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Was darf ein "Zoofreund" sagen?



Michael Mettler:   Wenn man den Zustand des Eingesperrt-seins im Ausdruck vermeiden will, dürfte man streng genommen auch nicht mehr von TierHALTUNG sprechen, sondern müsste sowas wie "Tierbeherbergung" erfinden. Nur ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass man bei jeglicher Tierhaltung ein Tier "ansässig" macht - ob nun rein bewegungstechnisch durch die Grenzen eines Geheges/Käfigs/Beckens (oder einer Wohnung) oder ernährungsmäßig durch Abhängigkeit vom Futter oder psychisch durch Prägung auf den Menschen als Artgenossenersatz.

Letztendlich ist ja auch der durchschnittliche Haushund ein gegen seine Natur ohne ständigen Artgenossenkontakt gehaltenes, teilweise fehlgeprägtes Raubtier (wird in der Regel früh von seiner Familie getrennt, damit er sich nicht "zu sehr für Hunde interessiert", sondern auf den Menschen Geprägt wird), dessen Handling mit Hilfsmitteln erfolgt (mindestens Halsband und Leine) und dessen Bewegungsfreiheit durch diese Hilfsmittel, durch Häusermauern, Zäune und Gesetzesvorgaben u.v.m. eingeschränkt wird. So gesehen ein viel eindeutigerer Fall von Gefangenschaft als bei den weitaus meisten Zootieren.
(23.01.2007, 11:59)
Marco:   Ich kann mich den bisherigen Meinungen anschließen. Natürlich leben Tiere im Zoo in Gefangenschaft! Nur, wie Jennifer Weilguni schreibt, muss das ja nichts schlechtes sein. Im Urlaub in manchen Karibikstaaten sollte man den bewachten All-Inclusive-Hotelkomplex auch besser nicht verlassen, weil's draußen kriminell zugeht, und dennoch geht's uns dort prima, weil es an nichts mangelt (nehme ich an, ich war nie in einem Karibik-All-Inclusive-Hotel... ;-) ).
In einer gewissen Form sind wir ja alle Tierrechtler, allein schon deshalb, weil wir allen den Tieren das Grundrecht auf Existenz einräumen und dieses verteidigen (ein Prinzip, welches als Artenschutz besser bekannt ist). Nicht vergleichen sollte man mich, vielleicht auch andere hier aus dem Forum, mit Leuten, die Tausende Euros ausgeben um Kanaren- oder Türkei-Wauwaus nach Deutschland zu holen, damit sie hier im Tierheim eingepfercht werden. Das wäre dann wohl eine andere "Liga" von "Tierrechtlern"...

Nicht vergessen sollten wir auch den oft zitierten und beschriebenen Sachverhalt, dass ein Tier auch in "Freiheit" / der "Natur" / im "Freiland" (....) nie wirklich frei ist. Es gibt Reviergrenzen, Prädatoren, unüberwindbare Hindernisse, diverse Zwänge, die es in "Gefangenschaft" nicht gibt (allen voran die Nahrungssuche), Krankheiten uvm. So gesehen, geht es den Zootieren bedeutend besser, als denen "draußen".

Das Ziel aller Zoos sollte es also sein, den Tieren die Gefangenschaft so herzurichten, dass ihr Leben dem in der Natur möglichst nahe kommt. Das umfasst ein natürliches Sozialsystem, Nahrung, Beschäftigung, Klimatisierung.... Und wenn dann noch jemand als "Tierrechtler" daher kommt, und sich über Zoos beschwert, kann ich wirklich nur mitleidig den Kopf schütteln (und zwar nicht über die Tiere im Zoo ;-) ).
(23.01.2007, 10:35)
Jennifer Weilguni:   Im übrigen ist es ja auch egal, wie geschickt man den Zustand der Gefangenschaft umschreibt. Eine Kartoffel ist und bleibt eine Kartoffel, auch wenn ich sie nun Grummbeere oder Erdapfel nenne. Und unsere Zootiere leben nunmal in Gefangenschaft. Ob sie sich allerdings auch gefangen FÜHLEN das steht auf einem ganz anderen Blatt, denn immerhin weiss man ja, dass Zootiere ihr Gehege als Revier und Heimat ansehen und auch die Tiere ihre Gehegegrenze akzeptieren, die sie spielerisch überspringen könnten. Des weiteren hat man auch feststellen können, dass Tiere die doch mal ausserhalb ihres Geheges landen versuchen dahin zurückzukommen. Selbst Raubtiere bilden da keine wirkliche Ausnahme, als im Krieg Käfige derart zerbombt wurden, dass die Tiere heraus konnten, suchten sie nach dem Angriff wieder ihre vertraute Umgebung auf. So gesehen leben wir Menschen ja auch ´nicht in der "freien Natur" unter naturgemäßen Bedingungen und ich kenne nur wenige Menschen, die deswegen ihr bequemes Leben gegen ein Dasein unter Naturvölkern tauschen wöllten.
(23.01.2007, 08:00)
Jennifer Weilguni:   @Sarkasmo
Genaugenommen hast Du Dich aber auch etwas ungeschickt ausgedrückt, denn ein Tierrechtler UND ein Zoofeund zu sein schliesst sich ja auch nicht unbedingt aus. Ich zumindest räume selbstverständlich den Tieren gewisse Rechte ein und ich denke mal, dass man Zoofreunde nicht generell als Menschen abtun kann, die Tieren ihre Rechte absprechen, ganz im Gegenteil, sonst würden wir uns ja nicht über artgerechtere Gehegegestaltungen und verbesserte Haltungsbedingungen freuen. In der Sprache gibt es eben viele Stolpersteine, ich hoffe dass hier trotzdem der "richtige" Sinn rüberkommt, wenn ich von Tieren in der freien Natur spreche.
(22.01.2007, 21:26)
kiki:   Gefangenschaft ist doch richtig, die Tiere in den Zoos leben doch in Gefangenschaft was ich aber nicht wirklich negativ auslege. Natürlich geht es den Tieren in der Freiheit in jedem Fall besser aber wenn sie im Zoo gut gehalten werden, spricht doch nichts gegen eine Haltung von Tieren in Gefangenschaft. Mein Pitbull hat es sich ja auch nicht aussuchen können, wo er leben will und lebt also auch in Gefangenschaft.
(22.01.2007, 20:57)
Ollo:   Ich verwende in der Regel die Begriffe "in menschlicher Obhut" und "in freier Wildbahn". "Freiheit" und "Gefangenschaft" sind wirklich unangebracht.
(22.01.2007, 20:51)
Michael Mettler:   Ist leider nicht ganz einfach, richtigere Alternativen für die alten Begriffe zu finden, darüber stolpere ich beim Schreiben auch ganz gern mal. "Im Freiland" ist ja im Grunde genommen für viele Tiere auch nicht korrekt, "in der Natur" würde Tierarten ausschließen, die undomestiziert auf Kulturland leben (und das sind einige, ich denke da gerade an das Gamefarming in Südafrika oder auch nur viele Wildtiere bei uns) usw. "In Menschenobhut", "in Menschenhand" oder "unter kontrollierten Bedingungen" befinden sich Tiere nicht nur im Zoo, sondern auch im Nationalpark ihres natürlichen Verbreitungsgebietes, wo sie in verschiedenster Form gemanagt werden. Bliebe also eigentlich nur der Ausweg, konsequent von "in situ" und "ex situ" zu sprechen - wobei dann wild lebende, im südafrikanische Addo NP angesiedelte Ostafrikanische Spitzmaulnashörner genau genommen schon wieder "ex situ" wären...
(22.01.2007, 20:40)
Sarkasmo:   Sagt Mal, das fällt mir auf. Das hier ist doch ein Zoo-Forum, von Zoofans, für Zoofans, und viele hier haben ein enormes, beneidenswertes Wissen, aber trotzdem lese ich ganz oft die Begriffe " Freiheit " und ""Gefangenschaft ". Sollten es Zoofans nicht eigentlich besser wissen und auch mit gutem Beispiel vorangehen ? Das ist doch sonst nur zusätzliches Futter für die Tierrechtler.
(22.01.2007, 20:19)

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