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Ehemaliger Schulzoo Bonn



Ingo Rossi:   Der Zoo hat anfang der 70ger zu gemacht. Schlechte Haltungbedingungen und kein Ausbauinteresse der Stadt waren wohl die Gründe. Das Grundstück wurde auch nicht ungerne für Neubauten genutzt.
(11.11.2006, 15:22)
Dennis K.:   Wann hat der zoo zugemacht?
(11.11.2006, 13:42)
Thomas W.:   Ich habe im Internet interessante Fakten zum ehemaligen Zoo in Bonn gefunden:
Ich poste sie hier mal mit Quellenangabe: Quelle: Bonner General-Anzeiger vom 11.11.1966
Erweiterung bis zum Rhein?
Baumstacheischwein gehört zu den Stars des Tiergartens an der Römerstraße
Klein, aber beliebt - Kein Nachfolger für Löwen "Bonn"? - Mit einem Waldkauz fing es an

Groß ist er nicht, der Bonner Tiergarten an der Römerstraße: Ganze 16.000 Quadratmeter umfasst das Gelände, auf dem in zwölf festen Gebäuden und in 18 Volieren, umgeben von Rasen, Sträuchern, Blumen und Bäumen, etwa 300 Tiere leben, die von drei Tierpflegern betreut werden. Aber nichtsdestoweniger ist der Tiergarten bei den Bonnern, und zwar nicht nur bei den kleinen und kleinsten Bürgern, sehr beliebt, nicht zuletzt als Ziel des Sonntagsausflugs. Etwa 121.000 Gäste wurden im vergangenen Jahr gezählt - über 71.000 Erwachsene, darunter 300 Besucher aus der Sowjetzone, die keinen Eintritt zu bezahlen brauchten, und fast 50.000 Kinder. Nicht selten kommt es vor, dass Schulklassen hier ihren Naturkundeunterricht am lebenden Objekt erhalten, wie z. B. 4700 Schüler im vorigen Jahr.

Die Attraktion des Bonner Tiergartens sind natürlich die großen Tiere, wie der Löwe, der Ozelot, eine Ginsterkatze, eine Tigerkatze, zwei Pinselohr- und vier Kapuzineraffen, ein Baumstachelschwein (übrigens eine Seltenheit in deutschen Zoos!), zwei Wickelbären, ein Waschbär, Dachs, Fuchs und Iltis, Hängebauchschweine, Bergziegen, Bergschafe, Damhirsche, Rothirsche und Shetland-Ponys.

Die "Kleinen", wie Kaninchen, Meerschweinchen, Land- und Sumpfschildkröten, werden mitunter mit ebenso großer Aufmerksamkeit beobachtet wie die gefiederten Bewohner des Tiergartens: Ein Storch, Kraniche, Bussarde, Waldkäuze, ein Turmfalke, ein Sperber, ein Steinkauz, eine Rabenkrähe, Elstern, Pfauen und Puten, Fasane fünf verschiedener Rassen, Enten, Tauben und Hühner aller Arten, Möwen, Blesshühner, exotische und Waldvögel, Wellensittiche und Großsittiche. Schließlich beherbergt der Bonner Tiergarten auch drei Bienenvölker und zwanzig verschiedene Fischarten.

Ausgesprochenes Pech hat der Bonner Tiergarten mit seinen Löwen. Die Stadt will es aufgeben, ihrem inzwischen zehnjährigen Witwer eine neue Gefährtin zu besorgen. Es ist sogar zweifelhaft, ob er einmal einen Nachfolger bekommen wird. Der Tiergarten möchte sich später lieber auf die in Europa lebenden Tierarten beschränken - andere Tiere würden das behagliche Löwenhaus sicher ebenfalls als Unterkunft schätzen.

Eigentlich war der Bonner Tiergarten gar nicht als "Tiergarten", sondern lediglich als Garten vorgesehen. Um die Jahrhundertwende war er als Schulgarten eingerichtet worden, der den Bonner Schulen für ihren Naturkundeunterricht Anschauungsmaterial liefern sollte. Aber als er erst einmal ein Tier aufgenommen hatte, dauerte es nicht lange, bis sich einige Vögel und kleinere Säugetiere einfanden. Der erste neue Tiergartenbewohner nach dem zweiten Weltkrieg war ein Waldkauz, der auf einem Bonner Friedhof eingefangen worden war. Lehrer "stifteten" dem kleinen Zoo Tiere; die Vogelwarte Helgoland trug ebenfalls zum neuen Bestand bei, und so wurde schließlich im Sommer 1957 der "Schulgarten", der inzwischen schon ein Löwenpärchen besaß, in "Tiergarten" umbenannt und für die Öffentlichkeit freigegeben.

Die Pflanzen werden neben den Tieren bis heute nicht vernachlässigt; der Bonner Tiergarten soll mit seiner Kombination von Grünflächen und Tiergehegen ein kleines Idyll für die ganze Familie sein. Später, wenn die Stadtgärtnerei, in deren Terrain der Tiergarten mit einzelnen Gehegen bereits eingedrungen ist, verlegt werden kann, wäre es möglich, das ganze Gelände zu einer öffentlichen Anlage, einen Tiergarten im wahrsten Sinn des Wortes, umzugestalten, der sich dann von der Römerstraße bis zum Rhein ausdehnen würde.


Quelle: Bonner Rundschau vom 11.06.1967
Die Bundeshauptstadt hat ihr "Tiergärtchen"
OB Dr. Daniels: "Ein großer Zoo verwischt ohnehin die Eindrücke" - Eröffnungsbesuch

Bevor am Pfingstsamstagmorgen der Schulzoo an der Römerstraße erstmalig für die Allgemeinheit geöffnet wurde, wartete an dem eigens dafür gebauten Tor schon eine ungeduldige Menschenschar. Als sie dann eingelassen wurde, sah sie sich zunächst noch nicht den Löwen und den Affen, sondern einem Halbkreis offizieller Gäste gegenüber. Bei freundlichem Sonnenschein und gut gelaunt übergab Oberbürgermeister Dr. Daniels den "kleinen Zoo" der Öffentlichkeit und damit auch den Erwachsenen. Er hatte das Tor selbst geöffnet.

Der OB dankte den Gründern und Pflegern, nannte dabei die Namen von Schulrat Niffka und den Gartenbaudirektoren Weber und Linke, und lobte auch die Initiative des Stadtverordneten Dr. Bursche, der es besonders zu danken sei, dass der bisherige Schulzoo nun auch der Allgemeinheit zugänglich sein könne.

"Doch so ein großer Zoo verwischt ohnehin die Eindrücke", meinte der OB lächelnd. In einem kleinen Zoo könne man sich viel liebevoller einzelnen Tieren zuwenden. Dauerbesucher hätten dann sicherlich auch bald "ihre eigenen Käfige". (Nicht für sich selbst natürlich, sondern für ihre besonderen Lieblinge unter dem Getier des Bonner "Tiergärtchens".) Nach dem OB sprach auch kurz der Stadtverordnete Buchbender, der sich als alter Bonner freute, dass der Schulgarten, in dem er schon vor 50 Jahren als Schüler gestanden. habe, nun von jedermann besucht werden könne.

Nach dieser offiziellen Begrüßung werden die ständigen Bewohner des Zoos dann etwas weniger offiziell in Augenschein genommen. Hier übrigens einige Daten über die bisherige Geschichte des Bonner Zoos:

* 1935: Als erstes Tier bringt eine Schulklasse eine Ringelnatter.
* Bis 1939: Einrichtung von Vogelvolieren mit einheimischen Vögeln sowie einer Wellensittichzucht. Zwei Füchse werden gehalten. (Alle Tiere gingen während des Krieges durch Futtermangel ein. Die Füchse mussten erschossen werden.)
* 1946: Neugründung des Zoos mit einem Waldkauz. Weitere Vögel kommen.
* 1950: Schulrat Niffka stiftet einen Waschbären, Herr Frömbgen (Oberdollendorf) ein Wildschwein.
* 1951: Der erste Hirsch wird gegen Pflanzen eingetauscht.
* 1952: Bau der ersten Aquarien.
* 1953: Die ersten Affen kommen.
* 1954: Der Schulzoo erhält das erste Shetland-Pony.
* 1955: 17 Aquarien und vier Terrarien werden aufgestellt.
* 1956: Am 16. März treffen auf dem Flughafen Wahn die beiden der Stadt Bonn von der südafrikanischen Stadt Pretoria geschenkten Löwen ein.
(10.11.2006, 12:26)

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