensraum des Manul die Steppe ist. Aber ein Hauptlebensraum und das Wort, "hauptsächlich" welches ich in etlichen Beschreibungen finde, lässt eben immer auch eine Ausnahme zu. Und nur von der spreche ich. Also sei nicht böse, aber als Indizien stehen da für mich den Äußerungen zweier Zoofans (von denen sich ja nur einer an der Diskussion hier beteiligt), die von dem Gedanken fasziniert sind, die Äußerungen eines Zoofans entgegen, der diese Faszination nicht teilen kann. (03.02.2011, 12:43) | ||
| Sacha: | @MM: "Wo die Felsen rötlich sind, hätte ein grauer Manul schlechtere Überlebenschancen als ein rötlicher; zwischen glatten Findlingen ist ein ungemusterter Manul besser getarnt, zwischen rissigen Klippen ein gemusterter." Interessant, interessant. Habe ich nicht mal diese Argumentation beim Thema "Weisse Tiger" (resp. deren Selektion) gebracht...?:) (03.02.2011, 10:33) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver: Ja, und ich habe auch noch gut in Erinnerung, wer bei mancher Querdenkerei von mir die Rolle des advocatus diaboli spielte... Jetzt ist es eben mal umgekehrt ;-) Ich erlaube mir mal eine kurze Zusammenfassung: - Der Manul ist seit jeher als Steppenbewohner bekannt. Er wurde früher sogar hie und da mit der Artbezeichnung "Steppenkatze" belegt, aber das hat man wohl wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit dem gleichnamigen Formenkomplex der Wildkatze später vermieden. - Du erwähntest (noch im Thread "Zoo Magdeburg") eine Freilandstudie bezüglich des Nahrungsspektrums, die u.a. an einer Population in den dichten Nadelwäldern des Baikalsees gemacht wurde. Auf der Suche nach dieser Studie fand ich bisher nur Angaben, die auf eine Steppen- bzw. Geröllhangherkunft der verdauten Beutiere schließen lassen, da die betreffenden Arten nach allgemeiner Ansicht nicht in Wäldern vorkommen. Hingegen fand ich keinen Hinweis auf eine untersuchte Waldpopulation von Manulen, deren Kot zwangsläufig ganz andere Tierüberreste enthalten müsste, so dass eine Gegenüberstellung beider "Ökotypen" in Veröffentlichungen sicher interessanter wäre als die bloße Erwähnung nur eines dieser Typen. Du selbst ziehst die Studie als Beleg für die Waldtheorie heran, aber nicht ihre Ergebnisse - deshalb würde mich ja durchaus interessieren, was in der Studie über Untersuchungen im Wald geschrieben steht. Darüber finde ich nämlich bisher nichts. - Du erwähntest das "grüne" Burjatien als Beleg für Waldmanule - ich war auch noch nie dort, aber eine auf die Baikalseeregion spezialisierte Website vergleicht Burjatien wegen seiner weiten Steppenlandschaften (in denen Manule nachgewiesen sind) mit der Mongolei. Ja, das sind alles nur Indizien, keine endgültigen Beweise. Aber die Infos darüber stammen eben von Leuten, die schon mal vor Ort waren oder ständig dort sind. Sei mir nicht böse, aber die einzigen Indizien dafür, dass Manule Wald (sogar dichten Wald) bewohnen sollen, finde ich bisher (wie gesagt, ich lasse mich wirklich gern vom Gegenteil überzeugen) in den Äußerungen zweier Zoofans, die Manule auf Bäumen faszinierend finden. Färbungsunterschiede der Unterarten können unterschiedlichste Gründe haben, statt einer Anpassung an gehölzreicheren oder offeneren Lebensraum könnte dabei z.B. auch die Farbe und Struktur der jeweils vorhandenen Felsenlandschaft eine Rolle spielen. Wo die Felsen rötlich sind, hätte ein grauer Manul schlechtere Überlebenschancen als ein rötlicher; zwischen glatten Findlingen ist ein ungemusterter Manul besser getarnt, zwischen rissigen Klippen ein gemusterter. Übrigens haben selbst Sandkatzen (noch) ein - wenn auch abgeschwächtes - Streifenmuster und geraten trotzdem nicht in Verdacht, durch Wälder zu streifen. Da du den Luchs ansprichst: Gerade, DASS dieser die relativ ungestörten Waldgegenden besiedelt, könnte dafür sprechen, dass der Manul lieber in der offenen Landschaft bleibt. Luchse sollen kurzen Prozess mit kleineren Nahrungskonkurrenten wie Mardern und Wildkatzen machen. Da ist für den Manul die Steppe, wo er bessere Chancen hat, seine Feinde rechtzeitig zu sehen (denn das Gehör dürfte durch die kleinen, tief im Fell steckenden Ohren schlechter sein als bei "normalohrigen" Katzen), womöglich schlichtweg sicherer als der Wald. (03.02.2011, 00:02) | ||
| Oliver Jahn: | Michael, vielleicht fahre ich irgendwann mal dahin, und dann gibt es ja vielleicht auch ein Beweisfoto. Aber um Beweise ging es mir gar nicht. Wenn ich hier ins Forum schaue, dann sind unzählige Beiträge (ich verweise da noch mal auf den Thread "Löwen") Theorien, über Arten und Unterarten, mögliche "Flaschenhälse", Wanderungsbewegungen und vieles mehr, die weitere Aufzählung kann ich mir sparen, denn gerade du wirst ja deine Beiträge am besten kennen. Und darum kam ich ja auch zu dem Schluss, hier etwas erstaunt zu sein, über diesen kategorischen Ausschluss der Theorie "Manul im Wald". Darum möchte ich auch noch einmal zusammenfassend darlegen, warum ich auch ohne einen Beweis sehr wohl daran glaube, es sogar für sehr wahrscheinlich halte, dass es auch Manule gibt, die Waldgebiete bewohnen. Es ist noch immer sehr wenig über den Manul bekannt, das wenige, was wir wissen, klingt auf den meisten Seiten so, als wäre es von einander abgeschrieben. Die Regionen, in denen der Manul vorkommt, die haben sehr viel Steppengebiete, aber in den meisten dieser Gebiete gibt es auch sehr viel Wald. Das Internet biete heute eine sehr schnelle und bequeme Möglichkeit, fast alles nachzuschlagen. Trotzdem bin ich (wie du ja auch) noch immer ein Freund des Buches. Und wenn ich da mal in zwei Hauptwerke schaue, nämlich Grzimeks Tierleben und Urania Tierreich Säugetiere, dann steht auch dort, dass der Manul die asiatischen Steppen und Hochsteppen bewohnt, aber auch Gebirgsgebiete in Zentralasien, wie die südlichen Himalajaabhänge, in denen es natürlich auch Felsen und Geröll gibt, aber eben auch sehr waldreich Gebiete, einige sogar gerade an den Südhängen mit dichten Laub- und Nadelwäldern, ähnlich wie am Baikalsee und gerade diese Unterart (nigripectus) ist am stärksten gestreift und rötlichgrau gefärbt, während die Unterart, die in Zentralasien lebt (manul manul) eher grau und kaum gestreift ist. Da lese ich an anderer Stelle und nicht von mir geschrieben förmlich den Satz: "Könnte das nicht eventuell auch ein Merkmal für eine Anpassung an unterschiedliche Lebensräume sein, in denen die Streifen und das rötliche Fell in einer waldreichen Gegend deutlich mehr Sinn machen würde, und das grau ohne Streifen eine perfekte Tarnung zwischen Steinen und in der Steppe wäre?" Das, was wir über sein Beutespektrum wissen, dass wissen wir aus 500 Kotproben. Wenn daraus jemand sonst hier im Forum eine Allgemeingültigkeit abgeleitet hätte, dann wäre aus etlichen Federn aber sofort geflossen, dass das ja wohl nicht aussagekräftig genug wäre. In vielen Bereichen des extrem großen Lebensraumes des Manuls gibt es so gut wie keine Zivilisation. Das Verbreitungsgebiet der Katze ist geografisch gesehen außerordentlich groß, es erstreckt sich immerhin vom südlichen Kaukasus über Turkmenistan, Usbekistan, Nordpakistan und Nordindien bis in weite Bereiche Tibets, des westlichen und nördlichen China und die Mongolei bis zur Region des Baikalsee in Russland. Wer also hat dort schon mal genauer nachgesehen? In ebenfalls vielen Bereichen (wie von dir beim Baikalsee beschrieben) geht sein "klassischer" Lebensraum in Wald über. Warum sollte gerade der Manul es hier nicht so tun, wie extrem viele andere Arten, und sich auch diesen Lebensraum erschließen? Wenn ich mir mal anschaue, in was für Landschaften z.B. Luchse leben, dann stell ich mir schon die Frage, was da am Manul so viel anders sein soll? Ist ein Dromedar vor australischer Kulisse "vernünftig"? Und ein Marderhund in Seesen? Schließlich sprechen wir von einer Katze, einer Art in einer der anpassungsfähigsten Tierfamilien, die fast jeden Lebensraum erobert hat, und nicht von einer Robben- oder Steppenantilopenart, die ich in meine gedanklichen Möglichkeiten in dichte Wälder verfrachte. Weiterhin sind Manule in vielen Regionen fast gänzlich ausgerottet. Gibt es Fotos von Auerochsen im deutschen Wald? Dennoch sollen sie da einmal gelebt haben und wir glauben es. Ja, es gibt Knochenfunde und es gibt Stiche und Zeichnungen. Aber warum denn? Weil dort auch Menschen lebten, die dieses getan haben und die es in vielen Gebieten, in denen der Manul lebt, nicht gibt. Ja, vielleicht ist es so, dass noch nie ein Manul seine kleinen Tatzen jemals in ein Stück Wald gesetzt hat. Vielleicht stehen auch in den Steppen an der Übergängen zu den Wäldern Schilder, auf denen ein Bild von einem Manul ist und drunter steht geschrieben: " Du kommst hier nicht rein!" Ja, vielleicht ist gerade der Manul eine so extrem spezialisierte Art, dass er in keinem anderen Habitat, als dem heute bekannten überleben kann. Vielleicht ist es aber so auch nicht und wir wissen es nur nicht. Bei der extrem dürftigen Faktenlage, die es gerade über dieses Tier gibt, schließe ich auf jeden Fall für mich kategorisch aus, jeden weiteren Lebensraum für den Manul auszuschließen. Für mich hat er alles, was ihn auch als Waldbewohner erfolgreich machen würde und wenn immer mehr Pfeifhasen vergiftet werden und die Beute knapp wird, dann gäbe es überhaupt keinen Sinn, warum gerade dieses Tier nicht auch die Wälder nutzen sollte. Zweifel am Manul im Wald, klar, unwahrscheinlich, von mir aus, obwohl ich selbst das anders sehe, aber "…weil der nun mal nicht zum natürlichen Lebensraum dieser Tiere zählt."…da kann ich nicht mitgehen. Und weißt du, wer mich in etlichen Fällen mit einer ähnlich fragilen Datenlage gerade zu dieser Denkweise immer wieder ermunter und angehalten hat? ;-) (02.02.2011, 19:47) | ||
| Michael Mettler: | @Oliver, da wir gerade gleichzeitig gepostet haben: Ich habe die nicht die Studie selbst gefunden (Russisch könnte ich ohnehin nicht lesen), sondern gehe davon aus, dass sich die auf diversen deutsch- und englischsprachigen Websites zu findenden Angaben über eine Studie, in der Manul-Kotproben untersucht wurden, auf diese beziehen, denn eine zweite wird nicht erwähnt. Falls es aber nur EINE Studie gegeben haben sollte, bei der offenbar ausschließlich Überreste von Tieren offener Landschaften im Kot der Manule zu finden waren, dann würde ich eher darauf schließen, dass auch die untersuchten Manule dort in einer offenen Landschaft leben, als mit ihnen zusammen auch ihre gesamte Beutefauna in den Wald hinein zu interpretieren. Glaub mir, ich fände es ja selber spannend, wenn es Manule oder andere typische Freiflächentiere irgendwo auch in dichten Wäldern gäbe. So wie ich z.B. auch faszinierend finde, dass Zoologen in Afrika angeblich bei der Auswertung von Fotofallen zu ihrer Verwunderung feststellen mussten, dass Löwen und Hyänen zumindest zeitweise auch in den Regenwald vordringen. Aber für diese aus einem Buch stammende Angabe habe ich bislang genausowenig Beweise gesehen wie für Manule im Wald. (01.02.2011, 23:58) | ||
| Oliver Jahn: | ...stimmt..und einiges an Wald. (01.02.2011, 23:43) | ||
| Michael Mettler: | Ein paar Zitate von der Website www.baikalinfo.com: "Nicht zuletzt werden vor allem Ausländer von den weiten Steppenlandschaften Burjatiens an die Mongolei erinnert." "Im südlichem Küstengebiet (des Baikal-Lena-Reservates) befinden sich prärieartige Steppen, welche weiter nördlich in Lärchenwälder und später in Taiga-Wälder übergehen." "Pribaikalski Nationalpark: Er erstreckt sich von der Südspitze bis zur Insel Olchon und umfasst sowohl Wald- als auch große Steppenflächen." Ohne die Augen vor den Erwähnungen von Wald verschließen zu wollen, lese ich da doch einige "typische" Manul-Lebensräume aus der Umgebung des Baikalsees heraus. (01.02.2011, 23:35) | ||
| Oliver Jahn: | Auf dem Bild ist ein Küstenstreifen zu sehen, und selbst auf dem steht ein Baum. Du hast die Studie doch selber gefunden, wie du schreibst. Da wird von einer Population am Baikalsee gesprochen, die in der Republik Buriatien lebt. Die Gebiete des Baikalsees dort sind bewaldet, so wie ich lese, obwohl mein russisch nicht mehr das beste ist. Und ich will gar keine Zweifel zerstreuen, ich zweifele ja am Dogma Manul= NUR Steppe. Ich wundere mich nur, dass bei manchen Tierarten alles, was in den Büchern steht, in Zweifel gezogen wird, bei anderen gelten sie als unumstößlich. Und im Vergleich zwischen Löwen und Manulen gibt es sicher ein Vielfaches mehr an Literatur zum Löwen. Ich schließe Manule im Wald nicht aus. Letzlich gibt es Löwen, die fast nur IM Wasser leben. Da liegt ein Manul im Wald doch deutlich näher. Zur Beutefauna, das sagst du ja selber, vielleicht war der Kot der anderen (Steppen)Tiere einfach viel häufiger und besser zu finden. Das mit den Saigas...geschenkt. (01.02.2011, 23:27) | ||
| Michael Mettler: | Oliver, "grün" ist auch Steppe, und wenn am Baikalsee nur dichter Nadelwald stünde, würdest du auf dem betreffenden Foto nicht mal das Wasser sehen, weil im Vordergrund Bäume stünden ;-) Der auf dem Bild zu sehende Randbereich des Sees passt jedenfalls bestens ins überall geschilderte Manul-Schema. Nun ist der See riesig und anderswo reicht der Wald bestimmt auch mal bis an die Uferlinie heran, aber das muss ja nicht notwendigerweise bedeuten, dass dann da auch Manule leben. Kategorisch ausgeschlossen? Nach der bewussten Kotprobenanalyse müsste ja nicht nur der Manul, sondern auch der Großteil seiner Beutefauna ausgerechnet am Baikalsee in einem für sie völlig untypischen Lebensraum vorkommen, und das macht die Sache eben unwahrscheinlich. Oder stolpern da womöglich auch noch Saigas durchs Unterholz, von denen die Wissenschaft nichts ahnt...? Ja, ich denke gern quer und zweifele auch gern mal. Vielleicht kannst du die Zweifel ja ganz einfach zerstreuen, wenn du mir sagst, wo ich das über die Nadelwald-Manule nachlesen kann. (01.02.2011, 23:07) | ||
| Oliver Jahn: | Ach ja, und von dem, was es in den Tiefen Sibiriens gibt, und was wir alles noch nicht kennen, will ich gar nicht anfangen. Und auch Zentralsibirien wird als Lebensraum des Manul angegeben. Gerade du Michael sagst doch immer, man solle auch mal quer denken und nicht immer dem glauben, was von Fachleuten in Büchern geschrieben wird. Es gibt so viele Tiere, die so unterschiedliche Lebensräume erobert haben, warum gerade sollte da der Manul, von dem wir so wenig wissen, so kategorisch ausgeschlossen sein? (01.02.2011, 22:39) | ||
| Oliver Jahn: | Ich sehe auf diesem Link nur ein Foto vom Baikalsee. Und das zeigt weder Steppe, noch Geröll. Und wenn ich über Buriatien nachlese, dann sind gerade dort die Baikalregionen sehr grün. (01.02.2011, 22:32) | ||
| Michael Mettler: | Um die Manul-Diskussion aus dem Thread "Zoo Magdeburg" herauszunehmen: @Oliver, am Baikalsee gibt es auch Lebensräume, die der in der Literatur beschriebenen Spezialisierung des Manuls auf Trockensteppe und Geröllhänge durchaus entsprechen. Ein Beispielfoto (neben anderen Fotos aus Manul-Biotopen) findet sich hier: http://www.pictures-of-cats.org/pallas-cat.html Dass wir lange nicht alles über frei lebende Tiere wissen, darin stimme ich gern zu, ebenso, dass etliche Angaben in der Literatur tradiert wurden, ohne sie mal auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Aber dass am Baikalsee mit Manul, Pfeifhase, Steinhuhn und Ziesel gleich vier sehr unterschiedliche Tierarten dichten Nadelwald bewohnen sollen, die überall sonst nur als Bewohner offener Landschaften bekannt sind, erscheint mir doch recht fragwürdig. Wenn ein waldiges Gehege Manuls im Zoo zu Aktivität anregt, ist das schön für Tiere und Besucher. Aber ich habe auch schon z.B. sehr aktive Amurtiger in einem indischen Palast und sehr aktive Flusspferde in einer Felsenhöhle beobachten dürfen (an beiden Präsentationsformen wird ja gern herumgemäkelt) und frage deshalb trotzdem nicht, welche Zoos ihren Hippos "vernünftige" Höhlen bieten :-) (01.02.2011, 22:20) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Zumindest bei einigen der geschilderten Neuerungen liegen kombinierte Forschungen aus Genetik und Morphologie vor, was die Zweifel ein wenig dämpfen müsste. Letztlich haben wir auch die altgewohnten morphologischen Art-/Unterartgliederungen nur geglaubt, weil man in Büchern versuchte, sie plausibel darzustellen (wobei ich mich z.B. bei Papageien gern gewundert habe, wie 10 mm Unterschied in der Schnabellänge als Abgrenzungsmerkmale herhalten konnten...) und es im Normalfall keinen Gegenentwurf gab, den wir als Alternative hätten akzeptieren können. (27.07.2009, 12:44) | ||
| IP66: | Ergebnisse wie die von Dir geschilderten lassen mich ja wieder einmal an der Relevanz der quantifizierenden Genomanalyse in Sachen Taxonomie zweifeln. Ich würde mich ja nicht wundern, wenn hier und da bislang erzielte Ergebnisse relativiert würden, aber in fast allen Fällen dieser Untersuchungen stimmt praktisch nichts mehr, und damit dient die hier angewandte Methode ja nicht der Ergänzung der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern sie will diese ersetzen. Sicherlich handelt es sich um schwieriges Gelände, da der Evolutionsbegriff noch der der Unterart seltsam zwischen einem Verständniskonstrukt und einer wissenschaftlichen Annahme oszillieren, und ich möchte jeden Versuch begrüßen, der in diesen Fragen zu klareren Konturen führt. Doch wenn eine neue Meßmethode zu Ergebnissen führt wie die Genomanalyse bei den Kleinkatzen, würde wohl jeder Physiker einen Meßfehler vermuten. Ein gewisses Grundübel der Taxonomie scheint darin zu liegen, daß jeder neue Forscher gerne ganze neue Sortierungen und Unterartgrenzen vorführt, doch habe ich den Eindruck, daß das bei Herrn Rothschildes Kasuaren wie auch bei den Seqzenzenzählern zu Antworten führt, die mir eher als Glaubenssätze erscheinen wollen. Die große Frage stellt sich ja auch erst, wenn man aus diesen Glaubenssätzen Handlungsmaximen entwickeln will - was, wie wir beim Tigerzuchtprogramm sehen, ja durchaus nicht nur akademische Dimensionen betrifft. (27.07.2009, 12:06) | ||
| Michael Mettler: | Habe noch ein bisschen geblättert. Leider finden sich über die neueren Ergebnisse und Vermutungen immer nur kurze Anmerkungen, aber die sind durchaus interessant: - Bei der Oncilla sind mittelamerikanische Tiere von denen im Süden Brasiliens genetisch so weit entfernt wie sonst nur getrennte Arten innerhalb der Gattung Leopardus. Eine Aufsplittung in zwei, vielleicht sogar vier Arten ist in Diskussion. - Umgekehrt bei der Kleinfleck- alias Salzkatze: Hier weisen die genetischen Ergebnisse darauf hin, dass die bisherige Einteilung in vier Unterarten nicht haltbar sein dürfte und die Art monotypisch ist. - Für die Pampaskatze alias Colocolo wird wie erwähnt die Aufteilung in drei Arten oder mindestens deutlich eingrenzbare Unterartengruppen diskutiert, die sich nicht nur genetisch, sondern auch in morphologischen Details unterscheiden. - Die Afrikanische Goldkatze soll näher mit dem Karakal als mit den Asiatischen Goldkatzen verwandt sein. - Beim Geparden bestätigen die genetischen Untersuchungen nicht die nach der Morphologie eingeräumte Sonderstellung, sondern rücken ihn relativ nah an Puma und Jaguarundi heran - wenn man so will, wäre er damit eine Kleinkatze... - Iriomote- und Amurkatze liegen genetisch innerhalb der Variationsbreite der Bengalkatze und werden somit nur (wieder) als Unterarten von dieser betrachtet. Die Abtrennung der Amurkatze als eigene Art fußte auf einem Vergleich mit südostasiatischen Bengalkatzen und ignorierte die dazwischen vorkommenden chinesischen Populationen, die zwischen den beiden Formen vermitteln. - Die Hauskatze soll NICHT von der Falbkatze abzustammen, sondern einen gemeinsamen Vorfahren mit ihr haben! Wild-, Falb- und Steppenkatze werden in diesem Buch (wieder) als Unterarten(-gruppen) von Felis silvestris geführt. (26.07.2009, 23:21) | ||
| Michael Mettler: | @Henry Merker: Zum Buch siehe Thread "Zoo-Literatur", da hatte ich schon eine Kurzkritik verfasst. Ich habe längst nicht alles gelesen und diesmal speziell nach den Leoparden überflogen, aber nebenher ist die diskutierte Splittung der Oncilla in zwei Arten und des Colocolo in drei Arten hängengeblieben. Die Eingliederung des Jaguarundi in die Gattung Puma nach genetischen Ergenissen gehört ebenfalls dazu. (26.07.2009, 20:48) | ||
| Henry Merker: | @Michael Mettler (Leopardenunterartenthread): Welche Umwälzungen hat es denn in der Katzensystematik gegeben? Und ist das von Ihnen beschriebene Buch zu empfehlen? (26.07.2009, 20:14) | ||
| Jörn Hegner: | gibt es heute noch ein zoo der diese marmorkatzen aus asien hält ? weil die gabs ja früher im los angeles zoo . (12.11.2008, 21:38) | ||
| WolfDrei:: | Die letzten afrikanischen Goldkatzen waren in Port Lympne , noch von Prof. Leyhausen. Das letzte Tier starb etwa 1995 hochbetagt über 20 Jahre alt-ich kam leider einige Monate zu spät (23.04.2007, 10:55) | ||
| Shensi-Takin: | Laut dieser Seite: http://www.thefcf.com/species/GoldenCat.asp?key=307 hält keine bekanntere offizielle Einrichtung zzt. Afrikanische Goldkatzen; das schließt allerdings nicht die Haltung der Art in einem z.B. afrikanischen Zoo oder bei dem einen oder anderen Privatmann aus. (17.04.2007, 21:00) | ||
| ?: | Verzeihung ! (17.04.2007, 20:49) | ||
| Michael Mettler: | ART bitte, die Afrikanerin ist nicht nur Unterart :-) (17.04.2007, 20:24) | ||
| ?: | Das sind Asiatische Goldkatzen. Alle in Deutschland gezeigten Goldkatzen sind Asiatische, aber wer hält noch die afrikanische Unterart ? (17.04.2007, 20:03) | ||
| Angelique: | Also ich meine, ich hätte die Goldkatze im Wuppertaler Zoo gesehen?! (17.04.2007, 19:56) | ||
| ?: | Werden in Europa noch Afrikanische Goldkatzen gehalten ? In Rotterdam habe ich sie 1987 gesehen, seither in keinem anderem Zoo mehr. (17.04.2007, 17:43) | ||
| Michael Mettler: | Weiß zufällig jemand, wann und wo in Deutschland/Europa/Welt erstmalig Oncillas gezüchtet wurden? Mich interessiert, ob die Nachzucht 1973 in Hannover möglicherweise eine Erstzucht war. (10.12.2006, 15:35) | ||
| Mulan: | Mittlerweile ist das nicht mehr so, denn an der Zucht sind sowohl ein Kater von Aspinall und eine neue Wildfangkatze beteiligt. Und nach wie vor stapeln sich die Rostkatzen in der Bärenburg, die werden bald den Weihnachtsgrußkarten als Anhängsel beigelegt.... (23.11.2006, 09:16) | ||
| Dortmunder: | @ Karsten Vick : Habe mich grade nochmal mit dem Rostkatzen-Thema auseinandergesetzt, und wirklich : In einem mir vorliegenden Frankfurter Zooführer steht ganz klar, dass alle Zoo-Rostkatzen Europas & Nordamerikas (!!!!) auf ein Zwillingspaar zurückgehen, das 1975 aus Sri Lanka eintraf !!! Da brauchen wir Dortmunder uns ja wegen unseres Oncilla-Zuchtpaares gar keine Sorgen mehr zu machen ;o) (23.11.2006, 08:16) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Muss ja nicht mal ein "Ersatz"käfig sein, Unterbringungen hinter den Kulissen sind anscheinend häufig nicht nur optisch wenig ansprechend, sondern auch eng. Ich hatte mal die Gelegenheit, den Pflegerbereich des Henri-Martin-Hauses in Rotterdam (damals noch mit Affen und Nachttieren besetzt) schauen zu dürfen. Die Unterbringung der Reservetiere der Schwarzfußkatzen unterschied sich weder optisch noch größen- und materialmäßig sonderlich von den bei Züchtern üblichen Kaninchenställen in Buchtenbauweise. Und in sowas wurden dort auch noch andere Tierarten gehalten, an die ich mich allerdings nicht mehr erinnern kann. Vielleicht waren das ursprünglich Krankenkäfige, die dann aus Platzmangel zu Dauerunterkünften wurden. Im Vergleich dazu sind z.B. die Unterkünfte im alten Wuppertaler Max-Planck-Institut meiner Erinnerung nach nicht kleiner als bei klassischer Zoohaltung, wenn auch reine Zweckanlagen ohne optisches Brimborium. Ich sah dort damals die ersten Oman-Falbkatzen und hatte nicht den Eindruck, dass sie dort beengter untergebracht waren als ihre Verwandten im Kleinkatzenhaus. (14.07.2006, 14:16) | ||
| Johannes Pfleiderer: | Ich kann noch eine Ergänzung liefern: Servale werden auch in Hoyerswerda gehalten. (14.07.2006, 13:34) | ||
| IP66: | Wieder einmal der klassische Fall: Man baut Großanlagen im neuen Haus, und manche wichtige Rarität sitzt dann über Jahrzehnte in irgend einem Ersatzkäfig, der weniger geeignet ist als die Anlagen im Altbau. (14.07.2006, 11:52) | ||
| Michael Mettler: | In der Frankfurter Zoo-Soap auf HR habe ich Anfang des Jahres gesehen, wie die Rostkatzen hinter den Kulissen untergebracht sind. Sieht eigentlich aus wie im durchschnittlichen Tierheim, also gekachelte Käfige mit handelsüblichen Katzenkratzbäumen drin usw., wobei die Rostkatzen die drei Dimensionen des Käfigs wesentlich besser zu nutzen scheinen als Hauskatzen. Wenn das die Grundvoraussetzungen für die Haltung sind, müsste ich mir glatt mal überlegen, ob ich mich als Halter bewerbe - eine naturnah gestaltete Gartenvoliere könnte ich glatt auch noch errichten. Nur mit der tierärztlichen Versorgung wär's wohl schwierig, denn die lieben Kleinen kann man ja nicht mal eben in die Box setzen wie meine Hauskatzen... (13.07.2006, 23:14) | ||
| Karsten Vick: | In irgendeinem Inzucht-Thread hatte ich schon mal nach den Frankfurter Rostkatzen gefragt. Im Jahresbericht 1974 - 1991 steht, dass die Zucht auf ein Paar zurückgeht. Es wird nicht erwähnt, dass es Geschwister waren, da sie aber gleichzeitig 1975 als Jungtiere ankamen, ist das nicht ausgeschlossen. Da die tschechischen Zoos derzeit gute Beziehungen nach Sri Lanka zu haben scheinen ist ein Wildfang in Prag nicht unmöglich. Und wenn Frankfurt auch ein Wildfangweibchen bekommen haben, können sie es doch mit einem Kater der alten Linie verpaaren. (13.07.2006, 22:54) | ||
| Michael Mettler: | Aber laut Aspinalls Buch stammten seine ersten Rostkatzen damals ebenfalls aus Frankfurt. Möglicherweise ist die Blutlinie also auch in England noch vorhanden. Und begründete Frankfurt damals nicht mit einem Geschwisterpaar die Zucht? Das war ja damals noch nicht verpönt. Ich finde es übrigens verwunderlich, dass nicht mal Zoos wie die beiden Berliner als (noch) systematisch ausgerichtete Gärten, Wuppertal als Kleinkatzenspezialist oder Dresden mit der Spezialisierung auf Asien Interesse an Rostkatzen zu haben scheinen. (13.07.2006, 22:09) | ||
| Michael Amend: | Frankfurt hat eine Wildfangkatze und einen blutsfremden Kater aus England in der Zucht. Gut möglich, das auch das Prager Tier ein Wildfang ist. (13.07.2006, 20:46) | ||
| Jana: | So ein Zufall das hier im Forum gerade um die Rostkatzen diskutiert ist. Weil ich vor kurzem gelesen habe, dass Prag sich eine 0,1 Rostkatze zugelegt hat (die Haltung was vor etwa 10 Jahren aufgegeben und in keinem Plan war bisher erwähnt, dass man wieder mit diesem Art angefangen wird). Was aber interessant ist, dass es sich laut HP um ein Wildfang handelt. Seltsam, wenn sie in Frankfurt auf so viel sitzen. Vieleicht eine Blutauffrischung? Wie sieht es dann mit Inzucht bei diesem Art in Deutschland (und Europa) aus? (13.07.2006, 20:38) | ||
| Michael Mettler: | Für manche Kleinkatzenarten scheint sich gerade ein neuer Halterkreis zu bilden - Rassekatzenzüchter! Seit geraumer Zeit existiert eine Hauskatzenrasse namens "Bengal" (früher "Leopardette"), die auf mehrfach mit unterschiedlichen Ausgangstieren vorgenommene Kreuzung der "echten" Bengalkatze mit Haukatzen zurückzuführen ist. Da die Bastardkater steril waren, kreuzte man die F1-Katzen wieder mit Hauskatern. Selbst in F2 waren die meisten Kater noch steril. Inzwischen ist die Zuchtbasis wohl theoretisch breit genug, um auf weitere Wildeinkreuzungen verzichten zu können. Dennoch werden diese immer mal wieder vorgenommen, wahrscheinlich auch, weil die Tiere der ersten Kreuzungsgenerationen sehr viel teurer gehandelt werden. Und so scheuen manche Bengal-Züchter weder Kosten noch gesetzliche Auflagen, um auch das "wilde Vorbild" ihrer Zuchtrasse halten zu können. Die gleiche Entwicklung gibt es derzeit bei der "Savannah Cat", nach dem selben Prinzip erzüchtet aus Serval x Hauskatze und ebenfalls schon bis mindestens F5-Generation vorhanden. Savannahs werden zu Preisen zwischen 4.000 und 10.000 gehandelt! Weiterhin gäbe es die "Chausie" = Rohrkatze (Felis chaus, daher der Rassename") x Hauskatze und die "Desert Lynx" = Rotluchs x Hauskatze, die sich beide noch im Rasseaufbau befinden. Kämen Rassekatzenzüchter an Schwarzfußkatzen heran, würden sie wahrscheinlich versuchen, mit ihnen eine Zwerg-Hauskatze zu erzüchten... Alle entsprechenden Bemühungen haben ihren Ursprung den USA, und man darf annehmen, dass "hinter verschlossenen Türen" noch mit anderen Wildkatzenarten entsprechend experimentiert wird und weitere Überraschungen ins Haus stehen. Aus dieser Entwicklung ergibt sich ein interessantes systematisches Problem: Die Hauskatze ist somit längst nicht mehr einheitlichen Ursprungs (von der Falbkatze) und dürfte somit eigentlich keinen Artnamen mehr tragen! (20.01.2006, 00:00) | ||
| Oldzooboy: | In den USA werden in sehr vielen Zoos Königskobras gehalten und gezüchtet,aber keiner davon füttert sie mit anderen Schlangen,sondern man konnte die Kobras problemlos auf Ratten und Meerschweinchen umstellen.Dies geschieht schon seit Jahren,ohne das die Königskobras irgendwelche Schäden davon getragen hätten. (02.12.2005, 00:00) | ||
| Hannes: | In der terraristik gibt es so genannte futtergeckos. auch einige schlangen werden als reines futter für koobras gezüchtet und zum beispiel frisst die königskobra nur schlangen aber verträgt keien wassernattern. also ist das mit dem probieren so eine sache (02.12.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | In Anlehnung an das Thema "Schuppentiere" - sprich: Nahrungsspezialisten - sei hier mal gesagt, dass ein großer Teil der natürlichen Nahrung der Schwarzfußkatze aus Insekten und Reptilien bestehen soll. Somit könnten gesundheitliche Probleme durch Fehlernährung mit Standard-Kleinkatzenfutter (Labormäuse, -ratten usw.) gefördert werden, oder? Ernsthafte Terrarianer z.B. wissen, dass nicht jede Nager fressende Schlange auch jede Nagerart frisst. Der Gedanke "das ist eine Katze, also frisst sie Mäuse" liegt zwar nahe, und Reptilien sind als Futter recht teuer (wenn auch durch die Zuchterfolge privater Liebhaber mittlerweile in rauen Mengen zu bekommen) - aber vielleicht sollte man mal damit anfangen, mit diversen anderen Kleinnagern als Nahrungsgrundlage zu experimentieren. Darüber habe ich jedenfalls noch nie etwas gelesen! (01.12.2005, 00:00) | ||
| Stefan Schubert: | Die Frankfurter Schwarzfusskatzen sollen einer Infektion zum Opfer gefallen sein. Im Mai hätte noch ein Tier gelebt, doch die Hoffnung eines Überlebens war sehr gering! (01.12.2005, 00:00) | ||
| Aguti: | Soweit ich weiß, werden in Frankfurt gar keine Schwarzfußkatzen mehr gehalten. Das Gehege ist wohl jetzt mit Katzenfretten besetzt. Eventuell werden noch welche hinter den Kulissen gehalten wie der größte Teil der Rostkatzen. (01.12.2005, 00:00) | ||
| IP66: | In Wuppertal waren die Schwarzfußkatzenverluste in den letzten Jahren sehr hoch, es gibt jetzt aber wieder ein Paar im Kleinkatzenhaus. Gab es die Haltungsprobleme auch mit den Tieren in Frankfurt? (01.12.2005, 00:00) | ||
| Michael Mettler: | Nachzuchtzahlen sind zwar nett, sagen aber nicht unbedingt aus, ob die Tiere noch leben bzw. überhaupt aufgezogen wurden. Auch da sind die Angaben der Zoos sehr unterschiedlich. In manchen Jahresberichten wird detailiert auf nicht aufgewachsene Jungtiere eingegangen, in anderen wird auch eine Totgeburt als Zucht"erfolg" mitgezählt. Gerade bei der Schwarzfußkatzenhaltung gab es immer große Probleme mit Nierenerkrankungen, welche den Bestand immer wieder ausdünnten. Wuppertal hatte hinter den Kulissen (im alten Max-Planck-Institut) zeitweise zwanzig Paare (!), und dennoch war der Gesamtbestand in Zoos bedingt durch Ausfälle und Rückschläge nie groß. Vor diesem Hintergrund sind über 100 Nachzuchten zwar schön und eindrucksvoll, aber eben nur in Ansätzen eine Erfolgsgeschichte. (30.11.2005, 00:00) | ||
| Aguti: | Es gibt in den letzten Monaten z.B. zwei neue Salzkatzenhalter in Deutschland, neben Opelzoo Kronberg mit einem Paar, ist auch der Tiergarten Aue mit bisher einem Tier in die Haltung eingestiegen. Die Fossa-Anlagen in Duisburg müssten wirklich aus allen Nähten platzen, vor zwei Jahre wurden schon welche in der zweiten Nebelparder-Anlage unterhalb des Großkatzenhauses, in der eigentlichen neuen Fossa-Anlage, sowie in den *alten* Kleinraubtierkäfigen gehalten. Sind wohl auch in den letzten Jahren in Deutschland keine neuen Fossa-Halter zu Duisburg, Frankfurt, Zoo Berlin und Chemnitz hinzugekommen. Saarbrücken wollte schon vor Jahren mit der Fossa-haltung in alten Malaienbärenanlage beginnen, bisher immer noch Baustelle und Kiwi-Ausweichquartier dort. (30.11.2005, 00:00) | ||
| Muckel Putz: | Wohin gehen eigentlich die Nachzuchten von seltenen Kleinkatzen? In Krefeld werden die Jaguarundis erfolgreich gezüchtet.In einem Zooführer von Wuppertal habe ich gelesen,dass die Schwarzfusskatzen schon über 100 Nachzuchten haben.Wieso sieht man sie dann in anderen Zoos so selten? Die Fossa in Duisburg sind zwar keine "Kleinkatzen",aber auch dort gibt es immer wieder Nachzuchten. (30.11.2005, 00:00) | ||
| Muckel Putz: | Erstmal vielen Dank für die Resonanz. Da ich bis 2001 in Köln gewohnt hatte,habe ich die Zoos in Wuppertal und Dortmund öfter im Jahr besucht.Was die Anzahl der Katzen angeht,sind sie wohl einmalig in der deutschen Zoolandschaft.Mittlerweile wohne ich in Hannover und da ist der Weg doch ein wenig zu weit.Aber ich habe mir fest vorgenommen,wenn die neuen Anlagen für Löwen und Tieger fertig sind,wieder einmal nach Wuppertal zu fahren. Gibt es eigentlich schon eine Entscheidung,welche Art die freien Plätze im Raubtierhaus bestzen werden? (26.07.2005, 00:00) | ||
| Werner Weyler: | Und von Dortmund ist es nicht weit bis Wuppertal. In dem zwar betagten Haus werden folgende Vertreter gepflegt und gezüchtet: Schwarzfußkatze, Oman- Falbkatze, Sandkatze, Salzkatze, Zwergtigerkatze ( Oncilla )und asiatische Goldkatzen ( z.Z. im Raubtierhaus ) (25.07.2005, 00:00) | ||
| Michael Amend: | Kleinkatzenfans sollten auch anch Dortmund fahren,dort gibt es mit Ozelot,Margay,Jaguarundi,Oncilla,Luchs,Servalund Amurkatze gleich 7 Formen, 8, wenn man die Hauskatzen mitrechnet... (25.07.2005, 00:00) | ||
| Steffen Kohler: | Bei den Servalen im Tierpark Berlin ist am 24. 6. erneut ein Jungtier geboren worden, das bereits zu sehen ist. In Stuttgart und Eberswalde gibt es auch Servale, im Zoo Berlin lebt neben den Löwen ein alter Ozelot, Heidelberg hat auch ein altes Tier gehabt, die Anlage bewohnen jetzt aber Ringelschwanzmungos. Ein Puma lebt auch im Zoo Berlin, außerdem gibt es welche in Dresden, die Haltung soll aber glaube ich auslaufen. Für Kleinkatzenfreunde ist auch der Zoo Wuppertal empfehlenswert. (25.07.2005, 00:00) | ||
| Michael Amend: | Im Tierpark Wissel in den niederlanden wird ebenfalls ein Rohrkatzen-Schwärzling gehalten.Schwarze Servale in eienm zoo sind mir ledier nciht bekannt,dafür hatte Basel mal einen Serval mit extrem kleinen Flecken und Streifen!Habe noch ein Foto von dem Tier,sieht sehr interresant aus.München hat auch noch Ozelots. (25.07.2005, 00:00) | ||
| R. Masell: | Servale gibt es auch im Aachener Tierpark. Auf einer wunderbaren Freianlage. Pumas leben auch noch in Thüle, wobei die Anlage dort sehr renovierungsbedürftig ist. (25.07.2005, 00:00) | ||
| Konstantin Ruske: | Ein Schwärzling bei den Rohrkatzen wird im tierpark Dessau gehalten ( erst in diesem Jahr angeschafft, könnte aus Heidelberg sein.) Servale werden auch im Tierpark eberswalde gehalten.Dem Kleinkatzenfreund kann neben dem Tierpark berlin ( Oman- Falbkatze, Bengalkatze, Salzkatze, Europäische Wildkatze, Manul, Serval, Fischkatze, Rotluchs, Karakal, Altailuchs) besonders die tschechischen Zoos, im speziellen Ostrava ( 11 arten) und Usti nad Labem empfohlen. Besonders schön in Ostrava: züchtende Kanadaluchse- nicht so schön sind die Absatzschwierigkeiten selbst für eine so selten gewordene Nordluchsform. (25.07.2005, 00:00) | ||
| Stefan Schubert: | Serval-Schwärzlinge sind aus der freien Wildbahn bekannt, in deutschen Zoos kenne ich keinen Vertreter. In Heidelberg gibt es einen schwarzen Kater bei den Rohrkatzen. Dies ist die mir einzige bekannte Farbmutation in Deutschland bei den Kleinkatzen. Die Servale in Krefeld und Gelsenkirchen hatten dieses Jahr schon Nachwuchs. Der Berliner Tierpark hält im Brehmhaus gleichfalls Servale und auch Pumas, erstere hatten im letzten Herbst Drillinge. In München-Hellabrunn spendierte man den Pumas eine neue Voliere nahe den Hyänen. Diese war ursprünglich jedoch für Panther geplant! (25.07.2005, 00:00) | ||
| Muckel Putz: | Ich möchte gerne ein Thema anregen,in dem es um die Haltung von Kleinkatzen geht.Früher gehörten Pumas und Ozelots zum "eisernen Stamm" eines Tierparks.Mittlerwile habe ich den Eindruck,dass nur noch wenige Einrichtungen diese schönen Katzen im Bestand haben. Bei Servalen soll es ja auch Schwärzlinge geben.Hat jemand mal davon gehört,ob es in einem deutschen Zoo solche Schwärzlinge gab? Bei meinen eigenen Zoobesuchen habe ich folgende Haltungen gesehen: Puma Bremerhaven Ströhen-Wagenfeld Halberstadt Stendal Halle Ozelot Dortmund Mönchengladbach Aschersleben Stendal Stralsund Wingst Münster Serval Krefeld Dortmund Gelsenkirchen Neuwied Wingst Da die Besuche in einigen Zoos schon 4 bis 5 Jahre zurück liegen,wäre ich für weitere Informationen dankbar (25.07.2005, 00:00) |
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