
| Carsten: | Wobei die Löwen in GE ja nicht abgegeben wurden, sondern die Haltung mit dem Tod der Tiere schlichtweg ausgelaufen ist... Gezielt abgegeben haben dürfte man dann u. a. Nilgauantilope, Tiger, Flachlandtapire, Bärenmakaken, Lama, Wildschwein, Elefant... Die Situation in GE war kritisch, im Rat der Stadt stellte sich damals die Frage, ob man den Zoo komplett saniert oder schließt. Gab auch mindestens ein anderes Konzept für die Neugestaltung, aber letztlich hat man sich dann für den Erlebniszoo entschieden (glücklicherweise). (18.06.2007, 13:04) | ||
| IP66: | In Gelsenkirchen verlief die Entwicklung eher schleichend: So verschwanden Orang-Utans, Husarenaffen, Löwen und Spitzmaulnashörner recht früh, und es war ähnlich wie in Frankfurt, wo es bei jedem Besuch einige Arten weniger gab. Mit dem Beschluß zum Erlebniszoobau wurde dann zielgerichtet an- und abgeschafft. Ihre Überlegung würde ich deshalb dergestalt modifizieren, daß durch eine Reihe von Artabgaben sich eine Diskussion ergibt, an deren Ende in Hannover und Gelsenkirchen der Erlebniszoo stand. Allerdings scheint mir die Situation in Gelsenkirchen besonders kritisch gewesen zu sein, da dort manche Anlage genutzt wurde, die schon in den Nachkriegszeit als klein und provisorisch aufgefallen wäre. Hannover hatte dagegen einen in den 60er Jahren sehr aufwendig erneuerten Baubestand, der auch seinerzeit viel Bewunderung ausgelöst hat. Leipzig war für einen DDR-Zoo vielleicht sehr historisch geprägt, hatte aber weniger mit veralteter als reuntergekommender Bausubstanz zu kämpfen. (18.06.2007, 11:46) | ||
| Carsten: | Wobei man aber berücksichtigen sollte, daß der Umbau spätestens mit Ende der Planungsphase beginnt und nicht mit dem ersten Spatenstich... Vielleicht fällt dann Artenschwund und Umbau doch in einigen Fällen zusammen, GE hatte z. B. die Leoparden schon abgegeben, bevor irgendwas gebaut wurde (evtl. war die Löwen/Hyänenanlage schon in Arbeit, die ist ja deutlich früher als der Rest gebaut worden, weiß ich aus dem Kopf nicht mehr) (16.06.2007, 13:52) | ||
| IP66: | Ich möchte mich nicht wiederholen, aber doch darauf hinweisen, daß ich schon weiter unten dargelegt habe, daß Artenschwund und Zooumbau eben nacheinander und nicht gleichzeitig geschehen sind - und zwar sowohl in Hannover wie in Gelsenkirchen. (16.06.2007, 10:51) | ||
| Michael Mettler: | Das stimmt zwar, ist aber sehr viel länger her und steht erst recht nicht in Zusammenhang mit der Neuorientierung des Zoos. Im selben Jahr wie die Kongonis starb damals der alte Zuchtstamm Dikdiks aus, aber dafür war wenigstens nach einiger Zeit Ersatz aufzutreiben. Schirrantilopen, Sömmering- und Grantgazellen, Jackson-Hartebeeste, Bergriedböcke, schwarze Springböcke waren weitere Arten, die seit den 80ern größtenteils wegen Nachschubmangels in Hannover ausstarben bzw. deren übrig gebliebene Einzeltiere abgegeben wurden. Auch Sitatungas und Blässböcke waren zwischenzeitlich schon mal weg, kamen dann aber wieder in den Bestand (und die Sitatungas sind inzwischen wieder weg). Wirklich zu Zeiten des Umbaues abgegeben und nicht wieder etabliert wurden "nur" die Zuchtgruppen von Defassa und Großem Kudu. (15.06.2007, 20:32) | ||
| ?: | Aber einige Arten sind doch verschwunden, weil es nicht möglich war, die Zucht aufrechtzuerhalten, da es kaum bzw. keine anderen Zoos gab, die sie hielten, oder ? Ein Beispiel sind die Kongoni-Antilopen. (15.06.2007, 18:37) | ||
| Michael Mettler: | Hatte ich schon mal detailliert dargelegt: Der Artenschwund bei den hannoverschen Antilopen hatte größtenteils NICHTS mit dem Umbau zum Erlebniszoo zu tun, denn die geräumten Anlagen befanden sich überhaupt nicht im umgebauten Bereich, nämlich am alten "Antilopenring" jenseits der Brücke neben der Bärenanlage. Aus vorher 8 wurden beim damaligen Umbau die 3 heutigen Anlagen gemacht, und da die Gehege vorher überwiegend mit Arten besetzt waren, die man nach der Zusammenlegung der Flächen schlecht miteinander vergesellschaften konnte (z.B. mit Addax, Arabischer und Südafrikanischer Oryx, Pferde- und Rappenantilope gleich fünf Pferdeböcke), mussten einige Gruppen den Zoo verlassen (wobei die Südafrikaner ohnehin schon ausliefen). @Ulli: Der Zoo Hannover ist in der Artenauswahl nicht nur "nicht konsequent geblieben", sondern er war es auch in der Vor-Erlebniszoo-Zeit nicht (wie übrigens fast jeder Zoo auch noch heute). Die Kombination Rothschildgiraffe/Blässbock gab es z.B. auch schon auf der alten Giraffenanlage, nur hat sich damals niemand daran gestört. Dafür lässt sich heute didaktisch wunderbar darstellen, dass Impalas sowohl in Ost- als auch in Südafrika vorkommen, denn die Tiere springen aus der "Ostafrika-Anlage" gern mal zu den Kaamas und Strauße rüber :-) Deine erweiterte Samburu-Idee finde ich sehr interessant. Puristisch betrachtet fehlen dafür allerdings viele "richtige" Unterarten bzw. Zuchtrassen (wie das Ostafrikanische Dromedar) oder überhaupt unterartreine Tiere (was die vorhandenen Elenantilopen und Impalas kaum sein dürften). In dem Moment, wo man ein möglicherweise turkmenisches Dromedar als "Modelltier" für seinen kenianischen Verwandten in das Samburu-Thema stellt, könnte man genausogut sagen, die Blässböcke in Hannover dienten als Modelltiere für ostafrikanische Leierantilopen, die leider nicht zu bekommen sind... (15.06.2007, 17:58) | ||
| IP66: | @Ulli: Ist es wirklich so, daß der Artenschwund bei den Antilopen in Hannover erst mit der Umgestaltung zum Erlebniszoo eingetreten ist. Es sind nur recht verschwommene Eindrücke, aber bei meinem letzten Besuch vor den Umbauten fand ich das Artenspekturm auch schon schmaler als zuvor. Die Ausführungen zu Samburu zeigen, daß zwischen der afrikanischen Heufresserwiese namens Sambesi und Themenanlagen Unterschiede vestehen, wobei ich aus zoologischer Sicht, wie schon geschildert, die Heufresserwiese für die praktikablere Variante halte. (13.06.2007, 16:49) | ||
| Shensi-Takin: | @Sacha Beuth: Ich sollte Einträge wirklich nicht mehr spät abends verfassen...aber wenigstens habe ich nicht das "n" von "nicht" in der Kurzform vergessen. "Zak" wäre auch meine 1.Wahl.;) (13.06.2007, 12:08) | ||
| Sacha Beuth: | Ja, die haben wir gerne: Erst über Schreibfehler motzen und dann gleich selber welche produzieren: Sollte natürlich "in die Mehrzahl" heissen. (13.06.2007, 11:29) | ||
| Sacha Beuth: | @Shensi-Takin: Deine Auswahl gefällt mir. Ich persönlich würde zak bevorzugen (Klingt irgendwie trendy und man kanns gut ins die Mehrzahl - zaks -setzen). Leider hat sich da bei Dir ein kleiner Schönheitsfehler eingeschlichen, der die Sachlage genau ins Gegenteil verkehren würde. Ich glaub, es müsste "Ich kann sie NICHT mehr sehen" heissen, oder ..:) So, das wars mit Off-Topic, sorry. (13.06.2007, 11:18) | ||
| Ulli: | @IP66: kleine Anmerkungen: Hannover hatte vor der Neugestaltung 16 Katzenarten in unbefriedigenden Anlagen, nunmehr 4 Arten – umgekehrt ist der Bestand an Antilopen moderat gesunken: früher waren es 21 Arten in zum Teil äußerst engen Anlagen, nunmehr sind es noch 13 Arten. Auf der Abgabeliste standen aber durchaus selten zu sehende Arten wie Arabische Oryx oder Rappenantilope. In der Artenauswahl ist Hannover nicht konsequent geblieben. Mendesantilopen haben mit dem Sambesi so viel zu tun wie Schweden mit Südspanien. Der Zoo Gelsenkirchen ist im Bereich Afrika mit der Orientierung an afrikanischen Biotopen deutlich konsequenter. Ein nicht unter dem Namen „Erlebniszoo“ firmierender Zoo wie Osnabrück war bei seiner Auswahl für die Samburu-Anlage (Ausnahme Strauß-Unterart) auch sehr konsequent, nur Tierarten aus der Region Samburu zu halten.Sinnigerweise würden bei einer Präsentation einer Halbwüste wie Samburu sogar Flusspferde und Krokodile passen, denn für das gesamte Samburu-National-Reservat-Gebiet bildet der Uaso Nyiro-Fluss mit einem reichem Bestand an Flusspferden und Krokodilen die Lebensader.Genauso würden neben anderen Haustieren auch Dromedare passen, die im Samburu-Gebiet als Lasttiere Verwendung finden. Und um die ganze Sache auf die Spitze zu treiben: Man kann für den Samburu auch ein komplettes Themenhaus „Fressen und Gefressenwerden“ wie in Basel gestalten – von der Maus und Manguste bis zum Löwen, vor der Tür stehen die Huftiere. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass es im Samburu auch Elefanten, Grüne Meerkatzen und Paviane gibt, könnte man einen „kompletten“ Zoo gemäß den Erwartungen der Mehrheit der Besucher mit einer konsequent ausgewählten Tierwelt (und in Europa verfügbaren Artenbestand) einer vergleichsweise kleinen Region wie Samburu gestalten – und nebenbei die gesamte politische und soziale Afrikaproblematik mit ins Bewusstsein rufen. (13.06.2007, 10:49) | ||
| Shensi-Takin: | Offenbar fühlt sich manch einer durch den Begriff "08/15" auf die Schnürsenkel getreten...drum flugs einige Alternativen: -"Iksnms" = "Ich kann sie mehr sehen"; der Klassiker -"onnswd" = oh nein, nicht schon wieder die" -"dsg" = "Danke, schon gesehen" -"nbo" = "Nicht besonders orginell" -"tfn" = "Tierarten für Normalbesucher" -"zak" = "Zzt. aktuelle Kreaturen" -"sbd" = "Sponsored by Disney"... ;) (12.06.2007, 19:47) | ||
| abjatar: | @ IP66: Ja, das Problem kann ioch so formuliert nachvollziehen. Allerdings sind ja dann doch mehr Arten als die Fischotter "authentisch", eigentlich alle, mit Ausnahme von europ. Elchen und (was ich auch außerordentlich schade finde!) den Rentieren. Die Europ. Luchse sind ja nur vorübergehend dort, weil sie schon im alten Ruhrzoo-Bestand waren, nach dem Tod der Tiere soll auf eine nordam. Form umgestellt werden. Und auch die kalif. Seelöwen sind nicht wirklich "fehl am Platze" in Alaska, wie ich gelernt habe. (12.06.2007, 14:56) | ||
| IP66: | Herr Mettler hat an anderer Stelle dargelegt, daß in Gelsenkirchen der Neubau des Erlebniszoos nur wenige Arten gekostet hat, und auch in Hannover einige Arten fehlen, die 1970 noch vorhanden waren, so sind diese auch nur zum Teil beim Umbau zum Erlebniszoo verschwunden, wenn man einmal vom Bestand im Raubtierhaus absieht. Generell ist es aber in einem geographisch orientierten Erlebniszoo wesentlich schwieriger, eine neue Art zu integrieren, weil sie geographisch passen muß, und gerade im Alaska-Teil von Gelsenkirchen zeigt sich, daß manche Art Stellvertreter für eine aus Alaska kommende spielen muß - wer wirklich böse ist, könnte von Kulissentieren in Felskulissen sprechen. Die Lage bei den Kodiakbären ist aber ein typisches Erlebniszoo-Problem: In Köln oder Berlin könnte man die Anlage, für die man keine Kodiakbären bekommt, problemlos mit einer anderen Art besetzen - das geht in Gelsenkirchen nicht, und so lebt auf einer Doppelanlage extremer Größe jetzt eine Mischlingsbärin, die man nicht zu sehen bekommt. Und wenn man sich die europäischen Rener und Elche oder die kalifornischen Seelöwen anschaut, fragt man sich, ob denn nur nich die Fischotter, die Miene und die Kulissenhäuschen diesen Zoo von konventionellen Zoos unterscheiden. Und angesichts des Entenbesatzes des Alaskateiches frage ich mich dann, ob man nicht wenigstens in einem Bereich, wo die Beschaffung passender Arten keine so großen Probleme macht und etwa im so viel gescholtenen Friedrichsfelde ohne Schwierigkeiten gelingt, nicht ein wenig mehr Mühe zu ein weniger mehr Autentizität hätte führen können. (12.06.2007, 11:39) | ||
| abjatar: | Ist mir grade aufgefallen beim Lesen von Ullis Beitrag: Auch Gelsenkirchen muss sich ohne Ende rechtfertigen, weder Elefant noch Tiger zu halten, dafür ohne Ende Antilopen, Schimpansen statt Gorillas (bzw. auf der ehemaligen Planfläche der Gorillas jetzt Rote Varis), die unten von Hannes geforderten "Skunks statt Nasenbären". Und dass ausgerechnet als Erlebniszoo ;-) Ich will damit nicht sagen, dass bei ZOOM nicht viele "Standardarten" oder wie auch immer man sie nennt vertreten sind. Aber die Rechnung "Erlebniszoo = 08/15" scheint irgendwie zu kurz zu greifen oder? (11.06.2007, 21:39) | ||
| th.oma.s: | nasenbären,kattas,zwergotter und erdmännchen sind keine 0815 tiere sondern mittlerweile standartarten, elefant tiger & co eben. bei einer führung in dd kamm auf den hinweis von herrn Ludwig, dass die zebramangusten eine neue anlage erhalten besucherseits u.a. der kommentar or warum keine erdmännchen und der war ernst gemeint. (11.06.2007, 20:16) | ||
| ?: | Die in Frankfurt gehaltenen Rüsselhündchen waren ohne Löwen absolute Publikumsrenner im Grizmekhaus, durch ihr skuriles,aber niedliches Aussehen und ihre fast ganttägige durchgängige Aktivität gehörten sie zu den meistbeachtesten Arten im Grizmekhaus! Und Große Pandas sind alles andere als langweilig , Koalas eher, die sieht man so gut wie nur am frühen morgen aktiv. (11.06.2007, 17:14) | ||
| Peter: | Sicher ist in der in der heutigen Zeit nicht Leicht für Zoos mit der Modernen Unterhaltungs Maschinerie mitzuhalten und was spricht dagegen mit Nasenbären,Kattas oder anderen in Zoos Häufig gehaltene Arten die beim Publikum sehr gut ankommen die Massen in den Zoo zulocken ? Aber jeder Zoo sollte sich auch der Verantwotung für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Tiere bewusst sein auch wenn Sie für den Normalbürger noch so Uninteressant sind. Vielleicht wäre es ja garnicht so Dumm wenn Mann versuchen würde die Besucher die Z.B. wegen Knut in Berlin oder dem Elefantenbaby nach Hagenbeck kommen auch etwas für sonst weniger beachtete Tiere zu Sensibilisieren. Das wäre doch mal ein Lohnendes Projekt für die Kultuministerien der Länder. Denn was Spricht dagegen wenn jeder Zoo 1 oder 2 vom Staat bezahlte Pädagogen hat die versuchen die Besucher auf die Problematik der einzelner Tierarten hinzuweisen was ja nicht immer gleich so Bierernst oder Oberlehrerhaft gemacht werden muß so das vielleicht sogar bei den größten Ignoranten etwas hängen bleibt (11.06.2007, 13:23) | ||
| Ulli: | Zu den Bartschweinen eine Anekdote am Rande: Als ich einmal an einer Führung im Magdeburger Zoo teilnahm und wir vor den Bartschweinen standen, merkte man, dass die Zooleitung mit den Bartschweinen wenig glücklich war: es war schwierig Nachwuchs unterzubringen, andererseits waren die Tiere relativ aufwendig in der Pflege, die Besucher betrachteten sie eh nur als "gewöhnliches Wildschwein" - Tenor, man wollte sie eigentlich loswerden. Ähnlich Fischotter: bei meinen durchaus häufigen Besuchen in Osnabrück habe ich die Fischotter zweimal (!) zu Gesicht bekommen - man ist jetzt auf publikumswirksameren Zwergotter umgestiegen, die vier männlichen Fischotter sind im Rahmen des EEP wieder nach Hankensbüttel gegangen. In Wuppertal kann man bei den Baird-Tapiren die Tiere nur mit amerikanischen Zoos tauschen - die Tiere gehören sinnigerweise auch zum amerikanischen "EEP". Übrigens sind diese Tapire in amerikanischen Zoos nicht selten, dort gibt es dagegen kaum Flachlandtapire... Seltene Arten dienen manchmal auch nur der Eitelkeit von Zoos – seht her, wie toll wir sind, ich nenne hier nur Panda oder Koala – beide in der Betrachtung „sterbenslangweilig“. Eine Erfolgsversprechende Arterhaltung findet vermutlich eh nur in speziellen Zuchtstationen oder „vor Ort“ statt. Der Zoo fungiert dafür quasi als „Schaufenster“. Shensi-Takin bemerkt sehr schön, dass fast alle Zoos immer dieselben geographischen Themenbereiche abdecken und dadurch vielleicht Langeweile aufkommt – vielleicht wäre dann eine veränderte Schwerpunktsetzung auf Biotope (Wald, Meer, Steppen - je nach dem Umfeld, wo sich der Zoo befindet) eine Alternative. Auch Ansätze wie in Basel die Tierarten in Beziehungskomplexen (Fressen und Gefressenwerden) oder in Themenbereichen (Fortpflanzung, Bewegung, Sinnesleistungen) zu setzen, wären eine Überlegung wert. Dann kann sogar ein Rüsselhündchen in Bezugsetzung zu einem Löwen spektakulär für Besucher werden. Bei den vermeintlich immer gleich aussehenden Afrikasteppen in allen Zoos mit Giraffe, Zebra und Strauß fällt es kaum auf, dass bei diesen Arten die Unterarten wechseln und der Antilopenbestand auf der Anlage sowieso. Bei den so genannten Erlebniszoos werden die Tiere in all dem Ambiente leider oft zur „Nebensache“ – eine intensivere Präsentation einer Tierart auch mit kleinen Experimenten, Klapptafeln mit Informationen, Beobachtungs- und Verweilzonen mit Sitzgelegenheiten, vielfältige und unterschiedliche Einblicke in ein und dasselbe Gehege oder in einem Beziehungsgeflecht zum Lebensraum oder zur Beute bzw. zum Fressfeind finde ich persönlich wünschenswerter – ob dies mehrheitsfähig ist, sei dahingestellt. Beim Gorillaberg im Erlebniszoo Hannover musste ich übrigens darauf hingewiesen werden, dass es dort im Rahmen des Evolutionspfades sechs verschiedene Spuren (Australopithecus, Homo neandertalensis, Gorilla, Jetztmensch: barfuß, mit Schuhen, mit Auto) zu den Primaten gibt: eigentlich auch ein „nachdenkenswertes Erlebnis“ – fällt aber (leider oder auch glücklicherweise als Aha-Erlebnis) kaum auf. Ach ja - ich liebe durchaus die Tierarten, die unter der Rubrik „08/15“ oder „kann sie nicht mehr sehen“ (anderer Thread) firmieren. Nasenbären beispielsweise sind eine der am besten präsentablen Tierarten mit einem enormen Attraktivitätspotential bei Besuchern – man kann dies nutzen wie in Hamburg und Duisburg oder verschleudern hinter massiven Gittern wie in Hannover. Im Zoo Hannover liebe ich demgegenüber das Gehege der Nyalas – nicht nur weil es wunderschöne Tiere sind, sondern weil sich dorthin kaum jemand verirrt und das Gehege somit ein Ruhepol bildet und man Muße zur Betrachtung findet. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich freue mich bei Zoobesuchen immer über selten zu sehende Tierarten - ich werde nur sehr nachdenklich, wenn es heißt "einzige Tiere in Deutschland" oder "einzige Tiere in Europa". Eine sinnvolle Zoopopulation einer Art soll schon auf breiterer Basis stehen - auch unter der Gefahr "gewöhnlich" oder "08/15" zu werden. Wie Shensi-Takin habe auch schon Tierarten unter der Rubrik „wollte ich immer schon einmal sehen“ abhaken können – nachher habe ich mir eher überlegt, ich hätte sie lieber nicht gesehen, weil die Haltungsbedingungen nicht meinen Vorstellungen entsprachen. Ganz nebenbei, Zoos verlieren im weiteren Umland bei der Mehrheit der Bevölkerung schnell an Attraktivität. Das bedeutet nichts andere, als das die meisten Zoobesucher nur die Zoos in der unmittelbaren Nachbarschaft oder in Touristenorten (Berlin, Hagenbeck in Hamburg) kennen. Für diese Besucher ist jede Art "ungewöhnlich" - da stellt sich eher das umgekehrte Problem (!): Es wird von Zoos erwartet, Großtiere wie Elefanten oder Giraffen (auch so ziemlich in jedem großen Zoo) zu zeigen, selbst wenn die Zooleitungen wissen, dass für die Haltungen eigentlich die räumlichen Gegebenheiten unzureichend sind. Diese Haltungen werden schnell zu Kompromiss-Haltungen. Wenn man dann wie in Frankfurt den Mut hat, auf Elefanten zu verzichten, muss man sich mit Engelszungen immer wieder rechtfertigen. (11.06.2007, 11:44) | ||
| IP66: | Wie sieht man denn hier im Forum die Vermittelbarkeit rarer Arten? Man könnte ja auch bei einigen Antilopenarten oder den Hyänen in Gelsenkirchen mehr tun. Auf der anderen Seite muß man Schilder leser, Begleitern zuhören. Und wenn ich mich an ein Foto erinnere, wo die beiden duisburger Breitmaulnashörner in einem kleinen Freigehege unter einem riesigen Spruchband "große Seltenheit" posieren, kann ich mir vorstellen, daß es unsere Diskussion auch schon vor 40 Jahren gegeben hat. (11.06.2007, 11:40) | ||
| Hannes: | Hab ich doch garnicht gesagt! Du solltest nicht immer zu viel und zu krasse Meinungen irgendwo hinein interpretieren. Ich könnte jetzt auch aus deiner Aussage schließen, dass du der Meinung bist die Planstellen für Schweine nur für etablierte Arten zu nutzen statt für "neue" Arten. Tu ich aber nicht! Aber du verstehst das in deinem in seinem Weltbild festgefahren Alter nicht mehr. (11.06.2007, 01:25) | ||
| ?: | Ich finde den Begriff 08/15 auf Tiere bezogen ziemlich unangebracht. "Gewöhnliche"Tierarten klingt zwar auch nicht viel besser,aber auf jeden Fall ist es nicht so abwertend wie 08/15. Das Pinselohrschwein ist nachwievor keine gewöhnliche Tierart, auch wenn es mittlerweile häufiger anzutreffen ist als von 10 Jahren noch. Jetzt sollen die Zoos Hannes zufolge also wieder die Haltung von Pisnelohrschweinen, die mühevoll in jahrelanger Arbeit etabliert wurde, wieder aufgeben zu Gunsten von Bartschweinen.Dann hat in 10 Jahren keiner Pinselohrschweien mehr und es wird verlangt, die Bartschweine doch zugunsten von Pinselohrschweinen wieder aufzugeben, und das umgemünzt auf alle "gewöhnlichen"Tierarten. (10.06.2007, 22:39) | ||
| Shensi-Takin: | @nurmichael: Eine gute Frage-und meines Erachtens auch nebst des individuellen Hausstandes (Kinder best. Alters) davon beeinflußt, inwieweit sich andere Zoos/Tierparks in nächster Nähe befinden. Zoobesucher mit verschiedenen Zoos in erreichbarer Nähe (z.B. Rheingebiet) dürften wohl eher verschiedene Zoos besuchen und dementsprechend auch als nicht sonderlich an der Materie Interessierte vergleichen können, wohingegen Besucher mit nur einem Zoo in unmittelbarer Nähe wohl eher wenig Vergleichmöglichkeiten haben - es sei denn, sie verreisen des öfteren auch weiter & verbinden dies mit Zoobesuchen (das dürfte aber die Ausnahme sein...). Warum gibt es Nasenbären oder Kattas, um nur zwei beliebte Bspe. zu nennen, in nahezu jeden Zoo? Und das nicht nur in D, sondern auch in der übrigen EU, in den USA, AUS etc.? Eben weil sie die genannte Besucherattraktivität haben. Oder weil sie durch irgendein Sozial"phänomen" (Schneeeulen & HP) auf vermehrtes Interesse seitens vieler Besucher stoßen. Dennoch würde ich allzu standardisierte Zoos in Hinblick auf Tierbestand & -präsentation nicht nur als "Zooreisender" äußerst betrüblich finden. In Hinblick auf der uns in allgegenwärtiger Form präsentierter Problematik des zunehmenden Arten-und Naturverlustes sowie der selbstpropagandierten Rolle der Zoos im Artenschutz sollten anstelle bzw. nebst der ewig gleichbleibenden Haltung bestimmter Publikumslieblingen die bedrohten, "unbekannten" Arten besser & eingehender dem breiten Publikum präsentiert werden-u.a. auch durch vertsärkte Freuquenz genannter sachkundiger Hinweise. Zwar muss nicht jeder Zoo auf Teufel komm raus einen möglichst exquisiten Tierbestand mit Krabbenwaschbär und Somaliwildesel präsentieren-aber es wäre durchaus löblich, inauch von Seiten der Zoopräsentation ab und an den "Mauerblümchen" ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu widmen- und um somit den Besuchern klarzumachen, dass die Natur nicht nur aus Orangeringelanemonenfischen, Nasenbären oder Albino-Tigerpythons besteht... (10.06.2007, 22:01) | ||
| Hannes: | Aber es geht ja garnischt darum nasenbären allgemein zu verbannen und statt dessen esel oder ähnliches an zu siedeln. Der wunsch vieler hier im Forum ist eigentlic, wie man in der wirtschaft sagt, auf Substitutionsgüter um zu steigen sprich auf Tiere mit quasidem selben schema nur halt andere Arten (Krabben-waschbär statt normalem, Skunk statt nasenbär, diverse Schleichkatzen statt erdmännchen, Bartschwein statt Pinselohr usw. (10.06.2007, 21:09) | ||
| nurmichael: | @ Shensi-Takin, zu Ihrem Posting vom 9.6.07 fällt mir folgende Frage ein: Wissen Sie oder andere Forums Teilnehmer, ob es Statistiken darüber gibt, wie viele Zoobesucher auch andere Zoos/Tiergärten besuchen. Der Thread "08/15" Arten impliziert ja, dass die von Ihnen genannten Arten von vielen als Allerweltstiere empfunden werden. Demgegenüber kann ich gerade bei Nasenbären eine erhebliche Schauwirkung im Zoo Berlin erkennen: Bei entsprechendem Wetter, Tageszeit und Fütterung stehen viele Besucher vor dem Gehege und noch nie habe ich abfällige Bemerkungen über diese Allerweltsart gehört. Im Gegenteil: Gerade Erwachsene mit Kindern bleiben fasziniert vor dem Gehege stehen um das Treiben dieser Kleinbären zu beobachten. Dass Nasenbären für die hier im Forum versammelten Zoosammler keine wirkliche Zugnummer sind, kann ich nachvollziehen, doch für Otto N. sind sie spannender als wahrscheinlich die vor der Ausrottung stehenden Wüstenantilopen oder Wild- bzw. Halbesel. Diese bleiben z.B. im Tierpark Berlin häufig unbeachtet und nur der sachkundige Hinweis, der selten genug nachgefragt wird, vermag Erwachsene von deren Einzigartigkeit und den damit verbundenen Naturschutzaktivitäten des TB zu überzeugen. (10.06.2007, 18:37) | ||
| Peter: | Mit der Rummelplatzatmosphäre war auch die Erwartung der Breiten Masse gemeint (siehe Dschungelnächte Hagenbeck)die sind immer sehr gut besucht auch ich gehe jedes Jahr einmal hin und wenn sich das ganze in einem vernünftigen Rahmen bewegt habe ich auch garnichts dagegen solange eben ein Zoo ein Zoo bleibt und nicht etwa ein Freizeitpark mit Tierbestand ich bin Jahrgang 1952 und wir sind als Kinder und auch Jugendliche nach Hagenbeck gegangen nur um Tiere zusehen aber in der heutigen Zeit wo im Fernsehen Täglich X Tiersendungen laufen und So Bekloppte wie der Australier der jedes Giftige oder Gefährliche Tier unbedingt angrabbeln mußte hat es ein Zoo natürlich schwer die Leute mit Z.b. Kleinen Kudus oder Div. Wildschafarten in den Zoo zu locken was ich Persöhnlich sehr bedaure aber so ist nun mal die Welt.Das mit den Kunstfelsen denke ich ist auch eine Sache der Ästetik ich bin nun mal ein Großer Freund von möglichst Naturnah gestalteten Gehegen auch wenn das den meisten Tieren sicher ziemlich Egal ist und Carl Hagenbeck war nunmal der Erste der sowas Gebaut hat und deshalb haben Z.b. die Felsen für mich auch einen gewissen Anspruch auf Denkmalschutz und was die Betonbauten der 60er angeht nun hier in Hamburg werden die laut Presse Bausünden zu einem großen Teil wieder Platt gemacht (wobei ich mir nicht sicher bin ob die Neubauten wirklich besser aussehen) (10.06.2007, 10:58) | ||
| Carsten: | Wobei in GE ja evtl. Rummelplatzathmosphäre entstanden wäre, wenn Bernhard Paul zum Zuge gekommen wäre... (10.06.2007, 01:35) | ||
| abjatar: | Ich kann Skepsis immer verstehen, finde aber, man sollte es nicht übertreiben. "Rummelplatzatmosphäre" habe ich in Hannover, Gelsenkirchen o.ä. nun wirklich nie empfunden. Professionelle Fotografen haben die Besucher im Kölner Zoo vor den Kamelen schon vor Jahrzehnten abgefangen, auch bei Hagenbeck stehen Kunstdinos und Totempfähle, und das "seriöse" Wuppertal wirbt gerade mit dem Superlativ der "größten Löwen-Anlage, die je in Deutschland gebuat wurde". Und wieso sind die Kunstfelsen in den sog. Erlebniszoos immer "böse", die Hagenbecksche Architektur aber "einmalig" - nur weil sie 100 Jahre älter ist?! Und der Rest ist doch eine Binsenweisheit - Besucher kommen, wenn die Presse aufmerksam macht (wobei ich zugebe, Knut geht mir auch auf den Keks...), oder wenn ihnen der Park in ihren "laienhaften" Augen attraktiv erscheint. Und so gesehen steht natürlich immer jede Gestaltung im Zusammenhang mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, egal in welchem Jahrzehnt eine Zoo-Anlage entstanden ist - auch z.B. die 60er empfanden Betonbauten als "ehrliches Bauen", es ging nicht nur um optimale Tierhaltung, sondern auch ästhetischen Zeitgeist! (09.06.2007, 20:24) | ||
| Peter: | Ich denke mal der Spass-Zoo ist wohl auch eine Antwort auf die gesellschaftliche Entwicklung denn der Normalbürger geht wohl meistens Heute nur noch in den Zoo wenn eine gewisse Rummelplatz Atmosphäre herscht oder die Presse viel Wind macht (Siehe das leidige Thema Knut)denn ich glaube nicht das sich die breite Masse etwa für die einmalige Architektur Hagenbecks interessiert (09.06.2007, 19:14) | ||
| Carsten: | Na ja, das Knautschke-Denkmal als Schritt in Richtung Spass-Zoo zu sehen, würde ich nicht. Sonst müßte man ja jede Tierfigur, jeden Springbrunnen etc. im Zoo auch so sehen... Die Frage ist, wie man Spass-Zoo definiert, für mich ist das alles was da eigentlich nicht hingehört, wie Riesenfledermäuse, ausrangierte Landrover (nicht nur in Frankfurt), Höhlengeister, Simulatoren oder auch zuviel veraltete Tiergehege, die nur aus Denkmalschutzgründen erhalten werden (müssen)... Eben alles, was mit dem eigentlichen Zweck, Tiere zu halten, nichts zu tun hat... Wobei das nicht alles unbedingt negativ sein muß... (09.06.2007, 17:50) | ||
| Medojed: | Ich finde nicht, das das Grizmekcamp ein erster Schritt Richtung Spass-Zoo ist. Es informiert sehr sachlich und anschaulich über Grizmek.Und da die beiden Grizmeks sich in Afrika überwiegend mit Flugzeug und Landrover fortbewegt haben, sehe ich auch in den beiden ausgestellten Transportmitteln weniger den Spass,-als den Anschauungsfaktor ( wobei die Kinder natürlich mit Begeiterung auf dem Rover herumklettern und dabei " Spass " haben,aber ist es denn so Schlimm,wenn auch Erwachsene ihren Spass im Zoo haben ? Ich meine, wenn ein Zoobesuch keinen Spass macht, warum sollte man dann in den Zoo gehen ? )Eher in Richtung Spass-Zoo geht die Fledermaus, die das Grizmekhaus ziert. Allerdings ist sie ein ausgedientes Überbleibsel der "Langen Nacht der Museen", und warum sollte man sie fortschmeissen ? Ich finde sie lustig und für die Tiere ist ja nicht von Nachteil. Und steht nicht auch in Berlin am Nildpferdhaus eine Nildpferd-Plastik ? Also auch ein Schritt in Richtung Spass-Zoo. (09.06.2007, 16:55) | ||
| Carsten: | Ist das Grzimek Camp nicht auch schon ein erster Schritt zum Spaß-Zoo in Franfurt, mal abwarten ob in Bonoboland nicht auch die übliche Spaß-Deko zu finden sein wird? Und wer weiß, ob die Bootsfahrt auf dem Weiher nicht auch noch irgendwann kommt, g... (09.06.2007, 14:05) | ||
| IP66: | Herrn Mettlers Argumente für den Sparß-Zoo in Köln kann ich nachvollziehen. Allerdings ist die Neubaufrequenz niedriger als in Leipzig oder Hannover und die Zahl der erhaltenen Altanlagen höher. Doch Artenrückgang gab es auch in bislang relati spaß-freien Anlagen wie Frankfurt. (09.06.2007, 10:17) | ||
| Shensi-Takin: | @Peter: Große Pandas sind beileibe keine 08/15 Standardzootiere -ebensowenig wie die meisten Insassen des von Ihnen erwähnten Vogelhauses oder die Huftiere. Dementsprechend haben Sie den Nicht-Standardtieren wahrscheinlich mehr Zeit gewidmet als den "08/15" Arten. Als Standardzootierarten sind z.B. Erdmännchen, Kattas oder Nasenbären zu nennen-und es ist durchaus verständlich, warum manch einer nach dem Besuch mehrer Zoos die gehäufte Frequenz der Haltung jener Arten bemerkt und ggf. nicht unbedingt gutheißt. Was Wellensittiche & Co. angeht: natürlich weiß auch derlei Haltung zu erfreuen; ob jemand aber allen Ernstes wegen Wellensittichen in den Zoo geht? (09.06.2007, 08:45) | ||
| Peter: | Ich möchte mich hier mal einmischen und und bestreiten das es 08/15 Tiere in Zoos gibt für mich jedenfalls hat Zb. eine Voliere mit Golfasanen, Waldvögeln oder einfach nur Wellensittichen durchaus seinen Reiz (Da kommt halt der ehemalige Vogelzüchter zum Vorschein) ich habe bei meinem Besuch im Berliner Zoo zb. wesentlich mehr Zeit im Vogelhaus oder bei den Huftieren verbracht als zb. bei den Pandas oder von Hannover wo ich zuletzt allerdings vor über 15 Jahren war sind mir Heute noch die fantastische Collection von Antilopen oder die Drills in Erinnerung ich denke also ein Zoo sollte immer ein Gewisses Spektrum an Tieren zeigen da bestimmt jeder seine Vorlieben hat (09.06.2007, 07:30) | ||
| Michael Mettler: | @IP66: Auch der "Nicht-Spaß-Zoo" Köln befindet sich auf dem Weg zu einem solchen, nur nicht per Radikalumbau wie andernorts, sondern häppchenweise. Ansonsten hätte man sich dort Anlagen wie das Eulenkloster schenken und ganz normale Volieren bauen können... Für den Elefantenpark dürften einige Arten mehr gewichen sein als nur vier. Immerhin fiel mit dem Weiher auch ein weitläufiges Wasservogel"gehege" weg, obwohl diese Tiergruppe über viele Jahre hinweg auch mal eine Spezialität des Zoos war. Immerhin sah ich dort früher Arten wie Schopf- oder Kupferspiegelente, die - verglichen mit Säugern - ungefähr das Zoo-Seltenheitsniveau von Okapis haben. (08.06.2007, 19:36) | ||
| Herr Horst: | @IP66: Welche beiden Arten mussten denn gehen? (08.06.2007, 19:19) | ||
| IP66: | Die Diskusion ist in mancher Hinsicht alt, aber anscheinend ebenso aktuell. Deshalb zwei Aspekte, die ich gerade anhand Herrn Mettlers Argumentieren mit den Beständen in Gelsenkirchen und Hannover realisiert habe und die noch nicht angeführt wurden: 1. Der Artenbestand ist, wenige Neugründungen abgerechnet, doch insgesamt fast überall rückläufig, und zwar meist aufgrund verbesserter Haltungsbedingungen, will meinen: größerer Gehege. Insofern ist aus fast jedem Zoo irgend etwas verschwunden. 2. Sehen wir in mancher Anlage nicht auch die Vergangenheit zu summarisch? Die tollen Arten Schweinswal, Seekuh oder Gleithörnchen gab es doch in Duisburg auch nur kurz und keinesfalls gleichzeitig, ebenso sah es bei den Südamerika-Affen in Köln (Sakis, aber keine Brüllaffen) aus. Unter dem Thread zum berliner Kleinraubtierhaus sind ganze Enzyklopädie-Artikel in Gestalt von Artenfolgen vertreten gewesen, aber ebenfalls nacheinander, in Einzelexemplaren und wohl auch nicht immer über Jahrzehnte hinweg. Zumindest in meiner Erinnerung schieben sich die Artenmassen in Duisburg, Frankfurt oder Stuttgart einfach übereinander, und man realisiert im Abstand von 10 oder 20 Jahren einfach nicht mehr, daß man die tollen Tiere ja nur einmal gesehen hat, und zwar in einem Käfig, in dem beim nächsten Mal eine andere Art saß. Man muß die großen Zooneubauten der letzten Zeit nicht lieben, aber man sollte sie auch unter diesem Aspekt beurteilen und bedenken, daß im Nicht-Spaß-Zoo Köln für den Elefantenpark zwei seltene und zwei häufige Arten gehen mußten, darunter eine, die es in Europa nun nicht mehr gibt. (08.06.2007, 19:03) | ||
| Shensi-Takin: | Edit: Beim Bison-Gleichnis wäre natürlich "Amerika" zu nennen-nur dass mir jetzt keiner hochempört ekklatantes zoogeographisches Unwissen vorwirft;). (25.05.2007, 20:13) | ||
| Shensi-Takin: | @MM: Verflixt-da hat der intermittierend auftretende Text-Dieb zugeschlagen-da hing nämlich noch das Gleichnis vom Bison respektive Silberdachs und Spitzkroko dran-und bei Afrika fehlt der Dreiklauer...Egal, machen Sie-und alle anderen lieben Mitleser-einfach in Gedanken ein Panzerkrokodil(für Bongo = Crocodylus cataphractus) draus. Dann passt's. (25.05.2007, 20:01) | ||
| Dennis K.: | Also Shensi Takin ein Spitzkrokodil verbinde ich auch nicht mit Afrika.. eher mit Amerika.. Sie meinen vieleicht Stumpfkrokodil! Und zu dem Thema: Die gi9bt es wohl scgon mehr wie Nilkrokodile! In letzter Zeit lösen ja auch die Brauen- Glattstirnkaimane, die wohl vor 20 Jahren noch kein Zoo hatte nun die früher alltäglichen Brillenkaimane ab.. (25.05.2007, 19:58) | ||
| Michael Mettler: | @Shensi-Takin: Also, auch ich assoziiere Spitzkrokodile nicht mit Afrika - eigentlich eher mit Amerika ;-) Wenn ich es mir recht überlege, müsste ich eigentlich den "alten" Zoo Hannover rückwirkend doch als Raritätenzoo bezeichnen. Jedenfalls, wenn man den Umkehrschluss zieht und sagt: Diese und jene Allerweltsart jener Zeit gab es hier nicht. Keine Mantelpaviane, Magots, Japanmakaken, Kattas, Weißhandgibbons, Mähnenschafe, Nilgau-, Säbel- und Hirschziegenantilopen, Stachelschweine, Flachlandtapire, Wisente, Servale, Halsbandpekaris, China-Muntjaks, Erdmännchen, Nasen- und Waschbären, Otter (jeglicher Art) - alle seinerzeit in der übrigen Zoowelt weit verbreitet, auch in den "Edelzoos"... Nun ja, ein paar dieser Arten haben inzwischen auch in H Einzug gehalten, wenn auch teilweise nur als "Lückenfüller" bis zur endgültigen Nutzung ihres Geländes (z.B. Nasenbären und Tapire) - solche Planstellen würde wohl kein Zoo mit Raritäten füllen. (25.05.2007, 19:53) | ||
| Shensi-Takin: | Eigentlich gab's dieses Thema ja in mannnigfaltiger Form ja bereits-wie schon richtig bemerkt wurde. Dennoch hierzu meine(völlig unnötigen) Bemerkungen: 1. Ich muss th.oma.s recht geben; Geo-Zoo bedeutet mitnichten 0815 Tierbestand. Vielmehr ist zu beobachten, dass in den angeprangerten Erlebniszoos immer wieder die gleichen Themenbereiche-nämlich Afrika, Asien, Nordamerika/Südamerika, Madagaskar, Australien-mit einer ganz ähnlichen Tierkonstellation besetzen. Das macht aber ein Geo-Zoo wie München ebenso und auch ein "klassischer" Zoo. Warum? Weil die Besucher diese Tiere mit Afrika, Asien etc. identifizieren, ein Zoo mehr oder minder leicht an diese Tiere kommt und sie auch halten kann. Die meisten Menschen assozieren nun mal eher Löwen mit Afrika als Rüsselhündchen, Kongopfau oder Spitzkrokodil. Ich bin zwar selbst nicht unbedingt davon begeistert, wenn in allen Zoos diesselben Tierarten(wie im Supermarkt: links die Flamingos, rechts die Bären...)gezeigt werden und weiß auch eine "Rarität"-sei sie ein Säugetier, Vogel, Reptil, Amphib, Fisch oder gar ein Vertreter der mannigfaltigen Schar der Wirbellosen-durchaus zu schätzen. Doch im Vertrauen: gab es nicht schon immer Tiere, die jeder Zoo haben "musste"(etwa Bisons, Giraffen, Mantelpaviane etc.)? Und die auch jeder hatte? Wenn's zugunsten der Tiere(denn die müssen ihr Leben im Zoo verbringen)geht, und die durch den "Stellenabbau" eines exotischeren Kollegens an Lebensqualität gewinnen-warum nicht? Nur ein seltenes Tier um den Seltenheitswert zu halten, ist nicht unbedingt das Wahre-und in Zeiten, wo in der Zoopresseschau eigentlich nur Negativschlagzeilen über aussterbende Arten zu lesen sind, auch nicht zweckdienlich. Ich habe in manch einem Zoo sowohl in "alter" Zeit als auch aktuell v.a. außerhalb Ds "Raritätensammlungen" gesehen. Zwar konnte man da himmelhoch jauchzend seine "Die wollte ich schon immer sehen"-Liste abhaken-die Tiere selbst hatten meist herzlich wenig davon. Daher: lieber ein Erlebniszoo, in der die Tiere gesund und-soweit unsere menschlichen Augen dies beurteilen können-mit ihren Schicksal durchaus zufrieden sind und die Besucher ebenfalls mit Vorfreude wiederkommen(wobei dieses Geld vielleicht einer guten Sache zugute kommt-und damit meine ich nicht den Porsche des Zoodirektors, sondern die Unterstützung eines bereits längerfristig bestehenden Artenschutzprojektes), als eine Überfülle nur ihres Seltenheitswert wegens zusammengepresst gehaltener Arten auf dem Präsentierteller. Auch glaube ich, dass wir uns weiterhin über Aye-aye, Antillenleguan oder Baumhummer freuen können-solange es noch Zoos gibt, die sich um die "Mauerblümchen" kümmern-was uns zu 2. ...führt. Warum unterstützen wir nicht einfach in diesem und durch dieses Forum Zoos, die "anders" sind, die sich (noch) Mühe mit wenig publikumswirksamen, bedrohten Arten geben oder andere Wege der Tierpräsentation beschreiten? Rheine etwa, oder z.B. Jersey und Dvur Kralove ua? Lasst uns doch im Bekanntenkreis für diese Zoos "Werbung" machen, sie über den grünen Klee loben("die tun wirklich was für den Artenschutz!), dort selbst häufiger(wenn in der Nähe) einkehren oder ggf. sich dem jeweiligen Zoo-Förderverein anschliessen? Man muss seinen Mitmenschen einfach auch klarmachen, warum solche Zoos ihre Daseinsberechtigung haben-und durchaus eine Alternative zum 08/15-Zoo sein können. Damit sie aber bestehen und sich die seltenen Tierlein leisten können, müssen sie eins vorweisen können: finanziellen Gewinn und zufriedene Besucher. Das geht aber nur, wenn man Otto Normalbesucher nachdrücklich verständlich macht, warum er/sie hier keine Giraffe oder Elefanten zu sehen bekommt. Vielleicht müssten diese Zoos-im Unterschied zum sich selbsttragenden Erlebniszoo-verstärkt mit Tierauffangstationen verknüpfen und sich vom Staat finanzieren lassen. Dann hätte der Normalbesucher seine Zoos mit Elefant & Co., der Raritätensammler und "Old School"-Fan "seinen" Zoo mit seltenen zoologischen Mauerblümchen und man hätte einen Platz für die stetig wachsende Zahl von exotischen Heimtieren, derer ihrer Besitzer überdrüssig werden. Womit wir zu 3. ...kommen. Wie ich schon einmal sagte: ich glaube nicht, dass in allen Zoos irgendwann nur der selbe Einheitsbrei von Erdmännchen, Katta, Löwe...(andere Bspe. entnehme man bitte den Titeln der zahlreichen Zoo-Sendungen der öffentlichen Fernsehsender)gehalten wird. Warum? Zum einen dank einigen engagierten Zooleuten, für die angewandter Artenschutz mehr als nur Werbung und Lippenbekenntnis sind und mit Organisationen wie der ZGAP oder Stiftung Artenschutz zusammenarbeiten-was sich in manch einer seltenen Zuchtgruppe "auszahlen" kann. Zum anderen: die Besucher wollen immer mal was neues sehen bzw. die Konkurrenz muss in die "Schranken verwiesen" werden;). Wie das? Nun, man kann für zig Millionen(solange es das Geldsäckle zulässt) einen neuen Prachtbau oder eine neue virtuelle Attraktion("Fahren Sie Sams Mine noch tiefer herunter, um schon im vorab Luzifer persönlich die Pranke zu schütteln")bauen-oder man schafft sich ein seltenes Tierlein an, das sonst keiner hat(siehe Leipziger Schuppentier) und macht das schön medienwirksam publik. Und schwupps! pilgern auch die Erlebniszoo-Kritiker zur verhassten Vergnügungsmeile, um einen Blick auf das ungesehene Wundertier zu werfen-whd. Herr Albrecht im Hintergrund Feder und Zunge spitzt, um sich bei etwaigen Vorkommnissen bereitzuhalten. 4. Was Walrösser angeht: sagen wir mal so-wenn die Tiere durch die bisherigen Haltungsweise gesundheitliche Mißstände vorweisen(dass sich durch das Zahnabwetzen z.B. die Zahnpulpa entzündet), dann sollte man entweder die bisherige Haltung überdenken-oder die Haltung auslaufen lassen und eher ein In-situ Projekt anstreben. (25.05.2007, 19:17) | ||
| Michael Mettler: | @Ulli: Würde dein erstes Argument zur Walrosshaltung konsequent auf andere Tierarten angewendet, dürften etliche Tierarten vom Kaffernbüffel bis zum Blutschnabelweber in Zoos nur in Riesenkolonien gehalten werden. Dass auf Meerkatzen noch nicht weiter eingegangen wurde, liegt wahrscheinlich nur daran, dass deren Schwund schon in mehreren anderen Threads Thema war. (25.05.2007, 14:24) | ||
| Medojed: | @Ulli. Die wenigsten Tierarten im Zoo erhalten ihre natürliche Nahrung und werden auf Ersatznahrung umgestellt.Nur als Besiepiel seine alle Huftiere, Erdferkel,Erdwolf,alle Ameisenbären,Groß,-und Kleinraubtiere,Seekühe,Elefanten usw.usw.genannten. Ihre Frage, ob das wünschenswert ist, müßen Sie sich also auch bei diesen Tieren stellen. Inwiefern entspricht das Abscheueren der Hauer von Walrossen in Gefangenschaft dem natürlichem Verhalten ? (25.05.2007, 13:04) | ||
| Sacha Beuth: | @Ulli: Nun ja, es gab und gibt immerhin schon Zuchterfolge mit Walrossen ohne Haltung in grossen Herden. Die erste m. W. vor ca. 30 Jahren im inzwischen geschlossenen Marineland in Palos Verdes bei Los Angeles. Und eine DAUERHAFTE und vor allem KOORDINIERTE Zucht wurde zumindest in der Vergangenheit nie Versucht. Womit also wie Du selber schreibst ("höchst wahrscheinlich") die Frage offen bleibt, ob so eine Zucht nicht doch auch in kleineren (Familien-)Gruppen DAUERHAFT funktionieren KOENNTE. Die Ernährung und das Abschaben der Hauer sind Probleme, die (noch) nicht befriedigend gelöst wurden. Da stimme ich voll mit Dir überein. Wenn ich mich recht an Medienberichte erinnere, dann ist in den letzten Jahren nicht nur der Eisbären-, sondern auch der Walrossbestand in freier Wildbahn eingebrochen. Sollen wir erst warten bis es zu spät ist, bis von den Walrossen wegen Umweltverschmutzung (gerade Muscheln bunkern sehr viele Gifte), Klimaerwärmung und Elfenbeinjagd nur noch eine Handvoll Exemplare übrig sind, die wir mangels HALTUNGSERFAHRUNG nicht mehr erhalten können und die darum "in Würde" aussterben? (Hier gehe ich davon aus, dass Du die Walross-Haltung nicht nur in (Binnenland-)Zoos, sondern auch in Marineparks und Ozeanarien ablehnst. Ansonsten sieht die Sache natürlich wieder etwas anders aus). PS: In meinem Namen reicht das erste "S"....:) (25.05.2007, 12:59) | ||
| Ulli: | @Sascha Beuth: zu den Walrossen: 1. Walrosse sind Herdentiere, eine Zucht ist also höchst wahrscheinlich dauerhaft nur durch Gruppenhaltung, optimal bis zu 100 Tiere, in den Anlagen zu sichern. Die Zahl der Tiere und die Größe der Individuen schließt so etwas von vornherein aus. 2. Walrosse sind von Haus aus Muschelfresser, es erfolgt im Zoo eine Umstellung auf Fische - ist so etwas wirklich wünschenswert? 3. Das Abschaben der Hauer am Beckenboden beruht auf artgemäßen Verhalten - Antje aus Hagenbeck hat insofern "Fehlverhalten" an den Tag gelegt. Also verzichten wir lieber auf das Kapitel koordinierte Walroßzucht für den Zoo. Ansonsten hat th.oma.s das Wesentliche schön zusammengefasst. Auch Paulus-Beitrag zu Hannover ist hierzu eine sinnvolle Ergänzung - wobei Bengaltiger sicher schöner wären... Michaels Joke zu der Weltreise fand ich sehr schön. Grundsätzlich kann ich aber sleipnirs Unbehagen verstehen - auch mir ist eine gewisse Standardisierung aufgefallen. Übrigens hat sich bisher niemand in diesem Thread über den Schwund der Meerkatzenarten in deutschen Zoos aufgeregt. Zu gewöhnlich ? ... (25.05.2007, 11:35) | ||
| Hannes: | Ok, keine Bonobos aber immerhin 2 x Schimpansen ist doch fast so gut wie einmal die Zwerge. Für den Anfangsbestand des Allwetterzoos bin ich leider zu jung denn wenn ich mir die alten Zooführer ansehe klappt mir oft die Kinnlade runter (25.05.2007, 00:02) | ||
| Michael Mettler: | @sleipnir: Nasenaffen 1981/82 in Basel, Zoo Berlin, Köln und Stuttgart; Frankfurt hatte schon keine mehr. In der DDR war ich damals noch nicht, eventuell gab es noch welche in Erfurt (Mindestens ein Weibchen hat irgendwann definitiv dort gelebt und zusammen mit einem Kleideraffen-Mann einen lebensfähigen Bastard erzeugt...!). (24.05.2007, 21:24) | ||
| th.oma.s: | ein "erlebniszoo" (zoom)kann m.e. zunächst keine raritätensammlung tragen. die zoom - erlebniswelt ist doch (und dass ist nicht abwertend gemeint) primär ein freizeitpark mit zoologischen thema. im vordergrund stehen aufwendige, und zum teil auch hervorragend gelungene kunstland-schaften, welche mit exotischen tieren besetzt sind. raritäten fügen sich da zunächst nur schwer ein: rar in den tiergärten sind doch überwiegend die arten, welche a) schwer zu beschaffen, b) schwierig zu halten (in bezug auf fütterung und sozialstruktur) oder aufwendig in der unterbringung und gleichzeitig nicht besucherattraktiv oder eben "must in zoo" sind. m.e. kommt es darauf an, wie die konzeptkomponenten unterhaltung, bildungsauftrag und artenschutz in der tiergärtnerischen einrichtung gewichtet sind.nicht vergessen sollte man dabei kraft und kapital, die im erhalt der aufwendigen kunstlandschaft stecken und nicht direkt dem tierbestand zu gute kommen und schon gar nicht der bewahrung seltener arten aus artenschutzgründen, soweit ebenda notwendig. in dd kann man zudem seit den neunziger quasi sehen, welche unterschiede ein zoologe oder ein eventmanager an der spitze der einrichtung ausmachen kann: überspitzt gesagt, übertrifft im zweiten fall eher die neuanschaffung von kinderspielgeräten von der anzahl her die neuzugänge im tierbestand. diese tendenz hat letztendlich ihren objektiven grund in der konkurrenz-situation der tiergärten zu den anderen freizeitangeboten der spaßgesell-schaft. kombinationsansätze sind m.e. zum einen vielleicht im loroparque und zum anderen grundsätzlich in der entwicklung der internationalen traditionszoos (aus meiner sicht gehört hannover auch vom tierbestand eher mit in diese kategorie) zu beobachten. spannend ist diesbezüglich die leipziger gratwanderung, was wird schwerer wiegen in gondwana: der tierbestand oder das künstliche erdbeben nebst lebensgroßer saurierplastik und indoor-gondoletta? diese problematik sollte aber meines erachtens bezug nehmend auf den startbeitrag nicht mit dem geokonzept vermengt werden. eine geografische grundstruktur in der ausstellung muss eben nicht zu arteneinerlei führen. (24.05.2007, 21:05) | ||
| sleipnir: | Rein interessehalber: Wo gab es denn zu diesem Zeitpunkt überall Nasenaffen? (24.05.2007, 20:51) | ||
| Michael Mettler: | Hatte ich schon mal anderweitig erwähnt: Anfang der 80er, als ich mit meinen Touren in andere Zoos "durchstartete", besuchte ich innerhalb von höchstens zwei Jahren sämtliche Zoos des deutschsprachigen Raumes minus DDR, in denen Nasenaffen gehalten wurden. Danach war der "Hauch des Besonderen" dieser Tierart bei mir erst mal für lange Zeit weg.... Ähnlich geht es mir jetzt mit den von abjatar erwähnten Roten Varis. (24.05.2007, 20:12) | ||
| abjatar: | @ Ollo: Für meinen verstorbenen Opa war das z.T. vielleicht sogar so, in den 60ern und 70ern kannte er quasi nur die Zoos ind Duisburg Köln, war also Nasenaffen, Wombats und Teufel (sogar 2x) gewohnt... Ich möchte Hannes da sehr beipflichten in puncto "Startbesatz". Ist doch klar, so ein Erstbesatz wird nach zwei Gesichtspunkten gemacht: Was ist schon im Zoo? (darum z.B. Blaumaulmeerkatzen, Schimpansen als Vertreter der Menschenaffen, Servale oder auch Rote Varis) und: Was ist aus Marketing-Aspekten sinnvoll? Und das sind Elch, Löwe oder Giraffe am Anfang eben eher als manche "Rarität". Immerhin vollbringt ZOOM das Kunststück, einen (außer bei "Fans") vor allem lokal bekannten Zoo - mit einem Einzugskreis, der kaum über einen Teil (!) des Ruhrgebiets hinausging - bekannt zu machen. Und wenn man die Besucherzahlen sieht, schaffen sie es ja auch (früher 200.000 im Jahr, jetzt 180.000 nur im April). Und z.B. mit den Galagos sieht man ja, dass jetzt auch seltenere Arten neu dazu kommen. (24.05.2007, 19:36) | ||
| Ollo: | Also ich weiß ja nicht, wo Ihr herkommt, aber in meiner Heimat sind Nasenaffen, Bergnyalas, Indris, Hoatzins, Fregattvögel, Zahntauben, Papageitaucher, Javanashörner, Beutelteufel und Seeleoparden völlig gewöhnliche Zootiere, die ich mir gar nicht mehr angucken würde. (24.05.2007, 17:19) | ||
| Sacha Beuth: | @Hannes: Bei Puma und Hirschziegenantilope müsste es - Gott bin ich mal wieder pedantisch - eigentlich "nicht mehr" heissen. Denn beide Arten waren in Münster in den 80ern noch vertreten. Und wo in diesem Dreieck finden sich die Bonobos? Habe ich da etwas verpasst? (24.05.2007, 16:46) | ||
| Hannes: | Das mit den Delphinen oder auch persischen Leoparden hab ich auch aber begeistert war ich in Hamm vom Puma oder den Hirschziegenantilopen. die gibts hier im Dreieck Münster-Rheine-Osnabrück nicht dafür beide Elefanten, Dscheladas, Keggelrobben, persiche Leoparden, Wanderus 2x, Alle Menschenaffenarten, Delphine und ich hab bestimmt noch die ein oder andere besonderheit vergessen. Für GE würden mir noch Skunks einfallen, als Zootier nciht sonderlich häufig. Persönlich bin ich der Meinung das es in den kommenden Jahren in den erlebniszoos zu einer "veredelung" des Tierbestands kommen wird denn für GE z.B. ist das j alles nur Startbesatz. man weiß nicht was ncoh kommt. (24.05.2007, 16:23) | ||
| abjatar: | @ MM: das mit dem wombat habe ich jetzt schon ein paarmal gelesen, dann habe ich bei meinem bisher leider einzigen hannover-besuch ja richtig glück gehabt, da konnte ich nämlich ohne ende wombat-fotos machen :-) finde ich das auch sehr spannend, dass kindheitserlebnisse einfach sehr prägen, was nun als rarität wahrgenommen wird. mein kleiner bruder findet als ruhrgebietskind bis heute delphine oder riesenotter völlig normal als zootiere (24.05.2007, 15:46) | ||
| abjatar: | im übrigen ganz aktuell: Auch Wuppertal hält seine Löwen und Tiger jetzt in Kunstfelskulisse, Nebelparder fehlen dafür inzwischen im Bestand... Ansonsten finde ich "Raritäten" schon auch spannend, aber auch in GE oder Hannover gibts die ja (die meisten sind ja auch schon aufgezählt, ich würde evtl. für GE noch Rote Varis, Elche und inzwischen auch Eisbären ergänzen). (24.05.2007, 15:25) | ||
| Michael Mettler: | Was bei der "Veredelung" von Tierbeständen heraus kommen kann, sehen wir doch an einigen Arten. Ist ja schön, dass es inzwischen mehrere Halter von Prinz-Alfred-Hirschen gibt, aber was ist eigentlich mit den Vorgängern in deren Gehegen inzwischen passiert...? Ich könnte an dieser Stelle genauso Arten wie Bongo, Pinselohr- und Warzenschwein, Vari, Guereza, Amur- und Persischer Leopard, Chinesischer Muntjak oder Kurzohr-Rüsselspringer nennen, die ich bei meinen jeweiligen "Erstsichtungen" noch mit der Ehrfurcht des Raritätensammlers betrachtete und die heute teilweise zum Standardsortiment der Zoos zählen - egal ob Erlebnis- oder klassischer Zoo. Andersrum frage ich mich noch immer, wo denn die Raritätenzoos waren, als durch die Zuchten im Tierpark Berlin und in Hannover Arabische Oryx - eines DER Paradebeispiele schlechthin für Artrettung in Zoos - verfügbar waren. Da hob kein Zoo Köln, Münster, Wuppertal oder Berlin die Hand, Nachzuchten gingen innerhalb Deutschlands lediglich nach Hodenhagen und Ueckermünde.... (24.05.2007, 14:39) | ||
| Carsten: | Ich freue mich auch über jedes seltene Tier, welches ich nicht überall sehe... Es macht nur in meinen Augen keinen Sinn, seltene Tiere aus Sammelleidenschaft zu halten ohne die Chance, sie in vernünftigen Bestands- und Halterzahlen langfristig als sich selbst erhaltende Zoopopulation etablieren zu können. Und für den normale Zoobesucher, der nicht jedes Jahr hunderte von Kilometern fährt, ist es eben nicht der neunte Bläßbockhalter, etc... (24.05.2007, 14:14) | ||
| Paulus: | Nee, ich bin's, MM - aber ein bewusster anderer Forumteilnehmer hätte Sachas Bemerkung wahrscheinlich gleich wieder zur Etablierung eines neuen Nicknames genutzt :-) Ich bin trotz allem ebenfalls immer noch ein Raritäten-Fan und liebe Zoos mit artenreichem Bestand (vor allem bei Säugern). Aber ich habe eben auch durch ein einschneidendes Aha-Erlebnis gelernt, sowas mit anderen Augen zu sehen - ob das nun eine gereifte oder eine abgestumpfte Einstellung ist, darf jeder selbst entscheiden, ich will sie hier keineswegs als die einzig richtige "verkaufen". Wenn man vor allem die Jahresberichte von Zoos aufmerksam liest, stellt man anhand von diversen Äußerungen fest, dass ein Zoobestand eben doch kein Wunschkonzert ist - manche Tiere lassen sich leicht beschaffen, züchten und abgeben, bei manchen gibt es Probleme, und wieder andere passen einfach nicht ins Konzept. In Hannover steht nach den Äußerungen des Zoologischen Leiters Dr. Engel in der Zielsetzung ganz oben, Besucher schlichtweg für Tiere zu begeistern und auf diese Weise Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur und Umwelt zu wecken. Deswegen ist es für ihn z.B. zweitrangig, welche Tigerunterart im Dschungelpalast gehalten wird, denn sie soll ohnehin nur als Modell für den Tiger als ART dienen. Mit vielen Tierarten ist es schwierig, einen solchen Effekt zu erzielen. Um auf sleipnirs Beispielarten aus dem Startbeitrag zurück zu kommen: Arten wie Fingertier oder Kiwi, bei welchen die weitaus meisten Besucher im Laufe des Tages nur ein "leeres" Gehege sehen, eigenen sich für ein solches Konzept kaum. Gäbe es für die Wombats in Hannover eine eigene Anlage, hätten sie vielleicht nicht ihren hiesigen Kultstatus erreicht; die Besucher haben zwar offensichtlich Spaß am "Wo-ist-der-Wombat-Spiel", aber falls sie ihn nicht finden, sehen sie auf der Fläche wenigstens noch Kängurus und Emus.... Hätte Frankfurt im Nachttierhaus noch mehr solche "Geisterarten" wie die Kiwis, würde das Haus mit Sicherheit an Beliebtheit verlieren. Also: Die Mischung macht's. Publikumslieblinge dienen als unentbehrliche Zugpferde (Pflicht), die "Arten für den Direktor" als Sahnehäubchen für Interessierte (Kür). Dass erstere die "bessere Verpackung" sprich das optisch aufwändigere Gehege bekommen, liegt auf der Hand - deswegen identifiziert man auch die Erlebniszoos schnell mit ihnen und übersieht leicht die Nischen-Arten. Übrigens, zur Selbstansicht der Zoos: Köln bezeichnet im Jahresbericht den Freiflugbereich im "Regenwald" als "Erlebnishalle"...! (24.05.2007, 09:48) | ||
| Ollo: | Mir ist an meinem eigenen Verhalten aufgefallen, daß für mich in Zoos mittlerweile die Säugetiere nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Und das liegt am Einheitsbrei. Unter den anderen Tierklassen kann man eher Raritäten entdecken. Es wundert mich ein wenig, daß die meisten Zoofans doch sehr säugetierlastig unterwegs sind. (24.05.2007, 09:26) | ||
| Sacha Beuth: | Ich kann sleipnirs GRUNDGEDANKEN gut nachvollziehen, finde allerdings nicht, dass nur die sog. Erlebniszoos Artenkahlschlag betreiben resp. Einheitsbrei servieren. Und eigentlich ist dieses Thema u. a. schon im Thread "Ich kann sie nicht mehr sehen" behandelt worden. Die Aussage, dass für Walrosse nie eine Erhaltungszucht realisiert werden KANN, finde ich falsch. Eine KOORDINIERTE Erhaltungszucht wurde bei dieser Art zumindest in D nie versucht, sprich man hatte zur gleichen Zeit leider nie genügend "Zuchtmaterial" zur Verfügung. Aehnliches gilt für die hier erwähnten Uakaris, Kapgiraffe, Fettschwanzmaki und m. E. auch für die Nasenaffen. Und bei manchen Arten mit genügend "Ausgangsmaterial" hat man eine Zusammenarbeit bei der Zucht schlicht verschlafen. Persönlich bin ich auch ein Raritäten-Fan und liebe Zoos mit artenreichem Tierbestand. Aber wer weiss, vielleicht mache ich auch mal eine Wandlung vom Saulus zum Paulus durch.... Gell Michael :) (24.05.2007, 08:51) | ||
| Jennifer Weilguni: | Also auch für mich waren früher See-Elefant, Bergtapir, Kiwi und Okapi nichts wirklich "Besonderes", weil ich als Kind nicht weit über den rand der Wilhelma rausschauen konnte. Und wie habe ich in Dresden dieses jahr noch zu Karsten Vick gesagt " Oh ihr habt ja hier Wanderus.. die bekommt man ja auch nicht in vielen Zoos zu sehen". Da blickte er mich sehr erstaunt an. Später wusste ich wieso, denn im Osten sind die Bartaffen ja in recht vielen Zoos vertreten. So kann eine vermeindliche Rarität sich am Ende auch als "Allerweltszootier" rausstellen. Ähnlich ist es wohl auch mit dem Binturong. Vor allem aber sollte man vor lauter Liebe zu Raritäten eben immer bedenken, dass die Wahl der Pfleglinge nicht aufgrund ihrer Exklusivität getroffen werden sollte. (24.05.2007, 08:32) | ||
| Michael Mettler: | P.S. Der bohrende Wunsch vieler Zoofans, möglichst exklusive Tierarten zu sehen, erinnert mich ein bisschen an den Joke "letztes Jahr war ich auf Weltreise, aber dieses Jahr will ich mal woanders hin" :-) (24.05.2007, 01:09) | ||
| Saya: | Die sogenannten "Raritäten" werden sicherlich auch deshalb selten (in Erlebniszoos und anderswo) gehalten weil es einfach keine bzw. kaum verfügbare Tiere gibt. Wenn Gelsenkirchen Brillenlanguren, Kiwis, Fingertiere oder Baird`s Tapire halten wollen würde, man würden sie doch gar nicht kriegen!! (24.05.2007, 01:08) | ||
| Michael Mettler: | Übrigens fällt mir gerade auf, dass man leicht einer verfälschten Wahrnehmung unterliegt. In einem Zoo wie Berlin oder Wuppertal strebt man als Zoofan von Rarität zu Rarität und übersieht dabei leicht, dass es auch dort die Allerweltsarten gibt. Ich kenne von mir selbst auch den umgekehrten Effekt: Jedes Mal, wenn ich die riesengroßen Flächen für Cameliden, Bisons und Wisente im Tierpark Berlin sehe, kommt unwillkürlich der Gedanke "was könnte man DA alles an interessanteren Arten unterbringen" - in dem Moment kommt mir dann gar nicht in den Sinn, dass es ja nun gerade im Tierpark von "besseren" Huftierarten nur so wimmelt. Was Sven unten über Walrosse geschrieben hat, kann ich nur unterstreichen. Walross, Dikdik, Kaama oder Mendesantilope sind für mich Arten, die ich seit Kindertagen im Zoo Hannover kenne und für die ich erst mal lernen musste, sie als Besonderheiten (Raritäten!) zu sehen. Aus dem gleichen Grund habe ich mich oft gefragt, warum in manchen Zoos so sehr über Giraffennachwuchs gejubelt wird - das war in H eben nie ein Problem, da wird man verwöhnt... Als ich 1979 zum ersten Mal den Frankfurter Zoo besuchte, waren die Highlights für mich nicht nur Hirscheber, Okapi & Co., sondern auch Erdmännchen, Mantelpaviane und Rhesusaffen - denn die gab es alle nicht in Hannover (wie überhaupt Erdmännchen früher nur sehr selten gehalten wurden). Ich hätte damals "hurra" geschrien, wenn der Zoo Hannover verkündet hätte, er wolle einen Pavianfelsen bauen - hier gab es ja damals nur so normale Arten wie Drill, Weißkehlmeerkatze oder Mohrenmakak... (24.05.2007, 00:57) | ||
| sleipnir: | @ Carsten: Entweder wollt ihr mich nicht verstehen, oder ich drücke mich wirklich so "blöde" aus!? Ich hab doch nie im Leben behauptet, dass die 9 Blessbock-Haltungen zuviel sind! Das war doch nur meine Antwort auf Sven P. Peters Beitrag, die vollkommen wertfrei gemeint war! (24.05.2007, 00:49) | ||
| sleipnir: | @ Michale Mettler: Das war doch mal eine Antwort! (24.05.2007, 00:46) | ||
| Carsten: | Andersrum könnte man natürlich auch fragen, ob die seltenen Tiere, die vielleicht nur in einem oder zwei Zoos leben, überhaupt Sinn machen. Sind solche Tiere nicht einfach nur Auslaufmodelle, wie z. B. die Walrosse, die sicher für den Artensammler und Zoofan interessant sind, aber bei denen nie eine Erhaltungszucht realisiert werden kann... Ich denke, daß 9 Halter einer Tierart wie bei den Bleßböcken keineswegs zuviel sind und ruhig noch 4 oder 5 dazukommen könnten... (24.05.2007, 00:43) | ||
| Michael Mettler: | Doch, es gibt sogar mindestens ZWEI ähnliche gelagerte Threads, denn dieses Thema bot auch schon unter den Threads über Gelsenkirchen und Hannover reichlich Diskussionsstoff. Den Vergleich mit Wuppertal, Frankfurt oder den beiden Berliner Parks (Duisburg fiele übrigens auch noch in diese Kategorie) finde ich ungerechtfertigt, denn weder GE noch H waren in ihrer alten Form klassische "Raritäten-Sammel-Zoos" - warum also sollten sie es nach ihrer Neuorientierung werden? Gerade in GE ging es darum, möglichst vielen der VORHANDENEN Tiere - sowohl auf die Art wie auf das Individuum bezogen - durch den Umbau ein besseres Zuhause bieten zu können - die so genannten 08/15-Arten waren also größtenteils schon vorher da (wie auch in Hannover). Und die von sleipnir als Beispiele aufgezählten Arten gibt es auch in Wuppertal und im Berliner Zoo. Als Gelsenkirchener Raritäten bzw. Tiere, die man eben nicht (mehr) an jeder Ecke sieht, fallen mir ganz spontan z.B. Blaumaulmeerkatze, Anubispavian, Rappenantilope oder auch Flusspferd ein. Ja, ich weiß, das sind keine Mythos-Tiere a la Okapi, Kiwi & Co., aber es geht ja bei der Kritik um "selten gehalten", und das stimmt nun mal. Für Hannover kann ich auf Wunsch problemlos nochmal eine ganze Reihe von Raritäten auf "Leipzig-Wuppertal-Niveau" auflisten, wie ich das an anderer Stelle in diesem Forum schon mal getan habe. Dass diese bei den Raritäten-Fans nicht so präsent sind, dürfte auch daran liegen, dass man in Hannover traditionell nicht mit diesen Arten "trommelt" (im Sinne von "wir haben die einzigen..." usw.). Seit dem Umbau zum Erlebniszoo sind z.B. Arten wie Somali-Wildesel, Hartmann-Bergzebra oder Haubenlangur in den Bestand aufgenommen oder Unterartmischlinge bei Orang oder Dorkasgazelle gegen reinblütige Gruppen ausgetauscht worden - wenn das keine Veredelung des Tierbestandes ist... Und diese Tiere wurden mit Sicherheit nicht geholt, weil das Publikum sie unbedingt sehen will und man sich durch sie höhere Einnahmen erhofft.... Tatsache ist auch, dass Raritäten keine mehr wären, wenn sie tatsächlich überall zu sehen wären. Wundert euch also nicht, wenn in ein paar Jahren niemand mehr Okapis sehen mag, weil sie in jedem dritten Zoo stehen - mit dem Bongo ist es ja schon so weit, zumindest habe ich ihn auf der "Wunschliste" der Raritätenfans hier im Forum noch nie entdeckt. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass man diese Tierart mit Ehrfurcht betrachtete... Interessant auch, dass bei der Kritik, für Zoolandschaften auf Artenvielfalt verzichtet zu haben, gewisse Zoos ausgenommen werden. Was ist denn z.B. mit der Artenvielfalt in Köln passiert...? Eisbär, Javaleopard, Jaguar, Streifen- und Schabrackenhyäne, Südamerikanischer Seebär, Panzer- und Breitmaulnashorn, Schwarzwedelhirsch, Wapiti, Elch, Streifengnu, drei Uakari-Formen, Rotrückensaki, Nasenaffe, Kronenmaki, Fettschwanzmaki, Java-Banteng, Vikunja, Kap-Giraffe, Mohrenaguti, Sumpfmanguste, Fennek, Indischer Wolf und viele mehr: alle weg, aber Hauptsache, der Zoo hat einen großen Elefantenpark :-) Für Leipzig ließe sich problemlos eine ähnliche Liste erstellen, denn auch dort sind nicht nur Arten geblieben und hinzu gekommen, sondern etliche aufgegeben worden. (24.05.2007, 00:40) | ||
| sleipnir: | @ Matthias: Die von mir genannten Tierarten (diese Liste liese sich natürlich noch endlos fortsetzten!) sind in "richtigen" Zoos natürlich nicht häufig, aber eben dieser Umstand macht sie ja für viele Zoofans so interessant und die Frage, die ich mir stelle ist einfach nur, welchen Hintergrund es wohl haben wird, dass diese Tierarten, wenn überhaupt, dann mit viel größerer Wahrscheinlichkeit in "richtigen" Zoos, als in Erlebniszoos (oder wie man diese Einrichtungen auch immer nennen will!)gehalten werden. (24.05.2007, 00:27) | ||
| sleipnir: | @ Sven P.Peter: Ist der Blessbock für dich wirklich eine Rarität? Außer in Gelsenkirchen gibt es ihn noch in Aachen, Karlsruhe, Berlin, Nordhorn, Heidelberg, Neuwied, Stuttgart und Hannover. Wären insgesamt 9 Haltungen, und das nur in Deutschland! Unter Rarität verstehe ich eigentlich etwas anderes *g* Und es geht mir ja auch gar nicht darum, dass nun alle "Erlebniszoos" auf Kiwi und Co. umstellen, du hast natürlich Recht, dass es dann eben keine Raritäten mehr wären, aber trotz allem finde ich diesen "Tierarten-Einheitsbrei" bei neu gebauten bzw. umgebauten Einrichtungen viel auffälliger als bei "Traditionszoos" wie eben Wuppertal, Frankfurt etc. und hab für diesen Umstand bisher noch keine Erklärung gefunden. Eigentlich geht es mir auch gar nicht darum, die Artenzusammensetzung einzelner Einrichtungen zu bewerten (obwohl ich es subjektiv natürlich tue *g*), ich würds nur gerne verstehen und irgendeinen Grund muß es ja haben, an so viele Zufälle glaube ich dann doch nicht! (24.05.2007, 00:22) | ||
| Matthias: | Sind denn Brillenlanguren, Baird's Tapire,Weißlippenhirsche,Fingertiere, Kiwis und Co. in den "richtigen" Zoos soviel zahlreicher? Und wann ist eine Tierart nun eine zoologische Rarität? Wenn sie nur in 3, 5, oder 10 Zoos gehalten wird? Würde jeder Zoo, also auch der sog. Erlebniszoo diese Tierarten halten, wären es ja eigentlich keine Raritäten mehr. Wären es dann uninteressantere Tiere? (24.05.2007, 00:14) | ||
| Sven P. Peter: | In Gelsenkirchen fallen mir auf Anhieb die Blässböcke ein ;) Ich finde wir sollten nicht immer sagen: "Da fehlen die Raritäten!", denn wenn diese Tiere überall gehalten werden würden, anstelle Elen und co, dann wären die plötzlich die Raritäten. Im Zweifel kann man es einfach keinem recht machen. Michael und ich mussten heute auch rausfinden, dass für uns Walrosse nie was besonderes waren, obwohl eben nur Hannover und Hagenbeck welchen hatten. (24.05.2007, 00:09) | ||
| sleipnir: | Hallo! Ich hoffe, es gibt noch keinen ähnlich gelagerten Thread! Ist euch eigentlich auch schonmal aufgefallen, dass Zoos bzw. Tierparks, die komplett neu aus dem Boden gestampft werden (z.B. Gaia-Park) bzw. umgebaut werden (z.B. Hannover oder Gelsenkirchen)und auf die Erlebnis- bzw. Geozooschiene springen, kaum wirkliche zoologische Raritäten zu bieten haben?! Eine löbliche Ausnahme scheint hier Leipzig zu sein, dessen Zoo ich mir aber erst in zwei Wochen erstmalig ansehen werden, von daher fällt es mir natürlich schwer hier ein objektives Urteil zu fällen. Das eine oft dramatische Vergrößerung der vormals oft sehr kleinen Gehege hin zu "Landschaftsanlagen" natürlich einhergeht mit einer gewissen Artenreduzierung versteht sich von selbst, doch frage ich mich, warum diese Reduzierung meines Erachtens immer zulasten zoologischer Rariträten geht? Welche Tierart kann ich zum Beispiel in Gelsenkirchen beobachten, die ich nicht auch in zahllosen anderen Zoos und Tierparks zu Gesicht bekomme? So auf Anhieb fällt mir da keine ein! Ich will gar nicht unterschlagen, dass gerade auch Hannover durchaus zoologische "Schmankerl" zu bieten hat, aber mit einer Artenauswahl, wie bspw. Wuppertal, Frankfurt oder den beiden Berliner Einrichtung können doch all diese Erlebniszoos bei wetem nicht mithalten. Versteht mich hier nicht falsch, eigentlich bin ich ein großer Fan davon, Tieren in menaschlicher Obhut größtmöglichen Platz zu bieten und Einrichtung, die nach dem Geo-Konzept aufgebaut sind und zumindest versuchen einen ganzheitlichen Habitatsausschnitt zu zeigen haben durchaus ihren Reiz, doch wenn ich in diesen Gehegen immer und immer wieder Elenantilopen, Steppenzebras, Kattas, Erdmännchen, Menschenaffen, Großkatzen und Elefanten sehe, dann vergeht mir doch langsam der Spass! Nur kann ich mir, wie gesagt trotz der nötigen Artenreduzierung nicht vorstellen, warum nicht auch Hannover oder Gelsenkirchen Tierarten wie Brillenlanguren, Baird's Tapire,Weißlippenhirsche,Fingertiere, Kiwis und Co. halten kann! Welche Ideen habt ihr hinsichtlich dieser Frage? Liebe Grüße, Björn (23.05.2007, 23:58) |
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