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Differenzierungsmöglichkeiten der Zoos



Carsten:   Auch sind die alten Namen manchmal vielleicht gar nicht so leicht auszurotten, wenn jetzt z. B., rein gedanklich, die Wilhema in Zoo Stuttgart umgenannt würde, würde sie doch mit Sicherheit im Volksmund weiterhin Wilhelma heißen. Mir geht es jedenfalls beim der ZOOM-Erlebniswelt so, daß ich meistens noch vom Ruhr-Zoo spreche und auch die Website i. d. R. über ruhr-zoo aufrufe...
(09.02.2007, 20:55)
Michael Mettler:   Ob solche Benennungen überhaupt volkstümlich waren/sind/sein werden, ist ohnehin fraglich. Ob Waldzoo Osnabrück, Erlebniszoo Hannover oder ZOOM, letztlich wird Otto N. wahrscheinlich trotzdem schlichtweg sagen "wir waren im Zoo/Tierpark/Tiergarten".
(09.02.2007, 19:31)
IP66:   @Ulli: Ich glaube, daß die Umbennung in Osnabrück genau spiegelt, was so eine Maßnahme will: Osnabrück wollte mit klassischen Zoos konkurrieren und benennt sich deshalb entsprechend um, in Dortmund war es ähnlich. In Gelsenkirchen ist es genau umgekehrt, dort will man sich von den Nachbarzoos absetzen und erfindet deshalb einen Kunstnamen.
(09.02.2007, 18:18)
Michael Mettler:   Die Textpassage, laut welcher der Zoo um private Zuwendungen bangt bzw. bereits Einbußen in dieser Richtung hatte, müsste wahrscheinlich noch viel mehr im Vordergrund stehen, denn das scheint eine sehr erhebliche und folglich wichtige Geldquelle für den Zoo zu sein - wie auch aus den BONGO-Heften immer wieder ersichtlich. So soll der Zoo (bzw. die Aktiengesellschaft Zoo) als Folge von Erbschaften z.B. auch über diversen externen Immobilienbesitz verfügen - da spielen also ganz andere Wertkategorien eine Rolle als nur eine Tierspende hier und da.
(09.02.2007, 09:35)
Konstantin Ruske:   Bei genauem lesen dieses Artikels, der durch seine Wortwahl eher konfliktschürend ist und bewußt aufmerksamkeitsheischend überdramatisiert, wird deutlich, das der Förderverein des Tierparks ganz klare Schritte Richtung Gemeinsamkeit und Zusammenhalt gehen will- die Mauer in den Köpfen ist auf dieser seite also mittlerweile nach ernsthaftem Überlegen abgebaut. Auf Spaltung setzen eigentlich ausschließlich die aus dem ehemaligen Westteil zu Wortgekommenen.
(09.02.2007, 09:08)
Jennifer Weilguni:   Also ich habe den Artikel eben mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Ost vs. West noch immer DERART aktuell .. da kann man doch nur den Kopf schütteln. Vereintes Deutschland hin oder her, in den Köpfen vieler Menschen steht die Mauer eben noch - auch wenn es um Zoos geht . Dabei könnten sich Zoo und Tierpark doch gegenseitig Besucher zuspielen, indem sie zum Beispiel Kombikarten für beide Einrichtungen verkaufen würden (vieleicht für alteingesessene Berliner uninteressant, aber für Besucher der Stadt und eben der Zoos ein Anreiz sich beides anzusehen), Heidelberg, Karlsruhe und Landau fahren ja gar nicht mal so schlecht damit.
(09.02.2007, 07:58)
Michael Mettler:   Na ja, der Ausdruck Safari-Park ist schon etwas unglücklich gewählt (wie manch Anderes im besagten Artikel auch). Woanders war von einem "Entdeckerpark" die Rede - vielleicht will man einfach nur das Wort "Erlebniszoo" vermeiden, denn sowas gibts ja bekanntlich schon, und Berlin wird doch wohl nichts nachmachen wollen :-)
(08.02.2007, 23:31)
Shensi-Takin:   @MM: Na ja, die marodierenden Eichhörnchen & die umherschweifenden Hunde nicht einberechnet...;)
Der Artikel ist ja streckenweise höchst amüsant-Ossi vs. Wessi auch noch fast 18 Jahre nach der Wende. Die "Große Vogel-Liebhaberin"(Großsittich in Einzelhaltung...) ist auch so eine...;)

Aber ein "Safari-Park" aus Friedrichsfelde???
(08.02.2007, 19:24)
Michael Mettler:   Und um es noch komplizierter zu machen, gibt es in Berlin ja auch noch einen TierGARTEN, in dem gar keine Tiere (mehr?) gehalten werden... :-)
(08.02.2007, 18:57)
Shensi-Takin:   Passend zu der hier genannten Thematik:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/591157/

O-Ton: "Zoo ist Zoo, Tierpark ist Tierpark" ;)
(08.02.2007, 18:44)
Michael Mettler:   @Stefan Schubert: Interessanter Hinweis. Denn ich stieß kürzlich darauf, dass die private Tierhaltung des Schwaben Werner von Mitte vorletzten Jahrhunderts den Namen "Thiergarten" trug, was später - wie auch einige der Tiere - von Nill für dessen Privatzoo übernommen wurde. Stand, glaube ich, im Wilhelma-Buch.
(08.02.2007, 15:15)
Stefan Schubert:   Meineswissens findet man die Erfinder der Bezeichnung Tiergarten im schwäbischen: In älteren Wilhelma-Führern wird die Entwicklung der Tierhaltungen in Stuttgart mit dem Hinweis begonnen, das der kleine Garten hinter dem Alten Schloss im Mittelalter (15./16.Jh) als "Tiergart" bezeichnet wurde! Auch die Stadtbezeichnung leitet sich von Stutengarten ab!
(08.02.2007, 13:50)
Ulli:   @ollo:
Früher hieß der Zoo Osnabrück offiziell Tiergarten später Waldzoo, manchmal verbunden mit dem Namen des Stadtteiles Schölerberg. Herr Everts hat damals persönlich die Umbenennung in "Zoo" initiiert. Ich perssönlich finde immer noch die Bezeichnung "Waldzoo" oder "Waldzoo Schölerberg" oder "Waldzoo am Schölerberg" gelungener, weil es stärker das Ambiente ausdrückt, den Eigennamen betont und zur Differenzierung beiträgt.
(08.02.2007, 13:25)
IP66:   Natürlich: Tiergarten Nürnberg und nicht Tierpark! Wobei man in Nürnberg ja auch sehr stark am hagenbeck'schen Modell orientiert war.
Im Grund sind Bezeichnungen ja nicht statisch, oder nur insoweit statisch, als sie schon seit Jahrzehnten mit einer Institution verbunden sind. Den Zoo Berlin oder den Tiergarten Nürnberg wird man nur dann umbenennen, wenn man sehr neue Pläne hat und sich vom Vorangegangenen abgrenzen möchte. In Gelsenkirchen ist man eben nicht mehr Ruhr-Zoo, weil man etwas ganz anderes sein möchte und versucht so, Kontinuitäten auch sprachlich zu vermeiden. Es wäre interessant, die Benennungsgeschichte in Schönbrunn zu verfolgen: Hier war man ja nacheinander höfische Menagerie, wissenschaftlich geleiteter Tiergarten, dann auch ein wenig Modezoo.
(08.02.2007, 12:12)
Michael Mettler:   Wikipedia ist wirklich Gold wert. Mit meiner Vermutung bei der Hecke habe ich richtig getippt: http://de.wikipedia.org/wiki/Hecke
(08.02.2007, 00:06)
Karsten Vick:   Ja heutzutage ist das wohl so. Der Wikipedia-Artikel ist nebenbei gesagt wirklich nicht so doll. Der etymologische Zusammenhang steht hier sehr schön:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hagen_%28Flurname%29
(07.02.2007, 23:53)
Ollo:   Ich glaube, wir haben aneinander vorbei geschrieben. Mir ging es nicht darum, wie das Wort "Gehege" entstanden ist, sondern daß ein "Gehege" nach heutigem Verständnis grundsätzlich immer der Tierhaltung dient. Kann ja auch mal sein, daß sich Bedeutungen in Jahrhunderten ändern.
(07.02.2007, 23:50)
Michael Mettler:   @Ollo: Dann wurden in Münchehagen also Mönche gehalten...? :-) Also, in "Isernhagen" steht das "isern" für Eisen, weil dort früher Eisenerz abgebaut wurde. Hagendörfer bzw. Hagenhufendörfer waren m.W. mittelalterliche bäuerliche Ansiedlungen, die durch Waldrodung entstanden und eingefriedet wurden, damit keine Wildtiere EINDRINGEN und die Ernte zerstören konnten. Würde mich nicht wundern, wenn unser Wort "Hecke" auch auf diesen Ursprung zurückgeht - im Holländischen heißt eine Hecke jedenfalls "haag". Die Beschränkung des Begriffs auf eine Einrichtung zur Tierhaltung (wofür auch immer) dürfte jüngeren Datums sein.

Leider muss ja heute immer alles möglichst modern klingen. Angesichts der Tatsache, dass die Zoowelt in verschiedenen Dingen gerade wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt (Vorführung gezähmter Wildtiere, Bau von Burg- und Palastruinen usw.), fände ich es durchaus charmant, auch die Bezeichnung Menagerie wiederzubeleben. Zwar hat ein moderner Zoo TROTZ Eulenruine & Co. mit einer historischen Menagerie nicht mehr viel gemeinsam - aber mit den historischen Verhältnissen der ersten Zoologischen Gärten eben auch nicht viel mehr....
(07.02.2007, 23:46)
Ollo:   Dann müssen sowohl mein Duden als auch der Wikipedia-Artikel falsch sein.
(07.02.2007, 23:43)
Karsten Vick:   Stimmt nicht, Ollo das Wort Gehege hat ursprünglich nichts mit Tieren sondern mit einem Zaun zu tun.
Außer in Holland wurde auch in anderen Sprachen das Wort Garten übernommen: russisch сад, polnisch ogrod, tschechisch zahrada, dänisch have.
(07.02.2007, 23:36)
Ollo:   Nach meinem Duden dient ein Gehege entweder zum Jagen oder zur eigentlichen Tierhaltung - hat also auf jeden Fall etwas mit Tieren zu tun.
(07.02.2007, 23:26)
Carsten:   Ich finde es ganz pfiffig, wenn man sich durch Zusätze von der breiten Masse abhebt, z. B. Naturzoo, Alpenzoo o. ä.
(07.02.2007, 23:25)
Karsten Vick:   Saupark kenne ich auch als Bezeichnung für Springe.
Für rhubarb's Diplomarbeit ist die historische Entstehungsgeschichte der verschiedenen Namen ganz bestimmt interessanter als die heutigen Modenamen in Kategorien zu zwingen. In der DDR-Literatur wird DAS versucht im "Zooführer" von Bürger und Sedlag (gibts auch unter dem Titel "Tiere im Zoo") und im Tourist-Führer Tiergärten von Karl Lemke.
(07.02.2007, 23:24)
Michael Mettler:   @Ollo: So falsch ist das "Tiergehege" gar nicht, denn ein Hagen war früher nichts weiter als umfriedetes Land, unabhängig davon, ob darauf Tiere gehalten wurden. Im hannoverschen Raum findet man z.B. allerlei Orts- und Straßennamen, die einen solchen Ursprung haben: Isernhagen, Im Gehäge (früher schrieb man es mit ä) usw.

Mir ist übrigens hier noch nie jemand begegnet, der sagte "Wir waren im Wisentgehege". Es heißt hier immer "Wir waren im Saupark". Der Name "Wisentgehege" hat sich also m.E. trotz Tradition nie durchsetzen können - vielleicht weil es nach einer Tierart benannt ist, zu der Otto N. zu wenig Bezug hat. Vielleicht sollte es Springe mal mit "Urwildpark" versuchen wie Sababurg.... Das Otterzentrum hingegen hat sich namentlich problemlos etabliert.

Die Bezeichnung "Park" wird ja heute inflationär für alles Mögliche verwendet, z.B. für Einkaufszentren oder Wissenschaftsparks. Da die meisten dieser Anlagen nun gar nichts mehr mit dem eigentlich gärtnerischen Ursprung des Begriffs zu tun haben, frage ich mich manchmal, ob sie nur wegen der großen Park-Plätze so genannt werden....
(07.02.2007, 23:13)
Ollo:   Mir ist übrigens mal aufgefallen, daß es fast unmöglich ist, für tiergärtnerische Einrichtungen einen pfiffigen neuartigen Namen zu kreieren. Nicht schlecht finde ich z.B. Wisentgehege (Springe), Otterzentrum (Hankensbüttel) oder Gehegezone (Nationalpark Bayrischer Wald). Im Grunde kommt man aber um den althergebrachten Fundus nicht herum (Zoo, Tiergarten, Tierpark, Wildpark, Wildgehege, Wildgatter, Vogelpark, Aquarium). Andere Schöpfungen wirken für meinen Geschmack meist peinlich, z.B. Zoopark (Erfurt), Tierfreiheit (ehemals Schlitz) oder Wildwald (Voßwinkel). Etwas daneben finde ich auch den Begriff "Tiergehege", da Gehege per Definition für Tiere gedacht sind.
(07.02.2007, 22:25)
th.oma.s:   der begriff "zoo" wird (wie vieles) nach einer eu - richtlinie, die in deutschland mit den jeweiligen landesnaturschtzgesetzen umgesetzt wird, definiert (sinngemäß):
haltung von mindestens fünf tieren nicht dem jagdrecht unterliegenden wildtierarten; mindestens an sieben tagen im jahr besucherzugängige haltung zur schaustellung, mit ausnahme von tierhandlungen, zirkussen und verkaufsveranstaltungen. wildgehege mit mehr als fünf arten fallen unter den begriff zoo wenn sie besucherzugängig sind. diese zoos brauchen eine betriebsgenehmigung nach eu - zoorichtlinie . unterschiede zwischen zoo, tierpark heimattiergarten etc. wird nicht gemacht.
(07.02.2007, 20:58)
rhubarb:   Hab ich schon gemacht!
Sowohl Herr Lücker, als auch Herr Wandrey haben gemeint, dass die Begriffe aus der Vergangenheit stammen und es heute keine Unterschiede mehr gibt...

(07.02.2007, 11:53)
Ulli:   @rhubarb
Frage doch einfach mal beim Verband der Zoodirektoren (www.zoodirektoren.de)
Postanschrift:

Verband Deutscher Zoodirektoren e.V.
Straße des Friedens 17a
D-01328 Dresden
Fax: 0049 - 351 - 26 888 22


Geschäftsstelle: Prof. Dr. Hubert Lücker
Straße des Friedens 17a
D-01328 Dresden
Tel: 0049 - 351 - 26 888 22
Fax: 0049 - 351 - 26 888 22
Mobil: 0049 - 173 - 6966169
e-mail: hhluecker@yahoo.de

oder bei der

Deutschen Tierpark Gesellschaft eV
www.deutsche-tierparkgesellschaft.de
Postanschrift:
Deutsche Tierparkgesellschaft
Geschäftsführung
Herr Dr. Rüdiger Wandrey
Am Olymp 1

21789 Wingst

Die Geschäftsstelle (Frau Oellerich) ist immer dienstags und donnerstags zwischen 9.00 und 11.00 Uhr unter 04778-255 erreichbar!

Telefon: (04778) 255
Telefax: (04778) 811154
Mobil: 0174 160 34 56

nach. Vielleicht haben Sie ja eine plausible Definition.
(07.02.2007, 11:11)
Michael Mettler:   Wenn man es historisch aufbaut, waren Zoologische Gärten vielleicht jene Einrichtungen, die von Beginn an wissenschaftlich geleitet wurden, und Tierparks im Gegensatz dazu nicht?

Übrigens gibt es auch in England eine Parallele zu San Diego, denn im Gegensatz zum Regent's Park "Zoo" hieß und heißt die von der selben Gesellschaft gegründete und geführte Einrichtung in Whipsnade "Wild Animal Park". In London wie in San Diego scheint also das Landschaftliche für die Namensgebung eine Rolle gespielt zu haben.

Das niederländische "dierentuin" bedeutet übrigens wörtlich ebenfalls "Tiergarten" und "zoologischer Garten" auch nur "tierkundlicher Garten". Der "Garten" sollte wohl nur darauf hin weisen, dass darin etwas "kultiviert" wird (Gegensatz Natur/Kultur), siehe das englische "horticulture" (Gartenkultur, im Sinne unseres "Gärtnerns"). Und ein "Park" ist im eigentlichen Sinne nichts weiter als eine weitläufige, aber ebenfalls in Kultur befindliche Gartenanlage (in der z.T. auch Tiere gehalten werden, nämlich das so genannte Parkwild und Parkgeflügel). Mag also sein, dass die Unterscheidung ursprünglich auch etwas mit den Gehegegrößen zu tun hatte.

"Tierpark" dürfte - wenn man es nicht allein auf Exoten bezieht - eine schon sehr alte Bezeichnung sein. Z.B. dürfte die alte englische Rinderrasse White Park Cattle ihren Namen schon ein wenig länger tragen, als es in England Zoos gibt. Wie lange heißt eigentlich Wien als ältester noch existierender Zoo der Welt schon TierGARTEN Schönbrunn?
(06.02.2007, 21:09)
rhubarb:   Also ich muss hier noch klarstellen, dass die Einordnung des Spezialisten auf meinem Mist gewachsen ist. Ich hatte gelesen, dass in den 50-70ern eine Reihe kleinerer Privatzoos mit geringerem Tierbestand geöffnet haben und sich, um sich von den Zoos abzugrenzen Tierparks nannten. Also dachte ich, dass diese Einordnung der Spezialisten durch das Kriterium "geringere Vielfalt an Tierarten" gerechtfertigt wäre! Mein Prof bestand lediglich auf eine Abgrenzung Zoo und Tierpark, die ich ihm auch liefern wollte und deswegen meine Argumente, die gegen eine Abgrenzung sprachen ignoriert habe.... Aber nach dieser Diskussion nehme ich nun wirklich davon Abstand und erkläre, dass es einfach keine eindeutige Abgrenzung gibt...

(06.02.2007, 21:08)
Mel:   Ich möchte mich da Karsten Vick seinen Ausführungen anschließen, läßt es sich heute noch klar differenzieren? Parks sind sie doch eigentlich alle oder? Der eine mit mehr Grünanlage der andere mit weniger?
(06.02.2007, 21:03)
Karsten Vick:   Wenn es dort Gemüsebeete gibt, ist es ein TierGARTEN...
(06.02.2007, 20:54)
Carsten:   Nürnberg heißt doch offiziel Tiergarten, um die Diskussion noch ein bissel zu verkomplizieren, g...

Oder ist Tierpark und Tiergarten identisch?
(06.02.2007, 20:48)
Karsten Vick:   @rhubarb: Vielleicht solltest du dich wirklich historisch der Sache nähern. Könnte es sein, dass die Entwicklung so verlief? Die ersten Gründungen nannten sich Zoologischer Garten, vom englischen zoological garden inspiriert. Tierparks waren damals wirklich kleine Tiergehege z. B. in Kurparks. Erst später nannten sich auch einige große Einrichtungen Tierpark, um entweder ein deutsches Wort zu verwenden (Nürnberg) oder um noch mal extra auf den Parkcharakter hinzuweisen (Berlin Friedrichsfelde). Die heutigen Bezeichnungen lassen meiner Meinung nach überhaupt keine Kategorisierung mehr zu, da jeder seine Einrichtung so nennen kann wie es ihm beliebt.
(06.02.2007, 20:37)
Shensi-Takin:   @MM: Hatte sie (leider?) auch nicht parat-u.a., weil sie weder in dem einen noch den anderen war...;)
(06.02.2007, 19:44)
Michael Mettler:   Übrigens ist ja auch "Zoo" nichts weiter als eine Abkürzung für "Zoologischer GARTEN".

@Shensi-Takin: Wäre interessant, ob die erwähnte Australierin eine gute "angelsächsische" Definition liefern könnte, welche die Bezeichnungen "Zoo" und "Wild Animal Park" in Bezug auf San Diego begründen würde :-)
(06.02.2007, 18:54)
Shensi-Takin:   Die EU-Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29. März 1999 gibt hierbei auch nicht viel her:
http://www.zoologic.ch/zoos/EU-richtlinie.pdf

Dazu auch:
http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=150348&sid=&aktion=jour_pm&poffset=3789616000150348&quelle=0&profisuche=1
(06.02.2007, 18:37)
Michael Mettler:   In irgendeinem Thread wies doch mal ein Tierpfleger darauf hin, dass er während seiner Ausbildung von den Azubis anderer Einrichtungen belächelt wurde, weil er "nur" in einem Tierpark arbeitete. Das zeigt, wie tief diese unsinnige Abgrenzung sitzt (bzw. seinerzeit gesessen hat). Vielleicht hängt das damit zusammen, dass manche Leute den Begriff "Tierpark" unwillkürlich mit "Heimattierpark" gleichsetzen und sich darunter so eine Art "Gaststättenzoo" vorstellen mit ein paar Hirschen, Ziegen und Enten und als Highlight einem Affenkäfig. Zwar gibt/gab es solche Einrichtungen ja wirklich, aber sie sind/waren nicht repräsentativ für die Bezeichnung "Tierpark". Immerhin hat neben den schon erwähnten Beispielen Hagenbeck, Nürnberg und Berlin auch München mit dem TIERPARK Hellabrunn einen typischen Großzoo.

Wenn nach Meinung des Professors ein "Spezialist" als Tierpark eingeordnet werden müsste, müsste sich Düsseldorf nun also von "Aquazoo" in "Aquatierpark" umbenennen? Oder Bremerhaven in "Tierpark am Meer"?

Es ist doch schon bezeichnend für die Gleichwertigkeit der Ausdrücke, dass das in der öffentlichen Wahrnehmung von den "Großzoos" geprägte Arbeitsfeld als TIERGÄRTNEREI bezeichnet wird - und zwar auch und gerade von den Zoos selbst. Meines Erachtens ist es keineswegs schwierig, zwischen Zoos und Tierparks zu differenzieren - es ist schlichtweg UNMÖGLICH.

Rechtlich wird m.W. alles als Zoo betrachtet, was eine bestimmte Mindestzahl an Tierarten hält (fünf?) und diese an einer bestimmten Mindestzahl an Tagen pro Jahr öffentlich präsentiert. Dabei ist es kurioserweise völlig egal, ob es sich um Stabheuschrecken oder um Elefanten handelt - das kleine Insektarium am Steinhuder Meer war deshalb längere Zeit Thema in unserer Tagespresse, weil es nach diesen neuen Bestimmungen als Zoo eingeordnet und für den Betrieb völlig unsinnigen Bestimmungen unterworfen wurde, um die weitere Betriebserlaubnis zu erhalten.
(06.02.2007, 18:10)
Shensi-Takin:   Ich wurde mit einer ähnlichen Frage konfrontiert, als eine australische Freundin den Unterschied zw. "Zoo" und "Tierpark/-garten" wissen wollte. Meine Antwort fiel dabei ähnlich wie die von MM bereits erwähnten meist weitläufigeren Einbettung der Gehege in eine Park-bzw. Gartenlandschaft als Kriterium für den Tierpark/-garten aus-wobei ich auf die äußerst fließenden Grenzen hinwies. Hinsichtlich Fläche: der Herr Professor sollte mal einen Tagesausflug in z.B. Nürnberg oder Friedrichsfelde unternehmen, um sich dem gewissen Denkfehler seiner Ansicht klarzuwerden...

Auf http://www.zoo-infos.de/ sind unter "Zoo-Kategorie" noch weitere Differenzierungsmöglichkeiten genannt-z.B. Wildparks(mit Schwerpunkt auf einheimische Wildtiere) oder Safariparks.
Rechtlich gesehen sind dies aber alles "Zoos".
(06.02.2007, 16:47)
Sacha Beuth:   @rhubarb: Oh je, dann ist Dein Prof aber eine uneinsichtige Person und zu bedauern. Wie Michael Mettler erklärt hat, sind zum Beispiel auch der Tierpark Berlin (Ost) und der Tierpark Hagenbeck in Hamburg "Grosszoos", also mit Tigern, Löwen, Elefanten, Giraffen usw. bestückt. Meiner Meinung nach ist also diese Abgrenzung eben NICHT wissenschaftlich vertretbar.

Spezialisierungsrichtungen können auch das Motto Haustiere tragen (Warder) oder geografischer Natur sein. Z. B. nur Tiere aus Südamerika oder Afrika (Lebensräume wären ja Urwald, Steppe, Wüste usw.). Allerdings fällt mir im Moment kein Deutscher "Grosszoo" ein, der sich auf Tiere nur einer Region resp. eines Kontinents beschränkt. (Dafür jede Menge Wildparks und kleinere Tierparks). In Oesterreich wäre es der Alpenzoo in Innsbruck, der als "Grosszoo" zu bezeichnen ist und die aktuelle und ehem. Fauna des Alpenraumes zeigt.
Wie man es dreht und wendet: Zoo und Tierpark sind allein vom Namen her nicht zu unterscheiden. Einzig beim Namen Wildpark handelt es sich meines Wissens fast immer um Anlagen, in denen in D nur eurasische Arten vorhanden sind oder zumindest den Bestand klar dominieren.
(06.02.2007, 16:32)
rhubarb:   Danke für die vielen Anregungen!
Die Unterscheidumg zwischen Zoo und Tierpark, die es ja eigentlich nicht gibt, die mein Prof aber unbedingt haben wollte, habe ich jetzt aus der Historie abgeleitet. Demnach gelten in meiner Arbeit alle Einrichtungen als Zoo , die hier als sog. "Großzoo" behandelt werden und der Rest, also kleinere Zoos und Spezialisten sind dann Tierparks. ich hoffe diese Abgrenzung ist wissenschaftlich vertretbar, aber es ist einfach zu schwierig Zoos und Tierparks zu unterscheiden.
Was mir jetzt noch fehlt sind die weiteren Differenzierungsmöglichkeiten, der von mir als Tierpark behandelten Einrichtungen. Ich weiß, das zwischen Generalisten und Spezialisten unterschieden wird, aber was für Möglichkeiten der Differenzierung gibt es für diese Einrichtungen noch? Und welche weitern Spezialiesierungsrichtungen ausser Tierklassen und Lebnsräume gibt es noch?

(06.02.2007, 13:54)
Jennifer Weilguni:   Der "Zoo" Kaiserslautern ist für mich auch eher ein Tierpark.
(06.02.2007, 12:41)
Carsten:   Der kleinste "Zoo", welcher mir spontan einfällt, ist der Terra Zoo in Rheinberg, ca. 250 Tiere, größtenteils Reptilien in einem Gebäude.
(06.02.2007, 12:00)
IP66:   Der Tierpark in Nürnberg heißt natürlich so, weil die Natinalsozialisten keine fremdsprachigen Bezeichnungen wollten - Tiergarten für Zoo wie Kraftwagen für Automobil. Ich denke, daß auch die etwas alberne Bezeichnung Zoom für Gelsenkirchen entstanden ist, weil man sich von den nachbarn, die ja alle Zoo heißen, absetzen wollte. Hagenbeck wollte dies mit seiner Bezeichnung Tierpark sicherlich auch, zumal es zum Zeitpunkt der Bennenung in Hamburg ja einen Zoo gab, der auch so hieß. Insofern scheint zoologischer Garten resp. Zoo der gängige Begriff zu sein, und jeder, der sich davon absetzen möchte, wählt halt etwas neues - Komposita wie Alpen- oder Allwetterzoo bestätigen diese Überlegung. Es fragt sich aber, ob das auch für kleinere Anlagen gilt.
(06.02.2007, 11:20)
Michael Mettler:   Für mein Empfinden gehen alle Bezeichnungen stufenlos ineinander über und die Abgrenzung ist willkürlich. Sieht man auch daran, dass sich z.B. Dortmund vor einigen Jahren von "Tierpark" in "Zoo" umbenannt hat, ohne dass dafür eine Änderung der Grundkonzeption einen für Jedermann ersichtlichen Anlass dazu lieferte.

Tierpark oder Tiergarten wies zumindest früher meistens darauf hin, dass sich die Tiergehege innerhalb einer landschaftlichen (Park!) und/oder gärtnerischen Gestaltung befanden. Über die "Größe" (ob nun nach Fläche oder Tierbestand definiert) sagt das Wort wenig aus - siehe Tierpark Berlin gegenüber Zoo Landau.

"Großzoo" ist auch so eine schwammige Bezeichnung, die wir hier aber alle verwenden und relativ gut wissen, was wir meinen. Das sind - um einen Versuch der Definition zu machen - in der Regel Zoos, die schon seit langer Zeit wissenschaftlich geleitet werden und weitgehend fremdländische Tierarten halten, darunter viele Großtiere. Auch hier variieren aber die offiziellen Bezeichnungen zwischen Zoo, Tierpark (siehe Berlin) und Tiergarten (siehe Nürnberg). Walsrode hingegen hatte über viele Jahre die Artenzahl und die Besucherzahlen eines Großzoos, würde aber wohl von niemandem so bezeichnet werden.

Über die Definition eines Erlebniszoos haben wir hier im Forum schon oft diskutiert, nimm das Wort einfach mal als Suchbegriff!
(06.02.2007, 11:10)
rhubarb:   Für meine Diplomarbeit benötige ich Informationen darüber, wie man Zoos und Tierparks differenzieren kann...
ich weiß, dass es großzoos und Tierparks gibt, doch ab wann ist ein Zoo ein Großzoo? Richtet sich das nach Besucherzahl (>500.000 im Jahr) oder nach Fläche, Mitarbeiterzahl?
Und was für Spezialisten gibt es neben den Spezialisierungen nach Tierklassen oder Lebensräumen noch?
Was unterscheidet ein Erlebniszoo von einem Familienzoo, außer der der Name? Gibt es überhaupt einen unterschied?
Ich weiß, dass es offiziell (EU-Richtlinie) keine Unterschiede gibt, aber es gibt so viele Bezeichnungen, irgendwo müssen die doch herkommen! Was meint ihr bezüglich der Abgrenzungskriterien?
Ich würde mich sehr über Anregungen freuen!

(06.02.2007, 10:03)

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