
| Sven P. Peter: | Das Target-Training der Hamburger Krokodile läuft m.W. schon seit über 4 Monaten. (13.10.2007, 15:12) | ||
| Ralf Sommerlad: | Hagenbeck fängt wohl mit jetzt mit Target-Training bei seinen Nilkrokodilen an - sehr sinnvoll! In den USA ist Target-Taining insbesondere mit grosswüchsigen und potentiell gefährlichen Krokodilen bereits an der tagesordnung. Disneys Animal Kingdom in Orlando ist besonders weit damit: Wen wunderts... (13.10.2007, 13:18) | ||
| Michael Mettler: | Eigentlich ein Wunder, dass noch keine Industrie auf den Trend angesprungen ist und spezielle Target-Sticks anbietet - mit Nordic Walking hat das schließlich prima geklappt. Zumal es in der Hundetrainerszene ein weiteres Kundenpotenzial gäbe, die armen Leute müssen sich noch provisorisch mit Fliegenklatschen usw. als Targets behelfen, wo bleibt bloß das "Profi-Werkzeug"... :-) Und wie gesagt, auch unter Menschen ist das Grundprinzip seit eh und je verbreitet. Wenn du als Kind für eine "Zwei" im Zeugnis von Oma eine Mark bekommen hast, dann hat sie dich dadurch positiv bestärkt, "das Verhalten nochmal zu zeigen" - oder gar zu verbessern, denn vielleicht würde ja eine "Eins" noch besser belohnt...? Und auch da ging Oma von "freiwilliger Mitarbeit" aus, denn schließlich hat sie dich nicht zum gewünschten Ergebnis gezwungen. (Mit den ELTERN sah das vielleicht anders aus, aber von denen gabs ja auch kein Belohnungsgeld...) Die ERFOLGE des Trends will ich dabei übrigens keineswegs durch den Kakao ziehen. Ich habe nur immer wieder den Eindruck, als wolle sich eine ganze Szene der Neuerfindung des Rades rühmen. Dabei wird nur ein uraltes Prinzip zu teilweise neuen Zwecken (wie Medical Training) genutzt. (11.01.2007, 22:31) | ||
| Marco: | Stimmt, das Prinzip der positiven Verstärkung wird schon viel länger genutzt, als man sich im Allgemeinen bewusst ist. Ich hörte die amerikanische Trainerin, welche die Kölner Tierpfleger anleitet / angeleitet hat, mal auf einem Vortrag. Tja, was soll ich sagen - ALLES, was die Dame erzählt hat, war mir (und nicht nur mir) längst bekannt. (11.01.2007, 22:12) | ||
| Michael Mettler: | @Jennifer: Das soll auch für manche Menschen gelten :-) Ich habe dieser Tage mal wieder das Buch des ehemaligen Züricher Elefantenpflegers Ruedi Tanner gelesen, der ja in der einschlägigen Elefantenliteratur dafür gerühmt wird, "seinen" Bullen quasi über den Graben hinweg, also ohne direkten Kontakt trainiert zu haben. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Auch dieses Prinzip ist bei anderen Zootierarten schon uralt, nur fällt es einem nicht unbedingt als solches auf. Denn Tiere, die gegenüber fütternden Besuchern auf der anderen Grabenseite ein bestimmtes Bettelkunststückchen zeig(t)en, sind/waren eigentlich auch nichts Anderes: Der winkende Bär oder der Handstand machende Pavian (gab es in Berlin!) hat nämlich sein (sogar SELBST erfundenes) Kunststück durch positive Verstärkung entwickelt, und das ganz ohne körperliche Hilfestellung oder gar Zwang. Fragt sich nur, wer da eigentlich wen trainiert hat. "Schau mal, Bruno, ich muss nur mit meiner Tatze winken, und schon werfen sie mir Futter zu. Menschen sind doch echt gelehrig!" Oder: "Ich bleibe beim Einsperren einfach mal vor der geöffneten Stalltür stehen und warte mal ab, welches Verhalten mir die Pfleger als Lösung anbieten. Meistens spulen sie dann ein ganzes Repertoire ab. Das, was mir zusagt, belohne ich durch Reingehen, und schon habe ich sie positiv bestärkt".... (11.01.2007, 20:37) | ||
| Shensi-Takin: | USA: Komodo-Warane & (Rauten)krokodile S.a.: http://nationalzoo.si.edu/Animals/ReptilesAmphibians/enrichment/ (11.01.2007, 20:30) | ||
| Jennifer Weilguni: | Tja, für Futter tun viele Tiere so einiges. Wenn ich da nur an meinen Hund denke..? Ein Leckerchen in der Hand und der spult sein komplettes Programm durch ohne, das man was sagen müsste :-))) Für was zu fressen würde der sogar Frauchen verkaufen denk ich manchmal. Aber stimmt schon natürlich ist auch das Futter im Stall eine positive Bestärkung, sozusagen eine Belohnung für das abendliche Heimgehen. Denke mal, dass die meisten Tiere nicht freiwillig abends in den Stall gehen würden, wenn es da kein Futter geben würde. (11.01.2007, 20:07) | ||
| Michael Mettler: | @Jennifer: Kein schlechter Einwurf - Target heißt ja schließlich nichts anderes als Ziel, so gesehen ist auch ein Schaf das Target für den fixierenden Blick eines Border Collies :-) Im Prinzip ist es ja schon Training durch positive Verstärkung, wenn eine Gazelle durch Innenfütterung dazu gebracht wird, einen Stall zu betreten - etwas, was eigentlich völlig gegen die Natur eines Bewohners offener Landschaften geht und was man schlecht durch Zwang erreichen kann. (11.01.2007, 20:02) | ||
| Jennifer Weilguni: | Naja Target und Hundepfeifen kenne ich auch vor allem von den Robben. In Karlsruhe werden die Giraffen wie ja schon erwähnt beklickert, was überraschend gut zu funktionieren scheint. Zwar auch nur aus einer Zoo-Doku habe ich entnommen, dass (in Münster war das glaube ich) bei manchen Affen so eine Art "protected contact medical training" durch das Gitter stattfindet, um kleinere Eingriffe wie etwa impfen und Blutabnehmen auch ohne Narkose durchführen zu können. Eine Art Targettraining bei Schlangen dürfte zumindest die zweifelhaften Spielchen von Schlangenbeschwörern darstellen. Immerhin folgen da die Tierchen ja auch dem Ende der Tröte. :-))) (11.01.2007, 19:38) | ||
| Sven P. Peter: | In Hamburg dürfte es auch noch Targettraining bei den Giraffen geben. (11.01.2007, 19:26) | ||
| Ronald Masell: | In Köln auch bei Giraffen. Die Targetspezialistin aus den USA berät auch dort. (11.01.2007, 18:51) | ||
| Sebastian Dahl: | In Köln wird das Targettraining auch bei den Nashörnern benutzt. (11.01.2007, 18:35) | ||
| Michael Mettler: | Nachdem ich in der neuen ARBEITSPLATZ ZOO gerade gelesen habe, dass im Zoo Atlanta selbst Riesenschildkröten im Target-Training sind, würde mich mal interessieren, wie groß die Bandbreite der in unseren hiesigen Zoos zu irgendeinem Zweck trainierten Tierarten inzwischen ist. Die meisten "Fälle" schnappe ich nämlich auch nur aus den sporadisch gesehenen Zoo-Soaps oder aus dem Forum auf. Elefanten, Delfine und Robben sind nun schon "Klassiker", daneben fallen mir spontan Menschenaffen in Berlin und Köln ein, Giraffen in Karlsruhe, Malaienbären in Köln, Tüpfelhyänen in Gelsenkirchen und Gürteltiere in Hannover. Speziell auf ein einzelnes Individuum bezogen käme noch der zuckerkranke Drillmann in Hannover dazu, der zur Verabreichung von Insulinspritzen trainiert wurde - wohlgemerkt, damit er sie BEKOMMEN und nicht etwa selbst spritzen kann :-) Bei (neben den Gürteltieren) weiteren Show-Tieren in Hannover (z.B. Nasenbär, Skunk, Aras) weiß ich leider nichts über die Trainingsmethode. Wie sieht es mit anderen Säugern aus, und gibt es hierzulande "Clicker-Vögel" oder "Target-Reptilien"? Mir ist durchaus klar, dass das Training mit positiver Verstärkung nichts Neues ist (siehe Beizvögel), aber bei welchen Tieren wird die Methode inzwischen als Innovation eingesetzt? (11.01.2007, 17:11) |
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