
| Langhals: | Natürlich wird das vom Tierschutzbund anders dargestellt, um auf diese Weise Stimmung gegen Delphin-Haltung zu machen. Mit seriösen Tierschutz haben solche Machenschaften jedenfalls nichts zu tun. (19.11.2006, 18:25) | ||
| Jennifer Weilguni: | @Langhals AHA !!! Danke für die Information, so in der Art hatte ich mir das schon fast gedacht. Hätte also im ersten Fall selbst bei Menschen vorkommen können ! Schade, dass sowas dann vom Tierschutzbund anders ausgelegt wird. (19.11.2006, 14:27) | ||
| Michael Mettler: | Als ich diesen Herbst in Nürnberg vor dem Unterwasserfenster des Nürnberger Delfinariums stand, kam mir in den Sinn, dass sich wohl die meisten delfinbegeisterten Besucher keine Gedanken darum machen, wie die ach so lieben und sanften Großtümmler wohl zu ihrer narbenübersäten Haut kommen (die ja keineswegs nur Nürnberger Delfine haben). Manche sehen ja aus, als hätten sie mit einer Harke gekämpft. Aber es passt eben nicht in den Mythos vom Meeres-Engel, dass Delfine untereinander auch sehr ruppig sein können. Und das nicht nur im Delfinarium: Ich las mal die Aussage eines Delfinfängers, dass bei den Fangaktionen für Delfinarien sehr viele Delfine gleich wieder freigelassen wurden, weil die Käufer äußerlich möglichst makellose Tümmler haben wollten, und die sind auch im Meer wohl eher die Ausnahme.... (18.11.2006, 09:47) | ||
| Langhals: | Zur Nürnberger Delphin-Tragödie habe ich folgendes herausgefunden: Bei einer der Mütter war das Jungtier bereits im Mutterleib abgestorben. Bei der operativen Entfernung des toten Jungtieres erlitt die Mutter einen Gebärmutter-Riß, dem sie schließlich erlag. Die beiden anderen toten Delphine waren ebenfalls Jungtiere, eines wurde von einem Fremdweibchen gekipnappt und beim Streit der Mutter mit der Kidnapperin um das Jungtiere wurde dieses verletzt und starb daran. Zur Todesursache des zweiten Jungtieres konnte ich nichts genaueres herausfinden. Von wegen haltungsbedingt. (18.11.2006, 07:17) | ||
| Shensi-Takin: | @Ingo Rossi: weil die Haltungsansprüche bzw- erforderlichen Kosten hier weitaus höher und die tiermedizinisch/ hygienische Situation bei weitem noch nicht so gut erforscht bzw. in Europa etabliert ist wie beim Landtier Menschenaffe. Diese Entwicklung wird indesbei pinnipeda und Cetacea mitnichten stopp machen; ihre Etablierung wird vielmehr etwas länger dauern und nicht für alle Zoos- finanziell gesehen- möglich sein. @Ulli: das Gros an Fledermäusen wird nicht in Zoos, sondern v.a. in wissenschaftlichen Instituten gehalten; Zucht-bzw. Haltungserfolge halten sich hierbei eher in Grenzen. Hierbei finden sich nebst einiger ganz weniger insektivoren Spezies(die sich meist nur kurzfristig halten lassen) die genannten Fruchtfresser/Gemischtköstler, carnivore, auch z.T. piscivore, die erwähnten sanguivoren Spezies( Desmodus rotundus wird auch in Zoos gehalten-wobei die Blutfütterung ein Mehr an Arbeitsaufwand/Geruchsbelästigung beinhaltet) und die auch in manchen Zoos(z.B. Montreal Biodome, Expo Hannover) gehaltenen Glossophaga-Arten. Eine größere Sammlung an Chiroptera hält z.B. der Henry Doorly Zoo in Omaha, NE. Zurück zum Thema "Delfin". (17.11.2006, 18:54) | ||
| Ingo Rossi: | @Shensi-Takin: Ja, kalr. Das bedeutet deutlich mehr Aufwand. eventuell bessere Filteranlagen etc. Aber vor noch nicht allzulanger Zeit gab es das gleiche Argument bei den Menschenaffen. Dort hat man es geschaft, mehr "Natur" in die Gehege zu holen. Warum bitte, soll die Entwicklung dann bei Meeressäugern stopp machen? (17.11.2006, 12:19) | ||
| Ulli: | Ich wollte weder eine Diskussion über Intelligenz noch über Echolot beginnen - das Echolot und die Betonwände habe ich als einen möglichen Aspekt angesprochen. Was die haltung von Fledertieren betrifft, so kenne ich eigentlich nur die Haltung der Brillenblattnasen (Carollia) und von einigen Flughundarten, die Haltung von insektenfressenden Arten oder Vampiren ist mir persönlich nicht bekannt - würde mich hier über neue Informationen freuen. Ich gebe zu (dies habe ich schon öfter angedeutet),dass ich nicht jede Wirbeltierform für zoogeeignet halte, umgekehrt gewinne ich bei einigen Forumsteilnehmer manchmal den Eindruck, je ausgefallener desto besser. Dies ist meine persönliche Meinung, ohne die andere Meinung abwerten zu wollen - wenn es aber wirklich neue richtungsweisende Haltungskonzepte für in meinen Augen problematische Arten gibt, wäre ich der Erste, der sich darüber freuen würde. (17.11.2006, 11:59) | ||
| Shensi-Takin: | @Ulli: 1. Geschwindigkeit: das ist so nicht ganz richtig; einige Arten erreichen bis zu 50 km/h; die mir bekannten Megaderma sind z.B. recht schnell unterwegs(bei Beutejagd), Carollias und Phyllostomus sp. hingegen eher bei den genannten 16-20 km anzusiedeln. 2.) Auch der Körpergrößenvergleich hinkt: Flügelspannweite lässt sich nicht mit Körperlänge vergleichen; für die erwähnte Art Carollia perspicillata gilt als Durchschnittslänge 48-65 mm(+ Schwanzlänge 3-14 mm)-wobei auch weitaus größere Fledermäuse(z.B. die erwähnten Megaderma) in menschlicher Obhut gehalten werden. Berücksichtigt werden sollte in diesen Zusammenhang die Tatsache, dass in den genannten wie auch anderen Einrichtungen, die Tiere in größeren Kolonien(bis zu dreistellige Bestände) gehalten werden; insofern fällt da für das Einzeltier auch nicht mehr Platz an als bei den Delfinen. 3.) "Intelligenz" ist sowohl bei Mensch und Tier so eine Sache; zwar gebe ich zu, dass Fledermäuse nicht gerade Intelligenzbestien sind; doch sollte-was leider zu oft vorkommt-die Intelligenz der Delfine nicht überbewertet werden. Ich gebe durchaus zu, dass der marine, aktive Meeressäuger Großer Tümmler nicht unbedingt ohne weiteres mit den eher gemächlicheren Fruchtfledermäusen, wie man sie zumeist in Zoos findet, hinsichtlich Haltungsanforderungen verglichen werden können. Jedoch sollte bei letzteren die mind. ebensogut ausgeprägte Echolot-Leistung(u.a. Bestimmung von Echorauhigkeit) hinsichtlich Haltungsbedeutung nicht unterschätzt, sprich dem Delfin nicht unbedingt in derlei Hinsicht eine "Extrawurst" eingeräumt werden. @I. Rossi: derlei Forderungen nach Naturboden in diesen Haltungen setze ich aus Sicht der Zoos einem erhöhten materiellen, finanziellen und arbeitstechnischen Aufwand sowie eine erhöhte Problematik hinsichtlich Einhaltung bestimmter Hygienemaßregeln entgegen. (17.11.2006, 10:26) | ||
| Michael Mettler: | Die Größe der Anlage hat doch erstmal wenig damit zu tun, dass die Echolot-Rufe an glatten Wänden abprallen. Angesichts der Tatsache, dass ein großer Teil der Seitenwände der Frankfurter Fledermausanlage aus Glasscheiben bestehen, könnten die Tiere darin trotzdem das selbe Problem haben (wenn es denn eines ist) wie Delfine in einem Betonbecken. Und um unter Stress zu geraten (was ja eines der Argumente in der Echolot-Diskussion ist), muss ein Tier nicht intelligent sein. Wenn man die Größe von Zoogehegen an der möglichen Höchstgeschwindigkeit ihrer Bewohner messen würde, müssten Geparden, Springböcke und Kuhantilopen wesentlich größere Anlagen bekommen als Elefanten, während man sich bei den Landschildkröten die Freianlagen sparen könnte :-) Spaß beiseite: Wenn Delfine und Fledermäuse ihre Klicklaute zur Orientierung, zum Beutefang und zur Feindvermeidung besutzen, dann wird diese Fähigkeit unter Zoobedingungen in konstanten Raumverhältnissen deutlich weniger gebraucht als im Freiland. Selbst die Futterfische sehen ja tagein tagaus relativ einheitlich aus (bzw. müsste man eigentlich sagen, sie hören sich für die Delfine relativ einheitlich an). Soweit ich informiert bin (wenn auch bestimmt nicht auf neuestem Stand), benutzen Zoodelfine ihr Echolot erheblich weniger intensiv als ihre Artgenossen im Meer. Gegner der Delfinhaltung legen das als Abstumpfen aus. Aber wenn das Echolot für den Delfin sowas ist wie der weiße Stock für einen Blinden, wozu sollten sie es dann auch in ihrer gewohnten Umgebung mehr als nötig benutzen - in seiner Wohnung benutzt der Blinde seinen Stock doch auch nicht? Ich finde Delfinhaltung (und Robbenhaltung) im Stil der Lagune in Harderwijk ebenfalls deutlich besser als in den noch üblichen Becken - es darf auch gern NOCH größer sein. Aber gerade wegen der Intelligenz der Delfine würde ich behavioral enrichment in der Wichtigkeit noch über das blanke Volumen des Beckens stellen. Und dabei denke ich nicht zwingend nur an Training, sondern z.B. an das Präsentieren von immer wieder unterschiedlichen Gegenständen, die das Neugierverhalten anregen (und damit auch wieder den Gebrauch des Echolots). Ich meine, wir leben in einer Zeit, in der Zoos ihren Keas alte Fahrräder zum Demontieren hinstellen; da kann man genauso gut mal täglich wechselnd (und sich selten wiederholend) irgendwelche geeigneten Gegenstände im Delfinbecken versenken oder auf der Wasseroberfläche treiben lassen. Übrigens haben Schweine einen vergleichbaren Intelligenzgrad, um ihre Haltung wird aber mangels Mythos wesentlich weniger Wirbel gemacht.... (17.11.2006, 10:23) | ||
| Ulli: | Hallo Shensi-Takin: Ein paar Bemerkungen zu Deinem Vergleich: Fledermäuse fliegen im Schnitt 16-23 km pro Stunde, ein Großer Tümmler kann locker das Doppelte erreichen. Die Brillenblattnase hat eine Flügelspannweite von 25 cm, ein Großer Tümmler eine Länge im ausgewachsenen Alter von 200 bis 400 cm. Die Fledermäuse im Allgemeinen haben eine hohe Fähigkeit in der Echo-Ortung und der Wendigkeit ihrer Bewegungen, von einer ausgeprägten Intelligenz (nach menschlichen Kriterien) ist mir nichts bekannt. Bei Delphinen verhält es sich bei der Intelligenz ein klein wenig anders. Wenn ich einmal die Brillenblattnasenanlage im Zoo Frankfurt oder die Villa Dracula in München-Hellabrunn anschaue, dann die Größe der Brillenblattnasen in Bezug auf die Größe ihrer Anlage auf die Größe der Delphine umlege, dürfte die dabei entstehende Delphinanlage das Areal vom gesamten Zoo Frankfurt beanspruchen. (17.11.2006, 08:31) | ||
| Ingo Rossi: | Ich sehe die Haltung von Meeressäugern immer noch als vernachlässigtes Thema an. Oftmals sind die Becken wenig strukturiert und bieten kaum andere Reize als Wasser schlechthin. Auch bei Robben ist ein Naturstrand/sandbereich noch die Ausnahme. Delphine bekommen selten einen zumindest etwas abwechslungsreicheren Boden als den glatten Beckenboden zu sehen. Ich denke, bei anderen Tieren ist ja auch die Zeit der Kacheln vorbei, bei Delphinen und Robben sollte sich langsam auch etwas tun in Richtung einer natürlicheren Haltung. Harderwijk hat es ja bei beiden Familien mal vorgemacht. (16.11.2006, 20:33) | ||
| Jennifer Weilguni: | Bitte bitte aber nicht alle Tierschützer in einen Topf werfen, denn auch ich sehe mich durchaus als Tierschützer und genau DESHALB ist mir ja die Arbeit der Zoos sehr wichtig, denn im Idealfall sollte ein Zoo ja der Menschheit die Tiere nahe bringen, damit diese wissen, was es zu schützen gilt. Ich distanziere mich von militanten Übergriffen durch "Tierschützer" und auch von allzu sentimentalen Urteilen aber liegt uns nicht allen der Tierschutz am Herzen..? Andernfalls wäre der Zoo für mich wahrscheinlich nur eine von vielen Möglichkeiten meine Freizeit irgendwie zu gestalten, wie etwa ein Kino oder das Schwimmbad. Viele Tierschutzorganisationen prangern nur leider immer noch die Haltung von Zootieren als "knastähnliche, lebenslange Haftstrafe" an, bzw schätzen die wichtige Arbeit der Zoos falsch ein oder streiten gar ab, dass Zoos Aufklärungsarbeit leisten und sich aktiv am Tier-, Natur- und Artenschutz beteiligen. Und obwohl ich die Arbeit des Tierschutzbundes für großteils als wertvoll empfinde, sticht mir dann so ein Artikel unangenehm ins Auge, weil Nürnberg nur als Buhmann hingestellt wird, ohne den Lesern überhaupt auch nur ansatzweise darüber aufzuklären, woran genau die Tiere nun eigentlich verendet sind und genau DARIN sehe ich den Fehler, denn mir assozierte der Artikel, dass die Nürnberger Tümmler aufgrund schlechter Haltung eingegangen sind und wahrscheinlich war auch genau das die Absicht des Tierschutzbundes. Wüsste wirklich gerne, was genau denn die wahre Todesursache der Tiere war. Wohl doch "nur" das Risiko der Erstgeburt ? (16.11.2006, 20:06) | ||
| Hannes: | Tierschutz ist wichtig aber genau das was Shensi-Takin beschrieben hat ist mein Problem. Ich suche im Netz nach TATSACHEN zu Missständen in Safari-Parks und Definarien man findet aber nur immer, ich will schon fast sagen dumme, kindische und veraltete Aussagen und Statistiken. Frage: Gehört das Münsteraner Delfinarium noch zu Harderwjik? Nein oder? Sonst gäb es dort warscheinlich nicht nur Nürnberger Tiere. Ich würde es sehr befürworten das Münster Delfinarium andersweitig zu nutzen und ein Park wie Soltau müsste eigentlich genug Geld zum Ausbau haben. Nürnberg plant ja und Duisburg wird auch ´(sollte mal Geld da sein)nicht auf der Stelle treten. (16.11.2006, 15:22) | ||
| Shensi-Takin: | @Ulli: wenn's um die Echo-Ortung geht, dürfte man dementsprechend keine Microchiroptera, sprich Fledermäuse, in Zoos halten? Bei derlei Tierchen schert sich kaum ein Außenstehender um Haltungsverluste. Was die Großen Tümmler angeht: idT sind die meisten Populationen dieser Art alles andere als bedroht, womit eine Erhaltungszucht im Sinne der Arterhaltung wenig Sinn macht; hier ginge es eher darum, von Wildfängen weitgehend unabhängig zu werden. Ich kann Herrn Beuths Hinweis ob Erfahrungs-/Wissenssammlung für das Handling von Cetaceen im Allgemeinen unter Anwendung von Haltungserfahrungen eines rel. einfach zu haltenden Vertreters u.a. hinsichtlich gewisser Bedeutung für das tiermedizinische Fachwissen zur Behandlung dieser Tiere durchaus bestätigen; wie sonst sollte derartiges Wissen verifizierbar gewonnen werden? Sayas Einwand ist aber durchaus berechtigt; es wäre wünschenswert, diese Haltungen auf bedrohte Arten(u.a. Schweinswale) auszuweiten bzw. zu konzentrieren(falls möglich). Jeder Tierverlust(mit Ausnahme von Schädlingen;) ist für einen Zoo von Bedeutung-sei es auch nur aus finanzieller Hinsicht. Doch sind in der Gunst der Öffentlichkeit einige Tierarten bzw.-gruppen-v.a. Säuger und darunter v.a. Menschenaffen, Delfine, Elefanten, Raubkatzen und Bären-besonders hoch in der Sympathieliste anzutreffen; dementsprechend wissen Medien und Tierschutzvereine dies zu ihren Gunsten zu nutzen. Es bleibt nur zu hoffen, dass Nürnberg keine Übergriffe militanter "Tierschützer" ob dieser Nachrichten erleiden muss... Ein Bsp.: in einem Zoo, in dem ich eine Zeitlang gearbeitet habe, mussten drei Löwen-im Alter zw. 15-17 Jahren-aufgrund unterschiedlicher schwerer Gebrechen(u.a. maligne Tumore der Ovaren, Herzproblematik etc.) innerhalb weniger Monate hintereinander eingeschläfert werden; man hatte zuvor alles Menschen-(bzw.Löwen)mögliche versucht, um die Tiere zu retten bzw. ihr Restleben so angenehm wie möglich zu machen. Kurze Zeit später traf via einer Mitteilung des Bürgermeisters eine Petition von Tierschützern ein, die auf recht freche Weise nach exakter Erklärung ob dieser "Löwen-Morde" verlangte-würden Löwen in Zoos doch bis zu 30 Jahre alt werden. Als (wirklich gemäßigt und neutral gehaltene) Antwort wies der Zoo nebst der Patho-Berichte darauf hin, dass auch manche Menschen-trotz eines Durchschnittsalters von 75-80 Jahren in den westlichen Industrieländern und Maximalalter von ca.120 Jahren -es "wagen", früher oder später zu sterben-ein Umstand, der den Tierschützern offenbar nicht bekannt war... (16.11.2006, 14:40) | ||
| Sacha Beuth: | @Saya: Stimmt leider, der Tümmler-Bestand in Europa ist noch nicht selbsttragend. Die Amis sind uns da voraus, doch warum soll uns das nicht auch gelingen? Auch mit den Grossen Tümmlern hast Du recht. Aber ist es nicht besser, man sammelt Erfahrung mit (NOCH!!) weniger bedrohten Arten? Und sammelt dabei Geld für Schutzprojekte für die bedrohten? (Was leider bislang nur ansatzweise gemacht wird). Und leider wird man sich - wie Du ebenfalls erwähnt hast - auf ein paar Arten konzentrieren müssen. Ich weiss, dass ganze hat einen ziemlich üblen Beigeschmack (Welche Arten sind erhaltenswerter), aber besser, man fängt irgendwo mal an, als nichts zu tun und dann zu jammern, wenn es für ALLE ARTEN zu spät ist... (16.11.2006, 12:39) | ||
| Saya: | Erhält sich der Definbestand in Europa denn selbst? In deutschen Delfinarien klappt es ja in den letzten Jahren nicht gerade gut, weder in Duisburg noch in Nürnberg. Im Übrigen sehe ich nicht, dass die Zucht von Delfinen in Gefangenschaft einen erwähnenswerten Beitrag zur Arterhaltung leisten könnte, die Delfine in den Aquarien sind die wenig bedrohten großen Tümmler und zur gezielten Erhaltungszucht bei hunderten Delfin- und Walarten fehlt eindeutig die Kapazität. Mal ganz abgesehn davon, dass keine dieser ernsthaft bedrohten Arten derzeit irgendwo gehalten, geschweige denn gezüchtet würde. (16.11.2006, 12:07) | ||
| Sacha Beuth: | Sehe die Sache ziemlich genau wie "Langhals". Jeder Tod eines Delfins in Gefangenschaft betrübt auch mich. Ebenso wie der Tod jedes anderen Zootiers. Aber wenn man liest, wieviele Walartige täglich abgeschlachtet werden, beim Fischfang oder beim Stranden qualvoll verenden, dann ist die Zahl der toten Delfine in Aquarien und Delfinarien geradezu lächerlich (Bei den Afrikanischen Elefanten ist der Fall übrigens ähnlich. Tierschützermotto: Lieber Culling als Zoohaltung). Vielen selbsternannten Tierschutzorganisationen geht es tatsächlich nur um Publicity. Erlebe ich gerade in der Schweiz. Als noch Frau Delaquis die Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger Schweiz (ASMS, heute Ocean Care) leitete und ihren "Privatkrieg" mit Conny Gasser (Besitzer Connyland) öffentlich austrug, war ihre Organisation in aller Munde. Nun ist es um die ASMS/Ocean Care wesentlich ruhiger geworden (was sich auch bei den Spendengeldern zeigen dürfte). Wenn Tierschützer konsequent wären, dann müssten Sie auch Aktionen wie etwa "Stoppt die qualvolle Haltung von Blattschneiderameisen" oder "Gouldamadinen gehören nicht in den Zoo" lancieren. Aber dafür kann man - wie in den untenstehenden Beiträgen schon erwähnt - keine Sau für interessieren. Der Lebensraum Zoo ist nicht nur heile Welt. Wie in der Natur gibt es auch dort Geburten und Todesfälle. Und ob eine natürliche Todesart für einen Wal GRUNDSAETZLICH weniger qualvoll ist als der Tod in Gefangenschaft, wage ich zu bezweifeln. Die Pflege von Walartigen in Gefangenschaft ist aus diversen Gründen eine anspruchsvolle Aufgabe. Trotzdem ist es wichtig, dass sie getan wird. Als Botschafter ihrer Artgenossen und ihres natürlichen Lebensraums erreichen die Zoo-Delfine mehr als Filmbeiträge oder Vorträge. Und selbst wenn diese Arten- und Naturschutzfunktion nicht klappt, aber dafür eine selbsttragende Zucht, ist es ein Erfolg. Eines Tages, wenn der letzte freilebende Wal oder Delfin von den Japanern gegessen wurde oder im vergifteten Meer zu Grunde gegangen ist, sind unsere Nachkommen vielleicht froh, wenigstens (ich betone WENIGSTENS) in den Zoos noch welche erleben zu können. Damit es nicht soweit kommt, müssen wir ALLE Sorge tragen und den Hebel vor allem dort ansetzen, wo die ärgste Gefahr für die Walarten droht. Und das ist wahrlich nicht bei den Delfinarien. (16.11.2006, 11:28) | ||
| Ulli: | Ich habe bei manchen Tier-Arten Probleme, ob man sie artgerecht in Zoos halten kann. Dazu zählen Walrösser (übrigens nicht Elefanten) aber halt auch Delphine - schon allein aufgrund der Delphin-Echo-Orientierung und dem Abprallen der Signale an den glatten Betonwänden. Ich billige zu, daß die Rio-Negro-Halle für Flussdelphine in Duisburg und die Delphinlagune in Nürnberg eine deutliche qualitative Verbesserung in der Delphinhaltung sind. Dennoch kann ich persönlich allenfalls eine Delphinhaltung an der Küste mit Meerzugang befürworten. Die Zuchtüberlegungen spielen bei meinen Vorbehalten eine wirklich nachrangige und sogar vernachlässungswürdige Rolle. Ich finde auch die zukünftige Lösung in Duisburg mit Seekühen (meinetwegen auch mit Karibik-Manatis) deutlich besser als mit Amazonas-Flussdelphinen. (16.11.2006, 11:23) | ||
| Jennifer Weilguni: | @Langhals Der Nürnberger Zoodirektor Encke wird zwar im Beitrag zitiert (" Wir haben keine Fehler gemacht und müssen versuchen den Kopf hochzuhakten") daraus geht aber nicht hervor, ob er diese Äusserung dem Tierschutzbund gegenüber direkt gemacht hat oder woher sonst das Zitat genau stammt. Eben weil der doch sehr subjektive und nur wenig informative Bericht des Tierschutzbundes derart viele Fragen offen lässt, habe ich dieses Thema hier angesprochen. Mit der Lagune legt Nürnberg auf jeden Fall gewaltig zu, was die Verbesserung der Haltungsbedingungen angeht und ich hoffe, dass dieses Projekt bald realisierbar wird, wenn auch wie schon gesagt nicht jeder vorzeitige Tod eines Zootieres auf schlechte Haltungsbedingungen zurückgeht. Ich bin kein Gegner des Tierschutzbundes, ganz im Gegenteil, weiss aber, dass viele Mitglieder dieser Organisation ganz generell Zoogegner sind und daher die Sache vieleicht nicht ganz objektiv betrachten. Verluste unter einer Tierart durch Verluste bei anderen Tierarten zu rechtfertigen finde ich dann doch etwas unangebracht, weiss ja nicht ob das so gemeint ist wie es rüberkommt, aber das hört sich so an wie " Immerhin hat es ja bei den Menschenaffen auch Verluste gegeben, dann macht es ja nichts wenn es bei den Delphinen ebenso zugeht" . Hoffe ja mal, dass das so nun nicht gemeint war. (16.11.2006, 10:06) | ||
| Langhals: | @carsten. Vergessen Sie bitte nicht, wie hoch die " Anfangsverluste " bei anderen Tierarten waren, speziell Menschenaffen oder bältterfressenden Languren. Diese übersteigen die Verluste bei den Delphinen um Einiges. Die Delphinhaltung ist natürlich noch etwas jünger und man hat deren tiergerechte Haltung wesentlich schneller in den Griff bekommen als von Orangs oder Gorillas. Ich glaube, in den USA und Japan werden große Tümmler schon in der 4. 0der 5. Generation gezüchtet. @sleipnir. Die deutschen Delphinhaltungen ( Soltau kenne ich nicht )sind nicht schlecht, aber einem Vergleich mit z.B Harderwijk oder einigen Haltungen in den USA halten sie nicht stand. Zumindestens Nürnberg geht ja jetzt mit der Lagune einen großen Schritt weiter, während sich in dieser Hinsicht weder in Duisburg, noch in Münster etwas bewegt. Schade. @Jenifer Weilguni. Nürnberg hatte in den letzten Jahren sehr viel Pech mit seinen Großen Tümmlern, und bei jedem Verlust wird dem Zoo vergeworfen, diese Verluste seien Haltungsbedingt. Das ist Blödsinn, denn eine der beiden jetzt verstorbenen Weibchen war erstgebärend und gerade da sind auch in der Natur die Verluste sehr hoch. Und die ersten Lebenswochen eines Delphinkalbes sind die kritististen in seinem Leben, aber auch in der Natur ist das so. Leider zählen die sogenannten " Tierschützetr " nur die Verluste in Nürnberg und nicht die bereits vier erfolgreich aufgezogenen DElphine. Und Niemand von diesen Herschaften macht sich die Mühe, sich beim Zoo direkt danach zu erkundigen, sondern es werden einfach haltlose Behauptungen aufgestellt. Der Zoo ist , was seine Delphine anbelangt, immer bereit, Frage und Antwort zu stehen ! Schade, das die Tierschützer dieses Angebot nicht wahrnehmen und stattdessen mit ihren Negativschlagzeilen lieber wieder für Publicity und für "Spendenfließen" sorgen möchten, denn an der Wahrheit, die diesen Leuten bekannt ist, sind die sowieso nicht interessiert, denn damit läßt sich kein Geld verdienen. Fragen Sie doch mal den Deutschen Tierschutzbund, wohin die ganzen Gelder, die sie einnehmen, fließen, ich wette mit Ihnen, das sich nicht jeder Cent lückenlos zurückverfolgen läßt. (16.11.2006, 07:29) | ||
| sleipnir: | Ich bin mit Sicherheit kein Zoogegner, aber "gut", im Sinne von tiergerecht, würde ich keine der deutschen Delphinhaltungen nennen! (15.11.2006, 21:59) | ||
| Carsten: | Ich halte Delphinhaltung im Zoo für sehr wichtig, auch wenn die hohen Verluste gerade in der Anfangszeit erschreckend sind. Es ist einfach so, daß der Mensch nur liebt und schützt, was er kennt. Ottonormalbürger hat jedoch selten die Gelegenheit, Delphine in Freiheit anzusehen, und deshalb sind die Delphine im Zoo so wichtig, als Stellvertreter ihrer freilebenden Artgenossen. Anstatt gegen die Haltung im Zoo zu protestieren, sollten Organisationen wie Tierschutzbund etc. lieber gegen die Bedingungen in der sogenannten Freiheit protestieren, Meeresverschmutzung, Tod im Fischernetz, etc. Jedes Zootier, welches stirbt, macht mich traurig, vor allem wenn es ein mir bekanntes Tier war, aber wieviel Prozent der im Jahr sterbenden Delphine machen die Zoodelphine aus??? Vor einiger Zeit gab es schon mal so eine Kampagne, nach der viele Delphinhalter aufgegeben haben, aber ich denke die meines Wissens verbliebenden 4 Halter haben gute Bedingungen für die Tiere und sollten sich durch solche Kampagnen nicht beirren lassen. (15.11.2006, 21:51) | ||
| Jennifer Weilguni: | Ob Antilope, Elefant oder Delphin, wenn Zootiere aufgrund welcher Ursachen auch immer sterben, finde ich persönlich das einen traurigen Verlust. Das von der breiteren Masse gerade Delphine einen derartigen Stellenwert haben liegt sicher unter anderen an ihrem "Flipperimage", schade nur, dass Du nichts näheres über die Ursachen weisst, denn der Tierschutzbund stellt es so dar, als seien die Tiere aufgrund von schlechter Haltung eingegangen sind, auch ich stelle mir oft die Frage ob die Haltung von Delphinen in Gefangenschaft zu befürworten ist, andererseits geht ja nicht jeder Todesfall eines Zootiers auf schlechte Haltungsbedingungen zurück. (15.11.2006, 21:27) | ||
| Langhals: | Es stimmt, das dieses Jahr 4 Delphine in Nürnberg gestorben sind, 2 Mütter mit ihren Kälbern. Über die genauen Ursachen bin ich nicht 100 % ig informiert, es waren aber keine Unfälle. Ich finde es faszinierend, das Tierschützer den Verlust von 4 Delphinen anprangern, würde das Gleiche aber mit Antilopen, Känguruhs oder Hirschen passieren, würde das auf gut Deutsch kein Schwein interessieren. Das sollte man mal den Deutschen Tierschutzbund fragen, warum das so ist. Sind Antilopen " schlechtere " Tiere " ? Bestandsveränderungen bei den Delphinen in Nürnberg sind für Ausstehende übrigens nicht feststellbar, weil einige Tiere im nicht zugänglichen Delphinarium 2 auf dem Betriebshof gehalten werden, unter anderem trächtige bzw. Jungtiere führende Mütter. (15.11.2006, 20:22) | ||
| Jennifer Weilguni: | In der aktuellen Ausgabe der vom Deutschen Tierschutzbund herausgegebenen Zeitschrift "Du und das Tier" steht ein recht böser Artikel zum Thema Delphinhaltung. Ganz besonders heftig angegangen wird dabei der Tierpark Nürnberg. Neben bösen Worten über die hohen Verluste in den Anfangsjahren ( was man ja nun auch wirklich nicht bestreiten kann) wird hier aber auch geschrieben, dass alleine in diesem Jahr 4 Delphine in Nürnberg verendet seien. Das kann ich jetzt nicht so ganz nachvollziehen, denn ich war binnen der letzten 12 Monate insgesamt dreimal im Tierpark München und habe keine Veränderung im Bestand feststellen können. Oder ist hier von verstorbenen Jungtieren die Rede..? Auch das erscheint mir eher unwahrscheinlich. Wer weiss mehr über das "rätselhafte" Delphinsterben ? (15.11.2006, 20:06) |
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